
{"meta":{"meta-title":"Franz Alexander Kleist < Personen","meta-description":"Franz Alexander Kleist < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/751","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/751","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Franz Alexander Kleist"},"count":{"lebensdaten":11,"namensformen":0,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":2,"berlinaufenthalte":0,"register":1,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/751","text":"Franz Alexander Kleist"}]},"data":{"id":751,"zusatz_id":751,"meta":{"meta-title":"Franz Alexander Kleist < Personen","meta-description":"Franz Alexander Kleist < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/751","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/751"},"title":"Franz Alexander Kleist","nachname":"Kleist","vorname":"Franz Alexander","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"von","geburtsdatum":"24.12.1769","geburtsort":"Potsdam","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"evangelisch-lutherisch","sterbedatum":"08.08.1797","sterbeort":"Gut Ringenwalde\/ Neumark","sterbeland":null,"berufe":["Schriftsteller","Landrat"],"vereine":[],"bekanntschaften":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/625\" class=\"link-hover text-primary\">Albertine Waldow (Saloni\u00e8re)<\/a>"],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n <b>1769<\/b><br>\nAm 24. Dezember wird Franz Alexander von Kleist in Potsdam als Sohn des\npreu\u00dfischen Generalleutnants Franz Kasimir v. Kleist geboren.<br>\n<p>\n<br>\n<b>1778 bis 1779<\/b> <br>\nErziehung durch die Gro\u00dfmutter auf dem Gut Z\u00fctzen in der Uckermark. <br>\n<br>\n<b>1779-1784<br>\n<\/b>Kleist zieht zu seinem Vater nach Potsdam und nach dessen Versetzung als\nKompanie-Chef und Kommandeur eines Infanterie-Regiments nach Magdeburg. 1780\nstirbt Kleists Mutter, die er wohl kaum gekannt hat.<br>\n<b><br>\n1784<br>\n<\/b>Im M\u00e4rz tritt Kleist als F\u00e4hnrich ins preu\u00dfische Infanterieregiment des\nHerzogs Karl Wilhelm Ferdinand v. Braunschweig ein, das in Halberstadt\nstationiert ist. Kleists \"F\u00e4hnrich-Patent\", das seinen Eintritt in\ndie Armee dokumentiert, stammt vom 17. M\u00e4rz 1785. Nach neueren Forschungen\nwurde die offizielle Best\u00e4tigung r\u00fcckwirkend erstellt.<br>\nIn Halberstadt tritt er mit dem Dichter Johann Wilhelm Gleim in Kontakt. Die\nVerbindung ist vermutlich auf Gleims Freundschaft mit dem 1758 gefallenen\nanakreontischen Dichter Christian Ewald v. Kleist, einem Verwandten von Franz\nAlexander v. Kleist, zur\u00fcckzuf\u00fchren. In einem Brief nennt Gleim den jungen\nDichter <i>\"Mein theurer zweiter Kleist\". (Tanzer 1998, S. 17).<\/i><br>\nW\u00e4hrend seiner Zeit in Halberstadt macht Kleist die Bekanntschaft der Dichter\nChristoph Martin Wieland und Gottfried August B\u00fcrger. Seine ersten\ndichterischen Versuche entstehen ebenfalls in Halberstadt.<br>\n<br>\n<b>1787<br>\n<\/b>Das Gedicht \"Der Tod\" erscheint in den \"Halberst\u00e4dtischen\nGemeinn\u00fctzigen Bl\u00e4ttern\". Es ist die erste Ver\u00f6ffentlichung Kleists. Zudem\nist er Mitglied der literarischen Gesellschaft in Halberstadt. Die seit zwei\nJahren existente Gesellschaft <i>\"besteht jetzt beinahe aus 50 ordentlichen\neinheimischen und verschiedenen ausserordentlichen ausw\u00e4rtigen Mitgliedern,\nwelche Theologen, Schulm\u00e4nner, Juristen, Mediziner, Offiziere und andere Kenner\nund Liebhaber der Litteratur sind\".<\/i> Man trifft sich Mittwochnachmittags,\num Vorlesungen \u00fcber <i>\"philosophische, mediezinische, moralische,\npolitische und andere wissenschaftliche Materien\"<\/i> zu besprechen,\nw\u00e4hrend <i>\"die theologischen g\u00e4nzlich davon ausgeschlossen (sind)\".<\/i>\n<i>(Historisch-politisches Magazin 1787, S. 49).<\/i> U. a. organisiert die\nGesellschaft Gedenkfeiern f\u00fcr Friedrich II.<br>\n<br>\n<b>1789<br>\n<\/b>Bef\u00f6rderung zum 2. Leutnant. Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich. Kleists\nOde \"Hohe Aussichten der Liebe\" erscheint bei Vieweg in Berlin. Ein\nKritiker der \"Allgemeinen deutschen Bibliothek\" bemerkt in einer\nRezension zur zweiten Auflage eine <i>\"auffallende Aehnlichkeit\"<\/i>\nzur Dichtung Gottfried August B\u00fcrgers. Gleichzeitig wird Kleist einiges Talent\nzugesprochen. Die Rezension endet mit den Worten: <i>\"Wir versprechen uns\nviel von diesem jungen Dichter, wenn er den schl\u00fcpfrigen Pfad der Nachahmung\nverl\u00e4\u00dft, und nach dem Muster des unsterblichen Kleist<\/i> (Chr. Ewald v.\nKleist, Anm. d. Verf.) <i>den Stoff zu seinen Ges\u00e4ngen aus der Natur selbst\nnimmt, in keines anderen Dichters Manier arbeitet, und den Rath freym\u00fcthiger\nund einsichtsvoller kritischer Freunde befolgt\". (Allgemeine deutsche\nBibliothek 1792, S. 93).<\/i><br>\n<br>\n<b>1790 bis 1791<\/b> <br>\nAm 9. November 1790 erfolgt Kleists Austritt aus der Armee. Neuere Forschungen\nwiderlegen die Annahme, er habe zwischen 1790 und 1791 ein Studium in G\u00f6ttingen\naufgenommen. Stattdessen zieht Kleist im April 1791 nach Berlin. Eintritt als\nLegationsrat in den Staatsdienst unter Minister v. Herzberg.&nbsp; <br>\nVom 16. August bis zum 15. September 1791 unternimmt Kleist im Auftrag von\nHerzberg eine Reise nach Prag, um dort an den Feierlichkeiten der K\u00f6nigskr\u00f6nung\nLeopolds II. teilzunehmen.<br>\n<br>\n<b>1792<br>\n<\/b>Im Januar heiratet Kleist die 18 j\u00e4hrige&nbsp; Albertine v. Young. Der\nVerleger Vieweg hatte ihn mit der jungen Frau bekannt gemacht. <br>\nAnonym erscheinen bei dem Dresdener Verleger Richter Kleists \"Fantasien\nauf einer Reise nach Prag\", eine Mischung aus Fiktion und tats\u00e4chlichen Erlebnissen\nvon der Reise, aus Liebesgeschichte, Reisebericht und politischer Abhandlung.\nDie zeitgen\u00f6ssische Kritik st\u00f6\u00dft sich vor allem an Kleists Emotionalit\u00e4t. So schreibt\nein Rezensent in der \"Neuen allgemeinen deutschen Bibliothek\": <i>\"...an\nden vielen der \u00fcbrigen Herzergie\u00dfungen kann unm\u00f6glich Jemand Theil nehmen, als\netwa diejenige Dame, der zu Liebe unser Verfasser nach dem Karlsbade\ngieng\". (Neue allgemeine deutsche Bibliothek 1793, S. 229).<br>\n<\/i>Gegenst\u00e4nde der politischen Abhandlung sind Kleists Kritik am\nhabsburgischen K\u00f6nigshaus und dessen N\u00e4he zur katholischen Kirche. Friedrich\nII. erscheint dagegen als Verk\u00f6rperung idealer Herrschaft.<br>\nIn Kleists Briefen mit Gleim wird seine Anteilnahme am politischen und\nkulturellen Zeitgeschehen deutlich, eine Facette des Dichters, die die \u00e4ltere literaturwissenschaftliche\nBewertung Kleists unterschl\u00e4gt. In den Briefen diskutiert er Berlins soziale\nVerh\u00e4ltnisse, berichtet von der Verhaftung des Geheimen Rats Leuchsenring und\nder Unf\u00e4higkeit der preu\u00dfischen Beh\u00f6rden beim Feuer von Prenzlau. Zudem\nerscheint Kleist als kritisch reflektierter Anh\u00e4nger der Ideen der\nFranz\u00f6sischen Revolution, ein Gegenstand, \u00fcber den er mit Gleim fast in Streit\nger\u00e4t. Kleist ist allerdings kein Jakobiner. Seine \"Ode an die\nDeutschen\", abgedruckt in Archenholtz' \"Neue Literatur und\nV\u00f6lckerkunde\" von 1790, handelt von der Angst vor der Revolution und ihrem\nAusbruch in Deutschland. Die Ode und die Briefe an Gleim aus dieser Zeit\nverdeutlichen die ambivalente Haltung, die Kleist zu den Ereignissen in\nFrankreich einnimmt.<br>\nIm April scheidet Kleist auf eigenen Wunsch aus dem Staatsdienst aus. An Gleim\nschreibt er: <i>\"...ich habe mich allen Gesch\u00e4ften entzogen, und lebe ganz\nmeiner Bestimmung, die Natur einer sch\u00f6nen Seele zu studiren, und so die\nGotheit in meinem Studio zu lieben. K\u00f6nnen Sie sich ein sch\u00f6neres Schicksal\ndencken?\". (Tanzer 1998, S. 30).<\/i><br>\n<br>\n<b>1793<\/b><br>\nKleist erwirbt das Gut Falkenhagen bei Frankfurt\/ O. f\u00fcr 102.000 Rthl. Es ist\ndas Gut seines verstorbenen Schwiegervaters. Woher das Geld stammt l\u00e4\u00dft sich\nnicht genau aufschl\u00fcsseln, allerdings ist in einigen Briefen an seinen Verleger\nVieweg von Schulden die Rede.<br>\nMit dem R\u00fcckzug auf das Land \u00e4ndert sich auch die Thematik seiner Schriften. An\nGleim schreibt er weniger \u00fcber Politik, stattdessen viel \u00fcber seine Arbeit auf\ndem Gut und das Landleben. Seine literarischen Arbeiten behandeln ausf\u00fchrlich\ndie Liebe. Bei Vieweg in Berlin erscheinen die anakreontischen Schriften\n\"Sappho. Ein dramatisches Gedicht\" und \"Zamori oder eine\nPhilosophie der Liebe in 10 Ges\u00e4ngen\". Diese Gedichte Kleists sind von der\nKritik nicht wohlgelitten. \u00dcber den \"Sappho\" hei\u00dft es in der\n\"Allgemeinen Literatur Zeitung\": <i>\"Man darf nur einige Seiten\ndieses dramatischen Gedichtes gelesen haben, um zu sehen, an welchem Feuer sich\ndie Einbildungskraft des Verfassers erw\u00e4rmt habe. Nicht nur die ganze Bildung\ndes Ausdrucks und Dialogs, sondern auch die Wahl der handelnden Personen\nerinnert sogleich an G\u00f6thes Tasso und bisweilen an die Iphigenia. (...). Nimmt\nman blo\u00df auf Sprache und Ausdruck R\u00fccksicht, so mu\u00df man mit Vergn\u00fcgen den\ngeistigen Einflu\u00df wahrnehmen, welchen das Studium seines vortrefflichen Musters\nauf den Verfasser gehabt hat, wiewohl auch in diesem Theile der Arbeit\nschwerlich vielmehr geleistet worden ist, als was, bey einer angeborenen\nEmpf\u00e4nglichkeit f\u00fcr die Sch\u00f6nheiten der Dichtkunst, von einem jeden Manne von\nTalent durch Flei\u00df und \u00dcbung hervorgebracht werden kann. Nichts hervorstechendes,\nnichts was auf wahres Genie- schlie\u00dfen d\u00fcrfte\". (Allgemeine\nLiteratur-Zeitung 1795 151, Sp. 445-448).<\/i><br>\nAuch der \"Zamori\", ein Gedicht \u00fcber die Abenteuer eines jungen\nSchw\u00e4rmers aus Madrid, der auszieht und sein Gl\u00fcck in der Liebe findet, die ihn\nzu einem vollkommenen Menschen macht, wird in einer Rezension derselben Zeitung\nnicht gut besprochen: <i>\"Um ein gro\u00dfer, ein g\u00f6ttlicher, ja auch nur um\nein guter Dichter zu seyn, mu\u00df man mehr verstehen, als reimen, man mu\u00df denken\nk\u00f6nnen. Einige allt\u00e4gliche Gemeinpl\u00e4tze, einige Declamationen gegen das\nChristenthum und den Despotismus geben noch keinen Anspruch auf den Namen eines\naufgekl\u00e4rten Philosophen; so wenig als ein Mischmasch abgenutzter oder barocker\nund unzusammenh\u00e4ngender Bilder f\u00fcr einen dichterischen Plan Phantasie beweisen.\nWie sehr es diesem reimfertigen Schriftsteller selbst an den allt\u00e4glichen\nKenntnissen eines Poeten fehle, zeigen seine zahlreichen mythologischen S\u00fcnden,\nseine fehlerhaften Verse (...), seine Plattheiten. Die Anzahl der\nwohlgerathenen, wenigstens tadelfreien Verse ist dagegen, in Betrachtung der\nL\u00e4nge des Gedichts, \u00e4u\u00dferst gering\". (Allgemeine Literatur Zeitung 1795\n273, Sp. 65-72).<\/i><br>\n<br>\n<b>1794<br>\n<\/b>Auch wenn die Kritik mit dem literarischen Schaffen Kleists nichts\nanzufangen wei\u00df, wei\u00df der Dichter selbst genau, wovon die eigenen Gedichte\nhandeln. In den Briefen an Gleim ist immer wieder von dem eigenen ehelichen\nGl\u00fcck die Rede. Die Geburt einer Tochter unterbricht den Briefwechsel f\u00fcr ein\ndreiviertel Jahr. Im ersten Brief danach hei\u00dft es: <i>\"Ein gro\u00dfes, ein\ng\u00f6ttliches Vergn\u00fcgen. Ich m\u00f6chte nicht diese Erfahrung verlieren, um\nVieles\". (Tanzer 1998, S. 33).<\/i><br>\n<b><br>\n1796<br>\n<\/b>Kleist verkauft das Gut Falkenhagen f\u00fcr 130.000 Rthl. Im Gegenzug erwirbt\ner von der Familie Humboldt das Gut Ringenwalde bei Neudamm in der Neumark f\u00fcr\n91.000 Rthl. Die<br>\npreisliche Differenz der beiden G\u00fcter l\u00e4\u00dft vermuten, da\u00df bei Verkauf und\nNeuerwerb finanzielle Gesichtspunkte eine Rolle spielen. Im selben Jahr\nerscheinen bei Vieweg die kleineren Schriften \"Das Gl\u00fcck der Liebe\"\nund \"Das Gl\u00fcck der Ehe\". Eine angenommene Ernennung zum Landrat in\nRingenwalde kann die neuere Forschung \u00fcber Franz Alexander von Kleist nicht\nnachweisen.<br>\n<br>\n<b>1797<br>\n<\/b>Gesundheitlich ist es um Kleist nicht gut bestellt. In seinem letzten Brief\nan Gleim aus dem M\u00e4rz hei\u00dft es: <i>\"Ich lebe jetzt in der Neumarck \u00fcberaus\ngl\u00fccklich und zufrieden, besitze ein h\u00f6chst vortreffliches Weib, eine\nliebensw\u00fcrdige Tochter, und erwarte t\u00e4glich den Sohn; w\u00e4re meine Gesundheit\nwohler, so bliebe mir nichts zu w\u00fcnschen\". (Tanzer 1998, S. 36).<\/i><br>\nAm 8. August stirbt Franz Alexander v. Kleist 28-j\u00e4hrig auf seinem Gut in der\nNeumark an den Folgen der Ruhr, wie es in der Todesanzeige hei\u00dft. 1811 vermutet\nder Dichter Friedrich de la Motte Fouqu\u00e9 eine andere Todesursache. Anl\u00e4\u00dflich\ndes Todestages Heinrichs von Kleist schreibt er in einem Brief an Hitzig, der\nNamensvetter Franz sei <i>\"in w\u00fcster Ausschweifung untergegangen noch vor\ndem Sterben\". (Sembdner 1997, S. 79).<\/i> <br>\nNach Kleists Tod hilft sein Vater Franz Casimir v. Kleist der verschuldeten\nFamilie. Posthum erscheinen bei dem Verleger Maurer in Berlin \"Franz von\nKleists Vermischte Schriften\".<br>\n<br>\n----------------------------------------<br>\nFranz Alexander v. Kleist war ein viel gelesener Autor von Gedichten, kleinen\nSt\u00fccken und theoretischen Texten. H\u00e4ufig wurde auf die bemerkenswerte\n\u00c4hnlichkeit der Biographie des heute fast vergessenen Dichters zum Lebenslauf\ndes entfernten Verwandten Heinrich v. Kleist hingewiesen. Auch der acht Jahre\n\u00e4ltere Franz Alexander trat gem\u00e4\u00df der Familientradition ins preu\u00dfische Heer\nein, quittierte jedoch bald darauf den Dienst, bem\u00fchte sich mehrfach um eine\nAnstellung beim Staat und hatte zeitlebens mit Geldn\u00f6ten zu k\u00e4mpfen. Allerdings\ngibt es auch deutliche Unterscheide: Literarische Texte und private\nKorrespondenz Franz Alexanders lassen auf ein zufriedenes Leben mit Frau und\nKind schlie\u00dfen, ein Gl\u00fcck, das Heinrich v. Kleist nicht beschieden war.\nFreundschaftskult, Liebe und Ehe sind wichtige Topoi in Franz Alexanders Werk.\nSeine Briefe an Gleim best\u00e4tigen das Bild eines gl\u00fccklichen Familienmenschen.<br>\nDie anakreontischen Spielereien und literarischen Gegenst\u00e4nde idealischer, aber\nebenso k\u00f6rperlicher Liebe stie\u00dfen bei der Literaturkritik nicht nur auf\nBegeisterung. Schon zu Lebzeiten schrieb ihm die \"Allgemeine Literatur\nZeitung\" <i>\"gl\u00fcckliche Anlagen, eine lebhafte Phantasie und ein\nwarmes Gef\u00fchl\"<\/i> zu, bezeichnete aber das Gedicht \"Gl\u00fcck der\nEhe\"&nbsp; als <i>\"ein Meisterst\u00fcck wohllautender Leerheit\"<\/i>.&nbsp;\nWolfgang Menzel urteilte in seiner \"Geschichte der Deutschen\nDichtkunst\" aus den 1850er Jahren \u00e4hnlich, allerdings auch \u00e4u\u00dferst\neinseitig und kulturnational: <i>\"Die Schw\u00e4rmerey f\u00fcr Liebe und Ehe,\nwelche die Deutschen verweichlichte, ganz ins Privatleben sich vertiefen und\nvon den gro\u00dfen Interessen des Vaterlandes absehen lie\u00df, culminierte in dem\nBerliner Legationsrath Franz von Kleist. Es ist kein Zufall, da\u00df in demselben\nJahr, in welchem Ludwig XVI. auf dem Schaffot blutete und der Convent seine\nSchrecken ausgehen lie\u00df, dieser stille Berliner seinen Zamori dichtete, in\nwelchem alles, was deutsches Gem\u00fcht damals an S\u00fc\u00dflichkeit und Schw\u00e4chlichkeit\nleistete, concentriert erscheint\". (Menzel 1859, S. 118).<\/i><br>\n1997 schrieb Anke Tanzer mit ihrer Dissertation die erste Biographie und\nWerkanalyse der neueren Literaturwissenschaft und den Dichter wieder ins\nGed\u00e4chtnis rief. Dieser Beitrag basiert im wesentlichen auf ihrer Arbeit.<br>\n<b><br>\nVerwendete Literatur<\/b> <br>\nAllgemeine Literatur-Zeitung vom 30. Mai 1795, Nr. 151, Sp. 445-448<br>\nAllgemeine Literatur Zeitung vom 10. Oktober 1795,&nbsp; Nr. 273, Sp. 65-72<br>\nAllgemeine deutsche Bibliothek 1792, Bd. 112, 1. St., S. 91-93<br>\nHistorisch-politisches Magazin, nebst literarischen Nachrichten vom 1. Januar\n1787,<br>\n&nbsp;Bd. 1, Literarischer Anhang, S. 49-50<br>\nNeue allgemeine deutsche Bibliothek 1793, Bd. 6, 1. St., S. 229-231<br>\n<br>\nMenzel, Wolfgang: <i>Deutsche Dichtung von der \u00e4ltesten bis auf die neueste\nZeit<\/i>. Bd. 3.&nbsp;&nbsp; <br>\n&nbsp;Stuttgart: Krabbe 1859<br>\nSembdner, Helmut (Hrsg.): <i>Heinrich v. Kleists Lebensspuren. Dokumente und\nBerichte der<br>\n&nbsp;Zeitgenossen.<\/i> Stuttgart: DTV 1997<br>\nTanzer, Anke: <i>\"Mein theurer zweiter Kleist\". Franz Alexander von\nKleist 1769-1797-<br>\n&nbsp;Leben und Werk<\/i>. Oldenburg: Igel Verlag 1998 (Kasseler Studien zur\ndeutschsprachigen<br>\n&nbsp;Literaturgeschichte 10)<br>\n<br>\nSH<\/p>\n\n\n","genealogie":"Vater: Franz Casimir v. Kleist\nMutter: Caroline Luise v. Kleist, geb. ebenfalls v. Kleist (?-1780)\nEhefrau: Albertine, geb. von Young","primaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2056\" class=\"link-hover text-primary\">Ueber die eigenth\u00fcmlichen Vollkommenheiten des Preu\u00dfischen Heeres<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2057\" class=\"link-hover text-primary\">Graf Peter der D\u00e4ne<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2058\" class=\"link-hover text-primary\">Hohe Aussichten der Liebe<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2059\" class=\"link-hover text-primary\">Fantasien auf einer Reise nach Prag<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2060\" class=\"link-hover text-primary\">Sappho<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2061\" class=\"link-hover text-primary\">Das Gl\u00fcck der Liebe<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2062\" class=\"link-hover text-primary\">Zamori oder die Philosophie der Liebe<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2063\" class=\"link-hover text-primary\">Ode Seiner Hochf\u00fcrstlichen Durchlaucht Carl Wilhelm Ferdinand Regierendem Herzog zu Braunschweig-Wolfenb\u00fcttel gewidmet<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2064\" class=\"link-hover text-primary\">Das Gl\u00fcck der Ehe<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2065\" class=\"link-hover text-primary\">Franz von Kleist's Vermischte Schriften<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/2066\" class=\"link-hover text-primary\">Liebe und Ehe in drei Ges\u00e4ngen<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3118\" class=\"link-hover text-primary\">Eros und Psyche<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3119\" class=\"link-hover text-primary\">Appolonia<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3124\" class=\"link-hover text-primary\">Die Befreyung von Malta<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/4310\" class=\"link-hover text-primary\">Episteln<\/a>"],"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3116\" class=\"link-hover text-primary\">Franz von Kleist<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3117\" class=\"link-hover text-primary\">Kleines historisch-literarisches W\u00f6rterbuch \u00fcber alle Personen, die vom Anfange der Welt bis zum Schlusse des achtzehnten Jahrhunderts gelebt haben<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3123\" class=\"link-hover text-primary\">\"Mein theurer zweiter Kleist\"<\/a>"],"berlinaufenthalte":[],"fach":["Literatur"],"institution":[],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}