
{"meta":{"meta-title":"Cid, Der > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"Cid, Der > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/346","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/346","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"Cid, Der"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/346","text":"Cid, Der"}]},"data":{"id":346,"veranstaltungstitel":"Cid, Der","veranstaltungsart_id":9,"kommentar":null,"art":{"id":9,"theaterveranstaltungsart":"Trauerspiel"},"personen":[{"id":5064,"bkperson_id":3682,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":346,"bkperson_regberuf_id":5064},"person":{"id":3682,"bknachname":"Corneille","bkvorname":"Pierre","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}},{"id":5065,"bkperson_id":3683,"regberuf_id":4,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":346,"bkperson_regberuf_id":5065},"person":{"id":3683,"bknachname":"Niemeyer","bkvorname":"Gottlieb Anton Christian","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":4,"regberuf":"autom_Bearbeiter"}},{"id":5066,"bkperson_id":3199,"regberuf_id":8,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":346,"bkperson_regberuf_id":5066},"person":{"id":3199,"bknachname":"Seidel","bkvorname":"Friedrich Ludwig","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":8,"regberuf":"autom_Komponist"}}],"veranstaltungen":[{"id":1815,"theaterstueck_id":346,"veranstaltungsuntertitel":"Der Cid, Trauerspiel in 5 Akten, nach Pierre Corneille, nach Anton Niemeyer. Die zur Handlung geh\u00f6rige Musik ist von F. L. Seidel","auffuehrungsdatum":"03.02.1806","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1806, Nr. 14","zusatzinfo":"zum Benefiz f\u00fcr Madame Fleck zum erstenmale <br> [danach: Das Gest\u00e4ndni\u00df]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-07-21 11:38:15","datensatz_geaendert_dat":"2005-07-21 11:38:15","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":112,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1806-02-06","z_nummer":"16","z_seite":"","z_autor":"ungez.","z_text":"<div align=\"left\">Wenn man den Cid als ein neues\nTrauerspiel betrachtet, wo dem Verfasser freie Hand gelassen wird, wo er seinen\nPlan nach gefallen anlegen und ausf\u00fchren kann, so geh\u00f6rt dieses Trauerspiel\nunstreitig zu den regelm\u00e4\u00dfigsten, den besten, zu denen, die mit dem Verdienste\nder Form das Interesse der Handlung verbinden. Es ist sch\u00f6n und stark geschrieben\n(einige Nachl\u00e4ssigkeiten abgerechnet, wie z. B. es wird meinen Schmerz noch\nvermehren), harmonisch versificirt, ohne pomphafte Deklamation, bleibt der\nedeln Sprache der Natur und der feurigen Sprache der Leidenschaften getreu, l\u00e4\u00dft\nnicht den Dichter, l\u00e4\u00dft die Personen reden, weicht wenigstens nur in einigen\nBeschreibungen von dieser Regel ab, und gen\u00fcgt von dieser Seite den Gef\u00fchlen,\ndem Geschmacke, den Erwartungen der Zuschauer. Nur ist es dem Zuschauer unm\u00f6glich,\nden Cid des Corneille zu vergessen! diesen Cid, mit allen seinen Fehlern und\nSch\u00f6nheiten! mit seinen Eigenth\u00fcmlichkeiten, mit seinem 150j\u00e4hrigen ehrw\u00fcrdigen\nRoste des Alterthums! Der Bearbeiter hat zwar in dem 2ten, 3ten und 4ten Akte\nnur wenig ge\u00e4ndert, aber den ersten hat er moderniren, den 5ten trag\u00f6diren\nwollen. Im ersten hebt er damit an, da\u00df Chimenens Vater, seiner Tochter das\nGeheimni\u00df ihrer Liebe zu Rodrigo abfr\u00e4gt. Aus der Ohrfeige macht er einen ins\nGesicht geworfenen Fehdehandschuh. Anstatt Rodrigo mit Chimenen zu verbinden, l\u00e4\u00dft\ner Rodrigo durch Sacho\u2019s sch\u00e4ndliche unritterliche Handlung fallen, und\nChimenen sich auf seinem Leichnam erstechen. Diese Ver\u00e4nderungen haben etwas \u00fcberraschendes;\nman ist geneigt, sie f\u00fcr Verbesserungen zu halten: allein sie rauben dem Cid\nseine Eigenth\u00fcmlichkeit, seine Originalit\u00e4t, sein Wesen. Er steigt zu seinen Br\u00fcdern,\nden Ritterromanen, den Trauerspielen herab, vermischt sich mit ihnen, nimmt\nihre Farbe an, und wir haben eine gute Trag\u00f6die mehr, aber den Cid weniger. Im\nOriginal ist die Beleidigung gr\u00f6\u00dfer, der Aufruf des Beleidigten an seinen Sohn\ngegr\u00fcndeter, der Widerstand des Sohnes gegen den Vater geringer, seine\nHerausforderung rascher. Im Original ist Chimenens Vater nicht der gute Vater,\nder aus der Bearbeitung hervorgeht. (Sein Lob im 4ten Akt ist ganz des\nUebersetzers Zusatz.) Im Originale ruft Chimene das Gesetz zur Bestrafung\nRodrigo\u2019s an, l\u00e4\u00dft kein Mittel, ihn zu verderben, unversucht, schw\u00f6rt, sie\nwolle ihn verfolgen, strafen und sterben; das Gesetz thut den Ausspruch; sie\nwird das Eigenthum des Siegers, Rodrigo ist dieser Sieger (er war vorher ja\nauch nur Sieger im Zweikampf mit ihrem Vater, nicht M\u00f6rder). Sie gehorcht dem\nGesetze; sie mu\u00dfte ihm in jenen Ritterzeiten gehorchen, auch wenn Rodrigo nicht\nihr Liebhaber, wenn er ihr verha\u00dft gewesen w\u00e4re. Sie giebt ihm nicht ihre Hand;\nsie flehet um Aufschub, erh\u00e4lt ihn, und der Zuschauer freut sich eines\nAusganges, der einen so schweren Kampf zwischen Liebe und Pflicht endigt und\nbelohnt. Statt dessen wird in der Bearbeitung der Knoten \u2013 zerhauen. Chimene\nsoll unschuldig, reiner, ihres Vaters w\u00fcrdiger erscheinen. Gerade das\nGegentheil. Sie ist mehr Geliebte als Tochter. Sie ist f\u00fcr ihren Vater nicht\ngestorben, und stirbt f\u00fcr ihren Liebhaber. Uebrigens lassen wir den Verdiensten\ndes St\u00fccks sowohl als dem Spiele gern volle Gerechtigkeit widerfahren. Nur, da\nder Bearbeiter \u00e4ndern wollte, warum hat er die unbedeutende Rolle der Infantin\n(wie in Frankreich l\u00e4ngst geschieht) nicht weggelassen? warum hat er dem K\u00f6nige\nnicht mehr Kraft, mehr Nachdruck gegeben? Aeu\u00dferst gl\u00fccklich hat er die\nSchwierigkeiten der Uebersetzungen \u00fcberwunden. Doch h\u00e4tte ich den Vers: Nur\neine Ehre giebt\u2019s, der Jungfraun viele, nicht so w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt. Diego\naccentuirt im ersten Akte falsch. Ihr seyd was ich einst war: er mu\u00dfte den Ton\nauf seyd und war legen. Doch, in einzelnes Lob und einzelnen Tadel kann\nRezensent bei ohnehin schon zu langem Urtheil \u00fcber diese erste Vorstellung,\nsich nicht einlassen. <br><\/div>\n &nbsp;<br>\n <br>\n <br>\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":1815,"zeitung_id":112}},{"id":113,"z_name":"Haude- und Spenersche Zeitung","z_datum":"1806-02-06","z_nummer":"16","z_seite":"","z_autor":"","z_text":"\n Da doch manchem Leser dieser Anzeigen, der Inhalt des alten, fremden St\u00fcckes\n nicht gegenw\u00e4rtig seyn d\u00fcrfte, so mag er k\u00fcrzlich hier stehn: Die Infantin\n Clara, liebt Don Rodrigo, doch opfert sie dies Gef\u00fchl ihren strengen\n Begriffen von Pflicht auf. Die Edelm\u00fcthige wird selbst Stifterin eines\n Bundes des J\u00fcnglings mit ihrer Freundin Chimene. Graf Gormas billigt das\n Verh\u00e4ltni\u00df seiner Tochter zu Rodrigo, und beider Verbindung scheint nahe. Da\n entzweit Ehrgeiz die V\u00e4ter des Brautpaars; ihre pers\u00f6nliche Zusammenkunft\n mehrt das Uebel; Gormas findet sich gekr\u00e4nkt, da\u00df man dem Don Diego eine\n W\u00fcrde, die er sich versprach, ertheilte; er ist heftig, beleidigt seinen\n Rival th\u00e4tlich, und ein Zweikampf erfolgt, in welchem der kraftvolle Gormas\n den Greis Diego entwaffnet. Ein ungeheurer Schimpf f\u00fcr den ohnehin\n geschm\u00e4hten Sieger von Ehedem.&nbsp; Er befiehlt seinem Sohne, ihn zu\n r\u00e4chen. Dieser schaudert, denn der Feind seines Vaters ist der Vater seiner\n Chimene; doch die Ehre gebeut, und Gormas Tod wird die Folge. Die gute\n Tochter trauert, aber sie liebt den M\u00f6rder. Nach einem Kampf mit dem\n emp\u00f6rten Herzen eilt sie zum K\u00f6nige, und fleht um Genugthuung. Sie wird ihr\n gelobt; aber die Scene \u00e4ndert sich. Ein Heer feindlicher Mauren will landen.\n Man r\u00fcstet sich zum Empfang, und Rodrigo's Freunde w\u00e4hlen diesen zum\n Anf\u00fchrer. Er leitet ihre Unternehmungen, siegt, und zwei der feindlichen\n K\u00f6nige werden gefangen. Eine gl\u00e4nzende That, die dem Sieger die vollkommene\n Gnade des K\u00f6nigs, und den Titel Cid, d.h. Herr, erwirbt. Chimene dringt\n indes wiederholt auf seine Bestrafung. Der K\u00f6nig erkl\u00e4rt: der begangene\n Fehler Rodrigo's sey durch sein Verdienst ums Vaterland getilgt, und sie\n m\u00fcsse verzeihen; doch das M\u00e4dchen ist beharrlich, und als der K\u00f6nig sogar\n von ihrer Verbindung mit Rodrigo spricht, fordert sie, der Sitte gem\u00e4\u00df, die\n gegenw\u00e4rtigen Ritter zum Kampfe f\u00fcr sich, gegen den M\u00f6rder ihres Vaters auf,\n und stellt sich selbst zum Preis des Ueberwinders. Don Sancho, der fr\u00fcher\n bereits um Chimenens Liebe warb, \u00fcbernimmt, hoffend auf den sch\u00f6nen Lohn,\n ihre Sache. Rodrigo ist entschlossen zu sterben, da Chimene f\u00fcr ihn\n verloren, und ihm das Leben freudenlos ist. Das M\u00e4dchen erf\u00e4hrt seinen\n Vorsatz. Jetzt schreckt sie die Zukunft, in welcher sie das Weib eines\n Ungeliebten werden soll, und sie fleht mit Angst: er m\u00f6ge sich nicht\n willk\u00fchrlich in den Tod st\u00fcrzen, sich vielmehr vertheidigen, um sie von\n einem verha\u00dften Ehejoch zu retten. Entschlossen, ihren Wunsch zu gew\u00e4hren,\n eilt er zum Zweikampf. Anders aber beschlo\u00df das Schicksal. Don Sancho\n bemerkte im letzten Gespr\u00e4ch mit Chimenen, da\u00df Rodrigo noch geliebt, er aber\n geha\u00dft werde,&nbsp; fa\u00dft f\u00fcr den schlimmsten Fall einen f\u00fcrchterlichen\n Entschlu\u00df, den er ausf\u00fchrt. Als Ueberwundner am Boden liegend, winkt er\n Rodrigo zu sich, will ihm noch etwas vertrauen. Arglos naht jener. Da rafft\n Sancho die letzte Kraft zusammen, und st\u00f6\u00dft sein Schwert in des Siegers\n Brust. Chimene mag den Geliebten nicht \u00fcberleben, und t\u00f6dtet sich mit einem\n Dolchstich. An Rodrigo's Leiche sinkt sie nieder. Ein Grab, beschlie\u00dfen der\n K\u00f6nig und die Infantin, soll beide aufnehmen. - Die Trauermusik von Seidel\n bewegte, sich dem Geiste der Vorstellung anschmiegend, hier ungemein. - Herr\n Niemeyer hat die der Form anpassende Sprache der Jamben gew\u00e4hlt, und seine\n Uebersetzung ist fast durchgehend gut, - fast, nicht ganz. Das St\u00fcck gefiel,\n und das macht dem Publikum Ehre. - Mad. Fleck (Chimene) entz\u00fcckte durch den\n Ausdruck kindlicher Liebe in Ton und Bewegung. Vorz\u00fcglich gut erz\u00e4hlte sie,\n wie ihr Vater sie einstmals aus dem Feuer gerettet. Hier ri\u00df sie die\n Versammlung zum Bewundern und lautem Beifallgeben hin. - Iffland gab den\n Grafen Gormas treflich. - Herrn Bethmanns Spiel und Sprache geb\u00fchrt das\n gr\u00f6\u00dfte Lob. - Mlle. Maa\u00df war als Infantin etwas ohne Leben, und lie\u00df die\n Zuschauer kalt, w\u00e4hrend ihre sch\u00f6ne Stimme die H\u00f6rer erw\u00e4rmte. Herr Bessel\n d. j. (der K\u00f6nig) und Mlle. Mebus d. j. und andre mehr, leisteten was\n erheischt war. - Die Comparsen, Gro\u00dfen des castilianischen Hofes, waren wohl\n zu \u00e4rmlich gekleidet. \/ - p. -&nbsp;\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":1815,"zeitung_id":113}}],"zettel":[]},{"id":1976,"theaterstueck_id":346,"veranstaltungsuntertitel":"Der Cid","auffuehrungsdatum":"06.03.1806","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1806, Nr. 28","zusatzinfo":"[danach: Das Gest\u00e4ndni\u00df]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-08-02 17:20:11","datensatz_geaendert_dat":"2005-08-02 17:20:11","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":116,"z_name":"Haude- und Spenersche Zeitung","z_datum":"1806-03-08","z_nummer":"29","z_seite":"","z_autor":"gez.: - p - [Julius von Vo\u00df]","z_text":"\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Sollten franz\u00f6sische\nTrauerspiele in der Verpflanzung das Gl\u00fcck der Originale machen, so w\u00e4re dazu\nzweierlei erforderlich. Erstens m\u00fc\u00dfte der ganze Zauber, wodurch die Diktion so\nunwiderstehlich ergreift, samt dem national-poetischen Schwung \u00fcbertragen\nwerden. Das geht aber einmal nicht, weil unsre Sprache im Wohlklang und Feuer\ngegen die franz\u00f6sische zur\u00fcck bleibt. Ferner manieriren die Uebersetzer. Um\nModesprache zu liefern, opfern sie die bedeutende K\u00fcrze, die Seele alles\nTheaterdialogs gew\u00f6hnlich auf. Hier trifft man \u00fcberaus selten eine Ausnahme.\nDie Alexandriner aus dem Gottschedschen Zeitalter, wie die neueren Jamben,\nalles tr\u00e4gt das Gepr\u00e4ge dieses Fehlers. Bei den letztern (wo beil\u00e4ufig gesagt,\ndie f\u00fcnf Finger flei\u00dfig Dienste leisten) soll vor allen Dingen der prosaische\nTon vermieden werden. Man hat die Regel des Symptoms der Poesie im Kopf, des\nSymptoms, sag\u2019 ich; in ihr wirkliches Heiligthum f\u00fchrt aber leider kein\nAristarch. Was geschieht nun? Der Flu\u00df der Worte wird sorgsam gefeilt, ungew\u00f6hnliche\nInversionen m\u00fcssen die Allt\u00e4glichkeit des Ausdrucks verstecken, nach Assonanzen\nwird m\u00f6glichst gehascht u.s.w. Und das Produkt dieses Kunstprozesses? Eine Art\nun\u00e4chter Poesie, die im Vor\u00fcbergehn ein wenig t\u00e4uscht, aber zuletzt das Gem\u00fcth\nv\u00f6llig unergriffen l\u00e4\u00dft. Reminiscenzen, erinnerten sie gleich angenehm z. B. an\nSchiller, verbessern dabei nichts, schaden sogar, indem das Original, welches\nschon durch die Manierirung leidet, dadurch noch mehr verwischt wird. Dazu verh\u00e4lt\nsich die Reminiscenz immer wie der Wiederhall gegen den Urton. Die sekund\u00e4re\nBegeisterung daran, um es so zu nennen, wird selbst f\u00fchlbar, wenn sie von der\neigenen Individualit\u00e4t stammt, wie in Ph\u00e4dra und Tankred das Schillersche und G\u00f6thesche\nIdiom hervortreten. Das vollkommene Uebersetzertalent w\u00fcrde nur immer ein hoher\nGrad geistiger Verwandtschaft mit dem fremden Dichter geben; wo dieser aber\nStatt h\u00e4tte, w\u00e4re das Uebersetzen wieder weniger r\u00e4thlich, als die eigne\nProduktion. Diese Hindernisse machen, da\u00df hier immer das alte Sprichwort von\nder umgekehrten Tapete gelten wird. Eben so geht es mit den Nachbildungen. Sie\nwollen auch nicht wirken, wenn nicht eigne Kraft des K\u00fcnstlers dabei ist.\nUnschuldig wird in solchen F\u00e4llen der Masse des Publikums vorgeworfen: sie sei\nungeweiht, wisse nicht zu genie\u00dfen u.s.w. Ihr dunkles Gef\u00fchl l\u00e4\u00dft aber diese\nMasse das Un\u00e4chte erkennen, und leitet sie folglich richtiger, als das Preisen\nmancher Geschmacklehrer. \u2013 Zweitens aber, (es ist vom Gedeihen franz\u00f6sischer\nTrag\u00f6dien die Rede) m\u00fc\u00dften unsre Schauspieler sie in dem Grade der Verfeinerung\ngeben, den die Form bedingt. Wie w\u00e4re das aber zu verlangen? Sie werden mit zu\nvielerlei Gegenst\u00e4nden besch\u00e4fftigt, um einem ausschlie\u00dflich so viele\nAufmerksamkeit zu widmen, als hier n\u00f6thig ist; um so mehr, wenn dieser eine nur\nselten vork\u00f6mmt. Zudem w\u00fcrden dazu Vorbereitungen erfordert, woran es ihnen gr\u00f6\u00dftentheils\nfehlt. Es geht hierdurch also viel verloren, und wenn ein Bethmann (man darf es\nnicht leugnen, Er k\u00f6mmt in Bildung der Sprache, und im Ausmalen der Gebehrden\nden Franzosen am n\u00e4chsten, wie Beschort im allgemeinen Anstand) auch eine\nAusnahme macht, mangelt doch der Einklang. \u2013 Alles dies in Betracht gezogen, l\u00e4\u00dft\nschon a priori den Schlu\u00df machen, da\u00df es eine ziemlich fruchtlose M\u00fche ist, uns\nfranz\u00f6sische Trauerspiele zu \u00fcbertragen. Er wird auch in der Erfahrung fast\nimmer best\u00e4ttigt, und wieder heute beim Cid. Ungeachtet diese Bearbeitung mit\nRecht zu den gelungeneren zu z\u00e4hlen ist, war doch schon bei der zweiten Vorstellung\ndas Haus halb leer. Der Kenner franz\u00f6sischer Meisterwerke wei\u00df, da\u00df man sie in\nDeutschland lesen mu\u00df, und wer sie nicht lesen kann, birgt keinen Sinn daf\u00fcr.\nWir werden ja das Schicksal der Ph\u00e4dra sehen, die, wie es verlautet, bald\ngegeben wird. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Die heutige Darstellung hatte\n\u00fcbrigens, nach deutscher Ansicht betrachtet, viel Gutes. Herr Bethmann aber\n(Don Rodrigo) ging auch dar\u00fcber hinaus. Er hat die Rolle mit \u00e4chtem Kunstgeist\naufgenommen; jedes Wort, jede Bewegung sind meisterlich durchdacht. Tief ersch\u00fctternd\nsprach er den langen r\u00fchrenden Monolog. Er verdient den lautesten Dank des\nPublikums. \u2013 Was sonst seinen Platz r\u00fchmlich erf\u00fcllt, wurde neulich bereits\ngenannt. \u2013 Die zur Handlung geh\u00f6rige Musik von Herrn Seidel ist im tragischen\nStyl und mit einsichtsvollem Flei\u00df gearbeitet. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\u2013 p \u2013<span style=\"font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"> <\/span>\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":1976,"zeitung_id":116}}],"zettel":[]}]}}