
{"meta":{"meta-title":"Fran\u00e7ois Th\u00e9odore Lagarde < Personen","meta-description":"Fran\u00e7ois Th\u00e9odore Lagarde < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/664","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/664","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Fran\u00e7ois Th\u00e9odore Lagarde"},"count":{"lebensdaten":10,"namensformen":0,"genealogie":0,"biographie":1,"werke":2,"berlinaufenthalte":0,"register":1,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/664","text":"Fran\u00e7ois Th\u00e9odore Lagarde"}]},"data":{"id":664,"zusatz_id":664,"meta":{"meta-title":"Fran\u00e7ois Th\u00e9odore Lagarde < Personen","meta-description":"Fran\u00e7ois Th\u00e9odore Lagarde < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/664","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/664"},"title":"Fran\u00e7ois Th\u00e9odore Lagarde","nachname":"Lagarde","vorname":"Fran\u00e7ois Th\u00e9odore","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"de","geburtsdatum":"1756","geburtsort":"K\u00f6nigsberg","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"reformiert","sterbedatum":"1824","sterbeort":null,"sterbeland":null,"berufe":["Verleger"],"vereine":[],"bekanntschaften":{"5":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/662\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Erich Biester (Publizist, Bibliothekar)<\/a>","0":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/744\" class=\"link-hover text-primary\">Samuel Heinrich Catel (Sprachwissenschaftler, Redakteur, Prediger)<\/a>","2":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/643\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Wolfgang Goethe (Dichter, Politiker)<\/a>","4":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/658\" class=\"link-hover text-primary\">Julius Eduard Hitzig (Jurist, Schriftsteller, Buchh\u00e4ndler, Verleger)<\/a>","1":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/539\" class=\"link-hover text-primary\">Daniel Jenisch (Polyhistoriker, Philosoph, Publizist, Theologe)<\/a>","3":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/656\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Friedrich Vieweg (Verleger, Buchh\u00e4ndler)<\/a>"},"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n\n\n<p><b><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">1756<\/span><\/b><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"> <br>\nFran\u00e7ois Th\u00e9odore de Lagarde wird als Spr\u00f6\u00dfling einer Hugenottenfamilie in\nK\u00f6nigsberg geboren. In den Jugendjahren tritt Lagarde zun\u00e4chst als Lehrling in\neine K\u00f6nigsberger Galanteriewaren-Handlung ein. Nach seinem Umzug nach Berlin\narbeitet er im Gesch\u00e4ft eines Verwandten. Sp\u00e4ter arbeitet er als Gehilfe des\nfranz\u00f6sischst\u00e4mmigen Berliner Buchh\u00e4ndlers Etienne de Bourdeaux. <br>\n<br>\n<b>1783<\/b> <br>\nLagarde erh\u00e4lt von offizieller Seite das Privileg <i>\"in Unsern hiesigen\nResidentzien einen freyen Buchhandel anlegen \u00f6ffnen und halten und darin gleich\nandern privilegirten Buchh\u00e4ndlern allerhand gute, n\u00fctzliche und erbauliche\nFranz\u00f6sische B\u00fccher und Materien in allen Facultaeten, freyen K\u00fcnsten und\nWissenschaften ungehindert und au\u00dferhalb den \u00f6ffentlichen Jahrm\u00e4rkten kaufen\nund verkauffen, hiern\u00e4chst auch dergleichen gute und n\u00fctzliche Schriften, wann\ndieselben zuvor geh\u00f6rigen Orts revidiret und censiret worden, selbst auflegen,\ndrucken lassen und verhandeln m\u00f6ge\". (Hentschel 1992, S. 77 ff.)<\/i>. <br>\nKurz darauf beginnt seine verlegerische T\u00e4tigkeit. Seine engen, teils auf\nfamili\u00e4re Bindungen zur\u00fcckzuf\u00fchrenden Beziehungen zur franz\u00f6sischen Gemeinde\nBerlins erleichtern ihm den Einstieg: Lagarde verlegt die Werke der\nreformierten franz\u00f6sischen Theologen Fr\u00e9d\u00e9ric Reclam, Louis Fr\u00e9d\u00e9ric Ancillon\nu. a., sowie religi\u00f6se Schriften und Predigten, die auf den 100. Jahrestages\ndes Edikts von Nantes Bezug nehmen.<br>\n<br>\n<b>1784<\/b><br>\nLagarde fusioniert mit dem kurl\u00e4ndischen Buchh\u00e4ndler Johann Daniel Friedrich.\nUm den Markt im Osten Preu\u00dfens besser erschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen wird eine\nNiederlassung in Libau gegr\u00fcndet. Die Folgen dieser Expansion sind Kontakte zu\nneuen Autoren und eine Erweiterung des Verlagsprogramms. Lagarde &amp;\nFriedrich publizieren in deutscher und franz\u00f6sischer Sprache<br>\n<br>\n<b>1886<br>\n<\/b>Im Todesjahr Friedrich II. erscheinen Mirabeaus Schriften bei Lagarde.<br>\n&nbsp; <br>\n<b>1789<\/b> <br>\nLagarde publiziert das 1788 in Paris erschienene Werk \"Anacharsis Reise\ndurch Griechenland\" des franz\u00f6sischen Altertumswissenschaftlers Jean\nJacques Barthelemy in deutscher Sprache. F\u00fcr die \u00dcbersetzung der in Frankreich\n\u00fcberaus erfolgreichen Schrift \u00fcber das antike Griechenland im 4. Jahrhundert\nstellt Lagarde zun\u00e4chst Daniel Jenisch an, der aber scheitert. Erich Biester\nvollendet die \u00dcbersetzung des sieben b\u00e4ndigen Werkes, das zwischen 1794 und\n1804 weitere Auflagen erf\u00e4hrt.<br>\n<br>\n<b>1790<br>\n<\/b>Der Kreis der Autoren wird popul\u00e4rer. Lagarde verlegt gemeinsam mit\nFriedrich die \"Kritik der Urteilskraft\" von Immanuel Kant und Leonard\nEulers \"Vollst\u00e4ndige Anleitung zur Differezial-Rechnung\". Insgesamt\nerstreckt sich das Verlagsprogramm auf wissenschaftliche Arbeiten,\n\u00dcbersetzungen, vornehmlich aus dem Franz\u00f6sischen und auf die Publikation\nfranz\u00f6sischer Werke f\u00fcr die franz\u00f6sische Gemeinde Berlins. Theologie und\nPhilosophie geh\u00f6ren genauso zum thematischen Spektrum, wie Schriften zur\nMathematik und Physik. Lediglich das literarische Fach bleibt bei Lagarde\nunterrepr\u00e4sentiert. Das Programm unterstreicht den\nwissenschaftlich-aufkl\u00e4rerischen Anspruch des Verlegers.<br>\n<br>\n<b>1791<\/b><br>\nLagarde trennt sich von Johann David Friedrich, der weiterhin f\u00fcr den\nwissenschaftlichen Buchmarkt in Libau publiziert. Lagarde beschr\u00e4nkt sich auf\nden Berliner Buchmarkt.<br>\n<br>\n<b>1793 bis 1799<br>\n<\/b>Unter dem Titel \"Michael Montaignes Gedanken und Meinungen \u00fcber\nallerlei Gegenst\u00e4nde\" erscheinen die ber\u00fchmten \"Essais\" des\nfranz\u00f6sischen Philosophen erstmals in deutscher Sprache. Die dreib\u00e4ndige\n\u00dcbersetzung leistet der Weimarer Johann Joachim Christian Bode.<br>\nDie \u00dcbersetzung erh\u00e4lt au\u00dferordentlich gute Kritiken. Der \"Teutsche\nMerkur\" preist in einem Vorabdruck den <i>\"vorz\u00fcglichen Werth\"\n(TM 1 1793, S. 307)<\/i> der Publikation. In der \"Neuen allgemeinen\ndeutschen Bibliothek\" hei\u00dft \u00fcber den <i>\"vortrefflichen\n\u00dcbersetzer\": Sein richtiger Geschmack bewahrte ihn vor der Klippe, an der\nwahrscheinlich mancher andere gestrandet w\u00e4re; er versuchte nicht, den\nveralterten Ton seines Originals durch \u00e4hnliche deutsche Archaismen zu treffen.\n(...)...gleichwohl hat sich der \u00dcbersetzer noch ein gro\u00dfes und verdientes Lob\nerworben. Sein Verdienst ist, da\u00df er alles erhielt, was zu erhalten war, und\neinen neuen und gl\u00e4nzenden Beweis seines Geschmacks und seiner\nBeurtheilungskraft gab er dadurch, da\u00df er nicht mehr zu erhalten versuchte, als\nsich erhalten lie\u00df\". (NadB 10.1 1794, S. 192).<\/i><br>\n<br>\n<b>1795<\/b> <br>\nLagarde unternimmt trotz der unruhigen politischen Verh\u00e4ltnisse eine Reise nach\nFrankreich um den dortigen Buchmarkt auf potentielle Erwerbungen zu pr\u00fcfen.\nZiel ist es, neue franz\u00f6sische Werke m\u00f6glichst schnell zu \u00fcbersetzen und in den\ndeutschen Buchhandel zu bringen. Samuel Henri Catel wird als \u00dcbersetzer\nangestellt.<br>\n<br>\n<b>1796<\/b> <br>\nLagardes Unternehmung ist erfolgreich verlaufen. Jean Pierre Claris de Florians\n\"Fabeln\" erscheinen in deutscher \u00dcbersetzung. Mit Gaspar Melchor de Jovenallos\nSchauspiel \"Der edle Verbrecher\" nimmt er erstmals eine \u00dcbersetzung\naus dem Spanischen in sein Programm auf. Zudem bem\u00fcht sich Lagarde mit Johann\nFriedrich J\u00fcngers \"Wilhelmine\" und Karl August B\u00f6ttigers Biographie\ndes Montaigne\u00fcbersetzers Bode verst\u00e4rkt um den literarischen Markt. <br>\n<br>\n<b>1797 bis 1798<\/b><br>\nIn Begleitung seines Freundes Vieweg bereist Lagarde Paris ein zweites Mal. Er\ntritt mit einigen Pariser Buchh\u00e4ndlern in engen Kontakt. Ziel ist es, seine\nverlegerische T\u00e4tigkeit auf Frankreich auszuweiten. Tats\u00e4chlich macht Lagarde\nGewinne und arbeitet mit der Nationalbibliothek zusammen.<br>\n<br>\n<b>1800<\/b> <br>\nLagarde beabsichtigt die Herausgabe einer Prachtausgabe von Homers Werken in\nder \u00dcbersetzung Friedrich August Wolfs. Goethe und Wilhelm von Humboldt sollen\nals Mitarbeiter gewonnen werden. Angesichts der schwierigen politischen\nUmst\u00e4nde und der damit verbundenen finanziellen Knappheit scheitert das gewagte\nProjekt jedoch. Auch die fertig gestellte Montaigneausgabe erweist sich als\nfinanzieller Fehlschlag, da nicht gen\u00fcgend Exemplare abgesetzt werden k\u00f6nnen.<br>\n<br>\n<b>1802<\/b> <b>bis 1804<\/b><br>\nDie Situation auf dem Buchmarkt verschlechtert sich zusehends. Mit der Aufnahme\nzweier Werke des popul\u00e4ren Dichters August von Kotzebue ins Verlagsprogramm\n(\"Almanach dramatischer Spiele zur geselligen Unterhaltung auf dem Lande,\nBde. 1-5\" und \"Une an\u00e9e m\u00e9morable de la vie d'Auguste de\nKotzebue\") verzeichnet Lagarde zwar Gewinne, mit dem Finanzier und Freund\nJohann Georg Scheffner kommt es jedoch zum Streit. Lagarde mu\u00df sich nach neuen\nGeldquellen umsehen. Mit dem Erwerb zweier Holzschneidem\u00fchlen in K\u00fcstrin versucht\ner die finanzielle Situation zu verbessern, ein Plan, der vorerst aufgeht.<br>\n<br>\n<b>Ab 1805<\/b> <br>\nDer Ausbruch des dritten Koalitionskrieges und die Niederlage Preu\u00dfens gegen Napoleon\nim Oktober 1806 zerst\u00f6ren die wirtschaftliche Grundlage seines Verlages. Lediglich\ndie M\u00fchlen werfen noch soviel Gewinn ab, da\u00df Lagarde seine Familie ern\u00e4hren\nkann, allerdings mu\u00df er sie in staatlichen Besitz \u00fcberf\u00fchren. Lagarde ist ab\n1810 nur noch Angestellter seines ehemaligen Besitzes. Den verschuldeten Verlag\n\u00fcberschreibt er 1812 seinem Schwiegersohn K\u00f6chly.<br>\n<br>\n<b>1815<\/b> <br>\nK\u00f6chly \u00fcbernimmt offiziell den Verlag, der von nun an auch unter seinem Namen\nver\u00f6ffentlicht.<br>\n<br>\n<b>1824<\/b> <br>\nTod Lagardes. <br>\n<br>\nLagarde war einer der Profiliertesten Verleger im Berlin der Sattelzeit. Er\npublizierte wissenschaftliche B\u00fccher und Literatur, franz\u00f6sische \u00dcbersetzungen\ndeutscher Werke und franz\u00f6sische Schriften in deutscher Sprache. Er geh\u00f6rte zum\nKreis der Berliner Aufkl\u00e4rung. Mit den Verlegerkollegen G\u00f6schen und Vieweg\nverband ihn eine enge Freundschaft. Im Rahmen seiner verlegerischen T\u00e4tigkeit\nsetzte er sich f\u00fcr die&nbsp; Verst\u00e4ndigung zwischen dem reformierten\nfranz\u00f6sischsprachigen Berlin und der deutschen Intellektuellenschicht der\npreu\u00dfischen Hauptstadt ein. Lagarde verlegte Klassiker wie Cicero und Michael\nMontaigne und wissenschaftliche Autoren wie Leonard Euler und Jean Pierre\nErmann. Zur Riege der Autoren, die bei Lagarde ver\u00f6ffentlicht wurden z\u00e4hlten\nImmanuel Kant, Samuel Heinrich Catel Carl August B\u00f6ttiger und viele andere.<br>\nAuf seiner Montaigneausgabe basiert die historisch-kritische Montaigneedition\nvon Otto Flake und Wilhelm Weigand von 1908. Der Verlag war bis weit ins 19.\nJahrhundert hinein unter dem Namen seines Schwiegersohns K\u00f6chly erfolgreich.<br>\n<br>\n<b>Verwendete Literatur:<\/b><br>\nHentschel, Uwe: <i>\"Aus mir wird niehmals ein gelehrter Buchh\u00e4ndler\".\nDer Berliner Verleger Francois Th\u00e9odore de Lagarde (1756-1824)<\/i>. In:\nLeipziger Jahrbuch zur Buchgeschichte Bd 2 (1992), S. 77-107<br>\n<i><br>\n<\/i>Neue allgemeine deutsche Bibliothek vom 10. Januar 1794, Bd 10, 1. St., S.\n191-199<br>\nTeutscher Merkur 1793, Bd. 1, S. 307-332<br>\n<br>\nSH<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n","genealogie":"","primaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3096\" class=\"link-hover text-primary\">Zwischen Paris und Mitau<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3097\" class=\"link-hover text-primary\">Der deutsche Buchhandel gegen Ende des 18. und zu Anfang des 19. 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