
{"meta":{"meta-title":"Salomo Joel Sachs < Personen","meta-description":"Salomo Joel Sachs < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/2977","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/2977","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Salomo Joel Sachs"},"count":{"lebensdaten":10,"namensformen":0,"genealogie":0,"biographie":1,"werke":0,"berlinaufenthalte":0,"register":2,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/2977","text":"Salomo Joel Sachs"}]},"data":{"id":2977,"zusatz_id":2977,"meta":{"meta-title":"Salomo Joel Sachs < Personen","meta-description":"Salomo Joel Sachs < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/2977","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/2977"},"title":"Salomo Joel Sachs","nachname":"Sachs","vorname":"Salomo Joel","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"22.12.1772","geburtsort":"Berlin","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"j\u00fcdisch","sterbedatum":"1855","sterbeort":"Berlin","sterbeland":null,"berufe":["Architekt"],"vereine":[],"bekanntschaften":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/641\" class=\"link-hover text-primary\">Karl Friedrich Schinkel (Architekt)<\/a>"],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n <p class=\"MsoNormal\"><b>Salomo Joel Sachs<\/b><br>\n Ein j\u00fcdischer Au\u00dfenseiter im Kreise der Berliner Architekten und\n preussischen Baubeamten<\/p>\n <p class=\"MsoNormal\">Vorbemerkung<br>\n Eine Personalakte des Bauinspektors Sachs konnte in den hiesigen Best\u00e4nden\n des Geheimen Preussischen Staatsarchivs nicht ermittelt werden, da die\n \u00dcberlieferung des Oberhofbauamtes sowie der kgl. Bau\u00e4mter durch\n Kriegseinwirkungen als weitgehend verloren betrachtet werden m\u00fcssen. Es\n liegt aber die autobiografische Schrift \u201eMein 50j\u00e4hriges Dienstleben und\n literarisches Wirken - Ein Beitrag zur tats\u00e4chlichen Beleuchtung der Frage:\n Sind Juden zum Staatsdienst geeignet?\u201c von 1842 vor, in welcher Salomo Sachs\n die wesentlichen Stationen<span style=\"\">&nbsp;<\/span> und Ereignisse seines\n 50j\u00e4hrigen Dienstes beschreibt und welche gro\u00dfteilige Grundlage dieses\n Kapitels bildet. Die nicht n\u00e4her gekennzeichenten Zitate im folgenden Text,\n sind daraus entnommen.<br>\n Teile des schriftlichen Dienstverkehrs des Salomo Sachs sind im Geheimen\n Staatsarchiv \u00fcberliefert und ausgestellte Architekturentw\u00fcrfe von Salomo\n Sachs im Katalog der Berliner Akademieausstellungen beschrieben.<\/p>\n <p class=\"MsoNormal\"><o:p>&nbsp;<\/o:p><br>\n Biografie<br>\n Salomo Sachs wurde am 22. Dezember 1772 als Sohn j\u00fcdischer und mittelloser\n Eltern in Berlin geboren. Im Alter von 18 Jahren sollte er sich auf Wunsch\n seines Vaters, trotz lediglich einfacher schulischer Vorbildung, den selbst\n als abenteuerlich beschriebenen Versuch unternehmen, sich als Eleve\n (Auszubildender) im k\u00f6niglichen Oberhofbauamt in Berlin zu bewerben. Dieses\n war seit 1786 als Immediathofbeh\u00f6rde institutionalisiert und in erster Linie\n f\u00fcr die Prachtbaut\u00e4tigkeit des k\u00f6niglichen Hofes zust\u00e4ndig.<br>\n Auf das Anstellungsgesuch im Jahr 1789 erfolgte schnell die Einladung zu\n einer Vorpr\u00fcfung der Oberhofbauamtsdirektion, welche allerdings als nicht\n bestanden gewertet wurde.<br>\n 1792, nach zweij\u00e4hrigem Studium der Prachtbaukunst und\n Hilfswissenschaften<span style=\"\">&nbsp;<\/span> bei dem Oberhofbaurat und\n Direktor Christoph Friedrich Becherer, der Architektonischen Lehranstalt der\n Akademie der K\u00fcnste in Berlin, und nach Vorlage entsprechender Probearbeiten\n wurde die Vorpr\u00fcfung jedoch als bestanden gewertet und Salomo Sachs somit\n bei dem Oberhofbauamt in Eid und Pflicht genommen.<br>\n Salomo Sachs wurde am 09.12.1792 zusammen mit dem sp\u00e4teren Mitdirektor der\n k\u00f6nigl. Milit\u00e4r- und Ministerial-Bau-Commission zu Berlin, der\n Nachfolgeeinrichtung des Oberhofbauamtes, dem Regierungs- und Baurat Mandel\n zugleich vereidigt.<br>\n \u201eEr, der Christ und ich, der Jude, legten gemeinschaftlich unseren Amtseid\n in die H\u00e4nde des Justiziarius des k\u00f6nigl. Ober-Hof-Bau-Amts, Herrn Geheimen\n Justizrats Troschel, ab.<br>\n Zu gleicher Zeit sprachen wir zusammen eine und dieselbe Eidesformel aus,\n deren Schluss nur verschieden lautete. Da war hinsichtlich meiner von keinem\n j\u00fcdischen Gelehrten, von keinem j\u00fcdischen Zeugen die Rede. Der einzige\n anwesende Schwurzeuge war der k\u00f6nigl. Ober-Hof-Bau-Rat und nachmalige\n Geheime Kriegs-Rat Becherer, unser gemeinschaftlicher hochverehrter Lehrer\n und unmittelbarer Vorgesetzter im Dienst.\u201c<br>\n Hiernach erfolgten nun weitere Bef\u00f6rderungen rasch aufeinander. Am 1. Juni\n 1794 erhielt Salomo Sachs das zweite Patent, als Ober-Hof-Bau-Condukteur und\n am 26. September 1799 das dritte Patent, als Ober-Hof-Bau-Inspektor.\n Zugleich wurde er in dem selben Jahr als Lehrer des Maschinenzeichnens bei\n der neu gegr\u00fcndeten k\u00f6nigl. Bau-Akademie gew\u00e4hlt und angestellt.<br>\n Diese wurde kurz zuvor vom Senat der Architektonischen Lehranstalt der\n Akademie der K\u00fcnste, als auch vom engeren Collegium des Oberbaudepartments\n nach konfliktreichen Auseinandersetzungen, gegr\u00fcndet.<br>\n <\/p>\n <p class=\"MsoNormal\"><br><b>1792 - 1806<\/b><br>\n Zum Neubau der Stadtvoigtei in Berlin wurden von mehreren Mitgliedern des\n k\u00f6nigl. Ober-Hof-Bau-Amts Projekte entworfen, an welchen sich auch Sachs in\n Eigeninitiative versuchte:<br>\n <\/p><p class=\"MsoNormal\"><i>Es gelang mir, obgleich ich hierzu nicht amtlich aufgefordert worden war,\n zwei Fassaden zu komponieren, welche von der Beh\u00f6rde in einem so hohen Grade\n beif\u00e4llig aufgenommen wurden, da\u00df man sie wirklich zur Ausf\u00fchrung brachte.\n Sie haben den Fassaden des Portals vom \u00e4u\u00dferen Hofe aus, und der Fronte nach\n der Spreeseite zu, ihr Dasein gegeben. Ich erhielt daf\u00fcr die Akademische\n silberne Preis-Medaille zur Belohnung. Es war das erste \u00f6ffentliche\n Anerkenntnis, welches mir zu Teil geworden.<\/i><br><\/p><p class=\"MsoNormal\">\n Es ist zu vermuten, da\u00df diese Planzeichnungen auf der Akademieausstellung\n in Berlin gezeigt worden sind. Ein dementsprechender Eintrag findet sich\n 1794 im Katalog der Berliner Akademieausstellung unter der Rubrik:\n \u201eArchitektonische Arbeiten\u201c von u.a. Oberhofbauamtskondukteur Sachs mit drei\n Blatt Entw\u00fcrfen zu einem Gef\u00e4ngnis.<br>\n Von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung und ausgedehnterem Umfang waren die Entw\u00fcrfe zum Bau\n der Schlossbr\u00fccke und der Neuen Wache Unter den Linden:<\/p><p class=\"MsoNormal\">\n \u201eNicht lange vor dem Ausbruch des franz\u00f6sischen Krieges war es, als das\n Collegium h\u00f6chsten Orts den Auftrag erhielt, zum Umbau der Opernbr\u00fccke mit\n der daran liegenden Wache, so wie auch zu dem neuen massiven Aufbau der\n Hundebr\u00fccke, Pl\u00e4ne auszuarbeiten und einzureichen. Die Aufl\u00f6sung dieser\n interessanten Aufgabe, fiel nat\u00fcrlich nur den \u00e4lteren und h\u00f6her stehenden\n Mitgliedern des Collegii anheim, und wurde hierbei auf mich, als einen der\n j\u00fcngsten Beamten, durchaus nicht reflektiert. Der Gegenstand war aber zu\n reizend, zu anlockend f\u00fcr mich, als da\u00df ich es nicht ganz im Stillen h\u00e4tte\n versuchen sollen.[...]<br>\n Ich machte mich fr\u00f6hlich an die Arbeit und brachte zwei Blatt Zeichnungen\n in sehr gro\u00dfem Format zu Stande. Sie waren ohne alle Pr\u00e4sentation blo\u00df in\n schwarzer Tusche ausgef\u00fchrt, und daher durchaus nur als Skizzen zu\n betrachten. Ich sah es recht wohl ein, welchen ungeheuren Kontrast meine\n einfachen, unscheinbaren Zeichnungen, gegen die anderen prachtvoll\n ausgef\u00fchrten Aqarelle bildeten.[...] Ich legte daher getrosten Mutes meine\n Entw\u00fcrfe dem Herrn Geheimrat Becherer zur Beurteilung vor. Und siehe da!\n Dieses Urteil fiel nicht nur in einem hohen Grade g\u00fcnstig aus, sondern\n derselbe behielt beide Bl\u00e4tter ohne weiteres an sich, um sie, wie er sagte,\n mit den \u00fcbrigen Pl\u00e4nen ebenfalls einzureichen. [...]<span style=\"\">&nbsp;<\/span> S\u00e4mtliche Entw\u00fcrfe wurden n\u00e4mlich teils dem Senate\n der Akademie, teils noch besonders dem Hofrat und Professor Dr. H...[[Hirt]\n - In der Schrift: \u201eMein 50j\u00e4hriges Dienstleben\u201c sind s\u00e4mtliche Namen von\n Personen und St\u00e4dten mit dem<span style=\"\">&nbsp;<\/span> Anfangabuchstaben\n abgek\u00fcrzt, bei nicht gesicherter Zuschreibung erfolgt die Ausschreibung mit\n einem Fragezeichen. Die Personennamen mit entsprechendem Titel und\n Zust\u00e4ndigkeit sind dem Handbuch f\u00fcr den preussischen Hof und Staat\n entnommen], welcher f\u00fcr alle Teile der theoretischen Kunst bei der Akademie\n angestellt war, zur Begutachtung vorgelegt. [...] Der Senat tadelte\n durchweg<span style=\"\">&nbsp;<\/span> alle Pl\u00e4ne, nur meinen Entwurf von der\n Schlossbr\u00fccke fand Gnade vor seinen Augen. Der Hofrat H... verwarf in\n gleicher Art<span style=\"\">&nbsp;<\/span> alle Projekte, nur meine Wache lie\u00df\n er passieren. Auf diese Weise waren es meine Zeichnungen, die den Preis\n davontrugen.<br>\n Die Ausf\u00fchrung dieser beabsichtigten Bauten wurde jedoch noch weiter\n hinausgeschoben, bis sie durch die franz\u00f6sische Invasion g\u00e4nzlich ins\n Stocken geriet. Erst nach v\u00f6lliger Beendigung des Krieges ward die Idee\n wieder aufgenommen, und die Ausf\u00fchrung endlich, nach ganz neuen\n schinkelschen Entw\u00fcrfen, ins Werk gesetzt<br>\n Hierbei kann ich nicht zu bemerken unterlassen, wie die Grundz\u00fcge von der\n Bauanlage zur Neuen Wache, wie sie jetzt da steht, mit den meinigen\n \u00fcbereinstimmen. Zuvorderst n\u00e4mlich hatte ich dieses Geb\u00e4ude nicht mit dem\n Zeughause, sondern mit der Universit\u00e4t in Flucht gestellt; auch bestand das\n Eigent\u00fcmliche meiner Konstruktion darin, da\u00df die Fassade eigentlich aus der\n Hinterfront (hohen Wand) gebildet war, indem das Dach nur nach hinten seinen\n Abfall haben sollte. Ferner darin, da\u00df zwei kurze Seitenfl\u00fcgel, welche nach\n hinten eine Blendungsmauer miteinander verband, und die einen kleinen Hof\n einschlossen, dergestalt angebracht waren, da\u00df das Ganze ein geschlossenes\n Viereck vorstellte. Endlich war die Fassade mit sechs dorischen S\u00e4ulen und\n zu beiden Seiten mit zwei Pavillons dekoriert.\u201c<br>\n Dem ist allerdings hinzuzuf\u00fcgen, da\u00df der Entwurf Schinkels die Neue Wache\n nicht in Flucht mit der Universit\u00e4t vorsah. Die Situationsplanzeichnung von\n 1816 stellte die Neue Wache um wenige Meter hinter dieser Flucht dar, welche\n dann von Friedrich Wilhelm III. mit Bleistift korrigierend, in Flucht zur\n Universit\u00e4t und mittig zwischen dieser und dem Zeughaus gesetzt worden ist.\n [siehe Planzeichnung: Landesarchiv Berlin, Pr.Br.Rep.042<span style=\"\">&nbsp;<\/span> 1817, 1820, 1821 Karten, Bleistiftkorrektur des\n Friedrich Wilhelm III.] Es kann somit vermutet werden, da\u00df sich die\n Ausf\u00fchrung der Neuen Wache, auf Wunsch des K\u00f6nigs, an dem gek\u00fcrten\n Wettbewerbsentwurf<span style=\"\">&nbsp;<\/span> aus der Zeit vor 1806\n orientieren sollte.<br>\n Ab 1799 begann Salomo Sachs eine schriftstellerische T\u00e4tigkeit zu\n mathematischen Themen. Sein erstes Buch wurde unter dem Titel: \u201eDer Versuch,\n algebraische Aufgaben ohne Algebra zu l\u00f6sen\u201c verlegt. 1805 publizierte Sachs\n die \u201eDarstellung geometrischer Wahrheiten f\u00fcr Nichtmathematiker\u201c, ein Werk,\n das den gew\u00f6hnlichen Handwerker ohne h\u00f6here Schulbildung mit den wichtigsten\n S\u00e4tzen aus der Geometrie auf die leichte Weise bekannt machen sollte. Ein\n gro\u00dfer literarischer Erfolg stellte sich dann 1810 mit der Ver\u00f6ffentlichung\n der bald allgemein bekannten \u201eAufl\u00f6sungen der algebraischen Aufgaben von\n Meier Hirsch\u201c ein, die in allen h\u00f6heren Klassen der preu\u00dfischen Schulen\n eingef\u00fchrt wurden und in den n\u00e4chsten 30 Jahren alle f\u00fcnf Jahre eine neue\n Auflage erfahren sollten.<br>\n Diese anf\u00e4nglich vielversprechende Laufbahn des Baubeamten Salomo Sachs\n fand mit der franz\u00f6sischen Invasion 1806 und der damit verbundenen Aufl\u00f6sung\n des Oberhofbauamtes und der Bauakademie [siehe Anhang: Oberhofbau\u00e4mter,<span style=\"\">&nbsp;<\/span> Immediat \u2013 Hofbeh\u00f6rden] ein vorzeitiges Ende. Salomo\n Sachs f\u00fchrte danach ein vorerst zur\u00fcckgezogenes Leben, seine Arbeit\n beschr\u00e4nkte sich auf eine freie schriftstellerische T\u00e4tigkeit.<\/p>\n <p class=\"MsoNormal\"><o:p>&nbsp;<\/o:p><\/p>\n <p class=\"MsoFootnoteText\"><b>1806 - 1816<\/b><br>\n Im Jahr 1812 arbeitete Salomo Sachs in Eigeninitiative an einem sehr\n umfassenden Werk, dem Stra\u00dfen- und Wohnungsanzeiger f\u00fcr die Stadt Berlin,\n welches nebst einer detaillierten Stadtkarte [Allgemeiner Stra\u00dfen- und\n Wohnungsanzeiger f\u00fcr die Stadt Berlin, mit einem Grundriss von Berlin,\n 1812], eine statistische Tabelle von Berlin liefern sollte, in welcher die\n Einwohner nach Stand, Gewerbe und Besch\u00e4ftigung klassiert und die\n Bediensteten \u00f6ffentlicher Geb\u00e4ude benannt sind. Zudem enthielt dieser\n speziell nach den Polizeirevieren, illuminierte Karten mit dem L\u00e4ngen \u2013 und\n Fu\u00dfma\u00df der einzelnen Stra\u00dfen versehen, welche als Wegweiser durch die\n weitl\u00e4ufige Stadt dienen sollten. [Karten der 12 Polizeireviere, in\n Allgemeiner Stra\u00dfen- und Wohnungsanzeiger, 1812]<br>\n Durch eine zuf\u00e4llige Bekanntschaft mit dem Polizeioberpr\u00e4sidenten von\n Berlin von Schlechtendoil fand dieses Werk Erlaubnis, Unterst\u00fctzung und\n Interesse der polizeilichen Oberbeh\u00f6rde. Die ben\u00f6tigten Akten, die B\u00fccher\n aller Polizeirevierkommissarien<span style=\"\">&nbsp;<\/span> wurden\n fortan<span style=\"\">&nbsp;<\/span> zu Sachs nach Hause geliefert, w\u00e4hrend\n von Seiten der Unterbeh\u00f6rde, Verweise wegen unbefugter Schriftstellerei\n erteilt worden sind. Das Werk wurde schlie\u00dflich zu einem lokalen Erfolg und\n konnte auch positiven Anklang am h\u00f6chsten Ort und der Regierung erzielen,\n welche mehrere Exemplare \u201epr\u00e4numierten\u201c.<br>\n Durch die so unter Beweis gestellte genaue Bekanntschaft mit Topographie\n und Einwohnerschaft der Residenz, bekam Sachs den Auftrag der Finanzbeh\u00f6rde,\n eine Verm\u00f6genssteuer zu organisieren. Es wurde von Sachs ein sogenanntes\n \u201efliegendes Cataster\u201c von den Einwohnern Berlins eingerichtet, die die Stadt\n analog zur Anzahl der Polizeireviere in 12 Steuerreviere teilte. Er lie\u00df das\n Cataster aus ebenso vielen B\u00f6gen bestehen, wie steuerpflichtige Personen in\n der Stadt vorhanden waren. Auf jeden dieser B\u00f6gen war ein Formular gedruckt,\n in dessen Rubriken die individuellen Notizen eingeschrieben worden sind.\n Jedes Haus bekam sein Fach, jede Stra\u00dfe ihre Abteilung und jedes Revier sein\n Repositorium. Im weiteren wurde auf Anregung von Sachs, aufgrund der\n damaligen schlechten Kassenlage, die Mietsteuerabgabe eingef\u00fchrt. Den in den\n H\u00e4nden der Mieter in Bereitschaft liegenden Mieten in der ganzen Monarchie\n wurden Prozente entnommen und den Hauswirten auf ihren Service in Abrechnung\n gestellt. Diese Steuer sollte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu der\n Kommunalsteuer weiterentwickeln.<br>\n Als im Jahr 1813 Berlin mit durchziehenden Truppen im Verlauf der\n Freiheitskriege tagt\u00e4glich \u00fcberf\u00fcllt war und der ungew\u00f6hnliche Drang der\n Umst\u00e4nde es erreichte, nicht nur die Hauseigent\u00fcmer, sondern auch s\u00e4mtliche\n Mieter ohne alle Ausnahme zu bequartieren, h\u00e4uften sich die Beschwerden der\n Einwohner \u00fcber Bedr\u00fcckungen, die in parteiischer und r\u00fccksichtsloser\n Verteilung bestanden. Vom Milit\u00e4rgouvernement erhielt Sachs den Auftrag,\n eine Verwaltungsorganisation zu schaffen, welche in der Lage sein sollte,\n die Truppenmassen gleichm\u00e4\u00dfig und gerecht \u00fcber die Einwohnerschaft zu\n verteilen. Sachs richtete daraufhin ein Einquartierungs - Controllb\u00fcro im\n damaligen C\u00f6llnischen Rathaus ein.<br>\n Die Lasten und Auslagen der Einwohnerschaft sollten nach seinen bewirkten\n Bestimmungen sp\u00e4ter vom Staat wieder ausgeglichen werden. Es wurden Bons an\n die Quartiergeber vergeben, welche nach dem angezeigten Abgang der inne\n gehabten Mannschaft gegen die Vorlage eines entsprechenden Quartierbiletts\n ausgegeben wurden. Es konnte somit auch eine Kontrolle \u00fcber die\n Einquartierung ausge\u00fcbt werden. Zudem entwarf Sachs eine Tabelle, durch die\n sich jeder aufgrund einfacher Berechungen selbst \u00fcberzeugen konnten, ob er\n nach Geb\u00fchr bequartiert wurde. Diese Tabelle war f\u00fcr einige Groschen zu\n haben und somit waren die allgemeinen Beschwerden \u00fcber ungerechte\n Verteilungen erledigt. \u201eAuf den \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen erblickte man \u00fcberall\n Menschengruppen stationiert, welche sich an dieser Lekt\u00fcre weideten und\n ihren Inhalt gleichsam verschlangen. Auch ich hatte die Satisfaktion, da\u00df\n lange nach meinem Abgange von der Einquartierungspartie, diese Tabelle immer\n noch unter den Service-Verordneten im Gebrauch war.\u201c<br>\n Bis zum Jahr 1817 sollte Sachs wieder ohne eine Anstellung, sich der freien\n T\u00e4tigkeit als Schriftsteller und Architekt widmen. Er gab das Spiel, \u201eEin\n Tag in Berlin\u201c heraus mit beigegebenen Abbildungen von den vorz\u00fcglichsten\n architektonischen Monumenten Berlins.<br>\n \u201eIch hatte die Freude, da\u00df dieses Unternehmen den Beifall Sr. Majest\u00e4t des\n K\u00f6nigs erhielt, und musste auf allerh\u00f6chstem Befehl sechs Exemplare davon\n \u00fcberreichen.\u201c<br>\n Es folgten die Schriften \u201eDer rechnende Haushalter\u201c, ein Werk von gr\u00f6\u00dferem\n Umfang<span style=\"\">&nbsp;<\/span> und die Schrift: \u201cDer wahre Prophet\u201c,\n welches im In- und Ausland einen gro\u00dfen Anklang fand, da\u00df in dem selben Jahr\n noch eine zweite Auflage erschien.<br>\n 1816 konnte Sachs vier Blatt Zeichnungen von dem in Gadow in der Prignitz\n erbauten Majoratserbbegr\u00e4bnis des kurz zuvor verstorbenen Feldmarschalls von\n Moellendorff auf der Akademieausstellung in Berlin einreichen. Dieses\n Mausoleum ist im Stil der<span style=\"\">&nbsp;<\/span> Revolutionsarchitektur\n entworfen und als Landschaftsarchitektur im Wald errichtet worden. Zur\n beigef\u00fcgten Erkl\u00e4rung des K\u00fcnstlers Salomo Sachs hei\u00dft es hier: \u201eDas\n Majorats \u2013 Erb \u2013 Begr\u00e4bnis, worin die H\u00fclle des verewigten Veterans der\n preu\u00dfischen Krieger ruhet, ist im einfachen und ernsten Stil erbauet. Vier\n dorische S\u00e4ulen tragen ein flaches Frontespice, in deren Vertiefung eine\n Lampe als Symbol des irdischen Lebens aufgestellt ist. Die vier\n Umfassungsw\u00e4nde, welche mit sieben halbrunden Fenstern versehen, und\n unterhalb derselben rustik verziert sind, schlie\u00dfen ein Gew\u00f6lbe von 34 Fu\u00df\n L\u00e4nge und 18 Fu\u00df Breite ein. In jeder der beiden L\u00e4ngenseiten des Gew\u00f6lbes\n sind vier Vertiefungen eingew\u00f6lbt, und zur Aufnahme von 8 S\u00e4rgen bestimmt.\n Der Sarg des Feldmarschalls und die S\u00e4rge der beiden ersten Majoratsherren\n haben ihren Platz an der Hinterwand, dem Eingange gegen\u00fcber, und befinden\n sich frei unter dem gro\u00dfen Gew\u00f6lbe aufgestellt. Die Beleuchtung des inneren\n Raumes geschieht durch das an dieser Hinterwand angebrachte Fenster, und bei\n feierlichen Gelegenheiten durch die von dem Gew\u00f6lbe herabh\u00e4ngenden Lampen.\n Die sechs anderen Fenster dienen blo\u00df zur Hervorbringung der Luftz\u00fcge,\n welche sich nach allen Richtungen unmittelbar \u00fcber den S\u00e4rgen durchkreuzen.\n Zu beiden Seiten sind 2 mit Gardinen verh\u00e4ngte R\u00e4ume befindlich, um\n unsichtbare Ch\u00f6re aufzustellen.\u201c [Katalog der Berliner\n Akademieausstellungen, unter 1816: Herr Oberhofbauinspektor Sachs]<\/p>\n <p class=\"MsoNormal\"><o:p>&nbsp;<\/o:p><\/p>\n <p class=\"MsoNormal\">III. <b><br><\/b><\/p><p class=\"MsoNormal\"><b>1816 - 1819<\/b><br>\n Nach den Befreiungskriegen bewarb sich Salomo Sachs in den sich neu\n formierenden Oberbeh\u00f6rden, der Oberrechenkammer und der k\u00f6niglichen Milit\u00e4r-\n und Ministerial \u2013 Bau \u2013 Comission, der Nachfolgeeinrichtung<span style=\"\">&nbsp;<\/span> des ehemaligen Oberhofbauamtes.<br>\n Diese Anstellungsgesuche wurden aufgrund des allgemeinen Prinzips, da\u00df\n Nichtchristen nicht zum Staatsdienst zugelassen wurden, abgelehnt.<br>\n Salomo Sachs beschwerte sich daraufhin in einer verbitterten, heute noch\n \u00fcberlieferten Schrift direkt vor dem K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III.. Die\n Beschwerde fand Geh\u00f6r und mittels einer allerh\u00f6chsten Kabinettsorder vom\n 24.04.1816, befahl der K\u00f6nig die Wiederanstellung im Baufach als eine\n Ausnahme von der Regel, nach welcher Juden zu Staatsdiensten nicht\n zugelassen waren. [GSTA PK, I.HA Rep.93 B Min. der \u00f6ffentlichen Arbeiten,\n Nr. 320]<br>\n Diese Wiederanstellung bedeutete aber auch eine R\u00fcckstufung in der Position\n innerhalb der Baubeh\u00f6rde. Statt in Berlin als Bauinspektor f\u00fcr die Pracht-\n und Stadtbauten zu dienen, bekam Sachs als Kameralbaumeister die\n Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr das Land- und Wasserbauwesen f\u00fcr den Kreis Christburg,\n Graudenz, Marienwerder, Rosenberg und Schwetz in Westpreussen.<br>\n Neben der Aufgabe der Begutachtung von Bausch\u00e4den im Landkreis, konnte\n Sachs zu dieser Zeit drei Kirchen nach Pl\u00e4nen von Schinkel errichten,\n allerdings stellte sich die Zusammenarbeit mit dem vorgesetzten Baurat\n Balkow als konfliktreich heraus.<br>\n \u201eAls einen gl\u00fccklichen Zufall musste ich es betrachten, da\u00df gerade w\u00e4hrend\n meiner dortigen Anwesenheit, nicht weniger als drei neue Kirchen, obgleich\n nur von geringem Umfang, aber doch nach schinkelschen Entw\u00fcrfen, erbauet\n werden sollten.<br>\n Ungleich schroffer stellte sich dagegen das Missverh\u00e4ltnis f\u00fcr mich heraus,\n meinem vorgesetzten Baurat B[alkow] gegen\u00fcber. Dieser war ein viel zu\n t\u00fcchtiger und t\u00e4tiger Kameral-Baumeister, als da\u00df ihm die erforderliche Zeit\n geblieben w\u00e4re, sich auch f\u00fcr den Prachtbau geh\u00f6rig auszubilden, und so kam\n es denn, da\u00df er sich in den schinkelschen Bauskizzen, die nur \u00e4u\u00dferst leicht\n hingeworfen waren, nicht zu recht finden konnte. [...]<br>\n Bei dem Kirchenbau zu St...[Stuhmsdorf o. Stargard ?] war man zur Zeit, als\n ich eben meinen Dienst angetreten hatte, schon so weit vorger\u00fcckt, da\u00df\n s\u00e4mtliche Fundamente aus der Erde ausgef\u00fchrt waren. Bei meinem ersten Besuch\n dieses Baues fand ich zu meinen gr\u00f6\u00dften Schecken, da\u00df<span style=\"\">&nbsp;<\/span> ein gro\u00dfes bedauerliches Missverh\u00e4ltnis in der Anlage\n der Fundamente obgewaltet habe. Schinkel hatte n\u00e4mlich, nur die\n Umfassungsmauer massiv, den inneren Ausbau aber von Holz projektiert.<br>\n Bei dem zweiten projektierten Bau einer Kirche von Marienwerder ereigneten\n sich \u00e4hnliche Konflikte zwischen uns beiden.[...]<span style=\"\">&nbsp;<\/span> Auch zu diesem Bau hatte Schinkel fl\u00fcchtige Skizzen\n entworfen, und darin f\u00fcr den Kenner seine Ideen auf das Vollst\u00e4ndigeste\n niedergelegt. Zur Vermeidung jedes m\u00f6glichen Missverst\u00e4ndnisses, da der Plan\n etwas verwickelterer Natur war, hatte der Meister in seinem Entwurfe\n verschiedene Ansichten von der Kirche und deren T\u00fcrmen mitgeteilt. Auf den\n Grund dieser Skizzen lie\u00df der Baurat Balkow, nach seinen Angaben durch einen\n anderen Architekten, ausgef\u00fchrte Zeichnungen anfertigen. Zu meiner n\u00e4heren\n Belehrung schien es mir jedoch n\u00f6tig, bevor ich die Veranschlagung beg\u00e4nne,\n die schinkelschen Skizzen selbst einzusehen und sie mit den ausgef\u00fchrten\n Zeichnungen zu vergleichen. Meine Vermutung, da\u00df dieser geniale K\u00fcnstler\n hier abermals missverstanden worden sei, best\u00e4tigte sich nur zu sehr.\n \u00dcberall walteten die gr\u00f6\u00dften Missgriffe ob, so da\u00df, wenn man die Kirche nach\n der vollst\u00e4ndig ausgef\u00fchrten detailierten Zeichnung<span style=\"\">&nbsp;<\/span> h\u00e4tte erbauen wollen, ein wahres monstr\u00f6ses Bauwerk\n entstanden sein w\u00fcrde.[...] Schinkel hatte zwei T\u00fcrme projektiert, und hatte\n selbige in verschiedenen Ansichten dargestellt. Jeder derselben kam daher\n nat\u00fcrlicher Weise in der Skizze mehr als einmal vor, und so hatte man sich\n dann verleiten lassen anzunehmen, die Kirche solle statt zwei, vier T\u00fcrme\n erhalten, und die Zeichnung danach eingerichtet. Diese willk\u00fcrliche\n Hinzuf\u00fcgung von noch zwei T\u00fcrmen, die dem skizzierten Bau nicht entsprachen,\n musste nat\u00fcrlich in demselben eine totale Verwirrung bringen und eine\n richtige, durchgreifende Veranschlagung der Kosten ganz unm\u00f6glich\n machen.\u201c<br>\n Es folgte von Seiten Sachs eine offizielle Beschwerde \u00fcber den\n Regierungsbaurat Balkow an den h\u00f6chsten Ort in Berlin, welche jedoch ohne\n Antwort blieb.[ Beschwerden von Sachs \u00fcber Balkow, GstA PK, I. Ha Rep. 93 B\n ] Proteste von Seiten Geistlicher \u00fcber die Auff\u00fchrung von Kirchenbauten\n durch einen j\u00fcdischen Baumeister wurden durch eine Weisung h\u00f6heren Orts als\n unstatthaft zur\u00fcckgewiesen und streng ger\u00fcgt. [Antrag des Ob.Pr\u00e4s. v. Sch\u00f6n\n um seine Versetzung u.a. aufgrund von Protesten Geistlicher \u00fcber die\n Ausf\u00fchrung von Kirchenbauten durch den j\u00fcdischen Baumeister S.Sachs, GstA\n PK, I. HA Rep. 93 B]<br>\n Zu den besonderen Verdiensten von Salomo Sachs aus dieser Periode kann die\n Errichtung einer Baugewerksschule 1819 in Marienwerder hervorgehoben werden,\n welche in Eigeninitiative und mit geringsten Mitteln gegr\u00fcndet worden\n ist.<br>\n \u201eEs war schon immer h\u00f6heren Orts die Errichtung einer Baugewerksschule f\u00fcr\n das westpreussische Department, woselbst es durchaus an den ersten\n Bildungsmitteln f\u00fcr Architekten und Techniker fehlte, als Bed\u00fcrfnis\n anerkannt. Die ung\u00fcnstigen Umst\u00e4nde bestanden darin, da\u00df es an den n\u00f6tigen\n Fonds zur Gr\u00fcndung eines solchen Instituts fehlte.<span style=\"\">&nbsp;&nbsp;<\/span> Da waren keine Vorbilder, keine Modelle, keine\n Lehrer, ja nicht einmal die Sch\u00fcler waren vorhanden. Denn f\u00fcr die Wenigen,\n die in Marienwerder selbst die Baukunst studieren wollten, konnte unm\u00f6glich\n eine so kostbare Anstalt errichtet werden. Ich stellte mir daher aus eigenem\n Antriebe, ohne von Seiten der k\u00f6niglichen Regierung, oder vom hohen\n Ministerio im Geringsten dazu aufgefordert, oder auch nur angeregt worden zu\n sein, die Aufgabe alle die obwaltenden Schwierigkeiten zu \u00fcberwinden. Der\n Mangel an Fonds sollte dadurch beseitigt werden, da\u00df ich die erforderlichen\n Zeichnungen und Vorbilder aus meiner eigenen Sammlung hergeben wollte. Die\n Modelle sollten nach und nach von den Sch\u00fclern selbst f\u00fcr die Schule\n angefertigt werden. Was die anzustellenden Lehrer und ihre Besoldung betraf,\n so wollte ich sie als in meiner Person vereinigt betrachten und den\n Unterricht unentgeldlich leisten. In Hinsicht der Sch\u00fcler endlich, glaubte\n ich mir schmeicheln zu d\u00fcrfen, da\u00df der Ruf, den ich mir damals schon\n einigerma\u00dfen im Fache der theoretischen Architektur erworben und der\n Umstand, da\u00df ich schon ehemals als Lehrer bei der Bauakademie gestanden,\n hinreichend sein w\u00fcrde, Lernbegierige von nah und fern nach der Hauptstadt\n Westpreussens zu ziehen.<br>\n Alle diese Vors\u00e4tze wurden auch in kurzer Zeit gl\u00fccklich realisiert. Ich\n reichte bei der k\u00f6nigl. Regierung eine ausf\u00fchrliche Abhandlung \u00fcber die\n Organisation der neuen Kunstschule ein, und bat, da\u00df sie selbige unter ihren\n Schutz nehmen m\u00f6ge. Mein Plan wurde durchweg<span style=\"\">&nbsp;<\/span>\n genehmigt und gut gehei\u00dfen. Auch wurde sogleich bewilligt, da\u00df die Miete f\u00fcr\n das Lokal und die Kosten f\u00fcr die Anschaffung der Tische und St\u00fchle aus der\n Regierungshauptkasse hergegeben werden sollten. [...]<br>\n Mit der Er\u00f6ffnung der Baugewerksschule hatte ich nun die unaussprechliche\n Freude, zu sehen, wie die Sch\u00fcler meilenweit angereist kamen und wie sich\n sp\u00e4terhin die R\u00e4ume des Instituts nach und nach f\u00fcllten. Mehrere Male\n sendete die k\u00f6nigliche Regierung einen ihrer Mitglieder ab, um den\n Unterricht und meinem Vortrage beizuwohnen. Nach meinem Abgange von\n Marienwerder ward die Schule in ein anderes Lokal verlegt, mehrere Lehrer\n mit angemessenem Gehalt wurden angestellt und die Vorbilder vermehrt.\u201c<\/p>\n <p class=\"MsoNormal\"><o:p>&nbsp;<\/o:p><\/p>\n <p class=\"MsoNormal\">IV. <b><br><\/b><\/p><p class=\"MsoNormal\"><b>1820 \u2013 1830<\/b><br>\n Im Oktober 1819 lie\u00df sich Salomo Sachs, seinem Wunsch gem\u00e4\u00df, der Stellung\n eines Kameralbaubeamten in Westpreussen entheben und sollte die Nachfolge\n des Bauinspektors Hecker f\u00fcr die Stadt Potsdam antreten, um die\n Immediatbauten zu inspizieren, welche f\u00fcr die Potsdamer Einwohner ausgef\u00fchrt\n werden sollten und deren Baugelder aus k\u00f6nigl. Fonds flossen.<br>\n Von der Regierung in Potsdam wurde Sachs jedoch zur\u00fcckgewiesen und ihm\n er\u00f6ffnet, \u201eda\u00df diese niemals darauf eingehen werde, sich in seiner Person\n einen Beamten zu einem Posten aufdringen zu lassen, welcher durch den\n gegenw\u00e4rtigen Bauinspektor Hecker zur v\u00f6lligen Zufriedenheit der\n vorgesetzten Beh\u00f6rde aufs Beste verwaltet werde.\u201c<span style=\"\">&nbsp;<\/span> Auf Weisung der Ministerial-Bau -Commission wurde\n Sachs dann auf den Posten f\u00fcr die Landbauten des vierten Baukreises im\n Regierungsbezirk Potsdam verwiesen, mit den Zust\u00e4ndigkeiten f\u00fcr die Umgebung\n Berlins in Nieder-Barnim, Ost\u2013Havelland, Teltow, Charlottenburg, C\u00f6penick,\n Oranienburg und Spandau<span style=\"\">&nbsp;<\/span> u.a. [...]<br>\n Seine erste Amtshandlung war die Befestigung der Sch\u00f6nhauser Allee, welche\n unmittelbar von der Residenz zu den D\u00f6rfern Pankow und Sch\u00f6nhausen f\u00fchrte\n und in einem schlechten Zustand war. Diese wurde mit der Gr\u00fcndung eines\n Vereins von Etablissementbesitzern aus Franz\u00f6sisch \u2013 Buchholz, welches zu\n den besuchtesten Vergn\u00fcgungsorten der damaligen Berliner Einwohnerschaft\n z\u00e4hlte, realisiert, welche die Kosten f\u00fcr die Anlegung einer Kunststra\u00dfe\n trugen.<br>\n Weitere Projekte waren die Erbauung des Schulhauses in Wei\u00dfensee und die\n Errichtung eines 400 Fu\u00df langen Milit\u00e4r\u00f6konomiegeb\u00e4udes auf dem Hof der\n Kaserne des Alexander-Grenadier-Regiments in Berlin, welche aus\n Kostenersparnis in einer Pisebauweise ausgef\u00fchrt werden sollte. Mit dieser\n Lehmbauweise hat Sachs sich \u00fcberdies auch wissenschaftlich befasst, und gab\n im Jahr 1822 das Buch \u201e\u00dcber den verbesserten Pisebau\u201c heraus. 1825 erschien\n ein noch gr\u00f6\u00dferes Werk \u00fcber den Pisebau unter dem Titel \u201eAnleitung zum\n Erdbaue\u201c. Der Pisebau war zur damaligen Zeit sehr umstritten, auch von\n Seiten der k\u00f6nigl. Oberbaudeputation, wie sich bei der Ausf\u00fchrung eines\n Wohnhauses der k\u00f6nigl. Fasanerie im Tiergarten zeigte. Es erging der Auftrag\n f\u00fcr einen Entwurf in m\u00f6glichst billiger und dennoch solider Bauweise an\n Sachs, welcher die Zeichnung und den Bauanschlag in seiner verbesserten\n Pisebauart einreichte. Die k\u00f6nigl. Oberbaudeputation wurde daraufhin durch\n eine k\u00f6nigl. Kabinettsorder aufgefordert, ein Gutachten abzugeben und\n entsendete Mitglieder zum ausgef\u00fchrten Milit\u00e4r\u00f6konomiegeb\u00e4ude. Diese f\u00e4llten\n ein negatives Urteil \u00fcber den Zustand des Geb\u00e4udes und rieten von einer\n Ausf\u00fchrung des Wohngeb\u00e4udes des k\u00f6nigl. Fasanenmeisters in Pise ab.\n Daraufhin wurde das Geb\u00e4ude nach schinkelschen Pl\u00e4nen in Backstein\n ausgef\u00fchrt.<br>\n Die Errichtung einer Grenzmauer um Teile der k\u00f6nigl. Pulverfabrik von 700\n Fu\u00df L\u00e4nge durch Salomo Sachs vermehrte die Ungeschicke, nachdem ein Orkan\n Teile dieser Mauer umst\u00fcrzen lie\u00df. \u201eAuf diese Weise hatte sich Stoff genug\n angeh\u00e4uft, um der k\u00f6nigl. Regierung meine Pensionierung w\u00fcnschenswert zu\n machen, welche dann auch im Sommer 1830 erfolgte.\u201c<\/p>\n <p class=\"MsoNormal\"><o:p>&nbsp;<\/o:p><\/p>\n <p class=\"MsoNormal\">V. <br><\/p><p class=\"MsoNormal\"><b>Ab 1830<\/b><br>\n &nbsp;Ab 1830 widmete sich Salomo Sachs nur noch der T\u00e4tigkeit als freier\n Schriftsteller. 1831 erschien sein umfangreiches Werk mit dem Titel \u201e\u00dcber\n das Baurecht in seinem ganzen Umfange oder Grundlage einer\n vollst\u00e4ndigen<span style=\"\">&nbsp;<\/span> und zeitgem\u00e4\u00df verbesserten\n Bau-Ordnung.\u201c<span style=\"\">&nbsp;<\/span> f\u00fcr welches er von der k. u. k.\n Regierung in Wien die goldene Denkm\u00fcnze erhielt.<br>\n Ein Jahr sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichte er den Druck, den \u201eWohlerfahrenen\n Bauherrn\u201c, ein Werk, das dazu dienen sollte, das bauende Publikum mit den\n Wissensw\u00fcrdigkeiten bei der Unternehmung von Bauten bekannt zu machen.\n Dieses Werk enthielt auch einen vollst\u00e4ndigen Bautarif.<br>\n Es folgten dann, \u201eDie Schieferdeckkunst, ein Beitrag zur b\u00fcrgerlichen\n Baukunst\u201c, ferner das \u201eSpezial-Bau-Reglement f\u00fcr die Stadt Berlin\u201c und bis\n 1842 ein gr\u00f6\u00dferes Werk \u00fcber die \u201eAnfertigung von Bauanschl\u00e4gen\u201c. Es folgten\n noch die \u201eAnweisungen zur Anfertigung einer absolut wasserdichten\n Dachdeckung\u201c und \u201eDer Lehmbau und die flache Dachdeckung\u201c. Diese entwickelte\n Methode der flachen Dacheindeckung reichte Sachs als Immediatgesuch zur\n Begutachtung und Ausf\u00fchrung auf dem Dach des Universit\u00e4tsgeb\u00e4udes in Berlin\n bei der k\u00f6nigl. Ministerial-Bau-Commision ein, welche in der Person des\n Ministers Eichhorn in einem Ministerial-Rescript ein positives\n Pr\u00fcfungsergebnis attestierte, es \u201ebei einem anderen vorkommenden Bau, wenn\n es angeht, zu gebrauchen.\u201c [Ministerial-Rescript vom 04.12.1841, der\n Schrift: \u201eMein 50j\u00e4hriges Dienstleben\u201cbeigef\u00fcgt]<br>\n Salomo Sachs starb 82j\u00e4hrig 1855 in Berlin.<br>\n <\/p>\n <p class=\"MsoNormal\"><b>Borris Dobbianer<\/b>, <b>2005<\/b><br>\n <\/p>\n ","genealogie":"","primaer":null,"sekundaer":null,"berlinaufenthalte":[],"fach":["Astronomie","Architektur"],"institution":["Bauakademie"],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}