
{"meta":{"meta-title":"Sylphen, Die > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"Sylphen, Die > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/376","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/376","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"Sylphen, Die"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/376","text":"Sylphen, Die"}]},"data":{"id":376,"veranstaltungstitel":"Sylphen, Die","veranstaltungsart_id":8,"kommentar":null,"art":{"id":8,"theaterveranstaltungsart":"Oper"},"personen":[{"id":5229,"bkperson_id":269,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":376,"bkperson_regberuf_id":5229},"person":{"id":269,"bknachname":"Gozzi","bkvorname":"Carlo","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}},{"id":5289,"bkperson_id":3664,"regberuf_id":4,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":376,"bkperson_regberuf_id":5289},"person":{"id":3664,"bknachname":"Robert","bkvorname":"Ernst Friedrich Ludwig","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":4,"regberuf":"autom_Bearbeiter"}},{"id":6458,"bkperson_id":4631,"regberuf_id":8,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":376,"bkperson_regberuf_id":6458},"person":{"id":4631,"bknachname":"Himmel","bkvorname":"Friedrich Heinrich","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":8,"regberuf":"autom_Komponist"}}],"veranstaltungen":[{"id":2079,"theaterstueck_id":376,"veranstaltungsuntertitel":"Die Sylphen, Zauberoper in 3 Akten","auffuehrungsdatum":"14.04.1806","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1806, Nr. 44","zusatzinfo":"zum Benefiz f\u00fcr Herrn und Madame Eunike, zum ersten male","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-08-17 17:20:49","datensatz_geaendert_dat":"2005-08-17 17:20:49","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":129,"z_name":"Haude- und Spenersche Zeitung","z_datum":"1806-04-17","z_nummer":"46","z_seite":"","z_autor":"gez.: - p - [Julius von Vo\u00df]","z_text":"\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Allerdings mu\u00dfte man,nachdem im vorigen Jahre Fanchon\nein so seltnes Gl\u00fcck gemacht hat, eine neue Musik von demselben Componisten mit\nSpannung erwarten. Dabei hie\u00df es, der Text h\u00e4tte ganz besondre Vorz\u00fcge. Das\nGenre sei durch reitzende Dichtung veredelt. Alles hauchte in dem Werk den\nzartesten Geschmack, und was der Lobspr\u00fcche mehr waren, die man im Voraus\nvernahm. Da l\u00e4\u00dft sich dennauf denZuspruchschlie\u00dfen!\u2013BeiGozzihei\u00dftdasSt\u00fcck\nZobeis,undistein sogenanntes fabelhaftes Trauerspiel. (Tragedia fiabesca.)\nSinadab, ein schwarzer K\u00f6nig, hat den Gebrauch, oft zu heirathen, und jede Frau\nnur vierzig Tage zu behalten; dann ist er ihrer satt, und verwandelt sie in ein\nThier. Zobeis, Tochter des K\u00f6nigs Beder, ist auch in Sinadabs Gewalt gerathen,\nund ein schlimmes Loos erwartet sie. Ihr Vater erscheint, sie zu retten. Es\ngiebt Krieg. Zobeis verwechselt auf Freundes Rath die Zuckerbrodte mit dem\nZaubermittel, und verwandelt nun den Mann. Beder k\u00f6mmt, laut einer Weissagung,\num u.s.w. Die bekannten italienischen Masken Truffaldin, Brighella, Pantalon,\nTartaglia, sind mit eingewebt, und geben die Lustigmacher ab. Man sieht, da\u00df\ndas Gozzische S\u00fcjet an und f\u00fcr sich etwas sehr unzartes hat. Es steht auch\nunsrer Zauberfl\u00f6te an Einheit des Plans nach. Im Deutschen hat es der Nachahmer\nnun die Sylphen genannt, (mit wenigem Grunde, da die Sylphen Nebengegenst\u00e4nde\nsind,) und aus f\u00fcnf Akten drei gemacht. Ges\u00e4nge gestalteten das St\u00fcck zur Oper,\nund manche vortheilhafte Ver\u00e4nderung, die aber der Raum hier nicht gestattet,\naufzuz\u00e4hlen, nahm man mit dem Stoff vor. Die haupts\u00e4chlichste besteht aber\ndarin, da\u00df statt der erw\u00e4hnten Masken, ein Leporello, ein Larifari, ein\nPapageno und ein Minnewart erscheinen. Ein sonderbarer Gedanke, mit dem\nVeredeln freilich wenig vertr\u00e4glich, und dabei eine schwierige Aufgabe, sie in\nihrem Charakter festzuhalten, und dadurch in dem Maa\u00df zu belustigen, als es bei\nGozzi mittelst seiner Buffons geschieht. Oder auch nur wie sie bei Schikaneder\noder Hensler dastehn. Der deutsche Verfasser hat um sich einem solchen Zweck zu\nn\u00e4hern, vorz\u00fcglich die Wortspiele gebraucht, und das allerdings in einer\nseltenen Manier. Weiter unten einige Proben davon, erst andre von den Versuchen\nin h\u00f6herer Poesie. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Nie kann ein deutscher\nKritiker mehr in Verlegenheit gerathen, als wenn er Poesie \u00fcberhaupt\nbeurtheilen soll. Es giebt zwei Partheien. Eine fordert Dichtergenie, Schwung,\nKraft, Orginalit\u00e4t, die andre bedingt wenige F\u00e4higkeiten au\u00dfer dem Formtrieb,\nwill haupts\u00e4chlich Tand der Worte, das, was bei ihr Kindlichkeit hei\u00dft, und\nNachahmung des Fremden. Die Parthei der Gegenst\u00e4nde lacht \u00fcber die Parthei der\nFormen, und diese giebt den Hohn zur\u00fcck. Beide sagen sich Unh\u00f6flichkeiten.\nNeutralit\u00e4t wird schwer, und neigt sich der Ausspruch auf eine Seite, so ist\ndem Verdammungsurtheil gegen\u00fcber nicht zu entgehn. Ich glaube also, es kann\nbisweilen r\u00e4thlich seyn, wenn man in den Gesichtspunkt tritt, aus welchem der\nzu Beurtheilende betrachtet seyn will. Das mag denn auch hier geschehen! Der\nVerfasser der Sylphen, (Herr Robert genannt) geh\u00f6rt zu Folge aller Andeutung zu\nden sogenannten poetischen Poeten. Und als solcher geb\u00fchrt ihm immer schon ein\nstattlicher Rang. Man sehe z. B. folgende Stelle aus einem Monolog der Zobea,\ndie ein wahrhaft poetisch-poetisches Kunstwerk ist: <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Hoch in hoher Himmelsferne, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Wo die Sterne kreisend\nklingen, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Da entspringen da entflie\u00dfen,\n<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Dorther gie\u00dfen m\u00e4chtig milde,\n<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Durch Gefilde, gl\u00e4nzend\ngolden, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Sich die holden\nWohllautswogen. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Angezogen von den T\u00f6nen, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Mu\u00df in Thr\u00e4nen ich nun\nschauen, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Nach dem blauen Himmel oben, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Als dort droben in der Ferne,\n<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Wo der Sterne Heer sich\nschwinget, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Wo erklinget dieses T\u00f6nen <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">All mein Sehnen enden m\u00fcsse!\n\u2013 Nur \u00fcbel da\u00df auf der B\u00fchne diese Sch\u00f6nheiten meist verloren gehn. Gesagt\nschwinden sie zu schnell vor\u00fcber, man sieht sie besser als man sie h\u00f6rt, und\ndarum ist auf dem Velinpapier eines Musenalmanachs ein bequemerer Platz daf\u00fcr.\nFerner eine der lieblichsten Stanzen: <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Liebe kam und wird nicht\nscheiden <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Lust von Leiden <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Schmerz von Lust, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Wunden sind ihr\nFreudenbronnen, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Leiden \u2013 Wonnen, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Schmerzen \u2013 Lust. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Ich frage aufrichtig: W\u00fcrde\nsich ein Tieck dieser Stellen zu sch\u00e4men haben? Es ist aber eine da, ganz in\nFriedrich Schlegels Geist. Bekanntlich liest man im Alarkos die Worte: <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Aus Furcht zu sterben ist er\ngar gestorben! Und in den Sylphen singt ein Chor: <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Komm Tod, befrei uns von dem\nTod! Wie \u00e4hnlich! \u2013 Doch zu den lustigen Personen. Im eigenth\u00fcmlichen Charakter\nsieht man sie freilich nicht, aber wie bleiben die Urbilder zur\u00fcck, was\nTautologien und Sp\u00e4\u00dfe ganz eigner Art betrift. Ich hebe einige der\nauffallendsten Witzentstr\u00f6mungen aus: <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Minnewart, S. 113. Sie\nerkl\u00e4ren immer alles so nat\u00fcrlich; aber ich versichre Ihnen, hier auf dieser\nZauberinsel geht alles unnat\u00fcrlich zu, und aus dieser Unnat\u00fcrlichkeit\nentspringt nat\u00fcrlich eine Natur, die sich mit einer nat\u00fcrlichen Natur gar nicht\nnaturalisiren will. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Larifari, S. 77. Triumphirt\nnicht zu fr\u00fch, Elende! ihr werdet noch zittern und beben! \u2013 Kennt ihr die\nGnomen-Kavallerie? \u2013 \u2013 \u2013 <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Nathet Nurim, <br>\nTritsig Drered,<br>\nEdre Eidrim,<br>\nTrebe Rered,<br style=\"\">\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br style=\"\">\n<!--[endif]--><o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Dreimal klapp,<br>\nUnd dreimal klopp,<br>\nErst im Trapp<br>\nUnd dann im Gallopp! u.s.w.<br style=\"\">\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br style=\"\">\n<!--[endif]--><o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Man bemerke, wie geschickt\ndie Sylbe Mi in folgender Rede sich wiederholt. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Larifari, S. 64. Sch\u00e4mt euch\nwas, Herr Minister, in so m i serablen Zeiten hier zu m i nnen, w\u00e4hrend dessen,\nwie man sagt, die feindlichen M i neurs die Stadt unterm i niren. \u2013 Aber auch\ndas ist nicht \u00fcbel: <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Larifari, S. 78.<br>\nWer ist euer lieber Freund?<br>\nWi\u00dft ich bin der Herr von Lari,<br>\nExcellenz Baron von Fari,<br>\nGeneral zu Meer und Land, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Ritter von dem Wasserband, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Schlo\u00dfvogt und\nZermonienmeister, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Rath im Rath der schwarzen\nGeister, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Herr auf Cier und Cetera, <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Wie auch auf et cetera!\nSelbst Energie wei\u00df Herr Robert mit dem Wortspiele zu paaren. Minnewart wird\nein Feiger gescholten, und ein Narr, dem man die Schellenkappe aufsetzen\nsollte. Er antwortet S. 65. Was feige Memme, Schellenkappe? Mir das zu sagen,\neinem Minister? Wi\u00dft ihr, was euch daf\u00fcr geb\u00fchrt, f\u00fcr die feige Memme? Eine\nOhrfeige! und f\u00fcr die Schellenkappe? eine Maulschelle. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Ich wiederhole, da\u00df mein Lob\nin dem Gesichtspunkt ausgesprochen wird, in welchem Alarkos als hohe Poesie,\nund etwa der Triumphbogen edel witzig erscheint. Tr\u00e4t\u2019 ich aber da hinaus, so\nw\u00fcrde freilich das Urtheil sich \u00e4ndern. Ich will jedoch vom Verdacht der\nAnmaa\u00dfung entfernt seyn. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Von der Musik k\u00fcnftig. Sie\nist zu kunstvoll, um beim erstenmal gefa\u00dft zu werden. Doch macht eine Menge\ngro\u00dfer Sch\u00f6nheiten sich gleich bemerkbar. Davon wurden auch manche beklatscht;\nallein der Enthusiasmus f\u00fcr das Ganze ist erst sp\u00e4terhin zu hoffen, wenn man\nmit den Reizen der T\u00f6ne erst vertrauter wird. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\u2013 p \u2013<span style=\"font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"> <\/span>\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":2079,"zeitung_id":129}}],"zettel":[]},{"id":2087,"theaterstueck_id":376,"veranstaltungsuntertitel":"Die Sylphen","auffuehrungsdatum":"18.04.1806","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1806, Nr. 46","zusatzinfo":"[zum ersten Mal] Wiederholt","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-08-17 17:27:02","datensatz_geaendert_dat":"2005-08-17 17:27:02","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":146,"z_name":"Haude-und Spenersche Zeitung","z_datum":"1806-04-22","z_nummer":"48","z_seite":"","z_autor":"gez.: - p -","z_text":"\n Den 19ten [!] April zum erstenmal wiederholt: Die Sylphen, Zauberoper von\n Herrn Robert. Componirt vom Herrn Capellmeister Himmel. Es war neulich vom\n Text (d. h. den Worten nach; \u00fcber die ganze Organisation und die Zeichnung\n der Eigenth\u00fcmlichkeiten gehe die Kritik, wie hier billig, weg) die Rede.\n Betrachten wir heute die Musik. Sie ist mit genialen Z\u00fcgen vielfach\n durchwebt, zeigt Reichthum und Festigkeit an Harmonie, seine Kenntni\u00df der\n Instrumente, und was man sonst mit vollem Recht r\u00fchmen kann. Es hei\u00dft, der\n Charakter mangle hie und da; vom Allgemeinen glaub' ich das nicht, und wenn\n er in den einzelnen Ges\u00e4ngen sich nicht immer scharf unterscheidet, oder die\n Eigenth\u00fcmlichkeit wenig bezeichnet wird, so liegt das nicht am Componisten.\n Er hat wohl in Fanchon Leidenschaft und Charakteristik gegeben. Dort liegt\n das aber schon halb in den Versen, welche freilich in einem Musenalmanach\n der letztern Zeit sich nicht sonderlich ausn\u00e4hmen; die gleichwohl aber\n niemand ohne tiefes Studium der B\u00fchne dichten kann, wogegen nichts leichter\n ist, als Poesie der neuesten Musenalmanache, deren Leichtigkeit ihr auch so\n viele Anh\u00e4nger erwirbt. Nein, wider die Musik wird sich nichts oder wenig\n einwenden lassen; sie ist gut, und nur zu gut! Der Tondichter supplirt den\n Wortdichter reichlich. Doch eine fl\u00fcchtige Uebersicht von Anfang her. Die\n Ouvert\u00fcre hebt mit einem Adagio an, welches gleich durch neue G\u00e4nge\n \u00fcberrascht, und in sehr kunstvollen gebundnen Harmonien endet, die das\n Allegro vorbereiten, welches voll Feuer, Neuheit, Gedankenreichthum und\n geschickter Arbeit ist. Der erste Chor t\u00f6nt \u00e4u\u00dferst lieblich, aber eben\n nicht neu, ohngef\u00e4hr in der Manier der Ch\u00f6re im Baum der Diana. Das Lied der\n Zobea: Sanft entschwand etc. hat einen h\u00f6chst gef\u00e4lligen Gang, und\n bezeichnet Genie in der Fortschreitung. Dann \u00fcberrascht im ersten Akt das\n Lied der Papagena in G Minore. Es verdient den reizenden Ges\u00e4ngen in Fanchon\n an die Seite gestellt zu werden. Die gro\u00dfe Arie des Sinnbal: Mein Wesen\n kennet keine Schranken, verdient das gr\u00f6\u00dfte Lob, einmal durch die\n Deklamation im ersten Theil, und dann durch das gl\u00e4nzende Feuer im zweiten.\n Die Singstimme wird bedeutend durchgef\u00fchrt, die Begleitung unterst\u00fctzt sie\n passend; besonders hinreissend sind die raschen L\u00e4ufe der Violinen, die\n immer mit einer ergreifenden Dissonanz von Blasinstrumenten gehalten, enden,\n und noch mehr das Ritornell dieses Theils, mit seinem wahrhaft k\u00fchnen\n Schwung. - Dagegen leistet im zweiten Akt die Begleitung des Monologs eben\n nicht<span style=\"\">&nbsp;<\/span> gro\u00dfe Wirkung, obschon Madame Bethmann\n (Zobea) ihn \u00fcberaus sch\u00f6n spricht, und dies auch eine der besseren\n poetischen Stellen ist *). Es ist nicht wohl zu entscheiden, woran das\n liegt. Vielleicht hat die Harfe zu viel Einfaches. Vorher empfiehlt sich der\n erste Chor durch eine angenehme Figur, und eine sehr leichte flie\u00dfende\n Violinbegleitung, welche brav charakterisirt. Dann hat aber der Komponist in\n dem Duett zwischen Minnewart und Papagena eine F\u00fclle der Genialit\u00e4t\n offenbart. Es ist ein gro\u00dfer Ruhm, als Musiker an sich, etwas interessantes\n in den T\u00f6nen zu erschaffen, wo in den Worten durchaus kein Stoff liegt. Die\n Worte k\u00f6nnen nur Kindern gefallen: Ich warte auf der Warte auf der\n steinernen Warte, auf mein, ein, fein, rein Liebelein, und, geh alter\n Minnewart, wart auf der Wart u. s. w. ich gebe zu, da\u00df wenn dergleichen\n Einmal vork\u00f6mmt, es vielleicht komisch wirken k\u00f6nnte, allein alle Augenblick\n wimmelts von solchen Sp\u00e4\u00dfen, alle Augenblick; drum, wegen der erm\u00fcdenden\n Ueberladung, scherzt das Einzelne nicht. Dennoch aber ist die Musik dieses\n Duetts so neu und so voll zartem Geschmack, da\u00df sie am meisten gefiel, und\n mit dem lautesten Beifall belohnt ward. Ich glaube in einer Rangordnung der\n einzelnen St\u00fccke, w\u00fcrde das Duett ziemlich oben an stehn. Sehr kunstvoll ist\n auch das Lied des Almansor, mit sechs b vorgezeichnet. Ein Marsch ist noch\n in diesem Akt, von vielem Leben. Der dritte Akt scheint den vorhergehenden\n an Gehalt nachzustehn. N\u00e4chst der Beschw\u00f6rungsscene, die sehr ergreift,\n einem sch\u00f6nen flie\u00dfenden Rondo, und einem ausgezeichneten Duett, ist das\n Uebrige zwar k\u00fcnstlerisch, (wer erkennt nicht in dem Komponisten einen\n bedeutenden K\u00fcnstler!) aber doch etwas rasch hingearbeitet. Die\n musikalischen Scherze, die da vorkommen sind zwar recht artig, doch erinnern\n sie zu sehr an etwas \u00e4hnliches in Don Juan; und weil auch im Dialog so viel\n gesuchter frostiger Spa\u00df aufgedrungen wird, so verdirbt eins das andre. Das\n Bestreben, spa\u00dfhaft zu seyn, blickt zu klar hervor. Das Ende hat sehr brave\n Musik. \/ Dem sei wie ihm wolle, die Sch\u00f6nheiten der Komposition verdienen,\n da\u00df man sich mit Verzeihung gegen die Fehler des St\u00fccks waffnet, und es\n sieht. Die Anh\u00e4nger des Verfassers der Worte, m\u00f6gen vielleicht zu hart\n finden, was hier alles gesagt wird. Ich habe mich aber um so mehr beflissen,\n im Ausspruch m\u00f6glichst gerecht zu seyn, als ich wirklich manchen\n \u00fcbertriebenen und ungerechten Tadel h\u00f6rte. Uebrigens gebe ich meine\n individuelle Ansicht. Was thut jeder Kritiker? Wer eine andre birgt, wird\n sie durch diese Urtheile nicht ab\u00e4ndern lassen. Sonst geh\u00f6re ich zu\n denjenigen, die bei der ersten theatralischen Arbeit desselben Verfassers\n lebhaft von dem darin entwickelten Talent eingenommen wurden. Die zweite\n gerieth schon weniger, und weniger diese. Woher die Verschlimmerung? Es wird\n leichter zu beantworten als man glaubt. Von der einseitigen Ansicht. Das\n Theater hat Gesetze, die stabil sind; ein andres ists mit Musenalmanachen.\n Wenn jeder Musenalmanachspoet f\u00fcr die B\u00fchne schreiben k\u00f6nnte, so f\u00fchlte sie\n keinen solchen Mangel an brauchbaren Produkten. Aber Herr Robert besitzt zu\n viel Talent, um nur Musenalmanachdichter zu seyn. Er studiere die B\u00fchne, und\n bald wird er etwas Gutes liefern. Ich empfehle die alten Geschmackslehrer.\n Sie erbauten ihre Systeme auf lange Erfahrung. Nach ihnen lernt man auf die\n Menge wirken. Und darauf k\u00f6mmts doch da an, wo man vor der Menge, und nicht\n vor einer kleinen Zahl gleichgemodelter Kunstgeweihten, auftritt. Es geht\n doch einmal nicht, einen Herold im Schauspielhause anzustellen, der ausruft:\n man gebe Acht, diese Assonanz soll spanisch klingen; dies Wortspiel ist dem\n Shakespear nachgebildet! hier k\u00f6mmt Griechheit! wer\u00b4s nicht f\u00fchlt ist ein\n Philister! u. s. w. Strenge Kritik, wenn sie nur beachtet w\u00fcrde, kann wohl\n von Nutzen f\u00fcr die Kunst seyn! - Die Erfahrung, welche der Componist der\n Sylphen bei dieser Gelegenheit macht, ist\u00b4s f\u00fcr ihn sicher auch. Sie wird\n ihm Winke \u00fcber die Auswahl des poetischen Stoffs geben. Erfahren doch selbst\n Gluck und Mozart die Nachtheile eines Mi\u00dfgriffs. Jener bei Echo und Narzi\u00df,\n dieser bei cosi fan tutte. Wozu auch ein so sch\u00f6nes Genre verlassen, wie\n das, worin er neulich so viel Aufsehn erregte. Zauberopern, wie oft waren\n sie da! Hier reihe er sich neben eine Menge ber\u00fchmter Nebenbuhler, dort\n stand er noch allein, welcher gl\u00fcckliche Vortheil! \/ - p -\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":2087,"zeitung_id":146}},{"id":180,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1806-04-24","z_nummer":"49","z_seite":"","z_autor":"ungez.","z_text":"\n Den 18ten: Die Sylphen \/ Unser heutiges Urtheil \u00fcber diese Oper, die in\n ihrer Neuheit die Wasser- und die Feuerprobe zu bestehen hat, und weder\n alles Lob, noch allen Tadel, womit sie rechts und links von Freund und Feind\n \u00fcberh\u00e4uft worden ist, verdient, beschr\u00e4nkt sich einzig auf die Musik.\n Recens. h\u00e4lt diese Oper f\u00fcr das beste Werk des Herrn Kapellmeisters Himmel.\n Bis jetzt hat er sich in seinen Arbeiten, durch sehr lieblichen Gesang, und\n viel Wirkung hervorbringende Instrumentirung, ausgezeichnet; in diesem Werke\n findet man, edeln Gesang mit edler Simplicit\u00e4t, z. B. das Gebet in Gesdur.\n Gro\u00dfe Haltung und Charakteristik bei allen Personen; man sehe dar\u00fcber die\n Parthie des Sinabal, und im Gegenst\u00fcck die andern Rollen. Naive Laune in der\n Rolle der Papagena, grotesk-komische Z\u00fcge in den \u00fcbrigen adoptirten Narren,\n und effektvolle Harmonien in den Schreckens-, Zauber- und\n Beschw\u00f6rungs-Scenen. Freilich w\u00fcrde C. P. E. Bach an mancher Modulation (so\n sehr er sie auch selbst wagte) und Kirnberger an manchen Vorschl\u00e4gen, die\n nicht in seiner Tabelle stehen, Ansto\u00df nehmen. Aber in den K\u00fcnsten mu\u00df man\n vorw\u00e4rts gehen, und - wagen. Wer stille steht, geht zur\u00fcck. Das gute Neue\n bleibt, das andere - verliert sich. Der Raum verstattet hier keine Details.\n - Eins der gro\u00dfen St\u00fccke, welche Recens. vorz\u00fcglich gefallen haben, ist das\n Finale des zweiten Akts, und manche deklamirte Scene mit\n Orchesterbegleitung. Schade, da\u00df diese erste ganz in dem Clavierauszuge\n (doch steht dabei gedruckt, da\u00df er beigef\u00fcgt werden soll) und von den\n letzteren einige fehlen, die doch am Fortepiano viel Vergn\u00fcgen w\u00fcrden\n gew\u00e4hrt haben. - Die Singparthien wurden sehr gut ausgef\u00fchrt, nur schien\n Sinabal nicht recht gestimmt zu seyn. Auch die Ch\u00f6re sind genau einstudirt.\n Die Schnelligkeit, mit welcher die Oper betrieben wurde, macht, da\u00df dem\n Orchester noch die Gl\u00e4tte fehlt, welche nach einigen Vorstellungen wohl\n kommen wird. Die Blasinstrumente sind besonders brav. Ein Probierstein der\n Violinen, ob sie rein greifen, oder reine Saiten haben, sind die D\u00e4mpfer:\n bei den St\u00fccken, die heute in dieser Art ausgef\u00fchrt wurden, lag die\n unsichtbare Intonation entweder an den Fingern oder an den Saiten.<br \/>\n <br \/>\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":2087,"zeitung_id":180}}],"zettel":[]},{"id":2090,"theaterstueck_id":376,"veranstaltungsuntertitel":"Die Sylphen","auffuehrungsdatum":"20.04.1806","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1806, Nr. 47","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-08-16 12:58:30","datensatz_geaendert_dat":"2005-08-16 12:58:30","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":2104,"theaterstueck_id":376,"veranstaltungsuntertitel":"Die Sylphen","auffuehrungsdatum":"29.04.1806","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1806, Nr. 51","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-08-16 13:59:02","datensatz_geaendert_dat":"2005-08-16 13:59:02","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":2139,"theaterstueck_id":376,"veranstaltungsuntertitel":"Die Sylphen","auffuehrungsdatum":"30.05.1806","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1806, Nr. 64","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-08-19 11:10:54","datensatz_geaendert_dat":"2005-08-19 11:10:54","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]}]}}