
{"meta":{"meta-title":"deutsche Familie, Die > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"deutsche Familie, Die > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/546","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/546","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"deutsche Familie, Die"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/546","text":"deutsche Familie, Die"}]},"data":{"id":546,"veranstaltungstitel":"deutsche Familie, Die","veranstaltungsart_id":1,"kommentar":null,"art":{"id":1,"theaterveranstaltungsart":"Schauspiel"},"personen":[{"id":8372,"bkperson_id":5750,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":546,"bkperson_regberuf_id":8372},"person":{"id":5750,"bknachname":"Schmidt","bkvorname":"Friedrich Ludwig","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}}],"veranstaltungen":[{"id":7325,"theaterstueck_id":546,"veranstaltungsuntertitel":"Die Deutsche Familie, Schauspiel in 5 Akten, von Herrn Schmidt","auffuehrungsdatum":"15.10.1802","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1802, Nr. 123","zusatzinfo":"zur Feier des h\u00f6chsten Geburtsfestes Sr. K\u00f6nigl. 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Bd.","z_seite":"469-472","z_autor":"ungez.","z_text":"<meta http-equiv=\"Content-Type\" content=\"text\/html; charset=utf-8\"><meta name=\"ProgId\" content=\"Word.Document\"><meta name=\"Generator\" content=\"Microsoft Word 11\"><meta name=\"Originator\" content=\"Microsoft Word 11\"><link rel=\"File-List\" href=\"file:\/\/\/C:%5CDOKUME%7E1%5Cgerlach%5CLOKALE%7E1%5CTemp%5Cmsohtml1%5C01%5Cclip_filelist.xml\"><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:WordDocument>\n  <w:View>Normal<\/w:View>\n  <w:Zoom>0<\/w:Zoom>\n  <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>\n  <w:PunctuationKerning\/>\n  <w:ValidateAgainstSchemas\/>\n  <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid>\n  <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent>\n  <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText>\n  <w:Compatibility>\n   <w:BreakWrappedTables\/>\n   <w:SnapToGridInCell\/>\n   <w:WrapTextWithPunct\/>\n   <w:UseAsianBreakRules\/>\n   <w:DontGrowAutofit\/>\n  <\/w:Compatibility>\n  <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>\n <\/w:WordDocument>\n<\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\">\n <\/w:LatentStyles>\n<\/xml><![endif]--><style>\n<!--\n \/* Font Definitions *\/\n @font-face\n\t{font-family:Calibri;\n\tmso-font-alt:\"Century Gothic\";\n\tmso-font-charset:0;\n\tmso-generic-font-family:swiss;\n\tmso-font-pitch:variable;\n\tmso-font-signature:-1610611985 1073750139 0 0 159 0;}\n \/* Style Definitions *\/\n p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal\n\t{mso-style-parent:\"\";\n\tmargin-top:0cm;\n\tmargin-right:0cm;\n\tmargin-bottom:10.0pt;\n\tmargin-left:0cm;\n\tline-height:115%;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:11.0pt;\n\tfont-family:Calibri;\n\tmso-fareast-font-family:Calibri;\n\tmso-bidi-font-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-ansi-language:FR-LU;\n\tmso-fareast-language:EN-US;}\n@page Section1\n\t{size:595.3pt 841.9pt;\n\tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;\n\tmso-header-margin:35.4pt;\n\tmso-footer-margin:35.4pt;\n\tmso-paper-source:0;}\ndiv.Section1\n\t{page:Section1;}\n-->\n<\/style><!--[if gte mso 10]>\n<style>\n \/* Style Definitions *\/\n table.MsoNormalTable\n\t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\n\tmso-tstyle-rowband-size:0;\n\tmso-tstyle-colband-size:0;\n\tmso-style-noshow:yes;\n\tmso-style-parent:\"\";\n\tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\n\tmso-para-margin:0cm;\n\tmso-para-margin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:10.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-ansi-language:#0400;\n\tmso-fareast-language:#0400;\n\tmso-bidi-language:#0400;}\n<\/style>\n<![endif]--><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"><o:p><\/o:p><\/span>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 0.0001pt; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Die\ndeutsche Familie, ein Schauspiel in 5 Akten nach dem Charaktergem\u00e4hlde: Herr\nLorenz Stark, vom Prof. Engel. F\u00fcr die B\u00fchne bearbeitet von J.L. Schmidt, (Regisseur\ndes Magdeburger Theaters), zum erstenmal am Geburtstage des Kronprinzen den\n15ten Oktober.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 0.0001pt; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"><o:p>&nbsp;<\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 0.0001pt; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/span>Die dramatischen Bearbeitungen von Romanen\nh\u00e4lt man nicht eben f\u00fcr die besten Geschenke an die B\u00fchne; und die\nDramatisirungen des Siegfried von Lindenberg bis auf Rinaldo Rinaldini haben\ndas Vorurtheil gegen sie zum Urtheil erhoben. Der Bearbeiter, im Gef\u00fchl seines\nuntergeordneten Talents, bedient sich mit unsichrer Hand der Scheere bald zu\nviel, bald zu wenig, und so geschieht es, da\u00df wir bald aus der Lekt\u00fcre\nsuppliren, bald aber auch h\u00f6ren m\u00fcssen, was wir lieber lesen wollten. \u2013 Der\nCharakter des Herrn Lorenz Stark ist allerdings neu auf der B\u00fchne, und in\ndieser R\u00fccksicht k\u00f6nnte die Bearbeitung des Engelschen Charaktergem\u00e4ldes\ngerechtfertiget werden; allein da sich dieses nicht sowohl durch Poesie des\nStoffs und der Begebenheiten im Ganzen, als durch Charakterentwickelungen und\nmoralische Expositionen im Einzelnen auszeichnet, so ist zu vermuthen, da\u00df die\ndeutsche Familie etwas langweiliger, als Herr Lorenz Stark seyn, und dieser\nmehr zu unserm Verstande und Herzen, als jene zu unserm Gef\u00fchl sprechen werde.\nUnd so ist es; der Bearbeiter hat, besonders den 3ten und 4ten Akt nicht vor\nLongueurs und die Charaktere, au\u00dfer den der Hauptperson, nicht vor einer\ngewissen Halbheit sch\u00fctzen k\u00f6nnen.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 0.0001pt; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Die\nMutter (auch wenn man sie nicht mit der Oberf\u00f6rsterin in den J\u00e4gern vergleicht)\nist ziemlich \u00fcberfl\u00fcssig, und ohne allen Einflu\u00df auf den Gang des St\u00fccks; der\nDoktor sowohl, als seine Frau, sind, als Maschienen, nicht so gehoben, als sie\nes sollten, und die \u00fcbrigen Nebenpersonen \u2013 kommen und gehen, ohne da\u00df man sie\nsehr gewahr wird.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 0.0001pt; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/span>Dennoch sind wir Herrn Schmidt gro\u00dfen Dank\nf\u00fcr seine Bearbeitung schuldig, denn sein St\u00fcck hat uns einen seltnen Genu\u00df\nverschafft, den: Iffland, als Lorenz Stark zu sehen. \u2013 Die Vereinigung eines\nfeinen Verstandes, eines kaustischen Witzes und der St\u00e4rke des m\u00e4nnlichen\nCharakters, mit der liebensw\u00fcrdigsten Weichheit eines edlen Herzens, die sich\nin allen seinen Verh\u00e4ltnissen ausspricht, kann mit der Wahrheit, der Haltung,\nZartheit und Harmonie nur von Ihm dargestellt werden. Diese Gutm\u00fcthigkeit im\nGesicht, w\u00e4hrend dessen der Mund stechende Mi\u00dfreden sprach, diese Sanftheit in\nWort und Miene, w\u00e4hrend er anscheinend hart handelte, diese Weichheit des guten\nMenschen, die sich mit der Festigkeit des Mannes paarte, diese Tiefe des\nCharakters bei aller anscheinenden Lenksamkeit(?) \u2013 war uns eine neue\nErscheinung. Sein klares Auge lachte gutm\u00fcthig-schalkhaft, inde\u00df eine stille\nRuhe \u00fcber sein ganzes Wesen verbreitet war; der Glanz dieses Auges tr\u00fcbte sich\nnur, wenn er von Dingen sprach, die sein Herz betr\u00fcbten; sein L\u00e4cheln war immer\nfreundlich, nie verwundend oder sarkastisch, man sahe es, da\u00df diese Z\u00fcge nur\ndurch die Gutm\u00fcthigkeit gebildet waren; seine Stimme war die eines Mannes, der\nstets vorher \u00fcberlegt, ehe er spricht, sie erhob sich nur in den Augenblicken,\nwo eine st\u00e4rkere Empfindung ihn anregte; alle seine Bewegungen bezeichneten den\nMann, der in seinem Innern abgerundet ist, und den nicht leicht etwas aus\nseinem gewonnenen Gleichmuth herausbringen kann.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 0.0001pt; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/span>Wollte man Scenen heraus heben, so w\u00fcrde\nman die, wo er auf dem Zimmer seines Sohnes erscheint, die, wo der Doktor Herrn\nSpecht examinirt, die, wo dieser ihm von der Gro\u00dfmuth seines Sohnes erz\u00e4hlt,\ndie Zusammenkunft mit Madame Lyk u. a. als vorz\u00fcglich nennen k\u00f6nnen; doch ist\nbei einem so gewissenhaften K\u00fcnstler nicht wohl eine Auswahl zu treffen, da er\nin jedem Augenblick mit der vollsten Besonnenheit spielt und man beim\nHerausheben dieser oder jener Scene mehr in Gefahr gerathen k\u00f6nnte, den Dichter\nnur, und nicht den Darsteller vorz\u00fcglich zu loben.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 0.0001pt; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/span>Darum nun wird das St\u00fcck, so lange Hr.\nIffland den Lorenz Stark spielt, mit Ehren auf der B\u00fchne bleiben, und die Rolle\nunter seine vorz\u00fcglichsten Kunstdarstellungen gerechnet werden. \u2013 Hr. Prof.\nEngel hatte sein Werk in seiner ersten Gestalt selbst f\u00fcr die B\u00fchne bestimmt,\nund zwei Akte ausgearbeitet; er w\u00fcrde es vollendet, oder wenigstens w\u00fcrde ihn\ndie Nachricht von der theatralischen Bearbeitung seines Charaktergem\u00e4hldes\nnicht so ersch\u00fcttert haben, wenn er sich Iffland als Lorenz Stark gedacht\nh\u00e4tte.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 0.0001pt; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"><span style=\"\">&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/span>Auch die \u00fcbrigen Rollen waren gut und\ngl\u00fccklich besetzt. Vorz\u00fcglich zeichnete sich Hr. Beschort als Karl Stark,\nbesonders in der letzten Vers\u00f6hnungsscene mit seinem Vater aus, wo er die innre\nR\u00fchrung durch Anstand, Miene und Ton vortrefflich ausdr\u00fcckte. Es ist die Schuld\ndes St\u00fccks, wenn die \u00fcbrigen nicht Gelegenheit hatten, ihre Kunst mit\nAuszeichnung zu zeigen; doch werden sie in diesen Rollen nicht leicht von\nandern \u00fcbertroffen werden. Nur wird, nach der Bemerkung eines Reisenden, die\nFrau des Doktors auf der Magdeburger B\u00fchne mit mehr Lebhaftigkeit und Laune\ngespielt.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"><o:p>&nbsp;<\/o:p><\/span><\/p>\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":7325,"zeitung_id":327}},{"id":382,"z_name":"Haude- und Spenersche Zeitung","z_datum":"1802-10-19","z_nummer":"125","z_seite":"","z_autor":"R. [Garlieb Merkel]","z_text":"<!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:WordDocument>\n  <w:View>Normal<\/w:View>\n  <w:Zoom>0<\/w:Zoom>\n  <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>\n  <w:PunctuationKerning\/>\n  <w:ValidateAgainstSchemas\/>\n  <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid>\n  <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent>\n  <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText>\n  <w:Compatibility>\n   <w:BreakWrappedTables\/>\n   <w:SnapToGridInCell\/>\n   <w:WrapTextWithPunct\/>\n   <w:UseAsianBreakRules\/>\n   <w:DontGrowAutofit\/>\n  <\/w:Compatibility>\n  <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>\n <\/w:WordDocument>\n<\/xml><![endif]-->\n\n<span style=\"mso-no-proof:yes\">Das St\u00fcck ist im eigentlichen\nSinn ein Familien-Gem\u00e4lde. Deshalb ist es nicht verwerflich. Seit dem eben so\nungerechten, als platten Sarkasmus eines gro\u00dfen Dichters, gegen die Schauspiele\ndieser Art: \u00bbWas kann den solcher Misere (den b\u00fcrgerlichen St\u00e4nden) Gro\u00dfes\nbegegnen?\u00ab ist es zwar Ton geworden, die ganze Gattung im Allgemeinen zu\nverachten, aber das ist ein so nichtiges Vorurtheil, da\u00df es nicht einmal\nbestritten zu werden verdient. Es ist genug, wie eine k\u00fcrzlich erschienene\nSchrift thut, zu erinnern: \u00bbdie Welt, deren Darstellung auf der B\u00fchne man\nverwirft, ist ja dieselbe deren Schilderung man in Vossens Luise und in G\u00f6thens\nHerrmann und Dorothee so sehr bewundert.\u00ab \u2013 \u2013 <\/span>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">Die Geschichte dieses\nSchauspiels ist merkw\u00fcrdig. Lessing und Engel sprachen einst von Diderots\nHausvater, diesem \u00e4ltesten Familiengem\u00e4lde. Engel tadelte es, weil der\nHauptcharakter in jenem St\u00fccke im Grunde nichts weiter ist, als ein weichm\u00fcthiger\nPinsel, mit dem die ganze Familie spielt, und entwickelte zugleich seine Idee,\nwie ein edler hochachtungswerther Hausvater eigentlich geschildert werden m\u00fcsse.\nLessing vertheidigte seinen Lieblings-Schriftsteller unter den Franzosen, wurde\nendlich \u00fcberzeugt, erw\u00e4rmte sich allm\u00e4lig f\u00fcr die Ansicht seines Freundes und\nforderte ihn auf, selbst zu leisten, was Diderot verfehlt hatte. Lessings Wort\ngalt sehr viel Engeln: er folgte ihm und hatte wirklich schon zwei Akte seines\nLorenz Stark ausgearbeitet, als Gemmingens deutscher Hausvater erschien, in\nwelchem Engels Idee zum Theil, wiewohl mit sehr schwachen Z\u00fcgen, ausgef\u00fchrt\nwar. Nicht weil er Gemmingen nicht zu \u00fcberbieten hoffte, sondern weil er \u00fcberhaupt\nmit niemand rivalisiren mochte, legte er nun seine Arbeit bei Seite. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">Als die Horen erschienen,\nwurde er zur Theilnahme an dieser Zeitschrift auf eine Weise eingeladen, die\nnicht gut eine abschl\u00e4gige Antwort zulie\u00df. Er suchte also seinen Hausvater\nwieder hervor, und fing an, ihn zu einem erz\u00e4hlten Charaktergem\u00e4lde\numzuarbeiten. Das Publikum las die ersten Kapitel desselben mit Bewunderung, aber\neine sehr leise R\u00fcge, die sich Schiller gegen die Schilderung des jungen Stark\nerlaubte, und die eigentlich nur bewies, da\u00df er nicht so gro\u00dfer Menschenkenner\nwar, als Engel, verleidete diesem seine Arbeit zum zweitenmale. Er lie\u00df sie\nwieder liegen, und erst in seinen letzten Jahren entschlo\u00df er sich, auf das\ndringende Zureden einiger Freunde, sie zu vollenden. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">Einer von diesen kam einige\nMonate vor Engels Tode zu ihm und fand ihn in der h\u00f6chsten Bewegung des\nUnmuths. \u00bbMan schl\u00e4gt mich todt! Man schl\u00e4gt mich todt, und daran ist niemand\nSchuld als Sie!\u00ab rief er dem Kommenden entgegen. \u2013 Wie so? \u2013 \u00bbStellen Sie Sich\nden Skandal vor, da ist eben ein Mensch bei mir gewesen, der meinen Stark zum\nSchauspiel zerarbeitet hat. H\u00e4tt\u2019 ich ihn nur nicht vollendet!\u00ab \u2013 Umsonst\nbemerkte der Freund, da\u00df dieses Schauspiel, bei der trefflichen Vorarbeit,\nvielleicht etwas sehr Gutes geworden sein k\u00f6nnte: Engel blieb dabei, es w\u00e4re\ngewi\u00df ein elendes Machwerk, \u2013 und leider hat der Erfolg bewiesen, da\u00df er recht\ngeurtheilt hatte. Das Publikum hat nun die Zerarbeitung, wenn man Engels\nAusdruck beibehalten darf, gesehen, hat die Scenen, die w\u00f6rtlich aus dem Romane\nabgeschrieben sind, vortrefflich, das Ganze aber so langweilig und erb\u00e4rmlich\ngefunden, da\u00df wahrscheinlich nur die Hochachtung gegen Engel, und Ifflands\nmeisterhaftes Spiel, das f\u00f6rmliche Auspochen verhindert haben. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">Eigentlich war es keine ganz\nleichte Aufgabe, aus einem Werke, dessen Plan Engel urspr\u00fcnglich zu einem\nSchauspiel anlegte, und dessen gr\u00f6\u00dfter Theil schon meisterhaft dialogisirt ist,\nein schlechtes St\u00fcck zu machen, aber der Herr Zerarbeiter hat sie vollkommen\ngel\u00f6st. Wodurch? <\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">Als Engel sein Schauspiel zu\neinem Roman umgestaltete, flocht er eine Menge von Umst\u00e4nden und Vorg\u00e4ngen\nhinein, die in der Erz\u00e4hlung anziehen und sehr gefallen, aber in der\nDarstellung schlechterdings keinen Effekt thun k\u00f6nnen, selbst sehr langweilig\nwerden m\u00fcssen. Dahin geh\u00f6ren fast alle Auftritte, in denen der alte Schlicht\nerscheint, vorz\u00fcglich seine Verlegenheit \u00fcber die Abwesenheit des jungen Stark,\ndie Berichte, die er diesem abstattet u. s. w. Im Roman ist dies alles sehr\nnaiv geschildert und thut gro\u00dfe Wirkung; im Schauspiel, wo aus der Reise \u00fcber\nLand ein blo\u00dfer Spaziergang, dessen Endigung sich ja wohl ruhig abwarten lie\u00df,\ngemacht ist, wird es l\u00e4ppisch und die Scenen zwischen Schlicht und seinem\njungen Herrn, machen die H\u00e4lfte des vierten Aktes bis zur Unausstehlichkeit\nlangweilig. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">Herr Schmitt hat ferner\nmanche Scenen, die Engel nur erz\u00e4hlt, selbst zu Gespr\u00e4chen ausgearbeitet, und\nzwar meistentheils mit gew\u00f6hnlichen Kom\u00f6dienplattheiten gef\u00fcllt. Dahin geh\u00f6rt\nvorz\u00fcglich die erste Unterredung zwischen der Doktorin und Frau Lyk, in welcher\nunter andern folgende Zierlichkeit vorkommt: Frau Lyk: \u2013 Meinen Wohlth\u00e4ter m\u00f6chte\nich ihn lieber nennen! \u2013 Die Dokt. Sie m\u00f6chten ihn Lieber nennen? \u2013 Den \u00e4rgsten\nMisgriff macht Herr Schmitt in der Scene zwischen den beiden Stark, in welcher\nder Sohn einer Ohnmacht nahe ist. Im Romane kommt es gar nicht zu einer\nUnterredung, daher bleibt die Erwartung darauf gespannt, wie der Alte seine\nschalkhafte Verhei\u00dfung, ein freundliches Wort zu dem Sohne zu sprechen, erf\u00fcllen\nwerde; Hr. Schmitt aber l\u00e4\u00dft ihn so lange und g\u00fctige Reden halten, da\u00df er sein\nVersprechen schon tausendf\u00e4ltig erf\u00fcllt hat, ehe die Hauptscene eintritt: nat\u00fcrlich\nthut diese nun keine Wirkung. Der ganze Vorgang h\u00e4tte wegbleiben, h\u00f6chstens bei\nUeberreichung des Wechsels sich ereignen m\u00fcssen. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">Er hat ferner \u2013 Doch wozu ein\nausf\u00fchrliches S\u00fcndenregister? \u2013 Genug, das St\u00fcck ist elend, und wenn es wieder\ngegeben werden sollte, w\u00fcrde die Direktion eine wichtige Pflicht gegen Engels\nAndenken vers\u00e4umen, wenn sie nicht mindestens den vierten Theil striche. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">Iffland selbst machte den\nLorenz Stark. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, da\u00df das Publikum eine\nDarstellung von der h\u00f6chsten Feinheit und Vollendung zu sehen bekam. Ob inde\u00df\nein so ehrenvester, etwas steifer Greis, wie Lorenz, ganz so leicht und\nbeweglich seyn, ob er z. B. beim Abgehen mit den H\u00e4nden \u00fcber dem Kopf\ngestikuliren, und wenn er der Wittwe aufmerksam zuh\u00f6ren will, das Gesicht bis\nzu dem Sofa-Kissen herabsenken sollte? \u2013 waren Bedenken eines aufmerksamen\nZuschauers; gegen die Autorit\u00e4t eines so gro\u00dfen Meisters, als Herr Iffland ist,\ngiebt er sie gerne auf. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">Herr Beschort stellte den jungen\nStark des Herrn Schmitt sehr gut dar, \u2013 der aber freilich nur eine\nVerunstaltung des Engelschen ist. \u2013 Die Doktorin war eine gute, vern\u00fcnftige\nFrau: doch den leichten, fast muthwilligen Frohsinn zeigte sie nicht, der sie\nim Romane so interessant macht. \u2013 Der Doktor dagegen, war etwas zu modern und\nleicht. Er h\u00e4tte mit einem Stock und dreieckigtem Hute auftreten, und selbst\nein wenig den b\u00fcrgerlichen Hausvater verrathen m\u00fcssen. Uebrigens wurd\u2019 er\ntadellos gespielt. Madame Fleck, als Frau Lyk, machte diese Rolle so anziehend,\nals sie werden kann. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">R. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">&nbsp;<\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-no-proof:yes\">&nbsp;<\/span><\/p>\n\n<!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\">\n <\/w:LatentStyles>\n<\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 10]>\n<style>\n \/* Style Definitions *\/\n table.MsoNormalTable\n\t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\n\tmso-tstyle-rowband-size:0;\n\tmso-tstyle-colband-size:0;\n\tmso-style-noshow:yes;\n\tmso-style-parent:\"\";\n\tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\n\tmso-para-margin:0cm;\n\tmso-para-margin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:10.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-ansi-language:#0400;\n\tmso-fareast-language:#0400;\n\tmso-bidi-language:#0400;}\n<\/style>\n<![endif]-->","pivot":{"theaterveranstaltung_id":7325,"zeitung_id":382}}],"zettel":[]},{"id":7329,"theaterstueck_id":546,"veranstaltungsuntertitel":"Die Deutsche Familie","auffuehrungsdatum":"19.10.1802","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1802, Nr. 125","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2008-07-25 16:09:04","datensatz_geaendert_dat":"2008-07-25 16:09:04","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":7471,"theaterstueck_id":546,"veranstaltungsuntertitel":"Die deutsche Familie, Schauspiel in 5 Akten","auffuehrungsdatum":"05.11.1802","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1802, Nr. 133","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2008-08-19 11:04:57","datensatz_geaendert_dat":"2008-08-19 11:04:57","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":7478,"theaterstueck_id":546,"veranstaltungsuntertitel":"Die Deutsche Familie, Schauspiel in 5 akten","auffuehrungsdatum":"13.11.1802","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1802, Nr. 136","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2008-08-19 11:18:03","datensatz_geaendert_dat":"2008-08-19 11:18:03","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":3828,"theaterstueck_id":546,"veranstaltungsuntertitel":"Die deutsche Familie. 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