
{"meta":{"meta-title":"Johann Wilhelm S\u00fcvern < Personen","meta-description":"Johann Wilhelm S\u00fcvern < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/3981","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/3981","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Johann Wilhelm S\u00fcvern"},"count":{"lebensdaten":10,"namensformen":1,"genealogie":0,"biographie":1,"werke":1,"berlinaufenthalte":0,"register":3,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/3981","text":"Johann Wilhelm S\u00fcvern"}]},"data":{"id":3981,"zusatz_id":3981,"meta":{"meta-title":"Johann Wilhelm S\u00fcvern < Personen","meta-description":"Johann Wilhelm S\u00fcvern < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/3981","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/3981"},"title":"Johann Wilhelm S\u00fcvern","nachname":"S\u00fcvern","vorname":"Johann Wilhelm","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"03.01.1775","geburtsort":"Lemgo","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"02.10.1829","sterbeort":"Berlin","sterbeland":null,"berufe":["P\u00e4dagoge","klassischer Philologe"],"vereine":[" <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/44\" class=\"link-hover text-primary\">Akademie der Wissenschaften<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/4\" class=\"link-hover text-primary\">Gesellschaft der Freunde der Humanit\u00e4t (Humanit\u00e4tsgesellschaft) (gegr\u00fcndet: 10.01.1797 aufgel\u00f6st: 28.12.1861)<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/39\" class=\"link-hover text-primary\">Freimaurerloge \"Royal York de L'Amiti\u00e9\"<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/23\" class=\"link-hover text-primary\">Gesetzlose Gesellschaft (Nr. 2) (gegr\u00fcndet: 04.11.1809)<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/24\" class=\"link-hover text-primary\">Griechische Gesellschaft (Graeca) (gegr\u00fcndet: 1804)<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/35\" class=\"link-hover text-primary\">Preu\u00dfische Haupt-Bibelgesellschaft (gegr\u00fcndet: 08.1814)<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/27\" class=\"link-hover text-primary\">Philomatische Gesellschaft (gegr\u00fcndet: 16.10.1800)<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/20\" class=\"link-hover text-primary\">Montagsklub (gegr\u00fcndet: 10.1750 aufgel\u00f6st: 1936)<\/a>"],"bekanntschaften":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/481\" class=\"link-hover text-primary\">Karl Sigmund Franz Altenstein (Jurist, Finanz-und Bildungsminister)<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/577\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Daniel Wilhelm Otto Uhden (Jurist, Altertumsforscher)<\/a>"],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":"Sievern","namensaenderung":null,"lebenslauf":"<b>\n 1775<\/b><br>\n geb. am 3. Januar in Lemgo<br>\n <br>\n Studium in Jena (u.a. bei Fichte)<br>\n <br>\n Schulamts Candidat<br>\n Lehrer am Berlinischen Gymnasium<br>\n <br>\n <b>1800<\/b><br>\n Direktor und erster Professor am Gymnasium zu Thorn<br>\n <b><br>\n 1803<\/b><br>\n dasselbe zu Elbing<br>\n <br>\n <b>1807<\/b><br>\n Prof. f\u00fcr klassische Literatur an der Universit\u00e4t K\u00f6nigsberg<br>\n <br><b>\n seit 1809<\/b><br>\n Staatsrat in der Sektion f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Unterricht des Ministeriums\n des Innern in Berlin<br><br><b>1810<br><\/b>Mitglied der \"Philomatischen Gesellschaft\".<br>\n <br>\n <b>1815<\/b><br>\n Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin (OM 23.3.1815;\n Altertumswissenschaften)<br>\n <br>\n <b>1817<\/b><br>\n Mitdirektor bei der Abteilung f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Unterricht im\n Ministerium f\u00fcr Geistliche-, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten in\n Berlin<br>\n (wirkte ma\u00dfgeblich an der Reform des Schulwesens in Preu\u00dfen nach dem\n Tilsiter Frieden mit)<br>\n <br>\n <b>1818<\/b><br>\n seit April Wirkl. Geh. Ober-Regierungsrat<br>\n <br>\n <b>1829<\/b><br>\n gest. am 2. Oktober in Berlin<br>\n <br>\n ________________________________<br>\n <br>\n 1797-1800 und 1810-1829 Mitglied der \"Gesellschaft der Freunde der\n Humanit\u00e4t\"<br>\n <br>\n Freimaurer; j\u00fcngstes Mitglied der Loge Royal York und Redner (zweiter\n Aufseher) der St. Johannis Loge Pythagoras zum flammenden Stern<br><br>________________________________<br><br><span style=\"color: rgb(255, 0, 0);\">\"Erwarb sich besondere Verdienste als Schulreformer (<\/span><i style=\"color: rgb(255, 0, 0);\">Vater der preu\u00dfischen Schule<\/i><span style=\"color: rgb(255, 0, 0);\">).\"<\/span><br style=\"color: rgb(255, 0, 0);\"><span style=\"color: rgb(255, 0, 0);\">vgl. Hompage Lexikon Westf\u00e4lischer Autoren 1750 - 1950.<\/span><br><br><span style=\"color: rgb(255, 0, 0);\">BBKL, Band XI (1996) Spalten 231-236 Autor: Rudolf Lassahn<\/span><p style=\"color: rgb(255, 0, 0);\">\n\n\n<\/p><p style=\"color: rgb(255, 0, 0);\">\nS\u00dcVERN, Johann Wilhelm, P\u00e4dagoge und als preu\u00dfischer Staatsrat\ntreibende Kraft in der Reformpolitik Preu\u00dfens nach dem Tilsiter\nFrieden, * 3.1. 1775 als Sohn eines Predigers und Scholars in Detmold,\n+ 2.10. 1829 in Berlin, pr\u00e4gte ma\u00dfgebend das preu\u00dfische Schulwesen im\n19. Jahrhundert. Nach seiner Gymnasialausbildung studierte er seit 1793\nTheologie in Jena, wo Schiller und Fichte gro\u00dfen Einflu\u00df auf ihn\naus\u00fcbten. 1795 wechselte er die Studienrichtung und widmete sich unter\ndem Einflu\u00df von Friedrich August Wolf in Halle der\nAltertumswissenschaft. 1796 trat S. als Schulamtskandidat an das eben\nerst von Gedicke gegr\u00fcndete philologisch-p\u00e4dagogische Seminar in\nBerlin, das gleich in seiner Anfangsphase ber\u00fchmt wurde, u.a. sind so\nbedeutende Pers\u00f6nlichkeiten wie Bernhardi, Spilleke, K\u00f6pke und\nSchleiermacher in jenen Jahren durch dieses Seminar gegangen. In ihm\nherrschte der Geist griechischer Humanit\u00e4t, in dem die\nAltertumswissenschaft \u00e4sthetisch als p\u00e4dagogisches Programm gelesen und\nmit den Auffassungen freier Idealit\u00e4t verbunden wurde, wie u.a. Gesner,\nHeyne, F.A. Wolf, Fichte und Schiller sie vertraten. In dieser\nAtmosph\u00e4re verfa\u00dfte S. w\u00e4hrend seines Aufenthaltes im Seminar seine\nersten wissenschaftlichen Arbeiten \u00fcber Pindar, Aeschylos und \u00fcber\n`Schillers Wallenstein in Hinsicht auf die griechische Trag\u00f6die'. Die\nArbeiten machten ihn schnell bekannt und mit erst 25 Jahren wurde er\n1800 als Rektor und erster Professor an das Gymnasium in Thorn berufen.\nDort heiratete er 1802 die Kaufmannstochter Marie Klugmann. In Thorn\nbegann er sofort mit der Umgestaltung des Gymnasiums und legte in\nseiner Schrift `Plan einer Grundverfassung des Thornschen Gymnasii\nnebst Vorschl\u00e4gen denselben auszuf\u00fchren' seine neuhumanistischen\nReformideen dar. 1803 wechselte er als Direktor an das Gymnasium nach\nElbing, wo er mit dem `Entwurf eines neuen Einrichtungs-Planes f\u00fcr das\nElbingsche Gymnasium' seine in Thorn begonnene Gymnasialreform\nfortsetzte, was schlie\u00dflich in gemeinsamer Arbeit mit Reinhold Bernhard\nJachmann in ein \u00fcbergreifendes Konzept zur Reorganisation des gesamten\nwestpreu\u00dfischen Schulwesens einm\u00fcndete. Dieser Plan enthielt bereits\ndie Grundprinzipien f\u00fcr eine umfassende Gymnasialreform. Nach dem\nZusammenbruch Preu\u00dfens siedelt S. nach K\u00f6nigsberg \u00fcber, wo ihm eine\nProfessur f\u00fcr alte Literatur an der Universit\u00e4t \u00fcbertragen wurde. Durch\neine `Vorlesung \u00fcber die politische Geschichte von Europa seit Karl dem\nGro\u00dfen' (1807\/1808), die in ihrer Bedeutung mit Fichtes `Reden an die\ndeutsche Nation' verglichen wurde, gewann er die Aufmerksamkeit des\nHofes. Als Nachschrift kursierte dort seine Vorlesung und S. fand\nAnschlu\u00df an den Kreis der preu\u00dfischen Reformer und den Freiherrn vom\nund zum Stein. Dieser war es, der dem K\u00f6nig vorschlug, S. als Staatsrat\nin die Unterrichtsabteilung zu berufen. Dort wirkte er neben Nicolovius\nund erwarb sich die ersten Verdienste unter Humboldt bei der Reform der\nElementarschule und der Einf\u00fchrung der Pestalozzischen Methode der\nElementarerziehung in Preu\u00dfen. Als Humboldt 1809 die Leitung der\nUnterrichtsabteilung \u00fcbernahm, wurde S. sein geistreichster und\neifrigster Mitarbeiter, der in Anlehnung an die Ideen Steins von dem\nGedanken geleitet wurde, da\u00df eine Reform des gesamten Schulwesens in\nVerbindung mit einer Gesamtreform des Staates vollzogen werden m\u00fcsse.\nS.s Reformideen und seine zun\u00e4chst unter Humboldt und dann unter\nSchuckmann ausgearbeiteten Reformpl\u00e4ne sind von den neuhumanistischen\nund preu\u00dfischen Staatsverbesserungsideen gepr\u00e4gt und streben eine\nallgemeinbildene Schule an, die weder Standes- noch Berufsschule ist,\nkeine Unterschiede in der Konfession kennt, sondern allgemeine und\ngleiche Bildung f\u00fcr alle vermitteln sollte. Im Sinne einer neuen\nNationalbildung, wie auch Fichte sie verstand, wurde die P\u00e4dagogik zu\neinem Instrument der Erziehung freier Staatsb\u00fcrger, die wiederum zur\nVerbesserung des Staates beitragen sollten. W\u00e4hrend der Humboldt-\u00c4ra\nleistete S. einen entscheidenden Beitrag zur Gr\u00fcndung der Universit\u00e4t\nBerlin und zur Reform der Universit\u00e4ten Bonn und Breslau. Einen\nH\u00f6hepunkt seines schulreformerischen Wirkens bildete sein `Entwurf\neines allgemeinen Gesetzes f\u00fcr die Verfassung des Schulwesens im\npreu\u00dfischen Staate' (1819). Zum ersten Male fa\u00dfte hier eine deutsche\nVerwaltung den Plan, das gesamte Schulwesen als ein integrierendes\nGlied des Staates zu ordnen. W\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Revolution hatte\nes einen solchen umfassenden Staatsplan von Condorcet gegeben. Jetzt\nwurde ihm ein deutscher an die Seite gestellt. In seinen p\u00e4dagogischen\nGrundprinzipien sah der Plan eine Allgemeinbildung vor, Anregung,\nEntwicklung und \u00dcbung aller in der Natur des Menschen angelegten\nKr\u00e4fte. Die Jugenderziehung des Volkes war zugleich Nationalerziehung,\ndie die Jugend bef\u00e4higte, in die Staatsgemeinschaft als Mitwirkende\neinzutreten. Der Plan sah mit allgemeiner Elementarschule, Stadtschule\nund Gymnasium ein dreigliedriges Schulwesen vor, das aber durchl\u00e4ssig\nsein und insgesamt einen inneren Zusammenhang bilden sollte. Inzwischen\njedoch wurden durch die politischen Ereignisse nach dem Wiener Kongre\u00df\ndie Reformkr\u00e4fte in Preu\u00dfen zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Als Altenstein die Leitung\ndes Ministeriums \u00fcbernahm, zog sich S. zur\u00fcck und beschr\u00e4nkte sich auf\nseine T\u00e4tigkeit im Referat \u00fcber die Akademie der Wissenschaften, der er\nseit 1815 angeh\u00f6rte, und widmete sich wieder der Altertumswissenschaft.\nAbhandlungen \u00fcber Tacitus, die griechische Trag\u00f6die, \u00fcber Aristophanes\nund \u00d6dipus, meistens in der Akademie der Wissenschaften vorgetragen,\nbekunden seine umfassende literarische T\u00e4tigkeit. Als Johann Schulz die\nLeitung des Ministeriums \u00fcbernahm, verlor S. allen Einflu\u00df auf die\npreu\u00dfische Schulpolitik. Sein Entwurf \u00fcber die Verfassung des\nSchulwesens erlangte niemals Gesetzeskraft. Durch die\nschulreformerische T\u00e4tigkeit S.s in den Jahren des Umbruchs jedoch\nwurde das Schulwesen in Preu\u00dfen umgestaltet und erhielt jene Form, die\ndie Bildung mehrerer Generationen im 19. Jahrhundert bestimmte. Erst\nzum Ende des Jahrhunderts wurde durch Wilhelm Dilthey wieder auf die\ngro\u00dfe reformerische Bedeutung S\u00fcverns aufmerksam gemacht.<\/p>\n ","genealogie":"","primaer":null,"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/4044\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Wilhelm S\u00fcvern<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/7912\" class=\"link-hover text-primary\">Die Einheitsschulidee bei Wilhelm von Humboldt und Johann Wilhelm S\u00fcvern<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/7913\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Wilhelm S\u00fcvern, Preu\u00dfens Schulreformer nach dem Tilsiter Frieden<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/7914\" class=\"link-hover text-primary\">Die Reform des Bildungswesens<\/a>"],"berlinaufenthalte":[],"fach":["Altphilologie","Gymnasiallehrer","P\u00e4dagogik"],"institution":["Akademie der Wissenschaften","Ministerium des Innern","Ministerium f\u00fcr Geistliche-, Unterrichts- und Medicinalangelegenheiten"],"ort":[],"verein":["Humanit\u00e4tsgesellschaft","Philomatische Gesellschaft","Griechische Gesellschaft (Graeca)","Loge Royal York","Montagsclub","Preu\u00df. Hauptbibelgesellschaft"],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}