
{"meta":{"meta-title":"Genua und Rache > Nationaltheater von A-Z","meta-description":"Genua und Rache > Nationaltheater von A-Z","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/92","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/nationaltheater\/theaterstueck\/92","zitat":{"bereich":"Nationaltheater","bearbeitet":" (bearbeitet von Klaus Gerlach)","titel":"Genua und Rache"},"breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater","text":"Nationaltheater"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/nationaltheater\/theaterstueck\/92","text":"Genua und Rache"}]},"data":{"id":92,"veranstaltungstitel":"Genua und Rache","veranstaltungsart_id":9,"kommentar":null,"art":{"id":9,"theaterveranstaltungsart":"Trauerspiel"},"personen":[{"id":716,"bkperson_id":471,"regberuf_id":2,"updated_at":null,"pivot":{"theaterstueck_id":92,"bkperson_regberuf_id":716},"person":{"id":471,"bknachname":"Babo","bkvorname":"Joseph Marius","bkgeschlecht":null,"fm_personen_id":null,"lexname":null},"beruf":{"id":2,"regberuf":"autom_Autor"}}],"veranstaltungen":[{"id":154,"theaterstueck_id":92,"veranstaltungsuntertitel":"Genua und Rache, Trauerspiel in 5 Akten, vom Herrn Professor Babo","auffuehrungsdatum":"28.02.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1803, Nr. 25","zusatzinfo":"Zum erstenmal und als Benefiz f\u00fcr Madame Fleck","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-01-26 16:25:58","datensatz_geaendert_dat":"2005-01-26 16:25:58","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":26,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1803-03-03","z_nummer":"27","z_seite":"","z_autor":"ungez. [Casimir Ulrich Boehlendorff]","z_text":"\n <p class=\"MsoNormal\">\n\n<\/p>\n\n\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Jacob und Cialf von Lusignan\nhaben vor 20 Jahren den K\u00f6nig von Cypern, ihren Bruder, ermordet, und f\u00fchren\ndie Regentschaft f\u00fcr dessen Sohn Pedro. Seine Mutter, die K\u00f6nigin Theophana,\nstellt sich wahnwitzig, ihr Leben zu retten. Jacob aus Habsucht, Cialf aus\ngrober Sinnlichkeit, lie\u00dfen bei einer Festlichkeit 300 Genueser ermorden, bem\u00e4chtigten\nsich deren Weiber und Verm\u00f6gens. Die K\u00f6nigin erzieht Rosaura Gamelli, Tochter\neines gemordeten Genuesers, und hofft durch deren Geist und Reitze auf den Sohn\nzu wirken, dessen Bildung die Oheime absichtlich vernachl\u00e4ssigen, aber seine G\u00fcte\nnicht ganz vernichten k\u00f6nnen. Aus Interesse und zum Schutz gegen Genua wollen\ndie Regenten eine Verm\u00e4hlung des Prinzen mit der Prinzessin Jole, Tochter des\nGriechischen Kaisers, welche heimlich in Famagosta sich aufh\u00e4lt. Unter dem\nVorwande der Verbannung aus Genua, aber mit Auftr\u00e4gen dieser Republik an die K\u00f6nigin\nf\u00fcr Genugthuung und das Heil von Cypern und des Prinzen selbst, kommen Kataneo\nund Fregoso, Genuesische Edle, nach Famagosta. Rosaura ist die Nichte\nKataneo\u2019s. Die K\u00f6nigin entdeckt sich beiden, da\u00df sie nicht wahnwitzig sey,\nihrem gemeinschaftlichen Vaterlande Genua Genugthuung verschaffen, ihren Sohn\naus dem Verderben retten wolle, und deshalb eine Schaar ihrer Anh\u00e4nger als\nPilger gekleidet verborgen halte. Rosaura bittet um das Erbe ihres Vaters bei\ndem Prinzen, der sie anziehend findet. Sie bewirkt eine Vereinigung desselben\nmit seiner Mutter. Aber schwankend, reizbar und jung fesselt auch Jole seine\nSinne. Die Oheime finden ihn ver\u00e4ndert, berathen sich mit Jolen und ihrem Rath\nGravillo. Rosaura wird aufgehoben, und fl\u00fcchtet sich zur K\u00f6nigin, welche dem\nPrinzen verd\u00e4chtig gemacht wird. Inzwischen erkl\u00e4rt Kataneo den Krieg, und\nbricht, da er verhaftet werden soll, in das Losungswort: Genua und Rache! aus,\nwelches nun die Flamme ausbrechen l\u00e4\u00dft. Auf der Flucht zur K\u00f6nigin hat Rosaura\nGift bekommen. Der Prinz bemerkt dessen Wirkung; die K\u00f6nigin wird beschuldigt,\ndas Gift gegeben zu haben. Verzweifelnd st\u00fcrzt der Prinz in die Feinde. Die\nRegenten suchen eine unterirdische Gruft, sich zu retten, \u2013 der Prinz, Kataneo\nund Fregoso kommen dahin zur\u00fcck. Jole ist im Gefecht get\u00f6dtet; Rosaura stirbt\nam Gifte; der Prinz erkennt die Unschuld seiner Mutter; die Regenten werden\nverurtheilt, am Grabe des gemordeten Bruders ihr Leben zu enden. Dies ist ungef\u00e4hr\nder Gegenstand, den Babo behandelt hat. <o:p><\/o:p><br>Die Behandlung zeichnet den\nMeister, der nicht Waare auf den Kauf liefert, nicht Purpurl\u00e4ppchen mit\nGoldschaum auf einen Grund von Sackleinwand klebt, und sie zur Schau aufh\u00e4ngt;\nnein! hier ist im tiefsten Schacht des Menschenherzens gegraben und \u00e4chte\nWahrheit zu Tage gef\u00f6rdert. Der Verstand hat zu thun, und die Empfindungsnerven\nwerden nicht gekitzelt, sondern das reine gesunde Gef\u00fchl f\u00fcr Recht und Unrecht\nwird derb ergriffen. Man kann nicht vor dem Rarit\u00e4tenkasten da sitzen, und die\nFiguren bunt, schnell und lustig an sich vor\u00fcber ziehen lassen; man wird durch\nWillen und Unwillen selbst mithandelnder Theil. Die Bissen liegen nicht mit\netwas pikanter Br\u00fche sp\u00e4rlich umgeben, schon vorgeschnitten da; es ist auch\nnicht f\u00fcr alle Theile etwas vorhanden, f\u00fcr den eine blo\u00dfe Thr\u00e4nenpartie, f\u00fcr\neinen andern sentimentale Schrauberei, und wieder f\u00fcr einen dritten platter\nScherz mit Nothdurft der Charakteristik an den Tag gebracht, \u2013 es ist eine\nganze Begebenheit und ganze Charakterschilderung. \u2013 Es ist aber eine\nHofbegebenheit mit Hofmenschen an Seyn, Wirken, Scheinen und Wollen. Sie sind\nnicht besch\u00f6nigt. Es soll aber jetzt alles maskirt und farcirt erscheinen; die\ntragischen Charaktere auf der B\u00fchne wie die Kalbskeulen auf den Tafeln. Es\nsollen nicht die Menschen wie sie waren und sind, vorkommen, sondern so wie wir\nsie jetzt dulden und vorstellen sehen wollen: \u2013 am\u00fcsant bis zum Tode! \u2013 Ob nun\nschon alle handelnde Personen eine wahre Hofkonduite besitzen, so da\u00df au\u00dfer dem\nEintritt der Prinzessin Jole, welche nicht gemeldet ist, schwerlich der\nHoffourier an ihrer Konvenienz etwas aussetzen m\u00f6chte, \u2013 so ist doch zu f\u00fcrchten,\nda\u00df mancher sie f\u00fcr plumpe Gesellen erkl\u00e4ren werde, weil sie nicht auf\ntragische Bonmots ausgehen, und nicht auf der H\u00f6he sind, die jetzt gelten soll.\nIst aber auch die Begebenheit und sind die Charaktere nach allen Regeln\ntragisch, so ist die Frage: wird unser Gef\u00fchl durch die Schilderung dieser\nBegebenheit und Charaktere erhoben, veredelt? Diese Frage l\u00e4\u00dft sich schwerlich\nmit Ja beantworten. Der Schreiber dieser Zeilen dachte mehreremale w\u00e4hrend der\nVorstellung: \u00bbGottlob, unsre F\u00fcrsten und H\u00f6fe sind nicht mehr so, und die\nMenschheit f\u00fchlt sich besser; denn solche Greuel w\u00fcrde sie nicht mehr tragen,\nsondern abwerfen!\u00ab \u2013 Hat nun der Autor dieses angenehme Gef\u00fchl erregen wollen,\nso hat er seinen Zweck erreicht. H\u00e4tte er aber auch nur ein treues Bild der\nVorzeit entwerfen wollen, so ist es immer h\u00f6chst interessant, vor einem so ganz\nausgemahlten Bilde zu verweilen, wo der K\u00fcnstler, auf eigener Kraft beruhend,\ndiese verwendet, und alle kleine H\u00fclfsmittel verschm\u00e4ht hat. Es ist ein Bild,\nwas F\u00fcrsten mit der tiefen Betrachtung \u00fcber die Gefahren, womit sie in so\nmancherlei Gestalten umgeben sind, lehrreich anschauen werden. W\u00e4re auch das\nKolorit zu hart f\u00fcr ein Gem\u00e4hlde unsrer Tage: so wirken doch die Neigungen der\nMenschen zu allen Zeiten dasselbe, nur mehr oder minder auffallend. Wer hier\ndie Blutgr\u00e4uel der Vorzeit verabscheuet, wird gemahnt, manchem schleichenden\nUebel unserer Zeit entgegen zu k\u00e4mpfen. \u2013 <o:p><\/o:p><br>Nachdem das Ger\u00e4usch der sp\u00e4ten\nLogenbesucher mit dem ersten Akt geendet war, sah die Versammlung die \u00fcbrigen\nAkte mit Ernst, den der Gegenstand gebeut, mit der Stille der Betrachtung,\nwelche der tief forschende Geist des Verfassers erregt, und mit dem gegr\u00fcndeten\nBeifall, welche den Werken des Geistes sicher, aber nicht str\u00f6mend zuflie\u00dft,\nwenn Charlatanerien die Menge nicht berauscht haben. <o:p><\/o:p><br>Es giebt Falten im\nMenschenherzen, davon Niemand, auch wenn er allein ist, den Schleier\nhinwegnehmen mag: werden diese Falten vor eine gro\u00dfe Versammlung ganz offen\nhingelegt \u2013 so regt sich entweder das bessere Gef\u00fchl, oder doch die Eitelkeit\nso, da\u00df die Menschen en corps, von der unangenehmen Wahrheit lieber durch\nSchweigen zu verstehen geben, sie sey verzeichnet, als da\u00df ihre laute\nZustimmung diese Wahrheit f\u00fcr Wahrheit anerkennen sollte. Dieses Gef\u00fchl macht\nder Menschheit Ehre, denn aus den Tr\u00fcmmern der Verschw\u00e4chung erhebt sie alsdenn\nsich zu ihrer ersten holden Schamhaftigkeit. <o:p><\/o:p><\/span>Die Vorstellung \u2013 ist eine schwere, eine der schwersten\nAufgaben! Daher mu\u00df die Billigkeit obwalten, alles Unbestimmte und Schwankende\nder ersten Vorstellung \u2013 als eine Hauptprobe anzusehen, um erst die zweite\nVorstellung \u2013 beurtheilen zu wollen. Nur Mad. Unzelmann kann nicht mehr\nleisten, als sie geleistet hat. Ihre Darstellung ragte an der Spitze hervor und\nwar vollkommen.<\/p><span style=\"font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"> <\/span><p class=\"MsoNormal\">\n <!-- %s --><\/p>\n","pivot":{"theaterveranstaltung_id":154,"zeitung_id":26}},{"id":39,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1803-03-05","z_nummer":"28","z_seite":"","z_autor":"ungez. [Casimir Ulrich Boehlendorff]","z_text":"\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"\">Die Darstellung der Hofwelt\ndieser Art ist nicht jedermanns Sache. Ein solcher Hof gl\u00e4nzt gleich einem\nlachenden Gefilde, das unter d\u00fcnner Decke die gl\u00fchende Lava birgt. Selten nur\nwirft die G\u00e4hrung eine Explosion heraus, bei der man ein Blick in die tiefe\nGlut zu werfen vermag. Jacob und Cialf herrschen \u00fcber Pedro und Cypern, der\nVenetianer Gravilla [!] herrscht \u00fcber alle drei, wenn er es will. Eben als er\nin seiner Hand die Z\u00fcgel vereint, ist Jole erschienen. Bei ihr steht es,\nGravillens Hand sammt allen Z\u00fcgeln zu fassen, zu halten und zu lenken. Graville\nund Jole nach ihrer Kraft und Deutung stehen einander gegen\u00fcber, das gro\u00dfe\nSchach um Allgewalt oder Ohnmacht zu spielen. Die Oheime Regenten sind\nNebenfiguren, welche das Spiel decken. <o:p><\/o:p><\/span>Geburt und Besitz machen sie imposant. Eigentlich gef\u00e4hrlich\nsind sie nur durch jene bestimmte Niedertr\u00e4chtigkeit, welche alles wagt, was\nsie will, und alles erreicht, weil sie nie nach Konsequenz z\u00f6gert oder\naufgiebt. Graville ist der Souverain, und verbirgt diese Herrschaft in der\nscheinbaren Unbefangenheit, die nichts ist und scheinen will, als ein fertiges\nR\u00fcstzeug zum Dienst der Regenten. Bei dem Regenten erscheint er so arglos, nur\nvon jenem routinirten Gesch\u00e4ftsgeist belebt, womit gute Arbeiter die Schwierigkeiten\naus einander werfen, die vorliegen, ohne deshalb weit um sich oder voraus zu\nsehen. Das gewandte Benehmen der gro\u00dfen Welt, leichte gef\u00e4llige Formen des\nCeremoniels, eine sorglose Sprache mit der weichen Modulation der\nVerbindlichkeit bezeichnen den Mann, den die Oheime nur f\u00fcr schlau, aber nicht\ntiefdenkend und vielwollend achten. Nur Jole hat ihn durchschaut und gebraucht,\nwie er zu brauchen ist. Ihre Unterredung bringt ihn aus seinem Schwanken\nhervor; doch thut er seine Schritte bemessen und mit Sicherheit. Hier wird sein\nBenehmen bedeutender; seine Accente werden gew\u00e4hlt, und leise, aber doch\nmerkbare Schattirung in dem Emaille der Augen verrathen das Streben seines\nGeistes. \u2013 Graville mu\u00dfte durch einen der bedeutendsten K\u00fcnstler erf\u00fcllt werden.\nHat Hr. Labes den tiefen Sinn der Ministerrolle nicht erreicht: so hat er doch\nnicht, was vielleicht manchem Andern passirt seyn k\u00f6nnte, einen Uebelth\u00e4ter\ndaraus gemacht, der mit Bosheit prunkt. Er hat die Rolle mit guter Lebensart\nund mit Flei\u00df gegeben. Der Oheim Jacob ist ein angstvoll, sorglich kleinlicher\nMensch, der aus Geitz Bubenst\u00fccke unternommen hat, aus Geitz ferner dazu bereit\nund willig ist. Alles sein Thun dreht sich um diesen Punkt; einen Ueberblick\nder Begebenheiten hat er weiter nicht, als zum erhalten und verlieren. So hat\nihn Herr Iffland durch 4 Akte ausgef\u00fchrt. Aber auch im f\u00fcnften Akte soll seine\nAngst etwas J\u00e4mmerliches haben. Da\u00df der Charakter hier in der Vorstellung eine\ntragische Explosion nahm, scheint ein Fehlgriff. Der Oheim Cialf ist ein\nentschiedener Woll\u00fcstling, von mehr Bedeutung, Leichtsinn und Willen, als\nJacob. Es ist sichtbar, da\u00df Herr Unzelmann auf diese Rolle Flei\u00df und\nSorgsamkeit verwendet hat. Vermuthlich hat gerade die Sorgsamkeit Herrn\nUnzelmann auf einen Abweg gef\u00fchrt. Der Neffe Pedro nennt ihn \u00bbseinen lustigen\nOheim\u00ab; davon war nirgend etwas zu sehen. Herr Unzelmann erscheint in lustigen\nRollen mit so entschiedenem Verdienst, da\u00df man deshalb in ernsten Rollen ihn\nweniger an seiner Stelle findet. Wahrscheinlich hat er dem Trauerspiel durch\neinen lustigen Oheim nicht schaden wollen. Er hat nun das kassirte Alter gew\u00e4hlt,\nist aber dadurch auf einem andern Wege dem Lustspiel nahe getreten, und hat das\nLeben dieses Charakters gehindert. Der lustige Oheim soll hei\u00dfen: der\nlebenslustige, genie\u00dfende Oheim. Dieser k\u00f6nnte alt im Gesicht, aber entschieden\nim Benehmen, in Schritt und Tritt, leicht in der Sprache und herrschend im\nBlick seyn. So wie er erschien, spielte er den Cialf und Jacob zusammen. Hr.\nBethmann gab den J\u00fcngling Pedro sehr verdienstlich. Schnell und kr\u00e4ftig in den\nAufwallungen, heftig, doch dabei gutm\u00fcthig. Die Einwirkung der Menschen auf ihn\nwaren richtig genommen, nur etwas zu tief. In diesem Zunder f\u00e4ngt jeder Funke\nFeuer; aber die Flamme verzehrt augenblicklich. Die Reflexion ber\u00fchrt ihn wie\nein Blitz; aber sie leuchtet nur wie dieser, schnell und vor\u00fcbergehend. Herr\nBethmann gab den ersten Akt leicht und gef\u00e4llig. Das ist an sich gut und\nlobenswerth; aber hier war es nicht genug. Junge Leute, die wie Pedro ganz der\nT\u00e4ndelei leben, geben ihrer T\u00e4ndelei mehr Bedeutung. Sie leihen dem Nichts eine\nGedankenform, woraus eine gr\u00f6\u00dfere Mannichfaltigkeit der Scenen entsteht. Mit\nwahrer Innigkeit hat Herr Bethmann alle Scenen mit der Mutter gegeben, und den\nletzten Akt mit \u00e4chtem Jugendgef\u00fchl. \u2013 Verfallen die Schauspieler in den\nFehler, ihre Rollen sinken zu lassen, wenn ihnen nicht lauter Beifall zu Theil\nwird, so verdient es, angemerkt zu werden, da\u00df Herr Bethmann mit gleichem Feuer\nvon Anfang bis zum Ende spielte, obgleich er gar keinen Beweis des Beifalls\nerhielt, den er verdiente. \u2013 Theophana, Mad. B\u00f6heim. Sie gab diese Rolle mit\nLeben, Wahrheit und W\u00fcrde. Mad. B\u00f6heim hat die Ausstellungen, welche ihrem\nSpiel gemacht worden sind, gen\u00fctzt, welches ihr zur Ehre gereicht. Man lernt in\nder Kunst, so lange man sie \u00fcbt, und man liebt sie nicht, wenn man nicht den\nbescheidenen Tadel ehrt. \u2013 Rosaura, Madame Fleck. Das Gebet am Schlu\u00df des\nersten Akts war das Gem\u00e4hlde einer sch\u00f6nen betenden Heiligen. Ein Gebet \u2013\nhingegeben in anspruchlose Sehnsucht und fromme Einfachheit. Die Rolle selbst h\u00e4tte\nvielleicht mehr in Kindlichkeit und warmen Gef\u00fchl vorgetragen seyn k\u00f6nnen. Der\nThr\u00e4nenton, so angenehm ihn die liebensw\u00fcrdige K\u00fcnstlerin besitzt, mu\u00df nur\nselten gebraucht, und wenn er auf die Empfindung wirken soll, nie verschwendet\nwerden. Herr Herdt, als Fragoso, erf\u00fcllte diese Rolle mit Kraft und Gegenwart.\nAls Kataneo erinnerte Herr B\u00f6heim an die Verdienstlichkeit, womit er lange\nJahre seinen Beruf ge\u00fcbt und Antheil erworben hat. \u2013 Im letzten Akt erschien\neine imposante Dekoration, das unterirdische Gew\u00f6lbe der Burg, wohinab eine\nTreppe, im gro\u00dfen Styl gedacht, f\u00fchrte. Es schien, als ob der Hintergrund etwas\nzu hell beleuchtet worden w\u00e4re.<\/p><span style=\"font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\"> <\/span>\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":154,"zeitung_id":39}}],"zettel":[]},{"id":852,"theaterstueck_id":92,"veranstaltungsuntertitel":"Genua und Rache","auffuehrungsdatum":"04.03.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1803, Nr. 27","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-01-26 16:28:52","datensatz_geaendert_dat":"2005-01-26 16:28:52","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[],"zettel":[]},{"id":854,"theaterstueck_id":92,"veranstaltungsuntertitel":"Genua und Rache","auffuehrungsdatum":"06.03.1803","auffuehrungsort":"NT S1","uhrzeit":"","quelle":"VZ 1803, Nr. 28","zusatzinfo":"","bild":null,"rollenfeld":null,"schauspieler_info":null,"datensatz_erstellt_dat":"2005-01-26 16:30:08","datensatz_geaendert_dat":"2005-01-26 16:30:08","datensatz_erstellt_user":4,"datensatz_geaendert_user":4,"rezensionen":[{"id":45,"z_name":"Vossische Zeitung","z_datum":"1803-03-08","z_nummer":"29","z_seite":"","z_autor":"unez.","z_text":"\n Herr Unzelmann nahm die Rolle des Cialf anders, richtiger und wirksamer.\n Sein Nachdenken beweiset den guten Schauspieler. Alle Uebrigen schienen\n krank oder kr\u00e4nklich zu seyn. Einige erholten sich vom Froste im dritten\n Akt. Das ist aber eine wahre Grausamkeit von der Direktion, wenn sie die\n Kranken n\u00f6thigt sich zu schminken, um vor dem Publikum Worte herzusagen.\n Mehr haben sie nicht gethan, mehr k\u00f6nnen aber auch Kranke nicht leisten. Es\n sind so wackre Leute, machen dem Publikum so viel Vergn\u00fcgen - der Himmel\n verleihe ihnen doch alle eine baldige gute Besserung.<br \/>\n &nbsp;<br \/>\n <br \/>\n <br \/>\n ","pivot":{"theaterveranstaltung_id":854,"zeitung_id":45}}],"zettel":[]}]}}