
{"meta":{"meta-title":"Adam Heinrich M\u00fcller < Personen","meta-description":"Adam Heinrich M\u00fcller < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/767","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/767","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Adam Heinrich M\u00fcller"},"count":{"lebensdaten":13,"namensformen":1,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":2,"berlinaufenthalte":0,"register":2,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/767","text":"Adam Heinrich M\u00fcller"}]},"data":{"id":767,"zusatz_id":767,"meta":{"meta-title":"Adam Heinrich M\u00fcller < Personen","meta-description":"Adam Heinrich M\u00fcller < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/767","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/767"},"title":"Adam Heinrich M\u00fcller","nachname":"M\u00fcller","vorname":"Adam Heinrich","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"von","geburtsdatum":"30.06.1779","geburtsort":"Berlin","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"evangelisch, zum Katholizismus konvertiert","sterbedatum":"17.01.1829","sterbeort":"Wien","sterbeland":"\u00d6sterreich","berufe":{"0":"Publizist","1":"Staatstheoretiker","4":"Diplomat"},"vereine":[" <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/25\" class=\"link-hover text-primary\">Christlich-deutsche Tischgesellschaft (gegr\u00fcndet: 18.01.1811 aufgel\u00f6st: 1834)<\/a>"],"bekanntschaften":{"0":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/481\" class=\"link-hover text-primary\">Karl Sigmund Franz Altenstein (Jurist, Finanz-und Bildungsminister)<\/a>","1":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/484\" class=\"link-hover text-primary\">Bettina Elisabeth Katharina Ludovica Magdalena Arnim (Schriftstellerin)<\/a>","6":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/601\" class=\"link-hover text-primary\">Karl Joachim Friedrich Ludwig Arnim (Schriftsteller, Gutsbesitzer)<\/a>","7":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/602\" class=\"link-hover text-primary\">Clemens Wenzeslaus Maria Brentano (Dichter)<\/a>","14":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/6073\" class=\"link-hover text-primary\">Carl Gustav Brinckmann (Diplomat, Dichter)<\/a>","2":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/544\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Gentz (Politiker, Publizist)<\/a>","8":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/603\" class=\"link-hover text-primary\">Bernhard Wilhelm Heinrich Kleist (Dichter, Schriftsteller)<\/a>","9":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/620\" class=\"link-hover text-primary\">Sophie Sander (Saloni\u00e8re)<\/a>","11":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/655\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Daniel Sander (Verleger, Buchh\u00e4ndler, Lehrer)<\/a>","3":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/568\" class=\"link-hover text-primary\">August Wilhelm Schlegel (Philosoph, Schriftsteller)<\/a>","4":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/569\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Schlegel (Schriftsteller)<\/a>","12":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/742\" class=\"link-hover text-primary\">Christian Wilhelm Sch\u00fctz (Schriftsteller)<\/a>","10":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/622\" class=\"link-hover text-primary\">Elisabeth Staegemann (Saloni\u00e8re)<\/a>","5":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/575\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Ludwig Tieck (Schriftsteller)<\/a>","13":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4200\" class=\"link-hover text-primary\">Friedrich Ludwig Vogel (Beamter, Rendant)<\/a>"},"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":"  Nachname: Ritter von Nitterdorf    ","lebenslauf":"\n\n<p class=\"MsoNormal\"><b><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">1779<br>\n<\/span><\/b><span style=\"font-size: 9pt; font-family: Verdana;\">Adam M\u00fcller wird\nals einziges Kind des Hofrentmeisters und Sekret\u00e4rs am kurm\u00e4rkischen\nOberkonsistorium Wilhelm Heinrich M\u00fcller und Anna Sophia Henriette M\u00fcller in\nBerlin geboren.<br>\n<br>\n<b>1784<br>\n<\/b>Tod der Mutter.<br>\n<br>\n<b>1785<br>\n<\/b>Heirat des Vaters mit Caroline Cube, der Tochter von Johann David Cube,\nPrediger an Jerusalemer Kirche in Berlin. In den Jugendjahren erh\u00e4lt M\u00fcller\ndurch seinen Stiefgro\u00dfvater erste Bildungseindr\u00fccke. Besuch des Gymnasiums zum\nGrauen Kloster. Freundschaft mit Friedrich Gentz.<br>\n<br>\n<b>1798<br>\n<\/b>Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in G\u00f6ttingen. Dort studiert er\nu. a. bei dem Historiker Arnold Heeren und dem Juristen Gustav Hugo. Kritische\nAuseinandersetzung mit den Ideen der Aufkl\u00e4rung und Ablehnung der Idee des\nNaturrechts. Intensive Besch\u00e4ftigung mit volkswirtschaftlichen Fragen und den\nTheorien Adam Smiths. Nach anf\u00e4nglicher Bewunderung lehnt M\u00fcller den\nWirtschaftstheoretiker sp\u00e4ter ab.<br>\n<br>\n<b>1801<br>\n<\/b>R\u00fcckkehr nach Berlin. In literarischen Kreisen macht er u. a. Bekanntschaft\nmit August Wilhelm Schlegel und Ludwig Tieck. Sein kritischer Aufsatz\n\"\u00dcber einen philosophischen Entwurf von Herrn Fichte, betitelt: der\ngeschlossene Handelsstaat\", in dem M\u00fcller gegen die Staatslehre Fichtes\npolemisiert, erscheint in der \"Berliner Monatsschrift\".<br>\n<br>\n<b>1802<br>\n<\/b>Anstellung als Referendar bei der kurm\u00e4rkischen Kriegs- und Dom\u00e4nenkammer <br>\n<br>\n<b>1803<br>\n<\/b>Austritt aus dem Amt. M\u00fcller besucht einen Studienfreund in Polen auf\ndessen Landgut. Hier beginnt er mit der Arbeit an seiner Schrift \"Die\nLehre vom Gegensatz\". In Bezugnahme auf die Philosophie Schellings\nentwirft M\u00fcller darin eine Theorie, die auf der Wechselwirkung von Trennung und\nBindung zweier gegens\u00e4tzlicher Pole (etwa Subjekt und Objekt, Kunst und Natur,\nReligion und Wissenschaft, Volk und Souver\u00e4n) beruht und aus der sich die Idee\ndes organischen Zusammenhangs und des lebendigen Organismus (z.B. der Staat)\nspeist. In den sp\u00e4teren Werken nimmt M. diese Ideen immer wieder auf. W\u00e4hrend\nM\u00fcllers Aufenthalt in Polen reift sein Entschlu\u00df, zum katholischen Glauben\n\u00fcberzutreten.<br>\n<br>\n<b>1804<br>\n<\/b>M\u00fcller wird Hauslehrer der Kinder des Landrates P.B. v. Haza-Radlitz auf\ndessen Gut in Polen. Dessen Frau Sophie wird M\u00fcller f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter heiraten.\nDas erste Buch der auf drei B\u00e4nde angelegten \"Lehre von Gegensatz\"\nerscheint.<br>\n<br>\n<b>1805<br>\n<\/b>Endg\u00fcltige Entlassung aus dem Staatsdienst. Reise zu Gentz nach Wien, dort\nKonvertierung zum Katholizismus. Im Herbst mit der Familie Haza \u00dcbersiedlung\nnach Dresden, wo f\u00fcr M\u00fcller ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Er verkehrt in\nder h\u00f6heren Gesellschaft und setzt sich mit Fragen der \u00c4sthetik, der Literatur\nund der Staatstheorie auseinander.<br>\n<br>\n<b>1806<br>\n<\/b>M\u00fcller h\u00e4lt in den gesellschaftlichen Kreisen Dresdens \"Vorlesungen\n\u00fcber die deutsche Wissenschaft und Literatur\" und \"Vorlesungen \u00fcber\ndie dramatische Kunst\". Erstere werden gedruckt und machen den 27 J\u00e4hrigen\npopul\u00e4r.<br>\n<br>\n<b>1807<br>\n<\/b>M\u00fcller wird zum Erzieher des Prinzen Bernhard v. Weimar ernannt. In Dresden\nmacht er Bekanntschaft und schlie\u00dft Freundschaft mit Heinrich v. Kleist.\nVorlesungen \"Von der Idee der Sch\u00f6nheit\".<br>\n<br>\n<b>1808<br>\n<\/b>Ernennung zum Hofrat in Dresden. Zusammen mit Kleist folgt die Gr\u00fcndung der\nKunstzeitschrift \"Ph\u00f6bus\", die sich auch philosophischen, poetischen\nund literarischen Themen widmet. Zudem verfa\u00dft M\u00fcller Artikel f\u00fcr die\nZeitschrift \"Pallas\", die sein Freund R\u00fchle v. Lilienstern\nherausgibt.<br>\n<br>\n<b>1809<br>\n<\/b>Das mit Frankreich verb\u00fcndete Dresden wird von den \u00d6sterreichern w\u00e4hrend\nder ersten Phase der Befreiungskriege eingenommen. M\u00fcller bietet sich\n\u00f6sterreichischen Diensten an. Nach der Wiedereinnahme Dresdens durch die\nFranzosen mu\u00df M\u00fcller im Juni die Stadt verlassen. Der Gegner Napoleons zieht\nnach Berlin, wo er ein Amt im Staatsdienst anstrebt. Die Vorlesung\n\"Elemente der Staatskunst\", die thematisch an die \"Lehre vom\nGegensatz ankn\u00fcpft, wird gedruckt. Der Staat ist die <i>\"innigste Verbindung\ndes gesamten physischen und geistigen Reichtums einer Nation zu einem gro\u00dfen\nGanzen\"<\/i>. Das \"Ganze\" funktioniere nach den Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten\nder \"Lehre vom Gegensatz\" und laufe auf eine harmonische\n\"Wechselwirkung\" von privatem und \u00f6ffentlichem Interesse hinaus. Die\nideale Staatsform, die sich daraus ergibt ist die Monarchie mit einer\nst\u00e4ndischen Vertretung als Gegengewicht. Diese politische Ordnung orientiert\nsich am Modell des mittelalterlichen St\u00e4ndestaates. Getragen wird diese\ngespannte Beziehung von dem christlichen Geist der im Staate wohnenden\nIndividuen. Er garantiert sowohl eine christliche Weltordnung, als auch die\nWeiterentwicklung der Gesellschaft und Nation. <br>\n<br>\n<b>1810<br>\n<\/b>Wiederaufnahme der Vorlesungst\u00e4tigkeit. In den \"Vorlesungen \u00fcber Friedrich\nII. und die Natur, W\u00fcrde und Bestimmung der preu\u00df. Monarchie\" kritisiert\ner den Aufkl\u00e4rer Friedrich und pl\u00e4diert f\u00fcr eine altst\u00e4ndische Verfassung.\nPolitisch steht M\u00fcller auf der Seite der adligen Oppositionspartei um Ludwig v.\nder Marwitz und schreibt u. a. in den, zusammen mit Kleist gegr\u00fcndeten\n\"Berliner Abendbl\u00e4ttern\" gegen die Reform orientierte Politik\nHardenbergs. <br>\n<br>\n<b>1811<br>\n<\/b>M\u00fcller und Achim v. Arnim gr\u00fcnden die \"Christlich-deutsche\nTischgesellschaft\". Hardenberg schickt M\u00fcller in diplomatischer Mission\nnach Wien. Hier k\u00fcmmert sich M\u00fcller neben seiner Aufgabe als Gesandter weiter\num staats- und wirtschaftstheoretische Fragen. In Friedrich Schlegels\nZeitschrift \"Deutsches Museum\" ver\u00f6ffentlicht er u. a. die\n\"Agronomischen Briefe\". Hardenbergs R\u00fcckruf nach Berlin bleibt aus.\nDie Entsendung nach Wien kommt einer Abschiebung gleich.<br>\n<br>\n<b>1812<br>\n<\/b>M\u00fcller h\u00e4lt nun auch in Wien Vortr\u00e4ge, darunter auch sein\n\u00e4sthetiktheoretisches Werk \"Vorlesungen \u00fcber die Beredsamkeit und ihr\nVerh\u00e4ltnis zur Poesie\". Die \"Vermischten Schriften \u00fcber Staat,\nPhilosophie und Kunst\" erscheinen in Wien.<br>\n<br>\n<b>1813<br>\n<\/b>Der Plan, in Wien eine Erziehungsanstalt zu gr\u00fcnden, scheitert. Beteiligung\nam Kampf gegen Napoleon. Auf der Seite \u00d6sterreichs wirkt er als Landeskommissar\nan der R\u00fcckgewinnung Tirols mit. Herausgabe der patriotischen Zeitschrift\n\"Bote von Tirol\".<br>\n<br>\n<b>1815<br>\n<\/b>Kriegsberichtserstatter im kaiserlichen Hauptquartier. Herausgabe der von\nMetternich kontrollierten Zeitschrift \"\u00d6sterreichischer Beobachter\".\nMit diesem Schritt ist der Bund mit der reaktion\u00e4ren Politik der \u00c4ra nach dem\nWiener Kongre\u00df endg\u00fcltig vollzogen. Nach dem Sieg \u00fcber Napoleon Anstellung im\n\u00f6sterreichischen Staatsdienst. Versetzung nach Sachsen als Generalkonsul.<br>\n<br>\n<b>1816<br>\n<\/b>Herausgabe der Zeitschrift \"Deutscher Staatsanzeiger\", an dem\nauch der Leipziger Philosophieprofessor Krug, M\u00fcllers alter Bekannter R\u00fchle v.\nLilienstern und der Verleger Friedrich Perthes mitarbeiten.<br>\nM\u00fcllers Ansichten werden radikaler. Der Briefwechsel mit Friedrich Gentz\ndokumentiert eine lebenslange Diskussion der Freunde \u00fcber die von M\u00fcller\naufgeworfenen staatstheoretischen Fragen:<br>\n<i>\"Hier erlaube ich mir aber, ihnen freim\u00fcthig und unverholen zu sagen,\nda\u00df, wenn ich auch Ihre religi\u00f6sen Gesinnungen und Ansichten v\u00f6llig\nunangetastet lasse, und sogar in h\u00f6chsten T\u00f6nen respektiere, dennoch die\nGrunds\u00e4tze, nach welchen Sie in der letzten Zeit Politik, Gesetzgebung,\nFinanzwissenschaft u.s.f. behandelt haben, mir selbst durch Ihr religi\u00f6ses\nSystem (...) nicht gerechtfertigt erschien. (...).<br>\nWenn ich in dieser Stimmung lese was Sie schreiben, liebster Freund, wie w\u00e4re\nes, bei aller meiner Liebe zu Ihnen und bei aller meiner Freude an Ihrem\nGeiste, m\u00f6glich, da\u00df ich mit Ihren Lehren harmonierte? Ich habe in dem\nrevolution\u00e4ren Gange der Zeit nie den nat\u00fcrlichen und verzeihlichen Wunsch, aus\neinem schlechten Zustande zu einem bessern zu gelangen, wohl aber das\neinseitige und anma\u00dfende Prinzip, die Welt vom frischen wieder anzufangen,\ngeha\u00dft. Wenn Sie nun, ebenso einseitig, anma\u00dfend und schneidend, die\nAntirevolution predigen, alle Bestrebungen und alle Produkte dieser Zeit, die\nich gewi\u00df nicht ungeb\u00fchrlich bewundere, mit betterem Hohn verwerfen und ganz\nunumwunden die Kirchenverfassung, und Lehnsverfassung, und Dienstverfassung,\nund Geldverfassung, und Handelsverfassung u.s.w. vergangener Jahrhunderte\nzur\u00fcckfordern- wie sollte ich meinen eigenen Ideen solche Gewalt anthun, die\nIhrigen zu billigen? Ich lese jeden Aufsatz in den Staatsanzeigern, bis auf den\nkleinsten, mit der gr\u00f6\u00dften Aufmerksamkeit; (...). Aber das Resultat ist immer\ndasselbe; jedes Heft best\u00e4rkt mich in meiner Opposition\". (Gentz und\nM\u00fcller 1857, S. 244 ff.)<br>\n<br>\n<\/i><b>1818<br>\n<\/b>Nach Streitigkeiten mit Krug und Angriffen M\u00fcllers gegen den\nProtestantismus wird der \"Deutsche Staatsanzeiger\" eingestellt.<br>\n<br>\n<b>1819<br>\n<\/b>M\u00fcller wird \u00f6sterreichischer Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger an den anhaltinischen und schwarzburgischen\nF\u00fcrstenh\u00f6fen.<br>\n<br>\n<b>1820<br>\n<\/b>M\u00fcller ver\u00f6ffentlicht in Friedrich Schlegels Zeitschrift\n\"Concordia\" seine Abhandlung \"Die innere Staatshaushaltung,\nsystematisch dargestellt auf theologischer Grundlage\". In dieser und in\nder Schrift \"Von der Notwendigkeit einer theologischen Grundlage der\ngesamten Staatswissenschaften und der Staatswirtschaft insbesondere\"\nentwickelt M\u00fcller sein staatstheoretisches Konzept weiter. Theologie und Religion\nwerden zur Grundlage des funktionierenden Staatswesens. Immer wieder ergreift\ner Partei gegen Preu\u00dfen und den Protestantismus. M\u00fcllers \u00c4u\u00dferungen sorgen auch\nauf \u00f6sterreichischer Seite f\u00fcr Ver\u00e4rgerung. Friedrich Gentz schreibt warnend an\nden Freund, seine Aussagen abzumildern, da er sonst den Zorn seiner\nVorgesetzten, der Regierung, auf sich z\u00f6ge. Metternich habe sich pers\u00f6nlich bei\nihm \u00fcber M\u00fcller beklagt: <i>\"Der scharfe und schneidende Ton, womit Sie\nalle bisherigen Regierungs- und Veraltungssysteme zu verdammen gewohnt sind,\nwurde nun zum erstenmale, und selbst von nicht unwohlwollenden Richtern als\netwas h\u00f6chst beklagenswerthes ger\u00fcgt, und mehr als einmal wurde die unter\npraktischen Menschen immer nat\u00fcrliche Frage aufgeworfen: Was gewinnen wir denn\nmit Bundesgenossen, die in der Meinung, uns aufzukl\u00e4ren, unsern Feinden die\ngl\u00e4nzensten Waffen gegen uns liefern?<br>\nSie kennen den gerechten, milden, durchaus gro\u00dfartigen Charakter des F\u00fcrsten.\nAllerdings f\u00fchrte er bittere Beschwerde \u00fcber Sie. (...).<br>\nDie Frage ist heute nicht, wie die Gesellschaft nach einem besseren,\ngottgef\u00e4lligerem Plane f\u00fcr die Zukunft zu bilden seyn wird; unser einziges\nGesch\u00e4ft ist und mu\u00df seyn, sie vor der von bekannten und bestimmten feinden ihr\ndrohenden nahen Aufl\u00f6sung zu bewahren. In einem ihrer Briefe habe ich zwar,\nnicht ohne geheimes Grauen, eine Aeu\u00dferung gefunden, woraus ich schlie\u00dfe, da\u00df\nSie selbst aus dem Abgrunde der Zerst\u00f6rung gewisse (h\u00f6chst chim\u00e4rische) neue\nFormen erwecken, die Ihnen lieber seyn w\u00fcrden, als er ganze alte Wust, von welchem\n- wie ich best\u00e4ndig bemerken mu\u00df - kein Jakobiner ver\u00e4chtlicher sprechen kann\nals Sie\".<\/i> <i>(Gentz und M\u00fcller 1857, S 326 ff.)<\/i><br>\n<br>\n<b>1825<br>\n<\/b>\u00dcbertritt des Herzogs von Anhalt-K\u00f6then und seiner Frau, der Halbschwester\ndes preu\u00dfischen K\u00f6nigs zum katholischen Glauben. Die Forschung sch\u00e4tzt M\u00fcllers\nEinflu\u00df auf diese Entscheidung als sehr gro\u00df ein.<br>\n<br>\n<b>1826<br>\n<\/b>M\u00fcllers Preu\u00dfenfeindlichkeit ger\u00e4t au\u00dfer Kontrolle. Die Herausgabe des\n\"Leipziger unparteiischen Literatur- und Kirchen Correspondenten\", in\ndem er wiederum gegen den Protestantismus zu Felde zieht, ist mit dem Posten\nals \u00f6sterreichischer Generalkonsul in Leipzig nicht vereinbar. In \u00d6sterreich\nwird er in den Adelstand erhoben.<br>\n<br>\n<b>1827<br>\n<\/b>Abberufung aus Leipzig und Anstellung in der Staatskanzlei in Wien <br>\n<br>\n<b>1829<br>\n<\/b>Am 17. Januar stirbt M\u00fcller 50 j\u00e4hrig in Wien.<br>\n<br>\n<br>\nwohnhaft in Berlin: Friedrichstadt, Charlottenstr. 31, im Haus des Architekten\nLanghans, das direkt neben der Buchhandlung von Julius Eduard Hitzig stand<br>\n<br>\n----------------------------------------<br>\n<br>\nDer stark von der idealistischen Philosophie Schellings beeinflu\u00dfte Adam M\u00fcller\nwar einer der ersten \"Berliner Romantiker\", die zum Katholizismus\nkonvertierten. Sein wechselvoller Lebensweg f\u00fchrte ihn von der preu\u00dfischen\nHauptstadt nach Wien, ins Herz der \u00f6sterreichischen Monarchie, f\u00fcr die er\nsp\u00e4ter auch arbeitete. Damit verband ihn viel mit seinem Freund und Mentor\nFriedrich Gentz. M\u00fcllers an der mittelalterlichen St\u00e4ndeordnungen orientierten\nchristlich-sozialen Staatstheorien unterst\u00fctzten das politisch konservative System\nMetternichs und wirkten als \"politische Romantik\" weit ins 20.\nJahrhundert hinein.<br>\n<br>\n<b>Verwendete Literatur:<\/b><br>\nGentz, Friedrich und M\u00fcller, Adam: <i>Briefwechsel zwischen Friedrich Gentz und\nAdam M\u00fcller 1800-1829<\/i>. Stuttgart: Cotta 1857<br>\n<br>\nSH<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n\n","genealogie":"Vater: Wilhelm Heinrich M\u00fcller (1750-1818), Hofrentmeister und Sekret\u00e4r beim m\u00e4rkischen Oberkonsistorium\nMutter: Anna Sophie Henriette (1752-1784), geborene Pahl","primaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/392\" class=\"link-hover text-primary\">Briefwechsel zwischen Friedrich Gentz und Adam Heinrich M\u00fcller 1800 - 1829<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/494\" class=\"link-hover text-primary\">Adam M\u00fcller und Dorothea Schlegel an Friedrich Leopold und Sophie Stolberg<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3141\" class=\"link-hover text-primary\">Adam M\u00fcllers vermischte Schriften \u00fcber Staat, Philosophie und Kunst<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3160\" class=\"link-hover text-primary\">\u00c4sthetische Aufkl\u00e4rung<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3169\" class=\"link-hover text-primary\">Idealismus und politische Romantik<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3170\" class=\"link-hover text-primary\">Politische Romantik<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/4311\" class=\"link-hover text-primary\">Schriften zur Staatsphilosophie<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/4312\" class=\"link-hover text-primary\">Adam M\u00fcllers Lebenszeugnisse<\/a>"],"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3154\" class=\"link-hover text-primary\">Adam M\u00fcllers Philosophie, \u00c4sthetik und Staatswissenschaft<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3155\" class=\"link-hover text-primary\">Adam M\u00fcller<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3156\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Adam Mueller, der neue Prophet<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/3157\" class=\"link-hover text-primary\">Versuch einer Beantwortung der Frage: Was ist von dem neuen Propheten A. 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