
{"meta":{"meta-title":"Joachim-Christian Gass < Personen","meta-description":"Joachim-Christian Gass < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/3802","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/3802","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Joachim-Christian Gass"},"count":{"lebensdaten":11,"namensformen":0,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":1,"berlinaufenthalte":0,"register":2,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/3802","text":"Joachim-Christian Gass"}]},"data":{"id":3802,"zusatz_id":3802,"meta":{"meta-title":"Joachim-Christian Gass < Personen","meta-description":"Joachim-Christian Gass < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/3802","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/3802"},"title":"Joachim-Christian Gass","nachname":"Gass","vorname":"Joachim-Christian","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"26.05.1766","geburtsort":"Leopoldshagen bei Anklam","geburtsland":"Pommern","staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"19.02.1831","sterbeort":"Breslau","sterbeland":null,"berufe":{"0":"Prediger","1":"Konsistorialrat","3":"Theologe"},"vereine":[" <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/4\" class=\"link-hover text-primary\">Gesellschaft der Freunde der Humanit\u00e4t (Humanit\u00e4tsgesellschaft) (gegr\u00fcndet: 10.01.1797 aufgel\u00f6st: 28.12.1861)<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/23\" class=\"link-hover text-primary\">Gesetzlose Gesellschaft (Nr. 2) (gegr\u00fcndet: 04.11.1809)<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/16\" class=\"link-hover text-primary\">Berlinische Gesellschaft f\u00fcr deutsche Sprache (gegr\u00fcndet: 05.01.1815 aufgel\u00f6st: 1880)<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/27\" class=\"link-hover text-primary\">Philomatische Gesellschaft (gegr\u00fcndet: 16.10.1800)<\/a>"],"bekanntschaften":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/610\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (Theologe, Philosoph)<\/a>"],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n Schreibung des Namens als Gass oder Ga\u00df<br>\n evangelisch-reformierter Prediger und Theologe; Konsistorialrat<br>\n <br>\n Unklar ist m.E. (F.F.) noch immer, um welches Klosterbergen oder Kloster\n Bergen es sich handelt. <br>\n ________________________<br>\n <br>\n <b>1766<\/b><br>\n geb. am 26. Mai als Sohn eines Pfarrers in Leopoldshagen bei Anklam.<br>\n <br>\n Verlebt seine Jugendjahre in Anklam, wohin der Vater gewechselt ist.<br>\n <br>\n Besuch des Gymnasiums zu Anklam und der Klosterschule Bergen bei Magdeburg.\n \"Aller phantastischen Bem\u00fchungen ungeachtet wollte sich das Gef\u00fchl des\n Gnadenstandes, das Bewu\u00dftsein h\u00f6herer Gnadenwirkungen nicht einstellen.\"\n (W.G., S. XVII)<br>\n <br>\n <b>1785-89<\/b><br>\n Studium der Theologie in Halle bei Knapp und Semler (Theol.) und Wolf\n (Philol.); Bruch mit der Orthodoxie; Beginn der lebenslangen Besch\u00e4ftigung\n mit kantischer Philosophie, mit Herders, Wielands und Forsters\n Schriften.<br>\n <br>\n anschlie\u00dfend privater Jugendlehrer und Erzieher in Anklam<br>\n <br>\n <b>1795<\/b><br>\n Empfang der Weihe zum geistlichen Amt durch den Feldprobst Kletschke am 4.\n August in Potsdam; wird Feldprediger eines Infanterie-Regiments und\n Garnisonsprediger in Stettin<br>\n <br>\n <b>1798<\/b><br>\n seit dem 14. Juli verheiratet mit Wilhelmine Elisabeth Stavenhagen. \"Aus\n dieser h\u00f6chst gl\u00fccklichen, fast 33j\u00e4hrigen Ehe wurden 6 Kinder geboren, von\n denen jedoch nur ein Sohn [Wilhelm Ga\u00df] und eine Tochter\" (NND) \u00fcberlebten.\n <br>\n Als junger Mann hatte er sich \"von dem herrschenden Moralismus wieder einer\n religi\u00f6sen Anschauung des Christentums [zugewandt] und dessen eigenth\u00fcmliche\n Z\u00fcge\" hervorgehoben. (RealE) <br>\n \"Er war im Denken maa\u00dfvoll und jeder speculativen Ueberhebung oder\n religi\u00f6sen Extravaganz abgeneigt, dagegen rasch im Handeln, ja st\u00fcrmisch und\n vordringend, nicht ehrgeizig aber von leicht gekr\u00e4nktem Ehrgef\u00fchl.\" (W.G.,\n S. XLIV)<br>\n <br>\n <b>1804<\/b><br>\n Beginn der Freundschaft zu Schleiermacher. Dieser hatte Anfang Juli auf\n einer R\u00fcckreise von Sagard bzw. Greifswald in Stettin u. a. seinen Freund\n Bartholdy besucht, und dabei \"einen Prediger kennen gelernt dem es Ernst zu\n sein scheint mit seinem Beruf.\" (Brief an G. A. Reimer, 14.7.1804) Schon\n zwei Monate sp\u00e4ter intensiviert sich diese Begegnung: \"Bartholdy und Ga\u00df\n haben mich hier so festgehalten, da\u00df ich erst heute Abend abreise nach\n Landsberg.\" (Brief an G. A. Reimer, Stettin 6.9.1804)<br>\n <br>\n seit <b>1805<\/b> <br>\n Assessor bei dem k\u00f6nigl. Consistorium in Stettin. Die Familie wohnt in\n Anklam.<br>\n Sein inzwischen entstandenes Verh\u00e4ltnis zu Schleiermacher charakterisiert\n er in einem Antwortbrief an diesen, der ihn um eine Beurteilung seiner\n Rezension von Johann Friedrich Z\u00f6llners <i>Ideen \u00fcber Nationalerziehung<\/i>\n gebeten hatte, folgenderma\u00dfen: \"Ich will Sie nicht \u00fcber diese sch\u00f6ne Arbeit\n loben, mein theurer so br\u00fcderlich geliebter Freund; das w\u00e4re sonderbar aus\n dem Munde dessen, der Ihnen schon so viel zu verdanken hat, und den Sie nun\n schon einmal zum Sch\u00fcler behalten werden.\" (Brief v. 2. M\u00e4rz)<br>\n <br>\n 5.\/6. 12.: Geburt einer Tochter. <br>\n <br>\n <b>1806<br>\n <\/b> im Mai begleitet er das Regiment Borke gegen die Schweden, weniger aus\n Neigung als, \"da man es gern sieht.\" (Brief an S. v. 10.5.) Dazu Wilhelmine\n Ga\u00df: <i>\"<\/i> Es geht bunt zu in der Welt und scheint mir alles so\n verwikkelt da\u00df ich mich wohl gar zuweilen unterfange auch Politik zu\n sprechen, und das Garn zu entwirren strebe, welches die hohen M\u00e4chte so\n schreklich zerzaust haben.\" Auch sie \u00e4u\u00dfert sich besorgt \u00fcber Ga\u00df'\n Gesundheitszustand. S. antwortet: \"Geben Sie mir doch einmal ein\n Beschreibung von Ihrer Gesundheit damit ich wei\u00df wo es Ihnen sizt. | Ich\n habe eigentlich keine Vorstellung davon wie ein Mann der Frau und Kind hat\n und grade Glieder und nicht hypochondrisch ist, kr\u00e4nkeln kann.\" (Brief v.\n Ende Juni\/Anfang August) Ga\u00df antwortet u.a.: \"Die Liebe zum Frieden mu\u00df\n endlich ihre Grenze haben, wo man es mit einem Gegner zu thun hat, der vor\n der ganzen Welt zeigt, es sei noch immer be\u00dfer, ihn zum offenbaren Feinde,\n als zum Freunde und Protektor zu haben, [\u2026] Ich halte einen Krieg mit\n Napoleon f\u00fcr unvermeidlich, von unsrer Seite f\u00fcr nothwendig und gerecht und\n jeden Aufschub f\u00fcr gef\u00e4hrlicher, als das Uebel selbst. Noch haben wir Kraft\n und Muth zum Wiederstande, noch ist der rechte Zeitpunkt dazu nicht\n verstrichen, und ich bin k\u00fchn genug zu hoffen, Preu\u00dfen k\u00f6nne der Retter\n Deutschlands werden, wenn alles auf die rechte Weise angefangen wird und\n Jeder das seine thut.\" (Brief v. 23.8.)&nbsp; <br>\n Also begleitet er freiwillig sein Regiment auf dessen Feldzug gegen die\n napoleonischen Truppen, der bei der Schlacht von Jena endet. Kommt im Zuge\n dessen nach Halle. Erlebt in den Tagen des 17. Oktober in der Wohnung\n Schleiermachers die Besatzung und Pl\u00fcnderung durch franz\u00f6sische Truppen.\n Gleichwohl wird zusammen mit Henrich Steffens ein exegetisches Fachgespr\u00e4ch\n \u00fcber den 1. Timotheus-Brief des Paulus gef\u00fchrt. <br>\n <br>\n Am auf seine R\u00fcckkehr folgenden Tag wird Anklam von franz\u00f6sischen Truppen\n besetzt. \"Uebrigens ist Stettin ohne Vertheidigung mit Capitulation\n \u00fcbergegangen, es wird eine gute Mannszucht gehalten und Unordnungen, wie wir\n sie in Halle | erfahren haben, sind hier gar nicht vorgefallen.\" (Brief v.\n 12.11.) Er ger\u00e4t ins Schw\u00e4rmen: \"Welche herliche Zeit ist es eben jezt f\u00fcr\n unsern Stand, die Menschen zu belehren, da\u00df das Reich Gottes wohl bestehen\n werde und sie zum Glauben daran und zur Hofnung zu bringen. Die Zeit redet\n mit uns zugleich und wir erkl\u00e4ren ihre Erscheinungen. Wie kann es sich be\u00dfer\n zusammentreffen. [\u2026] Ich rechne es f\u00fcr keinen schlechten Gewinn unsrer\n Tr\u00fcbsal, da\u00df sie t\u00fcchtige Baumeister der Kirche bilden wird.\" (Brief\n v.&nbsp; 14.12.)<br>\n &nbsp;<br>\n <b>1807<\/b><br>\n Aufl\u00f6sung seines Regiments, d.h. Verlust der Anstellung. <br>\n <br>\n \"schwere h\u00e4usliche Tr\u00fcbsal\" (RealE):<br>\n 6. April: Tod des ersten Sohnes Heinrich. <br>\n Ga\u00df schreibt an S.: \" [...] aber w\u00fcsten Sie, wie gl\u00fcklich wir besonders\n diesen Winter unter allen St\u00fcrmen der Zeit in uns selbst und mit unsern\n Kindern gewesen sind; w\u00fcsten Sie wie es so recht im sch\u00f6nen Entstehen war,\n nur in Beziehung auf die\u00df herrliche Kind zu leben und wie viel Freude uns\n sein frommer, so rein kindlicher Sinn schon jezt machte und wie viel Sch\u00f6nes\n und Gutes sich sonst aus ihm entwikkelte und denken Sie sich dazu, wie nun\n alle Hofnungen abgeri\u00dfen | sind, Sie w\u00fcrden uns auch zugeben da\u00df wir\n untr\u00f6stlich sind. [\u2026] Meine liebe Wilhelmine kann Ihnen heute noch gar nicht\n schreiben. [\u2026] (Brief v. 12.4.) <br>\n <br>\n Im Mai erscheint in Reimers Realschulbuchhandlung Schleiermachers\n <i>kritisches Sendschreiben an J. C. Ga\u00df<\/i>: <i>\u00dcber den sogenannten ersten\n Brief des Paulos an den Timotheos,<\/i> das S. ihm am 10. Mai u.a. mit den\n Begleitworten \"ich mu\u00df Ihnen, weil ich es so ganz ungefragt gethan,\n vorbehalten, sich, wenn Sie mir nicht zustimmen k\u00f6nnen, noch \u00f6ffentlich\n davon loszusagen\" (KGA. I. Abt. Bd. 5, S. CI) schickt. Darin hei\u00dft es :\n \"Denn indem ich gleich \u00f6ffentlich rede kann mir doch wenn es bei Ihnen ja\n nicht gelingen sollte meine Behauptung durchzusezen, dies bei manchem andern\n inde\u00df gelungen sein; und darsu, da\u00df ich mich doch unmittelbar und zun\u00e4chst\n an Sie wende, ziehe ich den Nuzen, da\u00df ich manches als unter uns abgemacht\n voraussezen kann, wor\u00fcber unser [!] Publicum, welches wie Sie wissen immer\n nicht weit genug auf die ersten Grunds\u00e4ze zur\u00fckgehen kann, vielleicht erst\n Rath zu pflegen und Einverst\u00e4ndni\u00df zu treffen verlangen m\u00f6chte.\" (a.a. O. S.\n 157\/58) <br>\n Ga\u00df antwortet am 7. Juni u.a.: \"[...] vielleicht ist es auch ein Dank, der\n Ihnen am Meisten gef\u00e4llt, wenn ich Ihnen sage, da\u00df Sie mir durch dies Buch\n wieder die erste Freude gemacht haben und Lust zu ernsten Besch\u00e4ftigungen,\n die am Ende doch das beste Heilmittel sein werden. [...] Da\u00df Sie in der\n Hauptsache <i>f\u00fcr mich<\/i> vollkommen Recht und Ihre Behauptung ebenso\n gr\u00fcndlich als siegreich durchgef\u00fchrt haben, darf ich Ihnen wohl nicht erst\n sagen.\" (a.a.O. S. CI)<br>\n <br>\n August: Tod des Vaters.<br>\n 2. September: Tod der Tochter.<br>\n <br>\n Ende des Jahres \u00dcbersiedlung nach Berlin, zun\u00e4chst f\u00fcr den Winter; \"[...]\n er suchte das Erste und Letzte, die Erkenntni\u00df des eigenth\u00fcmlichen Wesens\n des Christenthums und dessen wissenschaftlicher Haltbarkeit.\" (W.G., S.\n XLVI) <br>\n <br>\n seit <b>1808<br>\n <\/b> Prediger an der Marienkirche; <br>\n er schreibt am 27.3. an S.: \"T\u00e4tigkeit und Beruf sind gar k\u00f6stliche Dinge\n und ich wei\u00df sie wohl zu sch\u00e4tzen; wenn aber darneben alles verlohren geht,\n de\u00dfen man sich zu freuen h\u00e4tte, so k\u00f6mt man sich am Ende doch nur als ein\n Sklave vor, dem man absichtlich nichts \u00fcbrig l\u00e4\u00dft, als die H\u00e4nde, womit er\n die Lasten fortschleppen soll. Und Kinder zu haben und zu erziehen, ist doch\n auch wohl ein Beruf.\"<br>\n <br>\n Vermutlich um die Jahreswende 1808\/09: Geburt der Tochter Cecilie (sp\u00e4ter\n C\u00e4cilie geschrieben).<br>\n <br>\n Ga\u00df erwirbt sich den Ruf eines ausgezeichneten Predigers und Seelsorgers.\n \"Da\u00df er zur geistlichen Rede die wahre Weihe empfangen hat, unterliegt\n keinem Zweifel.\" (NND)<br>\n Geselliger Verkehr mit den Familien Gabain, Reimer und Schleiermacher und\n deren Kreisen. <br>\n <br>\n Dennoch schreibt er an den verreisten S:: \"Ich m\u00f6gte fast sagen, da\u00df ich in\n Berlin noch nie so mi\u00dfm\u00fcthig gewesen bin. <span style=\"font-size: 14pt;\" times=\"\" new=\"\" roman=\"\">...<\/span> ich k\u00f6nnte sogar aus Liebe f\u00fcr Sie\n w\u00fcnschen, da\u00df Sie auf jenem gl\u00fckklichen Eilande blieben, w\u00e4re es nur\n m\u00f6glich, da\u00df Sie mit demselben noch etwa 10 Seemeilen von der K\u00fcste\n Deutschlands abr\u00fckken k\u00f6nnten und vielleicht gel\u00e4nge es Ihnen auch, Ihren\n Freunden eine St\u00e4tte zu bereiten und sie zu Sich zu rufen.\" (an S.,\n 18.5.1809)<br><br><b>1809<br><\/b>Eintritt in die \"Philomatische Gesellschaft\".<br>\n <br>\n <b>1810<\/b><br>\n nach Breslau versetzt als Regierungsrat f\u00fcr die geistliche und\n Schuldeputation, als diese Beh\u00f6rde von der Justizverwaltung an die Regierung\n verlegt wird. Ankunft dort am 31.Juli.<br>\n S. schreibt am 1.9. u.a.: \"Ihre Abschiedspredigt hat mir Ritschl gebracht\n und sie hat mir gro\u00dfe Freude gemacht in ihrer einfachen klaren\n Herzlichkeit.\"<br>\n <br>\n G. stellt \"die \u00fcberwiegende Tendenz zur Fabrikation und den Sinn f\u00fcr das\n unmittelbar N\u00fczliche, der hier noch eine gewaltige Herrschaft aus\u00fcbt,\" fest.\n \"Was aber offenbar Breslau gegen Berlin zur\u00fckksezt ist die weit weniger hier\n verbreitete allgemeine Bildung; man ist nicht so reich an solchen Kentni\u00dfen,\n die jenen Namen verdienen und sie sind lange nicht in einem so leichten\n Tausch und Umlauf als in Berlin.\" (an S., 26.9.1810)<br>\n <br>\n Macht im Herbst einen Besuch bei der Br\u00fcdergemeine: \"Der Geist der\n Liberalit\u00e4t, der doch keinesweges in einen irdischen Sinn ausgeartet ist,\n oder auch nur einen Anstrich davon h\u00e4tte, zeigte sich mir besonders\n auffallend in der Erziehungs\u00adanstalt f\u00fcr T\u00f6chter,[...] wovon ich so\n eingenommen bin, da\u00df ich C\u00e4cilien hinschikken w\u00fcrde, wenn sie das\n erforderliche Alter h\u00e4tte.\" (an S., 4.11.1810)<br>\n <br>\n <br>\n <br>\n <b>1811<\/b><br>\n Ordentlicher Professor f\u00fcr Systematische und Praktische Theologie an der\n Universit\u00e4t Frankfurt\/Oder \"Viridiana\", die mit der katholischen\n \"Leopoldina\" in Breslau dortselbst zusammengelegt wurde; wird nicht deren\n Universit\u00e4tsprediger. Liest \u00fcber S.' Enzyklop\u00e4die und praktischer Theologie,\n die er \"weitl\u00e4ufti\u00adger behandelt, als von Ihnen und das war hier nothwendig,\n um mit diesen den Leuten ganz fremden Sachen nicht unverst\u00e4nd\u00adlich zu\n werden.\"(an S., 20.2.) <br>\n Das kollegiale Verh\u00e4ltnis der Fakult\u00e4ten soll bis in die zwanziger Jahre\n hinein ein von auf gegenseitiger Achtung gegr\u00fcndetem Verkehr bestimmt sein,\n bes. zwischen dem Domherrn Graf Sedlnitzky und Ga\u00df. <br>\n \u00dcbernimmt zudem die Oberleitung des Breslauer Schullehrerseminars. Wird\n Examinator der Candidaten: \"Das k\u00f6nigliche Commissariat bei den\n Abiturientenpr\u00fcfungen n\u00f6thigte zu halbj\u00e4hrlichen Reisen in die Provinz, an\n welche sich oft noch andere kirchliche Gesch\u00e4fte anschlossen.\" (W.G., S.\n LVI) <br>\n Stiftet das homiletische Seminar der Theologischen Fakult\u00e4t.<br>\n <br>\n \"(Konnte) als t\u00fcchtiger Denker und guter Dialektiker Manches ersetzten, was\n ihm an strenger Gelehrsamkeit abging.\" (ADB)<br>\n Seine \"Abh\u00e4ngigkeit\" von Schleiermachers theologischem Denken \"zeigte sich\n am meisten in der Dogmatik, selbstst\u00e4ndiger verhielt er sich in der Ethik\n und in den Vorlesungen \u00fcber praktische Disziplinen.\" (RealE)<br>\n <br>\n Er ist den Akademikern Passow, Schneider und Steffens, sowie Harnisch und\n dem Staatsrat von Rehdiger freundschaftlich verbunden.<br>\n <br>\n Im Februar sind in Oberschlesien die Bauern unruhig.<br>\n <br>\n \"[\u2026]Ich kann es in dem engen Breslau gar nicht aushalten und habe eine\n kleine Gartenwohnung vor dem Thore bezogen, wo ich wenig\u00adstens die Morgen\n und Abende dieses herrlichen Sommers auf einige Monathe und mit Ihren\n Grundlinien, die ich von neuem studiren will, mit dem Neuen Testament und\n einigen Dialogen des Platon angenehm und n\u00fczlich zu verleben denke. Die\n Gesch\u00e4fte werden in der Stadt abgemacht, wo ich mit Bredow zu\u00adsammenlebe. So\n denke ich ja, wird mir die Zeit der Strohwittwerschaft noch ertr\u00e4glich\n werden. [\u2026]\" (an S., 10.6.) <br>\n Zwischen dem 16. 9. und dem 23. 10. unternimmt Schleiermacher eine Reise\n nach Schlesien, auf der sich beide anscheinend getroffen haben. <br>\n <br>\n <b>1812<\/b><br>\n am 12. M\u00e4rz, Verleihung der theologischen Doktorw\u00fcrde honoris causa.<br>\n <br>\n \"[\u2026]Geschlagen mu\u00df werden, es sei, wo es wolle und so lange dies noch\n geschieht, ist noch Hofnung. Nicht den n\u00e4chsten Krieg, sondern den n\u00e4chsten\n Frieden mu\u00df man f\u00fcrchten.\" (an Reimer, 5.4.)<br>\n <br>\n <b>1813<br>\n <\/b> ist Breslau ein Zentrum begeisterter Nationalerhebung, Sammelplatz der\n Freiwilligen auch im Hause Ga\u00df; im Ganzen scheint der Erhebungswille in\n Schlesien aber nicht gr\u00f6\u00dfer gewesen zu sein als anderswo. -&nbsp; Als die\n Regierung verlegt wird, flieht die Familie im Fr\u00fchjahr bis zur gewonnenen\n Schlacht an der Katzbach ins Gebirge. [Diese Information des Sohnes W.G.\n beruht m\u00f6glicherweise auf einer Verwechslung mit einer sp\u00e4teren\n Urlaubsreise, die nach seiner Geburt unternommen wurde; in den Briefen an S.\n findet sie keine Erw\u00e4hnung.]<br>\n <br>\n [?: Ende 1813\/Anfang 1814 Geburt des Sohnes Heinrich]<br>\n <br>\n <b>1814<br>\n <\/b> Er ist der Geistlichen und Schulangelegenheiten \"manchmahl sehr\n \u00fcberdr\u00fc\u00dfig. [] Ich will Dir daher \u2013 doch unter uns gesagt \u2013 nicht bergen,\n da\u00df mein Entschlu\u00df gefa\u00dft ist, wenn Gott mir ein mahl wieder zu einer Kirche\n und Gemeine helfen sollte. Bis dahin mu\u00df ich ausharren*. \" (an S.,\n 17.4.)<br>\n <br>\n <b>1815<\/b><br>\n Erscheinen der Schrift \"\u00dcber den christlichen Cultus\". Darin leitet er \u201eden\n Cultus aus dem Wesen der Religion her und weist ihm seine Stelle an in dem\n freien sittlich berechtigten Hinausstreben der Andacht \u00fcber die\n individuellen Schranken in die Region der Gemeinschaft, welche ihre\n Seligkeit genie\u00dfen und ihre freudige Erhebung \u00fcber das irdisch Verg\u00e4ngliche\n in gewissen Formen darstellen und versinnbildlichen will.\u201c (W.G., S. LVI)\n <br>\n <br>\n <br>\n Ga\u00df war ein leidenschaftlicher Feind der Freimaurerei und Vertreter einer\n konstitutionellen Staatsverfassung. <br>\n <br>\n <b>1816<br>\n <\/b> F\u00fcr eine Neuauflage seines B\u00fcchleins \u00fcber den Cultus im Fr\u00fchjahr sieht\n G. mehrere Umarbeitungen vor. (Brief an S., 31.3.)<b><br>\n <\/b> Wird Consistorialrat im Zuge der Zusammenlegung der \u00c4mter zu einem\n Consistorium f\u00fcr Schlesien. <br>\n Beginn der Verhandlungen zur auch von der Regierung betriebenen Union der\n evangelischen Kirchen. Seitdem bis 1829 Streitigkeiten \u00fcber die kirchliche\n Union, deren Verfassung und Agenda.<br>\n Herbst: Geburt eines M\u00e4dchens mit offenem Kopf, der sich nur langsam\n schlie\u00dft. <br>\n <br>\n <b>1817<br>\n <\/b> Fr\u00fchjahr: Tod des M\u00e4dchens.<br>\n <br>\n August: Urlaub im Gebirge, \"wohin ich schon vor 4 Wochen Frau und Kinder\n vorausgeschikkt hab.\" (an S., 4.8.) [M\u00f6glicherweise jener Aufenthalt, den\n W.G. f\u00fcr 1813 erinnert.]<br>\n <br>\n \"Was soll denn das Cirkularschreiben des Ministers an die evangelische\n Geist\u00adlich\u00adkeit? Das erste St\u00fck hat doch einen h\u00f6chst d\u00fcrftigen Inhalt, und\n die Be\u00admerkung, da\u00df wir uns nicht Protestanten nennen sollen, ist ganz zur\n Unzeit. Diesen Namen m\u00fc\u00dfen wir behalten, so lange es einen Papst giebt; am\n wenig\u00adsten sollten wir ihn jezt wie ich glaube, \u00f6ffentlich ablegen.\" (an S.,\n 4.8.) <br>\n <br>\n Verleihung der philosophischen Doktorw\u00fcrde honoris causa.<br>\n <br>\n <b>1818<\/b><br>\n Die patriotische Turnbewegung Jahns, mit dessen Turnfreunden und\n Verb\u00fcndeten Passow, Wachler, Kay\u00dfler, Harnisch Ga\u00df weiterhin verkehrt, wird\n in Breslau Anla\u00df zu einer \"Turnfehde\". Deren Gegner sind haupts\u00e4chlich\n Freimaurer. Die fortgesetzten polizeilichen demagogischen Untersuchungen\n lassen ihn die \u00dcberzeugung vertreten, \"da\u00df dieser Anla\u00df ergriffen sei, um\n von dem Wege der politischen Entwicklung abzulenken, [...] und besonders die\n Universit\u00e4ten einer polizeilichen Aufsicht zu unterwerfen.\" (W:G:, S. LVIII)\n Noch 1823 mu\u00df er sich deswegen, unter Protektion seines Vorgesetzten, der\n Versetzung erwehren.&nbsp; <br>\n <br>\n <br>\n \"G. war im Denken ma\u00dfvoll, den Extremen abgeneigt, im Handeln rasch und\n durchgreifend, bei lebhaftem, fast leidenschaftlichem Temperament. Im\n geselligen Umgange, welchen er liebte, sah man ihn heiter, herzlich und\n humoristisch.\" (RealE)<br>\n <br>\n <b>1822<br>\n <\/b>Er sieht sich bes. durch die Erl\u00e4uterungen der&nbsp; neuen Ausgabe von\n Schleiermachers \"Reden\" gest\u00e4rkt, \"die einen wahren Schatz herrlicher\n Mittheilungen enthalten, [...] denn es zeigt sich immer mehr, in welchem\n engen Bunde die moderne Fr\u00f6mmigkeit mit dem engherzigen Aristokratismus\n steht, und wie jene von diesem gebraucht wird als Erschlaffungsprincip, und\n um die intellectuelle und sittliche Kraft von ihrem rechten Punkt\n abzuleiten.\" (an S., 21.6.)<br>\n <br>\n Ist \u00fcber den zweiten Band von Schleiermachers Dogmatik gl\u00fccklich, \"ein\n Christ und Geistlicher zu sein,\" dessen Darstellung ihm \"eine neue Epoche\n nicht nur in dieser Disciplin, sondern im ganzen theologischen Studium\n beginnen wird\". (an S., 16.11.)<br>\n <br>\n <b>1829<\/b><br>\n Beendigung der seit 1816 anhaltenden Streitigkeiten \u00fcber die kirchliche\n Union, deren Verfassung und insbesondere die Agenda; Ga\u00df' Gesundheit ist\n angegriffen.<br>\n <br>\n Erscheinen der Schrift \"Erinnerung an den Reichstag zu Speier im Jahre\n 1529\". <br>\n <br>\n <br>\n Unternimmt eine Rheinreise; sie \"frischte mit der Heiterkeit auch die\n K\u00f6rperkraft nochmals auf\". (W.G., S. LXXXIV) <br>\n <br>\n <b>1831<br>\n <\/b> bekommt am 23. Januar den rothen Adlerorden 3. Klasse verliehen;<br>\n <br>\n stirbt am 19. Februar in Breslau an einem Lungenleiden. <br>\n <br>\n <br>\n Der Sohn Wilhelm Ga\u00df ist zu diesem Zeitpunkt siebzehn Jahre alt. <br>\n <br>\n <br>\n <b><\/b><br>\n\n <p class=\"MsoNormal\"><b>Literatur:<\/b><br>\n - Hamburger\/Meusel, 5. Aufl. Bd. 13. 1808<br>\n - Das. , 5. Aufl. Bd. 17. 1820<br>\n - Das. , 5. Aufl. Bd. 22,2. 1831<br>\n -&nbsp; Neuer Nekrolog der Deutschen, Jg. 1831 (1833).<br>\n - Nowack, Karl Gabriel: Schlesisches Schriftstellerlexikon.&nbsp; H.2.\n 1838<br>\n - Realencyklop\u00e4die f\u00fcr protestantische Theologie u. Kirche. Hrsg. von\n Alfred Hauck. 3. Aufl. Bd. 6. 1899 (350)<br>\n <\/p>\n <b>Quellen:<\/b><br>\n - ADB, S. 394-96<br>\n - DBI (M), I, 370, 14-22 und II, 428, 369-70 <br>\n - Schleiermacher. KGA. I. Abt. Bd. 5 (Schriften aus der Hallenser Zeit 1804\n - 1807) Hg.: Hermann Patsch, Berlin, Walter de Gruyter 1995.<br>\n - Schleiermacher. KGA. V. Abt. Bd. 7 (Birefwechsel 1803 - 1804) Hg.:\n Andreas Arndt und Wolfgang Virmond. Berlin. Walter de Gruyter 2005.<br>\n <br>\n __________________________<br>\n (ein \"Ga\u00df\" (ohne weitere Daten) ist Mitglied der \"Berlinischen Gesellschaft\n f\u00fcr Deutsche Sprache)<br>\n ","genealogie":"Vater: Pfarrer in Leopoldshagen bei Anklam\n\nEhefrau: Wilhelmine Elisabeth Stavenhagen, Tochter des Kaufmanns Stavenhagen zu Anklam\n              Heirat am 14. Juli 1798\n\n6 Kinder, davon 1 Sohn, Wilhelm, und 1 Tochter \u00fcberlebend","primaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/491\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Schleiermachers Briefwechsel mit J. Chr. Ga\u00df<\/a>"],"sekundaer":null,"berlinaufenthalte":[],"fach":[],"institution":[],"ort":["Marienkirche"],"verein":["Humanit\u00e4tsgesellschaft","Philomatische Gesellschaft","Berlinische Gesellschaft f\u00fcr deutsche Sprache"],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}