
{"meta":{"meta-title":"Christian Wilhelm Sch\u00fctz < Personen","meta-description":"Christian Wilhelm Sch\u00fctz < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/742","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/742","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Christian Wilhelm Sch\u00fctz"},"count":{"lebensdaten":11,"namensformen":0,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":2,"berlinaufenthalte":0,"register":1,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/742","text":"Christian Wilhelm Sch\u00fctz"}]},"data":{"id":742,"zusatz_id":742,"meta":{"meta-title":"Christian Wilhelm Sch\u00fctz < Personen","meta-description":"Christian Wilhelm Sch\u00fctz < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/742","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/742"},"title":"Christian Wilhelm Sch\u00fctz","nachname":"Sch\u00fctz","vorname":"Christian Wilhelm","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"von","geburtsdatum":"13.04.1776","geburtsort":"Berlin","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"evangelisch, zum Katholizismus konvertiert","sterbedatum":"09.08.1847","sterbeort":"Leipzig","sterbeland":null,"berufe":["Schriftsteller"],"vereine":[],"bekanntschaften":{"6":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/601\" class=\"link-hover text-primary\">Karl Joachim Friedrich Ludwig Arnim (Schriftsteller, Gutsbesitzer)<\/a>","0":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/488\" class=\"link-hover text-primary\">Per Daniel Amadeus Atterbom (Schriftsteller, Literaturhistoriker)<\/a>","1":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/492\" class=\"link-hover text-primary\">Christian Samuel Theodor Bernd (Sprachwissenschaftler, Schriftsteller, P\u00e4dagoge, Heraldiker)<\/a>","9":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/612\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Friedrich Bury (Maler)<\/a>","20":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/941\" class=\"link-hover text-primary\">Ludolf Adelbert Chamisso (Milit\u00e4r, Dichter, Botaniker)<\/a>","15":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/536\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Gottlieb Fichte (Philosoph)<\/a>","19":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/643\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Wolfgang Goethe (Dichter, Politiker)<\/a>","7":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/603\" class=\"link-hover text-primary\">Bernhard Wilhelm Heinrich Kleist (Dichter, Schriftsteller)<\/a>","13":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/759\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Laun (Schriftsteller)<\/a>","3":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/559\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Motte-Fouqu\u00e9 (Schriftsteller)<\/a>","14":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/767\" class=\"link-hover text-primary\">Adam Heinrich M\u00fcller (Publizist, Staatstheoretiker, Diplomat)<\/a>","11":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/642\" class=\"link-hover text-primary\">Georg Andreas Reimer (Buchh\u00e4ndler, Verleger)<\/a>","10":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/620\" class=\"link-hover text-primary\">Sophie Sander (Saloni\u00e8re)<\/a>","12":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/655\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Daniel Sander (Verleger, Buchh\u00e4ndler, Lehrer)<\/a>","2":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/514\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Karl Savigny (Jurist)<\/a>","4":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/569\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Schlegel (Schriftsteller)<\/a>","16":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/568\" class=\"link-hover text-primary\">August Wilhelm Schlegel (Philosoph, Schriftsteller)<\/a>","8":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/610\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (Theologe, Philosoph)<\/a>","5":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/570\" class=\"link-hover text-primary\">Karl Wilhelm Ferdinand Solger (Philosoph)<\/a>","17":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/575\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Ludwig Tieck (Schriftsteller)<\/a>","18":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/581\" class=\"link-hover text-primary\">Karl August Varnhagen von Ense (Diplomat)<\/a>"},"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n <b>1776<\/b><br \/>\n Geburt in Berlin am 13. April als \u00e4ltester Sohn des Berliner Finanzsrats\n Johann Georg Sch\u00fctz.<br \/>\n <br \/>\n Besuch des Friedrich Werderschen Gymnasiums. Bekanntschaft mit dem drei\n Jahre \u00e4lteren Ludwig Tieck.<br \/>\n <br \/>\n <b>1790er<\/b><br \/>\n Studium der Rechtswissenschaften in W\u00fcrzburg und Erlangen. <br \/>\n <br \/>\n <b>1798<\/b><br \/>\n Anstellung an der kurm\u00e4rkischen Kriegs- und Dom\u00e4nenkammer. Sch\u00fctz'\n Vorgesetzter ist Karl Friedrich Leopold von Gerlach.<br \/>\n <br \/>\n <b>1802<\/b> <br \/>\n Als Autor erregt Sch\u00fctz die Aufmerksamkeit August Wilhelm Schlegels, der\n einige seiner Gedichte in den von ihm herausgegebenen Musenalmanach\n aufnimmt. Mit dem \"romatischen Kreis\" verbindet Sch\u00fctz zu diesem Zeitpunkt\n eine enge Freundschaft. Mit dem Philosophen Ferdinand Solger unternimmt\n Sch\u00fctz eine Reise in die Schweiz und nach Frankreich. <br \/>\n <b><br \/>\n 1803<\/b> <br \/>\n Nobilitierung des Vaters. Nach deutschem Recht geht der Titel auch an den\n Sohn. Sein Schauspiel \"Lacrimas\" erscheint in Berlin in der\n Realschulbuchhandlung, Herausgeber ist August Wilhelm Schlegel. Das St\u00fcck\n l\u00f6st innerhalb des Freundeskreises erste Debatten \u00fcber die dichterische\n Qualit\u00e4ten von Sch\u00fctz aus. In seiner Wohnung wird&nbsp; Sophie Bernhardis\n Kom\u00f6die \"Donna Laura\" aufgef\u00fchrt.<br \/>\n <br \/>\n <b>1805<\/b><br \/>\n Beim Ehezwist zwischen Sophie und August Ferdinand Bernhardi versucht\n Sch\u00fctz erfolglos zu vermitteln. Da\u00df er zu August Ferdinand Bernhardi h\u00e4lt,\n tr\u00fcbt das Verh\u00e4ltnis zu den Schlegels.<br \/>\n <br \/>\n <b>1807 bis 1811<\/b> <br \/>\n Bef\u00f6rderung zum Landrat und Ritterschaftsdirektor in der Neumark. 1807\n erscheinen in der Realschulbuchhandlung die Trag\u00f6dien \"Der Graf und die\n Gr\u00e4finj von Gleichen\" und die in sechsf\u00fc\u00dfigen Jamben verfasste \"Niobe\". Da\u00df\n Sch\u00fctz die St\u00fccke mit dem Verweis \"vom Verfasser des Lacrimas\" untertitelt,\n spricht f\u00fcr den Erfolg dieses Schauspiels, aber auch gegen die\n Eigenst\u00e4ndigket der Arbeiten. Allerdings ist die Erw\u00e4hnung eines bekannteren\n St\u00fcckes im Titel eine allgemeine Praxis. Die Kritiken fallen diesmal\n vernichtend aus. Besonders die gestelzten Sprachkonstuktionen fallen ins\n Gewicht. Unter den Kritikern befinden sich auch Freunde von Sch\u00fctz, wie\n Friedrich Schlegel.<br \/>\n <br \/>\n <b>1808<\/b> <br \/>\n Anonyme Herausgabe der \"Romantischen W\u00e4lder\" durch Sch\u00fctz. Die Sammlung von\n kleinen Romanzen, Gedichten und Erz\u00e4hlungen wird besser besprochen. Unter\n den Kritikern findet sich auch die gem\u00e4\u00dfigtere Stimme des Dresdeners\n Friedrich Laun.<br \/>\n <br \/>\n <b>1809<\/b><br \/>\n Heirat mit Barnime Finck von Finckenstein, der Tochter des F\u00f6rderers von\n Ludwig Tieck Friedrich Ludwig Karl Finck von Finckenstein. Sch\u00fctz und seine\n Frau leben abwechselnd in Berlin und auf den G\u00fctern Kummerow und Madlitz in\n der Neumark. Sch\u00fctz kennt seine Braut seit sechs Jahren, erf\u00fcllt allerdings\n erst jetzt die Heiratsbedingungen des Grafen. Das Paar bekommt eine\n Tochter.<br \/>\n <b><br \/>\n 1811<\/b> <br \/>\n Publikation der Arbeit \"Garten der Liebe\". Es kommt zum Bruch mit den\n Romantikern. Friedrich Schlegel bezichtigt Sch\u00fctz der Eitelkeit und\n Vielschreiberei. Da\u00df er als Landrat gegen die Einschr\u00e4nkung der Feudalrechte\n eintritt, verschafft ihm zudem den Ruf des Reformfeindes. Sch\u00fctz wird vom\n Dienst suspendiert. Stein des Anstosses, der zur Entlassung f\u00fchrt ist eine\n Denkschrift aus der Feder Ludwig von der Marwitz', die von Sch\u00fctz mit\n unterschrieben ist.<br \/>\n <br \/>\n <b>1812<\/b><br \/>\n Tod seiner Frau Barnime. Ein mit Fouqu\u00e9 geplantes Zeitschriftenprojekt\n kommt nicht zustande. Mit Ludwig Tieck bleibt Sch\u00fctz auch nach seinem\n R\u00fcckzug aus der Berliner Gesellschaft freundschaftlich verbunden.<br \/>\n <br \/>\n <b>1813<\/b><br \/>\n Mit seinen \"Liedern f\u00fcr die christlichen Krieger in Deutschland\" beteiligt\n sich Sch\u00fctz an der Mode der Befreiungskriegs-Lyrik.<br \/>\n <br \/>\n <b>1814<\/b> <br \/>\n Sch\u00fctz zieht nach Ziebingen nahe Frankfurt an der Oder, wo er bis 1819\n lebt.<br \/>\n <br \/>\n <b>1816<\/b><br \/>\n Die konservative Gesinnung von Sch\u00fctz verst\u00e4rkt sich, seine Beitr\u00e4ge in\n Zeitschriften werden reaktion\u00e4rer. Kontakt mit Adam M\u00fcller, der mittlerweile\n in s\u00e4chsischen Diensten steht. Der von M\u00fcller herausgegebene\n \"Staatsanzeiger\" druckt 12 Artikel von Sch\u00fctz. In den Arbeiten verbindet\n sich verst\u00e4rkt konservative Staatsideen mit religi\u00f6sen Vorstellungen.<br \/>\n <br \/>\n <b>1817<\/b><br \/>\n Gemeinsam mit Hendrik Steffens f\u00e4hrt Sch\u00fctz nach Karlsbad. Auf dem Weg\n besucht er Goethe in Jena. Die Reise geht weiter \u00fcber M\u00fcnchen und Stuttgart\n nach Frankfurt am Main. In M\u00fcnchen Treffen mit Schelling.<br \/>\n <br \/>\n <b>1819<\/b><br \/>\n Nochmaliger Besuch bei Goethe in Weimar. Besuch in Berlin, wo Sch\u00fctz mit\n Karl August von Varnhagen verkehrt.<br \/>\n <br \/>\n <b>Ab 1820<\/b> <br \/>\n In reger publizistischer T\u00e4tigkeit \u00e4ndert Sch\u00fctz h\u00e4ugig Stil und Theamtik.\n Er verfasst einige an Schillers historischen Dramen angelegte Werke, wie\n sein im 30 j\u00e4hrigen Krieg angesiedelter \"Graf von Schwarzenbeck\" oder \"Karl\n der K\u00fchne\", sowie Gedichte. Zudem schreibt er literarische Rezensionen,\n Arbeiten \u00fcber ber\u00fchmte Dichter und \u00fcbersetzt Casanovas Memoiren ins\n Deutsche. Von ihm stammen auch einige politische Beitr\u00e4ge, wie die Schriften\n \"\u00dcber Deutschlands Pre\u00dfgesetze\" von 1821 oder die Kommentare \u00fcber die\n Kongresse von Aachen und Troppau. Der Artikel \u00fcber \"G\u00f6the\" im Brockhaus von\n 1822 wird ebenfalls ihm zugeschrieben. Mitarbeit bei den \"Jahrb\u00fcchern der\n Literatur\", die in Wien erscheinen.<br \/>\n Sch\u00fctz lebt anwechselnd in Dresden und in Brandenburg. In Dresden steht er\n mit Ludwig Tieck und dessem literarischen Kreis in Kontakt. Sch\u00fctz\n unterst\u00fctzt Tieck bei der Herausgabe von Kleists \"Gesammelten Schriften\".\n Desweiteren steht er mit Friedrich de la Motte Fouqu\u00e9, Hendrik Steffens und\n Adam M\u00fcller in Verbindung, die ein \u00e4hnliches konservatives Gesellschaftsbild\n propagieren. Mitarbeit bei der rheinischen Zeitschrift \"Charis\".<br \/>\n <br \/>\n <b>Ab 1830<\/b><br \/>\n Einige Biographien sprechen davon, da\u00df er sein Amt als Landrat wieder\n \u00fcbernommen hat.<br \/>\n Seine Konversion zum Katholizismus und seine antiprotestantische\n Publizistik sprechen allerdings dagegen. Weitere publizistische Aktivit\u00e4ten,\n besonders \u00fcber historische Themen. Eine 14 teilige \"Geschichte der Kriege in\n Europa\" erscheint zwischen 1833 und 1853 in Berlin. Neben den historischen\n Arbeiten widmet sich Sch\u00fctz vermehrt theolgischen Abhandlungen aber auch\n \u00f6konomischen Themen, wie die zeitkritisch interessante Arbeit \"\u00dcber\n Eisenbahnen und Banken\" von 1846. Die zahlreichen Essays erscheinen in\n katholischen Zeitungen.<br \/>\n <br \/>\n <b>1841 bis 1846<\/b> <br \/>\n Herausgabe der katholischen Zeitschrift \"Anticelsus. Deutsche\n Vierteljahreszeitschrift f\u00fcr zeitgem\u00e4\u00dfe Apologie des Katholozismus und\n Kritik des Protestantismus\". Sch\u00fctz ist Herausgeber, Redakteur und Autor\n aller Beitr\u00e4ge der Hefte.<br \/>\n <br \/>\n <b>1847<\/b><br \/>\n Am 9. August stirbt Sch\u00fctz 71 j\u00e4hrig in Leipzig.<br \/>\n <br \/>\n Christian Wilhelm von Sch\u00fctz h\u00e4lt sich zwischen dem Ende der neunziger\n Jahre des 18. Jahrhunderts bis 1808 h\u00e4ufig in Berlin auf, verkehrt in den\n literarischen Kreisen, besonders unter den Romatikern, und pr\u00e4gt das\n kulturelle Leben der Stadt mit. Sp\u00e4ter \u00e4ndern sich sein publizistischer\n Schwerpunkt und seine Themen. Aus dem Autor romatischer Gedichte und\n Theaterst\u00fccke wird ein theologisch-politischer Publizist.<br \/>\n Christian Wilhelm von Sch\u00fctz, nicht zu verwechseln mit Friedrich Wilhelm\n von Sch\u00fctz aus Altona bei Hamburg, kann wohl am ehesten einer konservativ,\n katholischen, aus der Romantik entstandenen literarischen und\n publizistischen Str\u00f6mung des fr\u00fchen 19. Jahrhunderts zugeordnet werden. Der\n Katholizismus, zu dem er zwar erst 1830 konvertierte, zu dem er sich aber\n seit dem Studium in W\u00fcrzburg hingezogen f\u00fchlte, pr\u00e4gt nahezu alle Werke des\n Autors. Ab den 20er und 30er Jahren richten sich seine Schriften explizit\n gegen den Protestantismus. <br \/>\n Neben seiner antiprotestantischen Haltung waren vor allem seine\n literarischen F\u00e4higkeiten Ziel der Kritiker, die sein magelndes sprachliches\n Talent teilweise mit Spott und derben Ton bedachten. Allgemein kam Sch\u00fctz\n bei Kritikern und Biographen besonders im 19. Jahrhundert schlecht\n weg.<br \/>\n Heute ist Sch\u00fctz vor allem als einer der ersten Kleistrezipienten bekannt,\n der Ludwig Tieck Handschriften des Dichters zur Ver\u00f6ffentlichung \u00fcbergibt.\n Als Autor ist Sch\u00fctz dagegen fast vergessenen. Die wechselnden Inhalte und\n seltsame Themenvielfalt (Katholizismusapologie und Casanova\u00fcbersetzung)\n erschweren eine Einordnung. Den Zugang erleichtert ein Faksimiledruck der\n \"Fr\u00fchen St\u00fccke\" von 1984 und die quellenreiche Biographie von Helmut\n Sembdner, 1974 in Berlin erschienen.<br \/>\n Sembdner schreibt darin im Vorwort \u00fcber Sch\u00fctz: <i>\"Vom jungen Sch\u00fctz mu\u00df\n eine starke Faszination ausgegangen sein. So kritisch man gelegentlich seine\n Schriftstellerei beurteilte, in der Einsch\u00e4tzung seines uneigenn\u00fctzigen und\n liebensw\u00fcrdigen Charakters sind sich alle Aussagen einig. F\u00fcr Tieck, mit dem\n er nach Solgers Zeugnis 'ein sehr vertrautes poetisches Leben' f\u00fchrte,\n scheint er fast die Stelle des verstorbenen Freundes Novalis eingenommen zu\n haben. Mit Karl Ferdinand Solger lebte Sch\u00fctz zeitweise 'fast br\u00fcderlich'\n zusammen, und Solger schreibt: 'Sch\u00fctz habe ich ganz au\u00dferordentlich lieb,\n wegen der Reinheit und Unschuld seines Gem\u00fchts'. Friedrich Schlegel r\u00fchmte\n seine 'immer gleiche Empf\u00e4nglichkeit f\u00fcr alles Gro\u00dfe und Sch\u00f6ne: Ich liebe\n ihn pers\u00f6nlich sehr'. Schelling f\u00fcrchtete, ihn durch allzu herbe Kritik zu\n verletzen, und er gesteht August Wilhelm Schlegel: 'Sie wissen, da\u00df ich den\n Verfasser des Lacrimas sehr liebe'. Goethe nennt ihn den 'mehrj\u00e4hrigen\n gepr\u00fcften Freund'. Adam M\u00fcller rechnet ihn zu seinen 'edlen und erfahrenen\n Freunden'. Hendrik Steffens schreibt in seinen Erinnerungen von dem\n 'freundschaftlichen fr\u00f6hlichen und heiteren Zusammenleben' mit dem geistig\n gebildeten und interessanten Mann: 'Ich habe diesen treuen Freund herzlich\n lieb gewonnen'. Selbst der Sp\u00f6tter Clemens Brentano bezeichnet ihn als einen\n guten Menschen von seltenem, fast altfr\u00e4nkischem Enthusiasmus f\u00fcr Poesie und\n beteuert: 'Ich habe ihn sehr lieb gewonnen'\". (Sembdner 1974, S. 11).<br \/>\n <br \/>\n <\/i> <b><br \/>\n Verwendete Literatur:<br \/>\n <br \/>\n <\/b> Sembdner, Helmut: <i>Sch\u00fctz Lacrimas. das Leben des Romantikerfreudes,\n Poeten und Literaturkritikers Wilhelm von Sch\u00fctz (1776-1847).<\/i> Berlin:\n Schmidt 1974 (=Jahresgabe der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft\n 1971\/72)<br \/>\n <br \/>\n <br \/>\n SH<br \/>\n <br \/>\n Sch\u00fctz besuchte das Friedrich Werdersche Gymnasium, wo er den drei Jahre\n \u00e4lteren Ludwig Tieck kennenlernte. Schon hier versuchte sich Sch\u00fctz am\n Verfassen literarischer Texte. Er schrieb einige Theaterst\u00fccke bis\n schlie\u00dflich August Wilhelm Schlegel auf ihn aufmerksam wurde. Er steckte\n gro\u00dfe Hoffnungen in S. und nahm einige Romanzen, sowie den \"Lacrimas\" von S.\n in den von ihm herausgegebenen Almanach auf. Im Kreis der Berliner\n Romantiker hatte sich S. einen Namen verschafft. Unter starkem Einflu\u00df von\n Schiller schrieb er ein antikisierendes, in sechf\u00fc\u00dfigen Jamben abgefa\u00dftes\n Drama. Seine \"Niobe\" sollte gewisserma\u00dfen das Gegenst\u00fcck zu Schillers \"Braut\n von Messina\" werden. Bei diesem Versuch offenbarte sich wohl die\n <i>\"dichterische Impotenz\"<\/i> (ADB) von Sch\u00fctz und auch seine\n Romantikerfreunde nahmen Abstand von ihm. Die Kluft zwischen ihnen wurde\n noch gr\u00f6\u00dfer, als Sch\u00fctz 1808 die \"Romantischen W\u00e4lder\" und 1811 den \"Garten\n der Liebe\" herausgab. Schlegel mokierte sich \u00fcber die Eitelkeit von Sch\u00fctz,\n sowie \u00fcber seinen schwer lesbaren Stil und die zu offensichtlichen Anleihen\n bei Cervantes und Boccaccio. Trotz dieser Auseinandersetzungen blieb Sch\u00fctz\n mit Fichte, Bernhardi, Varnhagen und Chamisso eng verbunden. In der\n Folgezeit widmete er sich verst\u00e4rkt seiner journalistischen Laufbahn. Als\n \"Vielschreiber\" tituliert verfa\u00dfte er viele Essays zu historischen,\n literaturtheoretischen und sogar naturwissenschaftlichen Themen. Hier\n pr\u00e4gten besonders Friedrich Schlegel und Adam M\u00fcller seine Interessen. Im\n Zusammenhang mit den naturwissenschaftlichen Studien \u00fcber Hopfenkrankheiten\n und anderen Detailuntersuchungen kam er auch mit Goethe in Kontakt.\n Politisch ist Sch\u00fctz schwer einzuordnen. Als Anh\u00e4nger der Romantik vertrat\n er eine eher konservative politische Linie und war gegen die Reformen in\n Preu\u00dfen. Allerdings kritisierte er in einigen Essays auch die Censurgesetze\n in der Zeit nach der Niederlage Napoleons. In 1840er Jahren engagierte er\n sich als Anh\u00e4nger des Katholizismus, zu dem er 1814, ganz im Trend der Zeit\n liegend, \u00fcbergetreten war. Er edierte die Zeitschrift \"Anticelsus\", eine\n Apologie der Katholizismus, die starke Kritik am preu\u00dfischen Protestantismus\n \u00fcbte. Sch\u00fctz lebte abwechselnd in Berlin, Leipzig und Dresden, sowie auf\n seinem Gut bei Frankfurt a. O. Bedeutung erlangte er durch die Bearbeitung\n der Memoiren des Giacomo Casanova. Den italienischen Autor machte er mit der\n Herausgabe von 12 B\u00e4nden Memoiren in Deutschland bekannt. Zudem war Sch\u00fctz\n einer der ersten Rezipienten von Heinrich v. Kleist nach dessen Tod.\n ","genealogie":"Vater: Johann Georg Sch\u00fctz, Finanzrat in Berlin","primaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/1811\" class=\"link-hover text-primary\">Lacrimas<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/4296\" class=\"link-hover text-primary\">Protestantischer Jesuitenhass und katholischer Fastengruss<\/a>"],"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/1870\" class=\"link-hover text-primary\">Sch\u00fctz-Lacrimas<\/a>"],"berlinaufenthalte":[],"fach":["Literatur"],"institution":[],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}