
{"meta":{"meta-title":"Jean Pierre Antoine Tassaert < Personen","meta-description":"Jean Pierre Antoine Tassaert < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/847","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/847","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Jean Pierre Antoine Tassaert"},"count":{"lebensdaten":10,"namensformen":0,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":0,"berlinaufenthalte":0,"register":2,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/847","text":"Jean Pierre Antoine Tassaert"}]},"data":{"id":847,"zusatz_id":847,"meta":{"meta-title":"Jean Pierre Antoine Tassaert < Personen","meta-description":"Jean Pierre Antoine Tassaert < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/847","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/847"},"title":"Jean Pierre Antoine Tassaert","nachname":"Tassaert","vorname":"Jean Pierre Antoine","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"03.08.1729","geburtsort":"Antwerpen","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"21.01.1788","sterbeort":"Berlin","sterbeland":null,"berufe":["Bildhauer"],"vereine":[" <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/45\" class=\"link-hover text-primary\">Akademie der K\u00fcnste<\/a>"],"bekanntschaften":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/627\" class=\"link-hover text-primary\">Johann Gottfried Schadow (Bildhauer)<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/831\" class=\"link-hover text-primary\">Ulrich Ludewig Friedrich Wolf (Maler, Kupferstecher, Bildhauer)<\/a>"],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":null,"namensaenderung":null,"lebenslauf":"<b>1727 <br><\/b>Geboren in Antwerpen. Getauft am 19. August.<br><br>Dort Beginn der k\u00fcnstlerischen Ausbildung.<br><br><b>1742<\/b><br>Zusammen mit seinem Bruder Philippe Joseph \u00dcbersiedlung nach London, dort weitere Ausbildung bei L. F. Roubillac.<br><br><b>1744<\/b><br>Zieht nach Paris. Arbeitet bis zu dessen Tod 1764 im Atelier des Bildhauers Michel-Ange Slodtz.<br><br><b>1769<\/b><br>'Agr\u00e9e' der Pariser Acad\u00e9mie Royale. Tassaerts Name erscheint nun h\u00e4ufiger in den Ausstellungskatalogen und Besprechungen der Salons. Es entstehen w\u00e4hrend dieser Zeit vor allem kleinere Arbeiten mit mythologischer oder allegorischer Ikonographie.<br>Durch seine Beziehung zu Abb\u00e9 Terray, Controleur g\u00e9n\u00e9ral des Finances u. Directeur des B\u00e2timents du Roi, erh\u00e4lt Tassaert eine Wohnung und Werkstatt im Louvre, obwohl keine k\u00f6niglichen Auftr\u00e4ge an ihn ergehen.<br><b><br>1775 <\/b><br>\nDurch die Vermittlung d'Alemberts wird Tassaert von Friedrich II. als Hofbildhauer nach\nPreu\u00dfen berufen. Er erh\u00e4lt als Leiter des k\u00f6niglichen Bildhauerateliers (\"Premier sculpteur de Sa Majest\u00e9 le Roi de Prusse\") 6000 Fr. (Florin) Jahresgehalt, f\u00fcr jede lebensgro\u00dfe Marmorfigur 4000 Fr. und entsprechend weniger f\u00fcr kleinere Arbeiten, eine Werkstatt mit ausreichend Gehilfen und Material, zudem darf Tassaert, wenn ihm die k\u00f6niglichen Auftr\u00e4ge die Zeit lassen, auch auf eigene Rechnung arbeiten.<br><div>Mitte Juni trifft Tassaert zusammen mit seiner Familie und seinen Gehilfen&nbsp; - u. a. Giovanni Batista Selvino und seinem Vetter Godecharles Tassaert - in Berlin ein. Insgesamt werden vom K\u00f6nig acht Gehilfen bezahlt (Bloch\/Grzimek, 1978, S. 367). Er \u00fcbernimmt dort die Nachfolge von Fran\u00e7ois Gaspard Adam und Sigisbert Michel.<br><\/div>\"[...] <i>durch T.s musterhafte Leitung des Kgl. Bildhauerateliers ist der erzieherische Gedanke, der f\u00fcr diese Gr\u00fcndung Friedrichs des Gr. wesentlich war, erst wirklich fruchtbar f\u00fcr die Berliner Kunst geworden<\/i>.\" (Thieme\/Becker, 1999, Bd. 31\/32, S. 454)<br><br>Im selben Jahr wird er Mitglied der Akademie der K\u00fcnste.<br>\n<b><br><\/b>Zwischen 1774 und 1779 fertigt Tassaert f\u00fcr den ovalen Buffettsaal der sogenannten Bildgalerie von Schlo\u00df Sanssouci vier Skulpturen an: eine Gruppe von Satyr, Bacchus und zwei Bacchantinnen (Dehio Potsdam, 1993, S. 32) (dig. Abb. im Bildindex FotoMarburg).<br><br>Ein weiterer k\u00f6niglicher Auftrag f\u00fcr eine Akt\u00e4on-Gruppe, die f\u00fcr die Neue Kammer vorgesehen war, kommt nicht zu Stande, da der bestellte Marmorblock erst 1779 geliefert wird.<br><br><b>1776<br><\/b>F\u00fcr den Comte de Provence (Ludwig XVIII) entsteht die zweifigurige Marmorgruppe \"Venus und Amor (Amors Waffen werden auf dem Altar der Freundschaft verbrannt)\", die f\u00fcr Prinz Heinrich von Preu\u00dfen in verkleinerter Wiederholung angefertigt&nbsp; und in der Neuen Kammer von Schlo\u00df Sanssouci aufgestellt wird. (dig. Abb. im Bildindex FotoMarburg)<br><b><br>\n1778<\/b> <br>\nTassaert erwirbt ein Haus in der Alexanderstr. 71 (an der K\u00f6nigsbr\u00fccke), in dem er neben seinen eigenen Werken in Marmor und Gipsabg\u00fcssen \u00e4ltere franz\u00f6sische und italienische Gem\u00e4lde und eine Sammlung franz\u00f6sischer und niederl\u00e4ndischer Zeichnungen und Kupferstiche vereinigt hatte.<br><br><b>1779<br><\/b>Auf Anregung des Gouverneurs von Berlin, General Wichard von M\u00f6llendorf liefert Tassaert f\u00fcr das Reiterdenkmal Friedrichs II. (Unter den\nLinden) einen Entwurf in Form eines Gipsmodells, der jedoch nicht realisiert wird, da Friedrich II. ein Reiterdenkmal zu Lebzeiten als unangemessen empfindet. (Planung und\nUmsetzung \u00fcbernimmt sp\u00e4ter Christian Daniel Rauch, 1839-1851) (das Modell heute in der Akademie der K\u00fcnste) (Dehio Berlin,\n1994, S. 154) (dig. Abb. im Bildindex FotoMarburg).<br><br><b>1779\/1783<br><\/b>Gottfried Schadow, der zuvor bereits von Tassaerts Frau und seinem Vetter Godecharles Zeichenunterricht erhalten hatte, wird Sch\u00fcler von Tassaert. Dieser erw\u00e4gt sogar, seine Tochter Henriette F\u00e9licit\u00e9 mit ihm zu verheiraten. Schadow jedoch begibt sich daraufhin nach Rom. \"Er lie\u00df fahren des Meisters Gunst, Pension und sonstige Aussichten (Gottfried Schadow) und 'entfloh' aus den Zw\u00e4ngen k\u00fcnstlerischer und menschlicher Vereinnahmung f\u00fcr zwei Jahre nach Rom.\" (Springer, 1990, S. 49)<br>Tassaert fertigt aus dem Marmorblock, der eigentlich f\u00fcr die Akt\u00e4on-Gruppe vorgesehen war das Standbild des General Friedrich Wilhelm von Seydlitz, das 1781 auf dem Wilhelmsplatz in Berlin-Mitte aufgestellt wird (dig. Abb. im Bildindex FotoMarburg). Das Original befiindet sich heute im SMB Bodemuseum SPKB (Inv.-Nr. ?).<br>Im Gegensatz zu den bereits auf diesem Platz vorhandenen Standbildern, die von seinem Vorg\u00e4nger Fran\u00e7ois Gaspard Adam ausgef\u00fchrt worden, w\u00e4hlt Tassaert nicht ein antikisierendes Kost\u00fcm sondern die zeitgen\u00f6ssische Regimentsuniform.<br>\"<i>Er hatte damit eine Auseinandersetzung er\u00f6ffnet, die als Kost\u00fcmstreit die Gem\u00fcter noch lange bewegte und vor allem das Reiterdenkmal Friedrichs des Gro\u00dfen zwei Generationen lang begleitete<\/i>.\" (Quelle) Mit der Aufstellung der Standbilder f\u00fcr Hans Joachim von Zieten und F\u00fcrst Leopod I von Anhalt-Dessau setzt sich die Position Tassaerts jedoch durch.<br><br><b>1779\/1780<br><\/b>Tassaert zieht mit seiner Familie in das auf k\u00f6nigliche Kosten erbaute Haus in der Alexanderstra\u00dfe 71 (1860 abgerissen).<br><br><b>Um 1780<br><\/b>F\u00fcr das Schreibzimmer der K\u00f6nigin im Stadtschlo\u00df Berlin fertigt Tassaert die zweifigurige Marmorgruppe \"Hippomedes und Atlante\", heute im SMB Skulpturensammlung SPKB (Inv.-Nr. ?) (dig. Abb. im Bildindex FotoMarburg).<br><br><b>1781<br><\/b>Am 2. Mai besichtigt der K\u00f6nig das Standbild von Seydlitz und bestellt als Pendant dazu ein weiteres, das den Feldmarschall Peter Karl Christoph von Keith zeigt und 1786 aufgestellt wird (dig. Abb. im Bildindex FotoMarburg). Das Original befindet sich heute im SMB Bodemuseum SPKB (Inv.-Nr. ?).<br><br><b>1782<br><\/b>Gipsb\u00fcste des Abb\u00e9 Raynal, heute in der Bibliothek des Gr\u00fcnen Schlo\u00df in Weimar (dig. Abb. im Bildindex FotoMarburg).<br><br><b>1785<br><\/b>Tassaert fertigt eine Marmorb\u00fcste Moses Mendelssohns, die sich heute in der Eingangshalle des j\u00fcdischen Gemeindehauses in der Fasanenstra\u00dfe 79\/80 befindet (Dehio Berlin, 1994, S. 169). Ein Gipsabgu\u00df der B\u00fcste in SMB Alte Nationalgalerie SPKB (Inv.-Nr. G 491).<br><br><b>1786<\/b><br>Wird am 11. Februar zum Rektor der Akademie der K\u00fcnste ernannt (gemeinsam mit Daniel Chodowiecki (1726-1817), Johann\nHeinrich Meil (1729-1820) und dessen j\u00fcngeren Bruder Johann Wilhelm Meil\n(1733-1805), Johann Chri\u00adstoph Frisch (1738-1815),Wilhelm\nChristian Meyer (1726-1786). Das K\u00f6nigl. Bildhaueratelier, dem Tassaert vorstand, wurde der Akademie unterstellt.<br><br>Im Mai wird das Standbild Keiths auf dem Wilhelmsplatz in Berlin-Mitte aufgestellt.<br><br>Tassaert reicht zudem f\u00fcr die diesj\u00e4hrige Berliner Akademieausstellung zwei Arbeiten ein: \"Atalante, eine im Laufen einen Apfel aufnehmende Figur von wei\u00dfem Marmor\" und \"Acteon von seinen Hunden zerissen\" (B\u00f6rsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1786:54).<br><br><b>1787<\/b><br>Erh\u00e4lt am 16. Oktober die Direktion \u00fcber alle Bildhauerarbeiten an den Kgl. Bauten in Berlin und Potsdam, die Stelle ist mit 800 Talern Jahresgehalt ausgestattet.<br><br>Der Katalog der diesj\u00e4hrigen Akademieausstellung nennt zwei Arbeiten Tassaerts: \"Eine B\u00fcste, von wei\u00dfem Marmor nat\u00fcrliche Gr\u00f6\u00dfe\" und \"Eine Nayade von wei\u00dfem Marmor, 4 Fu\u00df hoch Sr. K\u00f6nigl. Majest\u00e4t dem K\u00f6nig geh[\u00f6rig].\" Beide Arbeiten werden in dem Zimmer aufgestellt, in dem sich die \"der Academie [von Herzog von Kurland] geschenkte Collection v. Gibssachen, nach antiken Basreliefs, architektonischen Verzierungen und einiger der Academie geh\u00f6rigen Statuen und B\u00fcsten\" befindet (B\u00f6rsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1787:364.365).<br><br>Die von Carl Gotthard Langhans erbaute Mohrenkolonnaden (Mohrenstra\u00dfe) werden mit plastischen Schmuck aus der Werkstatt Tassaerts und Johann Gottfried Schadows ausgestattet (Dehio Berlin, 1994, S. 152)<br><br><b>1788<\/b><br>Arbeit an einem Tonmodell f\u00fcr das Grabmal des Grafen von der Mark, des fr\u00fchverstorbenen Sohnes Friedrich Wilhelms II., das jedoch aufgrund von Tassaerts Tod nicht vollendet wird. Stattdessen geht der Auftrag an Gottfried Schadow, der einen Neuentwurf liefert.<br><br>Am 21. Januar modelliert er die Vorlage f\u00fcr die sp\u00e4tere Bronzeb\u00fcste Hans Joachims von Ziethen (dig. Abb. im Bildindex FotoMarburg). Heute in der SMB Skulpturensammlung SPKB (Inv.-Nr. 8671) (dig. Abb. im Bildindex FotoMarburg). [In Bloch\/Grzimek, 1978, S. 35 wird diese B\u00fcste auf 1781 datiert und soll sich in der Alten Nationalgalerie befinden] Theodor Fontane schreibt hierzu: \"Die Arbeit dieses alten Meisters ist ganz vortrefflich, vor allem von einer Lebenswahrheit, die den Schadowschen alten Zieten zu einer blo\u00dfen Tendenzstatue herabdr\u00fcckt. Schadow hat nicht den Husarenvater als Portr\u00e4t, sondern das Husarentum als solches dargestellt. Von dem Moment ab, wo man den wirklichen alten Zieten (den Tassaertschen) gesehen hat, wird einem das mit einem Male klar.\" (Zit. nach B\u00f6rsch-Supan, 1990, S. 207f.).<br><br>Nach dem Tod Tassaerts soll zuerst Alexander Trippel zu seinem Nachfolger berufen werden. <b><br><br>1790 ??<br><\/b>Tassaert ist an der skulpturalen Innenausstattung des Potsdamer Marmorpalais beteiligt, u.a. entsteht die Sitzfigur \"Merkur\" (Dehio Potsdam, 1993, S. 55) (dig. Abb. im Bildindex FotoMarburg).<br><br><b>1813<\/b><br>Die Erben Tassaerts bieten der Akademie vier Marmorfiguren an, die jedoch nicht \u00fcbernommen werden.<br><br>---------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br><br>Im M\u00e4rkischen Museum, Berlin eine Portraitb\u00fcste von Tassaerts Tochter Sophie.<br><br>Von Henriette F\u00e9licit\u00e9 Tassaert ein Kupferstich-Portrait von 1788 nach einem unbekannten Pastellgem\u00e4lde \u00fcberliefert.<br><br><br><b>Literatur<br><\/b><br><b>Bloch<\/b>, Peter \/ <b>Grzimek<\/b>, Waldemar: Das klassische Berlin. Die Berliner Bildhauerschule im neunzehnten Jahrhundert, Frankfurt am Main 1978.<br>&nbsp;<br><b>B\u00f6rsch-Supan<\/b>, Helmut: Die Bildplastik der Schadowzeit (1783-1850), in: Bloch, Peter \/ Einholt, Sybille \/ Simson, Jutta von (Hrsg.): Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786-1914, Berlin 1990. S. 207-223.<br><br><b>Springer<\/b>, Peter: Bildhauer des 19. Jahrhunderts in Rom; in: Bloch, Peter \/ Einholt, Sybille \/ Simson, Jutta von (Hrsg.), a.a.O.: S. 49-70.<br>","genealogie":"Gro\u00dfvater: Jean Pierre Tassaert (1651-1725), Maler\nVater: Felix Tassaert, Bildhauer\nBruder: Philippe Joseph Tassaert (1732-1803)\nEhefrau: Marie-Edm\u00e9e (de) Moreau (1736-1791), Miniaturenmalerin\nT\u00f6chter: Antoinette Tassaert, Kupferstecherin und Miniaturmalerin\n             Henriette F\u00e9licit\u00e9 Tassaert (1766-1818), Malerin und Kupferstecherin\n             Sophie Tassaert\nSohn: Jean Joseph Fran\u00e7ois Tassaert","primaer":null,"sekundaer":null,"berlinaufenthalte":[],"fach":["Bildende Kunst"],"institution":["Akademie der K\u00fcnste"],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}