
{"meta":{"meta-title":"Friedrich Wilhelm III. Preu\u00dfen < Personen","meta-description":"Friedrich Wilhelm III. Preu\u00dfen < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4867","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/4867","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Friedrich Wilhelm III. Preu\u00dfen"},"count":{"lebensdaten":11,"namensformen":0,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":1,"berlinaufenthalte":0,"register":0,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4867","text":"Friedrich Wilhelm III. Preu\u00dfen"}]},"data":{"id":4867,"zusatz_id":4867,"meta":{"meta-title":"Friedrich Wilhelm III. Preu\u00dfen < Personen","meta-description":"Friedrich Wilhelm III. 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Kabinettsrat)<\/a>","1":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/678\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Wilhelm Schulenburg-Kehnert (Minister)<\/a>"},"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"<b>1770<\/b><br>\nFriedrich Wilhelm wird als erstes Kind des preu\u00dfischen K\u00f6nigs Friedrich\nWilhelm II. und seiner Frau Friederike Luise von Hessen-Darmstadt in\nPotsdam geboren. <br>\n<br>\n<b>1786<\/b><br>\nNach dem Tod Friedrich II. und dem Regierungsantritt seines Vaters wird Friedrich Wilhelm Kronprinz des Hauses Hohenzollern.<br>\n<br>\n<b>1788<\/b><br>\nFriedrich Wilhelm wird von dem aufgekl\u00e4rten Hofprediger Samuel\nGottfried Sack konfirmiert. Die moralische und politische Bildung des\nKronprinzen \u00fcbernehmen der Popularphilosoph und Autor des\n'F\u00fcrstenspiegels' Johann Jacob Engel und der Jurist und Mitverfasser des\nAllgemeinen Landrechts Carl Gottlieb Suarez.<br>\n<br>\n<b>1792 bis 1793<\/b><br>\nIm Feldzug gegen das revolution\u00e4re Frankreich \u00fcbertr\u00e4gt der Vater\nFriedrich Wilhelm eine eigene Brigade. In der Winterpause des Feldzuges\nlernt der Prinz bei einem Empfang in Frankfurt am Main seine zuk\u00fcnftige\nFrau Luise, die Tochter des Herzogs Karl von Mecklenburg-Strelitz,\nkennen. Im April 1793 kommt es zu einer doppelten Verlobung, da Friedrich\nWilhelms Bruder Ludwig Luises Schwester Friedericke die Ehe verspricht. Ende\ndes Jahres findet die Doppelhochzeit satt. Das Kronprinzenpaar bezieht\nein kleines Schlo\u00df in Paretz in der N\u00e4he von Potsdam, wo es unauff\u00e4llig lebt und\neine nahezu b\u00fcrgerliche Ehe f\u00fchrt. <span style=\"color: rgb(255, 102, 102);\">(zun\u00e4chst erw\u00e4hnen: die Wohnung im Kronprinzenpalais und deren Umgestaltung-Aufsatz Adelheid Schendel).<\/span><br>\n<br>\n<b>1794<\/b><br>\nFriedrich Wilhelm nimmt am Feldzug in Polen teil, der die Niederschlagung eines Aufstandes zum Ziel hat.<br>\nDer kritische Gesundheitszustand des K\u00f6nigs veranla\u00dft Friedrich\nWilhelm, sich eingehend mir der Zukunft als Nachfolger zu befassen. Das\nVerh\u00e4ltnis zu seinem Vater ist k\u00fchl. Die Berater des K\u00f6nigs, dessen Hang zur Geisterseherei und\nRosenkreuzerkultur sind nicht nach dem Charakter des n\u00fcchternen\nThronfolgers. Auch die amour\u00f6sen Ausschweifungen des Vaters verfolgt\nFriedrich Wilhelm mit Argwohn. (<span style=\"color: rgb(255, 102, 102);\">diesen Abschnitt ver\u00e4ndern<\/span>)<br>In der Denkschrift \"Gedanken \u00fcber die Regierungskunst\" definiert er <i>\"gesunde reine Vernunft, richtige Beurteilung und die strengste Gerechtigkeitsliebe\"<\/i> als k\u00f6nigliche Prim\u00e4rtugenden.<i>\n\"Allzu gro\u00dfe Gutherzigkeit artet in Schw\u00e4che aus, und dieser ist einer\nder gef\u00e4hrlichsten Abwege, vorz\u00fcglich f\u00fcr einen F\u00fcrsten\"(<\/i>Stamm-Kuhlmann 2000, S. 206<i>) <\/i>. Die Aussagen sind als leise Kritik am Regierungsstil seines Vater zu verstehen.<br>\nTotgeburt einer Tochter des Kronprinzenpaares.<br>\n<br>\n<b>1795<\/b><br>\nGeburt des ersten Sohnes von Friedrich Wilhelm III. und Luise, des sp\u00e4teren Thronfolgers Friedrich Wilhelm IV.<br>\n<br>\n<b>1797<\/b><br>\nAls Friedrich Wilhelm II. am 16. November seiner Krankheit erliegt, wird\nFriedrich Wilhelm III. K\u00f6nig von Preu\u00dfen. Als erste Amtshandlung ordnet\ner die Verhaftung der langj\u00e4hrigen M\u00e4tresse und Vertrauten seines\nVaters, Wilhelmine Gr\u00e4fin von Lichtenau, an. Sie wird aus ihrem\nWohnhaus im Neuen Garten in eine Stadtwohnung \u00fcberf\u00fchrt, wo sie auf\nihren Proze\u00df warten soll. Die Anklage lautet Hochverrat. <i><br>\n<\/i>Geburt des zweiten Sohnes des Kronprinzenpaares, des sp\u00e4teren ersten deutschen Kaisers Wilhelm I.<br>\n<br>\n<b>1798<br>\n<\/b>\u00d6sterreich und Ru\u00dfland bem\u00fchen sich, Preu\u00dfen zur R\u00fcckkehr in die\nKoalition gegen Frankreich und zur Aufgabe des Friedens von Basel zu\nbewegen. Friedrich Wilhelm III. bleibt aber bei den geschlossenen\nNeutralit\u00e4tsvereinbarungen.<br>In Berlin wird der Gr\u00e4fin Lichtenau der Proze\u00df gemacht. Obwohl man ihr keine\nVergehen nachweisen kann, ist ihr Ruf zerst\u00f6rt. Ihr Besitz wird\nkonfisziert. Sie selbst wird mir einer j\u00e4hrlichen Pension von 4000\nTalern nach Glogau verbannt. Jahre sp\u00e4ter gesteht der K\u00f6nig in einem\nBrief an den Kabinettsrat Daniel L. Albrecht: <i>\"\u00dcbereilt gehandelt damals, Sache \u00fcbers Knie gebrochen\" (<\/i>zitiert nach Neumann 1997, S. 69<i>).<br>\n<\/i>Geburt der Tochter Charlotte.<i><br><br><\/i>\n<b>1799<\/b><br>\n\nGeburt der zweiten Tochter Friederike.<i><br>\n<br><\/i><b>Um 1800<\/b><br>Wie in ganz Europa werden auch in Preu\u00dfen\nReformen diskutiert. Friedrich Wilhelm III. l\u00e4\u00dft u.a. eine\nFinanzkommission einberufen. Die Schuldenlast des Staates soll\nverringert, Milt\u00e4rausgaben und Steuereinahmen erh\u00f6ht werden. Die Vorhaben werden nicht ausgef\u00fchrt. Die Verbesserung b\u00e4uerlicher Rechte\n(Aufhebung der Leibeigenschaft, Abschaffung der Spanndienste) kann nur\nauf den k\u00f6niglichen Dom\u00e4nen umgesetzt werden.<br><br>\n<b>1801<\/b><br>\nGeburt des dritten Sohnes Carl.<br>\n<br>\n<b>1803<\/b><br>\nGeburt der dritten Tochter Alexandrine.<br>\n<br>\n<b>1804<\/b><br>\nGeburt des vierten Sohnes Ferdinand.<br>\n<br><b>1806<\/b><br>Die strikte Wahrung der Neutralit\u00e4t hat Preu\u00dfen in\ndie au\u00dfenpolitische Isolation man\u00f6veriert. Die Aneignung\nHannovers - forciert durch Napoleon -&nbsp; verst\u00f6rt Ru\u00dfland und\n\u00d6sterreich, England reagiert gar mit einer Kriegserkl\u00e4rung an Preu\u00dfen.\nZudem h\u00e4lt sich Napoleon nur einseitig an Absprachen, ignoriert das\npreu\u00dfische Hoheitsgebiet und fordert Durchmarschrechte f\u00fcr seine Armee.\nAm Vorabend der Schlacht von Jena\/Auerstedt hat Preu\u00dfen keine\nVerb\u00fcndeten, geht aber auf Konfrontationskurs zu Napoleon. Am 14.\nOktober erleidet ein r\u00fcckst\u00e4ndiges preu\u00dfisches Heer unter der F\u00fchrung\neiner veralterten Generalit\u00e4t eine verheerende Niederlage. Als der\nkommandierende General, der Herzog von Braunschweig, eine schwere\nKopfverletzung erleidet, entzieht sich Friedrich Wilhelm III. der\nVerantwortung, indem er das Oberkommando nicht selbst in die Hand\nnimmt. Aus der Niederlage wird ein Desaster. Die Truppen ziehen sich\nungeordnet zur\u00fcck, die Festungen werden aufgegeben, der K\u00f6nig flieht\nmit dem Hof nach K\u00f6nigsberg.<br><br><b>1807<\/b><br>Friedrich\nWilhelm III. wird nicht in die Friedensverhandlungen zwischen Zar Alexander\nund Napoleon eingebunden. Er mu\u00df tatenlos mit ansehen, wie Preu\u00dfen im\nFrieden von Tilsit schwer gedem\u00fctigt wird. Das Land verliert alle\nGebiete westlich der Elbe und die durch die polnischen Teilungen\ngewonnenen Territorien. Zudem werden umfangreiche Kontributionen\nauferlegt. Der Staat Preu\u00dfen bleibt nur aufgrund der F\u00fcrsprache des\nZaren als Puffer zwischen Frankreich im Westen und Ru\u00dfland im Osten\nerhalten.<br><br><b>Ab 1807<\/b><br>Unter\nFriedrich Wilhelm werden\numfangreiche Reforma\u00dfnahmen eingeleitet. Bis 1808 ist der Freiherr vom\nStein hauptverantwortlich, dann \u00fcbernimmt F\u00fcrst Hardenberg die\nReorganisation des Staates. Die preu\u00dfischen Reformen gehen als Stein-Hardenbergsche in die Geschichte des Landes ein. Sie betreffen nicht nur die\nUmgestaltung des Staates, sondern zielen auch auf gesellschaftliche\nVer\u00e4nderungen. <br><br><b>1808<\/b><br>Entlassung Steins durch Friedrich Wilhelm. Geburt der vierten Tochter Luise.<br><br><b>1809<\/b><br>Die Franzosen verlassen das besetzte Berlin. Am 23. Dezember kehrt das K\u00f6nigspaar in die Hauptstadt zur\u00fcck.<br>Preu\u00dfen\nverweigert die Beteiligung am von \u00d6sterreich entfesselten aber letztlich\nerfolglosen Krieg gegen Frankreich. Gr\u00fcnde sind die Z\u00f6gerlichkeit\nFriedrich Wilhelms und die Reformen. Die Strukturwandlung l\u00e4\u00dft die\nAufstellung eines schlagkr\u00e4ftigen Heeres garnicht zu. Dennoch etabliert\nsich in Preu\u00dfen eine patriotische Partei, die den Widerstand gegen\nNapoleon fordert. Darunter sind viele Reformbeamte, vor allem die\nLeiter der Heeresreform Scharnhorst, Gneisenau und Clausewitz.<br>\nGeburt des f\u00fcnften Sohnes Albrecht.<br><br><b>1810<\/b><br>Am 19. Juli\nstirbt Luise, die Gemahlin Friedrich Wilhelms an einer\nLungenentz\u00fcndung. Die beliebte K\u00f6nigin wird vom K\u00f6nig und dem Volk tief\nbetrauert.<br>Hardenberg wird von Friedrich Wilhelm zum Staatskanzler\nernannt und mit umfangreichen Vollmachten ausgestattet. Die Reformen\ngehen voran. Die Umsetzung der Heeresreform ist das gr\u00f6\u00dfte Anliegen\nFriedrich Wilhelms. Schon 1797 und 1807 hat er eigene Vorschl\u00e4ge zur\nModernisierung der Armee erarbeitet, die nun in die Arbeiten von\nScharnhorst&nbsp; einflie\u00dfen. Im September \u00f6ffnet die neugegr\u00fcndete\nUniversit\u00e4t zu Berlin den Lehrbetrieb. Die Universit\u00e4tsgr\u00fcndung ist ein\nErgebnis der Bildungsreform unter der Leitung Wilhelm von Humboldts.<br><br><b>1812<\/b><br>Preu\u00dfen\ngeht eine Allianz mit Frankreich ein und verpflichtet sich, Napoleon\nbei seinem Angriff auf Ru\u00dfland zu unterst\u00fctzen. Die Entscheidung\nFriedrich Wilhelms entr\u00fcstet viele Patrioten, darunter Clausewitz und\nGneisenau, die daraufhin in russische Dienste treten.<br>Allerdings ist\nder preu\u00dfische K\u00f6nig kein Freund Napoleons. Der Weisung des Kaisers,\nihm vor dem Ru\u00dflandfeldzug in Dresden die Ehre zu erweisen, folgt\nFriedrich Wilhelm nur widerwillig. <br><br><b>1813<\/b><br>Am 30.\nDezember 1812 handelt der preu\u00dfische General York gegen den Befehl des\nK\u00f6nigs einen Waffenstillstand mit Ru\u00dfland aus. Die \"Konvention von\nTauroggen\" l\u00f6st die Befreiungskriege aus. Der ber\u00fchmte \"Aufruf an mein\nVolk\" stammt allerdings nicht aus der Feder des K\u00f6nigs, sondern von\nseinem Beraters Theodeor G. von Hippel. Friedrich Wilhelm verfasst\nlediglich den Aufruf \"Am mein Kriegsheer\" selbst und verdeutlicht damit\nauch die Priorit\u00e4ten des Monarchen: Das stehende preu\u00dfische Heer hat\nvor dem patriotischen Landsturm Vorrang.<br>Teilnahme Friedrich Wilhelms an der siegreichen Schlacht von Leipzig am 18. Oktober.<br><br><b>1814<\/b><br>Am\n30. M\u00e4rz feiert das alliierte Heer den Einzug nach Paris. Auf dem\nWiener Kongre\u00df begleiten Hardenberg und Wilhelm von Humboldt den\npreu\u00dfischen K\u00f6nig. Thomas Stamm-Kuhlmann gibt folgende\nEinsch\u00e4tzung des k\u00f6niglichen Auftritts in Wien und der\nKongre\u00dfergebnisse f\u00fcr Preu\u00dfen:<i> \"Auf dem Wiener Kongre\u00df, zu dem er am\n25. September 1814 eintraf, erschien Friedrich Wilhelm III. den\nDelegierten als ein \"Schatten\", bzw. der \"Lakai\" des russischen Zaren\nAlexander. Er zwang seinen Chefunterh\u00e4ndler Hardenberg dazu, in erster\nLinie die russische Position zu unterst\u00fctzen, selbst dann, wenn er\nkeineswegs von deren Richtigkeit \u00fcberzeugt war: So gro\u00df war inzwischen\ndas Gef\u00fchl der Verpflichtung gegen\u00fcber Alexander geworden, und so gut\nkonte Alexander den K\u00f6nig manipulieren. (...). W\u00e4hrend Preu\u00dfens\nKongre\u00dfbevollm\u00e4chtigter Wilhelm von Humboldt meinte, insgesamt habe\nPreu\u00dfen auf dem Wiener Kongre\u00df nicht schlecht abgeschnitten, konnte der\nK\u00f6nig lange Zeit die Tatsache nicht verwinden, da\u00df es ihm nicht\ngelungen war, seinen treulosen Alliierten von 1806, den K\u00f6nig von\nSachsen, zu entthronen und sich dessen Land ganz anzueignen.\nStattdessen hatte er den von den Delegierten Gro\u00dfbritanniens und\n\u00d6sterreichs, Castlereagh und Metternich, vermittelten Kompromi\u00df\nannehmen m\u00fcssen, der ihm nur einen Teil Sachsens, einen wesentlichen\nTeil zwar, doch ohne die Stadt Leipzig, sowie das Rheinland von\nSaarbr\u00fccken bis Emmerich, dazu Westphalen, \u00fcbertrug\" (<\/i>Stamm-Kulmann\n2000, S. 214-215<i>).<br><\/i>Friedrich Wilhelm kehrt zum Winter nach Berlin zur\u00fcck.<br><i><br><\/i><b>1815<\/b><br>Friedrich\nWilhelm gr\u00fcndet gemeinsam mit Zar Alexander und dem \u00f6sterreichischen\nKaiser Franz I. die Heilige Allianz. In dem B\u00fcndnisvertrag sichern sich\ndie drei Monarchen gegenseitigen Unterst\u00fctzung bei revolution\u00e4ren\nBedrohungen zu.<br>\nHardenberg gelingt es, dem K\u00f6nig angesichts der erneuten napoleonischen\nBedrohung ein \u00f6ffentliches Verfassungsversprechen abzuringen. Doch der\nEinflu\u00df der wiedererstarkten raktion\u00e4ren Kr\u00e4fte auf den K\u00f6nig ist nicht\nzu \u00fcbersehen. Der starke Mann der Hofpartei ist der preu\u00dfische\nPolizeiminister Wilhlem Ludwig F\u00fcrst zu Sayn-Wittgenstein. Die Reformen\nwerden ab 1815 sabotiert und teilweise sogar zur\u00fcckgenommen. Den\nschriftlichen Verfassungsvorschlag Hardenbergs ignoriert Friedrich\nWilhelm geflissentlich. <i>\"Je mehr sich die Stellung Preu\u00dfens wieder\nfestigte, desto weniger war der K\u00f6nig noch bereit, die Reformer\ngew\u00e4hren zu lassen. Gegen\u00fcber Hardenberg, der 1811 mit der radikalen\nGewerbefreiheit einen gro\u00dfen Schritt unternommen hatte,&nbsp; gewannen\ndie st\u00e4ndischen und zunftbezogen denkenden Reformgegner zusehens sein\nOhr\" (<\/i>Stamm-Kuhlmann 2000, S. 215<i>).<\/i><br>\n<br>\n<b>1817<\/b><br>\nIn seiner Funktion als oberster Bischof der evangelischen Landeskirche\nverf\u00fcgt Friedrich Wilhelm \u00fcber die Union der reformierten und der\nlutherischen Kirche. Friedrich Wilhelms Tochter Charlotte ehelicht\nNikolaus I., den Sohn von Zar Alexander und zuk\u00fcftigen russischen\nHerrscher.<br>\n<br>\n<b>1819<\/b><br>\nDie Karlsbader Beschl\u00fcsse beenden das Reformzeitalter in Preu\u00dfen. Der\n\u00f6sterreichische Staatskanzler Metternich gewinnt durch F\u00fcrsprache\nWittgensteins immer st\u00e4rkeren Einflu\u00df auf Friedrich Wilhelm III. Dieser\nsieht die Demagogenverfolgung, die Bespitzelung von Universit\u00e4ten,\nVerlagen und Einzelpersonen, sowie den Bruch des\nVerfassungsversprechens als notwendige Ma\u00dfnahmen gegen eine drohende\nRevolution.<br>\n<br>\n<b>1822<\/b><br>\nNach dem Tod Hardenbergs wird das Amt des Staatskanzlers nicht\nwiederbesetzt. Das nach 1806 verworfene Kabinettsystem und das\npers\u00f6nliche Regiment pr\u00e4gen, tritt an die Stelle des Reformstaates.<br>\n<br>\n<b>1824<\/b><br>\nFriedrich Wilhelm geht eine zweite Ehe ein. Er heiratet die 24-j\u00e4hrige\nGr\u00e4fin Auguste von Harach, die er auf einem Kuraufenthalt in Teplitz\nkennenlernt.<br>\n<br>\n<b>1837<\/b><br>\nDer Streit \u00fcber das 1803 von Friedrich Wilhelm erlassene und 1825 auf\ndie katholischen Westgebiete Preu\u00dfens ausgedehnte Mischehengesetz,\nwonach Kinder aus konfessionsverschiedenen Ehen nach dem Bekenntnis des\nVater zu erziehen seien, l\u00f6st die K\u00f6lner Wirren aus. Diese gipfeln in\nder Verhaftung des K\u00f6lner Erzbischoffs Clemens August Droste zu\nVischering, der gegen die Bestimmungen handelt. <br>\n<br>\n<b>1840<\/b><br>\nAm 7. Juni stirbt Friedrich Wilhelm III. im Alter von 69 Jahren in Berlin.<br>\n<br>\nFriedrich Wilhelm III. ist nach Friedrich II. und dem gro\u00dfen Kurf\u00fcsten\nder Hohenzollern mit der drittl\u00e4ngsten Amtszeit als Herrscher Preu\u00dfens.\nThomas Stamm-Kuhlmann charakterisiert die 43 Regierungsjahre des\nvierten preu\u00dfischen K\u00f6nigs: <i>\"Statt\nvon einer Restaurationszeit zu sprechen, wie es die \u00fcbliche\nPeriodisierung der Geschichtsb\u00fccher vorgibt, ist es treffender, eine\nPeriode anzugeben\n(etwa ab 1819), in der eine Restaurationspartei&nbsp; einen\n\u00fcberwiegenden Einflu\u00df im preu\u00dfischen Staat gewann. Einen v\u00f6lligen\nStillstand der Reformen hat es nicht gegeben, und viele Beamte sind im\nLauf ihres Lebens sowohl modernisiernd als restaurativ in Erscheinung\ngetreten. Dennoch war im letzten Lebensjahrzent Friedrich Wilhelm III.\nein Empfinden l\u00e4mender Stagnation vorherrschend. 1839 berichtete der\nrussische Gesandte Peter von Meyendorff, die Regierung treffe kaum mehr\nEntscheidungen. Die Maschine laufe nur noch aus eigenem Antrieb, und\nman leide unter einem \"Marasmus der alten M\u00e4nner\". Die Minister und\nBeamten waren mit dem K\u00f6nig alt geworden\" (<\/i>Stamm-Kuhlmann 2000, S. 218<i>).<\/i><br>\n<br>\nIn seinem politischen Testament schrieb Friedrich Wilhelm III.: <i>\"Auf\nder Unbeschr\u00e4nktheit der K\u00f6nigl. Macht beruht vorzugsweise die\nStellung, welche Preu\u00dfen in dem allgemeinen Staatensystem einnimmt, und\nda eine \u00c4nderung dieses Grundpfeilers der Monarchie letztere selbst\nnachteilig ber\u00fchren und wankend machen w\u00fcrde, so bestimme ich\nhierdurch, da\u00df kein zuk\u00fcnftiger Regent befugt sein soll, ohne Zuziehung\ns\u00e4mtlicher Agnaten in dem K\u00f6niglichen Hause eine \u00c4nderung oder\nEinleitung zu treffen, wodurch eine Ver\u00e4nderung der jetzigen Verfassung\ndes Staates, namentlich in Beziehung auf die st\u00e4ndischen Verh\u00e4ltnisse\nund die Beschr\u00e4nkung der K\u00f6nigl. Macht bewirkt oder begr\u00fcndet werden\nk\u00f6nnte\" (zitiert nach Stamm-Kulmann 2000, S. 218). <\/i><br>\nSeine S\u00f6hne Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I., welche die Nachfolge\nim Amt antraten, haben sich an die v\u00e4terlichen Vorgaben gehalten.<br>\n<br>\n<br>\n<b>Verwendete Literatur:<\/b><br>\n<br>\nHans-Joachim Neumann: <i>Friedrich Wilhelm II. Preu\u00dfen unter den Rosenkreuzern<\/i>. Berlin edition q 1997<br>\n<br>\nThomas Stamm-Kuhlmann: <i>Friedrich Wilhelm III.<\/i> In: Franz Lothar Kroll (Hrsg.): Preu\u00dfens Herrscher. Von den ersten Hohenzollern bis Wilhelm II. M\u00fcnchen: Beck 2000, S. 197-218.<br>\n<br>\n<br>\nSH<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br><br><br><br><br><i>\n<br>\n<\/i>\n\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n<br>\n","genealogie":"Vater: Friedrich Wilhelm II. (1744-1797), K\u00f6nig von Preu\u00dfen\nMutter: Friederike Luise von Hessen-Darmstadt (1751-1805)","primaer":null,"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/7609\" class=\"link-hover text-primary\">Die neun ersten Regierungsjahre K\u00f6nig Friedrich Wilhelms des dritten<\/a>"],"berlinaufenthalte":[],"fach":[],"institution":[],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}