
{"meta":{"meta-title":"Hugo Grotius > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"Hugo Grotius > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/88","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/88","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"Hugo Grotius"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/88","text":"Hugo Grotius"}]},"data":{"id":88,"veranstaltungstitel":"Hugo Grotius","veranstaltungsart_id":1,"kommentar":null,"art":{"id":1,"theaterveranstaltungsart":"Schauspiel"},"personen":[{"id":167,"bkperson_id":553,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":88,"bkperson_regberuf_id":167},"person":{"id":553,"bknachname":"Kotzebue","bkvorname":"August Friedrich Ferdinand","bkgeschlecht":"m","fm_personen_id":"000090","lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}}],"veranstaltungen":[{"id":147,"theaterstueck_id":88,"veranstaltungsuntertitel":"Hugo Grotius; Schauspiel in 4 Akten; vom Herrn Kollegienrath von Kotzebue","auffuehrungsdatum":"10.02.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1803, Nr. 18","zusatzinfo":"Heute zum Erstenmale und zum Benefiz f\u00fcr Herrn und Madame Herdt <br> [danach: List und Liebe]","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-01-26 16:08:47","datensatz_geaendert_dat":"2005-01-26 16:08:47","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":17,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1803-02-15","z_nummer":"20","z_seite":"","z_autor":"ungez.","z_text":"\n <p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\">Hugo Grotius selbst ist ein\n weiser guthm\u00fcthiger Mann mit dem \u00e4u\u00dferen Anstande der hohen Magistratur; da\u00df\n Hr. Iffland ihn so gegeben hat, bedarf kaum der Anzeige, am wenigsten einer\n weitern Auseinandersetzung. Mad. B\u00f6heim giebt sich M\u00fche, von der alten\n Gewohnheit des Vortrages in manierirtem Fallen und Steigen sich loszumachen,\n und von Herzen weg zu reden. Wird sie dem Gange und den Bewegungen der Arme\n das Gezierte nehmen, und die Bewegungen zu den Worten passen lassen, so\n gewinnen das Publikum und die Schauspielerin. Warum stets die Thr\u00e4nenflagge\n in der Hand? Eine Arml\u00e4nge oft weit hinaus gebreitet noch verl\u00e4ngt durch die\n ganze L\u00e4nge des wei\u00dfen Tuchs - es thut dem Zuschauer weh, dem zuletzt dieses\n best\u00e4ndig aufgesteckte Nothzeichen ein Zeichen der trocknen Verlegenheit\n wird. Hr. Mattausch als Moriz verdient den Dank der Zuschauer und des\n Beobachters. Er war sanft, besonnen, kr\u00e4ftig und zusammengehalten. Hie und\n da h\u00e4tte der hohe, sch\u00f6ne Dienst- und Heldensinn sich m\u00e4chtiger verk\u00fcnden\n sollen, aber dar\u00fcber w\u00e4ren die zarteren Empfindungen verloren gegangen; und\n da\u00df Hr. Mattausch diese letzteren in seinem Vortrage jetzt \u00fcberhaupt mehr\n als sonst geltend macht, ist ein Verdienst. Zudem sind die Grenzlinien\n dieses Charakters an manchen Stellen unbestimmt gezogen. Besondern Dank\n verdient Hr. Mattausch, da\u00df er den Prinzen gab, was des Prinzen ist, - da\n der mehrere Theil der Uebrigen ihn nur wie einen Kameraden behandelt. Mad.\n Fleck, als Cornelia - zart, weiblich, fein und vollherzig, wie gew\u00f6hnlich.\n Herr Bethmann, als Felix, gab die Szenen mit den Soldaten und dem Sergeanten\n sehr genau, bemessen, und dabei mit unbefangener angenehmer Laune, so wie\n die mit dem Prinzen mit Lebendigkeit und Kraft; nur fehlte der letzteren das\n Auflodern der Seelenangst, die ihn hintreibt, die im Niederk\u00e4mpfen einige\n genialische Augenblicke mehr geben mu\u00dfte. Die sch\u00f6ne Zeichnung des Helden\n Moriz von Oranien ist wohl nicht zu verfehlen. Hr. Beschort gab sie mit den\n Accenten des Mannes aus der gro\u00dfen Welt, mit dem Anstande des Helden und mit\n einer Sprache, welche f\u00fcr Festigkeit und G\u00fcte eine Melodie bildeten. Die\n kleine Rolle des Sergeanten gab Hr. Kaselitz aus einem St\u00fcck geschnitten. Er\n war ein treues vollst\u00e4ndiges Bild dieses Standes und Sinnes, und verga\u00df\n keinen Augenblick es zu seyn. Den Hauptmann Ga\u00dfweiler spielte Hr. Herdt mit\n Flei\u00df und Bestreben der Sache zu gen\u00fcgen. Das ist sehr dankenswerth. Allein\n das Bestreben ward zu oft sichtbar, die Merkzeichen welche er f\u00fcr den Umri\u00df\n sich gesteckt hatte, benahmen ihm die freie Ausf\u00fchrung, der Charakter ward\n nur in Silhouette gegeben, und es mangelte ihm das gro\u00dfe Leben des Herzens,\n das hier nur mit Gewalt den Panzer umschlie\u00dft. Auf der B\u00fchne mu\u00df der\n K\u00fcnstler - was alle \u00fcberall m\u00fcssen - sich M\u00fche geben, da\u00df Niemand die\n Bem\u00fchung gewahr werde. Dies aber gilt von der ganzen Vorstellung des Hugo\n Grotius. Sie war unstreitig gut, und dennoch - nicht gerathen. Jeder\n Einzelne war zu loben, jeder war ernstlich damit besch\u00e4ftigt, alles zu thun,\n was gethan werden mu\u00df, aber jeder fast war besch\u00e4ftigt, bem\u00fchet und eben\n dadurch der Zuschauer belastet. Die Entwicklung der Charaktere gab sich\n nicht in der Luft und Liebe des freien Augenblicks, in jener sch\u00f6nen\n wohlthuenden Gewi\u00dfheit, worin Ueberg\u00e4nge der Empfindung, in einem Gu\u00df\n geboren, von Seele zu Seele sich mittheilen, die Gestalten sich runden,\n vollenden, den Schimmer der Begeisterung empfangen, welcher die Funken unter\n die Zuh\u00f6rer wirft, und das sch\u00f6ne Feuer entz\u00fcndet, das im schnellen Wechsel\n von der B\u00fchne herab auf das Parterre, und von diesen herauf auf die B\u00fchne\n wirken mu\u00df, wenn Werke der Imagination sich vollg\u00fcltig bew\u00e4hren sollen. Oft\n schadet die Gegenwart des Verfassers der Darstellung seines Werkes. Indem\n man ihm redlich gen\u00fcgen will, verweilt man bei Kleinigkeit, und vers\u00e4umt\n dar\u00fcber die entscheidenden Momente der Selbstsch\u00f6pfung.<br>\n <\/p>\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":147,"zeitung_id":17}},{"id":37,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1803-02-12","z_nummer":"19","z_seite":"","z_autor":"ungez.","z_text":"\n <p class=\"MsoNormal\">\n\n<\/p><p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">In einer Gem\u00e4ldegallerie\nsieht man gern die Familienst\u00fccke w\u00fcrdiger Menschen der Vorzeit von Meisterhand\ngefertigt. So steht zwischen Iphigenien, Ion und Oktavien, Hugo Grotius im Arme\nder Seinen. Dieses Schauspiel redet zum Herzen, erfreuet den gebildeten\nVerstand, und erhebt die Empfindung f\u00fcr das Gute. Auf unbefangene H\u00f6rer hat\nHugo Grotius sanften Eindruck gemacht, und sie verdanken es Hrn. von Kotzebue,\nda\u00df er sein Genie und seine herzliche Empfindung der B\u00fchne widmet. Die\nhandelnden Personen des Schauspiels bleiben sich treu in einfacher St\u00e4rke und\nGewalt des innigen Gef\u00fchls, ohne Weichlichkeit. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Zwar ist es hier und da\nverordnet und gebr\u00e4uchlich worden, alle Schilderung h\u00e4uslicher Verbindung,\nverwandtschaftlicher s\u00fc\u00dfen Gewalt und politischer Lage, worin manchmal das Herz\nmit zum Vorschein kommt, als l\u00e4ppisch von der B\u00fchne zu verbannen. Abstrakte\nDinge, fremdartiger Sinn sollen in spitzen Gedanken, zusammengekeilten Worten,\nd\u00fcsteren Perioden vorgetragen werden, und durch eine Gattung geehrter Unverst\u00e4ndlichkeit\nsollen gro\u00dfe Charaktere sich verk\u00fcnden und bew\u00e4hren. Von diesem allen thut Hugo\nGrotius freilich nichts. Hoch bek\u00fcmmert ihn das Vaterland, doch innig sorgt er\nauch um seine Hauswirthin und die Kinder, ja er nimmt Trost aus der Bibel.\nDiese s\u00e4mmtlichen Schw\u00e4chen wird man vielleicht dem Verfasser deshalb hingehen\nlassen, weil Hausvaterw\u00fcrde und Glauben, zum Kost\u00fcme der damaligen Zeit geh\u00f6rten.\nAllein der ehrliche Hugo Grotius hat ein Buch \u00fcber das V\u00f6lkerrecht geschrieben,\nwelches lange f\u00fcr etwas gegolten hat. Wie jedoch Kleider und Dichter, B\u00fccher\nund Helden in und aus der Mode seyn k\u00f6nnen, so trifft es sich grade, da\u00df eben V\u00f6lkerrecht\nbenebst dem Buche dar\u00fcber, nicht sonderlich mehr gehandhabt wird. Sogar ist\nvielleicht weiland Hugo Grotius bei dem gelehrten Kassations-Tribunal von dem \u00f6ffentlichen\nAnkl\u00e4ger in das Verzeichni\u00df der virorum prohibitorum eingetragen. Dann hat Herr\nvon Kotzebue sehr gefehlt, da\u00df er \u00fcber Hugo Grotius, der in die litterarische\nAbtei geworfen ist, wo dessen bisheriger Ruhm den bleichen Septembriseur\nerwartet, der ihn abthun wird, ein Schauspiel verfa\u00dft hat. Wenn dieses dennoch\ngeschehen sollte, so m\u00fc\u00dfte er seinen Hugo humanisiren. Von seinen Schriften m\u00fc\u00dfte\nGrotius best\u00e4ndig reden, jedermann erz\u00e4hlen, da\u00df niemand besser schreibe, denn\ner, ber\u00fchmter sei, als er. Da\u00df alle B\u00fcchermacher vor ihm ohne Menschenverstand\ngewesen seien, da\u00df nach ihm Keiner mehr erscheinen werde, da\u00df man also eilen m\u00f6ge\nzu h\u00f6ren, da es noch Zeit sei. Aber das geschieht nicht! <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Freilich verliert sich der\nalte Mann am Schlusse des St\u00fcckes gegen den Prinzen in eine sch\u00f6ne lange\nbilderreiche Rede. Aber gerade hier h\u00e4tten einige stark empfundene Worte\nvielleicht mehr gewirkt. Ausserdem w\u00e4ren wohl noch einige Dinge zu r\u00fcgen, als\ndie Verhandlung \u00fcber Strang oder Schwert. Wir w\u00fcrgen zwar in Schrift weit gr\u00e4\u00dflicher,\nlangsamer und niedriger, dennoch haben wir unsere Empfindung so rein und zart\nerhalten, da\u00df wir vom Rechtsgebrauch jener Zeiten nicht reden h\u00f6ren k\u00f6nnen,\nohne die Imagination zu besudeln. Es war auch schon die Brille aufgesetzt, und\nzwar die sch\u00e4rfste \u2013 um mehrere Fehler zusammen zu suchen; aber das Ganze trieb\nWasser in die Augen, und so mu\u00dfte wegen Verhinderung die Brille abgenommen\nwerden, um der wackern Holl\u00e4ndischen Familie noch einmahl mit stiller Freude\nins Gesicht zu sehen. Da ohnehin die G\u00f6nner des Verfassers aus reiner\nWahrheitsliebe nicht verfehlen werden, jeden etwas zu leichten Pinselstrich dem\nPublikum zum Nutz und Frommen der guten Sache mildiglich unter dem Vergr\u00f6\u00dferungsglase\nzu zeigen; so w\u00e4re es unn\u00fctz, ihnen vorzugreifen. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\nDie Vorstellung war gut. Von dieser k\u00fcnftig.<span style=\"font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"> <\/span><p class=\"MsoNormal\">\n <!-- %s --><\/p>\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":147,"zeitung_id":37}}],"zettel":[]},{"id":849,"theaterstueck_id":88,"veranstaltungsuntertitel":"Hugo Grotius","auffuehrungsdatum":"02.03.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1803, Nr. 26","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-01-26 16:27:11","datensatz_geaendert_dat":"2005-01-26 16:27:11","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]}]}}