
{"meta":{"meta-title":"nat\u00fcrliche Tochter, Die > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"nat\u00fcrliche Tochter, Die > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/298","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/298","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"nat\u00fcrliche Tochter, Die"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/298","text":"nat\u00fcrliche Tochter, Die"}]},"data":{"id":298,"veranstaltungstitel":"nat\u00fcrliche Tochter, Die","veranstaltungsart_id":1,"kommentar":null,"art":{"id":1,"theaterveranstaltungsart":"Schauspiel"},"personen":[{"id":4414,"bkperson_id":3283,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":298,"bkperson_regberuf_id":4414},"person":{"id":3283,"bknachname":"von Goethe","bkvorname":"Johann Wolfgang","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}}],"veranstaltungen":[{"id":1280,"theaterstueck_id":298,"veranstaltungsuntertitel":"Die nat\u00fcrliche Tochter, Schauspiel in 5 Akten von Herrn von G\u00f6the","auffuehrungsdatum":"12.07.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1803, Nr. 83","zusatzinfo":"Morgen wird dieses Schauspiel wiederholt","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-03-10 12:04:48","datensatz_geaendert_dat":"2005-03-10 12:04:48","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":88,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1803-07-16","z_nummer":"85","z_seite":"","z_autor":"ungez.","z_text":"\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">In diesem Werke redet der\nGeist den Erden-Pilger an, wie einst die Stimme aus dem feurigen Busche\nerschollen ist. Wer dieses Gedicht eigen besitzt, mag aus der F\u00fclle der Kraft,\naus dem Schatze der Menschenkunde und Lebenserfahrung, Begr\u00fcndung, F\u00fchrung und\nErhebung nehmen, wie aus einer Hausbibel. Die Geschichte unserer Tage ist in\ndiesem Gedicht dramatisch behandelt, und wie das Regen und Treiben des Geistes\nder Zeit entfaltet ist, wie der tiefe Sinn das erst Vergangene in eine Summe\nordnet, und auf das N\u00e4chstkommende deutet; so steht das Ganze wie eine\nProphezeihung ernst und feierlich vor der Seele des H\u00f6rers! Wie viel man sich\nauch jetzt in allen Klassen mit Politik befa\u00dft, so haben doch nur Wenige einen \u00dcberblick\nder Begebenheiten; die meisten sind bei einzelnen Thatsachen stehen geblieben,\nsind von diesen irregef\u00fchrt, und durch kein Resultat ins Klare gekommen. Man\ndarf annehmen, da\u00df dieses Gedicht, und die Folgen, welche dasselbe nothwendig\nmacht, aus dem Sturme der Meinungen und Selbstsucht zu einem festen,\nberuhigenden, wohlt\u00e4tigen Resultat f\u00fchren sollen. Ob politische Schauspiele \u00fcberhaupt\nwirken, ob ein deutsches Publikum leicht und gern in ein solches Interesse\neingeht? daran ist fast zu zweifeln. Wir sind an deutliche Geschichte in einer\nFolge von Begebenheiten, welche vor unsern Augen vorgehen, gew\u00f6hnt; wir\nverlangen Zeitvertreib, Witz oder R\u00fchrung \u2013 Unterhaltung der Sinne. Wir sind\nverw\u00f6hnt an breite, prunkende, donnernde Helden; wo Spie\u00dfe, Felsen, Glocken,\nZugbr\u00fccken, Harfen, Leichen, M\u00e4rsche, Mondschein, Federb\u00fcsche, lange Liebe,\nHumpen, Verzweifelung und vorgeschnittne Epigramme uns aufr\u00fctteln, wach\nerhalten, und die Empfindung so oft anschl\u00e4gt und wieder anschl\u00e4gt, bis endlich\nein minder bedeckter Nerve getroffen wird, der dann die Zuckungen treibt, in\nwelchen die Masse das Vergn\u00fcgen findet. Der gediegene Verstand in seinem\nSchimmer der Empfindung ergreift die Einzelnen, erf\u00fcllt und befriedigt sie. Das\nNachsinnen, die Vereinigung einzelner Z\u00fcge in ein Ganzes erhebt sie zu\nMitarbeitern des Dichters, und vermehrt den sanften Genu\u00df der Imagination. Eben\ndarin aber, da\u00df die meisten ohne Mitarbeit empfangen wollen, darin liegt es, da\u00df\nSchauspiele wie die nat\u00fcrliche Tochter, Egmont und Iphigenia nur auf einen\nausgesuchten Zirkel wirken und nicht auf die Menge. Mag denn die Menge diesen\nvor\u00fcbergehen und den Wenigen ihren stillen Genu\u00df ruhig lassen, wenn jene die\nBilligkeit beobachten, das, was auf die Mehrheit wirkt, in Frieden dahin gehen\nzu lassen, ohne den Genu\u00df einer achtbaren Klasse, die nicht so fein besaitet\nist und sein darf, durch Witzeleien oder Spott zu verk\u00fcmmern. Die Bitterkeit,\nwomit ein Theil dem andern seine Langeweile in Rechnung bringt, erzeugt den\nPartheigeist, welcher heut das Volksvergn\u00fcgen st\u00f6rt und morgen den feineren\nSinn der gebildeteren Klasse tr\u00fcbt. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Nimmt man nun noch an, da\u00df\ndas feine Gewebe der gro\u00dfen Welt einer sehr geringen Zahl nur fa\u00dflich ist, da\u00df\ndas Treiben der ungemessenen Ambition f\u00fcr Viele widerw\u00e4rtig ist, wie der\nAnblick \u00fcberwachter Menschen; so ist die Stimmung leicht erkl\u00e4rbar, welche w\u00e4hrend\nder Vorstellung der nat\u00fcrlichen Tochter hin und her schwankte. Dieses\nSchauspiel enth\u00e4lt eine lebendige Charakterschilderung, nicht aber einen\nlebendigen Gang der Begebenheiten. Es fordert bemessene, getragne Sprache,\nindem der ausgew\u00e4hlte H\u00f6rer dadurch befriedigt ist, wird der gew\u00f6hnliche H\u00f6rer\ndadurch aufgehalten, und nennt das St\u00fcck zu lang. Nach der gro\u00dfen Wahrheit <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">\u00bbDurch Trauern wird die\nTrauer zum Genu\u00df\u00ab wiederholt der tiefe Kummer Ideen, Bilder und Worte in\nmancherlei Gestalten. Diese treue starke Einheit, womit der Seelenmaler das\nHeiligthum der Empfindung ausstellt, ist keinesweges ein Einerlei, aber es wird\nbegreiflich, wenn die Menge es daf\u00fcr h\u00e4lt und ausruft: \u00bbzu lang!\u00ab \u2013 Die Eigenth\u00fcmlichkeit\ndes Versbaues erschwert dem Schauspieler den Vortrag, und was dem H\u00f6rer schwer\nzu fassen ist, verwechselt er leicht mit dem, was zu kostbar genannt wird. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Der Drang der Verh\u00e4ltnisse,\nwelche in den beiden letzten Akten die verfolgte Eugenia best\u00fcrmen, kann im\nLesen, wo die Phantasie von all dem Dr\u00e4ngen und Treiben der gro\u00dfen Hafenwelt\numgeben ist, mehr und sehr bestimmt auf den Punkt hinwirken, als bei der\nDarstellung, wo das Bild dieser Unruhe nicht gegeben werden kann, ohne die\nfeinere Handlung aufzul\u00f6sen, und wo gleichwohl, eben weil es nicht gegeben\nwerden kann, eine L\u00e4hmung, ein Stillstand \u00fcber das Ganze ausgebreitet ist. Die\nEinzelnen, bei den Eugenia H\u00fclfe sucht, werden wirksam und interessant, wenn\nman sie aus der Volksmasse herausw\u00e4hlt. Ist die B\u00fchne leer, und sieht man\nSchiffe ohne Leben, einen gro\u00dfen Platz ohne Hafengew\u00fchl: so werden alle diese\nEinzelnen, die nach und nach auftreten, angeredet werden, antworten, gehen um\nwieder neuen Antwortern Platz zu machen, zu Spatzierg\u00e4ngern herabgesetzt, besch\u00e4ftigen\nals Einzelne die Aufmerksamkeit zu viel, und entfremden von der Hauptsache. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\nDiese Zerstreuung der angespannten Masse, die von dem\nGenius so lange schon in Respekt gehalten worden ist, wirkt fast gew\u00f6hnlich\nnachtheilig. Ein einziges L\u00e4cheln, welches h\u00f6rbar wird, theilt sich elektrisch\nmit, und wenn es niedergedr\u00fcckt wird, artet es aus in \u00fcble Laune.\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":1280,"zeitung_id":88}},{"id":89,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1803-07-19","z_nummer":"86","z_seite":"","z_autor":"ungez.","z_text":"\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">W\u00e4hrend ein Theil der\nVersammlung ganz im Genu\u00df des Meisterwerks lebt, und durch jede St\u00f6rung des\nstillen starken Mitgef\u00fchls empfindlich verletzt wird, l\u00e4\u00dft die Unbehaglichkeit\nder Langeweile Unruhe entstehen, die nach dem Maa\u00df bedeutend wird, worin die\nSelbstliebe empfundene Langeweile als wohlgegr\u00fcndet geltend machen m\u00f6chte. Die\nUnbefangenheit ist dahin, der Krieg der Meinungen beginnt; ein Sektirer darf\nnur den Stock auf den Fu\u00dfboden aufsto\u00dfen, so ist, da mit Scharren und Pochen am\nleichtesten wie am lautesten abgeurtheilt wird, der Bilderst\u00fcrmerkrieg auf\ndieses Zeichen im feurigen Gange. Der heiligste Name sch\u00fctzt nicht vor diesem\nAnfall. Bilds\u00e4ulen und Denkmahle sind bei uns mehr als bei andern V\u00f6lkern der\nVerst\u00fcmmelung ausgesetzt, und es mag eine Kraft bedeuten sollen, da\u00df die Namen\ngro\u00dfer M\u00e4nner auch f\u00fcr Rohheit nicht sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Es gab eine Zeit, wo es\nanders war, und man darf glauben, da\u00df der wohlthuende Sinn f\u00fcr das Sch\u00f6ne die\nedelere Sitte wieder zur\u00fcckf\u00fchren werde. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Wenn der Verfasser sich nicht\nan die Regeln hat binden wollen, welche der Effekt des Schauspiels fordet, weil\ndiese Regeln den Flug des Genies hemmen, und dem Sinn, den er verbreiten will\nentgegen stehen, so wird man ihm die Form erlassen, und das gro\u00dfe Gedicht mit\nVerehrung empfangen, was von der F\u00fclle seiner Kraft ausgegangen ist. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Die erste Vorstellung der nat\u00fcrlichen\nTochter bewie\u00df das ernste Nachdenken der K\u00fcnstler, ihren Flei\u00df und ein erh\u00f6htes\nBestreben, dem Genius, der hier waltet, eine Feier darzubringen. Fast alle\nwaren in ihrer besten Stunde ans Werk getreten. Die Sorge, nichts zu \u00fcberschreiten,\nveranla\u00dfte hie und da eine unsichere Ausf\u00fchrung. Die zweite Vorstellung war\nsichrer, hatte mehr Verbindung und enthielt mildere \u00dcberg\u00e4nge. Man hat das\nWagest\u00fcck begangen, das Schauspiel bei der zweiten Vorstellung etwas abzuk\u00fcrzen.\n\u00dcberhaupt ist das schwerlich zu rechtfertigen; hier that es inde\u00df eine gute\nWirkung. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\nDie schwere Rolle der Eugenia f\u00fchrte Madame Fleck,\nbesonders das Zweitemal, sehr liebensw\u00fcrdig aus. In gleichem Grade, M\u00e4dchen und\nHeldin, kindlich und erfahren, Tochter der Natur und Dame besch\u00e4ftigt mit\nVaterlandsschicksal und der \u00e4u\u00dfern Umgebung des sch\u00f6nen M\u00e4dchens \u2013 erscheint\nEugenia mehr frappant als anziehend. Unter Vielen w\u00fcrden nur Wenige diese\nEugenia zu dem M\u00e4dchen Ihrer Gedanken machen. Die Phantasie des Lesers kann\ndiesen Charakter genau sich darstellen, ohne da\u00df er verliert. Wollte die\nSchauspielerin ihn ganz genau darstellen, so w\u00fcrde er an Interesse abnehmen.\nDie K\u00fcnstlerin ber\u00fchrte die Grenzscheidungen nur leise, und gab die Aufl\u00f6sung\ndes Ganzen, von sch\u00f6ner Natur geleitet in holder Liebensw\u00fcrdigkeit. Hr. Iffland\ngab den Herzog mit dem Benehmen der gro\u00dfen Welt und mit tiefer Empfindung. Hr.\nMattausch den K\u00f6nig mit W\u00fcrde ohne Pr\u00e4tension; mit Gef\u00fchl ohne Weichlichkeit;\nmit der ruhigen W\u00e4rme eines edlen Herzens, und mit einem so einnehmenden\nAnstande, da\u00df er daf\u00fcr das lebhafteste Interesse einfl\u00f6\u00dfte. Madame Schick\nleistete die Hofmeisterin in feinem, anst\u00e4ndigen Benehmen, in Vorsorge, Unruhe\nund Liebe auf sehr verdienstvolle Weise. Der Ton war hie und da weinerlich, wo\ner Besorgni\u00df, Unruhe und Ahndung in gehaltener Gedankensprache ank\u00fcnden soll.\nHr. Bethmann, als Gerichtsrath, gab diese Rolle mit Wahl und Nachdenken. Der\nruhige Ernst, worin dieser Charakter vorgetragen werden mu\u00df, verleitete ihn bei\nder ersten Vorstellung zu einer gewissen Eint\u00f6nigkeit, welche er bei der\nzweiten Vorstellung durch Mischung von sanfter Empfindung und lebendiger\nHerzlichkeit sehr gl\u00fccklich vermieden hat. Hr. Schwadke, als Sekret\u00e4r, gab\ndieser Rolle Bestimmtheit und eine feine Accentuation. Ohne Anma\u00dflichkeit zu\nbef\u00fcrchten, darf jedoch etwas mehr \u00dcbergewicht hervorstechen. Hr. Bessel, als\nGeistlicher, sprach mit Leben und Empfindung. Am \u00e4ussern Vortrage vermi\u00dfte man\ndie Ruhe, welche auch den Stand charakterisirt.\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":1280,"zeitung_id":89}}],"zettel":[]},{"id":1281,"theaterstueck_id":298,"veranstaltungsuntertitel":"Die nat\u00fcrliche Tochter, Schauspiel in 5 Akten von Herrn von G\u00f6the","auffuehrungsdatum":"13.07.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1803, Nr. 83","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-03-10 12:04:23","datensatz_geaendert_dat":"2005-03-10 12:04:23","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":210,"z_name":"Haude- und Spenersche Zeitung","z_datum":"1803-07-16","z_nummer":"85","z_seite":"","z_autor":"ungez.","z_text":"\n Die nat\u00fcrliche Tochter, Schauspiel in 5 Aufz. von G\u00f6the, und zwar mit\n ungetheiltem, lebhaftem Beyfall, der sich erhalten und steigen mu\u00df, wenn\n der etwas schwer aufzufassende Sinn und Charakter des St\u00fcckes wird\n gel\u00e4ufiger geworden sein.<br>\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":1281,"zeitung_id":210}},{"id":248,"z_name":"Ernst und Scherz","z_datum":"1803-07-16","z_nummer":"7","z_seite":"27f.","z_autor":"gez. v. - r. [Garlieb Merkel]","z_text":"\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Bei genauer Pr\u00fcfung m\u00f6chte\nsich wahrscheinlich ergeben, da\u00df dieses Schauspiel das originellste und\ntrefflichste Werk ist, mit welchem der ber\u00fchmte Dichter seine Nation noch\nbeschenkt hat; auf jeden Fall ist es das erste gro\u00dfe, und tiefbedeutende\nKunstwerk, zu dem der Stoff, oder der Geist vielmehr, aus den furchtbaren\nEreignissen, die zehn Jahr hindurch alle Welttheile ersch\u00fctterten, mit echt\ngenialischer Kraft abgezogen ist. <o:p><\/o:p><br>G\u00f6the, sagt man, \u2013 und schon\nbei geringer Aufmerksamkeit zeigt sich, da\u00df es wahr ist; \u2013 legte in dieses Werk\ndie Resultate seiner Beobachtungen und seines Nachdenkens w\u00e4hrend der und \u00fcber\ndie Revolution, ihre Ursachen u.s.w. nieder. So wurd\u2019 es\nein Gem\u00e4lde, an welchem der dunkle Hintergrund die Hauptsache ist: die\nGestalten, die aus ihm hervortreten, und sein Inhalt scheinen, sind nur da, um\njenen kennen zu lehren. \u2013 Wir sehen in diesem Schauspiel die Schicksale eines\njungen, edlen, anziehenden M\u00e4dchens, das in eben dem Augenblicke, da es mit\nhochstrebendem Geist und jugendlicher Begier \u00fcber die Erreichung des h\u00f6chsten\nihm denkbaren Zieles jubelt, hinabgeschleudert wird an den Rand eines\nAbgrundes, und sich nur dadurch von dem Sturz in denselben zur\u00fcckhalten kann,\nda\u00df sie auf alles das Verzicht thut, worin ihrem schw\u00e4rmerisch-ehrgeizigen Sinn\ndas Gl\u00fcck des Lebens zu liegen schien. Doch nicht sie ist die Haupterscheinung,\num die es dem Dichter zu thun war: sie giebt ihm nur Gelegenheit das\nHippokratische Gesicht eines Staates zu malen, der bei allem \u00e4u\u00dfern Anschein\ndes Wohlseyns, seiner aufl\u00f6senden Zerr\u00fcttung entgegen schwankt, \u2013 und die\nverzerrte Gestalt der Moralit\u00e4t, in einer ausgearteten b\u00fcrgerlichen\nGesellschaft. Zu diesem Zwecke sehen wir die edle Eugenia einer im Dunkeln\nschleichenden Cabale, trotz der unbegr\u00e4nzten Liebe ihres m\u00e4chtigen Vaters, und\nselbst trotz dem Schutz ihres guten, erhabendenkenden Monarchen, erliegen; \u2013\ndeshalb der schreiende Contrast, den man in diesem St\u00fccke zwischen den\nForderungen der reinen Menschengef\u00fchle und den Geboten der verschrobenen\nConvenienz, erblickt. Es ist ein hohes, ernstes, inhaltschweres Lehrgedicht,\nvoll tiefen Sinnes. Um es aber als ein solches zu beurtheilen, mu\u00df man seine\nVollendung durch die beiden versprochenen Fortsetzungen, erwarten. Wir sahen\ndiesen ersten Theil auf der B\u00fchne: und wir d\u00fcrfen uns vorjetzt nur daran\nhalten, was er als Drama ist. <o:p><\/o:p><br>Seine Fabel ist einfach. Die\nnat\u00fcrliche Tochter eines Herzogs soll durch Legitimation in die f\u00fcrstlichen\nRechte ihrer Eltern eingesetzt, der Familie ihres Monarchen einverleibt werden:\nda wird sie durch die arglistigen R\u00e4nke ihres Bruders entf\u00fchrt, und, inde\u00df man\nihren Tod selbst ihrem Vater gewi\u00df zu machen wei\u00df, gezwungen, durch die Heirath\nmit einem B\u00fcrger, jener hohen Sph\u00e4re, dem Anschein nach auf ewig, zu entsagen.\nOb dieses Ereigni\u00df interessant seyn w\u00fcrde, oder nicht, hing von der Handlung\nab, durch die es herbeigef\u00fchrt wurde. <o:p><\/o:p><br>Die Handlung ist reich an gro\u00dfen\nMotiven, an ersch\u00fctternden Situationen, doch sehr viel bleibt in derselben\ndunkel, verworren, unaufl\u00f6slich. Das mu\u00dfte geschehen, da der Dichter die\nSpannung des Interesse aus diesem ersten St\u00fckke in seine Fortsetzungen hin\u00fcberf\u00fchren\nwollte. Es kann daher f\u00fcr das ganze Werk eine echt k\u00fcnstlerische Maa\u00dfregel\nseyn: aber man mu\u00df gestehen, da\u00df es diesem ersten Theil sehr viel\nUnbefriedigendes giebt. <o:p><\/o:p><br>Die Charaktere sind mit jenem\numfassenden Blick, mit jener festen Meister-Hand entworfen, die G\u00f6then zu dem\nersten, gr\u00f6\u00dften Seelenmaler machen, den die Deutsche, und, Shakespear\nausgenommen, die neue Literatur des ganzen Europa, besessen hat. Jeder\nCharakter ist ganz, rein und kr\u00e4ftig aus dem Leben aufgefa\u00dft, und als Kunstwerk\nausgef\u00fchrt, ohne \u00fcber die Wahrheit hinweg idealisirt zu seyn. Kein einziger\nsteht als Repr\u00e4sentant irgend eines einzelnen Lasters oder einer einzelnen\nTugend da, aber in jedem erkennen wir die allgemeinen Z\u00fcge einer besondern\nmoralischen Gattung, bis zur h\u00f6chsten Lebendigkeit individualisirt. Inde\u00df der\nliebevolle, ungl\u00fcckliche Vater in dem Herzog innig r\u00fchrt, erblickt man zugleich\nin ihm den edlern Staats- und Hofmann, dessen Geist zwar in den Netzen der\nStaatsverh\u00e4ltnisse und der Politik befangen liegt, dessen Herz sich aber sein\nGef\u00fchl rein und empf\u00e4nglich erhalten hat. \u2013 Eugenia ist ein gl\u00e4nzend sch\u00f6nes\nGem\u00e4lde zum Romantischen hinaufgestimmter Weiblichkeit, die in ihre\nGeschlechts-Sph\u00e4re zur\u00fccksinkt, sobald der Anla\u00df dazu sie unvorhergesehen\nbeschleicht. Der Weltgeistliche schlie\u00dft uns das Entstehen und das Innere jener\nnur zu zahlreichen Klasse von Menschen auf, die sich selbst an ihre\nGewohnheiten und Bed\u00fcrfnisse verloren haben, und eben deshalb f\u00e4hig sind, Alles\nzu unternehmen, weil ihnen die selbstst\u00e4ndige Kraft fehlt, ihren eignen Sinn\ngeltend zu machen. In allen Personen wird man so in dem Individuellen zugleich\ndas Allgemeine umfassend dargestellt finden, sobald man es beachten will. <o:p><\/o:p><br>Die einzelnen Situationen\nscheinen willk\u00fchrlich nicht sowohl herbeigef\u00fchrt, als hingestellt: aber der\nDichter ist daf\u00fcr nirgend in den, sonst in ber\u00fchmten und mit Recht bewunderten\ndramatischen Werken, so h\u00e4ufigen Fehler gefallen, sie zu Deklamationen und\nprunkenden, kalten Gem\u00e4lden zu mi\u00dfbrauchen. Er l\u00e4\u00dft in jeder nur die\nEmpfindungen und Gedanken h\u00f6ren, die sie in der Seele der handelnden Personen\nnothwendig hervorbringen mu\u00dfte: und sie werden sch\u00f6n und kraftvoll ausgedr\u00fcckt.\nNur sehr wenige Schilderungen hat er gegeben, und jede scheint so durchaus nur\nein ausgemaltes Gef\u00fchl, da\u00df man sie auch mehr empfindet, als betrachtet. Wenn\nz. B. der Herzog, als er erf\u00e4hrt, da\u00df der Leichnam seiner Tochter f\u00fcr das\nAufbehalten zu sehr entstellt und verst\u00fcmmelt ist, und ohne Rettung der\nVerwesung \u00fcberlassen werden mu\u00df, ausruft: <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">\u00bbO, weiser Brauch der Alten,\ndas Vollkommne, <o:p><\/o:p><br>Das ernst und langsam die\nNatur gekn\u00fcpft, <o:p><\/o:p><br>Des Menschenbilds erhabne W\u00fcrde,\ngleich <o:p><\/o:p><br>Wenn sich der Geist, der\nWirkende, getrennt, <o:p><\/o:p><br>Durch reiner Flammen Th\u00e4tigkeit,\nzu l\u00f6sen. <o:p><\/o:p><br>Und wenn die Glut, mit\ntausend Gipfeln, sich <o:p><\/o:p><br>Zum Himmel hob und, zwischen\nDampf und Wolken, <o:p><\/o:p><br>Des Adlers Fittig, deutend,\nsich bewegte: <o:p><\/o:p><br>Da trocknete die Thr\u00e4ne;\nfreier Blick <o:p><\/o:p><br>Der Hinterla\u00dfnen stieg dem\nneuen Gott <o:p><\/o:p><br>In des Olymps verkl\u00e4rte R\u00e4ume\nnach!\u00ab <br><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">So geht diese Aeu\u00dferung so nat\u00fcrlich aus seiner Lage und den W\u00fcnschen,\ndie sie ihm einfl\u00f6\u00dfen mu\u00dfte hervor, da\u00df man erst sp\u00e4t in ihr eine Betrachtung\nerkennt, und diese wiederum abgesondert pr\u00fcfen mu\u00df, ehe man gewahr wird, da\u00df\nsie in ein sch\u00f6nes Gem\u00e4lde verk\u00f6rpert wurde. <o:p><\/o:p><br>Der Dialog wird zuweilen\ndurch verwickelte Construktion und durch die L\u00e4nge der Perioden, schwer, aber\ner ist edel und kraftvoll. <o:p><\/o:p><br>Mit allen diesen Vorz\u00fcgen\nkonnte das St\u00fcck auf der B\u00fchne keinen allgemeinen Effekt thun, weil \u2013 die\ndramatische Form zu sichtbar nur die Maske der philosophisch-politischen\nAbsicht ist, und weil nat\u00fcrlich ein Theil nicht die Befriedigung gew\u00e4hren kann,\ndie der Dichter erst durch das Ganze zu geben gedachte. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; v. \u2013 r.<span style=\"font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"> <\/span>","pivot":{"theaterveranstaltung_id":1281,"zeitung_id":248}}],"zettel":[]},{"id":3154,"theaterstueck_id":298,"veranstaltungsuntertitel":"Die nat\u00fcrliche Tochter. Ein Schauspiel in f\u00fcnf Akten, vom Herrn von G\u00f6the","auffuehrungsdatum":"22.10.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"ThZ THW","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":"\n Hr. Mattausch<br \/>\n Iffland<br \/>\n Hr. Labes<br \/>\n Mad. Fleck<br \/>\n Mad. Schick<br \/>\n Hr. Schwadke<br \/>\n Hr. Bessel d. j\u00fcng.<br \/>\n Hr. Bethmann<br \/>\n Hr. Lemcke<br \/>\n Hr. Herdt<br \/>\n ","schauspieler_info":"","datensatz_erstellt_dat":"2006-06-01 16:17:26","datensatz_geaendert_dat":"2006-06-01 16:17:26","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":217,"z_name":"Haude- und Spenersche Zeitung","z_datum":"1803-10-25","z_nummer":"128","z_seite":"","z_autor":"ungez.","z_text":"\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Es ist eine erfreuliche\nErfahrung, da\u00df man dieses St\u00fcck, trotz der unfreundlichen Aufnahme, die es bei\nseinem ersten Erscheinen auf dieser B\u00fchne fand, wieder zu geben wagte, und da\u00df\nes mit einigem Beifall aufgenommen wurde. Da\u00df der Dichter manchen gro\u00dfen Anla\u00df\nzu gerechter Feindseligkeit gegeben hat, m\u00f6chte ich wenigstens nicht l\u00e4ugnen;\naber deswegen sein Genie verkennen, und sich den Genu\u00df seiner trefflichen\nArbeit versagen wollen, w\u00e4re sehr th\u00f6richt. <o:p><\/o:p><br>Eine Menge Urtheile werden\njetzt von allen Seiten \u00fcber dieses St\u00fcck gef\u00e4llt. Sie sind so mannigfaltig, als\nsie \u00fcber die Produkte des Genies immer auszufallen pflegen. Ohne weitl\u00e4uftige\nEr\u00f6rterung und ohne die geringste Parteilichkeit glaub ich folgendes dar\u00fcber\nsagen zu k\u00f6nnen. <o:p><\/o:p><br>Seine Handlung ist sehr\nfehlerhaft: sie zerf\u00e4llt in drei besondre Handlungen, die wenig Zusammenhang\nmit einander haben, und mancher Theil derselben, <o:p><\/o:p><br>z. B. die Fabrikation des\nSonnets, die Putzscene, das Anrufen der Vorbeigehenden um H\u00fclfe u.s.w. ist ein\nwenig zu leicht, um kein passenderes aber beleidigendes Wort zu brauchen. <o:p><\/o:p><br>Die Charaktere sind fast\ndurchg\u00e4ngig zu sehr aus dem wirklichen Leben gehoben, das hei\u00dft, so\ninconsequent und unbestimmt, als gew\u00f6hnliche Menschen hier erscheinen: beinahe\nkein einziger hat das entschiedne Gepr\u00e4ge des Edeln oder Unedeln, das er von\ndem Dichter h\u00e4tte erhalten m\u00fcssen, um f\u00fcr ein Kunstwerk hoher tragischer\nGattung zu taugen. <o:p><\/o:p><br>Dagegen sind die Gef\u00fchle mit\nso ergreifender, kr\u00e4ftiger Wahrheit ausgedruckt, giebt der Dialog eine fast\nununterbrochne Reihe so gl\u00e4nzender dichterischer Gedanken, ist die Sprache \u00fcberall\nso edel und erhaben-sch\u00f6n, da\u00df man gar nicht Zeit und Stimmung beh\u00e4lt, auf jene\nFehler zu merken; da\u00df man fast in jeder Scene selbst das vergi\u00dft, was in der\nvorhergehenden geschah, um sich der gegenw\u00e4rtigen ganz hinzugeben: kurz, legt\nman den Maa\u00dfstab der Regel an, so erscheint das St\u00fcck als ein ungeheurer Versto\u00df,\naber es eignet sich ganz dazu, den Glauben an die Regel, so lang\u2019 es w\u00e4hrt,\nwankend zu machen, sie vergessen zu lassen. <o:p><\/o:p><br>Es ist schon bei der ersten\nVorstellung bemerkt worden, da\u00df Mdme Fleck als Eugenia, alles aufbietet, in\ndiesen halb heroischen, halb zu m\u00e4dchenhaften Charakter Einheit zu bringen, und\nes gelingt ihr vortrefflich. Ihr Ton, ihr Gang, ihr Mienenspiel ist sehr edel\nund kraftvoll; gleichwohl wei\u00df sie zugleich noch weiblich reizend zu bleiben.\nSie verdiente die w\u00e4rmste Bewunderung. <o:p><\/o:p><br>Weniger Beifall geb\u00fchrte Mdme\nSchick als ihrer Hofmeisterin. Sie sprach richtig und ihre Action war lebhaft:\naber die Bildnerin der hohen Eugenia sah man nicht in ihr. Ihr fehlte\nausdrucksvolle W\u00fcrde und Kraft: denn ob diese Frau gleich nicht\nEntschlossenheit genug besitzt, die Bande der Cabale und ihrer Leidenschaft zu\nzerrei\u00dfen, hat sie doch Gehalt genug im Charakter, um mit einiger W\u00fcrde ihre\nFessel zu tragen. <o:p><\/o:p><br>Iffland macht den Herzog,\ndiesen denkenden, tief und leidenschaftlich f\u00fchlenden \u2013 Schw\u00e4chling. M\u00f6chte es\ndem gro\u00dfen K\u00fcnstler doch gefallen, selbst sein Urtheil \u00fcber diesen Charakter\nirgendwo aufzustellen: es w\u00fcrde sehr lehrreich ausfallen. Mir schien sein Spiel\nin der ersten Scene, mit dem K\u00f6nige, in R\u00fccksicht des feinen Anstandes, \u2013 die\nmit dem Weltgeistlichen, in R\u00fccksicht des Ausdruckes der Gef\u00fchle, eine\nvollendete Kunstarbeit: \u2013 aber etwas Gro\u00dfes zu leisten, hat der dichtende K\u00fcnstler\ndem Darstellenden hier nicht aufgelegt. <o:p><\/o:p><br>Hr. Bethmann gab den\nGerichtsrath sehr viel besser, als vormals, wirklich fast so trefflich, als die\nRolle \u00fcberhaupt gespielt werden kann. Sein Benehmen war fein und edel; sein\nVortrag voll wahren Gef\u00fchls und vorz\u00fcglich frey von dem Manierirten, das man\nbei den ehemaligen Vorstellungen bemerkte. Er leistet jetzt in dieser Rolle\netwas, worin es vielen Andern schwer werden m\u00fc\u00dfte, ihn zu erreichen. <o:p><\/o:p><br>Hr. Bessel der j\u00fcngere gab\nals Weltgeistlicher den gr\u00f6\u00dften Beweis sehr vorz\u00fcglicher Talente, den wir noch\nvon ihm gesehen haben. Er sprach sehr gut. Wie war es doch m\u00f6glich, den jungen\nK\u00fcnstler so lange zu \u00fcbersehen. Es ist noch kein Jahr, da er bedeutende Rollen\nerhalten hat, und jede spielt er beifallswerth. \u2013 Eine Bemerkung inde\u00df: war sein\nAeu\u00dferes nicht zu jung, f\u00fcr den Mann, der so mannigfaltige Schicksale erlebt\nhat, und so gro\u00dfe Kenntni\u00df des menschlichen Herzens zeigt? <o:p><\/o:p><\/span><br><\/p><p class=\"MsoNormal\">Von den \u00fcbrigen Rollen bei einer hoffentlich nahen\nWiederholung.<span style=\"font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"> <\/span><\/p>\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":3154,"zeitung_id":217}}],"zettel":[{"id":3351,"created_at":"2022-05-31T11:40:55.000000Z","updated_at":"2022-05-31T11:40:55.000000Z","datum":"1803-10-22","file":"ThHStAW_A_10419_A_18031022_226.jpg","pivot":{"theaterveranstaltung_id":3154,"theaterzettel_id":3351}}]},{"id":3461,"theaterstueck_id":298,"veranstaltungsuntertitel":"Die nat\u00fcrliche Tochter. 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