
{"meta":{"meta-title":"Michel Victor Acier < Personen","meta-description":"Michel Victor Acier < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/5921","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/5921","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Michel Victor Acier"},"count":{"lebensdaten":9,"namensformen":0,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":1,"berlinaufenthalte":0,"register":1,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/5921","text":"Michel Victor Acier"}]},"data":{"id":5921,"zusatz_id":5921,"meta":{"meta-title":"Michel Victor Acier < Personen","meta-description":"Michel Victor Acier < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/5921","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/5921"},"title":"Michel Victor Acier","nachname":"Acier","vorname":"Michel Victor","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"06.08.1736","geburtsort":"Versailles","geburtsland":"Frankreich","staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"weiblich","konfession":"","sterbedatum":"17.02.1799","sterbeort":"Dresden","sterbeland":null,"berufe":["Bildhauer"],"vereine":[],"bekanntschaften":[],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"<b>1736<br><\/b>Michel Victor Acier wird im August 1736 in Versaille als Sohn des Weinh\u00e4ndlers Victor Acier und seiner Frau Marie Claude, geb. Descaves, geboren. Die in der Forschung allgemein angegebene Datierung der Geburt auf den 20. Januar hat sich als unzutreffend erwiesen (vgl. Braun 2009, S.13).<br><br>Studium an der Acad\u00e9mie Royale. Acier ist dort m\u00f6glicherweise Sch\u00fcler von Jean Baptiste Pigalle, Louis Claude Vass\u00e9 oder Augustin Pajou, genauere Angaben sind jedoch nicht bekannt.<br><br><b>1759<br><\/b>Erfolglose Beteiligung am \"<i>Grand Prix de sculpture<\/i>\" der <i>\u00c9cole Acad\u00e9mique<\/i>.<br><br><b>1762<br><\/b>Acier fertigt seine erste gr\u00f6\u00dfere Skulptur \"<i>Annette et Lubin<\/i>\" an. Das Motiv bezieht sich auf die Schlussszene des gleichnamigen Lustspiels von Charles Simon Favart.<br><br><b>1763<br><\/b>Beteiligung an einer Terrakotten-Ausstellung in Paris.<br><br><b>1764<br><\/b>Da die Porzellanmanufaktur in Mei\u00dfen, den Bildhauer Francois-Nicolas Delaistre nicht f\u00fcr eine Anstellung bei der Manufaktur gewinnen k\u00f6nnen, wird am 27. August Acier unter Vertrag genommen, der offensichtlich bereits Kontakte zum s\u00e4chsischen Prinzregenten Xaver besa\u00df. \u00dcber Aciers bisherige Arbeiten ist wenig bekannt, die Briefe der Manufakturangestellten sprechen nur von Kleinplastiken, w\u00e4hrend sich Acier in einem Brief vom 28. August als \"<i>Sculpteur du Roi<\/i>\" bezeichnet (Briefe bei Braun 2004, S.57ff). M\u00f6glicherweise hat er zu diesem Zeitpunkt bereits eine Kapelle in der Bourgogne mit Statuen ausgestattet (Keller 1788, S. 13). Etwa um den 20. September siedelt Acier nach Dresden \u00fcber.<br><br><b>1765<br><\/b>Am 17. M\u00e4rz wird Acier am S\u00e4chsischen Hof vorgestellt. Da Acier bez\u00fcglich seiner Besoldung neue Forderungen stellt, muss am 1. April ein neuer Vertrag aufgesetzt werden. Dieser sieht eine monatliche Bezahlung von 800 Talern \u00fcber einen Zeitraum von 15 Jahren vor, hinzu kommt ein Pensionsanspruch von monatlich 400 Talern (S\u00e4chsHStaA, Geheimes Kabinett, Loc. 1345\/2, f. 334-334v). Offiziell erh\u00e4lt er den Rang eines \"<i>Modelleurs<\/i>\" und bleibt damit, auch was sein Gehalt betrifft, Johann Joachim Kaendler, dem \"<i>Hof-Kommissar<\/i>\" und \"<i>ersten Modellmeister<\/i>\", der bis dahin in alleiniger Regie die k\u00fcnstlerische Leitung der Manufaktur innehatte, untergeordnet (Spee, 2004, 33f.).<br><br>Am 29. Oktober heiratet Acier in der Dresdner Hofkirche Maria Christina Eleonora Wittich, Tochter von Georg Wittich, der w\u00e4hrend des Siebenj\u00e4hrigen Krieges im Kaiserlich-\u00d6sterreichischen Heer gedient hatte und in Dresden verblieben war.<br><br><b>1771<br><\/b>1771 m\u00f6glicherweis aber auch erst 1773 muss Acier muss aufgrund&nbsp; zunehmender Arbeitsanforderungen an der Porzellanmanufaktur von Dresden nach Mei\u00dfen \u00fcbersiedeln.<br><br><b>1772<br><\/b>Mit der sogenannten \"<i>Gro\u00dfen Russischen Bestellung<\/i>\" durch Katharina II. kommt es erstmals zu einer engen Zusammenarbeit mit Kaendler. Die 40teilige Gruppe mit mythologischen und allegorischen Motiven, die f\u00fcr einen Pavillon im Schlo\u00dfpark von Oranienbaum (heute Lomonossow) bestimmt war, wird 1775 fertiggestellt. Teile der Arbeit befinden sich heute im Staatlichen Museum und Garten Oranienbaum, Lomonossow (Abbildungen bei Pietsch, 2004, S. 102-125). Kattharina II. hatte sich mit ihrem Auftrag bewu\u00dft gegen die Hofierung Friedrich II. entschieden, der versucht hatte, sie mit Geschenken an die Berliner Porzellanmanufaktur zu binden (Spee, 2004, S. 50).<br><br><b>1773<br><\/b>Die Einstellung Johann Eleazar Zeissigs, genannte Schenau, am 10. Januar als Leiter der Zeichenschule, die der Manufaktur angeschlossen war, f\u00fchrt zu einer engen Zusammenarbeit des K\u00fcnstlers mit Acier.<br><br><b>1774<br><\/b>Bei der Ausf\u00fchrung des o.g. Auftrages kommt es immer wieder zu Streitigkeiten mit Kaendler: Am 15. September h\u00e4lt daher eine Verordnung die Aufteilung der Bestellung unter den beiden K\u00fcnstlern fest.<br><br><b>1775<br><\/b>Nach dem Tod Kaendlers \u00fcbernimmt Acier dessen Nachfolge, seine ehemalige Stelle als zweiter Modellmeister wird nicht wieder besetzt. In einem auf den 1. M\u00e4rz datierten Brief an den Generaldirektor der Manufaktur, Graf Camillo Marcolini-Feretti, beschwert sich Acier, dass er von nun an monatliche Arbeitsberichte abliefern muss. <br>Bis 1776 entsteht ein gro\u00dfer Tafelaufsatz mit allegorischen Motiven sowie einer Reiterstatuette Kurf\u00fcrst Friedrich August III. zu dessen 26. Geburtstag am 23. Dezember 1776 die Arbeit angefertigt werden sollte. Ab Juni beginnt Acier mit der Serie der sogenannten \"<i>Devisenkinder<\/i>\", die er nach Zeichnungen von Zeissig bis Januar 1780 fertigstellt. <br><br><b>1777<br><\/b>Im Juni schafft Acier eine verkleinerte Fassung des Leipziger Denkmals f\u00fcr den Dichter Christian F\u00fcrchtegott Gellert von Adam Friedrich Oeser in Porzellan. Eine weitere Reduktion ebenfalls nach einem Leipziger Gellert-Denkmal von Friedrich Samuel Schlegel wird im Juli des Folgejahres angefertigt (Spee 2004, S. 50). <br><br><b>1778<br><\/b>Acier fertigt eine Reiterstatuette Friedrich II. aus Porzellan an, um sich dem Preu\u00dfischen K\u00f6nig zu empfehlen (Abbildung bei Albiker 1935, Katalog-Nr. 330).<br><br><b>1779<br><\/b>Von Juli bis M\u00e4rz 1780 arbeite Acier an einem Tafelaufsatz mit der Darstellung des \"<i>Frieden von Teschen<\/i>\" f\u00fcr F\u00fcrst Nikolai Grigorjewitsch Repnin-Wolkonski.<br>In einem Schreiben vom 25. September bittet Acier den S\u00e4chsichen Kurf\u00fcrsten um seine Pensionierung als Modellbauer der Manufaktur und bem\u00fcht sich um die \u00dcbernahmen des Amtes als Hofbildhauer, das durch den Tod Gottfried Kn\u00f6fflers am 11. September freigeworden war. Mit Erlaubnis des Kurf\u00fcrsten siedelt Ancier nach Dresden \u00fcber. Kn\u00f6fflers Stelle an der Dresdner Akademie soll jedoch auf Empfehlung Christian Ludwig von Hagedorn durch Carl Friedrich Sch\u00e4ffer besetzt werden (Briefwechsel zwischen dem Kurf\u00fcrsten und Hagedorn bei Braun 2004, S. 68ff.).<br><br><b>1780<\/b><br>Nach dem Tod Hagedorns 1780 \u00fcbernimmt Camillo Marcolini dessen Stelle und empfiehlt, die Stelle als Hofbildhauer \"<i>unter zwey Bildhauer zu vertheilen<\/i>\": Sch\u00e4ffer und Acier (Brief Marcolinis bei Braun, 2004, S. 70). <br><br><b>1781<br><\/b>Acier beginnt sich erstmals wieder mit Gro\u00dfplastiken zu besch\u00e4ftigen.<br>Ende September stirbt Sch\u00e4ffer in Rom. Acier wird jedoch entgegen fr\u00fcherer Annahmen in der Literatur nicht an der Dresdner Akademie aufgenommen (Braun 2009, S. 20).<br><br><b>1783<br><\/b>Acier hat ein Relief mit der Darstellung des am 5. Mai 1757 in der Schlacht bei Prag gefallenen General-Feldmarschalls Schwerin gefertigt. Nachdem es 1788 bei der Berliner Akademie-Ausstellung gezeigt wurde (B\u00f6rsch-Supan, Kataloge, 1 Bd. 1788: 364) schenkt Friedrich II. das Relief, das inschriftlich als \"<i>schickliche Allegorie auf das K\u00f6niglich Preussische Haus<\/i>\" bezeichnet wird, dem Grafen Friedrich Albrecht von Schwerin. Dieser stellt das Relief in der Schlo\u00dfkirche zu Borau bei Oels in Schlesien (heute Borowa Olesnicka) auf.<br><b><br>1784<\/b><br>Am 12.10 heiratet Aciers Tochter Maria Theresia den S\u00e4chsischen Hofkapellmeister Joseph Schuster. Das Trau-Buch des Katholischen Dorfpfarramtes vermerkt Acier als \"<i>Churf\u00fcrstl. Model Meisters bey der Porcelain fabrique in Meisen<\/i>\".<br><br><b>1786<br><\/b>Acier versucht erfolglos, einen Alabaster-Abgu\u00df des o.g. Reliefs \u00fcber den Leipziger Kunsth\u00e4ndler Carl Christian Heinrich Rost vertreiben zu lassen (<i>Anzeige aller Kunstwerke der Rostischen Kunsthandlung zu Leipzig<\/i>, 1786, S. 51).<br><br><b>1787<br><\/b>Acier bittet in einen Brief an den Kurator der Berliner Akademie der K\u00fcnste, Friedrich Anton von Heinitz, um eine angemessene Honorierung f\u00fcr das o.g. Relief und ersucht zudem um die Aufnahme an die Berliner Akademie. Ein auf den 26. Juni datierter Brief best\u00e4tigt die Aufnahme als Ehrenmitglied. Acier sendet zusammen mit einem Dankesschreiben Ende Juli an Kopie des o.g. Reliefs an die Akademie (Briefwechsel zwischen Acier und Heinitz bei Braun 2009, S. 23-28).<br><br><b>1788<br><\/b>Die Berliner Akademie-Ausstellung zeigt am 13. Oktober das o.g. Relief (B\u00f6rsch-Supan 1971, Bd. 1,\n 1788:364).<br><br><b>1799<\/b><br>Am 16. Februar stirbt Acier. Der Monatsrapport der Manufaktur h\u00e4lt im Februar die Einstellung der Pensionszahlung f\u00fcr den \"<i>Exmodellmeister<\/i>\" fest.<br><br><br><b>Christopher Drum, 2009<\/b><br><br><br>Literatur:<br><b>Braun<\/b>, L.: <i>?ajkovskijs franz\u00f6sischer Urgro\u00dfvater Michel Victor Acier. Modellmeister in Dresden<\/i>; in: Mitteilungen der Tschaikowsky-Gesellschaft, 10, 2003. S. 74-82.<br><b>Dies.<\/b>: <i>Die Familie Acier in Dresden. Dokumente aus dem S\u00e4chsichen Hauptstaatsarchiv<\/i>; in: Mitteilungen der Tschaikowsky-Gesellschaft, 11, 2004.&nbsp; S. 55-72.<br><b>Dies.<\/b>: <i>Der Stammbaum der Familie Acier in Frankreich<\/i>; Mitteilungen der Tschaikowsky-Gesellschaft, 16, 2009. S. 12-15.<br><b>Dies.<\/b>: <i>Michel Victor Acier und die Preussische Akademie der K\u00fcnste<\/i>; in: Mitteilungen der Tschaikowsky-Gesellschaft, 16, 2009.<br><b>Keller<\/b>, H. (Hrsg.): <i>Nachrichten von allen in Dresden lebenden K\u00fcnstlern<\/i>, Leipzig 1788. 220 S.<br><b>Pietsch<\/b>, U. \/ <b>Bubtschikowa<\/b>, M. (Hrsg.): <i>Mei\u00dfen f\u00fcr die Zaren. Porzellan als Mittel s\u00e4chsich-russischer Politik im 18. Jarhundert<\/i>, Ausstellungskatalog, M\u00fcnchen 2004. 143 S.<br><b>Spee<\/b>, P. von: <i>Die klassizistische Porzellanplastik der Meissener Manufaktur von 1764 bis 1814<\/i>, Diss., Bonn 2004.","genealogie":"Vater: Victor Acier, Weinh\u00e4ndler (zuvor Koch)\nMutter: Marie Claude Descaves, Tochter von Claude Descaves (Weinh\u00e4ndler)\nEhefrau: Maria Christina Eleonora, geb. Wittich (1746\/47-1811), Tochter von Georg Wittich (\u00d6sterreichischer Soldat)\nSohn: Ioannes Baptista Carolus Victor Ignatius (geb. 1771)\nSohn: Johann Christian Victor (geb. 1773)\nSohn: Michael Heinrich Maximilian (1778-1836)\nTochter: Maria Theresia Ignatia (geb. 1768)\nTochter: Maria Sophie Augusta Amalia (geb. 1775)\nTochter: Maria Josepha Henrietta (geb. 1781)","primaer":null,"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/9937\" class=\"link-hover text-primary\">Michel Victor Acier 1736 - 1799<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/9939\" class=\"link-hover text-primary\">Die Familie Acier in Dresden \u2013 Dokumente aus dem S\u00e4chsischen Hauptstaatsarchiv<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/9940\" class=\"link-hover text-primary\">Der Stammbaum der Familie Acier in Frankreich<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/9941\" class=\"link-hover text-primary\">Michel Victor Acier und die Preussische Akademie der K\u00fcnste<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/9942\" class=\"link-hover text-primary\">Joseph Schuster, der s\u00e4chsische Schwager von ?ajkovskijs Gro\u00dfvater Acier<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/9946\" class=\"link-hover text-primary\">Nachrichten von allen in Dresden lebenden K\u00fcnstlern<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/9947\" class=\"link-hover text-primary\">Die Meissner Porzellantiere im 18. Jahrhundert<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/9948\" class=\"link-hover text-primary\">Mei\u00dfen f\u00fcr die Zaren. Porzellan als Mittel s\u00e4chsisch-russischer Politik im 18. Jahrhundert<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/9949\" class=\"link-hover text-primary\">Die klassizistische Porzellanplastik der Meissener Manufaktur von 1764 bis 1814 <\/a>"],"berlinaufenthalte":[],"fach":["Bildende Kunst"],"institution":[],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}