
{"meta":{"meta-title":"Elisabeth Amalie Julie Vo\u00df < Personen","meta-description":"Elisabeth Amalie Julie Vo\u00df < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4844","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/4844","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Elisabeth Amalie Julie Vo\u00df"},"count":{"lebensdaten":12,"namensformen":1,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":0,"berlinaufenthalte":0,"register":0,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4844","text":"Elisabeth Amalie Julie Vo\u00df"}]},"data":{"id":4844,"zusatz_id":4844,"meta":{"meta-title":"Elisabeth Amalie Julie Vo\u00df < Personen","meta-description":"Elisabeth Amalie Julie Vo\u00df < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4844","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/4844"},"title":"Elisabeth Amalie Julie Vo\u00df","nachname":"Vo\u00df","vorname":"Elisabeth Amalie Julie","lexikal-name":"Vo\u00df, Julie","titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"von","geburtsdatum":"24.07.1766","geburtsort":"Buch","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"weiblich","konfession":"reformiert?","sterbedatum":"25.03.1789","sterbeort":"Berlin","sterbeland":null,"berufe":["Hofdame"],"vereine":[],"bekanntschaften":{"1":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4863\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Wilhelm II. Preu\u00dfen (K\u00f6nig von Preu\u00dfen)<\/a>","0":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/529\" class=\"link-hover text-primary\">Sophie Marie Vo\u00df (Oberhofmeisterin)<\/a>"},"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":"  Nachname:  Ingenheim   Adelstitel: Gr\u00e4fin  Adelspr\u00e4dikat: von","lebenslauf":"<b>1766<\/b><br>\nElisabeth Amalie von Vo\u00df wird am 24. Juli als Tochter des Geheimen\nJustizrates Friedrich Christoph Hieronymus von Vo\u00df in Buch, n\u00f6rdlich\nvon Berlin geboren. Sie ist die Nichte des Kabinettsministers Karl\nWilhelm Graf von Finckenstein.<br>\n<br>\n<b>1783<\/b><br>\nAnstellung als Hofdame der Gemahlin Friedrichs II. und K\u00f6nigin Elisabeth Christine am Sch\u00f6nhauser Hof.<br>\n<br>\n<b>1784<\/b><br>\nGlaubt man dem Tagebuch ihrer Tante, der ebenfals als Hofdame\nangestellten Sophie Marie von Vo\u00df, macht Elisabeth Amalie, genannt\nJulie, bei ihrem ersten h\u00f6fischen Auftritt gro\u00dfen Eindruck auf den\nKronprinzen Friedrich Wilhelm II.: <i>\"Julie\ngef\u00e4llt dem Prinzen mehr als mir lieb ist. Er spricht viel von ihr. Ich\nf\u00fcrchte, sie ist nicht unempfindlich f\u00fcr seine Bewundrung, und sie wird\nsich durch ein solches Gef\u00fchl nur selbst ungl\u00fccklich machen\". <\/i>Einige Wochen sp\u00e4ter hei\u00dft es: <i>\"Die Prinzessin von Preu\u00dfen ist eifers\u00fcchtig auf Julie\" (zitiert nach Fontane 2001, S. 177).<br>\n<br>\n<\/i><b>1786<\/b><br>\nDie Besuche des Kronprinzen am Sch\u00f6nhauser Hof h\u00e4ufen sich auff\u00e4llig. Das Tagebuch der Tante vermerkt: <i>\"Der\nPrinz kommt ewig zur K\u00f6nigin, was soll man tun? Es wird immer schlimmer\nmit ihm, und Julie dauert mich furchtbar. Mir scheint seine\nLeidenschaft t\u00e4glich zu steigen. Er kommt jetzt oft f\u00fcr den ganzen Tag\nnach Sch\u00f6nhausen und hat nur das einzige im Kopf\" (Fontane 2001, S.\n178).<\/i><br>\nNach dem Tod Friedrich II. und der Amts\u00fcbernahme durch den Kronprinzen\nwerden Friedrich Wilhelms Werbungsversuche bei Julie immer konkreter.\nSie selbst reagiert z\u00f6gerlich, aber nicht ablehnend. Die neue K\u00f6nigin Frederike\nLuise scheint sich mit der Liason abzufinden. Auch Madame Ritz, die\nVertraute des K\u00f6nigs und seine beste Freundin billigt die\nBeziehung. Nur Julies Tante formuliert ihr Unbehagen: <i>\"Das Benehmen des K\u00f6nigs ist unverzeihlich\" (Fontane 2001, S. 181).<br>\n<\/i>Um der Beziehung einen halbwegs offiziellen Rahmen zu geben bringt\nder Berater des K\u00f6nigs Johann Christian Woellner die morganatischen Ehe\nin Gespr\u00e4ch und schl\u00e4gt vor, Julie von Vo\u00df dem K\u00f6nig \"zur linken Hand\"\nanzutrauen. Die Praxis der morganatischen Hochzeit ist im\nabsolutistischen Zeitalter nicht un\u00fcblich und dient dazu, die\nVerh\u00e4ltnisse mit M\u00e4tressen zu legalisieren. Aus morganatischen Ehen\nlassen sich keine dynastischen Rechte ableiten. Julie willigt nach einigem Z\u00f6gern schlie\u00dflich ein.<br>\n<br>\n<b>1787<\/b><br>\nNachdem die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit ausger\u00e4umt, und ein Prediger gefunden\nist, der sich bereit erkl\u00e4rt, die Ehe zu trauen, heiraten Friedrich Wilhelm\nII. und Julie von Vo\u00df im Mai in der Charlottenburger Schlo\u00dfkapelle. Die\nTrauung nimmt der reformierte Prediger Johann Friedrich Z\u00f6llner, Diakon\nan der Berliner Marienkirche, vor. Eine j\u00e4hrliche Zahlung von 300\nTalern, sowie die Zusicherung einer Probststelle verwischen die letzten\nZweifel des Geistlichen. Die fragw\u00fcrdige Eheschlie\u00dfung wirkt sich nicht\nnachteilig auf seine Karriere aus. 1788 wird er Spaldings Nachfolger\nan der Nikolaikirche. <br>\nDa sich Friedrich Wilhelm II. mit der Eheschlie\u00dfung zur Linken zu ihr\nbekennt, und auch die K\u00f6nigin einwilligt, sind Julies Auflagen erf\u00fcllt.\nNur in einem Punkt kann sie sich nicht durchsetzen: Ihre Forderung,\nMadame Ritz samt ihrer Kinder nach Litauen zu verbannen, verweigert\nFriedrich Wilhelm II. Julie und Madame Ritz pflegen eine intime Feindschaft. <br>\nDas moralische Gewissen des Hofes ist einmal mehr Julies Tante, die in ihrem Tagebuch vermerkt: \"<i>Meine\nNichte sagte mir heute unter Tr\u00e4nen, seit acht Tagen sei sie mit dem\nK\u00f6nig heimlich getraut, bat mich aber, es zu verschweigen. Es betr\u00fcbt\nmicht tief, und ich kann mich mit dem besten Willen eines Gef\u00fchls von\nAbscheu und Widerwillen gegen eine Sache nicht erwehren, die so\nunerlaubt ist, man mag an Scheingr\u00fcnden daf\u00fcr angeben, was man will.\nIhr Gewissen wird es ihr schon genugsam sagen und wird nicht wieder\nruhig werden. - Sie hat lange wiederstanden, aber sie liebt den K\u00f6nig\nleidenschaftlich, und nachdem sie ihm ihr Herz gegeben hatte, lie\u00df sie\nsich vollends von ihm \u00fcberreden. Trotz ihres schweren Fehltritts bleibt\nsie dennoch ein edler, der Achtung nicht unwerter Charakter, und ich\nwei\u00df wohl, sie ist zu rechtsschaffen, als da\u00df sie nach einem solchen\nFall jemals wieder gl\u00fccklich sein k\u00f6nnte (Fontane 2001, S. 182).<br>\n<\/i>Im selben Jahr wird Julie zur Gr\u00e4fin von Ingenheim ernannt. Der\nTitel soll ihr mehr Anerkennung verschaffen. Ihr Bruder wird Staatsminister. Sie wohnt fortan im\nCharlottenburger Schlo\u00df. Im Dezember erleidet Julie eine Fehlgeburt.<br>\n\n\n<br>\n<b>1789<\/b><br>\nAm 2. Januar kommt Julies Sohn zur Welt. In Anwesenheit des K\u00f6nigs wird\ner auf den Namen Gustav Adolph Wilhelm getauft. Paten werden der\nk\u00f6nigliche Berater Bischofswerder und Julies Tante. Sie selbst erholt\nsich jedoch zu langsam von der Geburt. Im Fr\u00fchjahr erleidet Julie einen\nschweren R\u00fcckfall und verstirbt in der Nacht des 25. M\u00e4rz. Die Diagnose\nlautet Lungentuberkulose. Der Verdacht, Madame Ritz habe Julie\nvergiftet erweist sich als grundlegend falsch. Ein Brief an\nBischofswerder dokumentiert die\ntiefe Trauer des K\u00f6nigs, der seine \"Frau zur Linken\" aller Widerst\u00e4nde\nzum Trotz sehr geliebt hat: <i>\"Mit der lieben Verstorbenen habe ich\nmein ganzes weltliches Gl\u00fcck verloren, sie war mein Trost und Freude in\nmeiner so m\u00fchseligen weltlichen Lage; ich bin auch seit dem\nungl\u00fccklichen Tag ihres Hintrittes ganz traurig und melancholisch und\nder Welt recht \u00fcberdr\u00fcssig, und wenn mir die religion nicht st\u00fctzte, so\nm\u00fc\u00dfte ich verzweifeln\" (zitiert nach Bringmann 2001, S. 126).<br>\n<\/i>\nJulies Tante best\u00e4tigt die Stimmung in ihrem Tagebuch: <i>\"Der K\u00f6nig\nwar in Verzweiflung und konnte sich nicht tr\u00f6sten und beruhigen. Auch\ngebrach es nicht an allgemeiner Teilnahme, ja das Volk wollte sichs\nnicht ausreden lassen, da\u00df sie durch ein Gla\u00df Limonade vergiftet worden\nsei, weshalb der K\u00f6nig, als er von diesem Verdachte h\u00f6rte, die\nObduktion befahl. Diese bewies die Grundlosigkeit dieses Ger\u00fcchtes;\nihre Lunge war krank und daran ist sie gestorben\" (Fontane 2001, S.\n185).<\/i><br>\nJulis Leiche wird in Buch bestattet. Bis zu seinem Tod ist der 25. M\u00e4rz\nf\u00fcr Friedrich Wilhelm II. ein Trauertag. Der Schmerz hindert ihn aber\nnicht, den Verlust der Geliebten mit einer weiteren \"Ehe zur Linken\"\nauszugleichen: 1790 heiratet Friedrich Wilhelm II. erneut morganatisch\ndie sch\u00f6ne Hofdame Sophie Juliane Gr\u00e4fin von D\u00f6nhoff. Die Trauung nimmt der ge\u00fcbte Prediger Z\u00f6llner vor.<br>\n<br>\n<br>\n<br>\nMirabeuau schrieb \u00fcber Julie von Vo\u00df nicht gerade schmeichelhaft:<i>\n\"Fr\u00e4ulein Vo\u00df besitzt einen gewissen nat\u00fcrlichen Verstand und einige\nBildung, aber eher Manien als Willens\u00e4u\u00dferungen, sie bem\u00fcht sich, ihr\nsehr linkisches Wesen durch durch den Anschein von Naivit\u00e4t zu\nverbessern. Sie ist h\u00e4\u00dflich in hohem Grade, Grazie hat sie nicht, sie\nhat nur den Teint des Landes... Sie besitzt eine sch\u00f6ne B\u00fcste. Ihre\nVestalinnenstrenge hat den K\u00f6nig verf\u00fchrt. Sie findet es l\u00e4cherlich,\neine Deutsche zu sein, spricht etwas englisch und ist eine Anglomanin,\nwelche meint, es geh\u00f6re nicht zum guten Tone, die Franzosen zu lieben\"\n(zitiert nach Neumann 1997, S. 79).<br>\n<\/i>\n<br>\nTheodor Fontane benutzte andere Quellen und kommt zu einer anderen\nSichtweise: <i>\"Julie von Vo\u00df war eine Sch\u00f6nheit im Genre Tizians, schlank\nund voll zugleich, von sch\u00f6nen Formen und feinen Z\u00fcgen, blendend, aber\nvon einer marmor\u00e4hnlichen Bl\u00e4sse, die noch durch ein \u00fcberaus reiches\nr\u00f6tlichblondes Haar gehoben wurde. Bei Hof hatte sie den Beinamen\nCeres, sehr wahrscheinlich um dieses \u00fcppigen goldnen Haares willen\n(...). Es pa\u00dfte zu dieser Erscheinung, da\u00df sie eine Vorliebe f\u00fcr alles\nEnglische und eine Abneigung gegen alles Franz\u00f6sische hatte, was ihr\ndenn auch seitens der franz\u00f6sischen Memoirenschriftsteller jener\nEpoche, Mirabeau an der Spitze, nachgetragen wurde. Der ihr oft\ngemachte Vorwurf der \"Anglomanie\" traf sie jedoch durchaus nicht; sie\nvermied es nur nach M\u00f6glichkeit, sich der damals allgemein \u00fcblichen\nfranz\u00f6sischen Sprache zu bedienen\" (Fontane 2001, S. 176).<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<\/i><b>Verwendete Literatur:<\/b><i><br>\n<br>\n<\/i>Wilhelm Bringmann:<i> Preu\u00dfen unter Friedrich Wilhelm II. (1786-1797). <\/i>Frankfurt a.M. u.a.: Lang 2001.<br>\n<br>\nTheodor Fontane: <i>Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Bd. 4: Spreeland<\/i>. Hrsg. von Gotthard Erler und Rudolf Mingau. Berlin: Aufbau 2001.<br>\n<br>\nHans-Joachim Neumann: <i>Friedrich Wilhelm II. Preu\u00dfen unter den Rosenkreuzern.<\/i> Berlin: edition q 1997<br>\n<i><br>\n<br>\n<\/i><br>\nSH<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n\n","genealogie":"Vater: Friedrich Christoph Hieronymus von Vo\u00df, geheimer Justizrat\nMutter: Amalie Ottilia von Vieregg\nSohn: Gustav Adolf (1789\u20131855)\nBruder: Otto Carl Friedrich von Vo\u00df (1755 - 1823)","primaer":null,"sekundaer":null,"berlinaufenthalte":[],"fach":[],"institution":[],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}