
{"meta":{"meta-title":"Friedrich Ludwig Jahn < Personen","meta-description":"Friedrich Ludwig Jahn < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/549","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/549","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Friedrich Ludwig Jahn"},"count":{"lebensdaten":10,"namensformen":1,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":2,"berlinaufenthalte":0,"register":2,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/549","text":"Friedrich Ludwig Jahn"}]},"data":{"id":549,"zusatz_id":549,"meta":{"meta-title":"Friedrich Ludwig Jahn < Personen","meta-description":"Friedrich Ludwig Jahn < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/549","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/549"},"title":"Friedrich Ludwig Jahn","nachname":"Jahn","vorname":"Friedrich Ludwig","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"11.08.1778","geburtsort":"Lanz \/ Westprignitz","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"15.10.1852","sterbeort":"Freyburg an der Unstrut","sterbeland":null,"berufe":["Politiker","Publizist"],"vereine":[" <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/16\" class=\"link-hover text-primary\">Berlinische Gesellschaft f\u00fcr deutsche Sprache (gegr\u00fcndet: 05.01.1815 aufgel\u00f6st: 1880)<\/a>"],"bekanntschaften":{"7":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4128\" class=\"link-hover text-primary\">Ernst Moritz Arndt (Schriftsteller, Philologe)<\/a>","5":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/492\" class=\"link-hover text-primary\">Christian Samuel Theodor Bernd (Sprachwissenschaftler, Schriftsteller, P\u00e4dagoge, Heraldiker)<\/a>","4":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/768\" class=\"link-hover text-primary\">Karl Friedrich Friesen (P\u00e4dagoge)<\/a>","6":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/500\" class=\"link-hover text-primary\">Karl Justus Gruner (Polizeipr\u00e4sident, Jurist)<\/a>","3":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/762\" class=\"link-hover text-primary\">Christian Wilhelm Harnisch (P\u00e4dagoge)<\/a>","0":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/559\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Motte-Fouqu\u00e9 (Schriftsteller)<\/a>","1":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/566\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Ernst Plamann (P\u00e4dagoge)<\/a>","2":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/591\" class=\"link-hover text-primary\">Karl Ludwig Woltmann (Historiker, Schriftsteller, Publizist)<\/a>"},"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":"Turnvater","namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"<b><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">1778<br>\n<\/span><\/b><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">Friedrich Ludwig Jahn wird\nals Sohn eines evangelischen Pfarrers im<br>\nbrandenburgischen Lanz geboren. Bis zum 13. Lebensjahr erh\u00e4lt er<br>\nPrivatunterricht bei seinem Vater. <br>\n<br>\n<b>1791 bis 1794<\/b> <br>\nBesuch des Gymnasiums in Salzwedel. <br>\n<br>\n<b>1795<\/b> <br>\nUmzug nach Berlin. Besuch des Gymnasiums zum Grauen Kloster. <br>\n<br>\n<b>1796 bis 1798<\/b> <br>\nReisen und theologische, historische und geographische Studien an den<br>\nUniversit\u00e4ten in Halle, Frankfurt\/ Oder, Greifswald und G\u00f6ttingen. Jahns<br>\nInteresse gilt vor allem der \"deutschen\" Kultur und der deutschen<br>\nSprache.<br>\n<br>\n<b>1798<br>\n<\/b>Eintritt in einen freimaurerischen Sudentenorden in Halle. <br>\n<br>\n<b>1803<br>\n<\/b>Jahn erh\u00e4lt das \"Consilium abeundi\" an der Universit\u00e4t Greifswald<br>\naufgrund einer Pr\u00fcgelei mit einem Kommilitonen und wird von der Universit\u00e4t<br>\nausgeschlossen.<br>\n<br>\n<b>1803 bis 1809<\/b> <br>\nReisen durch Deutschland, verschiedene Anstellungen als Hauslehrer. Weitere<br>\nStudienversuche in G\u00f6ttingen und Jena. Insgesamt besucht Jahn auf seinen<br>\nWanderungen zehn Universit\u00e4ten mit unterschiedlicher Aufenthaltsdauer. Einen<br>\nAbschlu\u00df macht er nicht.<br>\n<br>\n<b>1809<br>\n<\/b>Erneuter Umzug nach Berlin. F\u00fcr einige Monate Anstellungen als<br>\nHilfslehrer am Friedrich-Werderschen Gymnasium. Ein endg\u00fcltiges<br>\nAnstellungsgesuch scheitert, weil Jahn das \"examen pro facultate\ndocendi\"<br>\nnicht besteht. Hilfslehreranstellung am Gymnasium zum Grauen Kloster und an<br>\nder Plamannschen Erziehungsanstalt, wo die Sch\u00fcler nach den Erziehungsideen<br>\nPestalozzis erzogen werden. Hier lernt Jahn seine sp\u00e4teren Begleiter<br>\nFriedrich Friesen und Wilhelm Harnisch kennen.<br>\n<br>\n<b>1810<br>\n<\/b>Gr\u00fcndung des \"Deutschen Bundes\" zusammen mit Friedrich Friesen.\nBeide<br>\nkonstituieren im \"Bundesbuch\" die Grundstatuten des Vereins<br>\n(\"Burschenfreiheit\", \"Ehre und Leben\" und \"Vaterland\nund Volk \u00fcber alles\", <br>\n\"Befreiung Deutschlands von der franz\u00f6sischen Herrschaft\",\n\"nationale<br>\nEinheit\"), der zum Vorl\u00e4ufer der deutschen Burschenschaften wird. <br>\n<br>\n<b>1811<br>\n<\/b>Er\u00f6ffnung des ersten Turnplatzes auf der Hasenheide in Berlin unter der<br>\nLeitung Jahns. Turnger\u00e4te und eine einheitliche Kleidung sind neben der<br>\nprogrammatischen Gymnastik weitere p\u00e4dagogische Neuerungen. Jahn scheidet<br>\naus dem Gymnasium zum Grauen Kloster aus. Nach der Gr\u00fcndung der Berliner<br>\nUniversit\u00e4t stellen die Studenten einen gro\u00dfen Teil der Teilnehmer der<br>\nTurn\u00fcbungen. Jahn bringt sich als Universit\u00e4tslehrer ins Gespr\u00e4ch und m\u00f6chte<br>\ndas Turnwesen als Teil der universit\u00e4ren Ausbildung etablieren. Die<br>\nUniversit\u00e4t reagiert auf Jahns Bewerbung ablehnend.<br>\n<br>\n<b>1813 bis 1815<\/b> <br>\nTeilnahme an den Befreiungskriegen, Mitbegr\u00fcnder des L\u00fctzowschen<br>\nFreikorps. <br>\n<br>\n<b>1814<br>\n<\/b>Heirat mit Helene Kollhoff in Berlin. <br>\n<br>\n<b>1815<\/b> <br>\nIn Jena wird die erste Burschenschaft gegr\u00fcndet. Sie greift Ideen und<br>\nIdeologien Jahns und des von ihm gegr\u00fcndeten \"Deutschen Bund\" auf. <br>\n<br>\n<b>1815 bis 1819<\/b> <br>\nVortr\u00e4ge Jahns \u00fcber \"Deutsches Volkstum\" in Berlin. Die\nBurschenschaften,<br>\ndas Turnwesen und damit auch Jahn stehen unter strenger Beobachtung der<br>\neinsetzenden Reaktion. Immer wieder kommt es zwischen der staatlichen Justiz<br>\nund Jahn zu Spannungen, ebenso zu Auseinandersetzungen zwischen<br>\nBurschenschaftlern, Turnern und den Beh\u00f6rden. Am 18. Oktober 1817 findet das<br>\nWartburgfest, 1818 die Breslauer Turnfehde statt. Die Breslauer Professoren<br>\nHendrik Steffens und Adolf Menzel sprechen sich lautstark gegen das<br>\nTurnwesen aus. H\u00f6hepunkt der Auseinandersetzungen ist 1819 die Ermordung des<br>\nDichters August Ferdinand v. Kotzebue durch den Turner Karl Sand. In den<br>\nKarlsbader Beschl\u00fcssen werden Burschenschaften, die Turnerbewegung und<br>\nindirekt Jahn f\u00fcr die Tat verantwortlich gemacht.<br>\n<br>\n<b>1819<br>\n<\/b>Jahn wird&nbsp; aufgrund der \"Verd\u00e4chtigung hochverr\u00e4terischer<br>\nVerbindungen\" in Berlin verhaftet. In der\nImmediat-Untersuchungs-Kommission<br>\nsitzt auch der Kammergerichtsrat E.T.A. Hoffmann. Der Kriegsrat Friedrich v. <br>\nC\u00f6lln und Geheimrat Heinrich Schmalz treten als Zeugen gegen Jahn auf. Haft<br>\nin Spandau, dann in K\u00fcstrin. Einstellung des Turnbetriebes durch das<br>\npreu\u00dfische Kultusministerium. <br>\n<br>\n<b>1820<br>\n<\/b>Schlie\u00dfung aller Turnpl\u00e4tze auch au\u00dferhalb der St\u00e4dte. Haftentlassung<br>\nJahns. Genehmigter Aufenthalt nur in der Festungsstadt Kolberg. <br>\n<br>\n<b>1823<br>\n<\/b>Tod seiner Frau Helene.<br>\n<br>\n<b>1825<br>\n<\/b>V\u00f6llige Freisprechung, verkn\u00fcpft mit dem Verbot des Aufenthalts in St\u00e4dten\nmit<br>\nUniversit\u00e4ten und Gymnasien. Umzug nach Freyburg\/ Unstrut. Heirat mit<br>\nEmilie Hentsch.<br>\n<br>\n<b>1829 bis 1836<\/b> <br>\nUmzug nach C\u00f6lleda. Wieder verst\u00e4rkte publizistische T\u00e4tigkeit. Aufsehen<br>\nerregt 1832 die Einweihung des Gustav-Adolf-Denkmals auf dem Schlachtfeld<br>\nvon L\u00fctzen, an der Jahn teilnimmt.<br>\n<br>\n<b>1838<br>\n<\/b>Im August verliert Jahn bei einem Brand sein Haus und die gesamte Habe.<br>\nEine bundesweite Spendensammlung, an der sich besonders viele junge Menschen<br>\nbeteiligen, erm\u00f6glicht ihm den Bau eines neuen Hauses und belegt die<br>\nnachhaltige Popularit\u00e4t Jahns.<br>\n<br>\n<b>1840<br>\n<\/b>Vollst\u00e4ndige Amnestie durch Friedrich Wilhelm IV. und nachtr\u00e4gliche<br>\nVerleihung des Eisernen Kreuzes II. Klasse. 1842 bewilligt der K\u00f6nig<br>\nJahn 1500 Thaler als eine Art Kostenr\u00fcckerstattung f\u00fcr seine aktive<br>\nTeilnahme am Befreiungskrieg 1813.<br>\n<br>\n<b>1848<br>\n<\/b>Jahn wird in das Parlament der Frankfurter Paulskirche gew\u00e4hlt. Seine<br>\nT\u00e4tigkeit bleibt ohne gro\u00dfe Wirkung. <br>\n<br>\n<b>1852<br>\n<\/b>Jahn stirbt 74 j\u00e4hrig in Freyburg an der Unstrut. <br>\n<br>\n----------------------------------------<br>\n<br>\nDer Sohn eines evangelischen Pfarrers wuchs in der brandenburgischen<br>\nProvinz auf, wurde zun\u00e4chst von seinem Vater unterrichtet und besuchte anschlie\u00dfend\ndrei<br>\nJahre lang das Gymnasium in Salzwedel. 1795 zog er nach Berlin und besuchte<br>\nf\u00fcr ein halbes Jahr das Gymnasium am Grauen Kloster, um es jedoch ohne<br>\nAbschlu\u00df wieder zu verlassen. Verschiedene Reisen, wechselnde Anstellungen<br>\nals Hilfs- und Hauslehrer, eine gescheiterte Teilnahme an der Schlacht gegen<br>\nNapoleon bei Jena\/ Auerstedt und der Besuch verschiedener Universit\u00e4ten in<br>\nDeutschland pr\u00e4gten Jahns Leben. Auf den Reisen verfa\u00dfte er seine<br>\nbekannteste Schrift \"Von deutschem Volkstum\", die 1810 in L\u00fcbeck\nerschien.<br>\nEin Jahr zuvor war Jahn nach Berlin zur\u00fcckgekehrt. Hier begann er sein<br>\neigentliches Werk: Gemeinsam mit dem sechs Jahre j\u00fcngeren Karl<br>\nFriedrich Friesen gr\u00fcndete er den \"Deutschen Bund\", der als Vorl\u00e4ufer\nder<br>\nBurschenschaften die Befreiung Deutschland von der franz\u00f6sischen Okkupation<br>\nund die nationale Einheit propagierte. Die Mitglieder stammten haupts\u00e4chlich<br>\naus Offiziers- und Lehrer- aber auch aus Studentenkreisen. 1811 riefen Jahn<br>\nund Friesen die Turnbewegung in der Berliner Hasenheide ins Leben. Ziel der<br>\nTurnbewegung war es, <i>\"die verlorengegangene Gleichm\u00e4\u00dfigkeit der<br>\nmenschlichen Bildung\"<\/i> wiederherzustellen und so ein k\u00f6rperliches<br>\nGegengewicht zur <i>\"einseitigen Vergeistlichung\"<\/i> zu schaffen.\nDie Ideen<br>\nvon Gemeinsinn, Volkstum, Volkscharakter und Nationalgef\u00fchl sollten durch<br>\ndas Turnen ausgebildet werden, denn <i>\"einer erstarkt bei der Arbeit an\ndem<br>\nandern, st\u00e4hlt sich an ihrer Kraft, ermutigt sich und richtet sich<br>\nempor\"<\/i>. Demzufolge unterst\u00fctzte die Turnkunst <i>\"vaterl\u00e4ndisches\nWerk<br>\nund volkst\u00fcmliches Wesen\"<\/i> und wurde f\u00fcr Jahn zum Hauptbestandteil\neiner<br>\nNationalerziehung und zu einem Teil der patriotischen Bewegung. W\u00e4hrend der<br>\nBefreiungskriege, an denen Jahn im L\u00fctzowschen Freikorps teilnahm, erreichten<br>\ndie \"Turner\" hohe Popularit\u00e4t und insbesondere die Berliner\nStudentenschaft<br>\nert\u00fcchtigte sich bei Turn\u00fcbungen. Nach den Befreiungskriegen geriet Jahn und<br>\nmit ihm die Turnbewegung immer mehr in Konflikt mit der staatlichen<br>\nObrigkeit, da die reaktion\u00e4re Politik des preu\u00dfischen K\u00f6nigshauses im<br>\nGegensatz zu den nationalstaatlichen Vorstellungen Jahns, der Turner und der<br>\nsich nun konstituierenden Burschenschaften stand. Die Auseinandersetzung<br>\nkulminierte in der Ermordung des Dichters Kotzebue durch den Jenaer<br>\nStudenten Karl Sand am 23. M\u00e4rz 1819. Das Turnwesen <span style=\"\">&nbsp;<\/span>wurde verboten, die<br>\nTurnpl\u00e4tze wurden geschlossen und Jahn wurde wegen \"hochverr\u00e4terischer\nVerbindungen\"<br>\nverhaftet und zu 6 Jahren Festungshaft verurteilt. Nach seiner<br>\nEntlassung erfolgte 1825 die v\u00f6llige Freisprechung, allerdings <br>\nunter der Auflage, die ihm den Aufenthalt in einer Universit\u00e4ts- oder<br>\nGymnasialstadt verbot. Erst Friedrich Wilhelm IV. hob die Einschr\u00e4nkungen<br>\nJahns vollst\u00e4ndig auf und verlieh ihm f\u00fcr seine Teilnahme an den\nBefreiungskriegen das Eiserne Kreuz. Jahn engagierte sich daraufhin wieder<br>\npolitisch. Er verfa\u00dfte mehrere Schriften und wurde 1848 in das<br>\nParlament der Frankfurter Paulskirche gew\u00e4hlt, wo seine Mitarbeit jedoch<br>\nwirkungslos blieb. Er zog sich nach Freyburg an der Unstrut zur\u00fcck, wo er<br>\n1852 mit 74 Jahren starb.<br>\n<br>\nEin interessantes Charakterbild Jahns zeichnete&nbsp;der Direktor des<br>\nFriedrich-Werderschen Gymnasiums August Ferdinand Bernhardi. 1818 wurde er<br>\nvom Minister Altenstein dazu angehalten, einen amtlichen Bericht \u00fcber Jahn<br>\nzu verfassen. Darin hei\u00dft es: <i>\"Sieht man auf das Geistige als ein<br>\nVerm\u00f6gen und eine Kraft, so kann man Jahn ein schnelles Fassungsverm\u00f6gen,<br>\nvon einem, wie es scheint, sehr gl\u00fccklichen Ged\u00e4chtnis unterst\u00fctzt, ein<br>\ngesundes Urteil, dem das Behalten gern und willig sich zum kombinieren<br>\nbietet, und welches bald als Tiefe, bald als Witz sich ausspricht. (...)<br>\ndurchaus nicht absprechen. Es sind demnach allerdings sehr gl\u00fcckliche<br>\nAnlagen mit denen die Natur ihn begabt hat, und wie k\u00f6nnte er auch ohne<br>\ndiese den Enthusiasmus hervorgebracht haben, um welchen ihn seine Feinde<br>\nbeneiden, weil sie in ihren matten Seelen wohl f\u00fchlen, da\u00df sie selbst nicht<br>\neinmal zu einem recht kr\u00e4ftigen Ha\u00df des angeklagten Mannes begeistern<br>\nk\u00f6nnen.<br>\n<br>\nSieht&nbsp; man aber auf das Geistige als entwickelte Kraft, als wirklich<br>\nstatische Ausbildung, so kommt allerdings ein ganz verschiedenes resultat<br>\nentgegen. (...).<br>\n<br>\nJahns Gef\u00fchl ist darin einseitig, da\u00df es \u00fcberwiegend auf das Handeln<br>\nausgerichtet ist, \u00fcberall sich mehr zur \u00c4u\u00dferung im wirklichen Leben sich<br>\nhineigt und also sich mehr als Gesinnung \u00e4u\u00dfert, als da\u00df es sich<br>\nselbstst\u00e4ndig um seiner selbst willen und unabh\u00e4ngig von anderen<br>\nGeisteskr\u00e4ften ausgebildet h\u00e4tte. (...).<br>\n<br>\nFassen wir das ganze Bild des Mannes nochmals zusammen - so ist Jahn ein<br>\nMann von h\u00f6chst gl\u00fccklichen Anlagen, aber mangehaft, einseitig und formlos<br>\nausgebildet, erf\u00fcllt von der Anschauung der alten deutschen Zeit, oft<br>\nverkennend das Gute und Sch\u00f6ne der neueren, von einem tiefen und lebendigen<br>\nGef\u00fchl, allein von begrenztem Umfange desselben und entbehrend des<br>\nEinflusses der Kunst, der davon abh\u00e4ngenden Feinheit desselben, welcher<br>\nMangel sich teils als H\u00e4rte, Schroffheit und Sch\u00e4rfe, teils als Verachtung<br>\nkonventioneller F\u00f6rmlichkeit ausspricht, von rein sittlicher Gesinnung,<br>\nergriffen von Liebe und Begierde (...) an eine bessere Zeit glaubend,<br>\nwillige Hand anlegend, sie herbeizuf\u00fchren, sie besonders f\u00fcr das Volk und<br>\nf\u00fcr die Deutschen herbeiw\u00fcnschend, sie erwartend von der Jugend, versehen<br>\nmit gro\u00dfer Kraft \u00fcber die Gem\u00fchter der letzteren, und mit Eifer und<br>\nEnthusiasmus ihre K\u00f6rper durch \u00dcbung bildend, aus einer fr\u00fcheren Opposition<br>\nherausgetreten, scheinbar ein zu gro\u00dfes Gewicht darauf legend\". (Jahn I<br>\n1884, S. XXV-XXX)<br>\n<\/i><br>\nAls Erg\u00e4nzung dieser Charakteristik kann E.T.A. Hoffmanns \"Anekdote \u00fcber<br>\nFriedrich Ludwig Jahn\" gesehen werden. Der Dichter war Mitglied der<br>\nUntersuchungskommission 1819, kannte Jahn und setzte sich auch f\u00fcr ihn ein.<br>\nDie Anekdote zeigt aber auch Hoffmanns innere Distanz zum\n\"Turnvater\":<br>\n<i>\"Vor kurzer Zeit erscheint ein Fremder in ****** in einer daselbst zur<br>\nSchau gestellten Menagerie wilder Tiere. Der Professor **** -<br>\n<br>\nein ber\u00fchmter H\u00fcpf- Spring- und Schwungmeister - war ebenfalls zugegen, und<br>\nder Charakter von Wildheit, den er in seiner \u00e4u\u00dferen Erscheinung affektiert,<br>\nmochte den Fremden ohne Zweifel \u00fcberraschen; denn als der W\u00e4rter der Tiere<br>\nNamen, Vaterland und Behandlungsweise jedes einzelnen bezeichnet hatte, vom<br>\nL\u00f6wen bis zum letzten Kakadu herab, wandte sich der Freund h\u00f6flich zu ihm<br>\nund fragte, auf den Professor deutend: \"O sagen Sie mir doch mein Bester,<br>\nwie hei\u00dft denn dieses wilde Tier?\" - Der W\u00e4rter fl\u00fcsterte: \"Mein\nHerr, das<br>\nist ja der Herr Professor ****.\" - Der Fremde bel\u00e4chelte seinen Irrtum und<br>\nden Wundermann und verlie\u00df kopfsch\u00fcttelnd den Saal der wilden Tiere\".<br>\n(Hoffmann 8 1983, S. 621)<br>\n<br>\n<b><br>\n<br>\n<\/b><\/i><b>Verwendete Literatur:<br>\n<br>\n<\/b>Hoffmann, E.T.A.: Letzte Erz\u00e4hlungen. Hrsg. von Victor Liebrenz.<br>\nBerlin: Aufbau-Verlag 1983. (= E. T. A. Hoffmann: Gesammelte Werke in<br>\nEinzelausgaben. Hrsg. von Hans Joachim Kruse u.a. Band 8) <br>\n<br>\nJahn, Friedrich Ludwig: Friedrich Ludwig Jahns Werke. Bd. I. Hrsg. von Carl<br>\nEuler. Hof: Lion 1884.<br>\n<br>\n<i><br>\n<br>\n<\/i>SH<br style=\"\">\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br style=\"\">\n<!--[endif]--><\/span>","genealogie":"Vater:  Alexander Friedrich Jahn (1742-1811), Pfarrer\nMutter: Dorothea Sophia (1751-?), geborene Schultze, ebenfalls eine Pfarrerfamilie aus\n           Lenzerwische","primaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2445\" class=\"link-hover text-primary\">Deutsches Volksthum<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2447\" class=\"link-hover text-primary\">Deutsches Volkstum<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2449\" class=\"link-hover text-primary\">Volk, Staat und Menschheit<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2450\" class=\"link-hover text-primary\">Entdeckung des Volkstums<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2451\" class=\"link-hover text-primary\">Unbekannte Briefe<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2453\" class=\"link-hover text-primary\">Die Briefe F. 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