
{"meta":{"meta-title":"Friedrich Wilhelm II. Preu\u00dfen < Personen","meta-description":"Friedrich Wilhelm II. Preu\u00dfen < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4863","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/4863","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Friedrich Wilhelm II. Preu\u00dfen"},"count":{"lebensdaten":11,"namensformen":3,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":0,"berlinaufenthalte":0,"register":0,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4863","text":"Friedrich Wilhelm II. Preu\u00dfen"}]},"data":{"id":4863,"zusatz_id":4863,"meta":{"meta-title":"Friedrich Wilhelm II. Preu\u00dfen < Personen","meta-description":"Friedrich Wilhelm II. 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Preu\u00dfen","nachname":"Preu\u00dfen","vorname":"Friedrich Wilhelm II.","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"von","geburtsdatum":"25.09.1744","geburtsort":"Berlin","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"evangelisch","sterbedatum":"16.11.1797","sterbeort":"Potsdam","sterbeland":null,"berufe":["K\u00f6nig von Preu\u00dfen"],"vereine":[],"bekanntschaften":{"2":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/734\" class=\"link-hover text-primary\">Hans Rudolf Bischoffwerder (General, Politiker)<\/a>","3":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/834\" class=\"link-hover text-primary\">Carl Gontard (Architekt)<\/a>","4":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4170\" class=\"link-hover text-primary\">Gustav Adolph Moritz Wilhelm Ingenheim (Wirkl. 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Er ist der erste\nSohn von August Wilhelm, dem j\u00fcngeren Bruder des K\u00f6nigs Friedrich II., und\nLouise Amalie, der Tochter des Herzogs von Braunschweig-L\u00fcneburg-Bevern. Da\nFriedrich II. kinderlos ist, f\u00e4llt die Thronfolge seinem j\u00fcngeren Bruder, bzw.\ndessen Nachkommen zu. <br>\n<br>\n<b>1747<\/b><br>\nSeit seinem dritten Lebensjahr wird Friedrich Wilhelm von den Eltern getrennt\naufgezogen. Die Erziehung des Thronfolgers \u00fcbernimmt Friedrich II. pers\u00f6nlich\nund plant sie akribisch: Er ernennt den Schweizer Nicolas Beguelin, Lehrer an\nJoachimthalschen Gymnasium in Berlin, auf Empfehlung des Pr\u00e4sidenten der\nAkademie der Wissenschaften zum Prinzenerzieher. Mit f\u00fcnf Jahren kann Friedrich\nWilhelm lesen und schreiben. <br>\n<br>\n<b>1751<\/b><br>\nAdrian Heinrich von Borcke, Major in preu\u00dfischen Diensten, wird Friedrich\nWilhelms Lehrer f\u00fcr das Milit\u00e4rwesen. Friedrich II. dr\u00e4ngt auf seine\nmilit\u00e4rische und historische Bildung, w\u00e4hrend er es Friedrich Wilhelm selbst\n\u00fcberl\u00e4\u00dft, ob er Sprachen oder Musik erlernen m\u00f6chte. Zum Leidwesen des K\u00f6nigs\ninteressiert sich der Thronfolger weniger f\u00fcr das Soldatenleben als f\u00fcr die\nMusik. Besonders das Cellospiel hat es Friedrich Wilhelm angetan. Friedrich II.\nersetzt von Borcke durch den strengeren Lehrer Christian Ludwig von Kalckstein.\n<br>\n<br>\n<b>1757<\/b><br>\nDer Hofstaat zieht nach Magdeburg, um bei einer Niederlage im Siebenj\u00e4hrigen\nKrieg der Gefangenschaft zu entgehen. Die Entfremdung zwischen dem K\u00f6nig und\nseinem Neffen macht sich bemerkbar. Nicht alle Mitglieder der Familie hei\u00dfen\ndie Strenge Friedrichs II. gut.<br>\n<br>\n<b>1758<\/b><br>\nWilhelm August stirbt am 12. Juni im Alter von 36 Jahren. Nach dem Tod seines\nVaters verschlechtert sich Friedrich Wilhelms Beziehung zu seinem Onkel. Durch\nVerleihung des Titels \"Prinz von Preu\u00dfen\" wird Friedrich Wilhelm am\n14. Dezember als Nachfolger Friedrichs II. designiert.<br>\n<br>\n<b>1760 bis 1761<\/b><br>\nDer fast einj\u00e4hrige Aufenthalt Friedrich Wilhelms im k\u00f6niglichen Witerquartier\nbei Leipzig \u00e4ndert am beiderseitig schlechten Verh\u00e4ltnis wenig.<br>\n<br>\n<b>1762<\/b><br>\nVon Fr\u00fchjahr bis Herbst wird Friedrich Wilhelm ins Hauptquartier nach Breslau\nberufen.<br>\n<br>\n<b>1763<\/b><br>\nFriedrich Wilhelm nimmt an der Belagerung und Wiedereroberung von Schweidnitz\nteil. Seine soldatischen F\u00e4higkeiten sind keinesfalls schlecht und Friedrich\nII. ist mit dem Neffen zufrieden. Er beruft Friedrich Wilhelm an die Spitze\neines Potsdamer Infanterieregiments. Das Kabinettshaus am Neuen Markt dient dem\nPrinzen als Wohnung.<br>\n<b><br>\n1764<br>\n<\/b>Im Potsdamer Haus des polnischen Grafen Matuschka lernt der 20 j\u00e4hrige\nPrinz die knapp 12 j\u00e4hrige Wilhelmine Encke kennen. Er verliebt sich in die\nh\u00fcbsche Tochter des Stabstrompeters der Berliner Hofkapelle und Kneipenwirts\nElias Encke.<br>\n<b><br>\nAb 1765<\/b><br>\nFriedrich II. f\u00fchrt seinen Thronfolger in die Politik ein, nimmt ihn zu\nkaiserlichen Empf\u00e4ngen und zu Inspektionsreisen mit. Auch wenn Friedrich\nWilhelm gemeinsam mit dem ber\u00fcmten Cellisten Jean Pierre Duport Konzerte in\nSanssouci geben darf, leben er und sein Onkel in verschiedenen Welten. Es\nmi\u00dflingt beiderseitig, Interesse f\u00fcr Talent und Arbeit des Anderen zu wecken.\nFriedrich hatte selbst unter einem strengen Vater gelitten. Um es diesem nicht\ngleichzutun, beginnt er Friedrich Wilhelm zu meiden - mit der Folge\nunzul\u00e4nglicher Vorbereitung des Thronfolgers auf sp\u00e4tere Regierungsgesch\u00e4fte.<i><br>\n<\/i>Wenig Verst\u00e4ndnis bringt der in dieser Hinsicht asketische K\u00f6nig Friedrich\nWilhelms Frauenbekanntschaften entgegen. Aff\u00e4ren mit Schauspielerinnen und die\nLiebe zu Wilhelmine erregen seine Besorgnis. Aber weder Friedrich noch seine Spione\nk\u00f6nnen die nicht standegem\u00e4\u00dfe Beziehung unterbinden. Auch die auf k\u00f6niglichen\nBefehl veranlasste Hochzeit Friedrich Wilhelms mit seiner Cousine Elisabeth von\nBraunschweig Wolfenb\u00fcttel \u00e4ndert daran nichts. <br>\n<i><br>\n<\/i><b>1766<\/b><br>\nFriedrich Wilhelm schickt \"Minchen\", wie er Wilhelmine liebevoll\nnennt, zur gesellschaftlichen Bildung nach Paris.<br>\n<br>\n<b>1767<\/b><br>\nAm 17. Mai kommt Friedrich Wilhelms und Elisabeths Tochter Frederike zur Welt.<br>\n<br>\n<b>1769<\/b><br>\nW\u00e4hrend der Kronprinz seine Beziehung zu Wilhelmine aufrechterh\u00e4lt, wird eine\nAffaire seiner Gemahlin Elisabeth zum Trennungsgrund. Im April wird die Ehe\ngeschieden und Elisabeth nach K\u00fcstrin verbannt. F\u00fcr Wilhelmine bedeutet die\nScheidung einen Erfolg. Sie ist nun offizielle M\u00e4tresse des Kronprinzen.<br>\nAm 14. Juli heiratet Friedrich Wilhelm erneut. Die Wahl f\u00e4llt auf die\nPrinzessin Frederike Luise von Hessen-Darmstadt. Sie hat gegen die Beziehung zu\nWilhelmine keine Einw\u00e4nde.<br>\n<br>\n<b>1770<\/b><br>\nDer zuk\u00fcnftige Thronfolger, Friedrich Wilhelm III., wird als erstes Kind von\nFriedrich Wilhelm und Frederike geboren. Auch Wilhelmine bekommt ein Kind vom\nThronfolger, eine Tochter. Der Kronprinz gew\u00e4hrt seiner M\u00e4tresse eine Pension\nvon 3000 Talern im Jahr und erwirbt f\u00fcr sie ein Gut in Charlottenburg.\nFriedrich II. lernt Wilhelmine im Park von Sassouci zuf\u00e4llig kennen und findet\nsie sympathisch. <br>\n<br>\n<b>1772<\/b><br>\nAm 31. August Geburt des zweiten Kindes von Friedrich Wilhelm und Frederike\nLuise. Die Tochter erh\u00e4lt den Namen Friederike Christine Amalie Wilhelmine.\nFriedrich Wilhelm tritt den Freimaurerlogen \"Zu den drei Degen\" (Halle)\nund \"Zu den drei Goldenen Schl\u00fcsseln\" (Berlin) bei.<br>\n<br>\n<b>1773<\/b><br>\nDie Tochter Wilhelmine stirbt einj\u00e4hrig. Am 5. November Geburt des zweiten\nSohnes des Kronprinzenpaares Prinz Friedrich Ludwig Karl.<br>\n<br>\n<b>1774<\/b><br>\nAm 5. M\u00e4rz wir die zweite gemeinsame Tochter mit Wilhelmine Encke, Ulrike\nSophie Wilhelmine geboren, die bereits am 5. September stirbt. Am 18. November\nGeburt der zweiten Tochter des Kronprinzenpaares. Das M\u00e4dchen wird wiederum auf\nden Namen Wilhelmine getauft. <\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><o:p>&nbsp;<\/o:p><\/p>\n\n<p class=\"MsoNormal\"><b style=\"\">1777<o:p><\/o:p><\/b><\/p>\n\n<span style=\"font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;\">Am 25. August Geburt einer gemeinsamen Tochter mit Wilhelmine Encke.\nChristiane Sophie Friederike von L\u00fctzenburg stirbt bereits am 31. August. Am\n29. November Totgeburt eines Prinzen.<br>\n<br>\n<b>1778<\/b><br>\nAm 4. Januar bringt Wilhelmine den Sohn Friedrich Wilhelm Moritz Alexander von\nder Mark Alexander zur Welt, das Lieblingskind von Friedrich Wilhelm. Friedrich\nWilhelm nimmt am bayrischen Erbfolgekrieg teil. W\u00e4hrend eines Feldlagers in\nB\u00f6hmen l\u00f6st eine spirituelle Erscheinung seine Hinwendung zum Gottesglauben und\nzum Mystizismus aus. <br>\n<br>\n<b>1779<\/b><br>\nMit dem Teschener Frieden endet im Mai der Bayrische Erbfolgekrieg. Hans Rudolf\nvon Bischoffwerder beeindruckt Friedrich II. w\u00e4hrend des Krieges, so dass er\nihn zum pers\u00f6nlichen Adjutanten des Thronfolgers Friedrich Wilhelm ernennt.\nBischoffwerder ist Mitglied des Rosenkreuzerordens in Preu\u00dfen, eines\nantiaufkl\u00e4rerischen Geheimbunds, der sich auf die urchristliche Bruderschaft um\nChristian Rosencreutz aus dem sp\u00e4ten 15. Jahrhundert beruft und stark mystisch\nund naturreligi\u00f6s ausgerichtet ist. Ein Plan des geheimnisvollen Ordens ist es,\ndie aufkl\u00e4rerischen Freimaurer in Preu\u00dfen zu unterwandern und sich ihres\nEinflusses zu bem\u00e4chtigen. <br>\n<br>\n<b>Ab 1780<\/b><br>\nBischoffwerder macht Friedrich Wilhelm mit seinem Ordensbruder Johann Christoph\nWoellner bekannt. Woellner ist Theologe, seit 1770 in Diensten des Prinzen\nHeinrich, des Bruders Friedrich II., und aktiver Rosenkreuzer. Gemeinsam\nversuchen sie, ihren Einflu\u00df auf den Thronfolger zu festigen und ihn f\u00fcr den\nOrden zu gewinnen. Als ersten Erfolg k\u00f6nnen sie die von ihnen angemahnte\nTrennung Friedrich Wilhelms von seiner M\u00e4tresse Wilhelmine verbuchen.&nbsp;\nAllerdings ist der Kronprinz nicht bereit, seine beste Freundin und Mutter\nseiner Kinder ganz aufzugeben, zumal sie im Februar ein drittes Kind, Marianne,\nvon ihm bekommt. Allerdings \u00e4ndert sich die Beziehung. Wilhelmine bleibt die\nFreundin und Vertraute Friedrich Wilhelms, den Platz als Geliebte nehmen andere\nein. Am 1. Mai Geburt von Auguste, der dritten Tochter des Kronprinzenpaares.<br>\n<br>\n<b>1781<\/b><br>\nAm 8. August tritt Friedrich Wilhelm in Leipzig in Anwesenheit Bischoffwerders,\nWoellners und den Oberen des Ordens Prinz August von Braunschweig-Oels den\nRosenkreuzern bei. Die Aufnahmezeremonie findet in Leipzig statt. Sein\nOrdensname lautet \"Ormesus Magnus\".<br>\nWilhelmine heiratet den Kammerherren Johannes Rietz. Ob die Hochzeit auf\nDr\u00e4ngen der Rosenkreuzer und\/oder Friedrich II. erfolgt, gilt als unsicher. Die\nin Falkensee von einem Laienprediger vollzogene Trauung ist jedoch nicht\nrechtskr\u00e4ftig.<br>\nAm 30. Dezember Geburt von Prinz Heinrich, dem dritten Sohn von Friedrich\nWilhelm und Prinzessin Frederike. Friedrich Wilhelm erwirbt das Punschelsche\nGut am Heiligen See in Potsdam. <br>\n<br>\n<b>1783<\/b><br>\nPrinz Friedrich Wilhelm Karl wird am 3. Juli als vierter Sohn des\nKronprinzenpaares geboren. <br>\n<br>\n<b>1786<\/b><br>\nAm 17. August stirbt Friedrich II. und Friedrich Wilhelm wird K\u00f6nig von\nPreu\u00dfen. Vor seinem Tod hat der K\u00f6nig die illegitimen Kinder Friedrich Wilhelms\nmit Wilhelmine Enckes in den Grafenstand erhoben. Der K\u00f6nig unternimmt eine\nHuldigungsreise durch die preu\u00dfischen Staaten.<br>\nFriedrich Wilhelm ordnet die Umgestaltung einiger R\u00e4ume im Neuen Schlo\u00df und in\nSanssouci an. Zudem beginnen die Planungen f\u00fcr das Marmorpalais und den Neuen\nGarten in Potsdam. Die Akademie der K\u00fcnste wird mit Unterst\u00fctzung des K\u00f6nigs\nreorganisiert und st\u00e4rker gef\u00f6rdert. Das franz\u00f6sischsprachige Theater am\nGendarmenmarkt erkl\u00e4rt Friedrich Wilhelm zum deutschen Nationaltheater.<br>\n<br>\n<b>1787<\/b><br>\nIm Mai geht Friedrich Wilhelm II. eine morganatische Ehe mit der Hofdame Julie\nvon Vo\u00df ein. Zudem erhebt er die Braut als Gr\u00e4fin Ingenheim in den Grafenstand.\nDie sogenannte \"Ehe zur linken Hand\" ist im Zeitalter des\nAbsolutismus ein gebr\u00e4uliches Mittel, Aff\u00e4ren und M\u00e4tressen zu legalisieren,\nohne da\u00df sich aus der Beziehung dynastische Verbindlichkeiten ableiten lassen.\nF\u00fcr das Haus Hohenzollern ist die morganatische Ehe Friedrich Wilhelms II. ein\nNovum. Die Trauung \u00fcbernimmt der Berliner Probst Johann Friedrich Z\u00f6llner. <br>\nAm 1. August stirbt Friedrich Wilhelms und Wilhelmine Enckes Sohn Graf\nAlexander von der Mark. Johann Gottfried Schadow verewigt das Lieblingskind des\nneuen K\u00f6nigs in einem ber\u00fchmten Grabmal, das in der Dorotheenst\u00e4dtischen Kirche\naufgestellt wird. In Potsdam beginnen die Bauarbeiten am Neuen Garten und am\nMarmorpalais. Auch in Berlin wird die Einrichtung der K\u00f6nigskammern im Stadtschlo\u00df\nneu geplant.<br>\nAm 13. September intervenieren preu\u00dfische Truppen in Holland, wo Prinz Wilhelm\nvon Oranien, der Schwager des preu\u00dfischen K\u00f6nigs, mit den St\u00e4nden im Konflikt\nsteht. Das Unternehmen, Friedrich Wilhelms erste au\u00dfenpolitische und milit\u00e4rische\nHandlung, wird ein Erfolg.<br>\nDie Aktivit\u00e4ten des Rosenkreuzerordens in Preu\u00dfen werden eingestellt.\nBischoffwerder und Woellner ziehen sich aus dem Orden zur\u00fcck. Neueren\nForschungen zufolge l\u00e4\u00dft sich die These, nach der unter der Regierung Friedrich\nWilhelms II. vor allem Rosenkreuzer im Staatsdienst Karriere gemacht h\u00e4tten,\nnicht halten. Nach Wilhelm Bringmann wurde<i> \"die Macht des Ordens (...)\nvon seinen zeitgen\u00f6ssischen Gegnern in der Publizistik weit \u00fcbertrieben\"\n(Bringmann 2001, S. 109).<br>\n<\/i><br>\n<b>1788<\/b><br>\nFriedrich Wilhelm ernennt Woellner zum Geheimen Staats- und Justizminister,\nsowie zum Chef des Geistlichen Departements. Dieser erl\u00e4sst am 9. Juli das\nReligionsedikt, das eine R\u00fcckkehr zum Christentum nach Luther anstrebt.\nGrunds\u00e4tzlich garantiert es Toleranz gegen\u00fcber allen Religionen und\nGlaubensrichtungen, gestattet den \u00f6ffentlichen Gottesdienst aber nur den\nchristlichen Konfessionen und den bislang geduldeten \"Sekten\". Zudem\nverpflichtet es, die christliche Lehre in Schulen und Kirchen strenger an die\n\"symbolischen B\u00fccher\" zu koppeln. Damit sind neben der Bibel die\nKatechismen Luthers, die Augsburger Konfession und ihre Apologie, sowie die\nKonkordienformel gemeint. Das Edikt beschneidet die freiz\u00fcgige und praxisnahe\nHandhabung der Religionsaus\u00fcbung und stellt sie unter das Diktat der Schriften\naus der Reformationszeit, die in der allt\u00e4glichen Arbeit f\u00fcr viele Geistlichen\nkeine Relevanz mehr haben. Die Hauptkritik am Edikt richtet sich gegen den\nEingriff in die Religionsaus\u00fcbung. F\u00fcr viele Pastoren in Preu\u00dfen galt unter\nFriedrich II., da\u00df es keine ewig verpflichtende, sondern ver\u00e4nderbare\nLehrordnungen gebe. Die Durchsetzbarkeit des Edikts stellen schon die\nZeitgenossen in Frage. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr das Ende des Jahres von Woellner\nerlassene Zensuredikt, das die Kontrolle der Presse in der Theorie versch\u00e4rfte,\nin der Praxis aber weniger streng durchgef\u00fchrt wird. Dennoch beintr\u00e4chtigen die\nEdikte das aufgekl\u00e4rte Klima in Preu\u00dfen. <br>\nMit k\u00f6niglichen Auftr\u00e4gen an junge K\u00fcnstler und Architekten&nbsp; beginnt in\nPreu\u00dfen das Zeitalter des Klassizismus: Johann Gottfried Schadow, Carl Gotthard\nLanghans, David Gilly und Asmus Jakob Carstens treten in preu\u00dfische Dienste.\nDer K\u00f6nig unterst\u00fctzt die Wandlung vom Rokoko zum Klassizismus ma\u00dfgeblich.<br>\n<br>\n<b>1789<\/b><br>\nAm 2. Januar Geburt des Grafen Gustav Adolf Wilhelm von Ingenheim, Sohn\nFriedrich Wilhelms und seiner Gemahlin zur linken Hand, der Gr\u00e4fin Ingenheim.\nSie selbst erholt sich nicht von der Geburt und stirbt am 25. M\u00e4rz. Tiefe\nTrauer des K\u00f6nigs.<br>\nAusbruch der Franz\u00f6sischen Revolution. Friedrich Wilhelm ordnet im Oktober die\nInvasion preu\u00dfischer Truppen in L\u00fcttich an.<br>\nIn Berlin und Potsdam werden die vom K\u00f6nig angeordneten Bauvorhaben\nvorangetrieben. Die K\u00f6nigin-Mutter-Kammern im Berliner Schlo\u00df werden\neingerichtet, im Charlottenburger Schlo\u00dfpark errichtet Carl Gotthart Langhans\ndas Belvedere. Die Tierarzneischule und das anatomische Theater werden erbaut.<br>\nMozart h\u00e4lt sich in Berlin und Potsdam auf, gibt Konzerte und musiziert mit dem\nK\u00f6nig.<br>\n<br>\n<b>1790<\/b><br>\nFriedrich Wilhelm nimmt die Leitung der preu\u00dfischen Politik wieder selbst in\ndie Hand. Dem leitenden Minister Ewald von Hertzberg stellt er Wilhelm von Schulenburg-Kehnert\nund Philipp von Alvensleben zur Seite. Es kommen B\u00fcndnisse mit Polen und dem\nOsmanischen Reich zustande. Unterzeichnung der Konvention von Reichenbach,\nwelche die Differenzen mit \u00d6sterreich ausr\u00e4umt und den F\u00fcrstenbund beendet.<br>\nFriedrich Wilhelm geht eine zweite morganatische Ehe ein. Die zweite Braut zur\nlinken Hand wird die Hofdame Sophie Friederike Gr\u00e4fin von D\u00f6nhoff. Die Trauung\nin der Charlottenburger Schlo\u00dfkapelle \u00fcbernimmt wieder der Probst Z\u00f6llner.\nWeder die morganatischen Ehen, noch sein Verh\u00e4ltnis zu Wilhelmine wirken zu\nLebzeiten negativ auf die Popularit\u00e4t des K\u00f6nigs. In der sp\u00e4teren Betrachtung\nseiner Regierungszeit werden ihm die f\u00fcr Preu\u00dfen untypischen Frauengeschichten\njedoch nicht verziehen. Bringmann konstatiert: <i>\"Nichts hat den Nachruf\nFriedrich Wilhelms mehr beeintr\u00e4chtigt, als diese sich selbst genehmigte\n\"Bigamie\". Diese Tatsache schlug die Bresche in das Ansehen des\nK\u00f6nigs, in die dann von Publizisten alle m\u00f6glichen weiteren Verunglimpfungen\nund Verdrehungen nachgeschoben werden konnten. Haase-Faulenorth bemerkt hierzu\ntreffend: \"H\u00e4tte er, wie August der Starke von Sachsen, im Vorbeifahren\nauf der Landstra\u00dfe dralle Bauernm\u00e4dchen in den Reisewagen gehoben - er h\u00e4tte\nweniger Aufmerksamkeit erregt. Denn man war allerhand gew\u00f6hnt. Aber er besa\u00df\nein wahres Geschick, durch seine Kompromi\u00dfschl\u00fcsse zwischen Begehren und\nBedenken jahrelang Gespr\u00e4chsstoff zu liefern\" (Bringmann 2001, S. 125\nff.).<\/i><br>\n<br>\n<b>1791<\/b><br>\nDie Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth, Besitz der fr\u00e4nkischen Hohenzollern,\nwerden an die preu\u00dfische Hauptlinie der Dynastie verkauft. Im August trifft\nFriedrich Wilhelm den neuen \u00f6sterreichischen Kaiser Leopold II. in Pillnitz.\nBeide sind daran interessiert, die beiderseitigen Konflikte aufzuheben und\ngemeinsam gegen das revolution\u00e4re Frankreich vorzugehen.<br>\n<br>\n<b>1792<\/b><br>\nAm 24. Januar wird Graf Friedrich Wilhelm von Brandenburg als Kind von\nFriedrich Wilhelm und seiner morganatischen Ehefrau Sophie Friederike geboren.\nDer K\u00f6nig trennt sich im Juni von der Gr\u00e4fin. Sie zieht auf ihr Gut Beerbaum in\nBrandenburg, wo sie 1838 stirbt. Der K\u00f6nig unternimmt eine Huldigungsreise\ndurch die Markgrafschaften Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth.<br>\nFriedrich Wilhelm geht ein B\u00fcndnis mit \u00d6sterreich gegen das revolution\u00e4re\nFrankreich ein, das darauf hin den Krieg erkl\u00e4rt. Bei den anf\u00e4nglichen\nmilit\u00e4rischen Erfolgen f\u00fchrt der K\u00f6nig seine Truppen, ebenso bei der Niederlage\nvon Valmy.<br>\n<br>\n<b>1793<\/b><br>\nDurch die zweite polnische Teilung kann Preu\u00dfen sein Gebiet um die Provinzen\nPosen, Gnesen, Kalisch, Danzig und Thorn erweitern.<br>\nDer Krieg gegen Frankreich h\u00e4lt an. Milit\u00e4rische Erfolge wechseln sich mit\nkleineren Niederlagen ab. Friedrich Wilhelm, der seit Monaten bei seinen\nTruppen im Westen weilt, verliert die Lust am Krieg, der zudem die Staatskasse\nstark beansprucht. Der K\u00f6nig kehrt im Herbst nach Berlin zur\u00fcck.<br>\nDie Gr\u00e4fin Sophie von Brandenburg, Tochter Friedrich Wilhelms und Sophie\nFriederike von D\u00f6nhoff, wird am 4. Januar geboren. Der K\u00f6nig begibt sich auf\neine Reise nach Posen.<br>\n<br>\n<b>1794<\/b><br>\nAm 1. Juli erfolgt die Einf\u00fchrung<b> <\/b>des Allgemeinen Landrechts. Die von\nden Juisten Carl Gottlieb Svarez, Ernst Ferdinand Klein und des Gro\u00dfkanzlers\nJohann Heinrich von Carmer entworfene Rechtsordnung ist die erste\nzusammenh\u00e4ngende und f\u00fcr alle preu\u00dfischen Staaten g\u00fcltige Kodifizierung des\nRechts.<br>\nMilit\u00e4rische Erfolge Frankreichs gegen die Koalition in Belgien, Holland und\ndem Rheinland. In Polen bricht ein Aufstand gegen die preu\u00dfische Herrschaft\naus. Der K\u00f6nig reist nach S\u00fcdpreu\u00dfen und Schlesien. Er nimmt an der Belagerung\nvon Warschau teil, kehrt am 18. September nach Berlin zur\u00fcck. Allm\u00e4hlicher\nGesundheitsverfall Friedrich Wilhelms. Er leidet unter Atemnot, Gichtanf\u00e4llen\nund einem Herzleiden.<br>\nBauaktivit\u00e4ten auf der Pfaueninsel und im Neuen Garten.<br>\n<br>\n<b>1795<\/b><br>\nPreu\u00dfen erh\u00e4lt durch die dritte Teilung Polens Masowien, Warschau und einige\nGebiete \u00f6stlich der Weichsel. <br>\nAm 5. April beendet der Frieden von Basel die Kriegshandlungen zwischen Preu\u00dfen\nund Frankreich. Preu\u00dfen schert damit aus der Koalition gegen Frankreich aus und\n\u00fcberl\u00e4\u00dft dem Land das linke Rheinufer. Die Verhandlungen leitet der sp\u00e4tere\nReformer und Staatskanzler Karl August von Hardenberg.<br>\nWilhelmine Rietz, nach wie vor die engste Vertraute des K\u00f6nigs, reist zur Kur\nnach Italien. Friedrich Wilhelm finanziert die Reise. <br>\n<br>\n<b>1796<\/b><br>\nDer Gesundheitszustand Friedrich Wilhelms verschlechtert sich zusehends. Eine\nKur nach Pyrmont im Juli und August bringt Besserung.<br>\nWilhelmine Rietz wird w\u00e4hrend ihrer Italienreise per Diplom am 28. April von\nFriedrich Wilhelm als Gr\u00e4fin Lichtenau in den Grafenstand erhoben. Nach ihrer\nR\u00fcckkehr wird sie offiziell am Hof vorgestellt und ist h\u00e4ufig an der Seite des\nK\u00f6nigs.<br>\nTod seines Sohnes Ludwig.<br>\n<br>\n<b>1797<\/b><br>\nEin weiterer Kuraufenthalt in Pyrmont verfehlt die erhoffte Wirkung. Dem K\u00f6nig\ngeht es immer schlechter. Dennoch vertraut der wundergl\u00e4ubige Friedrich Wilhelm\nlieber medizinischen Laien und selbsternannten Heilern aus dem\nRosenkreuzerumfeld als den Hof\u00e4rzten. Bischoffwerder unterrichtet den\nKronprinzen \u00fcber den Zustand des Patienten. Die ganzt\u00e4gige Pflege \u00fcbernimmt die\nGr\u00e4fin Lichtenau. Ein Schlaganfall verschlechtert den Zustand&nbsp; Friedrich\nWilhelms. Am 16. November erstickt der K\u00f6nig 58 j\u00e4hrig nach einem Krampfanfall.\nZuvor kommt es zur Vers\u00f6hnung zwischen der Gr\u00e4fin Lichtenau und der K\u00f6nigin Friederike\nLuise. Der Thronfolger und Sohn, Friedrich Wilhelm III., entzieht sich dem\nfamili\u00e4ren Friedensschlu\u00df.<br>\n<br>\n<br>\n<br>\nFriedrich Wilhelm II. wird besonders von der borussianischen\nGeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts als schwacher K\u00f6nig beschrieben. Der\nMakel der G\u00fcnstlings-, und M\u00e4tressenwirtschaft, der angebliche Einflu\u00df der\nRosenkreuzer auf die preu\u00dfische Politik, sowie Preu\u00dfens R\u00fcckzug aus der\nKoalition gegen Frankreich haften an ihm. <br>\nNeue Forschungen bewerten Friedrich Wilhelm anders. Er sei durch seinen Hang\nzum Mystizismus und den f\u00fcr Preu\u00dfen untypisch vielen Frauengeschichten ein\nunkonventioneller, aber keineswegs unf\u00e4higer oder erfolgloser K\u00f6nig gewesen.\nDurch die polnischen Teilungen vergr\u00f6\u00dfert sich Preu\u00dfen sogar. Politisch agierte\ner nach friderizianischem Vorbild, der Frieden von Basel beschert dem Land eine\nelfj\u00e4hrige Friedensphase, in der Berlin w\u00e4chst und Preu\u00dfens Kultur gedeiht. <br>\nFriedrich Wilhelm tritt als Nachfolger Friedrich des Gro\u00dfen ein schweres Erbe\nin einer Zeit des politischen und kulturellen Wandels an. Politisch ist er dem\nSp\u00e4tabsolutismus verhaftet, auf kulturellem Gebiet aber offen f\u00fcr neue\nStr\u00f6mungen. Der K\u00f6nig zeugt in seinem Leben 17 Kinder mit f\u00fcnf verschiedenen\nFrauen, eine f\u00fcr preu\u00dfische Verh\u00e4ltnisse au\u00dfergew\u00f6hnliche Quote.<br>\n<br>\nDer preu\u00dfische Historiker Otto Hintze, schlie\u00dft die kritische Darstellung der\nRegierung Friedrich Wilhelm II. mit einer vers\u00f6hnlichen Charakteristik ab: <i>\"Die\nganze Struktur des preu\u00dfischen Staatswesens lockerte sich. Die strenge\npolitisch-milit\u00e4rische Zucht, in der Friedrich der Gro\u00dfe den Adel gehalten\nhatte, h\u00f6rte auf; aber die sozialen Privilegien des Adels blieben nat\u00fcrlich\nbestehen und befestigten sich. Die straffe Anspannung, zu der unter Friedrich\ndes Gro\u00dfen Armee und Beamtentum gezwungen worden waren machte einem bequemeren\nGehenlassen Platz; aber die Vorzugsstellung, die Milit\u00e4r und B\u00fcrokratie im\nStaate einnahmen, verst\u00e4rkte sich noch. Der einseitig milit\u00e4rische Geist des\nfriederizianischen Preu\u00dfens verlor viel von seiner H\u00e4rte und Schroffheit;\nHandel und Wissenschaft hoben, wie es in der damals entstandenen Nationalhymne\nhei\u00dft, mit Mut und Kraft ihr Haupt empor, und neben ihnen bl\u00fchten die K\u00fcnste.\nEs war als ob die Keime, die die Regierung Friedrich des Gro\u00dfen ausgestreut\nhatte, erst recht zu Wachstum und Gedeihen kam, seit nicht mehr \u00fcberall die\nHand des strengen G\u00e4rtners zu sp\u00fcren war\"<\/i> (Hintze 1915, S. 409).<br>\n<br>\nDavid E. Barclay betont die Widerspr\u00fcchlichkeit Friedrich Wilhelms II: <i>\"Der\npreu\u00dfische Thronfolger war also ein h\u00f6chst schillernder Mann, anf\u00e4llig f\u00fcr die\nwiderspr\u00fcchlichen Str\u00f6mungen seiner Zeit, Musiker und M\u00e4zen, Libertin und\n\u00c4sthet zugleich, naiv und weltgewandt, gro\u00dfz\u00fcgig, aber auch verschlossen-vorsichtig,\nleicht beeinflu\u00dfbar, doch mi\u00dftrauisch seinen Mitmenschen gegen\u00fcber, offen f\u00fcr\ngem\u00e4\u00dfigte Reformen, wenngleich sich seiner eigenen Macht und Autorit\u00e4t durchaus\nbewu\u00dft. Die Widerspr\u00fcche seiner Zeit und seines Wesens offenbarten sich in der\nInnen-&nbsp; und Au\u00dfenpolitik Preu\u00dfens w\u00e4hrend seiner Regierungszeit\"<\/i>\n(Barclay 2000, S. 187).<br>\n<br>\nWolf Jobst Siedler bezeichnet Friedrich Wilhelm als einen <i>\"Herrscher\ndes Nicht-mehr und des Noch nicht\" <\/i>(Siedler 1997, S.15).<br>\n<br>\nWilhelm Bringmanns umfangreiche Biographie schlie\u00df mit einem Zitat des\nFreiherren vom Stein \u00fcber Friedrich Wilhelm II., dem Bringmann selbst eine\nleichte Korrektur anf\u00fcgt: <i>\"Der Reformer Stein urteilte \u00fcber Friedrich\nWilhelm II.: \"Der K\u00f6nig vereinigte mit einem starken, durch Studium der\nGeschichte bereicherten Ged\u00e4chtnis einen richtigen Verstand und einen edlen,\nwohlwollenden Charakter, ein lebhaftes Gef\u00fchl seiner W\u00fcrde; diese guten\nEigenschaften verdunkelte Sinnlichkeit, die ihn von seinen M\u00e4tressen abh\u00e4ngig\nmachte; Hang zum Wunderbaren, zur Geisterseherei, wodurch mittelm\u00e4\u00dfig schlaue\nMenschen ihn beherrschten, und Mangel an Beharrlichkeit. Einen gro\u00dfen Teil der\nFehler seiner Regierung mu\u00df man jedoch der Nation zuschreiben, die sogleich\nohne R\u00fcckhalt und Anstand vor seinen G\u00fcnstlingen Bischoffwerder und seinen\nM\u00e4tressen kroch, in der Folge seine&nbsp; besseren politischen Pl\u00e4ne vereitelte\nund seine Freigiebigkeit auf eine unw\u00fcrdige Art bei der Verschenkung der\npolnischen G\u00fcter mi\u00dfbrauchte\"<br>\nWenn man hiervon die - wie oben nachgewiesen - falschen Behauptungen von der\nM\u00e4tressen- und G\u00fcnstlingswirtschaft, Geisterseherei und G\u00fcterverschleuderung\nabzieht, die Stein im fernen Cleve nicht selbst beobachtet haben, sondern nur\nvom H\u00f6rensagen nachgeredet haben kann, ist das von diesem kritikfreudigen\nZeitgenossen gezeichnete Bild garnicht ung\u00fcnstig\" (Bringmann 2001, S.\n716).<\/i><br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<b>Verwendete Literatur:<\/b><br>\n<br>\nDavid E. Barclay: <i>Friedrich Wilhelm II. <\/i>In: Frank-Lothar Kroll (Hrsg.):\nPreu\u00dfens Herrscher. Von den ersten Hohenzollern bis Wilhelm II. M\u00fcnchen: Beck\n2000, S. 179-196<br>\n<br>\nWilhelm Bringmann: <i>Preu\u00dfen unter Friedrich Wilhelm II. (1786-1797).<\/i>\nFrankfurt am Main u.a.: Lang 2001<br>\n<br>\nOtto Hintze: <i>Die Hohenzollern und ihr Werk. 500 Jahre vaterl\u00e4ndische\nGeschichte.<\/i> Berlin: Parey 1915<br>\n<br>\nWolf Jobst Siedler: <i>Zwischen Rokoko und Klassizismus - Friedrich Wilhelm\nII,. ein Herrscher des Nicht-mehr und des Noch-nicht.<\/i> In: Friedrich Wilhelm\nII. und die K\u00fcnste. Preu\u00dfens Weg zum Klassizismus. Berlin: Stiftung Preu\u00dfischer\nKulturbesitz Schl\u00f6sser und&nbsp; G\u00e4rten Berlin-Brandenburg 1997 (= Katalog der\ngleichnamigen Ausstellung)<br>\n<br>\n<br>\nSH<br style=\"\">\n<br><!--[endif]--><\/span>","genealogie":"Vater: Prinz August Wilhelm von Preu\u00dfen (1722-1758)\nMutter: Louise Amalie von Braunschweig-Wolfenb\u00fcttel (1722-1780)\n\nGeschwister: 1. Friedrich Heinrich Karl (1747-1767); 2. Friederike Sophie Wilhelmine von Preu\u00dfen (1751-1820); 3. Georg Karl Emil (1758-1759)\n\nEhefrauen: 1. Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-L\u00fcneburg (1746-1840); 2. Friederike Louise von Hessen-Darmstadt (1751-1805); in morganatischer Ehe verbunden mit 1. Elisabeth Amalie gen. Julie von Vo\u00df (1766-1789); 2. Sophie Juliane von D\u00f6nhoff (1768-1838)\n\nKinder: 1. Friederike (1767 \u2013 1820 -> Elisabeth von Braunschweig-Wolfenb\u00fcttel); 2. Erbprinz Friedrich Wilhelm (1770 \u2013 1840 -> Friederike Luise von Hessen-Darmstadt); 3. Tochter (1770, fr\u00fchverstorben -> Wilhelmine Encke); 4. Friederike Christine Amalie Wilhelmine (1772 \u2013 1773 -> Friederike Luise von Hessen-Darmstadt); 5. Ludwig (1773 \u2013 1796 -> Friederike Luise von Hessen-Darmstadt); 6. Ulrike Sophie Wilhelmine von Berckholtz (1774-1774 -> Wilhelmine Encke); 7. Wilhelmine (1774 \u2013 1837 -> Friederike Luise von Hessen-Darmstadt); 8. Christiane Sophie Friederike von L\u00fctzenburg (1777-1777 -> Wilhelmine Encke); 9. Prinz, namenlos (1777-1777 -> Friederike Luise von Hessen-Darmstadt); 10. Friedrich Wilhelm Moritz Alexander Graf von der Mark (1778\u20131787 -> Wilhelmine Encke); 11. Marianne Diderica Gr\u00e4fin von der Mark (1780\u20131814 -> Wilhelmine Encke); 12. Auguste (1780 \u2013 1841 -> Friederike Luise von Hessen-Darmstadt); 13. Karl Heinrich (1781 \u2013 1846 -> Friederike Luise von Hessen-Darmstadt); 14. Friedrich Wilhelm Karl (1783-1851 -> Friederike Luise von Hessen-Darmstadt); 15. Gustav Adolf Wilhelm von Ingenheim (1789 \u2013 1850 -> Julie von Vo\u00df); 16. Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1792 \u2013 1850 -> Sophie von D\u00f6nhoff); 17. Sophie von Brandenburg (1793 \u2013 1848 -> Sophie von D\u00f6nhoff)","primaer":null,"sekundaer":null,"berlinaufenthalte":[],"fach":[],"institution":[],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}