
{"meta":{"meta-title":"Iphigenia in Aulis > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"Iphigenia in Aulis > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/605","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/605","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"Iphigenia in Aulis"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/605","text":"Iphigenia in Aulis"}]},"data":{"id":605,"veranstaltungstitel":"Iphigenia in Aulis","veranstaltungsart_id":9,"kommentar":null,"art":{"id":9,"theaterveranstaltungsart":"Trauerspiel"},"personen":[{"id":198,"bkperson_id":585,"regberuf_id":8,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":605,"bkperson_regberuf_id":198},"person":{"id":585,"bknachname":"Weber","bkvorname":"Bernhard Anselm","bkgeschlecht":"m","fm_personen_id":"000129","lexname":null},"beruf":{"id":8,"regberuf":"autom_Komponist"}},{"id":6846,"bkperson_id":4203,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":605,"bkperson_regberuf_id":6846},"person":{"id":4203,"bknachname":"Levezow","bkvorname":"Jacob Konrad Andreas","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}}],"veranstaltungen":[{"id":4986,"theaterstueck_id":605,"veranstaltungsuntertitel":"Iphigenia in Aulis. Trauerspiel in 5 Akten. Die zur Handlung geh\u00f6rige Musik ist vom Hrn. Kapellmeister Weber","auffuehrungsdatum":"03.08.1804","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1804, Nr. 92","zusatzinfo":"Zum Erstenmale <br> [davor: Zur Feyer des Alllerh\u00f6chsten Geburtsfestes Sr. Majest\u00e4t des K\u00f6nigs wird von dem Direktor Iffland eine Rede gesprochen]","bild":null,"rollenfeld":"Hr. Beschort<br>\n\nMad. Meyer<br>\n\nMad. Fleck<br>\n\nHr. Mattausch<br>\n\nHr. Herdt<br>\n\nHr. Reinhard<br>\n\nHr. Bessel d. j.<br>\n\nHr. Bethmann<br>\n\nHr. Lemcke<br>\n\nHr. Lemm<br>\n\nHr. Labes<br>\n\nMad. Lanz<br>\n\nMll. Mebus<br>\n\nMll. Weber","schauspieler_info":"","datensatz_erstellt_dat":"2007-05-30 17:49:05","datensatz_geaendert_dat":"2007-05-30 17:49:05","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":4987,"theaterstueck_id":605,"veranstaltungsuntertitel":"Iphigenia in Aulis","auffuehrungsdatum":"06.08.1804","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1804, Nr. 93","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2007-02-11 17:25:38","datensatz_geaendert_dat":"2007-02-11 17:25:38","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":240,"z_name":"Haude- und Spenersche Zeitung","z_datum":"1804-08-09","z_nummer":"95","z_seite":"","z_autor":"gezeichnet: G. M. [Garlieb Merkel]","z_text":"\n\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Der Plan (siehe das vorige\nBlatt) ist reich an interessanten Situationen; aber er enth\u00e4lt auch manches\ndurchaus Ueberfl\u00fcssige, das die Handlung schleppen macht. Dahin geh\u00f6rt z. B.\nder ganze zweite Akt, von dem durchaus nicht abzusehen ist, was er soll? Soll\ner uns Iphigenia liebensw\u00fcrdig machen? Dazu h\u00e4tte die Art ihres ersten\nAuftretens im Lager hingereicht. Soll er uns das Schreckliche ihres Schicksals\nnoch einleuchtender machen, indem er sie uns in ihrem h\u00e4uslichen Leben zeigt?\nEr thut grade die entgegengesezte Wirkung, indem er uns Zeit l\u00e4\u00dft, uns an die\nIdee des Unabwendbaren zu gew\u00f6hnen, da wir es sich allm\u00e4lig entwickeln sehn. Im\nganzen Akt ist nichts, das sich nicht durch eine kurze Erz\u00e4hlung dem Folgenden\nh\u00e4tte einverleiben lassen, und so sehr viel gewirkt h\u00e4tte. <o:p><\/o:p><br>Mit den Charakteren ist der\nVerfasser sehr frei umgegangen. Fast kein einziger erscheint so, wie uns die\nalten Dichter ihn schildern: aber das ist kein Fehler, da er zu seinem Werke\nanderer Charaktere bedurfte, als das Alterthum aufstellte, und die meisten gut\nund psychologisch richtig gehalten sind. \u2013 Die Sprache ist durchaus edel und\nrein, nicht so dichterisch bl\u00fchend als in den Schillerschen St\u00fccken, aber doch\nsch\u00f6n und kr\u00e4ftig. Wenn manche Scenen mit zu langen Reden \u00fcberladen scheinen,\nso mu\u00df man sich erinnern, da\u00df die innere Handlung des St\u00fccks sich nur durch\nleidenschaftliches R\u00e4sonnement motiviren lie\u00df, und da\u00df der Dichter um das\nUngeheure zu motiviren, Raum brauchte. Ueberfl\u00fcssige rhetorische Ausw\u00fcchse hab\u2019\nich in den drei letzten Akten nirgend gefunden; in dem ersten sind vielleicht\nein Paar, \u2013 den zweiten Akt geb\u2019 ich preis. Im Ganzen hat dieses St\u00fcck von\nallen \u2013 ich sage, von allen \u2013 deutschen Dramatischen Bearbeitungen der S\u00fcjets\naus der alten Fabelwelt, das meiste Leben und Interesse. Sehr gro\u00df kann beides\nfreilich nicht seyn, denn \u2013 die ganze Gattung ist, wie sie jezt in Deutschland\ngestaltet ist, fehlerhaft, ein unseliges Zwittergeschlecht, das keinem\nZeitalter angeh\u00f6rt. Doch dar\u00fcber an einem andern Orte.&nbsp;<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\"><o:p><\/o:p>Die Direktion hat auf die\nDarstellung Kosten und Sorgfalt gewendet. Das Costume ist sch\u00f6n und reich, \u2013\nauch wohl meistentheils richtig; nur Iphigenia selbst hatte sich manche kleine\nAbweichung erlaubt: inde\u00df das ist nur Kleinigkeit. Die Hauptsache beim Costume\nist \u2013 Sch\u00f6nheit. Madame Fleck machte Iphigenia. Die Scenen des zweiten und\ndritten Aktes, so wie diejenigen des vierten, in welchen sie das innigf\u00fchlende,\nschw\u00e4rmerisch-liebende, und weiche M\u00e4dchen macht, k\u00f6nnen nicht sch\u00f6ner, hinrei\u00dfender\ngespielt werden, als sie that. In dem heroischen Monolog hingegen, mit welchem\nsie den vierten Akt schlie\u00dft, so wie im f\u00fcnften Akt, wo sie Achill und ihre\nMutter zu sich zu erheben sucht, bestach zwar die reizend-durchblickende jungfr\u00e4uliche\nWeichheit, die sie verrieth, \u2013 aber der Schleier durch den diese blickte, war\nzu durchsichtig; \u2013 mit andern Worten: sie hatte in diesen Scenen nicht die\nhohe, scheinbar-kalte Festigkeit und Haltung, \u2013 das imponirende Kalte, das nur\ndurch Stocken in der Stimme, durch zuweilen irrenden Blick und einzeln\nleidenschaftliche Ausbr\u00fcche, den Zustand \u00fcbernat\u00fcrlicher Spannung verr\u00e4th. Da\u00df\ndiese treffliche K\u00fcnstlerin darnach strebte, war sichtbar: aber sie ist nun\neinmal mehr f\u00fcr liebensw\u00fcrdige, als f\u00fcr ehrfurchterzwingende Schw\u00e4rmerei\ngeschaffen. Klyt\u00e4mnestra wurde von Mdme Schick gespielt: Sie sprach sehr\nrichtig und mit durchdachtem Spiel: aber sie ist bei Rollen der Art nicht in\nihrem Fache. Man sah durchaus nur die sorgsame Hausmutter, nicht die majest\u00e4tische\nK\u00f6nigin, und ihr Gesicht verrieth nichts von den wilden St\u00fcrmen in ihrem Busen.\nIhr Entschlu\u00df im vierten Akt, gar nicht einmal die Nachricht, die Nestor\nbringen soll, abwarten zu wollen, ihr Ausruf: <o:p><\/o:p><br>Fern sey <o:p><\/o:p><br>von mir die Kunde, die er\nbringt! \u2013 Was anders <o:p><\/o:p><br>Kann wohl ein Heer beschlie\u00dfen,\nals Verderben, \u2013 Tod! mu\u00dfte eigentlich mit erhabenem Ausdruck wilder\nEntschlossenheit gesagt werden, aber \u2013 davon war nichts zu entdecken. Selbst\ndas Sprachorgan \u2013 Doch warum lange bei dem Verfehlten verweilen, da\u00df einer\nsonst so sehr sch\u00e4tzbaren K\u00fcnstlerin in einem ihr durchaus fremden Fache zur\nSchuld kommen konnte? <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Agamemnon ist hier nicht\nsowohl ein kriegerisch- als ein b\u00fcrgerlichpatriotischer Held: er handelt\nheroisch aus Pflichtgef\u00fchl, nicht weil ihn st\u00fcrmender Muth treibt. Die\nHaupt-Aufgabe also, die der darstellende K\u00fcnstler auszuf\u00fchren hatte, war der\nKampf der Vaterz\u00e4rtlichkeit mit der Entschlossenheit des Mannes: und dieser\ngelang Hrn. Beschort durchaus trefflich; \u2013 vielleicht h\u00e4tte der kriegerische K\u00f6nig\naber doch hier und dort kr\u00e4ftiger, herrschender in Anstand und Ton sich\nverrathen sollen. <o:p><\/o:p><br>Wenn man sich unter Achill\nden f\u00fcrchterlichen, alles vernichtenden W\u00fcrger denkt, als welcher er in den\nHomerischen Schlachten erscheint, so war offenbar Hr. Bethmann f\u00fcr diese Rolle\nnicht: denn jener Achill mu\u00df an Gestalt und Kraft \u00fcber alles andre hervorragen,\nmu\u00df eine furchtbar hohe Erscheinung seyn. Der Achill dieses St\u00fcckes ist aber\nnur ein feurig-liebender J\u00fcngling, aus dem sich erst der Kriegesheld entwickeln\nsoll, \u2013 und diesen gab Hr. Bethmann sehr gut. Vorz\u00fcglich sch\u00f6n gelang ihm die\nScene des dritten Aktes, in welcher er Patroklus seinen Entschlu\u00df vertraut, das\nHeer zur Entscheidung aufzufordern; und die des f\u00fcnften, wo er Iphigenia zur\nFlucht bereden will, und sie mit Entschl\u00fcssen der Rache an Troja, verl\u00e4\u00dft. An\nein Paar Orten \u00fcberraschte ihn inde\u00df sein vormaliger Fehler, da\u00df er die letzten\nWorte verschluckte. <o:p><\/o:p><br>Kalchas ist, nach den\nerstgenannten, die Hauptgestalt des St\u00fcckes; aber nach meinem Gef\u00fchl, mislang\ner durchaus. Dieser furchtbare Bote der G\u00f6tter sprach und spielte mit einer\nsonderbaren weichen Wehmuth, die schlechterdings nicht den Repr\u00e4sentanten des\nSchicksals, die Autorit\u00e4t in ihm errathen lie\u00df, die hier das Schrecklichste erzwingt.\n\u2013 Der erhabne Moment, in welchem er Achill, am Ende des dritten Akts, da dieser\nIphigenien wider den Vater und K\u00f6nig zum Besch\u00fctzer sich aufwirft, pl\u00f6tzlich\ndurch den Ausspruch niederschl\u00e4gt: <o:p><\/o:p><br>\u00bbHinweg! Sie ist ein\nEigenthum der G\u00f6tter!\u00ab hatte gar nichts Ersch\u00fctterndes. Auch die Scene des 4ten\nAktes, in welcher Kalchas Iphigenia zum Enthusiasmus entflammt, der sie selbst \u00fcber\ndie Liebe zum Leben und zu dem Br\u00e4utigam, hinweg hebt, \u2013 mislang durch den\nBeichtvaterton, mit welchem Kalchas sprach. Man sah in beiden Scenen Wirkungen\nohne entsprechende Ursache, und kam in Versuchung in der lezten die\nSeegensformel, mit welcher sich der Auftritt schlie\u00dft, f\u00fcr einen Zauberspruch\nzu halten. <o:p><\/o:p><br>Ueber die \u00fcbrigen Rollen nach\neiner k\u00fcnftigen Darstellung. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\nG. M.\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":4987,"zeitung_id":240}},{"id":256,"z_name":"Zeitung f\u00fcr die elegante Welt","z_datum":"1804-09-04","z_nummer":"106","z_seite":"Sp. 845f.","z_autor":"","z_text":"\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\">Das Publikum\nmachte mit Vergn\u00fcgen die Bekanntschaft eines neuen dramatischen Dichters, des\nHrn. Prof. Levezow. Das bekannte Sujet war dahin modifizirt, da\u00df&nbsp;\nIphigneia wirklich geopfert wird, da man die Errettung und Hinwegr\u00fcckung\nderselben nach Tauris f\u00fcr eine eigenm\u00e4chtige Verf\u00e4lschung des Mythus durch\nEuripides, wie so manche andere bei ihm, h\u00e4lt. Homer erw\u00e4hnt dieser ganzen\nBegebenheit gar nicht. Racine hat sich sehr albern durch seine princesse\njalouse d\u2019Eriphile zu helfen gewu\u00dft, wodurch die Iphigenia am Leben erhalten,\nund den gebildeten Parisern die horreur einies Wunders erspart wird, woran, wie\ner in der Vorrede selbst sagt, in jetzigen Zeiten (unter Ludwig dem\nVierzehnten) niemand mehr glauben w\u00fcrde.&nbsp; <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\">Das deutsche Trauerspiel\nenth\u00e4lt sehr vorz\u00fcgliche Einzelnheiten, wenn sich gleich gegen die Komposizion\ndes Ganzen Einw\u00fcrfe machen lie\u00dfen, die aber gegr\u00fcndet erst dann hervortreten\nk\u00f6nnen, wenn das St\u00fcck im Druck erschienen ist. Auf das Antike in der Form ist\nVerzicht geleistet worden, und die durchg\u00e4ngig sch\u00f6ne und vortreflich\nversifizirte Sprache geht h\u00e4ufig in Reime \u00fcber. Die Darstellung war nichts\nweniger als vorz\u00fcglich, und die Ursach<i>e<\/i> der geringen Wirkung, die dieses\nErzeugnis hervorbrachte, m\u00f6chte ich wohl zur Last stellen.<o:p><\/o:p><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\"><o:p>&nbsp;<\/o:p><\/p>\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":4987,"zeitung_id":256}}],"zettel":[]},{"id":4988,"theaterstueck_id":605,"veranstaltungsuntertitel":"Iphigenia in Aulis","auffuehrungsdatum":"01.10.1804","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"HSZ 1804, Nr. 117","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2007-02-11 17:24:34","datensatz_geaendert_dat":"2007-02-11 17:24:34","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]}]}}