
{"meta":{"meta-title":"Hans Rudolf Bischoffwerder < Personen","meta-description":"Hans Rudolf Bischoffwerder < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/734","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/734","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Hans Rudolf Bischoffwerder"},"count":{"lebensdaten":11,"namensformen":0,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":2,"berlinaufenthalte":0,"register":1,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/734","text":"Hans Rudolf Bischoffwerder"}]},"data":{"id":734,"zusatz_id":734,"meta":{"meta-title":"Hans Rudolf Bischoffwerder < Personen","meta-description":"Hans Rudolf Bischoffwerder < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/734","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/734"},"title":"Hans Rudolf Bischoffwerder","nachname":"Bischoffwerder","vorname":"Hans Rudolf","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"von","geburtsdatum":"13.11.1741","geburtsort":"Ostramondra\/ Kreis Eckartsberga","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"evangelisch-lutherisch","sterbedatum":"31.10.1803","sterbeort":"Potsdam oder Marquardt (Osthavelland)","sterbeland":null,"berufe":["General","Politiker"],"vereine":[],"bekanntschaften":{"2":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/667\" class=\"link-hover text-primary\">Heinrich Christian Kurt Haugwitz (Minister)<\/a>","5":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/733\" class=\"link-hover text-primary\">Ewald Friedrich Hertzberg (Staatsmann, Minister, Jurist)<\/a>","0":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/714\" class=\"link-hover text-primary\">Marchese Girolamo Lucchesini (Diplomat)<\/a>","4":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/730\" class=\"link-hover text-primary\">Christian Massenbach (Geograph, Milit\u00e4r)<\/a>","6":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4861\" class=\"link-hover text-primary\">Anastasius Ludwig Mencken (Diplomat, Geh. Kabinettsrat)<\/a>","7":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4863\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Wilhelm II. Preu\u00dfen (K\u00f6nig von Preu\u00dfen)<\/a>","1":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/618\" class=\"link-hover text-primary\">Charlotte Elisabeth Konstantina Recke (Schriftstellerin, Dichterin)<\/a>","3":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/690\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Christoph W\u00f6llner (Minister)<\/a>"},"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n <b>1741<br>\n <\/b> Hans Rudolf Bischoffwerder wird am 13. November in Ostramondra im\n th\u00fcringischen Amtsbezirk Eckartsberga als Sohn des kurs\u00e4chsischen\n Rittmeisters Hans Rudolf von Bischoffwerder und dessen Ehefrau Henriette\n Wilhelmine von B\u00fcnau geboren. <br>\n <br>\n <b>1754<br>\n <\/b> Tod des Vaters. <br>\n <br>\n <b>1756<br>\n <\/b> Beginn des Studiums der Rechte an der Universit\u00e4t Halle. <br>\n <br>\n <b>1760<br>\n <\/b> Aus Abneigung gegen das Fach bricht Bischoffwerder sein Studium ab um\n als Soldat in das preu\u00dfische K\u00fcrassier-Regiment Nr. 11 einzutreten, in dem\n er bis 1763 am Siebenj\u00e4hrigen Krieg teilnimmt. <br>\n <br>\n <b>1761<br>\n <\/b> Bef\u00f6rderung zum Kornett. <br>\n <br>\n <b>1762<br>\n <\/b> Tod der Mutter. <br>\n <br>\n <b>1763<br>\n <\/b> Nach dem Frieden von Hubertusburg beendet Bischoffwerder im Juli&nbsp;\n seine milit\u00e4rische Laufbahn und zieht sich vorerst auf seine Erbg\u00fcter\n zur\u00fcck. Im selben Jahr nimmt er eine Stelle als Kammerherr in Dresden an.\n <br>\n <br>\n <b>1764<br>\n <\/b> Am 1. M\u00e4rz Hochzeit mit Luise Christiane von Wilcke, Tochter eines\n s\u00e4chsischen Kammerhern. Bischoffwerder tritt den Dienst als Stallmeister des\n Herzogs Karl von Kurland an, der am kurs\u00e4chsischen Hof lebt. <br>\n <br>\n <b>1766<br>\n <\/b> Erwerb zweier Ritterg\u00fcter in Sachsen.<br>\n <br>\n <b>1772<br>\n <\/b> Mit dem Eintritt des Herzogs von Kurland in den Freimaurerorden nimmt\n vermutlich auch Bischoffwerder erste Kontakte zu dem Orden auf und geh\u00f6rt\n bald darauf zu den f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten des im selben Jahr im Schlo\u00df\n des Grafen Br\u00fchl zu Kohlo gegr\u00fcndeten Konvents. <br>\n <br>\n <b>1774<br>\n <\/b> Bischoffwerder ist Zeuge bei einem aufsehenerregenden Proze\u00df um den\n Selbstmord des Leipziger Kaffeehauswirts und Freimaurers Johann Georg\n Schrepfer. Es wird ihm seitdem unterstellt, den \"Apparat\", mit dem Schrepfer\n seine Geisterbeschw\u00f6rungen veranstaltete, geerbt und sp\u00e4ter in Berlin zum\n Betrug des K\u00f6nigs eingesetzt zu haben. <br>\n <br>\n <b>1776<br>\n <\/b> Bischoffwerder lernt auf dem Konvent in Wiesbaden die Lehren des Barons\n von Gugomos (als Rosenkreuzer Theophilus genannt) kennen. <br>\n <br>\n <b>1778<br>\n <\/b> Bischoffwerder stellt sich wieder in preu\u00dfische Dienste, wird Adjutant\n des Prinzen Heinrich von Preu\u00dfen und \u00fcbernimmt f\u00fcr ihn im Rahmen der\n preu\u00dfischen Mobilisierung f\u00fcr den bayerischen Erbfolgekrieg das Kommando\n \u00fcber ein s\u00e4chsisches J\u00e4gercorps. F\u00fcr die Anstellung bezieht der Major ein\n Jahresgehalt von 572 Talenr. W\u00e4hrend des Erbfolgekrieges lernt Bischoffwerder den Thronfolger Friedrich Wilhelm II. kennen.<br>\n <br>\n <b>1779<br>\n <\/b> Am 24. April Einritt in den Rosenkreuzer-Zirkel in Berlin. <br>\n <br>\n <b>1780<br>\n <\/b> Nach dem Teschener Frieden, der das Ende des bayerischen Erbfolgekrieg\n bedeutet, l\u00e4\u00dft sich Bischoffwerder in Potsdam nieder und w\u00e4hlt, getrennt von\n seiner in Dresden lebenden Frau und seinen beiden T\u00f6chtern, seinen neuen\n Wohnsitz in der N\u00e4he des Schlosses. Friedrich II. ernennt ihn zum\n pers\u00f6nlichen Adjutanten seines Thronfolgers. Bischoffwerder gewinnt\n zunehmend Einflu\u00df auf den Kronprinzen und sp\u00e4teren K\u00f6nig Friedrich Wilhelm\n II. <br>\n <br>\n <b>1781<br>\n <\/b> Bischoffwerder gelingt es den Kronprinzen zum Eintritt in den\n Rosenkreuzerorden zu bewegen. <br>\n <br>\n <b>Ab 1786<br>\n <\/b> Bischoffwerder ist der engste Vertraute und Berater Friedrich Wilhelms\n II und setzt seine milit\u00e4rische Karriere fort. Der neue K\u00f6nig ernennt ihn\n zum Oberstleutnant und bewilligt ein h\u00f6heres Gehalt von 2000 Talern.<br>\n <br>\n <b>1787<br>\n <\/b> Am 13. Mai erfolgt die Bef\u00f6rderung zum Oberst, was eine abermalige\n Erh\u00f6hung des Jahreseinkommens nach sich zieht.<br>\n <br>\n <b>1789<br>\n <\/b> Am 17. Juni Ernennung zum Generaladjutant. Sp\u00e4testens zu diesem\n Zeitpunkt leitet Bischoffwerder im Hintergrund die preu\u00dfische Au\u00dfenpolitik.\n Seine milit\u00e4rische Verf\u00fcgungsgewalt bezieht sich allerdings nur auf das von\n ihm kommandierte berittene J\u00e4gerkorps.<br>\n <br>\n <b>1790<br>\n <\/b> Als Chef des berittenen Feldj\u00e4gerkorps spricht sich Bischoffwerder\n gegen die Mi\u00dfhandlung von Soldaten aus. Bei der Reichenbacher Konvention,\n die ein B\u00fcndnisverh\u00e4ltnis zwischen Preu\u00dfen und \u00d6sterreich im Falle eines\n Krieges gegen Ru\u00dfland festlegen soll, fungiert er als preu\u00dfischer\n Unterh\u00e4ndler. <br>\n <br>\n <b>1791<br>\n <\/b> Bischoffwerder ist Preu\u00dfischer Unterh\u00e4ndler bei der Pillnitzer\n Deklaration, die eine unverbindliche Er\u00f6rterung der Lage des verhafteten\n franz\u00f6sischen K\u00f6nigs zwischen den \u00f6stereichischen und preu\u00dfischen Monarchen\n zum Gegenstand hat.<br>\n <br>\n <b>1791<br>\n <\/b> Bef\u00f6rderung zum Generalmajor. <br>\n <br>\n <b>1792<br>\n <\/b> Der Minister Ewald Friedrich Graf v. Herzberg wird entlassen. Inwieweit\n die Entlassung auf das Betreiben Bischoffwerders zur\u00fcckgeht, l\u00e4\u00dft sich nicht\n eindeutig beurteilen. Verleihung des Roten adlerordens an\n Bischoffwerder.<br>\n <br>\n <b>1794<br>\n <\/b> Bischoffwerders erste Ehe wird in Dresden geschieden. <br>\n <br>\n <b>1795<br>\n <\/b> Am 22. Februar heiratet Bischoffwerder in Frankfurt a. M. zum zweiten\n mal. Die verwitwete Wilhelmine Catharine Gr\u00e4fin Pinto (1759-1833), Tochter\n des Geheimen Finanzrates Friedrich Wilhelm von Tarrach wird seine\n Braut.&nbsp; <b><br>\n <\/b> Der K\u00f6nig schenkt Bischoffwerder 30 000 Taler und erm\u00f6glicht ihm\n dadurch das Gut Marquardt zu erwerben. Mit der f\u00fcr die Zeit nicht un\u00fcblichen\n Geldschenkung m\u00f6chte der K\u00f6nig <i>\"einen Beweis Meines Wohlwollens\n geben\"<\/i> und Bischoffwerder zeigen <i>\"da\u00df ihr die Freundschaft so Ich f\u00fcr\n Euch hege, mehr und mehr erkennet und Euch stets des Wohlwollens erinnert\n Eures Wohl Affectionierten K\u00f6nigs\". (Neumann&nbsp; 1997, S. 116).<\/i><br>\n Geburt seines Sohnes Wilhelm Hans Rudolf Ferdinand. K\u00f6nig Friedrich Wilhelm\n II. ist Pate. <br>\n <br>\n <b>1796<br>\n <\/b> Bef\u00f6rderung zum Generalleutnant am 1. Januar. Im Rahmen der dritten\n Teilung Polens erh\u00e4lt Bischoffwerder drei k\u00f6nigliche G\u00fcter in\n S\u00fcdpreu\u00dfen.<br>\n <br>\n <b>1797<br>\n <\/b> Bischoffwerder \u00fcberbringt dem Kronprinzen die Nachricht vom Tod\n Friedrich Wilhelms II.&nbsp; am 16. November. Von Friedrich Wilhelm III.\n pensioniert, zieht er sich nach Marquardt zur\u00fcck und widmet sich fortan\n ausschlie\u00dflich der Bewirtschaftung seines Gutes. Vor der Entlassung erh\u00e4lt\n er den Schwarzen Adler Orden.<br>\n <br>\n <b>1803<br>\n <\/b> Bischoffwerder stirbt am 30. Oktober im Alter von 62 Jahren in seiner\n Potsdamer Wohnung. Am 4. November findet die Beisetzung in der seinerzeit\n von ihm angelegeten Rundgruft zwischen Schlo\u00df und Schl\u00e4nitzsee in Marquardt\n statt. <br>\n <br>\n <br>\n BS und SH<br>\n ----------------------------------------<br>\n <br>\n Zusammen mit Johann Christoph v. Woellner verk\u00f6rperte Bischoffwerder in der\n Geschichtsschreibung lange den konservativen Geist und die religi\u00f6se\n Reaktion im nachfriederizianischen Preu\u00dfen. Keine Frage, bei Bischoffwerder\n verbanden sich antiaufkl\u00e4rerisches Gedankengut, religi\u00f6se Vorstellungen, die\n von Wunderglauben und Geisterseherei gepr\u00e4gt waren, sowie eine pragmatische\n Realpolitik im Dienste des K\u00f6nigs zu einem uneiheitlichen Bild. Wie gro\u00df der\n Einflu\u00df Bischoffwerders auf Friedrich-Wilhelm II. tats\u00e4chlich gewesen ist,\n l\u00e4\u00dft sich allerdings schwer rekonstruieren. Er verstand sich als\n au\u00dfenpolitischer Berater, strebte jedoch kein Ministeramt an, sondern beriet\n den K\u00f6nig im Auftrag seines Ordens, den Rosenkreuzern. Sie gewannen durch\n Bischoffswerder Einflu\u00df auf die Politik Preu\u00dfens; der Monarch war seit 1781\n Mitglied. Der umstrittene Johann Christoph Woellner verdankte Bischoffwerder\n seine Berufung zum Minister und unter seiner Egide wurden der Aufkl\u00e4rung\n verbundene Minister Friedrichs II., wie Hertzberg durch Mitglieder des\n Rosenkreutzerordens ersetzt. Aber geschah das zum Nachteil des Landes, bzw.\n betrieb Bischoffswerder Amtsmi\u00dfbrauch? Da\u00df ihm der K\u00f6nig bei der\n Finanzierung seines Schlo\u00dfes Marquard bei Potsdam finanziell unter die Arme\n griff, oder die Patenschaft f\u00fcr seinen Sohn Wilhelm Hans Rudolf Ferdinand\n \u00fcbernahm, verdeutlicht zwar die enge Beziehung von Monarch und Vertrautem,\n war im Zeitalter des Sp\u00e4tabsolutismus ebenso gew\u00f6hnlich, wie eine\n Neubesetzung des Kabinetts nach einem Thronwechsel. Nat\u00fcrlich wu\u00dfte der enge\n Berater des K\u00f6nigs \u00fcber politische Vorg\u00e4nge Bescheid. Er \u00fcberwachte die\n Besetzung der wichtigsten \u00c4mter im Staat und am Hof und vertrat Preu\u00dfen bei\n den Verhandlungen mit \u00d6sterreich \u00fcber das Verhalten zur Franz\u00f6sischen\n Revolution oder den polnischen Teilungen. Nach dem Tod des K\u00f6nigs sank sein\n Einflu\u00df sehr schnell. Friedrich- Wilhelm III. schickte ihn in Pension,\n teilte ihm aber mit, da\u00df dies <i>\"nicht aus \u00fcblen Absichten geschehen\"<\/i>\n sei. <br>\n Bischoffwerder war eine schillernde, durch den Hang zu mystischen\n Wahnideen, abergl\u00e4ubischen Vorstellung und Geisterbeschw\u00f6rungen auch eine\n romantische Figur. Das ambivalente Bild best\u00e4tigen auch \u00fcberlieferte\n \u00c4u\u00dferungen \u00fcber ihn. Der Freiherr vom Stein schrieb: <i>\"Bischoffswerder ist\n schlau, beobachtend, verschlossen, phantastisch, bequem, genu\u00dfliebend, weder\n durch Kenntnis, noch durch Beruf f\u00fcr Gesch\u00e4fte vorbereitet\". (Neumann 1997,\n S. 121)<\/i>. Der satirische Publizist Friedrich v. Coelln schilderte in\n seinen \"Vertrauten Briefen\" Bischoffwerder eher als blasse Gestalt:\n <i>\"Bischoffswerder war ein ganz gew\u00f6hnlicher Kopf und hatte keinen b\u00f6sen\n Charakter, sein Gem\u00fcth war aber den \u00e4u\u00dferen Eindr\u00fccken zu sehr offen, woraus\n eine gro\u00dfe Schw\u00e4che des Willens entstand. (...). Die ganze Politik\n Bischoffwerders bestand darin: Nichts zu scheinen und alles zu sein\"<\/i>.\n <i>(Fontane 2001, S. 288)<\/i>. Theodor Fontane widmete ihm in seinen\n \"Wanderungen\" ein ganzes Kapitel, und versuchte, die Ehre Bischoffwerders zu\n retten. \u00dcber Geisterseherei, G\u00fcnstlinmgswirtschaft und au\u00dfenpolitischen\n Einflu\u00df schrieb er: <i>\"Was anderes tritt einem entgegen als ein\n lebenskluger, mit Gaben zweiten Ranges ausger\u00fcsteter Mann, der scharf\n beobachtete, wenig sprach, keinerlei Anspr\u00fcche erhob, auf die gl\u00e4nzende\n Au\u00dfenseite des Ruhms verzichtete und sich begn\u00fcgte, in aller Stille\n einflu\u00dfreich zu sein? Wir bekennen offen, da\u00df uns derartig angelegte Naturen\n nicht gerade sonderlich sympathisch ber\u00fchren und da\u00df uns solche, die, zumal\n in hohen Stellungen, mehr aus dem Vollen zu arbeiten verstehen, m\u00e4chtiger\n und wohltuender zu erfassen wissen, aber wohltuend oder nicht, was liegt\n hier vor, das an und f\u00fcr sich schon, einen besonderen Tadel herausforderte?\n (...)..wo sind diese b\u00f6sen Dinge?\". (Fontane 2001, S. 289).<br>\n <\/i> W\u00e4hrend die Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts Bischoffwerder\n eine au\u00dferordentliche und auf pers\u00f6nliche Bereicherung bedachte Einflu\u00dfnahme\n auf die Politik Preu\u00dfens bescheinigt, relativieren neue Forschungen dieses\n Bild. Die vermeintliche G\u00fcnstlingswirtschaft kann nicht in \u00fcbersteigerten\n Ma\u00df nachgewisen werden. In der Au\u00dfenpolitik entschieden mehrere Minister\n \u00fcber Richtungsvorschl\u00e4ge an den K\u00f6nig<br>\n Bei den Verhandlungen mit \u00d6sterreich erwies sich der in Sachsen\n aufgewachsene Bischoffwerer sogar als Gl\u00fccksgriff, da er keine, aus der Zeit\n Friedrichs II. stammenden Vorurteile gegen\u00fcber der Habsburger Monarchie\n hegte. Der spannende und letztlich nicht zu kl\u00e4rende Einflu\u00df Bischoffwerders\n auf den K\u00f6nig und damit auf die Politik Preu\u00dfens liegt in der\n <i>\"Unabh\u00e4ngigkeit seiner Stellung von politischen\n N\u00fctzlichkeitserw\u00e4gungen\",&nbsp;<\/i> sprich in seiner Freundschaft zu einem\n Monarchen begr\u00fcndet, den die Geschichtsschreibung allgemein lange ungerecht\n beurteilt hat. Die von der \u00e4lteren Geschichtsschreibung attestierte\n \"W\u00f6llner-Bischoffwerder-Clique\", die in Eigenregie die Geschicke des Staates\n am K\u00f6nig vorbei lenkten verweist Wilhelm Bringmann in seiner gro\u00dfangelegten\n Studie \u00fcber die Zeit Friedrich Wilhelms II. in das Reich der Fabel: <i>\"Es\n gibt keine Anzeichen f\u00fcr irgendwelche politischen Absprachen zwischen den\n beiden. Sie lebten zudem- hier der adedlige in Sachsen geschulte H\u00f6fling,\n dort der streberhafte b\u00fcrgerliche Parvenu- in verschiedenen Welten und waren\n auf ganz unterschiedlichen Politikfeldern t\u00e4tig. W\u00f6llner galt nichts in der\n Au\u00dfenpolitik und Bischoffwerder engagierte sich nicht in innenpolitischen\n Fragen. Auch von finsteren Machenschaften der beiden zur Bereicherung kann\n nicht die Rede sein, sonst w\u00e4ren W\u00f6llner und Bischoffwerder, denen niemand\n einen ungew\u00f6hnlich aufwendigen Lebenstil vorgeworfen hat, nicht in beengten,\n bzw. modesten Verm\u00f6gensverh\u00e4ltnissen gestorben\". (Bringmann 2001, S.\n 306).<\/i><br>\n <i><br>\n <\/i> <br>\n <b>Verwendete Literatur:<\/b><br>\n <br>\n Bringmann, Wilhelm: Preu\u00dfen unter Friedrich Wilhelm II. (1786-1797).\n Frankfurt a.M u.a.: Lang 2001<br>\n <br>\n Fontane, Theodor: Wanderungen durch die mark Brandenburg. Dritter teil:\n Havelland. Hrsg. von Gotthard Erler und Rudolf Mingau. berlin: Aufbau\n 2001<br>\n <br>\n Neumann, Hans-Joachim: Friedrich Wilhelm II. Preu\u00dfen unter den\n Rosenkreuzern. berlin: edition q 1997<br>\n <br>\n <br>\n SH<br>\n <br>\n <i><br>\n <br>\n <br>\n <br>\n <br>\n <br>\n <br>\n <br>\n <br>\n <\/i>\n ","genealogie":"Vater: Hans Rudolf von Bischoffwerder, Kurs\u00e4chsischen Rittmeisters (1707-1754)\nMutter: Henriette Wilhelmine von B\u00fcnau (? - 1762), Tochter des Hauptmanns Heinrich von B\u00fcnau Sohn: Wilhelm Hans Rudolf Ferdinand von Bischoffwerder","primaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/1638\" class=\"link-hover text-primary\">Wanderungen durch die Mark Brandenburg<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/1641\" class=\"link-hover text-primary\">Deutsche Geschichte vom Tode Friedrichs des Gro\u00dfen bis zur Gr\u00fcndung des deutschen Bundes<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/1642\" class=\"link-hover text-primary\">Ursprung und Beginn der Revolutionskriege 1791 und 1792<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/1643\" class=\"link-hover text-primary\">Vertraute Briefe \u00fcber die inneren Verh\u00e4ltnisse am preu\u00dfischen Hofe seit dem Tode Friedrich II<\/a>"],"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/1200\" class=\"link-hover text-primary\">Hans Rudolf von Bischoffwerder und Friedrich Wilhelm II. im Urteil des Generals von R\u00fcchel<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/1639\" class=\"link-hover text-primary\">Hans Rudolph von Bischoffwerder<\/a>"],"berlinaufenthalte":[],"fach":["Milit\u00e4r","Politik"],"institution":[],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}