
{"meta":{"meta-title":"Johann Heinrich Stobwasser < Personen","meta-description":"Johann Heinrich Stobwasser < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/723","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/723","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Johann Heinrich Stobwasser"},"count":{"lebensdaten":10,"namensformen":0,"genealogie":0,"biographie":1,"werke":2,"berlinaufenthalte":0,"register":2,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/723","text":"Johann Heinrich Stobwasser"}]},"data":{"id":723,"zusatz_id":723,"meta":{"meta-title":"Johann Heinrich Stobwasser < Personen","meta-description":"Johann Heinrich Stobwasser < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/723","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/723"},"title":"Johann Heinrich Stobwasser","nachname":"Stobwasser","vorname":"Johann Heinrich","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"16.11.1740","geburtsort":"Lobenstein","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"31.08.1829","sterbeort":"Braunschweig","sterbeland":null,"berufe":["Lackwarenfabrikant","Erfinder"],"vereine":[" <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/55\" class=\"link-hover text-primary\">Sing-Academie (gegr\u00fcndet: 24.05.1791)<\/a>"],"bekanntschaften":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/816\" class=\"link-hover text-primary\">Carl Johann Heinrich Kretschmar (Maler)<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/826\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Heinrich St\u00fcrmer (Maler)<\/a>"],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n\n<div class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 12pt;\"><b><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">1740<\/span><\/b><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"> <br>\nJohann Heinrich Stobwasser wird am 16. November als Sohn des Glasermeisters und\nKleinh\u00e4ndlers Georg Sigismund Stobwasser und der Christine Elisabeth in\nLobenstein im s\u00e4chsischen Voigtland geboren. Die Familie ist arm und sehr\nreligi\u00f6s, dem Pietismus zugetan. Die starke Fr\u00f6mmigkeit bleibt zeitlebens f\u00fcr\ndie Familie pr\u00e4gend. Stobwasser begleitet den arbeitsuchenden Vater auf\nWanderungen durch Deutschland. Stationen sind u. a. die St\u00e4dte Mainz, Frankfurt\na. M., M\u00fcnchen, Augsburg, Ansbach und N\u00fcrnberg. Die Reisen \u00fcber Kunst- und\nHandwerkerm\u00e4rkte wecken sein Interesse f\u00fcr Lackarbeiten und Lackherstellung. Er\nentwickelt eigene Techniken und lackiert Dosen, Trinkbecher und K\u00e4stchen.<br>\n<br>\n<b>1760<br>\n<\/b>Der Markgraf von Bayreuth wird auf die Kunstfertigkeit des 20j\u00e4hrigen\naufmerksam und bietet ihm die Ausbildung in seiner Malerakademie an. Stobwasser\nschl\u00e4gt das Angebot jedoch aus und bleibt im Gesch\u00e4ft des Vaters, das trotz der\nErfolge des Sohnes keine gro\u00dfen Gewinne macht.<br>\n<br>\n<b>1763<br>\n<\/b>Die achtk\u00f6pfige Familie folgt dem Aufruf des Herzogs von Braunschweig, der\nK\u00fcnstler und Handwerker anwerben m\u00f6chte und er\u00f6ffnet eine Lackwarenfabrik. Nach\nanf\u00e4nglichen Schwierigkeiten kann sich die Familie in Braunschweig etablieren.\nEin von Stobwasser lackiertes Gewehr macht auf den Herzog gro\u00dfen Eindruck. Er\nl\u00e4\u00dft sein ganzes Regiment mit kunstvoll lackierten Karabinern ausstatten. Die\nFamilie erh\u00e4lt ihren ersten Gro\u00dfauftrag.<br>\n<br>\n<b>1768<br>\n<\/b>Der Betrieb besteht aus 24 Mitarbeitern.<br>\n<br>\n<b>1774<br>\n<\/b>Der Herzog schenkt der Familie ein herrschaftliches Haus in der Stadt. Die\nErzeugnisse, vornehmlich Kaffee- und Pr\u00e4sentierbretter, Tischplatten, Dosen,\nPfeifenk\u00f6pfchen und B\u00fcchsen finden gro\u00dfen Absatz. Hochzeit von Stobwasser mit\nSophie Elisabeth Gersting, einer Tischlertochter aus Hannover.<br>\n<br>\n<b>1775<br>\n<\/b>Auf Betreiben der Schwester Luise Dorothee und ihres Mannes Johann Gu\u00e8rin\nwird eine Fabrik in Berlin in der Wilhelmstra\u00dfe er\u00f6ffnet.<br>\n<br>\n<b>1776<br>\n<\/b>Tod des Vaters. Stobwasser \u00fcbernimmt das Gesch\u00e4ft in Braunschweig.<br>\n<br>\n<b>1778<br>\n<\/b>Geburt der Tochter Henriette.<br>\n<br>\n<b>1782<\/b><br>\nDie Lackierfabrik in Berlin erwirtschaftet 3111 Rthl. und ist damit das\nzweitgr\u00f6\u00dfte Unternehmen dieser Art in der Stadt.<br>\n<br>\n<b>1785<br>\n<\/b>Geburt des Sohnes Johann Ludwig.<br>\n<br>\n<b>1797<br>\n<\/b>Der Fabrik in Berlin wird ein k\u00f6nigliches Privileg ausgestellt. Der Betrieb\nist nach der ebenfalls privilegierten Lackierfabrik Chevalier der zweitgr\u00f6\u00dfte\nseiner Art in Berlin. Es werden nun auch Kutschen und Droschken lackiert.\nStobwasser zieht f\u00fcr vier Jahre in die preu\u00dfische Hauptstadt.<br>\n<br>\n<b>Ab 1800<\/b> <br>\nfungiert die Fabrik in Berlin als eine Art Ausbildungsst\u00e4tte und Kunstschule\nmit eigener Gem\u00e4ldegalerie und dient einigen Sch\u00fclern als Sprungbrett zur\nKunstakademie.<\/span><\/div><div class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 12pt;\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><b>1802<br><\/b>Die Stobwassersche Lackfabrik zeigt bei der Berliner Akademieausstellung folgende Arbeiten: Vier \"ovale Plateuas\" in der Gr\u00f6\u00dfe zwischen 29 und 31 Zoll \"mit Figuren gemalt von Herrn St\u00fcrmer, nach einem Kupferstich aus dem Sturm von Shakespear, Akt 4, Scene1\", \"mit Figuren von demselben Maler, vorstellend eine der ber\u00fchmtesten Schmieden in Irland\", \"mit Figuren von demselben Maler, Paulus Aemilius, gestochen von Bartolozzi nach Angelika Kauffmann\" sowie \"mit Figuren von demselben Maler, Friedrich II und General Zieten bei Leuthen den 5. Decbr. 1757 gestochen von Meno Haas, nach der Zeichnung von [Karl Friedrich] Hampe\", die ersten zwei scharz, das dritte wei\u00df und das letzte rot lackiert (B\u00f6rsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1802:393-396).<br><br><b>1804<br><\/b>Unter den ausgestellten \"Fabrik- und Gewerkarbeiten\" im Katalog der Berliner Akademie wird \"Ein Kaminschirm, bestehend aus drei lakkirten Platten mit Landschaften und mythologischen Figuren bemalt. Der Rahmen ist vom Bildhauer gearbeitet und \u00e4cht vergoldet\" der Stobwasserschen Lackfabrik gezeigt (B\u00f6rsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1804:527).<br><\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">\n<b>1809<\/b><\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><b>\n<\/b>Tod der Gattin Sophie Elisabeth.<\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><\/span><\/div><div class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 12pt;\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">\n<br>\n<b>1810<br>\n<\/b>Stobwasser setzt seinen Sohn als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ein. Bei der diesj\u00e4hrigen Berliner Akademieausstellung werden \"Zwei antike Schaalentr\u00e4ger\" gezeigt. Die beiden Arbeiten werden im Anhang des Kataloges unter den nachgereichten St\u00fccken vermerkt (B\u00f6rsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1810:418).<br>\n<br><\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><b>1812<\/b> <\/span><\/div><div class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 12pt;\">Stobwasser geht eine zweite Ehe ein und heiratet Katharine R\u00f6ntgen, die Mutter\nseines Schwiegersohnes.<br><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><br><\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">\n<\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">\n<b>1818<\/b><\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><b>\n<\/b><\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">Endg\u00fcltige \u00dcbersiedlung des Sohnes nach Berlin.<br><br><\/span><\/div><div class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 12pt;\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><b>1822<br><\/b>Die Stobwassersche Lackfabrik ist zum letzten Mal bei der Berliner Akademieausstellung vertreten. Dem Publikum wird \"Ein Blumengef\u00e4\u00df, in antiker Form; Lapis-Lazuli Farbe; Henkel und F\u00fc\u00dfe von vergoldeter Bronze. An den Seiten zwei Medaillons, den Sommer und Herbst vorstellend\" gezeigt (B\u00f6rsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1822:602).<br><\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">\n<b>1825<\/b> <\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">\nTod Katharines.<\/span><\/div><div><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><\/span><\/div><div class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 12pt;\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">\n<br>\n<b>1829<br>\n<\/b>Am 31 August erliegt Stobwasser den Folgen eines Schlaganfalls und wird in\nBraunschweig bestattet. <br>\n<br>\n<b>1832<\/b> <br>\nbesch\u00e4ftigt die in England und Frankreich bekannte Fabrik 120 Maler. In eine\nAktiengesellschaft umgewandelt, bleibt das Unternehmen bis weit ins 19.\nJahrhundert hinein im Familienbesitz. Die Fabrik in Braunschweig wird in diesem\nJahr verkauft.<br>\n<br>\nSH<o:p><\/o:p><\/span><\/div>\n\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><br>\nStobwasser, Sohn eines Wanderh\u00e4ndlers, entwickelte nach Anregungen der\nLackwarenherstellung in Ansbach experimentell die Rezeptur eines hochwertigen\nLacks und nahm daraufhin zun\u00e4chst in seiner Heimat, ab 1763 in Braunschweig die\nLackwarenproduktion auf. Seine Warenpalette umfa\u00dfte schnell die gesamte\ntraditionelle Lackkunst - lackierte Stockkn\u00e4ufe und Trinkbecher sowie das\nLackieren von Kutschen und S\u00e4nften, Uniform- und Ausr\u00fcstungsteilen der Armee,\nM\u00f6bel. Auch fertigte er lackierte Galanteriewaren wie sie in England und\nFrankreich bekannt waren - Schatullen und Dosen, insbesondere Tabaksdosen,\nTabletts und Teller etc. \u2013, erweiterte dieses Sortiment erheblich um die verschiedensten\nGebrauchsgegenst\u00e4nde und Hausrat \u2013 vom Toilettenartikel bis hin zu Leuchtern\nund Lampen \u2013 und brachte seine Lackwaren in Deutschland in Mode. Ein breites\nSpektrum der Gesellschaft, vom unteren B\u00fcrgertum \u00fcber die Aristokratie bis hin zu\nden H\u00f6fen, stellte Stobwassers Kundschaft dar. Schon fr\u00fch entstand eine Reihe\nvon gleichartigen, meist selbst nicht innovativen Manufakturen, zuerst in\nBraunschweig, dann in Berlin, wo Stobwasser im Jahr 1797 ein Zweigunternehmen\ngr\u00fcndete, schlie\u00dflich vielerorts. Die erste Generation dieser\nKonkurrenzunternehmen wurde ausschlie\u00dflich von fr\u00fcheren Angestellten\nStobwassers errichtet. Sehr oft sind die Produkte der Konkurrenz so gut wie\nnicht von denen Stobwassers zu unterscheiden.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">Stobwassers Produkte, \u00fcblicherweise\naus Papiermach\u00e9, Blech oder Zinn, zeichnen sich durch eine\nhochveredelnde Lackierung, eine zeitgem\u00e4\u00dfe Form sowie eine feine Bemalung <\/span><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">aus<\/span><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">. Erst\nin den sp\u00e4teren Jahrzehnten wurde diese meist nur noch fabrikm\u00e4\u00dfig ausgef\u00fchrt.\nWo eine als Bildfeld geeignete Fl\u00e4che war, wie auf Tabaksdosen, Tabletts, bei M\u00f6beln\netc., wurden bildm\u00e4\u00dfige Malereien angebracht - \u00fcberwiegend Landschaften,\nPortr\u00e4ts von Prominenten wie von Privatpersonen, Erotica, Darstellungen mit\nBez\u00fcgen zu den Ereignissen der Zeit, (Miniatur-)Kopien von Altmeistergem\u00e4lden,\nsp\u00e4ter auch von zeitgen\u00f6ssischen Genrebildern. Au\u00dfer der bildm\u00e4\u00dfigen Malerei\nweisen die Lackwaren Stobwasserscher Pr\u00e4gung eine nicht selten reiche\nOrnamentmalerei auf.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">Stobwasser selbst hatte\nautodidaktisch k\u00fcnstlerische Fertigkeiten erlangt. In den Anfangsjahren\n\u00fcbernahm er die Bemalung eines Teils seiner Produktion selbst. Eigenh\u00e4ndige\nArbeiten sind bislang nicht nachweisbar.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">Mit dem Aufschwung des Betriebs\nseit den 1770er Jahren wurde die Malerei nach dem Muster der Porzellanmanufakturen\neingerichtet. Wie jene bildete die Lackkunstmanufaktur eigene Kr\u00e4fte heran;\nmehrere Lehrlinge arbeiteten unter der Aufsicht einiger Maler und des\nMalereivorstehers; hier wie dort wurden neben den Fabrikmalern gelegentlich\noder regelm\u00e4\u00dfig freie K\u00fcnstler besch\u00e4ftigt (insgesamt waren z. B. um 1790 in\nBraunschweig ca. 40 Maler besch\u00e4ftigt, in Berlin 1797-1806 ca. 10 bis ca. 35\nMaler, um 1808 bis zu 50). Auch personell war die Lack- eng mit der\nPorzellanmalerei verbunden; zahlreiche Maler wechselten von der einen zur\nanderen Gattung \u00fcber oder waren f\u00fcr beide Betriebe t\u00e4tig. Das bedeutendste\nBeispiel hierf\u00fcr ist der Braunschweiger Landschaftsmaler Pascha Johann\nFriedrich Weitsch (1723-1803), der in den 70er und 80er Jahren pr\u00e4genden\nEinflu\u00df auf die Malerei bei Stobwasser aus\u00fcbte. In den 90er Jahren machte sich\ndaneben der Einflu\u00df von Weitschs \u00e4ltestem Sohn Friedrich Georg (1758-1828)\ngeltend, der nach seiner \u00dcbersiedlung nach Berlin zeitweilig der Malerei des\ndortigen Stobwasserwerks vorstand.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">Auf die Braunschweiger Malerei war\ndie Ansiedlung Stobwassers von nachhaltiger Wirkung. Nicht nur bot er\nortsans\u00e4ssigen und wandernden Malern Auftr\u00e4ge, er rekrutierte auch\nNachwuchskr\u00e4fte aus der Einwohnerschaft sowie aus Kreisen der Herrnhuter Br\u00fcdergemeinden,\ndenen er selbst angeh\u00f6rte. Eine gro\u00dfe Zahl von Malern hat in den Manufakturen\nStobwassers diese Bahn eingeschlagen. Viele davon haben sich anschlie\u00dfend an\nKunstakademien weitergebildet, einige sich mit ihrer Kunst einen Namen gemacht.\nSo gut wie alle Maler in Braunschweig standen in mehr oder weniger enger\nVerbindung mit der Lackkunst Stobwassers bzw. seiner Epigonen. Weniger\neinschneidend war die Wirkung in Berlin, wo das Kunstleben zu reichhaltig war,\nals da\u00df eine Lackkunstmanufaktur dieses h\u00e4tte dominieren k\u00f6nnen, und wo zudem\nmit der Kunstakademie eine Beh\u00f6rde als Zentrum bestand. Dennoch hat Stobwasser\nauch hier als Auftraggeber eine Rolle gespielt, dies insbesondere, als in\nnapoleonischer Zeit die \u00fcbrige Kunstproduktion beinahe zum Erliegen kam,\nStobwasser aber Konjunktur hatte. Auch Schinkel hat in diesen Jahren f\u00fcr\nStobwasser gearbeitet. An beiden Standorten war die Firma Stobwasser ein wichtiger\nk\u00fcnstlerischer und wirtschaftlicher Faktor.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">Stobwasser wurde beim Aufbau seiner\nWerke durch merkantilistische F\u00f6rderma\u00dfnahmen von den Regierungen Braunschweigs\nund Preu\u00dfens unterst\u00fctzt. Die Ursache der Filialgr\u00fcndung Ende 1797 in Berlin\nd\u00fcrfte die Erh\u00f6hung der preu\u00dfischen Einfuhrz\u00f6lle gewesen sein, durch welche\nStobwasser in einen Wettbewerbsnachteil gegen\u00fcber der zunehmenden inl\u00e4ndischen\nKonkurrenz geraten war. Mit mehrfach wechselnden Teilhabern und mit seinem Sohn\nChristian Heinrich, der 1797 in das Unternehmen eingetreten war, leitete\nStobwasser den Aufbau des Betriebs. 1801 oder 1802 kehrte er nach Braunschweig\nzur\u00fcck.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">1808 machte er seinen Sohn zum\nTeilhaber, zwei Jahre sp\u00e4ter gab er beide Werke vollst\u00e4ndig an ihn weiter.\nWeiterhin \u00fcbte er jedoch in Braunschweig eine Aufsichtsfunktion aus, dies noch\neinmal verst\u00e4rkt nach der \u00dcbersiedlung seines Sohnes nach Berlin im Jahr 1818.\nAbgesehen hiervon lebte Stobwasser im Alter immer ausschlie\u00dflicher seiner\nherrnhuterischen Fr\u00f6mmigkeit.<br style=\"\">\n<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br style=\"\">\n<!--[endif]--><o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">Er unternahm Handlungsreisen in\nganz Deutschland und angrenzenden Gebieten (Baltikum, Russland) sowie Besuchsreisen\nbei Niederlassungen von Herrnhuter in Sachsen, der Lausitz, Schlesien, Preu\u00dfen,\nBremen.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">Reimar Lacher<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\"><br>\n<br>\nQuellen: Stadtarchiv Braunschweig, CVII:313, Personalienslg. u. a.;<br>Nieders\u00e4chsisches Staatsarchiv Wolfenb\u00fcttel, 4 Alt 5, Nr. 385 u. a.;<br>Geheimes\nStaatsarchiv zu Berlin Preu\u00dfischer Kulturbesitz, HA II, Abt. 25, Tit. CDXVIII,\nNr. 77 und Abt. 26, Tit. CCCXX, Nr. 91;<br>Landesarchiv Berlin, A Rep. 010-02, Nr.\n6282;<br>Christian Heinrich Stobwasser: Die merkw\u00fcrdigsten Begebenheiten aus der\nLebensgeschichte von Johann Heinrich Stobwasser. Braunschweig 1830;<br>Christian\nScherer: Joh. Heinr. Stobwasser und seine Lackwaarenfabrik in Braunschweig. In:\nBraunschweigisches Magazin, 1900, S. 49-55;<br>Franz Fuhse: Vom Braunschweiger\nTischlerhandwerk - Stobwasserarbeiten. Braunschweig 1925 (Braunschweiger\nWerkst\u00fccke 1);<br>Detlev Richter: Lackdosen. M\u00fcnchen 1988  <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n","genealogie":"","primaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3529\" class=\"link-hover text-primary\">Neuestes Conversationshandbuch f\u00fcr Potsdam und Berlin<\/a>"],"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3525\" class=\"link-hover text-primary\">Die merkw\u00fcrdigsten Begebenheiten aus der Lebensgeschichte von Johann Heinrich Stobwasser<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3526\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Heinrich Stobwasser's Lebensgeschichte<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3527\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Heinrich Stobwasser und seine Lackwaarenfabrik in Braunschweig<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3528\" class=\"link-hover text-primary\">Ein Lobensteiner macht Geschichte<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/7882\" class=\"link-hover text-primary\">Die merkw\u00fcrdigsten Begebenheiten aus der Lebensgeschichte von Johann Heinrich Stobwasser<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/7890\" class=\"link-hover text-primary\">Wie durch Gottes Segen ein Haus gebaut wird<\/a>"],"berlinaufenthalte":[],"fach":["Wirtschaft"],"institution":[],"ort":[],"verein":["Sing-Academie  "],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}