
{"meta":{"meta-title":"Per Daniel Amadeus Atterbom < Personen","meta-description":"Per Daniel Amadeus Atterbom < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/488","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/488","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Per Daniel Amadeus Atterbom"},"count":{"lebensdaten":12,"namensformen":0,"genealogie":0,"biographie":1,"werke":1,"berlinaufenthalte":0,"register":1,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/488","text":"Per Daniel Amadeus Atterbom"}]},"data":{"id":488,"zusatz_id":488,"meta":{"meta-title":"Per Daniel Amadeus Atterbom < Personen","meta-description":"Per Daniel Amadeus Atterbom < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/488","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/488"},"title":"Per Daniel Amadeus Atterbom","nachname":"Atterbom","vorname":"Per Daniel Amadeus","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"19.01.1790","geburtsort":"Asbo\/Ostgotland","geburtsland":"Schweden","staatsangehoerigkeit":"schwedisch","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"21.07.1855","sterbeort":"Stockholm","sterbeland":"Schweden","berufe":["Schriftsteller","Literaturhistoriker"],"vereine":[],"bekanntschaften":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/605\" class=\"link-hover text-primary\">Amalie Helvig (Dichterin, Schriftstellerin)<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/742\" class=\"link-hover text-primary\">Christian Wilhelm Sch\u00fctz (Schriftsteller)<\/a>"],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n <b>1790<br \/>\n <\/b> Atterbom wird am 19. Januar als Sohn eines Landgeistlichen im\n Kirchensprengel Asbo (Ostgotland\/ Schweden) geboren. Er besucht das\n Gymnasium von Link\u00f6ping. <br \/>\n <br \/>\n <b>1805<br \/>\n <\/b> Beginn des Studiums an der Universit\u00e4t in Upsala. Die deutsche\n Literatur, die Atterbom schon fr\u00fch kennenlernt, beeinflu\u00dft nachhaltig sein\n literarisches Schaffen. <br \/>\n <br \/>\n <b>1807<br \/>\n <\/b> Atterbom stiftet zusammen mit mehreren Freunden die poetisch-kritische\n Gesellschaft \"Musis Amici\", 1808 umbenannt in \"Aurora-F\u00f6rderbund\", deren\n Ziel es ist, die vaterl\u00e4ndische Literatur aus den Grenzen des Akademismus zu\n l\u00f6sen. Ein Zentrum dieser schwedischen Romatik-Bewegung ist die Universit\u00e4t\n von Upsala, an der Atterbom studiert. Benjamin H\u00f6ijer, Professor f\u00fcr\n Philosophie und \u00c4sthetik, macht die literarischen Ideen der Gebr\u00fcder\n Schlegel und Ludwig Tiecks an der Universit\u00e4t bekannt.<br \/>\n <br \/>\n <b>1810<br \/>\n <\/b> Der Kreis um Atterbom gr\u00fcndet&nbsp; in Upsala die bis zum Jahr 1813\n bestehenden Zeitschrift \"Phosphoros\". Die Mitglieder des Kreises um\n Atterbom, zu denen auch der Dichter Eric Gustaf Gijer und der Historiker\n Lars Hammarsk\u00f6ld zu z\u00e4hlen sind werden \"Phosphoristen\" genannt. \u00c4hnlich wie\n die Romatiker in Jena oder Berlin schreiben sie sich die programmatische\n Erneuerung der schwedischen Literatur auf die Fahnen.<br \/>\n <br \/>\n <b>1812-1822<\/b> <br \/>\n Herausgabe der periodischen Publikation \"Poetisk Kalender\", einem der\n publizistischen Hauptorgane der schwedischen Romantik. Atterboms Freunde,\n Gustaf Gejer und den Theologen und Dichter Arvid August Afzelius gr\u00fcnden\n zudem den \"G\u00f6tischen Bund\", eine romantische Gruppierung, die patriotischer\n und konservativer gesinnt ist, als die \"Phosphoristen\", aber ein \u00e4hnliches\n \u00e4sthetisches Ziel verfolgt.<br \/>\n <br \/>\n <b>1817-1819<\/b> <br \/>\n Reise nach Deutschland und Italien. In Briefen an Freunde,\n Tagebuchaufzeichnungen und kleinen Selbstreflexionen beschreibt Atterbom die\n Begebenheiten der Reise. Sein Freund August Afzelius gibt die Schrift\n \"Minnen fr\u00e2n Tyskland och Italien af P.D.A. Atterbom\" 1859 anonym heraus.\n Franz Maurer \u00fcbersetzt sie 1867 ins Deutsche.<br \/>\n Vom 9. Juli bis zum 26. August h\u00e4lt sich Atterbom in der preu\u00dfischen\n Hauptstadt auf. \u00dcber Berlin schreibt er: <i>\"\u00dcberdies hat alles in der\n Bauart, in Anlage der Stra\u00dfen, in der Ganzen \u00e4u\u00dferen Erscheinung eine\n gewisse prahlende und trockene Monotonie, die ohne Zweifel entweder der\n Berliner Charakter allegorisch schildert oder doch stark auf denselben\n einwirkt. Der Beschauer wird bald all der Richtschnurbauten, Linien und\n geometrischen Figuren \u00fcberdr\u00fcssig, wie zierlich sie auch ausstaffiert sind,\n und glaubt best\u00e4ndig, unter Reihen von lauter Kasernen zu wandern. Der\n Eindruck kann umso weniger Illusion genannt werden, da es fast unm\u00f6glich\n ist, F\u00fc\u00dfe und Augen nach irgendeiner Richtung zu wenden, ohne auf Soldaten,\n Paraden, M\u00e4rsche und Man\u00f6ver zu sto\u00dfen\". (Atterbom 1867 S. 32).<\/i><br \/>\n Amalie von Helvig f\u00fchrt Atterbom in die Berliner Gesellschaft ein. Die mit\n einem Schweden verheiratete Dichterin und \u00dcbersetzerin, kennt Atterbom seit\n ihrem eigenen Aufenthalt in Upsala 1816. \u00dcber einen Abend in dem von ihr\n gef\u00fchrten Salon berichtet Atterbom: <i>\"Es war mir ein ganz neues\n Schauspiel, eine zahlreiche Versammlung zu besuchen, in der es zum guten Ton\n geh\u00f6rte, etwas anderes als langweilig zu sein; wo beide Geschlechter, ohne\n da\u00df sie \u00fcber ein Nichts schwatzen oder einander boshaft mustern, mit ebenso\n gro\u00dfer Vertraulichkeit wie Lebhaftigkeit zum eigenen und allgemeinen\n Vergn\u00fcgen beitragen; wo man anderen Zeitvertreib als Kartenspielen, Essen,\n Tanzen gleich einem Tagewerk sucht; wo angenehme Erz\u00e4hlungen, scharfsinnige\n Reflexionen, Gedichte, Ansehen von Malereien und Kupferstichen die Stunden\n befl\u00fcgeln und wo jedes Mitglied es wagt und vermag, sich als ein Individuum\n mitzteilen, welches nicht unabl\u00e4ssig durch Auff\u00fchrung und Phrasenschwall\n eine allt\u00e4gliche, auswendig gelernte Lektion wiederholt. (...). Im \u00fcbrigen\n ist es glaubhaft, da\u00df die Berliner Gesellschaften sich nicht \u00fcberall, ja\n vielleicht nur in wenigen H\u00e4usern in so blendendem Licht zeigen, und man hat\n mir gesagt, da\u00df der Ausl\u00e4nder erst in Dresden die Trefflichkeit des\n deutschen Gesellschaftslebens richtig kennenlernt. Desto besser! Ich komme\n bald dorthin\". (Atterbom 1867, S. 34-35).<\/i> Allerdings macht Atterbom in\n Berlin auch andere gesellschaftliche Erfahrungen. Er beklagt <i>\"merkw\u00fcrdige\n Ausbr\u00fcche von Berliner Vaterlandsliebe\".<\/i> An anderer Stelle bemerkt er,\n da\u00df ihn <i>\"das ewige Schwatzen \u00fcber Bildung, Kunst, Ideen und Literatur\n sehr wenig (erbaue), sobald ich einsah, da\u00df der herrschende Ton bei den\n meisten, gerade wie bei uns, von Mode und Jargon bestimmt wurde und da\u00df die\n Menge, ebenso wie bei uns, aus flachen prosaischen Naturen bestand\".<\/i> Die\n Pr\u00e4senz des Millit\u00e4rs empfindet er als erdr\u00fcckend: <i>\"Au\u00dferdem f\u00fchlt man\n sich bei jeder Gelegenheit daran erinnert, da\u00df man die Ehre hat, mit lauter\n ausgesucht tapferen M\u00e4nnern und Rittern Umgang zu haben. Ich fand es nicht\n leicht einen jungen Menschen, der nicht entweder Soldat war oder dies doch\n k\u00fcrzlich gewesen w\u00e4re\". (Atterbom 1867, S. 56 ff.)<\/i><br \/>\n Dennoch scheint es ihm in Berlin zu gefallen, auch wenn er sich an einigen\n Stellen \u00fcber die staubige Stadt ereifert. Er lernt stadtbekannte\n Pers\u00f6nlichkeiten kennen, besucht mehrfach das Theater, l\u00e4\u00dft sich \u00fcber die\n Baukunst des Schlosses aus und wird Mitglied in der noblen Lesegesellschaft\n des \"Casinos\". Interessant ist eine Bemerkung \u00fcber den allgemeinen Geschmack\n der Berliner: <i>\"Im \u00fcbrigen l\u00e4\u00dft sich nicht leugnen, da\u00df die \u00e4sthetische\n Kultur hier wirklich popul\u00e4r geworden ist; sie ist sogar zu den\n Stiefelputzern und Dienstm\u00e4dchen herabgestiegen. Die Kellner in den\n Wortsh\u00e4usern pr\u00fcfen mit Kennerblicken plastische Kunstwerke, die Barbiere\n sprechen von Sch\u00f6nheitssinn und Kunstgef\u00fchl, die Haarschneider von Gem\u00fct und\n gel\u00e4utertem Geschmack. Meine Aufw\u00e4rterin beschwor mich, nicht die Auff\u00fchrung\n von Schillers 'Jungfrau' zu vers\u00e4umen; 'es ist' sagte sie, 'ein dramatisches\n Gedicht, da\u00df der deutschen Nation Ehre macht'! Auf der T\u00fcrschwelle des\n Hauses, welches ich bewohne, sa\u00df gestern Abend ein Bedienter, blickte in die\n Abendr\u00f6te und sang mit schmelzender Stimme aus der Oper 'Undine':'Rauscht,\n ihr gr\u00fcnen B\u00e4ume durch die nacht' usw. Alle Kinderm\u00e4dchen lesen Fouqu\u00e9 und\n Hoffmann\" (Atterbom 1867, S. 51-52).<\/i><br \/>\n Ein Jahr sp\u00e4ter kehrt er am 18. Mai nach Berlin zur\u00fcck bis er am 10. August\n die Hauptstadt endg\u00fcltig verl\u00e4\u00dft.<br \/>\n <br \/>\n <b>1819<br \/>\n <\/b> R\u00fcckkehr nach Upsala. Atterbom wird als Lehrer des Kronprinzen\n angestellt zur Unterrichtung der deutschen Sprache und der Literatur. Er\n begleitet den Kronprinzen von Upsala nach Stockholm. <br \/>\n <br \/>\n <b>1821<br \/>\n <\/b> Ernennung zum Dozenten f\u00fcr Geschichte an der Universit\u00e4t in Upsala.\n <br \/>\n <br \/>\n <b>1824<br \/>\n <\/b> Ernennung zum Adjunkt der Philosophie an der Universit\u00e4t in Upsala.\n <br \/>\n <br \/>\n <b>1828<br \/>\n <\/b> Bef\u00f6rderung zum Professor der Logik und Metaphysik. <br \/>\n <br \/>\n <b>1835<br \/>\n <\/b> Atterbom tauscht seine Professur gegen eine Professur f\u00fcr \u00c4sthetik.\n <br \/>\n <br \/>\n <b>1839<br \/>\n <\/b> Aufnahme in die Akademie der K\u00fcnste zu Berlin. <br \/>\n <br \/>\n <b>1855<br \/>\n <\/b> Atterbom stirbt am 21. Juli im Alter von 65 Jahren in Stockhlom.<br \/>\n <br \/>\n <br \/>\n <br \/>\n <b>Verwendete Literatur:<\/b><br \/>\n <br \/>\n Atterbom, Per Daniel Amadeus: <i>Aufzeichnungen des schwedischen Dichters\n P.D.A. Atterbom \u00fcber ber\u00fchmte deutsche M\u00e4nner und Frauen nebst\n Reiseerinnerungen aus Deutschland und Italien aus den Jahren 1817-1819<\/i>.\n \u00dcbersetzt von Franz Maurer. Berlin: Heymann 1867.<br \/>\n <br \/>\n <br \/>\n <br \/>\n SH<br \/>\n <br \/>\n <br \/>\n ","genealogie":"","primaer":null,"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2721\" class=\"link-hover text-primary\">Den unge Atterbom<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2722\" class=\"link-hover text-primary\">P. D. A. Atterboms sagospel Lycksalighetens \u00f6 som initiatoriskt drama<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2723\" class=\"link-hover text-primary\">Sinnenas rike<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2724\" class=\"link-hover text-primary\">Tecknets tragedi<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2725\" class=\"link-hover text-primary\">Atterbom<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2726\" class=\"link-hover text-primary\">Atterboms kunskapsuppfattning<\/a>"],"berlinaufenthalte":[],"fach":["Deutsche Sprache und Literatur"],"institution":[],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}