
{"meta":{"meta-title":"Sulmalle > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"Sulmalle > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/36","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/36","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"Sulmalle"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/36","text":"Sulmalle"}]},"data":{"id":36,"veranstaltungstitel":"Sulmalle","veranstaltungsart_id":11,"kommentar":null,"art":{"id":11,"theaterveranstaltungsart":"lyrisches Drama"},"personen":[{"id":198,"bkperson_id":585,"regberuf_id":8,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":36,"bkperson_regberuf_id":198},"person":{"id":585,"bknachname":"Weber","bkvorname":"Bernhard Anselm","bkgeschlecht":"m","fm_personen_id":"000129","lexname":null},"beruf":{"id":8,"regberuf":"autom_Komponist"}},{"id":202,"bkperson_id":120,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":36,"bkperson_regberuf_id":202},"person":{"id":120,"bknachname":"Herklots","bkvorname":"Karl Alexander","bkgeschlecht":"m","fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}}],"veranstaltungen":[{"id":45,"theaterstueck_id":36,"veranstaltungsuntertitel":"Sulmalle, lyrisches Drama, mit Ch\u00f6ren, von Hrn. Herklots, komponirt vom Hrn. Musikdirektor Weber","auffuehrungsdatum":"21.01.1802","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"Annalen 1802, S. 80","zusatzinfo":"[davor: Pflicht und Liebe]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2007-01-25 11:23:29","datensatz_geaendert_dat":"2007-01-25 11:23:29","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":192,"z_name":"Annalen des Nationaltheaters","z_datum":"1802-02-27","z_nummer":"9","z_seite":"141-143","z_autor":"ungez.","z_text":"\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Schon seit l\u00e4ngerer Zeit arbeiten\ndie Operetten dahin, der Musik ein entscheidendes Uebergewicht \u00fcber die\nscenische Darstellung auf der B\u00fchne zu geben. Das Schauspielhaus wird dadurch\nzu einem Concertsaal heruntergesetzt, und das Verh\u00e4ltni\u00df der K\u00fcnste, die eine\nvollkommene Nachahmung des Lebens bilden sollen, g\u00e4nzlich aufgehoben. <o:p><\/o:p><br>Und gleichwohl ist es nicht\nallein der Charakter des scenischen Spiels, welcher die Musik zu einer\ndienenden Kunst im musikalischen Drama macht, sondern die Natur der Musik\nselbst. Sie ist als F\u00fchrerin des Affekts, als Mahlerin der Leidenschaften ihrer\nzarten Nuancirungen und Ueberg\u00e4nge sehr dazu geeignet, das Gem\u00fcth f\u00fcr die\nErw\u00e4gung einer gro\u00dfen Handlung empf\u00e4nglich zu machen, und die Eindr\u00fccke zu\nverst\u00e4rken, die in den bestimmtesten Zeichen Poesie und Mimik geben, aber sie\nist nicht im Stande ihre eigene Sch\u00f6pfung gegen vereinte Kraft dieser K\u00fcnste,\ndie auf den reizbarsten und m\u00e4chtigsten aller Sinne geradezu wirken, mitten in\nden Umgebungen scenischer Zauberey, geltend zu machen. Daher ist auch jetzt\nschon die beliebte Oper kein musikalisches Schauspiel mehr, sie ist ein Gemisch\nvon Pomp, Zauberspektakel und Possen geworden. So scheint die Musik selbst ihre\nOhnmacht einzugestehn, oder sie huldigt dem frivolen Zeitgeschmacke, \u2013 welches\nziemlich auf eins hinausl\u00e4uft. <o:p><\/o:p><br>Sulmalla wird als\nmusikalisches St\u00fcck \u00fcberall gefallen, wo geistreiche und gl\u00e4nzende\nCompositionen ihre Bewunderer finden. Aber der g\u00e4nzliche Mangel aller Handlung\nwird ihr mehr den Concertsaal als Cantate, denn das Theater als einem\nSchauspiel anweisen. Madam Schick hat uns als Sulmalla eines der sch\u00f6nsten\nConzerte gesungen, die man nur von ihr h\u00f6ren kann. <o:p><\/o:p><\/span><br><\/p><p class=\"MsoNormal\">Es sey erlaubt, noch ein Wort \u00fcber einen Theil der\nDekoration beyzuf\u00fcgen. Die Wolkenerscheinung des Geliebten zeigt sich als\nmattcolorirtes Gem\u00e4lde in einem Wolkenrahmen. Uns hat es immer geschienen, als\nh\u00e4tte Ossian sich alle diese Gesichte als Wolkengebilde gedacht, die nicht in,\nsondern aus Wolken geformt gewesen. Von einer solchen scenischen Ausschm\u00fcckung w\u00fcrde\nsich ein weit gr\u00f6\u00dferer Effekt erwarten lassen. <br><\/p>\n <br>\n <br>\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":45,"zeitung_id":192}},{"id":325,"z_name":"Eunomia","z_datum":"1802-03-01","z_nummer":"1802, 2.Jg., 1.Bd.","z_seite":"273-282","z_autor":"ungez.","z_text":"<meta http-equiv=\"Content-Type\" content=\"text\/html; charset=utf-8\"><meta name=\"ProgId\" content=\"Word.Document\"><meta name=\"Generator\" content=\"Microsoft Word 11\"><meta name=\"Originator\" content=\"Microsoft Word 11\"><link rel=\"File-List\" href=\"file:\/\/\/C:%5CDOKUME%7E1%5Cgerlach%5CLOKALE%7E1%5CTemp%5Cmsohtml1%5C01%5Cclip_filelist.xml\"><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:WordDocument>\n  <w:View>Normal<\/w:View>\n  <w:Zoom>0<\/w:Zoom>\n  <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>\n  <w:PunctuationKerning\/>\n  <w:ValidateAgainstSchemas\/>\n  <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid>\n  <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent>\n  <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText>\n  <w:Compatibility>\n   <w:BreakWrappedTables\/>\n   <w:SnapToGridInCell\/>\n   <w:WrapTextWithPunct\/>\n   <w:UseAsianBreakRules\/>\n   <w:DontGrowAutofit\/>\n  <\/w:Compatibility>\n  <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>\n <\/w:WordDocument>\n<\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\">\n <\/w:LatentStyles>\n<\/xml><![endif]--><style>\n<!--\n \/* Style Definitions *\/\n p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal\n\t{mso-style-parent:\"\";\n\tmargin:0cm;\n\tmargin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\n@page Section1\n\t{size:595.3pt 841.9pt;\n\tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;\n\tmso-header-margin:35.4pt;\n\tmso-footer-margin:35.4pt;\n\tmso-paper-source:0;}\ndiv.Section1\n\t{page:Section1;}\n-->\n<\/style><!--[if gte mso 10]>\n<style>\n \/* Style Definitions *\/\n table.MsoNormalTable\n\t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\n\tmso-tstyle-rowband-size:0;\n\tmso-tstyle-colband-size:0;\n\tmso-style-noshow:yes;\n\tmso-style-parent:\"\";\n\tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\n\tmso-para-margin:0cm;\n\tmso-para-margin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:10.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-ansi-language:#0400;\n\tmso-fareast-language:#0400;\n\tmso-bidi-language:#0400;}\n<\/style>\n<![endif]-->\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\">Sulmalle, ein lyrisches Duodrama\nmit Ch\u00f6ren von Hrn. Herklots, in Musik gesetzt von Hrn. Weber. \u2013 Man hat\nDuodramen auf der B\u00fchne, wo zwei Personen, eine nach der andern, in kurzen\nS\u00e4tzen sprechen, und die Musik auch in kurzen S\u00e4tzen zwischen einf\u00e4llt. Es sind\nlyrische Monologen, nicht lyrisch vorgetragen, die eine halbe Stunde dauern, in\nwelcher sich der K\u00fcnstler abarbeitet, und, weil der Zuschauer nicht so schnell\nin die Empfindung hereinkommen kann, und er die Disharmonie zwischen der\nEmpfindung und dem w\u00f6rtlichen Ausdrucke derselben bald merkt, keine Wirkung\nhervorbringen. Diese kleinen Tablaux m\u00fcssen durchaus verst\u00e4ndlich und poetisch\nseyn; nicht blo\u00dfe Monologen (die weder Schauspieler, noch Zuschauer lange\naushalten), sondern mit Dialog vermischt; der Vortrag mu\u00df ganz lyrisch seyn,\nalso in Versen und \u2013 Gesang; es mu\u00df eine vollst\u00e4ndige Handlung dargestellt\nseyn, dessen S\u00fcjet aus einer poetischen Welt, aus einer fernen Zeit genommen\nist, und sich mit Empfindungen besch\u00e4ftigt, die in jeder Brust leicht an- und\nnachklingen. Alle diese Eigenschaften finden wir in dem vorliegenden Duodrama.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Der Stoff ist aus Ossians Temora. Kathmor k\u00e4mpft gegen Fingal. Sulmalle,\nseine Geliebte, ist in der m\u00e4nnlichen Kleidung eines Bogensch\u00fctzen unter seinen\nKriegern; er entdeckt sie, und zeigt ihr die H\u00f6hle des Druiden Klonmal auf dem\nGebiorge Lona, als den Ort an, wo sie ihn nach der Schlacht des dritten Tages\nals Sieger erwarten soll. Die Schlacht w\u00fcthet in der Ferne; die Handlung\nbeginnt vor der H\u00f6hle des Druiden. Der blinde Greis singt in seine Harfe,\nSulmalle erscheint auf den Bergen. \u201eDies ist der Ort!\u201c sagt sie, und n\u00e4hert\nsich allm\u00e4hlig dem Seher.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>\u201eHier soll ich bis zur Nacht,<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Des K\u00f6nigs harren, bis sein Heldenschwerdt<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Den blut\u2019gen, zweifelhaften Sieg entschieden.\u201c<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\">Sie vereinigen sich, das Lob des\nHelden zu singen. Klonmal erkennt in ihrem Gesange Sulmallen, und fordert sie\nauf, ihm ihre Geschichte ihrer Liebe zu erz\u00e4hlen; sie thut es, und der Druide\nmischt seine traurigen Prophetien ein, welche mit den s\u00fc\u00dfen Erinnerungen des\nHeldenm\u00e4dchens einen h\u00f6chst r\u00fchrenden Kontrast machen. \u2013 Sie hat ihre\nGeschichte damit geendigt, da\u00df sie erz\u00e4hlt: \u201eHier werde Kathmor ihr seinen Sieg\nverk\u00fcnden, oder sein Geist, da\u00df er gefallen sey;\u201c sie ist in die Worte des\nEntz\u00fcckens ausgebrochen:<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Ich bin geliebt!<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Ich bin die Seine!<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\">und nun ergreift sie gleichsam das\ngewaltige Schicksal. Sie f\u00fchlt seine N\u00e4he, sie eilt ihm auf die Berge entgegen,\nsein Schatten erscheint in den Wolken.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Von Donnerschl\u00e4gen<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Erbebt der Wald!<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Er zeigt sich wieder!<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Ach! \u2013 ohne Leben!<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Es ist sein Schatten!<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Ich seh ihn schweben<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;\n<\/span><span style=\"\">&nbsp;<\/span>Zum Geisterchor.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\">Ein Chor von Barden, der den\ngefallenen Helden singt, zieht von dem Gebirge herab. Sulmalle glaubt die Ch\u00f6re\nder Geister zu h\u00f6ren:<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Fern \u00fcber\u2019s Nebelland <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Bist du entschwunden!<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Doch ew\u2019ger Liebe Band<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>H\u00e4lt uns umwunden!<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Reich\u2019 mir die Geisterhand,<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Geliebter Freund! etc.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\">Sie ergreift im Wahnsinne den\nDolch, und f\u00e4llt. Klonmal und die Barden klagen \u00fcber der Gefallenen.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Vielleicht w\u00e4re das Interesse noch erh\u00f6ht worden, wenn der Dichter\nKathmorn selbst aufgef\u00fchrt, wenn er uns in die N\u00e4he der Schlacht gef\u00fchrt h\u00e4tte;\nwenn der Held etwa auf<span style=\"\">&nbsp; <\/span>einem raschen\nZuge in der Mitte des Kampfs mit Sulmallen und seinen Kriegern bei Klonmals\nH\u00f6hle vor\u00fcber geeilt w\u00fcre, und sie gezwungen h\u00e4tte, statt ferner an seiner\nSeite zu k\u00e4mpfen, dort seiner oder seines Schattens zu harren \u2013 dann w\u00fcrden wir\ngesehen haben, was wir jetzt nur erz\u00e4hlen h\u00f6ren; dann w\u00fcrden wir f\u00fcr Sulmalle\nselbst ein h\u00f6heres Interesse gefa\u00dft haben.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\">Doch wenden wir uns zur Musik. Sie\nist eine neue, in ihrer Art einzige Erscheinung. Der Komponist hat den Dichter\nseines Textes \u00fcberflogen; die Quelle seiner erhabenen und sch\u00f6nen Laute ist\nOssian selbst. Wer in seinen Geist eingeweiht ist, und selbst den Titel des\naufzuf\u00fchrenden St\u00fcckes nicht w\u00fc\u00dfte, den w\u00fcrde die Symphonie schon unwillk\u00fcrlich\nin die Ossiansche Welt, in der eine erhabene Trauer herrscht, versetzen. Mit\nvester, sicherer Hand ist dieser Charakter durch das ganze St\u00fcck gehalten;\nkeine modernen Schn\u00f6rkel und K\u00fcnsteleien st\u00f6ren den Totaleindruck; nur zuweilen\nsind einige liebliche Farben \u00fcber den dunkeln Grund hingehaucht. Die Musik ist\nso ganz charakteristisch, da\u00df sie nur dem reinen und wahren Geschmacke \u2013 aber\nauch diesem in seltenem Grade \u2013 gefallen kann. Sie begleitet nicht die Gedanken\nund Gef\u00fchle; sie ist Gedanke und Gef\u00fchl selbst. \u2013 Auszeichnen k\u00f6nnen wir darin\nnichts; aber doch ist der von der Harfe begleitete Gesang des Druiden, die\nErscheinung Sulmallens, der Lobgesang des Helden, die r\u00fchrende Stelle in ihrer\nErz\u00e4hlung:<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Theure Mutter! oft im Schlummer<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;\n<\/span><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;<\/span>Zeigt ein Traum mir deinen\nKummer!<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\">vor allem aber die entz\u00fcckenden\nT\u00f6ne der Worte: Ich bin geliebt, so wie endlich die Ch\u00f6re der Barden, als\neinzelne Meisterst\u00fccke in einem gro\u00dfen kunstvollen Ganzen zu betrachten. \u2013 Mad.\nSchick, welche die Rolle der Sulmalle spielt, beweist auch hier, da\u00df sie wahre\nK\u00fcnstlerin von Geist, nicht blo\u00df von Kehle, ist; sie hat vielleicht den Beifall\nder Menge aufgeopfert, da sie ohne Ueberladung und Colloraturen, mit W\u00fcrde,\nKraft und Geschmack, und mit reiner, kr\u00e4ftiger Stimme, den todten Buchstaben\nder Musik zum Leben erweckt; aber sie hat den ungetheilten Beifall der Kenner\ngewonnen. Auch als Schauspielerin hat sie die schwere Aufgabe, besonders in\nihrer letzten Scene, befriedigend gel\u00f6st. \u2013 Um zu wissen, wie die Parthie des Druiden\nbesetzt sey, darf man nur h\u00f6ren, da\u00df sie Herr Gern singt. Sein runder, weicher,\nund \u00fcberaus lieblicher Ton, trifft rein und zart den Sinn des Komponisten und\ndes Dichters, so wie er der treue Dolmetscher der erhabenen, verschlossenen\nWehmuth eines alten blinden Barden ist. Die Poesie erh\u00e4lt jung; daher kann er\ndiesen Alten immer mit m\u00e4nnlichem Feuer spielen. \u2013 Nicht einen Augenblick\nverr\u00e4th er, da\u00df er nicht blind ist, und \u2013 es ist vielleicht eine Kleinigkeit,\ndie wir bemerken, aber eine sehr lobenswerthe \u2013 sein stilles Accompagnement auf\nder Harfe ist so genau und p\u00fcnktlich, da\u00df man ihn selbst statt des Orchesters,\nzu h\u00f6ren glaubt, und man die T\u00e4uschung in keinem Augenblicke verliert.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/span>Zu dem allen kommt noch die sch\u00f6ne Pr\u00e4cision, mit der das Orchester,\nunter der Direktion des Komponisten, die tragische Musik vortr\u00e4gt, so wie die\nsehr zweckm\u00e4\u00dfige und t\u00e4uschende Dekoration \u2013 so, da\u00df alles vereinigt ein\nharmonisches Ganze bildet, und einen seltenen Kunstgenu\u00df gew\u00e4hrt. <\/p>\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":45,"zeitung_id":325}}],"zettel":[]},{"id":52,"theaterstueck_id":36,"veranstaltungsuntertitel":"Sulmalle, lyrisches Drama mit Ch\u00f6ren","auffuehrungsdatum":"27.01.1802","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"Annalen 1802, S. 80","zusatzinfo":"[davor: Die offne Fehde]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2004-08-16 13:34:02","datensatz_geaendert_dat":"2004-08-16 13:34:02","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":85,"theaterstueck_id":36,"veranstaltungsuntertitel":"Sulmalla, lyrisches Duodrama von Herklots","auffuehrungsdatum":"17.02.1802","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"Annalen 1802, S. 144","zusatzinfo":"[davor: Der taube Liebhaber; <br> Der Gutherzige]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2004-08-16 15:35:06","datensatz_geaendert_dat":"2004-08-16 15:35:06","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":568,"theaterstueck_id":36,"veranstaltungsuntertitel":"Sulmalle","auffuehrungsdatum":"24.05.1802","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"Annalen 1802, S. 352","zusatzinfo":"[davor: Der Abb\u00e9 del'Ep\u00e9e]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2004-07-19 13:52:20","datensatz_geaendert_dat":"2004-07-19 13:52:20","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":952,"theaterstueck_id":36,"veranstaltungsuntertitel":"Sulmalle","auffuehrungsdatum":"14.03.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1803, Nr. 31","zusatzinfo":"[davor: Mariane]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-01-26 16:44:08","datensatz_geaendert_dat":"2005-01-26 16:44:08","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":7655,"theaterstueck_id":36,"veranstaltungsuntertitel":"Sulmalle. 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Werner","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2019-08-05 12:03:32","datensatz_geaendert_dat":"2019-08-05 12:03:32","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[{"id":2424,"created_at":"2022-05-31T11:40:55.000000Z","updated_at":"2022-05-31T11:40:55.000000Z","datum":"1813-08-03","file":"SBB_IIIA_yp_4824_2100_18130803_205.jpg","pivot":{"theaterveranstaltung_id":7655,"theaterzettel_id":2424}}]}]}}