
{"meta":{"meta-title":"Carl August Matzdorff < Personen","meta-description":"Carl August Matzdorff < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4627","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/4627","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Carl August Matzdorff"},"count":{"lebensdaten":8,"namensformen":0,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":1,"berlinaufenthalte":0,"register":1,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4627","text":"Carl August Matzdorff"}]},"data":{"id":4627,"zusatz_id":4627,"meta":{"meta-title":"Carl August Matzdorff < Personen","meta-description":"Carl August Matzdorff < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4627","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/4627"},"title":"Carl August Matzdorff","nachname":"Matzdorff","vorname":"Carl August","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"1765","geburtsort":"Berlin","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"1839","sterbeort":null,"sterbeland":null,"berufe":["Verleger","Buchh\u00e4ndler"],"vereine":[],"bekanntschaften":{"1":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4218\" class=\"link-hover text-primary\">Hans Georg Jacob Ahlefeld (Jurist)<\/a>","0":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/558\" class=\"link-hover text-primary\">Karl Philipp Moritz (Schriftsteller)<\/a>","2":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4903\" class=\"link-hover text-primary\">Jean Paul Friedrich Richter (Schriftsteller)<\/a>"},"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"<b>1765<\/b><br>Carl August Matzdorff wird als Sohn des Buchh\u00e4ndler, Buchbinders und Obereinnehmers der Preu\u00dfischen Zahlenlotterie Carl Friedrich Matzdorff (1740-1809) und dessen Frau Johanna Maria geborene Jenschofska (1738-1815) geboren. Carl Friedrich Matzdorff, der um 1760 von Stettin nach Berlin gezogen war, hatte ein Jahr vor der Geburt seines Sohnes ein Haus an der Stechbahn Nr. 5 erworben, einer 1702 auf Befehl K\u00f6nig Friedrichs I. neu errichteten Anlage, der die urspr\u00fcngliche Stechbahn, ein f\u00fcr Turniere und Ritterspiele gen\u00fctzter Platz, der sich auf der westlichen Seite des Schlossplatzes befunden hatte, abl\u00f6ste. Der Schlossneubau um 1700 hatte eine Verlagerung auf die Westseite des Platzes hinter dem Dom erfordert, an dem nun mehrere dreigeschossige H\u00e4user errichtet wurden. In unmittelbarer Nachbarschaft der Matzdorffschen Buchhandlung waren in den unteren Etagen der Stechbahnh\u00e4user in einem Bogengang Kaufmannsl\u00e4den wohlhabender franz\u00f6sischer Refugi\u00e9s untergebracht, so das Wechselgesch\u00e4ft von Jacques und Securius, die Kunsthandlung von George Gropius und die Konditorei Josty.<br><br>Carl August Matzdorff besucht das Joachimsthalsche und das Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster. Er ist ein Schulfreund Hans Georg von Ahlefeldts.<br><br><b>1785<\/b><br>Am 29. April immatrikuliert sich Matzdorff an der Universit\u00e4t Halle f\u00fcr das Studium der Theologie.<br><br><b>1787<\/b><br>Matzdorff wechselt den Studienort und besucht die Philosophische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Jena.<br>Dem Studium in Jena folgt in Gotha die praktische Ausbildung in der Buchhandlung des expandierenden Verlegers Carl Wilhelm Ettinger, einem Freund des Vaters, der dar\u00fcber hinaus eine Filiale seiner Buchhandlung in Langensalza sowie Erfurt besa\u00df und Begr\u00fcnder der Akademischen Buchhandlung in Jena war. Ettingers Erfolg gr\u00fcndete sich vor allem auf die Herausgabe und den Vertrieb des Almanach de Gotha, einem genealogischen Handbuch des Adels. Beim Eintritt Matzdorffs in das Ettingersche Unternehmen war die \u00fcberaus rege Verlagsproduktion auf 400 Titel in 800 B\u00e4nden angewachsen.<br><br><b>Um 1790<\/b><br>Nach seiner R\u00fcckkehr nach Berlin \u00fcbernimmt Carl August Matzdorff neben der Buchbinderei den bereits durch den Vater begr\u00fcndeten Buchhandel; er f\u00fchrt dar\u00fcber hinaus ein Antiquariat, in dessen Sortiment sich B\u00fccher in verschiedenen europ\u00e4ischen Sprachen befinden. Friedrich Wilhelm II. privilegiert Matzdorff im Januar 1790 zum Verlags- und Sortimentsbuchh\u00e4ndler. Sein Verlagsprogramm beinhaltet neben lokalhistorischen und popul\u00e4rwissenschaftlichen vor allem belletristische Werke, aber auch Kinder- und Jugendliteratur.<br><br><b>1792<\/b><br>Christiane Friederike, eine von drei Schwestern Matzdorffs, heiratet Karl Philipp Moritz, dessen j\u00fcngerer Bruder Johann Christian Conrad zeitweise in Matzdorffs Verlag t\u00e4tig war.<br>Matzdorff gibt den \"Berlinischen Musenalmanachs\" heraus, dabei Mitarbeit\nseines Schwagers Karl Philipp Moritz.&nbsp; Auf dessen Empfehlung hin\nverlegt er den Roman \"Die unsichtbare Loge\" des jungen Jean Paul. Jean Paul erh\u00e4lt daf\u00fcr 200 Dukaten.<br><br><b>1794<\/b><br>Im August heiratet Carl August Matzdorff die in Magedeburg geborene Henriette von Faber (1763-1846).<br><br><b>\n1795<\/b><br>F\u00fcr den \"Hesperus\" von Jean Paul zahlt Matzdorff ein Honorar von 200 Talern.<br><br><b>1796<\/b><br>Geburt der Tochter Johann Caroline Pauline, deren Pate der Schriftsteller Jean Paul wird. Am 20. August erwidert Matzdorff auf die Gratulation des Schriftstellers: \u201eDen herzlichsten Gru\u00df und innigsten Dank f\u00fcr Ihren sch\u00f6nen Gl\u00fcckwunsch von meiner&nbsp; Frau (\u2026) Sie befindet sich nebst der kleinen Pauline vollkommen wohl, und w\u00fcnscht bald die Freude zu haben, den lieben Herrn Gevatter pers\u00f6nlich kennen zu lernen; ein Wunsch der, wie Sie wissen, schon lange von meinem ganzen Hause gewi\u00df aber am meisten von mir selber gehegt wird\u201c (IV 2, 224-225, Nr 132)<br><br><b>1798<\/b><br>Carl August Matzdorff wird zum Kommerzienrat ernannt. Im selben Jahr wird ein Sohn geboren.<br><br><b>1800<\/b><br>Im Fr\u00fchsommer h\u00e4lt sich Jean Paul f\u00fcr einen Monat in Berlin auf und wohnt bei seinem Verleger an der Stechbahn. Carl August Matzdorff, dessen Ehefrau Henriette sowie dessen Mutter Johanna Maria begleiten Jean Paul bei dessen vor\u00fcbergehenden R\u00fcckkehr nach Weimar am 24. Juni von Berlin bis Dessau. Gemeinsam wird ein Ausflug in das nahe gelegene, von der Elbe begrenzte `W\u00f6rlitzer Gartenreich\u00b4 unternommen, an dem auch die \u00e4lteste Tochter Johann Siegfried Wilhelm Mayers, die seit 1797 mit dem P\u00e4dagogen und Musikschriftsteller Johann Carl Gottlieb Spazier (1758-1805) verheiratete Johanne Caroline Wilhelmine Spazier (1776-1825), Jean Pauls sp\u00e4tere Schw\u00e4gerin, teilnimmt. Zur\u00fcck in Weimar blickt Jean Paul auf die bei Matzdorff verbrachten Wochen: \u201eDiese bunte Blumenzeit will mir nicht aus der Seele. Und Sie waren der G\u00e4rtner der Blumenbeete, aus denen ich mir so viel abris f\u00fcr meine linke Rokklappe. Wie erfreut sah ich endlich in einen ofnern Himmel\u201c (Berend III 4, 352 Nr 486 vom 12.7.1800).<br>F\u00fcr Jean Pauls Roman \"Titan\" zahlt der Verleger 6000 Taler Honorar.<br><br><b>1806 - M\u00e4rz 1807 <\/b><br>Wegen antifranz\u00f6sischer \u00c4u\u00dferungen in der Zeitschrift \"Der\nFreym\u00fcthige\" flieht Matzdorff kurz vor der Besetzung Berlins durch die\nFranzosen nach Riga<br><br><b>1810<\/b><br>Georg Andreas Reimer \u00fcbernimmt den Matzdorffschen Verlag und dessen Best\u00e4nde, w\u00e4hrend Carl August Matzdorff sich nach dem Tod des Vaters ausschlie\u00dflich dem auf ihn \u00fcbertragenen Amt des - prozentual am Gewinn beteiligten - Obereinnehmers der Preu\u00dfischen Zahlenlotterie widmet.<br>Er wird au\u00dferdem Distriktsdirektor der\nArmendirektion, Direktionsmitglied des Friedrichsstiftes, Kurator\nder Rotherschen Stiftung.<br><br><b>\n1815<\/b> <br>Nach dem Tod der Mutter kommt es zu Erbstreitigkeiten mit den\nGeschwistern. Matzdorff kauft in der Folge das Familienhaus an der\nStechbahn f\u00fcr 9360 Taler<br>\n<br><b>\n1823<\/b> <br>Matzdorff tritt die Lotterieeinahmestelle an seinen \u00e4lteren Sohn Carl Anton Matzdorff ab, der das Amt bis zu seinem Tod 1856 aus\u00fcbt.<br>\n<br><b>\n1825<\/b> <br>Matzdorff verkauft das Haus an der Stechbahn an seinen Sohn f\u00fcr 14 800 Taler<br>\n<br><b>\n1839<\/b><br>Matzdorff stirbt in Berlin.<br>\n<br><br>AM<br><br><b>Briefe:<\/b><br>Jean Pauls S\u00e4mtliche Werke, hg. von der Preu\u00dfischen Akademie der Wissenschaften in Verbindung mit der Akademie zur Wissenschaftlichen Erforschung und Pflege des Deutschtums (Deutsche Akademie) und der Jean-Paul-Gesellschaft, Abt. 3, Bd. 1-8: Briefe, hg. von Eduard Berend, Weimar: B\u00f6hlau, 1952-1964<br><br>Jean Pauls S\u00e4mtliche Werke, im Auftrag der Preu\u00dfischen Akademie der Wissenschaften begr\u00fcndet und hg. von Eduard Berend, Abt. 4: Briefe an Jean Paul, hg. von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften durch Norbert Miller<br>Bd. 2: 1794 \u2013 1797, hg. von Dorothea B\u00f6ck und J\u00f6rg Paulus, Berlin : Akad.-Verl., 2004<br><br><b>Sekund\u00e4rliteratur<\/b>:<br>Christoph K\u00f6hler: \"Dass keiner was unternehme, da\u00df blo\u00df ihm alle Vortheile, den andern aber Schaden bringt\": Carl Wilhelm Ettingers Verlagsunternehmen in Gotha. In: Der entfesselte Markt: Verleger und Verlagsbuchhandel im th\u00fcringisch-s\u00e4chsischen Kulturraum um 1800. Leipzig 2004, S. 107\u2013128<br><br>Harry Matzdorff: Die alte Stechbahn und ihre Bewohner (Aus\nFamilienpapieren). In: Zeitschrift des Vereins f\u00fcr die Geschichte\nBerlins. N.F. der \"Mitteilungen\" 53 (1936), H.4,&nbsp; S. 117-122.<br><br>Walter G.&nbsp;Oschilewski, Jean Paul in Berlin (1800\/1801), in: Hesperus&nbsp;27, 1964, S.&nbsp;22-24<br><br>\n","genealogie":"Vater: Carl Friedrich Matzdorff (1740-1809); Buchbinder, Buchh\u00e4ndler, Obereinnehmer der Preu\u00dfischen Zahlenlotterie\nMutter: Johanna Maria geborene Jenschofska (1738-1815)\nEhefrau: Henriette geborene von Faber aus Magdeburg (1763-1846)\nKinder: 1. Carl Anton (1792?-1856); 2. Johanna Caroline Pauline, verheiratete von Foller (1796-1856); 3. ? (1798-?)\nSchwester: Friederike Matzdorff\nSchwager: Karl Philipp Moritz","primaer":null,"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/5502\" class=\"link-hover text-primary\">Jean Paul und sein Verleger Carl August Matzdorff<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/5503\" class=\"link-hover text-primary\">Die alte Stechbahn und ihre Bewohner<\/a>"],"berlinaufenthalte":[],"fach":["Verleger","Buchh\u00e4ndler"],"institution":[],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}