
{"meta":{"meta-title":"Ph\u00e4dra > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"Ph\u00e4dra > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/190","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/190","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"Ph\u00e4dra"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/190","text":"Ph\u00e4dra"}]},"data":{"id":190,"veranstaltungstitel":"Ph\u00e4dra","veranstaltungsart_id":4,"kommentar":null,"art":{"id":4,"theaterveranstaltungsart":"Trag\u00f6die"},"personen":[{"id":478,"bkperson_id":307,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":190,"bkperson_regberuf_id":478},"person":{"id":307,"bknachname":"Racine","bkvorname":"Jean Baptiste","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}},{"id":692,"bkperson_id":447,"regberuf_id":8,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":190,"bkperson_regberuf_id":692},"person":{"id":447,"bknachname":"Romberg","bkvorname":"Bernhard Heinrich","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":8,"regberuf":"autom_Komponist"}},{"id":5115,"bkperson_id":270,"regberuf_id":4,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":190,"bkperson_regberuf_id":5115},"person":{"id":270,"bknachname":"von Schiller","bkvorname":"Johann Christoph Friedrich","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":4,"regberuf":"autom_Bearbeiter"}}],"veranstaltungen":[{"id":2034,"theaterstueck_id":190,"veranstaltungsuntertitel":"Ph\u00e4dra, Trauerspiel in 5 Akten, von Racine, \u00fcbersetzt von Schiller","auffuehrungsdatum":"24.03.1806","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1806, Nr. 34","zusatzinfo":"Mit Sr. Majest\u00e4t des K\u00f6nigs allergn\u00e4digster Bewilligung [...] zum Benefiz f\u00fcr Madame Bethmann zum Erstenmale <br> [danach: Milton]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-08-04 16:26:32","datensatz_geaendert_dat":"2005-08-04 16:26:32","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":175,"z_name":"Haude- und Spenersche Zeitung","z_datum":"1806-03-27","z_nummer":"37","z_seite":"","z_autor":"gez.: - p - [Julius von Vo\u00df]","z_text":"\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">In franz\u00f6sischen Zeitungen\nward neulich empfindlich besp\u00f6ttelt, da\u00df ein deutscher Kritiker von dieser\nUebersetzung geurtheilt habe: durch sie sey nicht blo\u00df das Original erreicht,\nsondern noch \u00fcbertroffen worden. Wenn deutsche Kritiker nun \u00fcber etwas die Nase\nver\u00e4chtlich r\u00fcmpfen, wor\u00fcber das einstimmige Lob ganzer Nationen ert\u00f6nt, und\ndaheim eine Autorit\u00e4t als rein unfehlbar preisen, so ist das freilich eine\nAlltagserscheinung. Eben so aber wenn die Franzosen auf uns von der H\u00f6he\nherabsehen; ein D\u00fcnkel, der neuerdings sich wieder betr\u00e4chtlich mehrte. Warum\ndas Seinige nicht jedermann? <o:p><\/o:p><br>Wie kam jedoch Schiller bei\nseiner hohen Originalit\u00e4t zu Uebersetzungen \u00fcberhaupt? Wie zu einer aus dem\nFranz\u00f6sischen, er, dessen fr\u00fcherer Geschmack so entschieden f\u00fcr die Formen\nShakespears, dessen sp\u00e4terer f\u00fcr jene des Aeschylus und Sophokles sprach; von\ndem G\u00f6the des Mahomeds halber dichterische Vorw\u00fcrfe h\u00f6ren mu\u00dfte? Die Frage\nbeantwortet sich, wenn man aufrichtig seyn will, am leichtesten, indem man den\nGrund davon in einem Gef\u00fchl abnehmender Kraft des Dichters, durch k\u00f6rperliche\nZerr\u00fcttung herbeigef\u00fchrt, erblickt. Diese Uebersetzung war eine Arbeit, um zu\narbeiten. <o:p><\/o:p><br>Racine und Schiller, \u2013 jener\nein unterw\u00fcrfiger Diener geforderter Beschr\u00e4nkungen der Kunst; der sich sogar\nmit ihren Gehegen willk\u00fchrlich noch enger umwand; der ewig furchtsam, die\nklassische Decenz zu verletzen, nur durch die zarte Wahl des Ausdrucks zu\nwirken strebte; \u2013 dieser der im Innern des Genius nur seine Gesetze fand, der in\nden sp\u00e4terhin \u00fcbernommenen Fesseln, trotz des noch reichlichen \u00fcbrigen\nSpielraums immer etwas fremd erschien, der \u00fcber der k\u00fchnen Zeichnung der\nLeidenschaft h\u00e4ufiger das wahrste, als das lieblichste Wort ergriff; wieder\naber, wenn er sich \u00fcber die anschauliche Natur emporschwang, den Idealen der\nPoesie h\u00f6her nachflog, als je die Ahnung des Franzosen reichte? \u2013 Racine und\nSchiller? \u2013 Fern sey es von mir irgend eine der Sch\u00f6nheiten dieser Uebersetzung\nzu verkennen, aber dreist sag\u2019 ichs demungeachtet: unter allen gr\u00f6\u00dferen\nArbeiten Schillers gef\u00e4llt sie mir am allerwenigsten. Und sicher pflichten mir\nviele bei. Es h\u00e4tte der correkte Wohllaut der Diktion m\u00fcssen \u00fcbertragen werden,\num Racinens Hauptvorzug wieder zu finden, correkter Wohllaut wurde aber von\nSchillern nie, (mit Ausnahme einiger lyrischen Episoden) ge\u00fcbt. Wir empfangen\nhier reimlose Jamben, zwar an sich recht brav gefertigt, auch reichlich durchgl\u00fcht\nvon Schillers Geist; aber was sind sie gegen die Racinesche Melodie? und beides\nmacht, da\u00df wir Reminiscenzen an den Platz des franz\u00f6sischen Geists (und auf den\nNachklang des letztern kam es doch an) empfinden. Auch die Uebersetzung in\nmechanischer Ansicht, trift nur zu oft der Vorwurf der Weitschweifigkeit. Z.\nB.: <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Oenone.<br>\nJuste ciel! tout mon sang dans mes veines se glace<br>\nO d\u00e9sespoir! o crime! o d\u00e9plorable race!<br>\nVoyage infortun\u00e9! rivage malheureux,<br>\nFalloit-il approcher de tes bords dangereux!<br style=\"\">\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br style=\"\">\n<!--[endif]--><o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Gott! All mein Blut erstarrt\nin meinen Adern<br>\nO Jammer! o Verbrechenvolles Haus<br>\nDes Minos! Ungl\u00fcckseliges Geschlecht!<br>\nO dreimal ungl\u00fcckselge Fahrt! Da\u00df wir<br>\nAn diesem Ungl\u00fccksufer mu\u00dften landen.<br style=\"\">\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br style=\"\">\n<!--[endif]--><o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Schiller wollte hier durch\ndreimalige Wiederholung des Wortes Ungl\u00fcck den Nachdruck verst\u00e4rken; es gelang\naber nicht, er geht theils durch das sogenannte Enjambiren, theils durch die\nprosaische letzte Zeile verloren. Ferner: <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Phedre.<br>\nJe te l\u2019ai pr\u00e9dit ; mais tu n\u2019as pas voulu;<br>\nSur mes justes remords tes pleurs ont pr\u00e9valu;<br>\nJe mourois ce matin digne d\u2019\u00e8tre pleur\u00e9e;<br>\nJ\u2019ai suivi tes conseils ; je meurs d\u00e9shonor\u00e9e.<br style=\"\">\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br style=\"\">\n<!--[endif]--><o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Ich sagte dirs vorher.<br>\nDu aber h\u00f6rtest nicht, mit deinen Thr\u00e4nen<br>\nBesiegtest Du mein richtiges Gef\u00fchl.<br>\nNoch heute fr\u00fch starb ich der Thr\u00e4nen werth,<br>\nIch folgte deinem Rath und ehrlos sterb ich.<br style=\"\">\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br style=\"\">\n<!--[endif]--><o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Der Numerus ist hier doch\nganz verwischt. So auch hier mit der K\u00fcrze <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">zugleich:<br>\nTh\u00e9s\u00e9e.<br>\nO mon fils! cher espoir que je me suis ravie:<br>\nInexorables dieux, qui m\u2019avez trop servi!<br>\nA quels mortels regrets ma vie est reserv\u00e9e.<br style=\"\">\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br style=\"\">\n<!--[endif]--><o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">O s\u00fc\u00dfe Hoffnung, die ich\nselbst mir raubte, <br>\nMein Sohn! Mein Sohn! Ihr unerweichten G\u00f6tter,<br>\nMir habt ihr nur zu gut gedient! \u2013 Mein Leben<br>\nHab ich dem ew\u2019gen Jammer aufgespart!<br style=\"\">\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br style=\"\">\n<!--[endif]--><o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Dagegen ist Theramenens Erz\u00e4hlung\nvom Tode Hyppolits, (wo, beil\u00e4ufig gesagt, Racine des Vaters Jammer doch zu\nsehr, durch Bezeichnung jedes schrecklichen Nebenumstands anh\u00e4ufen l\u00e4\u00dft) im\nAllgemeinen trefflich gerathen, und ergreift tief. Das ber\u00fchmte: L\u2019essieu crie\net se rompt hei\u00dft: Die Achse kracht, sie bricht, \u2013 und ist gewi\u00df eben so\nmalerisch. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Les ronces d\u00e9gouttantes\nPortent de ses cheveux les d\u00e9pouilles sanglantes. hei\u00dft offenbar viel sch\u00f6ner\nbei Schiller: <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">\u2013 es tragen<br>\nDie Dornen seiner Haare blutgen Raub.<br style=\"\">\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br style=\"\">\n<!--[endif]--><o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">So sagt auch Theramen im\nersten Akt bei Schiller: Ach Herr, wenn deine Stunde kam, so fragt Kein Gott\nnach unsern Gr\u00fcnden <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Poetisch ist das zwar nicht,\nm\u00f6chte aber doch den Vorzug gegen dieselbe Rede <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">bei Racine verdienen: Ah\nSeigneur! si votre heure est une fois marqu\u00e9e, Le ciel de nos raisons ne sait\npoint s\u2019informer. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Das ne sait wird doch, da die\nRede von den G\u00f6ttern ist, anst\u00f6\u00dfig, und die Spitzfindigkeit, die dazu den Schl\u00fcssel\netwa im Schicksal suchen wollte, hielte wenig Stand. <o:p><\/o:p><br>Der Raum ist zu karg, um noch\nmehrere Beispiele anzuziehen. \u2013 Darf man nun gegen die Uebersetzung als solche\nim Allgemeinen manches r\u00fcgen, so ists ein andres mit dem Spiel. So hohe\ntragische Kunst erblickten wir noch selten auf unsrer B\u00fchne. Wenn mich nicht\ndie trunkne Bewunderung der Ph\u00e4dra unsrer Bethmann noch in diesem Augenblick t\u00e4uschend\nhinrei\u00dft, so bin ich \u00fcberzeugt, da\u00df ihre Maria Stuart, ihre F\u00fcrstin von\nMessina, und alles was wir je von ihr sahen, bei weitem hinter dieser Ph\u00e4dra\nzur\u00fcck bleibt. Ausf\u00fchrlicher davon ein andermal. Hyppolit ist ein vollendetes\nMeisterwerk des Herrn Bethmann. Nie sahn wir Herrn Mattausch noch in dieser\nhohen kr\u00e4ftigen W\u00fcrde, in so \u00e4cht griechischer Haltung als in diesem Theseus.\nWer das Gro\u00dfe der Kunst schauen will und schauen kann, eile zur Ph\u00e4dra! \u2013 Auch\ndie Nebenrollen verdienen Lob. Die Aricia gab Mlle. Maa\u00df h\u00f6chst r\u00fchrend. Den\nTheramen hatten viele von Iffland erwartet, und das h\u00e4tte allerdings Vollendung\nbewirkt, doch kann man auch Hrn. Labes Flei\u00df und Studium darin nicht\nabsprechen, und er wirkte, so viel sein Organ es zugab. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\u2013 p \u2013 <br>\n <br>\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":2034,"zeitung_id":175}}],"zettel":[]},{"id":2068,"theaterstueck_id":190,"veranstaltungsuntertitel":"Ph\u00e4dra","auffuehrungsdatum":"07.04.1806","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1806, Nr. 41","zusatzinfo":"[zum ersten Mal] Wiederholt <br> [danach: Das Geheimni\u00df]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-08-17 17:11:03","datensatz_geaendert_dat":"2005-08-17 17:11:03","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":2084,"theaterstueck_id":190,"veranstaltungsuntertitel":"Ph\u00e4dra.  Trauerspiel in F\u00fcnf Akten, von Racine; \u00fcbersetzt von Schiller. Die Ouvert\u00fcre ist von dem K\u00f6niglichen Kammermusikus Herrn Romberg","auffuehrungsdatum":"19.05.1806","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"BSTM","zusatzinfo":"[danach: Die beiden Savoyarden]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-08-15 16:08:13","datensatz_geaendert_dat":"2005-08-15 16:08:13","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":202,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1806-05-22","z_nummer":"61","z_seite":"","z_autor":"ungez.","z_text":"\n Den 19ten: Ph\u00e4dra. \/ Die Darstellungen der Ph\u00e4dra gewinnen mit jedemmale,\n und vom Beifall des dankbar f\u00fchlenden Publikums unterst\u00fctzt, strebt das\n Spiel dem Werke auf der Bahn der Vollkommenheit nach. Wird noch etwas\n vermi\u00dft, so ist es in den Nebenrollen: Ph\u00e4dra, Hippolyt, Theseus lassen\n nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Theramen und Aricia (im f\u00fcnften Akte) schlie\u00dfen\n sich an die Genannten an. An einer Oenone fehlt's unserer B\u00fchne (wie an\n einer Hanna in Maria Stuart). Jomene wird nicht unbedeutend und kalt\n gegeben. Von dem kurzgefa\u00dften&nbsp; Lobe der K\u00fcnstler komme ich auf das\n Kunstwerk selbst. Racines's Ph\u00e4dra fand beim Entstehen den gr\u00f6\u00dften\n Widerspruch, und unterlag eine Zeitlang der Cabale. Zugleich mit Racine,\n hatte Pradon eine Ph\u00e4dra geschrieben, welche drei Tage sp\u00e4ter als jene\n aufgef\u00fchrt, und vorz\u00fcglich von den Damen der Herzogin von Bouillon, Frau von\n Seolgne, Deshoulieres u.s.w.) in Schutz genommen wurde. Die Parthei hatte\n die ersten Logen in beiden Schauspielh\u00e4usern in Beschlag genommen, lie\u00df sie\n in dem einen leer, f\u00fcllte sie in dem anderen an, und gab so den Ausschlag.\n Nicht da\u00df Pradons Ph\u00e4dra ganz schlecht gewesen w\u00e4re: es bedurfte der ganzen\n Sch\u00f6nheit der Racineschen, um jener den Sieg zu entrei\u00dfen. Bei Pradon war\n Ph\u00e4dra noch nicht mit Theseus verm\u00e4hlt. Arieta war ihre Freundin und\n Vertraute; Ph\u00e4dra entdeckt in ihr die Nebenbuhlerin; nun bringt sie, aus\n Eifersucht, den durch ein zweideutiges Orakel get\u00e4uschten Theseus gegen\n seinen eigenen Sohn auf; dieser empfiehlt Neptun seine Rache; Hippolyt\n stirbt, u. Ph\u00e4dra t\u00f6dtet sich \u00fcber seinem Leichnam. Der Plan, wie man sieht,\n ist nicht \u00fcbel angelegt. Die Verse sind sch\u00f6n und stark; Ph\u00e4dra ist minder\n strafbar (und dieses rechnete man Pradon vorz\u00fcglich hoch an): aber die\n Details sind zum Theil unausstehlich. Theseus z. B. findet seinen Sohn zu\n Ph\u00e4dra's F\u00fc\u00dfen, und h\u00e4lt dessen Bitte an sie, ihr Herz seinem Vater zu\n schenken, f\u00fcr eine Liebeserkl\u00e4rung. Uebrigens ist es sehr der M\u00fche werth,\n beide Trauerspiel, worin so viele \u00e4hnliche Situationen sind, wo so manche\n Stellen, so manche Reden, dem Sinne nach, dieselbiges, nur in den Worten\n abweichen, nebeneinander zu stellen. Hier entdeckt man Racine's ganzes\n unerreichbares Verdienst der Diktion, der Harmonie, der zarten Feinheit in\n Gedanken und Ausdruck. Doch ich kann mich nicht enthalten, sowohl aus dem\n Euripides, als aus seinen Nachfolgern diejenige Stelle auszuheben, worin des\n von Neptun gesandten Ungeheuers erw\u00e4hnt wird. Sie diene zugleich dazu einen\n Begriff von Pradons Manier zu geben, und von Racine den Vorwurf abzulehnen,\n als h\u00e4tte er seine Beschreibung mit unn\u00f6thigen Zierrathen \u00fcberladen. Beide,\n Racine und Pradon, haben die Episode von Aricien aus den Gem\u00e4lden des\n Philostratus entlehnt. - Schillers Uebersetzung mit dem Original zu\n vergleichen, verschiebe ich als die letzte und schwerste Aufgabe, bis zur\n n\u00e4chsten Vorstellung.<br \/>\n Euripides. (Bothe's Uebersetzung.) <br \/>\n ... Zum wogenden <br \/>\n &nbsp;Seeufer blickend, sahn wir einen gr\u00e4\u00dflichen <br \/>\n &nbsp;Meerberg zum Himmel sich erheben ... <br \/>\n &nbsp;Nun schrecklicher aufbrausend, und ringsum mit Schaum <br \/>\n &nbsp;Den hohen Meerschwall wei\u00dfend der emp\u00f6rten Fluth <br \/>\n &nbsp;Trieb's an das Land zum vierbespannten Wagen an, <br \/>\n &nbsp;Und mit des Meers zehnfach geschwollnem Wogensturz <br \/>\n &nbsp;Warf's einen Stier aus, ein abscheulich Ungeheuer, <br \/>\n &nbsp;Von des Gebr\u00fcll erf\u00fcllt das ganze Land umher <br \/>\n &nbsp;Furchtbarlich wiederhallte.<br \/>\n <br \/>\n Seneca (zusammengezogen).<br \/>\n Es th\u00fcrmt zum hohen Wall das Meer sich an, <br \/>\n Und w\u00e4lzet Ungeheuerschwanger sich <br \/>\n Aufs Land, schl\u00e4gt brausend an den Felsenriff.<br \/>\n Der Wasserberg erhebet, \u00f6ffnet sich, <br \/>\n Speit aus sein Ungeth\u00fcm, und st\u00fcrzt ihm nach. <br \/>\n Theseus. Beschreibe mir die grausende Gestalt. <br \/>\n Der Bote. Hoch trug's als Stier den wasserblauen Hals; <br \/>\n &nbsp;Der gr\u00fcnen Stirn entflo\u00df die stolze M\u00e4hne. <br \/>\n Sein Auge blitzet; Flammen spr\u00fcht der Schlund; <br \/>\n Aus offnen N\u00fcstern schnaubt es Wasserstr\u00f6me; <br \/>\n In Drachenwindungen verl\u00e4ngert sich <br \/>\n Des Ungeheuers dichtgeschuppter R\u00fccken - <br \/>\n <br \/>\n Pradon. <br \/>\n L' eau s'enfle \u00e0 gros bouillons mena\u00e7ant le rivage; <br \/>\n L'un sur l'autre entass\u00e9s, les flots audacieux <br \/>\n Vont braver en grondant la foudre dans les cieux; <br \/>\n Une montagne d'eaux s'\u00e9lan\u00e7ant vers le sable, <br \/>\n Roule, s'ouvre, et vomit un monstre \u00e9pouvantable; <br \/>\n Sa forme est d'un taureau, ses yeux et ses naseaux <br \/>\n R\u00e9pandent un d\u00e9luge et de flammes et d'eaux; <br \/>\n De ses longs beuglemens les rochers retontissent. <br \/>\n Jusqu' au fond des for\u00eats les cavernes g\u00e9missent. <br \/>\n Dans la vague \u00e9cumante il nage en bondissant, <br \/>\n Et le flot irrit\u00e9 le suit en mugissant.<br \/>\n <br \/>\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":2084,"zeitung_id":202}}],"zettel":[]},{"id":2354,"theaterstueck_id":190,"veranstaltungsuntertitel":"Ph\u00e4dra","auffuehrungsdatum":"08.09.1806","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1806, Nr. 107","zusatzinfo":"[danach: Die tiefe Trauer]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-09-14 14:12:39","datensatz_geaendert_dat":"2005-09-14 14:12:39","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":264,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1806-09-11","z_nummer":"109","z_seite":"","z_autor":"","z_text":"\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\">\n\n<\/p><p class=\"MsoNormal\">Ph\u00e4dra.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\">Verschleiert steht sie da, vor ihrem Richter <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\"><\/span>Die Schuldige; er\nwill \u2013 und kann ihr nicht <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\"><\/span>Das Urtheil sprechen;\nh\u00f6ret, wenn sie spricht, <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\"><\/span>Theilnehmend zu, und\nzieht um sie den Schleier dichter. <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\"><\/span>Wem dankt sie dieses\nLoos? Wer t\u00e4uschte so den Sinn? <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\"><\/span>Das Wunder wirkten\ndrei: Der Dichter <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\"><\/span>Der Deuter, und die\nK\u00fcnstlerin. <span style=\"\">&nbsp;<\/span><o:p><\/o:p><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"> <\/p>\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":2354,"zeitung_id":264}}],"zettel":[]},{"id":391,"theaterstueck_id":190,"veranstaltungsuntertitel":"Ph\u00e4dra. Trauerspiel in F\u00fcnf Akten, von Racine; \u00fcbersetzt von Schiller. Die Ouvert\u00fcre ist von dem K\u00f6niglichen Kammermusikus Herrn Romberg","auffuehrungsdatum":"14.01.1807","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"18:00","quelle":"ThZ SBBPK","zusatzinfo":"[danach: Die Dorfgala]","bild":null,"rollenfeld":"Hr. Mattausch, Mad. Bethmann, Hr. Bethmann, Mll. Maa\u00df, Hr. Labes, Mad. B\u00f6heim, Mll. Mebus, Mll. 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