
{"meta":{"meta-title":"Johann Gottfried Hempel < Personen","meta-description":"Johann Gottfried Hempel < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/474","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/474","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Johann Gottfried Hempel"},"count":{"lebensdaten":9,"namensformen":0,"genealogie":0,"biographie":1,"werke":0,"berlinaufenthalte":0,"register":2,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/474","text":"Johann Gottfried Hempel"}]},"data":{"id":474,"zusatz_id":474,"meta":{"meta-title":"Johann Gottfried Hempel < Personen","meta-description":"Johann Gottfried Hempel < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/474","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/474"},"title":"Johann Gottfried Hempel","nachname":"Hempel","vorname":"Johann Gottfried","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"02.10.1752","geburtsort":"Berlinchen\/Neumark","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"24.05.1817","sterbeort":"Berlin","sterbeland":null,"berufe":["Apotheker","Mediziner"],"vereine":[],"bekanntschaften":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/498\" class=\"link-hover text-primary\">Ignaz Aurelius Fe\u00dfler (Theologe, Publizist)<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/3966\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Heinrich Julius Staberoh (Apotheker)<\/a>"],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n <b>1752<br>\n <\/b> Johann Gottfried Hempel wird am 2. Oktober in Berlinchen in der\n Neumark geboren. <br>\n <br>\n Studium der Medizin. <br>\n <br>\n <b>1785<\/b> <br>\n Promotion (in Helmstedt). <br>\n <br>\n <b>1790<br>\n <\/b> Besitzer der Apotheke \"Zum Schwarzen Adler\". <br>\n <br>\n <b>1794<\/b> <br>\n Hempel wird Besitzer der L\u00f6wen-Apotheke. Neben einigen Aufs\u00e4tzen in Crells\n \"Chemischen Annalen\" verfasst Hempel die \"Abhandlungen \u00fcber die Natur der\n Pflanzens\u00e4uren und die Modifikationen, denen sie unterworfen sind; nebst\n einer chemischen Untersuchung der Winter- und Sommereiche\". <br>\n <br>\n <b>1802<br>\n <\/b> Hempel erwirbt das leerstehende und bauf\u00e4llige Schlo\u00df Oranienburg f\u00fcr\n 12.000 Taler. Der bis zu diesem Zeitpunkt als Fabrikant wenig beschlagene\n Hempel richtet im Schlo\u00df eine Kattunweberei ein. Vertraglich verpflichtet er\n sich die Baumwollfabrik 15 Jahre lang mit 50 Webst\u00fchlen zu betreiben. Der\n Kontrakt wird 1803 rechtskr\u00e4ftig. Unter den Umbauma\u00dfnahmen leiden Schlo\u00df und\n Garten. Gro\u00dfe Teile der Einrichtung werden nach Berlin und Charlottenburg\n verkauft, die Parkanlage sowie die gro\u00dfe Allee m\u00fcssen Baumwollfeldern\n weichen.<br>\n <br>\n <b>1804<\/b><br>\n Wegen mangelnder Auftragslage werden vier Webst\u00fchle stillgelegt.<br>\n <br>\n <b>1805<br>\n <\/b> Hempels Wusch, den Vertrag aufzul\u00f6sen wird von seiten des\n General-Fabriken-Departements nicht entsprochen.<br>\n <b><br>\n 1807<br>\n <\/b> Infolge der franz\u00f6sischen Besatzung mu\u00df Hempel die Kattunweberei\n schlie\u00dfen. Der franz\u00f6sischen Besatzung dient die Fabrik als Gefangenenlager\n f\u00fcr preu\u00dfische Soldaten.<br>\n <br>\n <b>1809<br>\n <\/b> Nach der Zerst\u00f6rung der Webst\u00fchle wird Hempel das Schlo\u00df gegen eine\n Geb\u00fchr von 2000 Talern als Besitz \u00fcberschrieben. Das Departement l\u00f6st damit\n den Vertrag mit Hempel auf, da es f\u00fcr ihn keine Perspektiven sieht,\n angesichts der Kontinentalsperre Gewinn zu erwirtschaften.<br>\n <br>\n <b>1810<br>\n <\/b> Die S\u00e4ulen des Treppenhauses werden nach Charlottenburg gebracht und im\n Mausoleum der verstorbenen K\u00f6nigin Luise verarbeitet.<br>\n <br>\n <b>1814<br>\n <\/b> Hempel gr\u00fcndet gemeinsam mit Johann Heinrich Staberoh eine Chemiefabrik\n im Schlo\u00df Oranienburg. Die Fabrik produziert u.a. Schwefels\u00e4ure, was der\n \u00fcbrig gebliebenen Dekoration im Schlo\u00df erheblichen Schaden zuf\u00fcgt.<br>\n <br>\n <b>1817<br>\n <\/b> Tod Hempels im Alter von 64 Jahren. <br>\n <br>\n <b>1821<br>\n <\/b> Hempels Sohn \u00fcbernimt die Fabrik und erweitert sie. 1832 wird der\n Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge technischer Direktor der Fabrik. Gro\u00dfe\n Teile des Schlosses fallen 1833 und 1842 Br\u00e4nden zum Opfer. Nach der\n Schlie\u00dfung der Fabrik beginnt in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts der\n Wiederaufbau des Schlosses.<br>\n <br>\n Theodor Fontane schildert in seinen \"Wanderungen\" den Wandel vom Schlo\u00df zur\n Fabrik: <i>\"1802 wurde der pr\u00e4chtige Bau, dessen zahlreiche Deckengem\u00e4lde\n allein ein bedeutendes, wenn auch freilich totes Kapital repr\u00e4sentierten,\n f\u00fcr 12.000 Thaler mit all und jeglichem Zubeh\u00f6r verkauft und der K\u00e4ufer nur\n zur Herausgabe der Eingangs erw\u00e4hnten vier Japsis- und vier Marmors\u00e4ulen (im\n Treppenhaus) verpflichtet. Schlo\u00df Oranienburg wurde eine Kattun-Manufaktur.\n Wo die Edeldamen auf Tabourets von rotem Dammast gesessen und den\n Vorlesungen des alten Poellnitz gelauscht hatten, w\u00e4hrend die K\u00f6nigin Mutter\n Goldf\u00e4den aus alten Brokaten zog, klapperten jetzt die Webst\u00fchle und l\u00e4rmte\n der allt\u00e4gliche Betrieb. Aber noch tristere Tage kamen, Krieg und Feuer, bis\n endlich in den zwanziger Jahren ein chemisches Laboratorium, eine\n Schwefels\u00e4urefabrik, hier einzog. Die Schwefeld\u00e4mpfe \u00e4tzten und beizten den\n letzten Rest alter Herrlichkeit hinweg. Ich entsinne mich der Jahre, wo ich\n als Kind dieses Weges kam und von Platz und Br\u00fccke aus \u00e4ngstlich nach dem\n unheimlichen Bau her\u00fcberblickte, der, grau und verkommen, in Qualm und Rauch\n dalag, wie ein Gef\u00e4ngni\u00df oder Landarmenhaus, aber nicht wie der\n Lieblingssitz Friedrich I.\" (Fontane 2001, S.41 f.)<br>\n <\/i> Was Fontane bei aller Modernit\u00e4tsschelte leider nicht erw\u00e4hnt, ist der\n von den Zeitumst\u00e4nden aufs gl\u00fccklichste beeinflu\u00dfte Gesch\u00e4ftssinn des\n dilletatischen Fabrikanten Johann Gottfried Hempels.<i><br>\n <br>\n <\/i> <b><br>\n Verwendete Literatur:<\/b><i><br>\n <br>\n <\/i> Fontane, Theodor: Schlo\u00df Oranienburg. Aus den Wanderungen durch die\n Mark Brandenburg. Hrsg. von Hanna Delf von Wolzogen und Hans Joachim\n Giersberg. Potsdam: Stiftung preu\u00dfische Schl\u00f6sser und G\u00e4rten 2001.<br>\n <br>\n <br>\n SH<br>\n <i><br>\n <br>\n <\/i> <br>\n <br>\n <br>\n <br>\n <br>\n ","genealogie":"","primaer":null,"sekundaer":null,"berlinaufenthalte":[],"fach":["Pharmazie"],"institution":[],"ort":[],"verein":["Freimaurerloge \"Royal York de L' Amit\u00e9"],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}