
{"meta":{"meta-title":"Emilia Galotti > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"Emilia Galotti > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/44","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/44","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"Emilia Galotti"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/44","text":"Emilia Galotti"}]},"data":{"id":44,"veranstaltungstitel":"Emilia Galotti","veranstaltungsart_id":9,"kommentar":null,"art":{"id":9,"theaterveranstaltungsart":"Trauerspiel"},"personen":[{"id":605,"bkperson_id":200,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":44,"bkperson_regberuf_id":605},"person":{"id":200,"bknachname":"Lessing","bkvorname":"Gotthold Ephraim","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}}],"veranstaltungen":[{"id":7719,"theaterstueck_id":44,"veranstaltungsuntertitel":"Emilia Galotti, Tr. in 5. A von Lessing","auffuehrungsdatum":"08.01.1798","auffuehrungsort":"NT","uhrzeit":"","quelle":"BAZ 1798, 2","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2009-09-23 23:22:45","datensatz_geaendert_dat":"2009-09-23 23:22:45","datensatz_erstellt_user":25,"datensatz_geaendert_user":25,"rezensionen":[{"id":331,"z_name":"Neue Berlinische Dramaturgie","z_datum":"1798-01-17","z_nummer":"4","z_seite":"49-64","z_autor":"[Friedrich Schulz]","z_text":"<meta http-equiv=\"Content-Type\" content=\"text\/html; charset=utf-8\"><meta name=\"ProgId\" content=\"Word.Document\"><meta name=\"Generator\" content=\"Microsoft Word 11\"><meta name=\"Originator\" content=\"Microsoft Word 11\"><link rel=\"File-List\" href=\"file:\/\/\/C:%5CDOKUME%7E1%5Cgerlach%5CLOKALE%7E1%5CTemp%5Cmsohtml1%5C01%5Cclip_filelist.xml\"><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:WordDocument>\n  <w:View>Normal<\/w:View>\n  <w:Zoom>0<\/w:Zoom>\n  <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>\n  <w:PunctuationKerning\/>\n  <w:ValidateAgainstSchemas\/>\n  <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid>\n  <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent>\n  <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText>\n  <w:Compatibility>\n   <w:BreakWrappedTables\/>\n   <w:SnapToGridInCell\/>\n   <w:WrapTextWithPunct\/>\n   <w:UseAsianBreakRules\/>\n   <w:DontGrowAutofit\/>\n  <\/w:Compatibility>\n  <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>\n <\/w:WordDocument>\n<\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\">\n <\/w:LatentStyles>\n<\/xml><![endif]--><style>\n<!--\n \/* Style Definitions *\/\n p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal\n\t{mso-style-parent:\"\";\n\tmargin:0cm;\n\tmargin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:Arial;\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\n@page Section1\n\t{size:612.0pt 792.0pt;\n\tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;\n\tmso-header-margin:36.0pt;\n\tmso-footer-margin:36.0pt;\n\tmso-paper-source:0;}\ndiv.Section1\n\t{page:Section1;}\n-->\n<\/style><!--[if gte mso 10]>\n<style>\n \/* Style Definitions *\/\n table.MsoNormalTable\n\t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\n\tmso-tstyle-rowband-size:0;\n\tmso-tstyle-colband-size:0;\n\tmso-style-noshow:yes;\n\tmso-style-parent:\"\";\n\tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\n\tmso-para-margin:0cm;\n\tmso-para-margin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:10.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-ansi-language:#0400;\n\tmso-fareast-language:#0400;\n\tmso-bidi-language:#0400;}\n<\/style>\n<![endif]-->\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Die\nDirection wagt, wenn sie ein solches St\u00fcck wieder auf die B\u00fchne bringt, die\nSchauspieler, wenn sie es darzustellen unternehmen, das Publikum, wenn es sich\nes zu sehen entschlie\u00dft, aber mehr als alle wagt der Dramaturg \u2014 der \u00fcber ein\nso lang und so oft als Muster eines guten Trauerspiels und als das einzige\nvollkommen gute deutsche Trauerspiel angepriesenes St\u00fcck noch ein Wort zu sagen\nsich erdreistet. Inde\u00df unter allen, die diesmal gewagt haben und, wie ich, noch\nwagen wollen, hat bis jetzt keiner ein so gl\u00fcckliches Spiel gemacht, als die\nDirection, die gegen alle Erwartung kurz hintereinander zweimal ein brechend\nvolles Haus auf eine Einladung gewann, die sonst, wenn sie noch so lange, und\nselbst, wie diesmal, mehrere Jahre hintereinander nicht versucht worden war,\nsehr wenig willige G\u00e4ste fand. Vielleicht ist jetzt auch die Zeit gekommen, wo\nman \u00fcber Emilia Galotti ein anderes Wort zu h\u00f6ren geneigt ist, als die\ngew\u00f6hnlichen Bewunderer und Verehrer Lessings h\u00f6ren wollen. Moses Mendelssohn\nlebt nicht mehr; man l\u00e4uft nicht Gefahr, ihn zum zweitenmal zu t\u00f6dten, wenn man\ndreist genug w\u00e4re, zu zweifeln, ob Lessing wirklich ein gro\u00dfer Dichter war, und\nob Emilia Galotti den Beweis davon liefert?<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Aber,\nwenn man \u00fcber Emilia Galotti aus dem richtigen Gesichtspunkte urtheilen will,\nso darf man den Theil nicht vom Ganzen, das Werk nicht von dem Werkmeister\ntrennen man mu\u00df Lessing erst selbst kennen, ehe man zur Kenntni\u00df seines Werks\ngelangen kann oder richtiger, man kennt letzteres von selbst, wenn es gelang\nden erstern kennen zu lernen. Die Aufgabe \u2014 Lessing \u2014 ist inde\u00df zu schwer f\u00fcr\nmich und zu umfassend f\u00fcr dieses Blatt, ihre Aufl\u00f6sung ist auch nicht mehr\nn\u00f6thig, und ich dem\u00fcthige mich gern zu gestehen, da\u00df es frevelhaft w\u00e4re, neben\nFriedrich Schlegel noch \u00fcber diesen gro\u00dfen Gegenstand eine Zeile zu schreiben.\nDieser geistvolle Denker hat in dem zweiten Theil des ersten Bandes des Lyceums\nder sch\u00f6nen K\u00fcnste, das seit Ostern 1797 im Verlage des Herrn Unger hieselbst\nerschienen ist, die erste H\u00e4lfte eines Aufsatzes \u00fcber Lessing einr\u00fccken lassen,\nder nach meiner Einsicht, die richtigste W\u00fcrdigung desselben enth\u00e4lt und das\nehrenvollste Denkmal seiner wahren Gr\u00f6\u00dfe ist.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Um\ndie Leser dieses Blatts zum Lesen des genannten Aufsatzes zu reizen, will ich\neinige Stellen, die den dichterischen Geist Lessings und insbesondere Emilia\nGalotti betreffen, herausheben. Ich erreiche dadurch zugleich den Zweck, meine\nMeinung \u00fcber Emilia Galotti im Ganzen betrachtet, auf die leichteste und doch\nbeste Art an den Tag zu legen. Inde\u00df bin ich mir schuldig einzur\u00e4umen, da\u00df ich\nnicht erst durch Herrn Schlegel zum Proselyten gemacht worden, da\u00df ich, lange\nvorher, ehe ich seinen Aufsatz gelesen, einer Meinung war, die, wie ich\n\u00fcbrigens gern gestehe, durch ihn mehr Licht und Festigkeit gewonnen hat.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Lessing\nw\u00fcrde, wo nicht \u00fcberrascht, doch etwas befremdet werden und nicht ganz ohne\nUnwillen l\u00e4cheln, wenn er wiederkehrte und s\u00e4he, wie man nur die\nVortrefflichkeit nicht m\u00fcde wird, an ihm zu preisen, die er immer streng und\nernst von sich ablehnte, nur diejenigen unter seinen zahlreichen Bem\u00fchungen und\nVersuchen mit einseitiger und ungerechter Vorliebe fast allein zu zergliedern\nund zu loben, von denen er selbst am wenigsten hielt, und von denen wohl\neigentlich Vergleichungsweise am wenigsten zu sagen ist, w\u00e4hrend man das\nEigenste und Gr\u00f6\u00dfte in seinen \u00c4u\u00dferungen, wie es scheint, gar nicht einmal\ngewahr werden will und kann. Er w\u00fcrde doch erstaunen, da\u00df gerade die poetischen\nMedioristen, litterarischen Moderantisten und Anbetter der Halbheit, welche er,\nso lange er lebte, nie aufh\u00f6rte eifrigst zu hassen und zu verfolgen, es haben wagen\nd\u00fcrfen, ihn als einen Virtuosen der goldnen Mittelm\u00e4\u00dfigkeit zu verg\u00f6ttern und\nihn sich ausschlie\u00dfend gleichsam zuzueignen, als sei er einer der ihrigen; er\nw\u00fcrde erstaunen, da\u00df sein Ruhm nicht ein ermunternder und leitender Stern f\u00fcr\ndas werdende Verdienst ist, sondern als \u00c4gide gegen jeden gemi\u00dfbraucht wird,\nder etwa in allem, was gut ist und sch\u00f6n, zu weit vorw\u00e4rts gehen zu wollen\ndroht; da\u00df tr\u00e4ger D\u00fcnkel, Plattheit und Vorurtheil unter der Sanktion seines\nNamens Schutz suchen und finden. \u2014<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Es\nist gewi\u00df l\u00f6blich, da\u00df man Lessing gelobt hat und noch lobt. Man kann in diesem\nSt\u00fccke auf die rechte Weise des Guten auch wohl nicht so leicht zu viel thun;\nund was w\u00e4re kleinlicher, als einen Mann von der ersten seltensten Gr\u00f6\u00dfe seinen\nRuhm mit \u00e4ngstlichem Geitz darwiegen? Aber was w\u00e4re auch ein Lob ohne die\nstrengste Pr\u00fcfung und das freiste Urtheil?<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Demohngeachtet\nwagt Schlegel kaum, seine Meinung \u00fcber Lessing \u00f6ffentlich zu sagen; so sehr, so\nganz Lessings Schriften auch sein Studium gewesen sind, das hei\u00dft, wie er sich\nselbst erkl\u00e4rt, freie, durch kein bestimmtes Bed\u00fcrfni\u00df, durch keinen bestimmten\nZweck beschr\u00e4nkte Betrachtung und Untersuchung, wodurch allein der Geist eines\nAutors ergriffen und ein Urtheil \u00fcber ihn hervorgebracht werden kann. Er\ngesteht, da\u00df er, um Lessing ganz zu kennen, dessen lebendige Bekanntsch\u00e4ft\nh\u00e4tte haben m\u00fcssen, und da\u00df ihm diese selbst jenes wahre Studium nur\neinigerma\u00dfen ersetzen k\u00f6nne. \u201eEin Autor, er sei K\u00fcnstler oder Denker, der\nalles, was er vermag oder wei\u00df, zu Papiere bringen kann, ist zum mindesten kein\nGenie. Es gibt ihrer, die ein Talent haben, aber ein so beschr\u00e4nktes, so\nisolirtes, da\u00df es ihnen ganz fremd l\u00e4\u00dft, als ob es nicht ihr eigen, als ob es\nihnen nur angeheftet oder geliehen w\u00e4re. Von dieser Art war Lessing nicht. Er\nselbst war mehr werth, als alle seine Talente. In seiner Individualit\u00e4t lag\nseine Gr\u00f6\u00dfe. Nicht blo\u00df aus den Nachrichten von seinen Gespr\u00e4chen, nicht blo\u00df\naus den, wie es scheint, bisher sehr vernachl\u00e4\u00dfigten Briefen, deren einer oder\nder andere f\u00fcr den, welcher nur Lessingen in Lessing sucht und studiert, und\nSinn hat f\u00fcr seine genialische Individualit\u00e4t, mehr werth ist als manches\nseiner ber\u00fchmtesten Werke: auch aus seinen Schriften selbst m\u00f6chte man fast\nvermuthen, er habe das lebendige Gespr\u00e4ch noch mehr in der Gewalt gehabt, als\nden schriftlichen Ausdruck, er habe hier seine innerste und tiefste\nEigenth\u00fcmlichkeit noch klarer und dreister mittheilen k\u00f6nnen. Wie lebendig und\ndialogisch seine Prosa ist, bedarf keiner Auseinandersetzung. Das Interessanteste\nund Gr\u00fcndlichste in seinen Schriften sind Winke und Andeutungen, das Reifste\nund Vollendeteste Bruchst\u00fccke von Bruchst\u00fccken. Das Beste was Lessing sagt,\nist, was er, wie errathen und gefunden, in ein paar gediegenen Worten voll\nKraft, Geist und Salz hinwirft; Worte, in denen, was die dunkelsten Stellen\nsind im Gebiet des menschlichen Geistes, oft wie vom Blitz pl\u00f6tzlich\nerleuchtet, das Heiligste h\u00f6chst keck und frevelhaft, das Allgemeinste h\u00f6chst\nsonderbar und launig ausgedenkt wird. Einzeln und kompakt, ohne Zergliederung\nund Demonstration stehen seine Haupts\u00e4tze da, wie mathematische Axiome; und\nseine b\u00fcndigsten Raisonnements sind gew\u00f6hnlich nur eine Kette von witzigen\nEinf\u00e4llen. Von solchen M\u00e4nnern mag eine kurze Unterhaltung oft lehrreicher sein\nund weiter f\u00fchren, als ein langes Werk.\u201c<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Aber\nohngeachtet das unbefangenste und uninteressirteste Studium der Lessingschen\nSchriften ihm diesen Mangel einer lebendigen Bekanntschaft einigerma\u00dfen\nersetzt, w\u00fcrde selbst Schlegel, wie ich oben angef\u00fchrt habe, kaum wagen, seine\nMeinung \u00fcber Lessing \u00f6ffentlich zu sagen, wenn er sie nicht im Ganzen durch\nLessings Maximen vertheidigen, und im Einzelnen durchg\u00e4ngig mit Autorit\u00e4ten und\nentscheidend beweisenden Stellen aus Lessing belegen k\u00f6nnte. Haupts\u00e4chlich\nberuft er sich zu dem Ende auf die bekannte eigene \u00c4u\u00dferung Lessings von sich\nselbst am Schlu\u00df seiner Hamburgischen Dramaturgie, wo er \u00fcber die Entstehung\ndieses Werks redet. Diese Stelle verdient in jedem Betracht auch hier ihren\nPlatz.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">\u201eAls,\nsagt Lessing, einige gute Leute hier den Einfall bekamen, einen Versuch zu\nmachen, ob nicht f\u00fcr das deutsche Theater sich etwas mehr thun lasse, als unter\nder Verwaltung eines sogenannten Principals geschehen k\u00f6nne; so wei\u00df ich nicht,\nwie man auf mich dabei fiel, und sich tr\u00e4umen lie\u00df, da\u00df ich bei diesem\nUnternehmen wohl n\u00fctzlich sein k\u00f6nnte? \u2014 Ich stand eben am Markte und war\nm\u00fc\u00dfig. Niemand wollte mich dingen: ohne Zweifel, weil mich Niemand zu brauchen\nwu\u00dfte, bis gerade auf diese Freunde. \u2014 Noch sind mir in meinem Leben alle Besch\u00e4ftigungen\nsehr gleichg\u00fcltig gewesen; ich habe mich nie zu einer gedrungen oder nur\nerboten; aber auch die geringf\u00fcgigste nicht von der Hand gewiesen, zu der ich\nmich aus einer Art von Pr\u00e4dilektion zu erlesen glaubte. \u2014 Ich bin weder\nSchauspieler noch Dichter. Man erweiset mir zwar manchmal die Ehre, mich f\u00fcr\nden letztern zu erkennen. Aber nur, weil man mich verkennt. Aus einigen\ndramatischen Versuchen, die ich gewagt habe, sollte man nicht so freigebig\nfolgern. Nicht jeder, der den Pinsel in die Hand nimmt und Farben verquistet,\nist ein Mahler. Die \u00e4ltesten von jenen Versuchen sind in den Jahren\nhingeschrieben, in welchen man Luft und Leichtigkeit so gern f\u00fcr Genie h\u00e4lt.\nWas in den neuerern ertr\u00e4glich ist, davon bin ich mir sehr bewu\u00dft, da\u00df ich es\neinzig und allein der Kritik zu verdanken habe. Ich f\u00fchle die lebendige Quelle\nnicht in mir, die durch eigne Kraft sich empor arbeitet, durch eigene Kraft in\nso reichen, so frischen, so reinen Strahlen aufschie\u00dft: ich mu\u00df alles durch\nDruckwerk und R\u00f6hren aus mir herauf pressen. Ich w\u00fcrde so arm, so kalt, so\nkurzsichtig sein, wenn ich nicht einigerma\u00dfen gelernt h\u00e4tte, fremde Sch\u00e4tze\nbescheiden zu borgen, an fremden Feuer mich zu w\u00e4rmen und durch die Gl\u00e4ser der\nKunst mein Auge zu st\u00e4rken. Ich bin daher immer besch\u00e4mt oder verdr\u00fc\u00dflich\ngeworden, wenn ich zum Nachtheil der Kritik etwas las und h\u00f6rte. Sie soll das\nGenie ersticken und ich schmeichle mir, etwas von ihr zu erhalten, was dem\nGenie sehr nahe k\u00f6mmt. Ich bin ein Lahmer, den eine Schm\u00e4hschrift auf die\nKr\u00fccke unm\u00f6glich erbauen kann. \u2014 Doch freilich, wie die Kr\u00fccke dem Lahmen wohl\nhilft, sich von einem Ort zum andern zu bewegen, aber ihn nicht zum L\u00e4ufer\nmachen kann, so auch die Kritik. Wenn ich mit ihrer H\u00fclfe etwas zu Stande\nbringe, welches besser ist, als einer von meinen Talenten ohne Kritik machen\nw\u00fcrde; so kostet es mich so viel Zeit, ich mu\u00df von andern Gesch\u00e4ften so frei,\nvon unwillk\u00fchrlichen Zerstreuungen so ununterbrochen sein, ich mu\u00df meine ganze\nBelesenheit so gegenw\u00e4rtig haben, ich mu\u00df bei jedem Schritte alle Bemerkungen,\ndie ich jemals \u00fcber Sitten und Leidenschaften gemacht, so ruhig durchlaufen\nk\u00f6nnen, da\u00df zu einem Arbeiter, der ein Theater mit Neuigkeiten unterhalten\nsoll, Niemand in der Welt ungeschickter sein kann, als ich.\u201c<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Freilich\nbliebe nun noch immer die Frage \u00fcbrig, ob Lessing es mit dieser starken\n\u00c4u\u00dferung so ernstlich gemeint und, selbst wenn auch die\u00df au\u00dfer Zweifel sein\nsollte, ob es denn so ausgemacht sei, da\u00df er sich selbst so genau gekannt habe,\num \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe und Beschaffenheit seiner F\u00e4higkeiten unfehlbar absprechen zu\nk\u00f6nnen? Schlegel sagt hierauf, da\u00df eines Theils der offne, biedere Karakter\njener Stelle, sowie der Geist und Buchstabe vieler andern, allem falschen\nAnstand und aller falscher Bescheidenheit widerspr\u00e4che, andern Theils aber\nzeigt er, da\u00df Lessing mit eben der Freim\u00fcthigkeit von dem, was er gut an sich\nhielt, zu reden pflegte. Und was die bezweifelte Selbstkenntni\u00df betrifft, so\ngiebt er zwar zu, da\u00df im strengsten Sinn sich Niemand selbst kenne, zeigt aber,\nund mich d\u00fcnkt, sehr treffend, da\u00df Lessing sich in einem vorz\u00fcglichen Grade\nkannte, und gerade kein Departement seines Geistes so gut kannte, als seine\nPoesie. \u201eIn keinem Fache hatte Lessing so viel Erfahrung, Gelehrsamkeit,\nStudium, \u00dcbung, Anstrengung, Ausbildung jeder Art, als gerade in der Poesie.\u201c<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Und\nhier nun endlich ein Urtheil \u00fcber eins seiner Werke selbst, \u00fcber das, was uns\nzun\u00e4chst angeht, \u00fcber Emilia Galotti. \u201eKeins seiner Werke reicht in R\u00fccksicht\nauf k\u00fcnstlerischen Flei\u00df und Feile an Emilia Galotti, wenn auch andere mehr\nReife verrathen sollten. \u00dcberhaupt sind wohl wenige Werke mit diesem Verstande,\ndieser Feinheit und dieser Sorgfalt ausgearbeitet. In diesem Punkte und in\nR\u00fccksicht auf jede andere formelle Vollkommenheit des konvenzionellen Drama mu\u00df\nNathan weit nachstehen, wo selbst die m\u00e4\u00dfigsten Forderungen an Konsequenz der\nKaraktere und Zusammenhang der Begebenheiten oft genug beleidigt und get\u00e4uscht\nwerden.\u201c<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">\u201eIn\nEmilia Galotti sind die dargestellten Gegenst\u00e4nde \u00fcberdem am entferntesten von\nLessings eignem Selbst; es zeigt sich kein unk\u00fcnstlerischer Zweck, keine\nNebenr\u00fccksicht, die eigentlich Hauptsache w\u00e4re. Wichtige Umst\u00e4nde bei Lessing,\ndessen roheste dramatische Jugendversuche schon fast immer eine ganz bestimmte\nphilosophisch polemische Tendenz haben; der nach Mendelssohns Bemerkung zu den\nPortraitdichtern geh\u00f6rt, denen ein Karakter um so gl\u00fccklicher gelingt, je\n\u00e4hnlicher er ihrem Selbst ist, von dem sie nur einige Variazionen zu\nLieblingskarakteren von entschiedner auffallender Familien\u00e4hnlichkeit ausbilden\nk\u00f6nnen.\u201c<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">\u201eEmilia\nGalotti ist daher das eigentliche Hauptwerk, wenn es darauf ankommt zu\nbestimmen, was Lessing in der poetischen Kunst gewesen, wie weit er darin\ngekommen sei. Und was ist denn nun diese bewunderte und gewi\u00df\nbewunderungsw\u00fcrdige Emilia Galotti? Unstreitig ein gro\u00dfes Rechenexempel der\ndramatischen Algebra. Man mu\u00df es bewundern, dieses in Schwei\u00df und Pein\nproduzirte Meisterst\u00fcck des reinen Verstandes; man mu\u00df es frierend bewundern\nund bewundernd frieren; denn ins Gem\u00fcth dringts nicht und kanns nicht dringen,\nweil es nicht aus dem Gem\u00fcth gekommen ist. Es ist in der That unendlich viel\nVerstand darin, nehmlich prosaischer, ja so gar Geist und Witz. Gr\u00e4bt man aber\ntiefer, so zerreist und streitet alles, was auf der Oberfl\u00e4che so vern\u00fcnftig\nzusammen zu h\u00e4ngen schien. Es fehlt doch an jenem poetischen Verstande, der\nsich in einem Guarini, Gozzi, Shakespear so gro\u00df zeigt. In den genialischen\nWerken des von diesem poetischen Verstande geleiteten Instinkts enth\u00fcllt alles,\nwas beim ersten Blick so wahr, aber auch so inkonsequent und eigensinnig, wie\ndie Natur selbst auff\u00e4llt, bei gr\u00fcndlicherem Forschen stets innigere Harmonie\nund tiefere Nothwendigkeit. Nicht so bei Lessing! Manches in der Emilia Galotti\nhat sogar den Bewunderern Zweifel abgedrungen, die Lessing nicht beantworten zu\nk\u00f6nnen gestand. Aber wer mag ins Einzelne gehn, wenn er mit dem Ganzen\nanzubinden Lust hat und beinahe nichts ohne Anmerkung vorbeigehn lassen k\u00f6nnte?\nDoch hat dieses Werk nicht seines Gleichen und ist einzig in seiner Art. Ich\nm\u00f6chte es eine prosaische Trag\u00f6die nennen. Sonderbar aber nicht eben\ninteressant ists, wie die Karaktere zwischen Allgemeinheit und Individualit\u00e4t\nin der Mitte schweben.\u201c<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Und\nwie urtheilt endlich Lessing selbst \u00fcber sein vollendetestes und k\u00fcnstlichstes Werk,\nwie Schlegel es nennt; bei \u00dcbersendung der kalten Emilia an einen Freund sagt\ner:<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">\u201eMan\nmu\u00df wenigstens \u00fcber seine Arbeiten mit jemand sprechen k\u00f6nnen, wenn man nicht\nselbst dar\u00fcber einschlafen soll. Die blo\u00dfe Versicherung, welche die eigne\nKritik uns gew\u00e4hrt, da\u00df man auf dem rechten Wege ist und bleibt, wenn sie auch\nnoch so \u00fcberzeugend w\u00e4re, ist doch so kalt und unfruchtbar, da\u00df sie auf die\nAusarbeitung keinen Einflu\u00df hat.\u201c<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Und\nan einem andern Orte sagt er gar davon: \u201eIch danke Gott, da\u00df ich den ganzen\nPlunder nach und nach wieder aus dem Gesicht verliere.\u201c<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":7719,"zeitung_id":331}},{"id":332,"z_name":"Neue Berlinische Dramaturgie","z_datum":"1798-02-03","z_nummer":"5","z_seite":"65-80","z_autor":"[Friedrich Schulz]","z_text":"<meta http-equiv=\"Content-Type\" content=\"text\/html; charset=utf-8\"><meta name=\"ProgId\" content=\"Word.Document\"><meta name=\"Generator\" content=\"Microsoft Word 11\"><meta name=\"Originator\" content=\"Microsoft Word 11\"><link rel=\"File-List\" href=\"file:\/\/\/C:%5CDOKUME%7E1%5Cgerlach%5CLOKALE%7E1%5CTemp%5Cmsohtml1%5C01%5Cclip_filelist.xml\"><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:WordDocument>\n  <w:View>Normal<\/w:View>\n  <w:Zoom>0<\/w:Zoom>\n  <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>\n  <w:PunctuationKerning\/>\n  <w:ValidateAgainstSchemas\/>\n  <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid>\n  <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent>\n  <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText>\n  <w:Compatibility>\n   <w:BreakWrappedTables\/>\n   <w:SnapToGridInCell\/>\n   <w:WrapTextWithPunct\/>\n   <w:UseAsianBreakRules\/>\n   <w:DontGrowAutofit\/>\n  <\/w:Compatibility>\n  <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>\n <\/w:WordDocument>\n<\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\">\n <\/w:LatentStyles>\n<\/xml><![endif]--><style>\n<!--\n \/* Style Definitions *\/\n p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal\n\t{mso-style-parent:\"\";\n\tmargin:0cm;\n\tmargin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:Arial;\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\np\n\t{mso-margin-top-alt:auto;\n\tmargin-right:0cm;\n\tmso-margin-bottom-alt:auto;\n\tmargin-left:0cm;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\n@page Section1\n\t{size:612.0pt 792.0pt;\n\tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;\n\tmso-header-margin:36.0pt;\n\tmso-footer-margin:36.0pt;\n\tmso-paper-source:0;}\ndiv.Section1\n\t{page:Section1;}\n-->\n<\/style><!--[if gte mso 10]>\n<style>\n \/* Style Definitions *\/\n table.MsoNormalTable\n\t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\n\tmso-tstyle-rowband-size:0;\n\tmso-tstyle-colband-size:0;\n\tmso-style-noshow:yes;\n\tmso-style-parent:\"\";\n\tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\n\tmso-para-margin:0cm;\n\tmso-para-margin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:10.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-ansi-language:#0400;\n\tmso-fareast-language:#0400;\n\tmso-bidi-language:#0400;}\n<\/style>\n<![endif]-->\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Es scheint mir\nzweckm\u00e4\u00dfig aus dem Schlegelschen Aufsatz noch eine Stelle anzuf\u00fchren, zum\nBeweise, mit welchem gehaltnen Enthusiasmus und wie ganz anders in jeder\nR\u00fccksicht Lessing dagegen von seinem Nathan redet.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">\u201eWenn man sagen\nwird, da\u00df ein St\u00fcck von so eigner Tendenz nicht reich genug an eignen\nSch\u00f6nheiten sei, so werde ich schweigen, aber mich nicht sch\u00e4men. Ich bin mir\neines Ziels bewu\u00dft, unter dem man auch noch viel weiter mit allen Ehren bleiben\nkann. \u2014 Noch kenne ich keinen Ort in Deutschland, wo dieses St\u00fcck schon jetzt\naufgef\u00fchrt werden k\u00f6nnte. Aber Heil und Gl\u00fcck dem, wo es zuerst aufgef\u00fchrt\nwird.\u201c<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Nathan, setzt\nSchlegel hinzu, kam aber freilich aus dem Gem\u00fcth und dringt wieder hinein; er\nist vom schwebenden Geist Gottes unverkennbar durchgl\u00fcht und \u00fcberhaucht. Nur\nscheint es so schwer, ja fast unm\u00f6glich, das sonderbare Werk zu rubriziren und\nunter Dach und Fach zu bringen. Wenn man auch mit einigem Recht sagen k\u00f6nnte,\nes sei der Gipfel von Lessings poetischem Genie, wie Emilia seiner poetischen\nKunst, wie denn allerdings im Nathan alle dichterische Funken, die Lessing\nhatte \u2014 nach seiner eignen Meinung waren es nicht viele \u2014 am dichtesten und\nhellsten spr\u00fchen; so hat doch die Philosophie wenigstens gleiches Recht, sich\ndas Werk zu vindiziren, welches f\u00fcr eine Karakteristik des ganzen Mannes,\neigentlich das klassische ist, indem es Lessings Individualit\u00e4t aufs tiefste\nund vollst\u00e4ndigste, und doch mit vollendeter Popularit\u00e4t darstellt. Wer den\nNathan recht versteht, kennt Lessing.\u201c \u2014<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Anders als dieses\nUrtheil \u00fcber Lessing und \u00fcber Emilia Galotti lautet freilich das, was Schinck\ndar\u00fcber in seinen dramat. Fragmenten (Band 2. S. 358) sagt: diesem bleibt\nEmilia, Lessings und der ganzen deutschen dramatischen Dichtkunst\nvorz\u00fcglichstes und bestes Produkt. Seine Gr\u00fcnde sind, wenn man sie kurz\nzusammendr\u00e4ngt, da\u00df der Plan des Ganzen mit vieler \u00dcberlegung angeordnet sei,\nda\u00df ein Auftritt aus dem andern flie\u00dfe, sich an den andern anschlie\u00dfe, da\u00df alle\nKaraktere treu gehalten seien, jeder an seinem Orte stehe, keiner \u00fcberfl\u00fcssig,\nsondern h\u00f6chst nothwendig da sein m\u00fcsse, um die Energie des St\u00fccks zu bewirken\nund da\u00df man dann erst, wenn man die\u00df alles erw\u00e4ge, pr\u00fcfe und finde, einsehen\nlernen w\u00fcrde, was f\u00fcr ein Geist in dieser Arbeit Lessings wehe, was f\u00fcr ein\nGenie sie beseele. Man solle, sagt er, es versuchen und einen Auftritt\nherausnehmen und das Ganze w\u00fcrde, wie eine k\u00fcnstlich verbundene Maschine in\nsich selbst zusammenst\u00fcrzen. \u2014<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Es w\u00fcrde nicht\nschwer sein, aus den meisten von Schinks eignen Gr\u00fcnden und Beweisen zu zeigen,\nda\u00df nichts weniger, als das, was er daraus folgert, nothwendig daraus folge,\nda\u00df vielmehr alle diese Gr\u00fcnde wahr sein k\u00f6nnen, ohne da\u00df f\u00fcr Lessings\npoetisches Genie und f\u00fcr Emilia, als Produkt dieses Genies, das mindeste damit\nbewiesen wird. Es w\u00fcrde nicht schwer sein zu zeigen, da\u00df Schink Lessing gar\nnicht verstanden habe, und gar nicht habe verstehen k\u00f6nnen, wenn er die Kunst,\ndie der Lohn seines Flei\u00dfes und seiner Kritik war, von dem eigentlichen\npoetischen Genie, oder wie es Lessing selbst nennt, von der lebendigen Quelle,\ndie durch eigne Kraft sich empor arbeitet, durch eigne Kraft in so reichen, so\nreinen und so frischen Strahlen aufschie\u00dft, nicht zu unterscheiden versteht.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Ber\u00fchmter als\ndiese und andere Schriften \u00fcber Lessing und Emilia Galotti sind die bekannten\nBriefe \u00fcber letztere in Engels Philosoph f\u00fcr die Welt. Unstreitig enthalten\ndiese Briefe einen Schatz von Scharfsinn, Feinheit und Menschenkenntni\u00df, der\nihnen den Ruhm, den sie erlangt und den Rang unter den bessern kritischen\nSchriften, den sie bisher behauptet haben, auf immer zusichern wird. Sie\nverbreiten sich inde\u00df nicht \u00fcber Lessing selbst, nicht einmal \u00fcber Emilia, als\nGanzes betrachtet, sondern nur \u00fcber mehrere der einzelnen Karaktere, \u00fcber deren\nHaltung und Consequenz. Und selbst diese Pr\u00fcfung der Karaktere betrift nicht\nihre Allgemeinheit und Individualit\u00e4t, ihre innere Nothwendigkeit und\nidealische Vollendung, mit einem Worte, sie betrift nicht eigentlich den\nDichter als Dichter, sondern sie ist nur eine scharfsinnige Analyse der\nKaraktere, wie sie einmal da sind, gleichviel ob der mit Erfahrungen und Kenntnisse\nmeublirte und durch Kritik ausgebildete Philosoph Lessing sie gleichsam\nauscalculirt oder ob sein poetisches Talent sie erschaffen hat; sie geht, fast\nimmer von den conventionellen Verh\u00e4ltnissen, die der Verfasser des St\u00fccks\neinmal angenommen hat, aus, sichtet dann fast mathematisch die\nWahrscheinlichkeit und Unwahrscheinlichkeit der einzelnen Z\u00fcge und Tendenzen\nder Karaktere und ihrer formellen Verh\u00e4ltnisse gegeneinander.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Wenn nun aber ein\nSt\u00fcck dieser Art auf die B\u00fchne gebracht wird, so bleibt den Schauspielern\nfreilich nichts \u00fcbrig, als eine \u00e4hnliche Analyse der Karaktere vorzunehmen,\nversteht sich, wenn sie es k\u00f6nnen. Fast mehr als irgendwo sonst und wenigstens\neben so sehr und genau als in Familienst\u00fccken, m\u00fcssen sie suchen, in ihrer\nDarstellung die Karaktere zu individualisiren. Sonst d\u00fcrfte die theatralische\nWirkung, die etwa m\u00f6glich ist, v\u00f6llig unerreichbar sein. So mu\u00df denn der\nSchauspieler, der den Marinelli darstellen soll, die Zusammensetzung und\nVerbindung dieses Karakters und seines Verh\u00e4ltnisses mit den andern Personen,\ndie im St\u00fcck auftreten, aufs sorgf\u00e4ltigste im Ganzen und in allen einzelnen\nZ\u00fcgen nachsp\u00fcren. Er mu\u00df es versuchen, sie so lebhaft als m\u00f6glich vor seine\nPhantasie zu stellen und resp. zu begreifen, \u201ediesen gewandten und verschlagenen\nH\u00f6fling, diesen niedertr\u00e4chtigen und durch lange \u00dcbung im Laster ausgelernten\nVerf\u00fchrer; dieses Empressement, womit er zum Dienst eilt, die leichte Art,\nwomit er dem F\u00fcrsten Schmeicheleien sagt, die Geschwindigkeit, womit er sich\nnach jedem Winde dreht und alles wird, was sein Vortheil in jeder Situation aus\nihm haben will; den leichtsinnigen h\u00e4mischen Witz, womit er \u00fcber Appiani und\nOrsina herf\u00e4hrt; die Vorurtheile von Geburt, von Ehrenstellen, von ersten\nH\u00e4usern; die vollkommne Einsicht, die er sich in dem Karakter des F\u00fcrsten\nerworben, und verm\u00f6ge deren er so vortreflich wei\u00df, wie weit er jedesmal gehen\noder nicht gehen darf, wie er ihn zu dem Punkte, wo er ihn haben will,\nhinbringen, oder wenn er ihm wieder abspringt, ihm wieder zur\u00fcckhohlen soll;\ndie meisterhaften Wendungen, womit er dem H\u00e4rtesten, was er zuweilen sagen zu\nm\u00fcssen glaubt, das Allzuauffallende zu benehmen, und indem er es wieder gut\nmacht, es zu seinem gr\u00f6\u00dften Vortheil zu benutzen wei\u00df; die allertiefste\nVerstellungskunst, womit er sich aus den schlimmsten H\u00e4ndeln herauszureden und\nseine wahren Absichten gegen jedermann zu verh\u00fcllen wei\u00df; die unbegreifliche\nK\u00e4lte und Gleichm\u00fcthigkeit, die ihm immer v\u00f6llige Besonnenheit l\u00e4\u00dft, neue\nH\u00fclfsquellen zu er\u00f6ffnen und neue R\u00e4der in die Maschine einzusetzen, wenn es\nmit den alten nicht mehr fort will; das kriechende Wesen, womit er wahre\nGrobheiten vom Prinzen hinnimmt, und ohne b\u00f6se zu werden, sich Thor und Narr\nschelten l\u00e4\u00dft.\u201c \u2014<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Alles dies, alle\ndiese Z\u00fcge, alle diese Eigenschaften und alle diese Umst\u00e4nde und Verh\u00e4ltnisse\nmu\u00df der Schauspieler, der den Marinelli darstellen will, mit Verstand und\nPhantasie auffassen und \u2014 dann \u2014 hat er doch erst den vollen Stof zu seiner\nDarstellung. Die Form, die er dem Stof geben mu\u00df, das Gepr\u00e4ge, das er ihm\naufdr\u00fccken soll, mu\u00df er durch Beobachtung des \u00e4ussern Menschen von ohngef\u00e4hr\n\u00e4hnlichem Karakter, in \u00e4hnlichen Verh\u00e4ltnissen, in \u00e4hnlichen Situationen aus\nder wirklichen Welt zu entnehmen suchen. Aber, wenn es nun der Marinellis in\nder wirklichen Welt wenige oder gar keine g\u00e4be oder wenn sie wenigstens in dem\nBeobachtungskreise des Schauspielers nicht zu finden w\u00e4ren; wie dann? Ist denn\nnicht entweder mein Raisonnement falsch oder der Schauspieler, der sich in\ndiesem Fall nie befand oder befindet, kann den Marinelli nicht wahrhaft\ndarstellen? Ich bitte, die Sache nicht so \u00e4ngstlich genau zu nehmen und eben\ndrum ganz falsch zu verstehen. Ganz \u00e4hnliche Karaktere, ganz \u00e4hnliche\nVerh\u00e4ltnisse darf die wirkliche Welt nicht liefern, um es dem Schauspieler\nm\u00f6glich zu machen, einen Karakter von dieser Art getreu darzustellen, noch\nweniger ist es n\u00f6thig, da\u00df gerade Ein Individuum von solcher Aehnlichkeit in\nder wirklichen Welt vorhanden sern mu\u00df. Den Stof hat ja der Schauspieler schon\nerkannt und empfunden; er mu\u00df folglich auch schon erkannt und empfunden haben\ndie ganze Eigenth\u00fcmlichkeit des Karakters, den Gang seiner Neigungen, die\nTriebfedern und die F\u00e4den seiner Handlungen und ihre Tendenz \u2014 und vor seiner\nPhantasie mu\u00df also auch schon das Bild stehen, wie sich diese Neigungen, diese\nGesinnungen diese R\u00e4nke, diese T\u00fckke im Allgemeinen ausdr\u00fckken und \u00e4ussern\nw\u00fcrden. Er wei\u00df auch aus seinem Stof, da\u00df Marinelli aus der gro\u00dfen Welt, ein\nZ\u00f6gling der Hofluft, ein G\u00fcnstling eines schwachen Prinzen ist, und, wenn er\nnicht ganz arm an Erfahrung und Weltkenntni\u00df ist, wei\u00df er auch, da\u00df durch\nsolche Verh\u00e4ltnisse der \u00e4ussere Mensch abgeschliffen wird, da\u00df er dem Ausbruch\nder heftigsten Affekte, (die sich freilich, wenn sie einmal ausbrechen, in\njedem auf eine gleiche Weise \u00e4ussern,) vorzubeugen wei\u00df; da\u00df er die gem\u00e4\u00dfigten\nAffekte aber auf eine ganz andere Art als andere Menschen \u00e4ussert, da\u00df er\nSchmeicheleien und Vorw\u00fcrfe, gleichg\u00fcltige Dinge und Dinge, wobei er auf\nAbsichten ausgeht, nicht wie andre Menschen sagt und ausdr\u00fcckt. Hier brauchts\nnun just keiner Marinellis der wirklichen Welt, um diese Weise abzusehen und\nsich, zum Behuf der Darstellung, eigen zu machen. Aber alle die Eigenschaften\nund Z\u00fcge Marinellis werden sich gewi\u00df in mehreren Individuen der gro\u00dfen Welt\nund des Hofes zerstreut finden; ein Blick auf diese gerichtet, den Schatz der\nBeobachtungen gesammelt, in Ein Ganzes gebracht, und der Schauspieler von\nVerstand, Geist und \u00dcbung wird mu\u00df den Marinelli vortreflich darstellen, wenn \u2014\nnoch ein wenn? er einen gewandten K\u00f6rper, ein nicht gemeines Gesicht und eine\ngeschmeidige Zunge besitzt, und endlich \u2014 ein f\u00fcr manche Schauspieler sehr\nwesentliches wenn \u2014 die Rolle auswendig gelernt hat.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Das sind die\nForderungen an den Darsteller des Marinelli; hat Herr Unzelmann sie erf\u00fcllt?\nkonnte er sie erf\u00fcllen? Das Nein auf die letztere Frage entschuldigt das Nein\nauf die erstere. Die Direktion h\u00e4tte dem Herrn Unzelmann diese Rolle gar nicht\nzutheilen sollen; denn, wenn es auch m\u00f6glich w\u00e4re, da\u00df ihm eine solche Rolle\nvortreflich gelingen k\u00f6nnte, so hat er doch einmal hierin fast eben so sehr das\nallgemeine Vorurtheil gegen sich, als er es im ganzen Gebiet der Komik f\u00fcr sich\nhat. Freilich mag dem Direktor die Auswahl des passenden Schauspielers zum\nMarinelli schwer genug geworden sein und wenn er einmal, aus Zerstreuung,\nBescheidenheit oder Widerwillen gegen die Rolle sich selbst nicht sah, so\nbegreife ich sehr wohl, da\u00df er nur auf Herrn Unzelmann fallen konnte.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">War inde\u00df Herr\nUnzelmann nicht der wahrhafte Marinelli und damit ich mit zwei Worten sage,\nwarum er es nicht war, weil ihm nehmlich, ohne ihm den Mangel des Pers\u00f6nlichen\ndazu anzurechnen, in Stellung, Gang, Bewegungen und Benehmen der eigentliche\nPlie des ausstudirten Hofmanns; die zur ungezwungensten Fertigkeit gewordene\nbald so bald anders n\u00fcanzirte, immer treffende, aber nie plumpe Schmeichelei\n\u00fcber jede Kleinigkeit, die dem Prinzen im Thun, Reden oder Blicken entwischt;\ndie dreiste vertrauliche Art des Umgangs mit dem Prinzen, wodurch der G\u00fcnstling\nbezeichnet wird, die aber durch eine Geschwindigkeit, welche sich mit einem\ngewissen Anstande gleich unterwirft, wenn der Prinz anders will, alles\nreichlich wieder giebt, was ihm durch jenen vertraulichen Umgang einger\u00e4umt\nwird und endlich, weil ihm noch mehr alles dasjenige fehlte, wodurch der\neigentliche B\u00f6sewicht Marinelli bezeichnet werden mu\u00df. Ich wei\u00df wohl, da\u00df er\ndies nur in einer oder der andern Scene, wo er allein ist oder es mit Angelo zu\nthun hat, unverhohlen scheinen darf; und da\u00df selbst in dieser Scene anhaltendes\nZ\u00e4hnefletschen, das Zusammendr\u00fccken der Augen bis auf die kleinste \u00d6fnung und\ndas Verziehen des Mundes in eine schiefe Richtung nicht n\u00f6thig sind, um\nMarinelli zu karakterisiren; aber durchschimmern mu\u00df doch \u00fcberall der\nB\u00f6sewicht, ahnden m\u00fcssen wir ihn, ehe wir ihn h\u00f6ren und keinen Augenblick mu\u00df\nuns der Schauspieler zu dem Gedanken verleiten, da\u00df er alles das, was er\ntichtet und beginnet, nur diesmahl so von ohngef\u00e4hr thut, um dem Prinzen\ngef\u00e4llig zu sein und da\u00df sonst seine Natur, seine Gesinnungen gar nicht von der\nArt sind. Gerade zu solchen Gedanken w\u00fcrde mich aber das Spiel des Herrn\nUnzelmann verleitet haben \u2014 wenn ich den wahren Marinelli nicht immer\ngegenw\u00e4rtig gehabt h\u00e4tte. War er inde\u00df, wie ich oben gesagt habe, nicht dieser\nwahre Marinelli, so war er doch ein ganz ertr\u00e4glicher, gar nicht\nungeschmeidiger, sondern vielmehr ein ziemlich golirter Kammerherr, der manche\nSachen ganz h\u00fcbsch zu sagen und sich ohne Unanst\u00e4ndigkeit hie und da recht\nmunter, vielleicht etwas zu munter und zu gesch\u00e4ftig mit den F\u00fc\u00dfen, zu nehmen\nwu\u00dfte. \u00dcberhaupt war der Schauspieler von Flei\u00df und \u00dcbung, dem fast alles\ngel\u00e4ufig und der auf dem Theater zu Hause ist, gar nicht zu verkennen und fast\nm\u00f6chte ich sagen, da\u00df Herr Unzelmann mehr als jemals in den beiden malen, wo\nich ihn als Marinelli gesehen habe, den besten Willen und den w\u00e4rmsten Eifer,\nseine Rolle so gut als m\u00f6glich darzustellen, an den Tag gelegt hat. \u2014<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Als Gr\u00e4finn\nOrsina trat am 8ten Madame Unzelmann nach ihrer Entbindung wieder zum erstenmal\nauf. Es ist f\u00fcr den Freund der Schauspielkunst ein h\u00f6chst angenehmes Gef\u00fchl,\nwenn er das lebhafteste Interesse f\u00fcr eine verdienstvolle K\u00fcnstlerin im\nPublikum gewahr wird. Schon einige Tage vorher hatte ich Gelegenheit an mehrern\nOrten zu h\u00f6ren, mit welcher Freude man dem Tag entgegensah, wo Madame Unzelmann\nwieder die B\u00fchne betreten w\u00fcrde und man kann mit Wahrheit behaupten, da\u00df das\nau\u00dferordentliche Zustr\u00f6men des Publikums zu einem St\u00fckke, das sonst, und wenn\nes noch so lange nicht gegeben war, vor fast leeren B\u00e4nken gespielt wurde, gr\u00f6\u00dftentheils\nder Vorliebe f\u00fcr Madame Unzelmann und dem Drange, sie nach einer mehr denn\nzweimonatlichen Abwesenheit wieder zu sehen, zuzuschreiben ist. Und wem dies\nfast allgemeine Interesse f\u00fcr sie sonst noch nicht bekannt war, mu\u00dfte es bei\neiner fl\u00fcchtigen Ansicht der Person im Parterre und Logen und an ihrer Stimmung\nbesonders in dem Moment, wo ihre Erscheinung als Orsina angek\u00fcndigt und\nerwartet wurde, bemerken. <\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Bisher war Emilia\ndie Rolle der Madame Unzelmann gewesen; ich wei\u00df nicht, ob die Direktion die\nVer\u00e4nderung in der Rollenbesetzung vorgenommen oder ob Madame Unzelmann aus\neigner Wahl ihre Emilia abgegeben und daf\u00fcr die Zutheilung der Orsina gew\u00fcnscht\nhat.<\/p>\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":7719,"zeitung_id":332}},{"id":333,"z_name":"Neue Berlinische Dramaturgie","z_datum":"1798-02-10","z_nummer":"6","z_seite":"81-96","z_autor":"[Friedrich Schulz]","z_text":"<meta http-equiv=\"Content-Type\" content=\"text\/html; charset=utf-8\"><meta name=\"ProgId\" content=\"Word.Document\"><meta name=\"Generator\" content=\"Microsoft Word 11\"><meta name=\"Originator\" content=\"Microsoft Word 11\"><link rel=\"File-List\" href=\"file:\/\/\/C:%5CDOKUME%7E1%5Cgerlach%5CLOKALE%7E1%5CTemp%5Cmsohtml1%5C01%5Cclip_filelist.xml\"><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:WordDocument>\n  <w:View>Normal<\/w:View>\n  <w:Zoom>0<\/w:Zoom>\n  <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>\n  <w:PunctuationKerning\/>\n  <w:ValidateAgainstSchemas\/>\n  <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid>\n  <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent>\n  <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText>\n  <w:Compatibility>\n   <w:BreakWrappedTables\/>\n   <w:SnapToGridInCell\/>\n   <w:WrapTextWithPunct\/>\n   <w:UseAsianBreakRules\/>\n   <w:DontGrowAutofit\/>\n  <\/w:Compatibility>\n  <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>\n <\/w:WordDocument>\n<\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\">\n <\/w:LatentStyles>\n<\/xml><![endif]--><style>\n<!--\n \/* Style Definitions *\/\n p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal\n\t{mso-style-parent:\"\";\n\tmargin:0cm;\n\tmargin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:Arial;\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\np\n\t{mso-margin-top-alt:auto;\n\tmargin-right:0cm;\n\tmso-margin-bottom-alt:auto;\n\tmargin-left:0cm;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\n@page Section1\n\t{size:612.0pt 792.0pt;\n\tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;\n\tmso-header-margin:36.0pt;\n\tmso-footer-margin:36.0pt;\n\tmso-paper-source:0;}\ndiv.Section1\n\t{page:Section1;}\n-->\n<\/style><!--[if gte mso 10]>\n<style>\n \/* Style Definitions *\/\n table.MsoNormalTable\n\t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\n\tmso-tstyle-rowband-size:0;\n\tmso-tstyle-colband-size:0;\n\tmso-style-noshow:yes;\n\tmso-style-parent:\"\";\n\tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\n\tmso-para-margin:0cm;\n\tmso-para-margin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:10.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-ansi-language:#0400;\n\tmso-fareast-language:#0400;\n\tmso-bidi-language:#0400;}\n<\/style>\n<![endif]-->\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Ich will auch\nnicht entscheiden, ob dadurch (nehmlich durch die im vorigen St\u00fcck erw\u00e4hnte,\nver\u00e4nderte Rollenbesetzung) die Vorstellung im Ganzen und ob Emilia selbst\ndadurch gewonnen hat, aber \u2014 Orsina hat gewi\u00df gewonnen; Orsina endlich einmal\naus den Klauen der tragerirenden Stelzenheldinnen in die H\u00e4nde einer\nfeinsinnigen Frau. Einige Hauptz\u00fcge dieses Karakters hat Lessing so frappant\nangegeben, da\u00df sie gar nicht zu verfehlen sind, aber die Gestalt des Ganzen,\ndie es durch die Composition aller einzelnen Bestandtheile und durch die\nMischung von so mancherlei Z\u00fcgen unter einander erh\u00e4lt, m\u00f6chte wohl von wenigen\nSchauspielerinnen deutlich genug verstanden und so lebhaft als es n\u00f6thig ist,\nvor ihre Phantasie gestellt werden. Orsina giebt sich mit der Philosophie ab.\nWenn man auch Marinellis Compliment, \u201ewem ist es nicht bekannt, gn\u00e4dige\nGr\u00e4finn, da\u00df sie eine Philosophinn sind,\u201c f\u00fcr nichts mehr als ein Compliment\nhalten will, so bedarf es doch auch eines solchen Beweises nicht, da\u00df Orsina\nwirklich eine Philosophinn ist, eine Frau, die von der Metaphysik Profession\nmacht und recht spitzfindig denken kann. Der Inhalt der ganzen Rolle ist voll\nder Beweise davon. Weit her scheint freilich diese Philosophie nicht zu sein,\nsie vertreibt sich damit die Langeweile; denn da\u00df sie, wie unsre modernen\ngelehrten Damen und Philosophinnen, die Philosophie als ein Universalmittel\ngegen den Argwohn ihres Eheherrn gebraucht haben werde, um ihn, wie diese, \u00fcber\ndie Absichten der jungen Elegants, die sie belagern und \u00fcber die emsigen\nUnterhaltungen in verborgener Zweisamkeit irre zu f\u00fchren, ist nicht glaublich.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Wenigstens giebt\nuns kein Wort im ganzen St\u00fcck Anla\u00df zu einem solchen Verdacht. Aber stolz ist\nOrsina. Sie war es vielleicht schon von Hause aus und sie ist es noch mehr\ngeworden, weil sie sich als gelehrte, denkende Frau f\u00fchlen gelernt und als\nFavorite des Prinzen ans Befehlen und Gebieten gew\u00f6hnt hat. Doch die\nphilosophische, stolze, gebietende Dame war auch Dame des Hofes und der ersten\nGesellschaften und wenn sie gleich in diesen Zirkeln wohl je zuweilen ihre\nBesch\u00e4ftigung mit der Philosophie verrathen haben mochte, so hatte doch gewi\u00df\ndadurch die feine, elegante Frau an keiner gef\u00e4lligen \u00e4ussern Politur des\nUmgangs, keiner der geselligen Annehmlichkeiten und der reizenden Manieren der\ngro\u00dfen Welt gelitten; diese Eigenschaften hatten vielleicht noch eine Tinktur\nvon W\u00fcrde dadurch bekommen. Ich will zu diesem allen nicht hinzusetzen, da\u00df\nOrsina eine Italienerinn ist. Lessing scheint mir \u00fcberhaupt nicht mit\nplanvoller Absicht den Ort der ganzen Handlung nach Italien verlegt zu haben;\nes m\u00fc\u00dfte denn sein, weil er dort leichter Banditen zur Ermordung Appianis\nerhalten und wahrscheinlicher gebrauchen konnte; h\u00e4tte er es aber auch, so sehe\nich doch nicht, da\u00df er seinen Karakteren, Angelo etwa ausgenommen, besondere\nnationelle, nur Italienern eigenth\u00fcmliche Z\u00fcge und einen italienischen Anstrich\ngegeben hat. Wenigstens kann bei der Darstellung auf deutschen Theatern vor\neinem deutschen Publikum das italienische Nationelle nicht sonderlich in\nBetrachtung kommen. So auch nicht bei der Orsina. Aber wichtiger,\nbemerkenswerther scheint es mir, da\u00df Orsina weder in der Hofluft und in den\nArmen eines \u00fcppigen, woll\u00fcstigen F\u00fcrsten noch in dem Nebel ihrer metaphysischen\nSpeculationen ihr Herz eingeb\u00fc\u00dft hat, da\u00df sie noch nicht gelernt hat, ihre\nwahren Empfindungen zu verbergen, da\u00df sie nicht einmal die Aufwallung derselben\nin Gegenwart Marinellis, dessen ganze nichtsw\u00fcrdige Herzlosigkeit sie kennt,\nunterdr\u00fckken kann und ihm dadurch den Triumph verschaft, \u00fcber sie zu\nhohnl\u00e4cheln. Eine Frau von feiner Welt \u2014 wie es also Orsina in diesem Sinn, wo\nnicht blos das \u00e4ussere, sondern auch das innere abgeschliffen worden, nicht ist\n\u2014 h\u00e4tte nimmermehr in Marinellis Gegenwart auf seine Versicherung, da\u00df der\nPrinz ihren Brief nicht gelesen habe, ihre Wuth, ihren Zorn und ihren Schmerz\nin den Ausbr\u00fcchen \u201enicht gelesen, \u2014 nicht gelesen \u2014 nicht einmal gelesen\u201c\nmerken lassen.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Und diese Orsina\nerscheint nun in dem St\u00fckke als ein von dem Prinzen verlassenes, um einer\nandern Geliebten willen verlassenes Weib! Hieran kn\u00fcpfe ich die wichtigste,\nunerl\u00e4\u00dflichste Forderung an die Repr\u00e4sentantin der Orsina, die Forderung, die\nWirkung wahr und sch\u00f6n auszudr\u00fccken, welche die Gesinnungen und das Verhalten des\nPrinzen auf eine Person von ihrem Karakter, ihrer Bildung und ihren\nLeidenschaften machen, je nachdem sie dar\u00fcber von einer Entdekkung zur andern\nbis endlich zu der schrecklichsten k\u00f6mmt, da\u00df die begl\u00fccktere Geliebte mit ihr\nunter einem Dache ist, da\u00df der Prinz wegen dieser, nicht ihrentwegen nach\nDosalo gekommen ist und da\u00df er, um diese zu besitzen, ein Verbrechen begangen\nhat, w\u00e4hrend er von ihr nicht einmal einen Brief lesen wollte. Und diese\nForderung, zu deren Erf\u00fcllung nichts geringers als die vertrauteste\nBekanntschaft mit dem menschlichen Herzen geh\u00f6rt, hat Madame Unzelmann fast\ndurchaus befriedigt; in manchen Stellen hat sie meine Forderung noch\n\u00fcbertroffen, hat Feinheiten in Accenten, Blicken und Stellungen entwickelt, die\nich durch das aufmerksamste Studium der Rolle nicht zu ahnden vermochte, die\naber freilich einer Schauspielerinn von so regsamen Geist, so feinem Sinn und\nso praktischer Kunst nicht entgehen konnten. In einigen Stellen bin ich inde\u00df\nnicht durch die Art, wie Madame Unzelmann sie nahm, \u00fcberzeugt worden, da\u00df die\nandere Art, wie ich sie mir gedacht habe, die unrichtige sei. So scheint mir\nzum Beispiel, da\u00df in der Stelle \u201ek\u00fcssen, k\u00fcssen m\u00f6cht' ich ihn \u2014 und wenn sie\nselbst dieser Teufel w\u00e4ren, Marinelli\u201c der leise Schlag mit dem F\u00e4cher auf\nMarinellis Gesicht nicht hieher geh\u00f6rte. Sicher war Madame Unzelmann weit\nentfernt, hier blos ein Theaterspiel anzubringen, aber die Wahrheit verlohr\nnach meiner Empfindung immer, so ungezwungen und fein ihr auch an sich diese\nManier gelang. Orsina ist eben in einer Aufwallung von Schadenfreude \u00fcber die\ngemachte Entdekkung, da\u00df Emilia Galotti es ist, die sich beim Prinzen befindet;\nsie \u00fcbersieht mit einmal das ganze Gewebe und die Mittel zur Rache, die sie\njetzt in die H\u00e4nde bek\u00f6mmt; in diesem teuflischen Entz\u00fckken k\u00f6nnte sie, wie sie\nsagt, selbst den Teufel Marinelli k\u00fcssen. Aber k\u00fc\u00dft sie ihn wirklich? Mich\nd\u00fcnkt, eine gewisse verachtende W\u00fcrde mitten im Taumel w\u00e4re hier der wahre\nAusdruck und jener, den Madame Unzelmann w\u00e4hlte, scheint zu nahe mit dem Spiel\nder Drolligkeit und scherzhafter Nekkerei verwandt, um hier zul\u00e4ssig zu sein.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Der enge Raum\ndieses Blatts erlaubt es mir jetzt nicht, mich \u00fcber die einzelnen gro\u00dfen und\nmannigfaltigen Sch\u00f6nheiten in der Darstellung der Madame Unzelmann zu verbreiten;\naber ich werde, da doch hoffentlich Emilia Galotti bald einmal wieder gegeben\nwird, mich k\u00fcnftig diesem Gesch\u00e4ft mit Vergn\u00fcgen hingeben und f\u00fcr jetzt nur\nnoch einige Worte \u00fcber ihre Darstellung im Ganzen betrachtet sagen.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Man scheint\ngleichsam als Grundsatz angenommen zu haben, da\u00df Orsina von einer\nSchauspielerinn von gro\u00dfer L\u00e4nge, starkem K\u00f6rperbau, m\u00e4nnlicher Sprache und\n\u00fcberhaupt starken eindringenden Organen dargestellt werden m\u00fcsse. Einige haben\nnoch genauer Nachrichten von ihr, wissen, welche Augen, welches Haar und welche\nGesichtsfarbe sie hat und \u2014 also auch in der Darstellung haben sollte.\nAllerdings haben diese Forderungen einen guten Grund in der Phantasie eines\njeden, der sich irgend einen von einem Dichter hingeworfenen Karakter lebhaft\nvorzustellen im Stande ist. Und gern gestehe auch ich, da\u00df meine Phantasie bei\njedem nur einigerma\u00dfen interessanten Karakter eines Schauspiels oder eines\nRomans immer sehr besch\u00e4ftigt ist; da\u00df sie ihm Augen, Nasen, Ohren, Stirne,\nHaare, Gesichtsfarbe, Z\u00fcge, kurz alles giebt, was ihn individualisiren kann;\nund da\u00df es mir sehr lieb w\u00e4re, wenn der Darsteller oder die Darstellerinn immer\ngerade so auss\u00e4he, wie das Bild meiner Phantasie.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Aber wenn man\ndiese Forderungen im Ernst geltend machen wollte, w\u00fcrde man vielleicht eben so\nviel Schauspieler haben m\u00fcssen, als verschiedene Karaktere auf der B\u00fchne\nexistiren; und dann w\u00e4re vielleicht doch nur Einer unter den Zuschauern\nbefriedigt. Denn wer b\u00fcrgt daf\u00fcr, da\u00df alle \u00fcbrige das n\u00e4mliche Bild im Kopfe\nhaben und da\u00df nicht jeder ein anderes, sei's weniger oder mehr modifizirt, hat.\nMan brauche daher diese Spiele der Phantasie, wozu man will; nur gr\u00fcnde man\ndarauf im Ernste keine Forderungen an unsre Schauspieler. Gleichwohl bin ich\nweit entfernt in Abrede zu stellen, da\u00df f\u00fcr die Darstellung und den Ausdruck\ngro\u00dfer Karaktere, erhabener Tugenden oder m\u00e4chtiger Leidenschaften, wo nicht\ndurch ein gemeinschaftliches Gef\u00fchl, doch durch eine gewisse gemeinschaftliche\n\u00dcbereinkunft, eine Art von Ebenmaa\u00df des K\u00f6rpers und seiner Organe festgesetzt\nworden. Aber demohngeachtet sehe ich nicht ein, da\u00df man durchaus sechs Fu\u00df\nL\u00e4nge, starke Knochen und eine Ba\u00dfsprache haben m\u00fcsse, um die W\u00fcrde, den Stolz,\ndie Kraft und die Wuth der Orsina darzustellen und auszudr\u00fckken. Besser,\nimponirender kann dies alles allerdings ausgedr\u00fcckt werden, wenn sich eine\ngewisse hohe Majest\u00e4t der Figur, und eine m\u00e4nnliche Kraft der Sprache mit\nangenehmer Weiblichkeit, Grazie und feinen, gef\u00e4lligen Accenten verbindet. Aber\nich opfere, (versteht sich in der Darstellung einer weiblichen Rolle) lieber\neinen guten Theil der erstern auf, ehe ich von letztern nur einen Strich fahren\nlasse und ich h\u00f6re vielleicht ganz auf, Gr\u00f6\u00dfe der Gestalt und starke Sprache zu\nvermissen, wenn die Schauspielerinn durch die Bekanntschaft und den Umgang mit\nder wirklichen Welt alle sch\u00f6nen und erhabnen Formen des K\u00f6rpers kennt und\nihren kleinen zarten K\u00f6rper so in ihrer Gewalt hat, da\u00df sie ihn \u00fcberall mit\nGeschmack, Anstand und W\u00fcrde zu tragen und zu bewegen wei\u00df.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Madame Fleck war\nEmilia. Diese junge, liebensw\u00fcrdige Schauspielerinn scheint f\u00fcr den Ausdruck\nder Unschuld, der Sanftmuth und des schuldlosen Leidens gebohren zu sein. Ihre\nSprache ist melodisch s\u00fc\u00df und ihr Gesicht so taubenartig und so lieblich, da\u00df\neine h\u00f6chst angenehme und so gewi\u00df sehr selten zu findende Harmonie entsteht,\nwenn sie die Darstellerinn eines unschuldigen und sanften M\u00e4dchens ist. Sie ist\ndaher in mehr als einer R\u00fccksicht vorz\u00fcglich geschickt, eine Emilia zu\nrepr\u00e4sentiren. Emilia, \u00fcber deren Karakter ich darum kein Wort sagen will, weil\nich offenherzig gestehen mu\u00df, da\u00df die Einw\u00fcrfe, welche gegen sie, namentlich in\nden Briefen in Engels Philosoph f\u00fcr die Welt gemacht sind, mich nicht ganz\n\u00fcberzeugt haben, und auf der andern Seite ich mich doch ausser Stande f\u00fchle, sie\nzu widerlegen. \u2014 \u00dcber die Darstellung dieser Rolle kann man daher auch nur da\nsicher urtheilen, wo der Sinn des Dichters ganz unzweifelhaft ist. Gegen diesen\nunzweifelhaften Sinn des Dichters fehlte Madame Fleck gleich bei ihrer ersten\nErscheinung. Die furchtsame, fromme Emilia von dem Prinzen mitten in ihrer\nAndacht am heiligen Altar \u00fcberfallen, erschrokken und zitternd vor seinem\nFrevel fliehend und durch die bet\u00e4ubende Angst, da\u00df er sie verfolge, mit ihr in\ndas Haus ihrer Eltern trete, mit ihr die Treppe hinaufsteige, immer mehr\nersch\u00fcttert, trat h\u00f6chstens etwas sch\u00fcchtern und verlegen, den Schleier vor\nihrem Gesichte, zu ihrer Mutter ins Zimmer hinein und wand ihn dann gem\u00e4chlich\nvom Gesichte hinweg. Die Mutter selbst erschrickt vor ihr \u201ewas ist dir \u2014 du\nblickest so wild um dich,\u201c aber wir begreiffen ihre Rede nicht, denn wir sahen\nkeine Emilia mit wilden Blikken; die Mutter sagte \u201eich werde es nie vergessen,\nmit welcher Geberde du hereinst\u00fcrztest\u201c und wer bedauerte nicht, da\u00df er diese\nGeberde nicht gesehen hatte, wer h\u00e4tte nicht ebenfalls gern das sch\u00f6ne Bild der\neben in ihren heiligsten Gef\u00fchlen so frevelhaft gest\u00f6hrten, an ihren\nempfindlichsten Seiten ihrer Fr\u00f6mmigkeit und ihrer Unschuld beleidigten Emilia\nin seiner ganzen Wahrheit einer best\u00e4ndigen Erinnerung \u00fcberliefert? Freilich\nwar dieser Verlust gro\u00df und um so gr\u00f6\u00dfer, da die allm\u00e4hlig abnehmende Furcht\nEmiliens und ihre wiederkehrende nat\u00fcrliche Heiterkeit nun einen schw\u00e4chern\nKontrast machte. \u00dcberhaupt schien mir Madame Fleck in der ganzen Erz\u00e4hlung des\nVorfalls mit dem Prinzen zu zahm; vielleicht war eine, an sich sehr\nlobenswerthe Absicht, nicht \u00fcber die Grenzen des Schicklichen zu gehen, die\nUrsache davon, aber eine Schauspielerinn von so zarter, gef\u00e4lliger\nWeiblichkeit, von so viel nat\u00fcrlicher Dezenz darf nicht f\u00fcrchten, unangenehm zu\nwerden, wenn sie hie und da etwas dreister zu Werke geht. \u00dcbrigens deklamirte\nsie in dieser und in der folgenden Scene mit Appiani mit alle dem s\u00fc\u00dfen\nWohlklang, dessen ihr sch\u00f6nes Sprachorgan f\u00e4hig ist; mehrere einzelne Stellen\nsagte sie mit hinreissendem Gef\u00fchl. Weit weniger gefiel sie mir in der Scene\ndes f\u00fcnften Akts mit Odoardo. Man mag annehmen, da\u00df Emilia den Prinzen wirklich\nliebt, da\u00df sie nur aus Gehorsam gegen ihre Eltern und aus Hochachtung gegen\nAppiani diesem die Hand geben wollte und da\u00df sie, in der \u00e4ngstlichen Besorgni\u00df,\nbei l\u00e4ngerm Aufenthalt in der N\u00e4he des Prinzen den Kampf der theuren Pflicht,\ndie ihr Religion und kindliche Ehrfurcht lehrt, mit der Liebe zum Prinzen\nvielleicht nicht bestehen zu k\u00f6nnen, aus Verzweiflung den Tod sucht oder aber,\nda\u00df eine edlere Furcht vor Schande, (und ihr diese anzuh\u00e4ngen, hatten\nL\u00e4sterzungen schon aus dem, was bereits vorgefallen war, Stof genug in H\u00e4nden)\nund religieuse Schw\u00e4rmerei das sanfte M\u00e4dchen mit einmal zur Heroinn\nbegeisterten und ihr eine Verachtung des Lebens, das sie unter B\u00f6sewichtern und\nverderbten Menschen hinf\u00fchren sollte, einfl\u00f6\u00dften; ich sage, man mag diese oder\njene Meinung annehmen, in jedem Fall mu\u00df Emilia in dieser letzten Scene\ndreister, k\u00fchner, affektvoller erscheinen, als Madame Fleck es war. Und dieses\nFeuer, dieser Affekt mu\u00df sich besonders der ber\u00fchmten Stelle \u201eGewalt, Gewalt!\nwer kann der Gewalt nicht trotzen, Verf\u00fchren ist die wahre Gewalt\u201c bis auf die\nWorte \u201egeben Sie mir diesen Dolch\u201c mittheilen, eine Stelle die Madame Fleck\nnicht ohne Sch\u00f6nheit sprach, aber nur mit rhetorischer Sch\u00f6nheit; man h\u00f6rte\neine sch\u00f6ne Rede, nicht die Stimmung, die sie eingab, nicht die \u00fcberm\u00e4chtigen\nGef\u00fchle, die sie herausstr\u00f6mten; man h\u00f6rte die Schauspielerinn, nicht Emilia.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Madam B\u00f6heim\nspielte am 8ten zum erstenmal die Claudia. Ihr Bestreben, die Rolle m\u00f6glichst\nsch\u00f6n darzustellen, und namentlich in der Scene mit Marinelli den Ausdruck\nm\u00fctterlicher Wuth, ohne ihn an St\u00e4rke verlieren zu lassen, doch immer in den\nGrenzen des Anstands zu erhalten, war fast zu sichtbar. Das Dehnen der Worte\n\u201eMarinelli u. s. w.\u201c gewann eben darum nicht an Nachdruck, sondern wurde\nK\u00fcnstelei. Aber mit weit mehr Natur, mit Innigkeit und Kraft, ohne die\nSchicklichkeit zu beleidigen, gelang ihr die Rolle bei der zweiten Vorstellung;\nsie wirkte wie sie wirken sollte.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Odoardo ist schon\nlange als eine der sch\u00f6nsten Darstellungen des Herrn Fleck bekannt. Der harte\nunbiegsame Mann, seine Unzufriedenheit mit den Menschen aus Menschenkenntni\u00df,\nsein Ha\u00df gegen den Hof, weil die Verderbni\u00df hier den Gipfel erstiegen hat, \u2014\nalles dies zeigt Herr Fleck schon durch eine \u00e4usserst karakteristische\nAussenseite und durch eine Menge kleiner Z\u00fcge, die er mit gro\u00dfer Wahrheit\nanzubringen wei\u00df. Er hat \u00fcberhaupt die Rolle nicht blos sch\u00f6n empfunden, er hat\nsie studirt und, wie uns d\u00fcnkt, Schinks Zergliederung Odoardos dabei vorz\u00fcglich\nzu Rathe gezogen. Schink sagt: Odoardos Wuth sei nicht lautes Geschrei, sondern\n\u00e4ussere sich vielmehr in durch die Z\u00e4hne geknirschten, ged\u00e4mpften, verbi\u00dfnen\nT\u00f6nen, in dumpfen h\u00e4mischen Lachen; und dies Raisonnement scheint mir\npsychologisch richtig zu sein. Im Ganzen dr\u00fcckte Herr Fleck gerade so, gerade\nmit solchen T\u00f6nen, solchem Lachen Odoardos Wuth aus. Inde\u00df warum sollte der\ngenialische Schauspieler nicht in sich selbst die Saiten finden, die jedesmal\nden wahren Ton und den wahren Ausdruck angeben? Und vielleicht hat Schink nur\nnachgeschrieben, was er an einem ihm nahen gro\u00dfen Muster, an Schr\u00f6der sah.<\/p>\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":7719,"zeitung_id":333}},{"id":334,"z_name":"Neue Berlinische Dramaturgie","z_datum":"1798-02-17","z_nummer":"7","z_seite":"97\u2013104","z_autor":"[Friedrich Schulz]","z_text":"<meta http-equiv=\"Content-Type\" content=\"text\/html; charset=utf-8\"><meta name=\"ProgId\" content=\"Word.Document\"><meta name=\"Generator\" content=\"Microsoft Word 11\"><meta name=\"Originator\" content=\"Microsoft Word 11\"><link rel=\"File-List\" href=\"file:\/\/\/C:%5CDOKUME%7E1%5Cgerlach%5CLOKALE%7E1%5CTemp%5Cmsohtml1%5C01%5Cclip_filelist.xml\"><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:WordDocument>\n  <w:View>Normal<\/w:View>\n  <w:Zoom>0<\/w:Zoom>\n  <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>\n  <w:PunctuationKerning\/>\n  <w:ValidateAgainstSchemas\/>\n  <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid>\n  <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent>\n  <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText>\n  <w:Compatibility>\n   <w:BreakWrappedTables\/>\n   <w:SnapToGridInCell\/>\n   <w:WrapTextWithPunct\/>\n   <w:UseAsianBreakRules\/>\n   <w:DontGrowAutofit\/>\n  <\/w:Compatibility>\n  <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>\n <\/w:WordDocument>\n<\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\">\n <\/w:LatentStyles>\n<\/xml><![endif]--><style>\n<!--\n \/* Style Definitions *\/\n p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal\n\t{mso-style-parent:\"\";\n\tmargin:0cm;\n\tmargin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:Arial;\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\np\n\t{mso-margin-top-alt:auto;\n\tmargin-right:0cm;\n\tmso-margin-bottom-alt:auto;\n\tmargin-left:0cm;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\n@page Section1\n\t{size:612.0pt 792.0pt;\n\tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;\n\tmso-header-margin:36.0pt;\n\tmso-footer-margin:36.0pt;\n\tmso-paper-source:0;}\ndiv.Section1\n\t{page:Section1;}\n-->\n<\/style><!--[if gte mso 10]>\n<style>\n \/* Style Definitions *\/\n table.MsoNormalTable\n\t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\n\tmso-tstyle-rowband-size:0;\n\tmso-tstyle-colband-size:0;\n\tmso-style-noshow:yes;\n\tmso-style-parent:\"\";\n\tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\n\tmso-para-margin:0cm;\n\tmso-para-margin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:10.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-ansi-language:#0400;\n\tmso-fareast-language:#0400;\n\tmso-bidi-language:#0400;}\n<\/style>\n<![endif]-->\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Aber warum\nentstellt Herr Fleck ein Gem\u00e4hlde, dessen Umri\u00df ihm so sch\u00f6n gelungen, dessen\nHauptz\u00fcge er so nat\u00fcrlich, so frappant hingezeichnet, mit so sonderbaren Manieren,\nmit so widrigen Flekken? Warum denn immer die ganze Tonleiter durchgegangen?\nWarum folgt so oft und so schnell auf den wahrsten Ausdruck des Edlen in Ton\nund Blick ein platter, kr\u00e4hender, komischer Ton und eine possierliche Grimasse?\nUnausbleiblich sind dann solche Wirkungen, wie man sie fast jedesmal, wenn Herr\nFleck spielt, zu bemerken Gelegenheit hat. Der eine Theil des Publikums sieht\nmitten in allen diesen auffallenden Untugenden doch immer den seltenen\nG\u00fcnstling der Natur, den genialischen Schauspieler, verzeiht nicht nur gern das\nKleinere um des bei weitem Gr\u00f6\u00dferen, sondern ist immer bereit, das Letztere mit\nlautem Beifall zu belohnen; der andere Theil h\u00e4lt sich an dem, was er in jedem\nMoment sieht und h\u00f6rt, er versteht es nicht seine \u00fcblen Eindr\u00fckke\nwegzuraisonniren, wird unwillig \u00fcber den, der sie bewirkte, der ihm Ekel\neinfl\u00f6\u00dfte, wo er sein ganzes Herz anziehen sollte, sagt auf gut biblisch: \u201eder\nKnecht, dem der Herr viel gegeben hat, von dem wird auch viel gefordert,\u201c und\nlacht und zischt derbe darunter, wenn jener Theil Beifall austheilt. Es ist\nallerdings schwer, den \u00fcblen Eindr\u00fckken ein Gleichgewicht zu geben, wenn es\nHerrn Fleck beliebt ganze Monologe mit Gesichterschneiden zu halten und mit\nseinen T\u00f6nen ein Conzert von lauter Dissonanzen aufzuf\u00fchren. Auch hierinn mag\nGenie stekken; unsre gew\u00f6hnlichen Augen und Ohren taugen vielleicht nur nicht\ndazu es herauszufinden, und wer wei\u00df, ob es nicht an unsern noch zu\nunkultivirten Gef\u00fchlen, an ihrem Mangel an Zartheit und Feinheit liegt, da\u00df das\nSchaben mit einem Messer auf einem t\u00f6nernen Pfeifenstiel einen so widrigen\nEindruck auf uns macht, da\u00df unser Eingeweide zerrei\u00dfen m\u00f6chte. Mag sich Herr\nFleck mit diesem Mangel an Kultur unsrer Gef\u00fchle tr\u00f6sten, und auf dem\nPflaumbette seines Genies \u00fcber unsre alberne Kurzsichtigkeit l\u00e4cheln.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Herr Beschort\nhatte die Rolle des Prinzen. Der Karakter dieses Prinzen ist bald gefunden; er\nselbst erkl\u00e4rt ihn uns auf die untr\u00fcglichste Weise, und, fast m\u00f6chte ich sagen,\nnur zu schnell. Wir haben kaum zwanzig Worte von ihm geh\u00f6rt, und wir wissen auf\nein Haar, was an dem Herrn Gutes und B\u00f6ses ist. \u201eKlagen nichts als Klagen,\nBittschriften nichts als Bittschriften! \u2014 die traurigen Gesch\u00e4fte, und man\nbeneidet uns noch.\u201c Man sieht, der Herr arbeitet nicht gern, die Gesch\u00e4fte sind\nihm verdr\u00fc\u00dflich. \u201eDas glaub\u2019 ich, wenn wir allen helfen k\u00f6nnten: dann w\u00e4ren wir\nzu beneiden.\u201c Er hat aber doch ein gutes weiches Herz, er m\u00f6chte gern Niemand\netwas abschlagen, alle Bitten gern gew\u00e4hren, \u2014 \u201eEmilia? \u2014 Eine Emilia? \u2014 Aber\neine Emilia Bruneschi \u2014 nicht Galotti. Nicht Emilia Galotti.\u201c Ach, unser Prinz\nist verliebt und wie verliebt! wer h\u00f6rt nicht den schmachtenden, liebewarmen\nTon, mit dem er \u201eNicht Emilia Galotti\u201c sagt. \u201eWas will sie diese Emilia\nBruneschi? \u2014 Viel gefordert, sehr viel. \u2014 Doch sie hei\u00dft Emilia. Gew\u00e4hrt!\u201c\nSiehe da, nakt und blank steht unser Prinz vor uns; er gew\u00e4hrt der Bittenden,\nnicht, weil ihr Recht es heischt, nein weil sie den Namen seiner Geliebten\nf\u00fchrt, weil sie Emilia hei\u00dft. Da\u00df ein solcher Prinz einen G\u00fcnstling hat, haben\nmu\u00df, ahnden wir schon, ehe wir es h\u00f6ren: da\u00df er von diesem sich leiten l\u00e4\u00dft,\nwenn dieser es versteht, seinen Launen und Begierden zu schmeicheln, ist\nausgemacht.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Aber ein leicht\nzu erkennender Karakter ist darum nicht immer ein leicht darzustellender, und\nvielleicht macht keine Rolle dem Darsteller so eigene Schwierigkeiten, als die\ndes Prinzen: der Grund dieser Schwierigkeiten liegt freilich gew\u00f6hnlich mehr in\nder Person des Darstellers, als in der Rolle selbst. Diese ist leicht, spielt\nsich fast von selbst, wenn der Darsteller mit einem unverlegenen, freien\nWeltanstand, mit einem gef\u00e4lligen \u00c4u\u00dfern und einer angenehmen Sprache eine\nLebhaftigkeit, ein Feuer verbindet, die sich ungezwungen immer in sch\u00f6nen und\nedlen Formen mittheilen, ohne matt und verk\u00fcnstelt zu scheinen. Selten wird man\neinen so vollkommnen Einklang der \u00e4u\u00dfern und innern Organe in der Person eines\nSchauspielers zusammentreffen, in dem einen wird sich das Feuer der\nLeidenschaften zu wild, zu ungest\u00fcm, dem Edlen und dem Karakter zuwider \u00e4u\u00dfern,\nin dem andern wird die M\u00fche, der Zwang es in den Schranken des Anstands und der\nW\u00fcrde zu halten, zu sehr hervorstechen. Ich mag keinen von beiden, aber lieber\nnoch den erstern als den letztern, dort bleibt mir doch der Mensch, hier nicht\nviel mehr als eine k\u00fcnstliche Maschine. \u2014 Herr Beschort ist in den meisten\nR\u00fccksichten unstreitig der Schauspieler bei unsrer B\u00fchne, dem die Rolle des\nPrinzen \u00fcbertragen werden mu\u00dfte, und von dem man eine gute Darstellung\nderselben erwarten durfte, Gestalt, Sprache, Anstand, Gaben der Natur, und\nEigenschaften, die er sich durch Flei\u00df und Bekanntschaft mit der Welt erwarb,\nrufen ihn dazu. Erf\u00fcllte er nicht alle unsre Erwartungen, bem\u00fchte er sich hie\nund da zu sehr uns den artigen, zierlichen Prinzen zu zeigen, ging dar\u00fcber der\nrasche, leidenschaftliche und mit diesem Lebhaftigkeit und Kraft verloren, so\nwar dies Resultat sicher gegen Wissen und Willen des Darstellers. Man darf ihn\nnur darauf aufmerksam machen, und die Ursachen, die ein solches Resultat\nhervorbrachten, werden wo nicht alle, doch gr\u00f6\u00dftentheils verschwinden; er wird\ndreister zu Werke gehen, und nicht besorgt seyn d\u00fcrfen, dar\u00fcber einen Anstand\nzu verlieren, der ihm zu nat\u00fcrlich geworden ist; seine Aktion wird rascher,\nsein Ausdruck leidenschaftlicher und seine ganze Darstellung lebendiger werden.\nVon den einzelnen Z\u00fcgen seiner Darstellung will ich nur einen und zwar darum\nanf\u00fchren, weil unter allen Schauspielern, von denen ich den Prinzen dargestellt\ngesehen habe, Herr Beschort einen Fehler nicht beging, den alle begingen. Sie\naccentuirten nehmlich in der Scene mit Camillo Rota das \u201erecht gern\u201c so scharf\nund stark, als h\u00e4tten sie schon im voraus Kenntni\u00df von dem Selbstgespr\u00e4ch des\nCamillo Rota in dem darauf folgenden Auftritte, als w\u00fc\u00dften sie schon, da\u00df der\nehrliche Rath hinterher \u00fcber das gr\u00e4\u00dfliche \u201eRecht gern\u201c so sch\u00f6n philosophiren\nw\u00fcrde. \u00c4hnliche Fehler sind nicht selten \u2014 aber da spielt doch wohl der\nSchauspieler den Schauspieler, nicht der Schauspieler den Menschen.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">\u00dcber den Appiani\ndes Herrn Mattausch will ich mich jetzt ganz kurz fassen. Ich w\u00fcrde an seiner\nDarstellung nur das r\u00fchmen k\u00f6nnen, was an ihm immer zu r\u00fchmen ist, und nur das\ntadeln k\u00f6nnen, wor\u00fcber man ihn von allen Seiten und unaufh\u00f6rlich aber immer\nvergebens tadelt. Sein Gesicht hat er nun einmal nicht in seiner Gewalt, selten\nauch seine Bewegungen; der Ausdruck seiner Mienen und Blikke ist selten rein,\naber gew\u00f6hnlich sehr derbe. Lebhaftigkeit und Kraft fehlen ihm nie, \u00f6fter aber\nihr guter Gebrauch. Am tadelfreisten erscheint er, wo er Gelegenheit hat, mit\nseinem herzlichen, r\u00fchrenden Ton zu wirken. \u2014 Mit solchen guten Eigenschaften\nund solchen M\u00e4ngeln ist auch sein Appiani ausgestattet.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Conti ist in\nHerrn Herdts H\u00e4nden. Ich denke mir Conti als einen jungen, lebhaften K\u00fcnstler\nmit allen den Entraills und Dehors, die dieser Menschenklasse eigen zu sein\npflegt. Kann man den Mann, der alle Greise und Gro\u00dfv\u00e4ter seit 15 Jahren\nrepr\u00e4sentiren mu\u00df, wohl f\u00fcr Conti nehmen? Ich glaubte nicht an ihn als er\nhervortrat und als er abtrat \u2014 war ich nicht gl\u00e4ubiger geworden.<\/p>\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":7719,"zeitung_id":334}}],"zettel":[]},{"id":7726,"theaterstueck_id":44,"veranstaltungsuntertitel":"Emilia Galotti, T. in 5 A. von Lessing","auffuehrungsdatum":"14.01.1798","auffuehrungsort":"NT","uhrzeit":"","quelle":"BAZ 1798, 3","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2009-09-23 23:09:31","datensatz_geaendert_dat":"2009-09-23 23:09:31","datensatz_erstellt_user":25,"datensatz_geaendert_user":25,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":7893,"theaterstueck_id":44,"veranstaltungsuntertitel":"Emilia Galotti, T. in 5 A. von Lessing","auffuehrungsdatum":"26.05.1798","auffuehrungsort":"NT","uhrzeit":"","quelle":"BAZ 1798, 6","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":"<br>","schauspieler_info":"Herr Hagemann als Appiani","datensatz_erstellt_dat":"2009-09-28 14:41:04","datensatz_geaendert_dat":"2009-09-28 14:41:04","datensatz_erstellt_user":25,"datensatz_geaendert_user":25,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":6583,"theaterstueck_id":44,"veranstaltungsuntertitel":"Emilia Galotti, Tr. in 5. 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Das St\u00fcck war gleichsam\nneu besetzt, den Odoardo spielte statt des verstorbenen Fleck, Hr. Herdt, den\nConti statt dessen Hr. Iffland, den Marinelli statt Hr. Unzelmanns, Hr. Berger.\n<o:p><\/o:p><br>Welchen Eindruck mu\u00df dieses\nSt\u00fcck, so vollendet und so gefeilt, bey seiner ersten Erscheinung auf die\nZuschauer gemacht haben. Wir haben keinen Maa\u00dfstab daf\u00fcr, als die Wirkung, die\nes noch jetzt hervorbringt, und immer hervorbringen wird, wenn auch die\nNachwelt sich ihm etwas entfremden sollte. Denn es sind wirklich manche\nEigenheiten von dem Genie seines Verfassers \u00fcbergegangen, die immer merklicher\nund auffallender werden m\u00fcssen, je weiter die Zuschauer von dem Zeitalter\nentfernt sind, welches sein Geist ganz erf\u00fcllte. So fiel schon jetzt das Ringen\nund Streben nach Sentenzen, welches fast alle Personen des St\u00fcckes besessen\nhat, auf, und das Gef\u00fchl, welches nie eher ausgesprochen wird, als bis der\nVerstand es zu einer Maxime verarbeitet hatte, weckte nie Mitgef\u00fchl. Man hat\nLessings Witze es vorgeworfen, da\u00df er metaphysisch sey, ein \u00e4hnliches lie\u00dfe\nsich von dem Sentimentalen seiner Werke sagen. Freylich ist Appiani tr\u00fcbe,\nverstimmt, nachdenkend, aber es f\u00e4llt doch sehr auf, wenn er, sobald ihn\nEmilie, die mit liebensw\u00fcrdiger T\u00e4ndeley von ihrem Putze sprach, ihn verlassen\nhat, durch den Ausdruck: in wenigen Sekunden bin ich wieder bey Ihnen, \u2013 zu der\nBetrachtung \u00fcbergeht: ja wenn die Zeit nicht in uns w\u00e4re? Mich d\u00fcnkt, Stellen\nwie diese ist, sieht man das Studium des Verfassers an. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Eine andere Bemerkung dr\u00e4ngte\nsich bey dem Anblicke des St\u00fcckes auf. <o:p><\/o:p><br>Es l\u00e4\u00dft sich wohl annehmen,\nda\u00df in einem so durchaus berechnetem St\u00fccke, alle Parthien mit gleicher Kraft\nund gleichem Flei\u00dfe bearbeitet sind. Lessing hat seinen Prinzen, wie den\nMarinelli, die Emilie wie die Orsina, Angelo wie Pirrho mit gleicher\nGenauigkeit gezeichnet, und ihm war die Schilderung des Geistes der feinen\nGeselligkeit des Hoftons eben so wichtig, als die Banditen-Sitte und ihres\nGeistes. Gleichwohl beleidigt uns manches in der erstern, wir vermissen die\nzarte Feinheit des Gef\u00fchls, statt derselben herrscht der epigrammatische Ton,\nder vom Verstande ausgeht. Dagegen spricht Angelo in jedem Worte den Banditen\nvollkommen aus. Es fragt sich nun: sind die Formen des Geistes in den\nungebildeten St\u00e4nden und Verh\u00e4ltnissen, so wie sie greller und kr\u00e4ftiger sind,\nauch bleibender, als in den h\u00f6heren und cultivirteren? und wenn es ist, was\nresultirt aus dieser Bemerkung f\u00fcr eine Regel f\u00fcr den Schauspieldichter? \u2013 Sie\nwird vorz\u00fcglich auf die Kunst des Dialogs sich beziehen. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Die Vorstellung der Emilie\nwar bis auf eine Parthie fast vollkommen gelungen. Es kann hier nicht von den\nSchauspielern die Rede seyn, die diese Rollen schon \u00f6fter dargestellt haben,\nman m\u00fc\u00dfte nur ihr Lob wiederholen. Den Prinzen w\u00fcnschen wir leichter\nleichtsinniger und gen\u00fc\u00dflicher dargestellt. So k\u00fcndigt ihn Lessing gleich ein,\narbeitscheu, aber gutm\u00fcthig, Kunstfreund aus Sybaritismus, und nur durch seinen\nFlattersinn wird es erkl\u00e4rbar, wie er sich durch Marinelli so kann leiten\nlassen. Hr. Herdt, der die Rolle des Odoardo schon \u00f6fter als Deb\u00fct gespielt,\nleistete billigen Forderungen Gen\u00fcge, und die Erinnerung an Fleck st\u00f6rte die\nWirkung seines Spiels nicht. Einige Stellen schien er absichtlich von ihm\naufgefa\u00dft zu haben, sie gelangen ihm, so schwer es sonst seyn mag, einen K\u00fcnstler\nwie Fleck, im Einzelnen und Kleinen zu imitiren, und wir fanden darin die sch\u00f6ne\nAnerkennung der Verdienste eines w\u00fcrdigen Vorg\u00e4ngers, wie den Muth, welcher die\nParalel nicht scheut. <o:p><\/o:p><br>Herr Berger hatte den\nMarinelli. \u2013 <o:p><\/o:p>Diese Besetzung war bereits\nUrsache, da\u00df man sogar in den Zeitungen laut den Wunsch \u00e4usserte, Hr. Iffland m\u00f6gte\nbey dieser neuen Besetzung der Emile, sich selbst diese Rolle zugetheilt haben.\n\u2013 Wir erlauben uns folgende Bemerkungen. <o:p><\/o:p><br>Marinelli ist eine der\nHauptrollen des St\u00fcckes. Er ist der b\u00f6se D\u00e4mon des Prinzen, die Seele der\nHandlung. Wird er ungl\u00fccklich gespielt, so haben die \u00fcbrigen Schauspieler einen\nHerkuleskampf, wenn sie das St\u00fcck retten wollen. Zum Ungl\u00fcck ist diese Rolle \u2013\nvielleicht die Orsina ausgenommen \u2013 auch die schwerste. Lebensart, h\u00f6fische\nGewandheit, gespannte Schlauheit, kalte Geistesgegenwart, vereint mit Bosheit\nund Rachsucht, verlangen von dem Darsteller eine Summe von Vollkommenheiten,\ndie selten sich im Schauspieler vereinigen. Keine von diesen erforderlichen\nEigenschaften suppeditirt die schnelle Empf\u00e4nglichkeit, das Temperament, nur\ndie Kunst giebt sie, und was das schlimmste ist, die Kunst besteht mehr in dem\nVerbergen als in dem Aeussern. Selten sind die Momente, wo Marinelli allein und\nunbeobachtet ist, und auch unbeobachtet \u00e4ussert sich der H\u00f6fling, zumal der\nschwarze, nie stark. Seine Formen sind durchaus an eine gewisse Milde und Begr\u00e4nztheit\ngew\u00f6hnt, die er nie \u00fcberschreitet. Berlin hat gute Marinellis gesehen.\nCzechtizky spielte ihn mit Kraft und Wahrheit, Garly gab ihn mit einer so\nzarten Beobachtung der h\u00f6fischen Sitte, mit so vieler Wachsamkeit auf sich\nselbst, K\u00e4lte und Ruhe, da\u00df man in diesem Spiel sein Vorbild, Gro\u00dfmann, nicht\nverkennen konnte. \u2013 Von beyden hat ihn Hr. Berger wahrscheinlich gesehen. <o:p><\/o:p><br>Hr. Berger kam vor ohngef\u00e4hr\nelf Jahren von der D\u00f6bbelinischen Gesellschaft zum Nationaltheater. Der\nVerfasser dieses Aufsatzes hat ihn selbst in Spandau gesehen, wo er in der\nAdelheit von W\u00fclfingen die Rolle eines boshaften M\u00f6nchs auf solch eine Art\ndarstellte, da\u00df er sich vor den damaligen Mitschauspielern vortheilhaft\nauszeichnete. Er ward, wie es scheint, f\u00fcr das Fach der B\u00f6sewichter engagirt,\nund deb\u00fctirte in der Clara von Hoheneichen als Bruno. <o:p><\/o:p><br>So wie es \u00fcberhaupt f\u00fcr einen\nSchauspieler nicht vortheilhaft ist, sich einem Fache ausschlie\u00dflich zu widmen,\nso war die\u00df bey Hrn. Berger um so mehr nachtheilig, da er ein Fach w\u00e4hlte, zu\ndessen gl\u00fccklicher Ausf\u00fchrung eine unendliche Mannigfaltigkeit der Formen eben\nso unumg\u00e4nglich n\u00f6thig ist, als die tiefste Menschenkenntni\u00df und\nKunstfertigkeit. Hr. Berger hat sich an dieses Fach mehr gew\u00f6hnt, als da\u00df er es\nergr\u00fcndet h\u00e4tte, er hat eine Form, die in Blick und Ton sehr sprechend ist, und\nwo der B\u00f6sewicht frech und ohne Scheu sich ausspricht, wo also der Schauspieler\nnicht verschleyern darf, ihre gute Stelle findet. Wo aber die Bosheit\nverborgen, kalt, furchtsam, h\u00e4misch gemahlt werden soll, da wird seine Art der\nDarstellung mehr zerst\u00f6ren als bef\u00f6rdern. In so fern l\u00e4\u00dft sich dies\nentschuldigen oder besch\u00f6nigen, da\u00df der Schauspieler des Gelingens in der\ngewohnten Form sich bewu\u00dft ist, und da\u00df er unwillk\u00fchrlich in sie hingerissen\nwird. \u2013 Dabey geht Hrn. Berger noch ein, bey dem Fache der B\u00f6sewichter zwiefach\nnothwendiges Erforderni\u00df ab, Gewandtheit und Geschmeidigkeit in den Formen und\nBewegungen der feinsten Lebensart. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Da nun gerade diese es sind,\ndie der scenische Marinelli besitzen mu\u00df, so konnte Hrn. Berger in dieser Rolle\nder Beyfall des Publikums nicht zu Theil werden. \u2013 Es schien Hrn. Unzelmann in\ndiese Rolle zur\u00fcck zu w\u00fcnschen, und bereute, da\u00df es, zu sehr atachirt an dessen\nkomische Darstellungen, seine Bem\u00fchungen in der Rolle des Marinelli nicht genug\nanerkannt hatte. <o:p><\/o:p><br>Offenbar schien das Bem\u00fchen\nder Direktion die Rolle anders, und mehr nach den W\u00fcnschen des Publikums zu\nbesetzen. Dadurch schien das Recht anerkannt zu werden, da\u00df jedes St\u00fcck so\nvollkommen dargestellt werden m\u00fcste, als es dieser Gesellschaft m\u00f6glich ist. <o:p><\/o:p><br>Aber nur zu leicht dehnt das\nPublikum das Recht dieser Forderung zu weit aus, und selten m\u00f6gte auch hier in\nseinen Individuen Uebereinstimmung der Meinungen und der W\u00fcnsche herrschen. <o:p><\/o:p><br>Ganz anders mu\u00df diese Angelegenheit\naus dem Gesichtspunkte erscheinen, auf welchem die Direktion steht, die das\nGanze \u00fcbersieht, und die durch eine Erfahrung, welche sich dem Publiko immer\nverschleyert, zu Grunds\u00e4tzen gef\u00fchrt werden muste. Es bieten sich gleich diese\nnachtheiligen Folgen dar: die besseren Schauspieler w\u00fcrden allein besch\u00e4ftigt\nseyn, die \u00fcbrigen dagegen nur ein Corps von L\u00fcckenb\u00fc\u00dfern bilden; keine aufbl\u00fchenden\nTalente w\u00fcrden sich emporbreiten, und der Ermunterung genie\u00dfen k\u00f6nnen; die\nKrankheit eines einzigen w\u00fcrde, was zumal bey t\u00e4glichem Schauspiel sehr f\u00fchlbar\nseyn m\u00fcste, die beliebtesten St\u00fccke g\u00e4nzlich entfernen, ja es w\u00fcrde die \u00fcberm\u00e4\u00dfige\nArbeit das Genie selbst erm\u00fcden, und der K\u00fcnstler von den Gesch\u00e4ften \u00fcberw\u00e4ltigt\nund begraben werden. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Aber h\u00e4tten die Rollen nicht\nanders besetzt werden k\u00f6nnen? <o:p><\/o:p><br>Man hat die Frage bestimmter\naufgeworfen \u2013 h\u00e4tte Herr Iffland sie nicht spielen k\u00f6nnen? <o:p><\/o:p><br>Es ist kein Zweifel, da\u00df sie\ndann in den besten H\u00e4nden gewesen w\u00e4re, und \u2013 wer hegte nicht den Wunsch, sie,\n\u2013 wenn auch nur einmal \u2013 von ihm zu sehen? \u2013 Gr\u00fcnde, wie man sie hier und da m\u00fchsam\nausgesucht hat, k\u00f6nnen nicht statt finden. Iffland spielt den Posert in dem\nSpieler, und hat sonst \u2013 wenn auch nicht in Berlin \u2013 den Amtmann in den J\u00e4gern\ngespielt. Er ist seit der Er\u00f6ffnung der neuen B\u00fchne in f\u00fcnf neuen Rollen\naufgetreten, zu einer Zeit, wo alles sich vereinte, die Gesch\u00e4fte zu h\u00e4ufen. Er\nspielt jede Woche wenigstens zwei bis dreimal, und es ist noch kein Fall\nbekannt, wo er den W\u00fcnschen Aller oder des Einzelnen nicht entgegengekommen w\u00e4re.\nWenn es also bisher hier nicht geschah, so m\u00fcssen Gr\u00fcnde von Wichtigkeit\nobwalten, die das unbefangene Auge leicht in der Masse der mannigfaltigsten\nBesch\u00e4ftigungen finden wird, und die um so mehr Achtung verdienen, da Marinelli\neine Rolle ist, die gerade dem K\u00fcnstler, der sie ganz durchschauen und w\u00fcrdigen\nkann, ein tiefes Studium \u00f6ffnet. <o:p><\/o:p><br>Es ist zu w\u00fcnschen, da\u00df die\nlaute Aeusserung eines Wunsches, dessen Allgemeinheit durchaus nicht\nzweifelhaft seyn kann, Herrn Iffland bewege, f\u00fcr dessen Befriedigung das m\u00f6gliche\nzu thun. <o:p><\/o:p><br>Wenn aber Herr Iffland diese\nRolle nicht selbst \u00fcbernehmen konnte, gab es nicht bey der B\u00fchne noch ein\nanderes Mitglied, dem sie mit mehrerm Rechte und Gl\u00fccke h\u00e4tte \u00fcbertragen werden\nk\u00f6nnen? <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Ich glaube dieses in Hrn.\nSchwadtke zu finden. Er hat ganz den Anstand und die Welt, welchen diese Rolle\nfordert, und als Wurm in Kabale und Liebe, als Stepanov im Benjowsky, Talente f\u00fcr\ndas charakteristische Spiel der B\u00f6sewichter gezeigt. Seine jugendliche Gestalt\nkann kein Einwurf seyn, denn wo steht geschrieben, da\u00df Marinelli alt sey, im\nGegentheil w\u00fcrde sich die Zuneigung des Prinzen zu ihm, und seine Herrschaft \u00fcber\nden F\u00fcrsten so noch mehr erkl\u00e4ren. <o:p><\/o:p><br>Es ist mir nicht m\u00f6glich\ndiesen Aufsatz zu schlie\u00dfen, ohne eines Schauspielers zu erw\u00e4hnen, der f\u00fcr mich\nnoch immer das h\u00f6chste Ideal in den Rollen feiner, intriganter und kalter B\u00f6sewichter\nist, und der namentlich den Marinelli, und den Carlos im Clavigo mit einer K\u00e4lte,\nUnbefangenheit und Leichtigkeit spielte, die einen jeden zur Bewunderung hinri\u00df.\nEr hie\u00df Michaelis, und war bey der Hamburger B\u00fchne. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\nFl.<br>\n <br>\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":59,"zeitung_id":186}}],"zettel":[]},{"id":554,"theaterstueck_id":44,"veranstaltungsuntertitel":"Emilia Galotti","auffuehrungsdatum":"11.05.1802","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"Annalen 1802, S. 351","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2004-07-19 13:17:24","datensatz_geaendert_dat":"2004-07-19 13:17:24","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":7347,"theaterstueck_id":44,"veranstaltungsuntertitel":"Emilia Galotti","auffuehrungsdatum":"04.11.1802","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1802, Nr. 132","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2008-07-26 14:35:19","datensatz_geaendert_dat":"2008-07-26 14:35:19","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":959,"theaterstueck_id":44,"veranstaltungsuntertitel":"Emilia Galotti","auffuehrungsdatum":"11.02.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1803, Nr. 18","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-01-26 16:11:51","datensatz_geaendert_dat":"2005-01-26 16:11:51","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":950,"theaterstueck_id":44,"veranstaltungsuntertitel":"Emilia Galotti","auffuehrungsdatum":"15.03.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1803, Nr. 32","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-01-26 16:44:42","datensatz_geaendert_dat":"2005-01-26 16:44:42","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":55,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1803-03-15","z_nummer":"34","z_seite":"","z_autor":"ungez.","z_text":"\n <p class=\"MsoNormal\">Mit Ausnahme einiges Guten war so viel Kraftlosigkeit,\n hektische Manier, Unzusammenh\u00e4ngendes und Geschmacklosigkeit in dieser\n Vorstellung, da\u00df man aus tiefem Mitleid ganz davon schweigen will. Selbst\n das Talent und der Wille, welche an einzelnen hervorblitzte gehen bei\n Gebrechlichkeit und Seelenlosigkeit zu Grunde. Wenn aber solche Rollen in\n solchen St\u00fccken so gehudelt und geleiert werden, sollte die Direktion sie\n einfordern, anders und lieber durch den Flei\u00df der Anf\u00e4nger besetzen, als\n durch tr\u00e4ge Arroganz, gebl\u00e4heter Anciennit\u00e4t das Publikum beleidigen zu\n lassen.<br \/>\n <\/p>\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":950,"zeitung_id":55}}],"zettel":[]},{"id":3272,"theaterstueck_id":44,"veranstaltungsuntertitel":"Emilia Galotti. Ein Trauerspiel in F\u00fcnf Akten, von G. E. Le\u00dfing","auffuehrungsdatum":"17.10.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"17:30","quelle":"ThZ THW","zusatzinfo":"[danach: Das Singspiel]","bild":null,"rollenfeld":"\n Mad. Fleck<br>\n Hr. Herdt<br>\n Mad. B\u00f6heim<br>\n Hr. Bethmann<br>\n [Hr. Reinhard]<br>\n Hr. Labes<br>\n Hr. Lemcke<br>\n Hr. Mattausch<br>\n Mad. Unzelmann<br>\n Hr. 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Da entsteht dann aber auch\ndie in Deutschland unerh\u00f6rte Erscheinung, nicht nur einzelne Rollen, sondern im\ngl\u00fccklichen Zusammentreffen wohl alle desselben St\u00fccks so dargestellt zu sehn,\nda\u00df selbst die mit den Erfordernissen von richtigem Gef\u00fchl, Studium und\nErfahrung versehene Kritik, ihre Vorstellungen nicht weiter zu treiben vermag,\nsondern am Kunstwerk fortdauernd lernt; wie sich auch nach und nach ein mit\nSicherheit kunstrichtendes Publikum bildet, das jede, auch die kleinste\nFeinheit der Darstellung empfindet und belohnt, ihre Vers\u00e4umni\u00df aber eben so\nscharf r\u00fcget. Beides ist in Deutschland nicht, und in dieser R\u00fccksicht \u2013 gab\nman heute Emilia Galotti recht brav. Der Anstand der Auftretenden war zu loben,\nwie ihre Geberdensprache, ihre Diktion. Herr Schwarz spielte den Odoardo\ngleichfalls recht brav. \u2013 Doch, aus dem Gesichtspunkt der zu w\u00fcnschen w\u00e4re,\ngesehn, blieb auch an der heutigen Darstellung genug zu w\u00fcnschen, mehr zu w\u00fcnschen\n\u00fcbrig, als erf\u00fcllt ward. Und das giebt schon die in den eignen Worten des\nTrauerspiels enthaltene Charakteristik der verschiedenen Individuen. O, der\nrauhen Tugend! spricht Claudia, von Odoardo redend. Diese Rauhheit, die, wie\nsich von selbst versteht, in keiner \u00e4u\u00dferlichen Form, sondern in der Tiefe des\nGem\u00fcths zu suchen ist, aus welcher der mit aller K\u00fchnheit, aller Resignation\ngewaffnete Edelmuth, dem Frevel droht \u2013 welcher Schauspieler in Deutschland hat\nsie wohl noch so in ihrem Wesen ergriffen, da\u00df der Zuschauer bei der Zeichnung,\nden Schauder den Claudia theilte? Odoardo nennt die Orsina eine Eifers\u00fcchtige,\neine vor Eifersucht Wahnwitzige, den Grafen einen edlen w\u00fcrdigen jungen Mann,\ndessen innigere Verbindung mit ihm er kaum erwarten kann. Beide m\u00fcssen dieser\nSchilderung entsprechen. Doch bei jeder Orsina, die ich noch in Deutschland\nsah, (die Zahl mag sich wohl auf zw\u00f6lfe belaufen) mangelte etwas. Entweder\nverga\u00df die Schauspielerin, \u00fcber die Art Philosophie, von der Orsina schwatzt,\ndie Leidenschaft: oder \u00fcber die Leidenschaft die h\u00f6fische Grazie, die doch den\nF\u00fcrsten von Guastralla am meisten mu\u00dfte gefesselt haben; oder bei einem\nrichtiger genommenen Spiel, fehlte wieder die physische Kraft, die der starke\nCharakter nun einmal fordert. Das Spiel der Madame Bethmann ist inde\u00df ein\nMuster k\u00fcnstlerischer Feinheit. Appiani ist leichter gegeben, und wird deshalb\nauch selten ganz verfehlt. \u2013 Den denkenden K\u00fcnstler, wie der F\u00fcrst den Maler\nnennt, sah ich nur erreichen, als Iffland Conti war. \u2013 Alle F\u00fcrsten, alle die mir\nseit 20 Jahren auf den be\u00dften deutschen B\u00fchnen vorkamen, vergessen den F\u00fcrsten.\nIhre Leidenschaft, ihr moralisches Schwanken, ihr Kunstsinn, ihre gutm\u00fcthigen\nAufwallungen, ihre Galanterie, ihre Vorstellung, endliche Reue u.s.w. waren die\neines Privatmanns. Die Eigenth\u00fcmlichkeit der F\u00fcrsten, die von dem fortw\u00e4hrenden\nconcentrischen Einwirken und excentrischen Auswirken, von dem Mangel des\nWiderstands bei ihren W\u00fcnschen, von der abgeschliffenen schmeichlerischen\nUmgebung und anderen Umst\u00e4nden erzeugt wird, und in einer gewissen leichten K\u00e4lte,\nin einer stolzgef\u00e4lligen Rundung des Betragens, die sich besser f\u00fchlen als\nangeben lassen, besteht, welcher Hettora Gonzaga hat sie uns noch dargestellt?\nEben so vergi\u00dft gew\u00f6hnlich der Kammerherr den Kammerherrn. \u2013 Unsre Fleck ist\nallerdings, durch ihre unendlich anziehende tragische Natur, eine treffliche\nEmilia. Doch in einigen Momenten der letzten Scene m\u00fc\u00dfte sie mehr Odoardos\nTochter seyn, besonders in den Worten die des Vaters Ausruf: \u00bbAuch wenn Du so\ndenkst, la\u00df Dich umarmen\u00ab vorbereiten. \u2013 Allein \u2013 d\u00fcrfen wir solche\nVollkommenheit fordern? Wir, denen es gleichg\u00fcltig ist, wenn ein Kunstwerk drei\u00dfig\nJahre lang verehrt wurde, da\u00df dann ein Paar Critiker auftreten, deren ganzes\nTalent im Durchschreien matter Paradoxien besteht, und es l\u00e4stern? \u2013 Indem wir\nnoch dazu ihnen gef\u00e4lligen Glauben beimessen gestehen wir es ein, da\u00df uns nur\nModeliteratur frommt, und blo\u00dfe Modesucht schlie\u00dft alle Vollkommenheit aus. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\u2013 p \u2013","pivot":{"theaterveranstaltung_id":2141,"zeitung_id":235}}],"zettel":[]},{"id":416,"theaterstueck_id":44,"veranstaltungsuntertitel":"Emilia Galotti. Ein Trauerspiel in F\u00fcnf Akten, von G. E. Le\u00dfing","auffuehrungsdatum":"27.01.1807","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"18:00","quelle":"ThZ SBBPK","zusatzinfo":"Hierauf zum Erstenmale:<br> Ein pantomimisches Divertissement; getanzt von: Herrn Mosser; Herrn Gasperini; Demoiselle Engel; Demoiselle Joyeuse und Demoiselle Wei\u00df","bild":null,"rollenfeld":"\n  Mad. Fleck, Hr. 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