
{"meta":{"meta-title":"Johann Carl Wilhelm Moehsen < Personen","meta-description":"Johann Carl Wilhelm Moehsen < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/510","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/510","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Johann Carl Wilhelm Moehsen"},"count":{"lebensdaten":9,"namensformen":0,"genealogie":0,"biographie":1,"werke":0,"berlinaufenthalte":0,"register":3,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/510","text":"Johann Carl Wilhelm Moehsen"}]},"data":{"id":510,"zusatz_id":510,"meta":{"meta-title":"Johann Carl Wilhelm Moehsen < Personen","meta-description":"Johann Carl Wilhelm Moehsen < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/510","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/510"},"title":"Johann Carl Wilhelm Moehsen","nachname":"Moehsen","vorname":"Johann Carl Wilhelm","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"09.05.1722","geburtsort":"Berlin","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"22.09.1795","sterbeort":"Berlin","sterbeland":null,"berufe":["Arzt"],"vereine":[" <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/21\" class=\"link-hover text-primary\">(Geheime) Mittwochsgesellschaft (gegr\u00fcndet: 10.1783 aufgel\u00f6st: 11.1798)<\/a>"," <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/44\" class=\"link-hover text-primary\">Akademie der Wissenschaften<\/a>"],"bekanntschaften":[],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"Der fr\u00fch vaterlos gewordene M. wuchs, betreut von seiner Mutter, im Hause seines Gro\u00dfvaters Christoph Horch auf, der als Leibarzt und Mitglied der obersten preu\u00dfischen Gesundheitsbeh\u00f6rden eine geachtete Stellung einnahm.&nbsp; Schon fr\u00fchzeitig regte er ihn zur Besch\u00e4ftigung mit Kunst und Wissenschaft und zum Studium der Medizin an. M. begann das Studium am Berliner Collegium medico-chirurgicum bei Augustin Buddeus und Samuel Schaarschmidt und ging 1739 an die Univ. Halle, um dort vor allem Friedrich Hoffmann und Johann Heinrich Schulze zu h\u00f6ren. 1740 wechselte er an die Univ. Jena und beendete das Studium in Berlin. 1742 erledigt er in Halle die Promotionsformalit\u00e4ten und verteidigte unter J. H. Schulze die Dissertation \"De passionis iliacae causis et curatione\". Nach der Promotion lie\u00df sich M. in Berlin nieder, wo er bald durch erfolgreiche Behandlungen, aber wohl mehr noch durch sein g\u00fctiges, vorsorgliches und einf\u00fchlsames Wesen eine eintr\u00e4gliche Praxis f\u00fchrte. Er war ein Gegner aller \"heroischen\" Arzneimittel, betonte hingegen den Wert gesunder Lebensf\u00fchrung und stand der Naturheilkunde nahe. Anfangs unterst\u00fctzte ihn Horch bei der Existenzgr\u00fcndung und trat M. die von ihm bis dahin eingenommene Stellung des Arztes am Joachimsthalschen Gymnasium ab und erreichte auch, da\u00df M. 1747 zum Mitglied des Obercollegium medicum, der obersten Gesundheitsbeh\u00f6rde in Preu\u00dfen, ernannt wurde. 1763 wurde M. in das Obercollegium Sanitatis berufen, erhielt 1766 die Stelle des Arztes am K\u00f6nigl. Kadettencorps und an der Ritterakademie. 1777 wurde er als Adjunkt des Kreisphysikus des Kreises Teltow, des Geheimrats Cothenius, angestellt, nach dessen Tode 1789 ihm die Stelle endg\u00fcltig \u00fcbertragen wurde. 1778 wurde er zum Leibarzt Friedrich II. ernannt. Bereits 1745 war er zum Mitglied der Leopoldina gew\u00e4hlt worden, sp\u00e4ter erhielt er die Mitgliedschaft der Medizinischen Gesellschaft zu Paris und wurde 1787 in die K\u00f6nigl. Akademie der Wissenschaften in Berlin aufgenommen. Die wissenschaftlichen Arbeiten M.'s betrafen nur in geringem Ma\u00dfe die Medizin. Von ihnen ist die Abhandlung \u00fcber die Pockeninoculation ein wertvoller Beitrag zur Epidemiologie der Pocken und zur Geschichte der Pockenimpfung. Weitere Aufs\u00e4tze behandeln medizinische und gesundheitspolitische Spezialfragen. Mit der Bearbeitung und Herausgabe von Samuel Schaarschmidts Vorlesungen \"Therapia generalis\" (1749-50) - angereichert mit zahlreichen historischen Bemerkungen - bewies M. seinem Lehrer Dankbarkeit und publizierte zugleich ein beachtetetes Lehrbuch. Sein Hauptarbeitsgebiet erstreckte sich jedoch auf die Geschichte der Medizin sowie auf verschiedene Bereiche der Kunst- und Literaturwissenschaft und der Numismatik. Basis seiner Arbeiten war eine umfangreiche, seit seiner Jugend systematisch zusammengetragene Bibliothek, die er nach fast vollst\u00e4ndiger Vernichtung durch einen Brand erneut aufbaute, bis sie am Ende seines Lebens etwa 15000 B\u00e4nde umfa\u00dfte, erg\u00e4nzt durch Sammlungen von Karten, Handschriften, Gem\u00e4lden, Stichen, M\u00fcnzen und Medaillen. Gegen Ende seines Lebens \u00fcberlie\u00df er einen Teil der Sammlungen der Akademie gegen eine j\u00e4hrliche Leibrente. Mit finanzieller Beteiligung des K\u00f6nigs erwarb die K\u00f6nigliche Bibliothek in Berlin aus dem Nachla\u00df 6500 B\u00fccher und \u00fcber 800 Landkarten sowie Medailen und Kupferstiche mit Bezug zu Brandenburg-Preu\u00dfen. Die verbliebenen Teile der Sammlungen M.'s - u.a. noch ca. 3500 B\u00fccher - wurde zugunsten seines Neffen und Erben Christoph Horch versteigert. M.'s wissenschaftliches Werk besteht zum gro\u00dfen Teil aus der Katalogisierung und Beschreibung der von ihm gesammelten M\u00fcnzen und Medaillen und stellt damit eine bemerkenswerten Beitrag zur Numismatik dar. Spezialisiert auf die Geschichte der Medizin und des Gesundheitswesens hat er dar\u00fcberhinaus damit und mit der Verzeichnung und Beschreibung der \u00fcbrigen zahlreichen Portr\u00e4ts wesentlich die Ikonographie bereichert. Als einer der ersten Wissenschaftshistoriker st\u00fctzte er sich bei seinen Forschungen auf umfangreiches Quellenmaterial, so da\u00df seine Schriften bis in die Gegenwart einen hohen Rang behalten haben. Besonders verdienstvoll bleiben unter ihnen die Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg und die erste umfangreiche Biographie Leonhard Thurneissers. Mit ihnen ist M. der Wegbereiter der berlinisch-brandenburgischen Medizingeschichte geworden. Einige kleinere wissenschaftsgeschichtliche Beitr\u00e4ge, darunter der Nachruf auf Cothenius, erschienen in den Abhandlungen der Berliner Akademie.\n","genealogie":"","primaer":null,"sekundaer":null,"berlinaufenthalte":[],"fach":["Medizin"],"institution":["Akademie der Wissenschaften"],"ort":[],"verein":["(Geheime) Mittwochsgesellschaft  "],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}