
{"meta":{"meta-title":"Johann Stephan Gottfried B\u00fcsching < Personen","meta-description":"Johann Stephan Gottfried B\u00fcsching < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4027","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/4027","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Johann Stephan Gottfried B\u00fcsching"},"count":{"lebensdaten":9,"namensformen":0,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":1,"berlinaufenthalte":0,"register":2,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4027","text":"Johann Stephan Gottfried B\u00fcsching"}]},"data":{"id":4027,"zusatz_id":4027,"meta":{"meta-title":"Johann Stephan Gottfried B\u00fcsching < Personen","meta-description":"Johann Stephan Gottfried B\u00fcsching < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4027","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/4027"},"title":"Johann Stephan Gottfried B\u00fcsching","nachname":"B\u00fcsching","vorname":"Johann Stephan Gottfried","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"18.04.1761","geburtsort":"G\u00f6ttingen","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"23.04.1833","sterbeort":"Berlin","sterbeland":null,"berufe":["Jurist","Oberb\u00fcrgermeister von Berlin"],"vereine":[" <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/49\" class=\"link-hover text-primary\">Armenspeisungsanstalt (gegr\u00fcndet: 1800 aufgel\u00f6st: 1894)<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/23\" class=\"link-hover text-primary\">Gesetzlose Gesellschaft (Nr. 2) (gegr\u00fcndet: 04.11.1809)<\/a>"],"bekanntschaften":[],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n <br \/>\n <b>Johann Stephan Gottfried B\u00fcsching<\/b> <br \/>\n * 18. 04. 1761 in G\u00f6ttingen <br \/>\n + 23. 04. 1833 in Berlin<br \/>\n <br \/>\n Stadtpr\u00e4sident und Polizeidirektor vom <br \/>\n 22. 05. 1804 bis Mai 1808 <br \/>\n Oberb\u00fcrgermeister von <br \/>\n Februar 1814 bis M\u00e4rz 1832<br \/>\n <br \/>\n <br \/>\n Es sind nicht die gro\u00dfen spektakul\u00e4ren Ergebnisse, sondern vielmehr die\n Summe der wichtigen Kleinigkeiten, die Johann B\u00fcschings Amtszeit als\n Berliner Oberb\u00fcrgermeister gepr\u00e4gt haben. Die Tatsache, da\u00df er der Sohn\n eines sehr ber\u00fchmten Vaters war, beg\u00fcnstigte sicherlich seine Entwicklung,\n f\u00fchrte aber letztlich auch dazu, da\u00df der Name B\u00fcsching in der Geschichte\n mehr mit der Wissenschaft als mit dem Oberb\u00fcrgermeisteramt in Verbindung\n stand. <br \/>\n <br \/>\n Johann B\u00fcsching wurde am 18. April 1761 in G\u00f6ttingen geboren und verlebte\n die ersten Jahre seiner Kindheit in Sankt Petersburg. Sein Vater, der\n ber\u00fchmte Geograph und Gelehrte Anton Friedrich B\u00fcsching (1724 - 1793), wurde\n 1766 zum Direktor des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster berufen.\n Mit sechs Jahren trat der junge B\u00fcsching selbst in die von seinem Vater\n geleitete Schule ein. Von 1779 bis 1782 studierte er Jura und\n Kameralwissenschaft - eine Lehre, die Regeln und Methoden entwickelte, nach\n denen der staatliche Verwaltungsapparat (die Kammern) des 17. und 18.\n Jahrhunderts funktionieren sollte, - in G\u00f6ttingen und Halle. <br \/>\n <br \/>\n B\u00fcsching begann seine berufliche Laufbahn als zweiter Direktor bei der\n kurm\u00e4rkischen Kriegs- und Dom\u00e4nenkammer in Gumbinnen (heute Gussew), war\n dann Kriegs- und Steuerrat und kam in das Generaldirektorium Preu\u00dfens. 1804\n wurde er Stadtpr\u00e4sident von Berlin. Als die Stadt 1806 von franz\u00f6sischen\n Truppen besetzt und auf Befehl Napoleons eine neue st\u00e4dtische\n Verwaltungsbeh\u00f6rde, das Comit\u00e9 administratif, geschaffen wurde, leitete\n B\u00fcsching in ihr die Polizeiabteilung. Im Mai 1908 legte er sein Amt nieder,\n blieb aber weiterhin im Magistrat. <br \/>\n <br \/>\n Auch wenn Johann B\u00fcsching kein Anh\u00e4nger der neuen St\u00e4dteordnung von 1808\n war, so hatte er durchaus die Bereitschaft, sie zu akzeptieren und ihr zu\n dienen. B\u00fcsching geno\u00df die Achtung der B\u00fcrgerschaft, und so war es\n naheliegend, da\u00df ihm 1809 das B\u00fcrgermeisteramt anvertraut wurde. Nachdem er\n Leopold von Gerlach w\u00e4hrend dessen Krankheit auch als Oberb\u00fcrgermeister\n vertreten hatte, war er auch f\u00fcr dessen Nachfolge favorisiert. Am 24. Juni\n 1813 wurde er von der Stadtverordnetenversammlung zum neuen\n Oberb\u00fcrgermeister von Berlin gew\u00e4hlt. Seine Best\u00e4tigung erfolgte am 18.\n November 1813, die Einf\u00fchrung in das Amt aber erst im Februar 1814. <br \/>\n <br \/>\n W\u00e4hrend seiner ganzen Amtsperiode befa\u00dfte sich Johann B\u00fcsching mit der\n St\u00e4dteordnung und mit der Teilung von Staat und Stadt. Zahlreiche\n Verwaltungsaufgaben, deren Kosten in der k\u00f6niglichen Residenz bisher der\n Staat getragen hatte, sollten nun von der Stadt \u00fcbernommen werden. Trotz\n vieler Verhandlungen konnte er keine endg\u00fcltige Regelung erreichen. <br \/>\n <br \/>\n Mit gro\u00dfem Engagement setzte sich B\u00fcsching f\u00fcr die Verbesserung der\n st\u00e4dtischen Finanzen ein. Mit einer sehr sparsamen Haushaltsf\u00fchrung gelang\n es ihm, die Schuldensumme der Stadt zu reduzieren. Erm\u00f6glicht wurde das\n unter anderem durch die Neuordnung des preu\u00dfischen Steuerrechts von 1820,\n wonach die Stadt ihren Finanzbedarf vor allem aus der Haus- und Mietsteuer,\n aus Teilen der Mahl- und Schlachtsteuer, aus staatlichen Zusch\u00fcssen zur\n Armenkasse und solchen Posten wie Stra\u00dfenbeleuchtung und -reinigung decken\n sollte.<br \/>\n <br \/>\n In dem Ma\u00dfe, wie sich in Berlin mehr und mehr Industrie ansiedelte,\n versch\u00e4rften sich auch die sozialen Probleme der Stadt. B\u00fcsching engagierte\n sich sehr stark f\u00fcr die Entwicklung eines st\u00e4dtischen Volksschulwesens.\n Seine besondere Aufmerksamkeit und Verantwortung galt aber vor allem dem\n st\u00e4dtischen Armenwesen, das betr\u00e4chtliche Ausma\u00dfe angenommen hatte. Als\n Oberb\u00fcrgermeister war er zugleich auch Direktor der Armendirektion, in deren\n H\u00e4nden die Armenf\u00fcrsorge lag, und Direktor der Allgemeinen\n Witwenverpflegungsanstalt und der Offizierswitwenkasse. Die bisher staatlich\n finanzierte Armenbeh\u00f6rde war entsprechend der St\u00e4dteordnung dem Magistrat\n unterstellt worden und nun eine Aufgabe der kommunalen Verwaltung. Es\n entstand ein breitgef\u00e4chertes System von Unterst\u00fctzungsleistungen, welches\n f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse gut funktionierte. Dazu z\u00e4hlten Almosen\n (Geldunterst\u00fctzungen), medizinische Hilfe (Kuren, Krankenhausbehandlung,\n Medikamente), die Versorgung in Wohlfahrtseinrichtungen (Waisenh\u00e4usern usw.)\n sowie das Armenschulwesen.<br \/>\n <br \/>\n B\u00fcsching widersetzte sich Bestrebungen der Stadtverordnetenversammlung, die\n Armenf\u00fcrsorge aus finanziellen Gr\u00fcnden einzuschr\u00e4nken und forderte unter\n anderem die Einrichtung einer kommunalen Arbeitsbeschaffungsanstalt f\u00fcr\n Arbeitslose. Am 9. Mai 1831 schrieb er an die Stadtverordnetenversammlung:\n \"Es w\u00fcrde nach Meinung des Magistrats nun noch eine unumg\u00e4ngliche\n nothwendige Einrichtung bei der hiesigen Armenpflege sein, darauf zu achten,\n da\u00df solchen Leuten von allen Armenkommissionen ein Ort nachgewiesen werden\n k\u00f6nnte, in welchem sie, wenngleich f\u00fcr ein geringes Tagelohn, doch bestimmt\n Arbeit f\u00e4nden, um das n\u00f6thige t\u00e4gliche Brot selbst zu erwerben...\" Das\n Projekt scheiterte jedoch am Widerstand der Stadtverordneten. <br \/>\n <br \/>\n Auch wenn B\u00fcschings Verh\u00e4ltnis zu den Stadtverordneten nicht immer\n harmonisch war und seine Kritiker ihm F\u00fchrungsschw\u00e4che vorwarfen, wurde er\n doch jedesmal nach Ablauf der sechsj\u00e4hrigen Wahlzeit, 1820 und 1826, mit\n gro\u00dfer Mehrheit wiedergew\u00e4hlt. <br \/>\n <br \/>\n In seinen letzten Amtsjahren hatte Johann B\u00fcsching M\u00fche, die dr\u00e4ngenden\n Probleme der Kommune zu bew\u00e4ltigen. Eine wesentliche Ursache daf\u00fcr waren\n seine vielen \u00c4mter, unter anderem als Direktor der Armendeputation und als\n Gymnasiarch des Grauen Klosters, die ihm nicht mehr gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr die\n Arbeit im Magistrat lie\u00dfen. Dar\u00fcber hinaus stellte die 1831 hereinbrechende\n Choleraepidemie, der 1400 Menschen zum Opfer fielen, eine extreme Belastung\n f\u00fcr die Kommune dar. <br \/>\n <br \/>\n Als B\u00fcsching 1831, 70j\u00e4hrig, die Absicht \u00e4u\u00dferte, zum bevorstehenden Ende\n seiner Wahlperiode im M\u00e4rz 1832 zur\u00fcckzutreten, gingen die Stadtverordneten\n ohne Z\u00f6gern darauf ein. F\u00fcr seine Verdienste um die Stadt bekam er als einer\n der ersten Berliner von ihnen die W\u00fcrde eines Stadt\u00e4ltesten zuerkannt\n (1831). Der K\u00f6nig bewilligte seinen erbetenen Abschied und verlieh ihm den\n Roten Adlerorden 2. Klasse.<br \/>\n <br \/>\n Der durch ein arbeitserf\u00fclltes Leben ersch\u00f6pfte B\u00fcsching lebte nur wenig\n l\u00e4nger als ein Jahr als Pension\u00e4r in Berlin. Am 23. April 1833 ist er\n gestorben.<br \/>\n <br \/>\n &nbsp; \u00a9 Edition Luisenstadt, 1998<br \/>\n www.\n ","genealogie":"Vater: Anton Friedrich B\u00fcsching (1724-1793), Direktor des Gymnasiums zum Grauen Kloster","primaer":null,"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/1436\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Stephan Gottfried B\u00fcsching<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/4567\" class=\"link-hover text-primary\">Anton Friedrich B\u00fcsching als Schuldirektor in St. Petersburg<\/a>"],"berlinaufenthalte":[],"fach":["Rechtswissenschaften","Politik"],"institution":[],"ort":[],"verein":["Armenspeisungsanstalt"],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}