
{"meta":{"meta-title":"K\u00fcnstler, Die > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"K\u00fcnstler, Die > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/755","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/755","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"K\u00fcnstler, Die"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/755","text":"K\u00fcnstler, Die"}]},"data":{"id":755,"veranstaltungstitel":"K\u00fcnstler, Die","veranstaltungsart_id":1,"kommentar":null,"art":{"id":1,"theaterveranstaltungsart":"Schauspiel"},"personen":[{"id":8246,"bkperson_id":550,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":755,"bkperson_regberuf_id":8246},"person":{"id":550,"bknachname":"Iffland","bkvorname":"August Wilhelm","bkgeschlecht":"m","fm_personen_id":"000086","lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}}],"veranstaltungen":[{"id":6938,"theaterstueck_id":755,"veranstaltungsuntertitel":"Die K\u00fcnstler, Sch. in 5. A. v. Iffland","auffuehrungsdatum":"21.11.1799","auffuehrungsort":"NT","uhrzeit":"","quelle":"SBBPK Ms. boruss., Quart 180\nHSZ 1799, Nr. 138","zusatzinfo":"Zum erstenmale und zum Besten des Verfassers","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2014-07-03 13:16:24","datensatz_geaendert_dat":"2014-07-03 13:16:24","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":271,"z_name":"Berlinisches Archiv der Zeit und ihres Geschmacks","z_datum":"1800-01-01","z_nummer":"","z_seite":"39-44","z_autor":"[August Ferdinand Bernhardi]","z_text":"\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\"><b style=\"\"><o:p><\/o:p><\/b><br>Die K\u00fcnstler; ein Schauspiel in f\u00fcnf\nAufz\u00fcgen, von A. W. Iffland<\/p><p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\">Die moralischen\nW\u00fcrkungen der Kunst und die verschiedenen Ansichten derselben aufzustellen,\ndies scheint der Hauptzweck dieses St\u00fccks zu seyn. Franz und Karl Lest\nrepr\u00e4sentiren die \u00e4chten K\u00fcnstler, Herr Lest die Folgen des unterdr\u00fcckten\nKunsttalents, Nickel den eigenn\u00fctzigen, mechanischen K\u00fcnstler; Henriette die\nDilettantin von Gef\u00fchl; Mamsell Bergmann die durch Eitelkeit verdorbene und die\nKunst nur aus Nebenabsicht liebende Dilettantin; Herr Bergmann dr\u00fcckt die\nAnsicht der Philister und gemeinen Naturen aus, seine Frau denkt billiger, und\nl\u00e4\u00dft ihre S\u00f6hne wenigstens gew\u00e4hren; Rath Herber den reichen, unwissenden M\u00e4cenas,\nund Fa\u00df macht die Verwickelung des Ganzen, indem er Bergmanns Abneigung gegen\ndie K\u00fcnstler zu seinen Nebenabsichten benutzt.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\">Es ist durchaus\ngleichg\u00fcltig, ob Herr Iffland sich dieses Sinnes in seinem Schauspiel, so\ndurchg\u00e4ngig ist bewu\u00dft gewesen; bei den meisten Personen ist dies zwar ganz\nau\u00dfer Zweifel, bei den andern liegt er darin durch die Anordnung des Ganzen und\nVertheilung des Einzelnen. Man w\u00fcrde sehr ungerecht sein, wenn man die M\u00fche\nverkennen wollte, welche der Verfasser auf diese Darstellung gewendet, und die\nArbeit, welche in jeder Scene sichtbar ist; um so mehr aber wird es dem\nBeurtheiler Pflicht, bei diesem Produkte etwas weitl\u00e4ufiger als sonst, das\nEigenth\u00fcmliche desselben auseinander zu setzen. <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\">K\u00fcnstler sollen\ngeschildert werden: sie sind der Stoff und Gegenstand des Drama. Es ist Herrn\nIffland nicht entgangen, da\u00df die Form diesen Stoff durchaus spiegeln mu\u00df, und\ner hat manches ganz eigentlich erdichtet, was nur durch K\u00fcnstler geschehen\nkann, und also das St\u00fcck zu einem Individuum macht. Wir rechnen dahin, den\nsatyrischen Kupferstich, den Holzschnitt und manches andre, besonders in den\nUmgebungen. Allein ist denn dies genug? Freilich wird die ganze Verwickelung\ndurch die K\u00fcnstler, als solche, gemacht; aber dies wird durchaus nicht gehalten,\ndas St\u00fcck geht bald in die gew\u00f6hnlichen Ifflandschen Verwickelungen \u00fcber; der\nStiefvater wird mit einem Banquerott bedroht; die K\u00fcnstler, seine Stiefs\u00f6hne,\nretten ihn durch ihre Entschlossenheit mit ihrem v\u00e4terlichen Verm\u00f6gen, und \u2013 \u2013\n\u2013 der Vater glaubt an die Kunst. Hei\u00dft dies nun den Stoff seines St\u00fccks in der\nForm durchf\u00fchren? Wie anders geschieht dies, zum Beispiel, in G\u00f6the\u2019s\nMitschuldigen. Hier ist kein Zug, der nicht auf eine enge, beschr\u00e4nkte Existenz\nhindeutete; alle Personen spiegeln mehr oder weniger einen sehr begr\u00e4nzten\nKreis; ja selbst das wilde Leben erscheint so kleinlich, so mager und reizlos,\nda\u00df der Zuschauer sich des L\u00e4chelns nicht enthalten kann, da\u00df G\u00f6ller, um\ndasselbe nicht zu entbehren, sich zu einem Diebstahl entschlie\u00dft. Diese absolute\nEinheit nun, welche die Darstellung und das Dargestellte hat, diese ist es, was\nwir hier vermissen. Wir finden sie dagegen in einem hohen Grade in den J\u00e4gern\nund einigen andern St\u00fccken des Verfassers.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\">Doch lassen wir\ndas fahren, so bleibt immer die Ansicht des Verfassers von der Kunst \u00fcbrig. Ist\ndies, so kann man fragen, die Meinung des Verfassers von der Kunst, da\u00df sie\nnicht ganz unn\u00fctzlich sei, unter andern auch bisweilen zur Rettung von einem\nBanquerott diene? Bewahre, wird Herr Iffland sagen; allein es ist die Ansicht\nvon Herrn Bergmann, es ist die Ansicht des P\u00f6bels, die ich darstellen will.\nUnd, kann man wieder fragen, verdiente es diese Ansicht, so besonders\ndargestellt zu werden? Scheint die Meinung einer gemeinen, niedrigen Seele es\nwerth zu sein, da\u00df man Zeit und f\u00fcnf Akte daran wende, um sie aufzustellen? Und\nendlich wird ja durch das St\u00fcck deutlich genug gesagt, da\u00df diese K\u00fcnstler\nIdeale und Repr\u00e4sentanten sein sollen; warum die\u00df wieder, wenn nur diese\nAnsicht darzustellen war? Endlich stehen ja auch Zuschauer da, von welchen man\ndoch wohl supponiren kann, da\u00df sie von jener Ansicht des P\u00f6bels in Hinsicht der\nKunst frei sind, und was bleibt dann f\u00fcr die, als zu sehen, in wiefern Herr\nBergmann getroffen sei.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\">Endlich der\nSchlu\u00df; der Vater sieht ein, da\u00df er seinen S\u00f6hnen unrecht gethan habe, und\nvers\u00f6hnt sich mit ihnen; die Familie f\u00fcgt sich in eine Gruppe zusammen; so will\nder Vater, soll Franz sie mahlen. Er ist ger\u00fchrt, er will weinen, es ist ihm\nunm\u00f6glich, bis Karl die Fl\u00f6te spielt, da geht ihm der Sinn f\u00fcr Musik auf, und\nsein gepre\u00dftes Herz erleichtert sich. <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\">Man sieht, hier\nhat der Verfasser wieder Franz und Karl als K\u00fcnstler in das St\u00fcck gezogen;\nallein was ist genau der Sinn, welcher dargestellt ist? Kunst ist ein\nErleichterungsmittel bei betr\u00fcbten Vorf\u00e4llen; \u2013 eine Flasche Wein w\u00fcrde dennoch\neben das sein, was Kunst ist. \u2013 Was Herrn Iffland zu statten kommt, und sich\nauch wider ihn sagen l\u00e4\u00dft, ist oben da gewesen. <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\">Nur eins noch!\nMu\u00df es denn immerfort nur Geld, immer Geld und nichts als Geld sein, welches in\nIfflandischen St\u00fccken eine so gro\u00dfe Rolle spielt? Es giebt so vielen andern\nStoff, welcher f\u00fcr Karakter- und Familiengem\u00e4hlde pa\u00dft, und zum Scherz hier die\nGrundz\u00fcge zu einem Gem\u00e4lde, welches man: der Triviale, oder, mit seine\nUmgebungen, die Modewelt nennen k\u00f6nnte. Ein junger Mensch mit einer\nDreistigkeit und Pr\u00e4tension, welche bis zur Unversch\u00e4mtheit gehen, und den\nMangel des soliden Wissens ersetzen sollen, produzirt sich in einer Stadt, in\nwelcher er bis jetzt nur dem Namen nach bekannt war. Um seine Arroganz und\nEitelkeit desto besser zu motiviren, k\u00f6nnte man ihn zum Schriftsteller machen,\nund fingiren, da\u00df er \u00fcber eine Lieblingsmaterie des Zeitalters, zu welcher\nkeine besonderen Kenntnisse geh\u00f6ren, geschrieben, und sich dadurch einen sehr\nprek\u00e4ren Ruf erworben habe. Er tritt nun in einen Zirkel, dessen weitere\nAusf\u00fchrung dem Dichter \u00fcberlassen bleibt, als Redner auf, und sein Absprechen\n\u00fcber ihm v\u00f6llig unzugangbare Gegenst\u00e4nde, seine Lebhaftigkeit im Gespr\u00e4ch,\nverbunden mit dem Mangel an Witz, macht anfangs die Leute stutzig. In den\nkleinen Kniffen der Eitelkeit nicht unerfahren, schmeichelt er den Damen, und\nstellt sich, als wenn er die Gelehrten hochhielte; aber seine unbeh\u00fclfliche\nArroganz l\u00e4\u00dft ihn nur die letzte Klasse gewinnen, mit der er gemeinschaftlich\neine Partei macht, und Anekdoten aufjagt, verleumdet u.&nbsp;s. w.; dies alles\nm\u00fc\u00dfte eine piquantes Theaterspiel machen, und den Schlu\u00df des St\u00fccks die\nEnth\u00fcllung der Seichtigkeit und Trivialit\u00e4t. Worauf er sich entschlie\u00dft, in seine\nVaterstadt zur\u00fcckzukehren, wo man sein Verdienst besser erkennen werde. Herr\nIffland hat uns immer in Erfindung seiner Namen zum Muster gedient; in dem\ngemeinen Namen Bergmann liegt gleichsam schon die Gemeinheit im Klange; auch\ndie Italiener bedienen sich bei ihren Masken bedeutender Namen, z. B.\nTartaglia, Smeraldina etc.; da nun die Trivialit\u00e4t sich nicht so bestimmt im\nAeu\u00dfern darstellt, so m\u00fc\u00dfte man hier zum Beispiel die vorz\u00fcgliche und einzige\nKunst trivialer Leute, Bemerkungen andrer aufzulesen und bei Gelegenheit\nanzubringen, bezeichnen; und so k\u00f6nnte man ihn zum Beispiel Merkchen nennen,\nund durch die Diminutivsylbe nebenbei auch noch die ungemeine Unbedeutenheit\nund flache Niedlichkeit ausdr\u00fccken. Hiebei m\u00fc\u00dfte nun das Geld gar nicht in\nBetrachtung kommen, und alles k\u00f6nnte ohne Schulden abgehen. Uebrigens mu\u00df der\nDialog von einer brillanten Einzelnheit sein, und die Umgebung sehr piquant, um\ndie Flachheit des Hauptkarakters zu heben.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 35.45pt; line-height: 150%;\">Wir kommen\nnun zu dem Einzelnen des Ifflandischen St\u00fccks. Der Hauptkarakter ist wirklich\nsehr brav genommen und gehalten; es ist ein guter Sinn, welcher dargestellt\nwird, da\u00df der wohlhabende gemeine Kaufmann niedertr\u00e4chtig wird, als er nicht\nmehr wohlhabend ist. \u2013 Herr Iffland spielte diese Rolle meisterhaft, mit\neiner Fertigkeit, Kraft und Sicherheit, welche den h\u00f6chsten Dank des Publikums\nganz unbestritten verdient h\u00e4tte. Der Klaviermeister ward recht brav\ndargestellt; Rath Herber \u00fcbertrieben; die Henriette sehr kalt vorgetragen; und\ndie \u00fcbrigen Karaktere in einer gew\u00f6hnlichen, individuellen Manier. Nur \u00fcber\nMamsell Bergmann, welche die durch Pr\u00e4tension und Eitelkeit verderbte\nDilettantin repr\u00e4sentirt, ein paar Worte. Der Verfasser scheint hier seine\nAnsicht der Kritik beil\u00e4ufig darstellen zu wollen, und zu verstehen zu geben,\nein Kritiker m\u00fcsse mehr von der Darstellung der Empfindung, als \u00fcber den\nVerstand in einem Kunstwerke sprechen. Darin hat er nun ganz recht, denn die\nEmpfindung ist mit Einschr\u00e4nkung das h\u00f6chste und einzige Ziel einer jeden\nDarstellung. Allein die Empfindung erh\u00e4lt man doch in einer gewissen Form; und\nnun ist leider die Form des Kunstwerkes die Verst\u00e4ndlichkeit. Es mu\u00df verstanden\nwerden k\u00f6nnen; diese Bedingung ist ganz unerla\u00dflich, und wer hier dem Kritiker\nEinw\u00fcrfe macht, versteht blo\u00df nicht, wovon die Rede ist. Allein diese\nVerst\u00e4ndlichkeit besteht nicht in der Anordnung des Ger\u00fcsts, nicht darin, da\u00df\neiner Scene die andere richtig subordinirt sei, sondern blo\u00df in der gegebenen\nM\u00f6glichkeit, die Empfindungen zu erhalten. Insofern ist aber auch beides nicht\nzu scheiden, sondern eins und dasselbe. Herr Iffland meint unstreitig, er w\u00fcrde\nsonst gar nichts meinen, jene Kritiker, welche bei entschiedenem Mangel an\nSinn, nur mit ihren Kritiken auf das Ger\u00fcst sehen, und Kleinigkeiten r\u00fcgen,\nwelche die Harmonie der Empfindung nicht mehr f\u00fchlen l\u00e4\u00dft; und darin hat er\nganz recht, so mu\u00df man nicht kritisiren; aber man nehme sich wie man wolle, man\nerlasse sogar den Dichtern den Menschenverstand, so wird von den b\u00e4ndereichen\nSchriften unsrer deutschen Theaterdichter dennoch wenig \u00fcbrig bleiben.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\">&nbsp;<\/p>\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":6938,"zeitung_id":271}}],"zettel":[]}]}}