
{"meta":{"meta-title":"Gleiches mit Gleichem > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"Gleiches mit Gleichem > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/76","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/76","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"Gleiches mit Gleichem"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/76","text":"Gleiches mit Gleichem"}]},"data":{"id":76,"veranstaltungstitel":"Gleiches mit Gleichem","veranstaltungsart_id":2,"kommentar":null,"art":{"id":2,"theaterveranstaltungsart":"Lustspiel"},"personen":[{"id":625,"bkperson_id":380,"regberuf_id":4,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":76,"bkperson_regberuf_id":625},"person":{"id":380,"bknachname":"Vogel","bkvorname":"Wilhelm","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":4,"regberuf":"autom_Bearbeiter"}},{"id":6630,"bkperson_id":4749,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":76,"bkperson_regberuf_id":6630},"person":{"id":4749,"bknachname":"Camillo","bkvorname":"Federici","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}}],"veranstaltungen":[{"id":7762,"theaterstueck_id":76,"veranstaltungsuntertitel":"Gleiches mit Gleichem, L. in 5 A. nach Federici von Vogel","auffuehrungsdatum":"12.02.1798","auffuehrungsort":"NT","uhrzeit":"","quelle":"BAZ 1798, 3","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2009-09-25 12:41:54","datensatz_geaendert_dat":"2009-09-25 12:41:54","datensatz_erstellt_user":25,"datensatz_geaendert_user":25,"rezensionen":[{"id":340,"z_name":"Neue Berlinische Dramaturgie","z_datum":"1798-02-17","z_nummer":"17","z_seite":"106-112","z_autor":"[Friedrich Schulz]","z_text":"<meta http-equiv=\"Content-Type\" content=\"text\/html; 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text-indent: 1cm;\">Am 12ten Februar\nwurde zum erstenmal aufgef\u00fchrt: Gleiches mit Gleichem, ein Lustspiel in f\u00fcnf\nAufz\u00fcgen, nach den Italienischen des Federici; bearbeitet von Herrn Vogel.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Weder von\nFederici noch von Herrn Vogel habe ich bis jetzt etwas geh\u00f6rt, aber ich freue\nmich die Bekanntschaft mit Beiden auf eine so ungemein angenehme Art gemacht zu\nhaben, und ich eile durch gegenw\u00e4rtiges Blatt auch f\u00fcr mein Theil, so viel an\nmir ist, beizutragen, da\u00df unser ganzes Publikum diese Bekanntschaft machen\nm\u00f6ge. Mir hat Gleiches mit Gleichem in jeder R\u00fccksicht einen Genu\u00df verschaft,\nwie ich ihn lange nicht im Theater gehabt habe; das St\u00fcck selbst hat interessante\nKaraktere, eine rasche, fortschreitende Handlung, neue, zum Theil \u00fcberraschende\nund recht komische Situationen, viel Laune, und manchen treffenden Witz, auch\nder Dialog ist leicht und angenehm, kurz ich finde eher alles Sch\u00f6ne darinn,\nnur nichts eigenth\u00fcmlich Italienisches. Dies fehlt so sehr, da\u00df man auf die\nVermuthung kommen mu\u00df, der deutsche Bearbeiter habe sehr frei bearbeitet. Dem\nsei inde\u00df, wie ihm wolle; er hat ein St\u00fcck geliefert, das jeder B\u00fchne\nwillkommen und jedem Publikum einen angenehmen Abend verschaffen mu\u00df, wenn es\nauch nicht \u00fcberall so sch\u00f6n vorgestellt wird, als hier, und daran ist freilich\nsehr zu zweifeln. Ich will k\u00fcrzlich den Inhalt desselben anzeigen.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Der F\u00fcrst eines\nnicht gro\u00dfen Landes reiset mit seinem Begleiter Werth incognito, um sich unter\nden edelsten und sch\u00f6nsten T\u00f6chtern seines Landes eine Gemahlinn auszusuchen.\nSo ist er auch auf das Guth des Reichsgrafen von Ahrfeld gekommen, der eine\njunge, sch\u00f6ne und wohlerzogene Tochter besitzt. Julie, so hei\u00dft diese Tochter,\nist aber schon lange dem jungen Baron Waisen, dem Sohn eines alten Freundes\nihres Vaters, der mehr als drei\u00dfig Meilen von ihrem Guthe wohnt, und den weder\nsie, noch ihr Vater bis jetzt gesehen hat, nach der \u00dcbereinkunft beider V\u00e4ter\nbestimmt worden. Dieser junge Baron Waisen wird eben auf Ahrfelds Guthe\nerwartet, um seine Braut heimzuf\u00fchren.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Au\u00dfer Julien hat\nder Graf Ahrfeld noch einen Sohn, der als Hauptmann dem F\u00fcrsten dient, und\njetzt gerade zu Felde ist; auch befindet sich in seinem Hause seine alte\nSchwester, die Gr\u00e4finn von Ahrfeld. Der F\u00fcrst ist kaum auf Ahrfelds Guth\nangekommen, hat kaum unbemerkt Julien gesehen, als er sie schon liebt und zu\nseiner Gemahlinn w\u00fcnscht, aber sein Begleiter Werth hat ihm auch gleich die\ngemachte Entdekkung von ihrem Verh\u00e4ltni\u00df mit dem Baron Waisen und dessen naher\nAnkunft mitgetheilt. Er entschlie\u00dft sich daher, sich f\u00fcr diesen auszugeben;\ndamit er aber desto sicherer entdekke, ob Julie seine Person oder die\nangenommene Maske liebe, stellt er sich bei der ersten Zusammenkunft mit ihr\nals einen Freund des Baron Waisen an, spricht viel zu dessen Vortheil, und da\ner auf das untr\u00fcglichste wahrnimmt, da\u00df (freilich sehr nat\u00fcrlich) Juliens Herz\nnoch ganz unbefangen gegen den ihr zwar zum Gemahl bestimmten, aber noch ganz\nunbekannten wahren Baron ist, so \u00fcberreicht er ihr sein, des F\u00fcrsten, Portrait,\nund fragt sie, ob sie einen solchen Mann wohl lieben k\u00f6nne Julie in\naufmerksamer Betrachtung des Portraits, das ganz ihren geheimsten W\u00fcnschen zu\nentsprechen scheint, verlohren, bemerkt nicht sogleich dessen \u00c4hnlichkeit mit\ndem Original, das vor ihr steht; aber da sie ihre Augen von dem Portrait ab zu\ndiesem Original hinwendet, verr\u00e4th sie sogleich dem angeblichen Baron alles,\nwas der F\u00fcrst nur angenehmes w\u00fcnschen und dem wahren Baron nur widriges\nbegegnen konnte \u2014 ihre Liebe in Blick und Ton und allem. Gleich nach dieser\nScene erscheint Tapfer, Diener des Hauptmanns, Ahrfelds Sohn, und k\u00fcndigt die\nAnkunft seines Herrn und eines Fremden, den er mitbr\u00e4chte, an. Tapfer, der den\nNamen dieses Fremden (es ist der wahre Baron Waisen) recht gut wei\u00df, aber, weil\nes ihm verboten ist, nicht bekannt machen darf, h\u00f6rt von Juliens Kammerm\u00e4dchen,\nda\u00df eben der Baron Waisen angekommen sei und sich bei Julien befinde. Dies\nfrappirt ihn nat\u00fcrlicherweise, und noch mehr den Hauptmann und den wahren Baron\nselbst, denen er eiligst von dieser r\u00e4thselhaften Erscheinung Nachricht giebt,\nund die sogleich bei ihrem Eintritt im Hause aus Juliens eigenem Munde nur zu\ngewi\u00df erfahren, da\u00df der falsche Baron schon festen Besitz von ihrem Herzen\ngenommen hat.<\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Aber noch gr\u00f6\u00dfer ist ihr Erstaunen, als sie aus dem\nPortrait, das Julie ihnen zeigt, erkennen, da\u00df es der F\u00fcrst selbst ist, der dem\nwahren Baron so gl\u00fccklich zuvorgekommen ist. Der Hauptmann, der den F\u00fcrsten f\u00fcr\neinen Woll\u00fcstling h\u00e4lt, und ihm nur die Absicht zutraut, seine Schwester um\nihre Ehre zu bringen, w\u00e4hrend er, der Bruder, f\u00fcr die F\u00fcrstliche Ehre sein Blut\nvergo\u00df, wird um so aufgebrachter gegen denselben, je deutlicher er jeden\nAugenblick gewahr wird, da\u00df Juliens Herz f\u00fcr den bestimmten Br\u00e4utigam auf immer\nverloren ist. Er beschlie\u00dft bei sich einen Plan, und bittet seinen Freund\nWaisen, sich in alles zu f\u00fcgen, was er anordnen w\u00fcrde, ohne ihn mit diesen\nAnordnungen bekannt zu machen. Zugleich empfiehlt er ihm fernere Verschweigung\nseines Namens, und eben dies gebietet er seinem Bedienten Tapfer. Der F\u00fcrst hat\ninzwischen nicht nur Juliens Herz immer mehr gefesselt, auch die alte Tante,\ndie Gr\u00e4finn Ahrfeld, hat er ganz f\u00fcr sich eingenommen, sie ist, wie sie selbst\nsagt, enchantirt von seinen Douceurs.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":7762,"zeitung_id":340}},{"id":341,"z_name":"Neue Berlinische Dramaturgie","z_datum":"1798-02-24","z_nummer":"17","z_seite":"113-128","z_autor":"[Friedrich Schulz]","z_text":"<meta http-equiv=\"Content-Type\" content=\"text\/html; charset=utf-8\"><meta name=\"ProgId\" content=\"Word.Document\"><meta name=\"Generator\" content=\"Microsoft Word 11\"><meta name=\"Originator\" content=\"Microsoft Word 11\"><link rel=\"File-List\" href=\"file:\/\/\/C:%5CDOKUME%7E1%5Cgerlach%5CLOKALE%7E1%5CTemp%5Cmsohtml1%5C01%5Cclip_filelist.xml\"><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:WordDocument>\n  <w:View>Normal<\/w:View>\n  <w:Zoom>0<\/w:Zoom>\n  <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>\n  <w:PunctuationKerning\/>\n  <w:ValidateAgainstSchemas\/>\n  <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid>\n  <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent>\n  <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText>\n  <w:Compatibility>\n   <w:BreakWrappedTables\/>\n   <w:SnapToGridInCell\/>\n   <w:WrapTextWithPunct\/>\n   <w:UseAsianBreakRules\/>\n   <w:DontGrowAutofit\/>\n  <\/w:Compatibility>\n  <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>\n <\/w:WordDocument>\n<\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\">\n <\/w:LatentStyles>\n<\/xml><![endif]--><style>\n<!--\n \/* Style Definitions *\/\n p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal\n\t{mso-style-parent:\"\";\n\tmargin:0cm;\n\tmargin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:Arial;\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\np\n\t{mso-margin-top-alt:auto;\n\tmargin-right:0cm;\n\tmso-margin-bottom-alt:auto;\n\tmargin-left:0cm;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\n@page Section1\n\t{size:612.0pt 792.0pt;\n\tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;\n\tmso-header-margin:36.0pt;\n\tmso-footer-margin:36.0pt;\n\tmso-paper-source:0;}\ndiv.Section1\n\t{page:Section1;}\n-->\n<\/style><!--[if gte mso 10]>\n<style>\n \/* Style Definitions *\/\n table.MsoNormalTable\n\t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\n\tmso-tstyle-rowband-size:0;\n\tmso-tstyle-colband-size:0;\n\tmso-style-noshow:yes;\n\tmso-style-parent:\"\";\n\tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\n\tmso-para-margin:0cm;\n\tmso-para-margin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:10.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-ansi-language:#0400;\n\tmso-fareast-language:#0400;\n\tmso-bidi-language:#0400;}\n<\/style>\n<![endif]--><p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"><o:p>&nbsp;<\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Inde\u00df hat Juliens\nBruder vergebens versucht, ihr die Neigung des angeblichen Baron zu ihr und seine\nAbsichten verd\u00e4chtig zu machen; vergebens hat er ihr seinen Freund, den wahren\nBaron, dessen Name aber noch immer ein Geheimni\u00df bleibt, als einen ihrer Liebe\nw\u00fcrdigern Gegenstand vorgestellt; sie begreift ihn nicht, da sie nicht anders\nwei\u00df, als da\u00df der Liebling ihres Herzens auch der ihr verhei\u00dfene, erwartete\nBr\u00e4utigam sei, ihr befangenes Herz ist der Liebe f\u00fcr einen andern nicht mehr\noffen und unwillig verl\u00e4\u00dft sie ihren Bruder, dessen Beschuldigungen gegen den\nangeblichen Baron ihr grundlose Verl\u00e4umdungen scheinen. Aber freilich ist ihre\nRuhe dadurch gest\u00f6rt und wirklich scheint der Verdacht ihres Bruders auf einen\nAugenblick auch der ihrige zu werden, als der F\u00fcrst auf die Nachricht, da\u00df\ndieser Bruder angekommen sei, best\u00fcrzt den Entschlu\u00df fa\u00dft, pl\u00f6tzlich\nabzureisen, um von demselben nicht erkannt zu werden und dadurch seinen Plan\nmit Julien vielleicht vereitelt zu sehen. Er entfernt sich wirklich, aber der\nder alte Graf von Ahrfeld, der eben von der Jagd zur\u00fcckk\u00f6mmt, die Ankunft des\nerwarteten, aber ihm von Person noch nicht bekannten Barons erfahren hat und\nihn jetzt im Begriff wieder abzureisen sieht, bringt ihn zur\u00fcck in das Zimmer,\nwo Julie mit ihrer Tante noch gegenw\u00e4rtig und \u00fcber diese R\u00fcckkunft nicht wenig\ngetr\u00f6stet ist. Indem erscheint auch der Hauptmann Ahrfeld, bewillkommet seinen\nVater und bittet zugleich um Erlaubni\u00df, die Gesellschaft mit seinem\nmitgebrachten Freunde bekannt machen zu d\u00fcrfen und \u2014 siehe da \u2014 der Hauptmann\nstellt zum Erstaunen aller den wahren Baron Waisen als den F\u00fcrsten, der das\nHaus seines Vaters mit seinem Besuche beehren wolle, vor. Die alte Tante, die\nden F\u00fcrsten als Kind gekannt, findet auch gleich \u00c4hnlichkeiten und die\u00df macht\nsich nat\u00fcrlicherweise sehr komisch. Niemand ist inde\u00df \u00fcber diese Erscheinung\nmehr betroffen, als der wahre F\u00fcrst, und noch mehr steigt sein Erstaunen \u00fcber\ndie unverlegene Art, mit welcher der vorgebliche F\u00fcrst sich betr\u00e4gt und \u00fcber\ndie Dreistigkeit, womit er ihm einige Seitenhiebe versetzt. \u2014 Vergebens bem\u00fcht\nsich der wahre F\u00fcrst, den wahren Namen dieses unerwarteten Collegen zu\nerfahren; Tapfer, den er deshalb zu bestechen sucht, gesteht nichts. Aber die\nUmwandlung des bisher anonymen Freundes in den F\u00fcrsten hat auf Juliens Herz\nkeinen Einflu\u00df; sie bleibt gleichg\u00fcltig gegen den wahren Baron in der Larve des\nF\u00fcrsten und liebt treu den wahren F\u00fcrsten in der Larve des Barons. Die\nForderungen ihres Bruders, die in Befehle, gar nicht mehr mit ihrem\nInniggeliebten zu sprechen, ausarten, machen ihre Liebe nur fester. Und\nbesonders beg\u00fcnstigt ihre Neigung die alte, jungferliche Tante, die, wie\ngesagt, von den Liebensw\u00fcrdigkeiten des angeblichen Barons so entz\u00fcckt ist, da\u00df\nsie sich gl\u00fccklich prei\u00dft, da\u00df ihr vor drei\u00dfig Jahren kein solcher\nHerzensb\u00e4ndiger vor Augen gekommen sei; und die auf der andern Seite so sehr\ngegen den F\u00fcrsten ist, da\u00df sie ihre Nichte lieber mit einem Bourgeois als mit\nihm verheirathet sehen m\u00f6chte. Nicht etwa, als w\u00e4re sie gegen den F\u00fcrsten als\nF\u00fcrsten, sondern weil sie die Meinung von ihm hegt, da\u00df er ein junger\nleichtsinniger W\u00fcstling sei, und dies giebt zu einer, zwar nicht neuen, aber\nimmer recht komisch bleibenden Situation Anla\u00df. Die Tante erz\u00e4hlt nehmlich ganz\ntreuherzig dem wahren F\u00fcrsten, was f\u00fcr ein ausgelassener Mensch der F\u00fcrst sei,\nda\u00df er allen M\u00e4dchen nachstelle und um ihre Ehre zu bringen suche, da\u00df es ihm\naber bei ihrer Nichte nicht gelingen solle. \u2014 Durch die unverstelltesten\nBeweise von Juliens Liebe ist inde\u00df die Absicht des wahren F\u00fcrsten, Julien zu\nseiner Gemahlinn zu w\u00e4hlen, so unwandelbar geworden, da\u00df er gegen seinen\nGef\u00e4hrten Werth, der ihm den Rath zu geben wagt, daraus eine gew\u00f6hnliche,\nf\u00fcrstliche Galanterie zu machen, in den heftigsten Zorn ger\u00e4th. Gleichwohl\nf\u00fchlt er, da\u00df er die angenommene Larve des Barons nicht mehr lange fortf\u00fchren\nk\u00f6nne und eine Unterredung, die Juliens Bruder mit ihm allein begehrt hatte und\ndie eine sehr ernsthafte Wendung nimmt, \u00fcberzeugt ihn nur zu gewi\u00df, da\u00df er von\ndiesem schon erkannt sei und da\u00df er seiner Verlarvung ein Ende machen m\u00fcsse.\nBeleidigend scheint ihm jetzt die Dreistigkeit, da\u00df derselbe in seiner\nGegenwart einen andern als F\u00fcrsten vorzustellen wagen konnte, und er ergreift\ndeshalb Maasregeln, wodurch er hinter den wahren Namen und die Absichten des\nangeblichen F\u00fcrsten, (denn beides ist ihm noch immer unbekannt) kommen und zugleich\nsich als den wahren F\u00fcrsten darstellen k\u00f6nne. Werth mu\u00df dazu das N\u00f6thige\nbesorgen. Inmittelst hat sich das Ger\u00fccht, da\u00df der F\u00fcrst sich auf Ahrfelds\nGuthe befinde, im Dorfe verbreitet und die Gemeinde schickt deshalb zwei\nDeputirte, Kohl und Schaaf auf das gr\u00e4fliche Schlo\u00df, um ihn auch ihrerseits zu\nbewillkommen. Beide Bauern treffen zuerst den wahren F\u00fcrsten im Zimmer an,\nhalten ihn f\u00fcr einen neuen Bedienten und nehmens ihm daher, wie sie sich\nausdr\u00fckken, nicht \u00fcbel, da\u00df er sie nicht nach W\u00fcrden begr\u00fc\u00dft habe. Seine\nanscheinende Verlegenheit halten sie f\u00fcr Schaam dar\u00fcber, da\u00df er nur ein\nBedienter sei und Kohl sagt, nun, nun, sch\u00e4m\u2019 er sich nur nicht, wir k\u00f6nnen\nnicht alle Bauern sein. Als er erf\u00e4hrt, da\u00df sie gekommen sind, um den F\u00fcrsten\nzu bewillkommen, giebt er sich f\u00fcr einen aus der Gesellschaft des F\u00fcrsten, der\nimmer um und bei ihm sei, aus und sie, dadurch noch begieriger gemacht, von\nihrem F\u00fcrsten, dem sie mit ganzer Seele zugethan sind, recht viel Genaues zu\nerfahren, bitten ihn, davon zu erz\u00e4hlen. Er, um ihre Anh\u00e4nglichkeit auf die\nProbe zu stellen, sagt dem F\u00fcrsten allerlei B\u00f6ses nach, das ihm beinahe sehr\n\u00fcbel bekommen w\u00e4re, und h\u00e4tte er nicht zur rechten Zeit eingelenkt, so h\u00e4tte\nder F\u00fcrst von seinen Bauern aus Liebe zu ihm unbekannterweise Pr\u00fcgel gekriegt.\nBald nach dieser Scene erscheint Werth, meldet ihm, da\u00df alles besorgt sei und\nnun entfernt sich der wahre F\u00fcrst auf einige Augenblikke.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Dagegen erscheint\ngleich darauf der Major Mohrbach mit Wache, \u00fcberreicht dem Grafen Ahrfeld einen\nf\u00fcrstlichen Befehl an ihn, \u00fcber seinen eigenen Sohn und den angeblichen\nF\u00fcrsten, die er, der Major, in Verhaft nehmen solle, ein Verh\u00f6r wegen ihres\ngespielten Betrugs zu halten. Da\u00df \u00fcber diese Erscheinung alles im ganzen Hause\n\u00e4u\u00dferst best\u00fcrzt wird, da\u00df sie dem Vater, der Tante, Julien, den Bauern\nunerkl\u00e4rbar scheint, ist nat\u00fcrlich. Graf Ahrfeld \u00fcberzeugt sich inde\u00df von der\nRichtigkeit der f\u00fcrstlichen Hand und seines Siegels; der Hauptmann, der\nangebliche F\u00fcrst, und auch Tapfer, des Hauptmanns Bedienten, werden wirklich\nverhaftet und die Bauern m\u00fcssen die Nacht \u00fcber im Schlosse bleiben, um am\nfolgenden Tage dem Verh\u00f6r beiwohnen zu k\u00f6nnen. Dieses geht dann auch wirklich\nvor sich; zuerst wird Tapfer vernommen, Drohungen fruchten nichts, aber die\nVersprechungen des Grafen Ahrfeld, da\u00df er ihn in seine Dienste nehmen wolle,\nbewegen ihn zu gestehen, da\u00df der angebliche F\u00fcrst bis zu seiner Ankunft in\ndiesem Hause den Namen Baron Waisen gef\u00fchrt habe. Nun treten der Hauptmann und\nsein Freund auf; letzterer gesteht sogleich, da\u00df er der F\u00fcrst nicht sei und\n\u00fcberreicht dem Grafen Ahrfeld einen Brief seines Vaters an ihn, woraus der Alte\nzu seinem gr\u00f6\u00dften Erstaunen nur zu gewi\u00df sieht, da\u00df dieser der Sohn seines\nFreundes und seiner Julie bestimmter Br\u00e4utigam sei.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">In dem Augenblick\nnun, da aller Verdacht des Betrugs auf den, der bisher als Baron passirte,\nf\u00e4llt, da Juliens Herz mit bangen Besorgnissen gefoltert wird, tritt der wahre\nF\u00fcrst herein und giebt sich als solchen zu erkennen.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Ahrfeld, um mit\neinmal gewi\u00df zu sein, ob der F\u00fcrst ein edler Mann oder ein Verf\u00fchrer ist, f\u00fchrt\nihm sogleich seine Tochter zu. Der F\u00fcrst betheuert seine Liebe, erkl\u00e4rt aber\nmit edler Resignation, da\u00df er das \u00e4ltere Recht des Barons ehre und da\u00df Julie\nals freies M\u00e4dchen zwischen ihnen beiden entscheiden solle.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Julie erkl\u00e4rt\nweinend, da\u00df sie als gehorsame Tochter und z\u00e4rtliche Schwester sich dem Baron\nhinzugeben schuldig sei, aber der Baron, der in der Art dieser Erkl\u00e4rung die\nLiebe Juliens zu dem F\u00fcrsten nur zu deutlich sieht, und dem es niemals um ihren\nBesitz sonderlich zu thun war, da er ein Liebchen in der N\u00e4he seines\nv\u00e4terlichen Guths hat, f\u00fchrt Julien dem F\u00fcrsten zu, der sie mit Entz\u00fckken in\nseine Arme schlie\u00dft. Und so endigt sich das St\u00fcck zur Freude aller, zur Ehre\ndes Hauptmanns, dem der F\u00fcrst unter den edelsten \u00c4usserungen den Degen selbst\nwieder giebt, zu einiger kleinen Besch\u00e4mung der Tante \u00fcber ihre Physiognomik\nund zum Frolokken der Bauern, denen der F\u00fcrst seinen Dank f\u00fcr ihre Liebe auf\ndas herzlichste zu erkennen giebt.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Vielleicht kann\ndiese Inhaltsanzeige des St\u00fccks, die ich aus einer einmaligen Ansicht desselben\nentworfen habe und die daher ohne Zweifel manche L\u00fckken hat und der es\nvielleicht noch mehr an einer pragmatischen Zusammenstellung der Dinge fehlt,\nmanchen verleiten, in mein obiges Urtheil \u00fcber den Werth des St\u00fccks Zweifel zu\nsetzen. Ich will deshalb dies Urtheil n\u00e4her bestimmen; ich nehme nicht zur\u00fcck,\nda\u00df das St\u00fcck eine rasche fortschreitende Handlung hat, aber ich sage damit\nnicht, da\u00df nicht eine und die andere Scene h\u00e4tte wegbleiben oder doch mehr\nzusammengedr\u00e4ngt oder auch anders gestellt werden k\u00f6nnen, noch weniger will ich\ndamit sagen, da\u00df die Handlung in der sch\u00f6nen Einheit und dem nat\u00fcrlichen\nZusammenhang, wie sie anf\u00e4ngt, bis zum Schlu\u00df des St\u00fccks fortl\u00e4uft. Dies ist\nvielmehr nur bis zum Anfang des vierten Akts der Fall. Von da an braucht der\nBaumeister St\u00fctzen und Maschinen zur Forttragung seines Geb\u00e4udes. Das St\u00fcck ist\ngewissermassen da zu Ende; der F\u00fcrst konnte sich nun, da er sich erkannt sah\nund dadurch seine W\u00fcnsche vereitelt zu sehen f\u00fcrchtete, ohne viele Umst\u00e4nde\nerkl\u00e4ren, wer er sei und was er f\u00fcr Absichten habe, wenn diese Absichten, wie\nsie es wirklich sind, redlich waren. Die Bauern und das ganze Verh\u00f6r, die\nschlimmste Parthie des St\u00fccks, waren nicht n\u00f6thig und es gefiel mit drei oder\nvier Akten vielleicht so sehr oder noch mehr als jetzt mit f\u00fcnfen. Die\nVerhaftnehmung des Hauptmanns und des Barons und das Verh\u00f6r \u00fcber sie sind nur\nein leeres Man\u00f6vre und doch macht dies Man\u00f6vre auf einige Augenblikke \u00fcber die\nAbsichten des F\u00fcrsten irre, der fast zu sch\u00f6n, zu edel, zu einfach und populair\ngeschildert ist und den vielleicht wir Berliner allein, seit Monaten gew\u00f6hnt in\nder Wirklichkeit zu sehen, was uns hier die Phantasie des Dichters aufstellt,\nf\u00fcr kein unerreichbares Ideal halten. Ich sage, dies Man\u00f6vre macht auf einige\nAugenblikke \u00fcber die Absichten des F\u00fcrsten irre und man wird mindestens\nverleitet zu glauben, da\u00df dieser so vollkommne liebensw\u00fcrdige F\u00fcrst doch so\nkleinlich edel sei, da\u00df er den Baron f\u00fcr seine unbefugte f\u00fcrstliche\nRepr\u00e4sentation und den Hauptmann f\u00fcr die H\u00fclfe, die er dabei geleistet und die\nWahrheiten, die er ihm, dem F\u00fcrsten, aus den reinsten und unerkennbarsten\nBeweggr\u00fcnden gesagt hat, einigerma\u00dfen z\u00fcchtigen wolle.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Aber\ndemohngeachtet sind die beiden letzten Akte nicht ohne Interesse. Die Mittel,\nwomit der Verfasser von da an das St\u00fcck forttragen l\u00e4\u00dft, sind zum Theil an sich\nselbst so gut angegeben und eingerichtet, da\u00df sie durch sich selbst\ninteressiren, nehmlich, die beiden Bauern, die Situationen, in die sie gebracht\nund wodurch sie noch interessanter werden, ungerechnet; zum Theil aber\nverlieren diese Mittel durch die Personen, die dabei gebraucht werden, sehr\nviel von dem Unangenehmen, das sonst damit verbunden sein w\u00fcrde; dies gilt\nnamentlich von dem Verh\u00f6r, welches um so mehr, da alle Zuschauer schon vorher\nwissen, was dabei herauskommen kann und mu\u00df, Langeweile machen m\u00fc\u00dfte, wenn\nnicht der so unterhaltend gezeichnete Baron Waisen eine Hauptfigur dabei\nspielte und sich auch hier in seiner originellen Art zeigte.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">So beh\u00e4lt denn\ndas St\u00fcck bis zum letzten Akt fortdauerndes Leben und Interesse und wenn auch\ndie Verh\u00f6rscene auf einige Augenblikke die Theilnahme erm\u00fcdet, so wird sie\ndurch die Schlu\u00dfscene bald wieder lebhaft erweckt. Die humane Art, wie sich der\nF\u00fcrst hier zeigt, seine edle, gef\u00fchlvolle Resignation und seine lautre Freude,\nda Julie dennoch die Seine wird; und vor allem sein Benehmen gegen den\nHauptmann, befriedigen alle W\u00fcnsche und bewirken eine angenehme Empfindung\naller Herzen, eine erhebende Stimmung aller Gem\u00fcther. Nur die den Bauern\nabgewischten und zur sch\u00f6nsten Zierde des Brautschmucks gewidmeten Thr\u00e4nen\nmachen sich \u2014 ich will das gelindeste Wort gebrauchen \u2014 zu romanhaft. Auch kann\nich nicht unbemerkt lassen, da\u00df die Bedientensp\u00e4\u00dfe mit dem Bratspiesse,\nSpeisekammer und dergleichen mehr als einmal und auch wohl am unrechten Orte\nvorkommen, wodurch sie allerdings unangenehm werden. \u00dcbrigens sind meine Ohren\ngar nicht so \u00fcberekel, da\u00df sie durch dergleichen Sp\u00e4\u00dfe beleidigt w\u00fcrden; noch weniger\nverlange ich, da\u00df Bediente mit der zierlichen Politur des Ausdrucks reden\nsollen, als wenn sie Kandidaten der Gottesgelahrtheit w\u00e4ren.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Und dieses St\u00fcck\nwurde nun mit einem Ensemble dargestellt, das man wohl auf andern B\u00fchnen\nvergebens suchen m\u00f6chte und das auch auf der hiesigen noch immer selten genug\nist, um ausgezeichnet erw\u00e4hnt zu werden. Alle Schauspieler, (nur Herr Kaselitz,\nder den Tapfer spielte, nicht ganz) waren an ihrem Platze; alle hatten ihre\nRollen sorgf\u00e4ltig gelernt, alle schienen mit dem lebendigsten Eifer, sie sch\u00f6n\ndarzustellen, beseelt zu sein; aber Niemand arbeitete blos f\u00fcr sich, sondern\nf\u00fcr den Einklang des Ganzen und mu\u00dfte hier die Wahrheit auf das anschaulichste\nempfinden, da\u00df nur dann das Einzelne, sei\u2019s eine einzelne Rolle oder einzelne\nScene, die wahre, allgemeine Wirkung macht, wenn es keine abgerissene, mit den\n\u00fcbrigen Theilen nicht harmonirende Sch\u00f6nheit, sondern ein nothwendiger Beitrag\nzum Ganzen ist. Herr Beschort, der den F\u00fcrsten darstellte, erhielt die\nHuldigungen des Publikums auf eine warme und gl\u00e4nzende Art; er wurde nach\nEndigung des St\u00fccks mit gro\u00dfer Allgemeinheit und mit einem Drange, der aufs\ndeutlichste bewies, da\u00df man heute keine Farce spielen wolle, hervorgerufen. Der\ngef\u00e4llige Anstand, mit dem er diese Rolle gab, sein edler, warmer Ausdruck,\nsein feines, freundliches Spiel in den Scenen mit Julien, verbunden mit alle\ndem, was er zu sagen hatte und worinn wir soviel lokale Beziehung fanden,\nnahmen alle Herzen f\u00fcr ihn ein. Der Beifall, den Herr Beschort erhielt, mu\u00dfte\nausgezeichneter werden, da sich zu dem Vergn\u00fcgen \u00fcber den sch\u00f6nen Darsteller,\nder Enthusiasmus \u00fcber den vortreflichen F\u00fcrsten gesellte. Es war darum keine\nUngerechtigkeit des Publikums, kein Beweis einer mindern warmen Anerkennung\nihres K\u00fcnstler-Verdienstes in diesem St\u00fckke, wenn nicht eine \u00e4hnliche Art des\nBeifalls auch den \u00fcbrigen Personen und namentlich der Mlle. D\u00f6bbelin, der\nMadame Fleck, den Herrn Schwadke, Mattausch, Unzelmann und Greibe zu Theil\nwurde. Unter diesen hatten wohl unstreitig Mlle. D\u00f6bbelin und Herr Schwadke die\nschwersten Aufgaben. Die alte Gr\u00e4fin Ahrfeld mit Beifall zu spielen, das hei\u00dft,\ngellendes H\u00e4ndeklatschen zu erregen, ist leicht; je mehr man sie chargirt,\ndesto leichter ist er zu erlangen; aber was eine gew\u00f6hnliche Schauspielerinn\nthut, darf man von einer D\u00f6bbelin nicht erwarten, die uns in jeglicher\nR\u00fccksicht zu allen den Forderungen berechtigt, welche Geschmack, Gef\u00fchl und\nVerstand an einen wahrhaft gro\u00dfen Schauspieler machen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Man mu\u00df diese\nK\u00fcnstlerin, die immer zu den seltensten und denkw\u00fcrdigsten Erscheinungen auf\nder deutschen B\u00fchne gerechnet werden wird, seit einer Reihe von Jahren in den\nmannigfaltigsten Rollen aller Art gesehen haben, um ihre fast schrankenlose\nVersatilite, den Reichthum ihrer Phantasie, die lebendige Regsamkeit ihres\nGeistes, ihren gl\u00fccklichen Beobachtungsblick, ihre praktische Einsicht und ihre\nTheaterfestigkeit nach ihrem wahren Gehalt und Umfang begreifen und bewundern\nzu k\u00f6nnen. Immer, so oft und viel sie auch spielt, ist sie mit ganzer Aufmerksamkeit\nund ganzer Seele auf der B\u00fchne, wei\u00df ihre Rolle bis aufs Wort auswendig, l\u00e4\u00dft\nuns durch Plappern oder unverst\u00e4ndliches und zu leises Sprechen nie errathen,\nwas sie gesagt haben m\u00f6chte und f\u00e4llt doch keinesweges auf der andern Seite in\nden Fehler des Gesuchten, Preti\u00f6sen und den Predigerton.<\/p>\n\n<span style=\"font-size: 12pt; font-family: Arial;\"><br style=\"page-break-before: always;\" clear=\"all\">\n<\/span>","pivot":{"theaterveranstaltung_id":7762,"zeitung_id":341}},{"id":342,"z_name":"Neue Berlinische Dramaturgie","z_datum":"1798-03-10","z_nummer":"17","z_seite":"129-137","z_autor":"[Friedrich Schulz]","z_text":"<meta http-equiv=\"Content-Type\" content=\"text\/html; charset=utf-8\"><meta name=\"ProgId\" content=\"Word.Document\"><meta name=\"Generator\" content=\"Microsoft Word 11\"><meta name=\"Originator\" content=\"Microsoft Word 11\"><link rel=\"File-List\" href=\"file:\/\/\/C:%5CDOKUME%7E1%5Cgerlach%5CLOKALE%7E1%5CTemp%5Cmsohtml1%5C01%5Cclip_filelist.xml\"><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:WordDocument>\n  <w:View>Normal<\/w:View>\n  <w:Zoom>0<\/w:Zoom>\n  <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>\n  <w:PunctuationKerning\/>\n  <w:ValidateAgainstSchemas\/>\n  <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid>\n  <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent>\n  <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText>\n  <w:Compatibility>\n   <w:BreakWrappedTables\/>\n   <w:SnapToGridInCell\/>\n   <w:WrapTextWithPunct\/>\n   <w:UseAsianBreakRules\/>\n   <w:DontGrowAutofit\/>\n  <\/w:Compatibility>\n  <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>\n <\/w:WordDocument>\n<\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\">\n <\/w:LatentStyles>\n<\/xml><![endif]--><style>\n<!--\n \/* Style Definitions *\/\n p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal\n\t{mso-style-parent:\"\";\n\tmargin:0cm;\n\tmargin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:Arial;\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\np\n\t{mso-margin-top-alt:auto;\n\tmargin-right:0cm;\n\tmso-margin-bottom-alt:auto;\n\tmargin-left:0cm;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:12.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\";}\n@page Section1\n\t{size:612.0pt 792.0pt;\n\tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;\n\tmso-header-margin:36.0pt;\n\tmso-footer-margin:36.0pt;\n\tmso-paper-source:0;}\ndiv.Section1\n\t{page:Section1;}\n-->\n<\/style><!--[if gte mso 10]>\n<style>\n \/* Style Definitions *\/\n table.MsoNormalTable\n\t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\n\tmso-tstyle-rowband-size:0;\n\tmso-tstyle-colband-size:0;\n\tmso-style-noshow:yes;\n\tmso-style-parent:\"\";\n\tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\n\tmso-para-margin:0cm;\n\tmso-para-margin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:10.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-ansi-language:#0400;\n\tmso-fareast-language:#0400;\n\tmso-bidi-language:#0400;}\n<\/style>\n<![endif]--><p class=\"MsoNormal\" style=\"text-indent: 1cm;\"><span style=\"font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"><o:p>&nbsp;<\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Das Genie und die\nBeurtheilungskraft der Mademoiselle D\u00f6bbelin zeigt sich denn auch bei der\nDarstellung der Gr\u00e4fin Ahrfeld im g\u00fcnstigsten Lichte. Die auf ihren Verstand\nund ihre bon mani\u00e8re eitle, alte Gr\u00e4fin, ist im Grunde eine brave, honnette\nDame, ist nicht unbekannt mit der feinen Welt, und hat darin ihre guten\nGrunds\u00e4tze nicht eingeb\u00fc\u00dft. Mademoiselle D\u00f6bbelin zeichnete sicher und fest die\nGrundz\u00fcge ihres Karakters; man hatte das gute Weib recht herzlich lieb, indem\nman \u00fcber ihre kleinen Eitelkeiten lachte, und man lachte nur \u00fcber einige ihrer\nManieren und \u00c4u\u00dferungen, nicht \u00fcber sie selbst.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Der Baron Waisen\nerscheint als ein jovialischer, junger Mann, der, obgleich er von Anfang an\nmerkt, da\u00df er um seine bestimmte Braut geprellt ist, alles von der lustigen\nSeite ansieht, der, wenn ihm auch einmal der Gedanke in den Kopf k\u00f6mmt, da\u00df er\nmit einem K\u00f6rbchen werde abziehen m\u00fcssen und da\u00df ein zerbrochnes Rad, welches\nSchuld an seiner zu sp\u00e4ten Ankunft auf Ahrfelds Guthe ist, eben darum Schuld an\ndiesem K\u00f6rbchen wurde, doch gleich wieder dadurch v\u00f6llig getr\u00f6stet ist, da\u00df\nbeim Zerbrechen des Wagens keines seiner Glieder verletzt worden, und, da\u00df er\nseinem Vater einen gesunden Sohn zur\u00fcckbringt. Dieser leichte, unbefangene\nFrohsinn, diese immer gleiche, scherzende Laune sind wahrlich keine leichte\nAufgabe f\u00fcr einen Schauspieler; Herr Schwadtke hat sie ganz aufgel\u00f6set. Possen,\nSp\u00e4\u00dfe, Luftspr\u00fcnge und alle die gew\u00f6hnlichen Theaterstreiche w\u00fcrden hier ganz\nam unrechten Orte sein; Er war frei von allen diesen Manieren, deren nur der\nGeistesarme Schauspieler als Behelfe bedarf, und die der Lustigmacher als\nunfehlbare Zauberformeln zur Hervorlokkung des Beifalls frivoler Zuschauer\ngebraucht. Herr Schwadtke entstellte damit nicht sein reines, nat\u00fcrliches,\nanstandsvolles, freundliches Spiel, und bewirkte dadurch ausser dem Kunstgenu\u00df,\nden uns der Repr\u00e4sentant gew\u00e4hrte, auch Theilnahme f\u00fcr den Repr\u00e4sentirten, so\ngro\u00df, so \u00fcberlegen auch nach allen Umst\u00e4nden das Interesse f\u00fcr den F\u00fcrsten ist;\nund man gab nur dann erst diese Theilnahme mit Vergn\u00fcgen auf, als man erfuhr,\nda\u00df dem Baron im Grunde mit Juliens Verlust sehr gedient ist. Eine solche\nDarstellung ist wahr und im Geiste des Dichters; der K\u00fcnstler, der sie giebt,\nverdient die w\u00e4rmste Anerkennung seines Werths, und diese wird auch das\nPublikum immer mehr einem Schauspieler gew\u00e4hren, der mit rastlosem Flei\u00df einer\nfehlerlosen Ausbildung entgegen arbeitet, und der, warum soll ich nicht ein\nBekenntni\u00df meiner gehabten Zweifel ablegen, da ich sie jetzt mit so vielem\nVergn\u00fcgen aufgebe, mit jedem Tage Talente entwikkelt, die ich nie in ihm\ngeahndet habe, H\u00e4rten in der Deklamation, besonders in der Aussprache der\nEndsylben verbessert, die ich f\u00fcr zu tief eingewurzelte, fast unheilbare\nGebrechen hielt.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Madame Fleck als\nJulie war, wie immer, wenn sie sanfte, z\u00e4rtliche Gef\u00fchle auszudr\u00fccken hat, das\nholde, weibliche Gesch\u00f6pf, dem man so gern jedes Wort glaubt. Wer kann so wahr\nwie sie, und zugleich mit so viel Zartheit, so viel Decence, so viel\nDelikatesse, kurz mit so viel Weiblichkeit das Gef\u00fchl der Liebe ausdr\u00fckken?<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Aus Herrn\nMattausch\u2019s treflicher Darstellung des Hauptmanns will ich nur die Schlu\u00dfscene\ndes dritten Akts herausheben. Er sprach in dieser Scene mit so edler,\nm\u00e4nnlicher Kraft, mit so hinreissendem, \u00fcberzeugendem Feuer, das uns ganz f\u00fcr\ndie Gerechtigkeit seiner Sache eingenommen haben w\u00fcrde, wenn wir nicht schon\nGelegenheit gehabt h\u00e4tten, den F\u00fcrsten von einer bessern Seite kennen zu\nlernen, als er ihn bis dahin kennen konnte.<\/p>\n\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; text-indent: 1cm;\">Die Herrn\nUnzelmann und Greibe als Kohl und Schaaf waren durch Maske, k\u00f6rperliche\nHaltung, Aktion und Sprache, die leibhaftigen, guten, ehrlichen Bauern, die der\nDichter geschildert hat.<\/p>\n\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":7762,"zeitung_id":342}}],"zettel":[]},{"id":7763,"theaterstueck_id":76,"veranstaltungsuntertitel":"Gleiches mit Gleichem, L. in 5 A. nach dem Italienischen des Federici, bearbeitet von Vogel","auffuehrungsdatum":"13.02.1798","auffuehrungsort":"NT","uhrzeit":"","quelle":"BAZ 1798, 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Ein Lustspiel in F\u00fcnf Akten, nach dem Italienischen des Federici. Bearbeitet von Herrn Vogel","auffuehrungsdatum":"20.04.1809","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"18:00","quelle":"ThZ SBBPK","zusatzinfo":"Bekanntmachung. Beym Kastellan Leist ist zu haben: \"Kost\u00fcme auf dem k\u00f6nigl. National-Theater, 1stes bis 16tes Heft.\" Jedes Heft 2 Rthlr. 12 Gr.","bild":null,"rollenfeld":"\n Hr. Beschort<br \/>\n Hr. Gern<br \/>\n Hr. Mattausch<br \/>\n Mad. Schr\u00f6ck<br \/>\n Hr. Stich<br \/>\n Hr. Bessel d. j\u00fcng.<br \/>\n Hr. Labes<br \/>\n Mle. Ritzenfeldt<br \/>\n Hr. Kaselitz<br \/>\n Hr. Greibe<br \/>\n Hr. Unzelmann<br \/>\n Hr. Leidel<br \/>\n Hr. Benda<br \/>\n ","schauspieler_info":"Gr\u00e4fin von Ahrfeld: Mad. 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Bearbeitet von Herrn Vogel","auffuehrungsdatum":"14.03.1810","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"18:00","quelle":"ThZ SBBPK","zusatzinfo":"[danach: Das Gest\u00e4ndni\u00df] <br> Bekanntmachung. Beym Kastellan Herrn Leist ist zu haben: \"Kost\u00fcme auf dem k\u00f6nigl. National-Theater, 1stes bis 19tes Heft.\" Jedes Heft 2 Rthlr. 12 Gr.","bild":null,"rollenfeld":"\n Hr. Beschort<br \/>\n Hr. Gern<br \/>\n Mad. Vanini<br \/>\n Hr. Mattausch<br \/>\n Mad. Schr\u00f6ck<br \/>\n Hr. Stich<br \/>\n Hr. Bessel d. S.<br \/>\n Hr. Labes<br \/>\n Mlle. Ritzenfeldt<br \/>\n Hr. Kaselitz<br \/>\n Hr. Greibe<br \/>\n Hr. Unzelmann<br \/>\n Hr. Leidel<br \/>\n Hr. 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Beym Kastellan Herrn Leist ist zu haben: \"Dramatische Scenen der Darstelungen des k\u00f6niglichen National-Theaters, nachgebildet und herausgegeben von den Gebr\u00fcdern Henschel, 1stes Heft, Fol. Preis 3 Rthlr. Courant.\" <br> Enth\u00e4lt: Drey Scenen aus Don Ranudo de Colibrados, vom Herrn von Kotzebue. Drey Scenen aus dem Intermezzo, oder: Der Landjunker in der Residenz, vom Herrn von Kotzebue","bild":null,"rollenfeld":"\n Hr. Beschort<br \/>\n Hr. Gern<br \/>\n Mad. Vanini<br \/>\n Hr. Mattausch<br \/>\n Mad. Scr\u00f6ck<br \/>\n Hr. Stich<br \/>\n Hr. Bessel d. S.<br \/>\n Hr. Rehfeldt<br \/>\n Mlle. Ritzenfeldt<br \/>\n Hr. Maurer<br \/>\n Hr. Greibe<br \/>\n Hr. Unzelmann<br \/>\n Hr. Leidel<br \/>\n Hr. 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