
{"meta":{"meta-title":"Edward Francis Cunningham < Personen","meta-description":"Edward Francis Cunningham < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/874","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/874","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Edward Francis Cunningham"},"count":{"lebensdaten":11,"namensformen":1,"genealogie":0,"biographie":1,"werke":1,"berlinaufenthalte":0,"register":3,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/874","text":"Edward Francis Cunningham"}]},"data":{"id":874,"zusatz_id":874,"meta":{"meta-title":"Edward Francis Cunningham < Personen","meta-description":"Edward Francis Cunningham < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/874","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/874"},"title":"Edward Francis Cunningham","nachname":"Cunningham","vorname":"Edward Francis","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"","geburtsdatum":"1741","geburtsort":"Kelso","geburtsland":"Schottland","staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"28.04.1793","sterbeort":"Berlin","sterbeland":"Preussen","berufe":["Maler"],"vereine":[" <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/45\" class=\"link-hover text-primary\">Akademie der K\u00fcnste<\/a>"],"bekanntschaften":[],"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":"Francesco Calza \/ E.F. Calze","namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n  <b>1741\/42<\/b><br>Edward Francis Cunningham wird im schottischen Kelso geboren.<br>Infolge der Flucht seines wohlhabenden Vaters aus Schottland nach Italien, zu der dieser wegen seiner Teilnahme an der Jakobinerrevolution gezwungen war, w\u00e4chst Cunningham seit 1745 in Bologna auf. (AKL, XXIII, 1999, S. 116)<br>Er beginnt auf der Akademie in Parma Malerei zu studieren und schreibt sich dort unter dem Namen Calza (nach seiner Geburtsstadt Kelso) ein. (Thieme\/Becker, Band 7\/8, S. 200)<br><br><b>1757<\/b><br>Cunningham geht nach Rom und arbeitet unter Anton Raphael Mengs (1728-1779) und Pompeo Girolamo Batoni (1708-1787). Kurze Zeit sp\u00e4ter siedelt er nach Neapel um, wo er Mitarbeiter von Francesco de Mura (1696-1782) wird. (AKL, XXIII, 1999, S. 116)<br><br><b>1763<\/b><br>Cunningham erh\u00e4lt als Sch\u00fcler von Giuseppe Baldrighi (1722-1802) in Parma einen Akademiepreis f\u00fcr Aktzeichnen. (Thieme\/Becker, Band 7\/8, S. 200)<br><br><b>1764<\/b><br>Cunningham wird in Venedig erw\u00e4hnt. Seine Arbeiten finden hier gro\u00dfen Beifall. Wenig sp\u00e4ter geht er nach Paris, wo er den K\u00f6nig von D\u00e4nemark portr\u00e4tiert, der sich dort auf der Durchreise befindet. Darauf hin wird Cunningham mit Auftr\u00e4gen des D\u00e4nischen Hofes \u00fcberh\u00e4uft. In dieser Zeit fallen ihm zwei gro\u00dfe Erbschaften zu. Er gibt daraufhin die Malerei auf und verprasst durch einen \u00e4u\u00dferst aufw\u00e4ndigen Lebenswandel sein beachtliches Verm\u00f6gen.<br><br><b>Zwischen 1770 und 1781<\/b><br>Cunningham lebt in London und beschickt die Ausstellungen der Royal Academy mit Portraitzeichnungen und fig\u00fcrlichen Kompositionen. In den dazu geh\u00f6rigen Katalogen wird er mit dem Beinamen \"il Bolognese\" verzeichnet. (Thieme\/Becker, Band 7\/8, S. 200)&nbsp; <br>Hochverschuldet verl\u00e4\u00dft er schlie\u00dflich London, um im Gefolge der Herzogin von Kingston nach St. Petersburg zu reisen. Dort malt er im Auftrag des F\u00fcrsten Potemkin zun\u00e4chst Historiendarstellungen. Durch Vermittlung von Richard Brompton (1734-1783), Hofmaler Katharinas der Gro\u00dfen, tritt er in den Dienst der Kaiserin und wird u. a.&nbsp; mit einem Portr\u00e4t beauftragt, das noch vor 1782 durch Charles Townley (1747- nach 1800) gestochen wird. Nach Bromptons Tod nimmt er Kontakt zu dem Petersburger Hofarchitekten Giacomo Trombara (1742-1808) auf und wird Portr\u00e4tist am russischen Hof. (AKL, XXIII, 1999, S. 116)<br><br><b>1783<\/b><br>Cunningham kommt als weitgereister Maler nach Berlin (Hofmann 2006, S. 4). Vermutlich bald nach seiner Ankunft portr\u00e4tiert er die Kinder Friedrich Wilhelms II. Es entstehen die Portr\u00e4ts des Prinzen Friedrich Wilhelm (1770-1840), vermutlich als Vorstudie zu dem Gem\u00e4lde \"<i>R\u00fcckkehr Friedrichs des Gro\u00dfen aus dem Man\u00f6ver<\/i>\", sowie die der Prinzessin Wilhelmine und ihres j\u00fcngeren Bruders des Prinzen Ludwig von Preu\u00dfen. (Kat. Friedrich Wilhelm II. und die K\u00fcnste (1997) Nr. I. 38, 39, 40, S.63-65)<br><br><b>1784<\/b><br>Cunningham wird Portraitmaler am k\u00f6niglichen Hof und hat als Portr\u00e4tist angesehener Pers\u00f6nlichkeiten gro\u00dfen Erfolg. Er wird zudem Ehrenmitglied der kgl. Akademie der K\u00fcnste. (Thieme\/Becker, Band 7\/8, S. 200). Aus der Feder von Daniel Chodowieckis (1726-1801) hat sich eine Beurteilung seiner&nbsp; Malerei erhalten, die er der Gr\u00e4fin zu Solms-Laubach am 20. April mitteilte: \"J<i>etzt haben wir einen Engl\u00e4nder hier der ebenfalls aus PetersBurg kommt und lange in Italien studiert hatt, er mahlt Pastell mit auserordentlicher Kraft, aber in DamensPortr\u00e4ten bring(t er) zu starke Tinten an; er hatt eine ausserordentliche Fertigkeit im Mahlen, mahlt auch in Oehl aber besser in Pastell, sein Name ist Cunningham<\/i>.\" (Solms-Laubach-Briefe (1927) S. 48) <br><br>Am 1. July schrieb er ihr \u00fcber den&nbsp; \"<i>seit 5 Vierteljahren<\/i>\" in Berlin weilenden Maler Cunningham: \"<i>er soll ein grosses gem\u00e4hlde des K\u00f6nigs zu Pferde mit allen Prinzen u. Generals die in Berlin und Potsdam liegen mahlen, welches hernach in Kupfer gestochen werden soll. Er hatt alle diese M\u00e4nner, auch den Bischof von Osnabr\u00fcck zu diesem Behuf in Pastell gemahlt und den K\u00f6nig [...] \u00e9scamottirt und das Gem\u00e4hlde untermahlt, unterdessen hatt er den Printzen von Preussen stehend auf eine Kanone gelehnt von ein Paar Officiers begleitet gemahlt. Dies Bild wird auch gestochen, und er sammelt Subscribenten a Bild 2 Ducaten f\u00fcr eine Exemplar ein. Er ist ein geschickter Mann und man kan viel von ihm erwarten.<\/i>\" (Solms-Laubach-Briefe (1927) S. 51)<br><br>An Anton Graff (1736-1813) schreibt Chodowiecki am 27. September \"<i>Guningham ist noch immer hier und ist immer besch\u00e4fftigt, ist auch ein braver Mahler. Er treibt das Pastell zu einer erstaunlichen force<\/i>.\" (Graff-Briefe (1921) S. 35)<br><br><b>um 1785<\/b><br>Portr\u00e4t Friedrich Wilhelms II. als Prinz von Preu\u00dfen, das vermutlich als Stichvorlage Verwendung finden sollte. (Friedrich Wilhelm II. und die K\u00fcnste (1997) Nr. I. 8, S.52)<br><br><b>1786<\/b><br>Bei der Konferenz der Berliner Kunstakademie am 4. Mai k\u00fcndigt Chodowiecki an, Cunningham nach der \"<i>Gr\u00f6\u00dfe seines Portr\u00e4ts der Prinzessin Friederike<\/i>\" zu fragen, um daf\u00fcr einen \"<i>Platz in der Ausstellung zu reservieren<\/i>.\" (Lacher, 2004, S. 15) Ob es schlie\u00dflich ausgestellt wurde ist ungewi\u00df, da es im dazu geh\u00f6rigen Katalog nicht verzeichnet ist. Statt dessen deb\u00fctiert \"<i>Herr Cunningham, Bildni\u00dfmahler aus London<\/i>\" in der am 20. Mai er\u00f6ffneten 1.&nbsp; Akademieausstellung mit den Pastellportr\u00e4ts der Gener\u00e4le von M\u00f6llendorff und von Rhodig, sowie der verstorbenen Gener\u00e4le von Ziethen und von Holzendorff (B\u00f6rsch-Supan 1971, 1787:306-309). Das Bildnis Moellendorfs entstand vermutlich als Vorstudie zur \"<i>R\u00fcckkehr Friedrichs des Gro\u00dfen aus dem Man\u00f6ver<\/i>\" und wurde im selben Jahr von Charles Townley gestochen. (Friedrich Wilhelm II. und die K\u00fcnste. (1997) Nr. I. 71, S.79)<br><br><b>1787<\/b><br>Am 20. Mai, dem Vortag der Er\u00f6ffnung der 2. Berliner Akademieausstellung, wird Cunningham zusammen mit dem Freiherrn v. Alvensleben zum Ehrenmitglied der Berliner Kunstakademie ernannt. (Lacher, 2004, S. 19) <br>In der Ausstellung ist er mit folgenden drei Gem\u00e4lden vertreten: \"<i>Friedrich der Gro\u00dfe reitet nach Beendigung des Man\u00f6vers, in Begleitung Sr. jetzigen K\u00f6nigl. Majest\u00e4t damaligen Prinzen von Preu\u00dfen, denen beyden jungen Prinzen und verschiedenen seiner ber\u00fchmtesten Generals nach Potsdam zur\u00fcck. Der Augenblick der Vorstellung ist, wie der K\u00f6nig im Beiseyn&nbsp; Sr. K\u00f6niglichen Hoheit des Herzogs von York und anderer fremden Offiziers, dem General von M\u00f6llendorf seine Befehle ertheilet<\/i>\",&nbsp; dem \"<i>Bildni\u00df des regierenden Herzogs von K\u00f6then, ganze Figu<\/i>r\", das Chodowiecki zu den besten Bildern der Ausstellung z\u00e4hlt, und dem \"<i>Bildni\u00df Sr. Excellenz Carl von Hohenzollern, Bischhof zu Culm, ganze Figur<\/i>\" (B\u00f6rsch-Supan 1971, 1787:148-150; Graff-Briefe (1921) S. 52-53). Das erstgenannte Historienbild beurteilte Chodowiecki in einem Brief an die Gr\u00e4fin v. Solms-Laubach sp\u00e4ter: \"<i>Brav gemahlt, etwas bunt, unrichtig in der Perspekti[ve] ... und die Hauptfigur des K\u00f6nigs Friedrich II. nicht \u00e4hnlich<\/i>\" sei. Weiter schreibt er \u00fcber die sp\u00e4teren Variationen: \"<i>Nachher mahlte er es mit wasserfarben in der Gr\u00f6sse wie das Kupfer werden solte machte aber eine ganz andere Composition, die Portraite liess er alle von Hoyer und Townley in Miniatur mahlen das gab dem Bilde ein sehr angenehmes Ansehen obwohl alles \u00fcbrige nur skiezirt war. Man liess ihm Bemerken dass daraus ein Kupferstecher nichts zusamen h\u00e4ngendes w\u00fcrde machen k\u00f6nnen, er machte eine ganz neue Zeichnung von derselben Gr\u00f6sse \u00e0 la touche mit vielen ver\u00e4nderungen - diese nun bekam Clemens zum original [...]<\/i>\", der allerdings \"<i>in Beynahe 3 Jahren ein sehr interessantes Bladt daraus gemacht<\/i>\"&nbsp; habe. (Solms-Laubach-Brief (1927), S. 173)<br>Das urspr\u00fcngliche Gem\u00e4lde befand sich Ende des 19. Jahrhunderts in Schlo\u00df Bellevue, wo es unter der Generalkatalognummer GK I 3209 verzeichnet war. 1946 in die Sowjetunion verschleppt, kehrte es 1958 stark besch\u00e4digt zur\u00fcck. Eine zweite Version des Gem\u00e4ldes, die lange Zeit f\u00fcr die \u00e4ltere gehalten wurde, befindet sich in Schlo\u00df Sanssouci (Hofmann 2006, S. 24).&nbsp; <br><br><b>1788<\/b><br>\"<i>Herr Cunningham aus London<\/i>\"&nbsp; zeigt auf der Akademieausstellung \"<i>Ein Familien St\u00fcck<\/i>\" und \"<i>Zwey Bildnisse in Brustst\u00fcck unter einer Nummer<\/i>\" (B\u00f6rsch-Supan 1971, 1788:105-106) Chodowiecki urteilt der Gr\u00e4fin v. Solms-Laubach am 15. November gegen\u00fcber \u00fcber Cunninghams Malerei: \"<i>Es ist in den Gemahlden dieses Mannes viel gutes so lange sie nicht fertig sind, macht er sie fertig so verdirbt er sie. Er hatt viel Feuer in der Composition, aber keine Zeichnu[n]g<\/i>.\" (Solms-Lauterbach-Briefe (1927), S. 139)<br><br><b>1789<\/b><br>Bei der Konferenz der Berliner Kunstakademie am 17. Januar legt der Kurator der Akademie Friedrich Anton Freiherr von Heinitz \"2 Zeichnungen von Cunningham vor: \u00dcberfall bei Hochkirch; FWII. zu Pferd\", die&nbsp; \"beide gelobt\" werden. (Lacher, 2004, S. 23) Ende September ist er als \"Historienmaler\" mit einem Gem\u00e4lde in der Akademieausstellung vertreten, das&nbsp; im Katalog der ausf\u00fchrlich beschrieben wird: \"Ein historisches Gem\u00e4hlde, welches Friedrich den Gro\u00dfen darstellt, wie er bei Hochkirchen seine tapfern Generale um sich fallen sieht, und bey dem widrigten Gl\u00fcck sein Heldenmuth sich gleich bleibt. (...)\". Dieses Gem\u00e4lde hing sp\u00e4ter im Flur der ehemaligen ersten Wohnung Friedrichs des Gro\u00dfen in Charlottenburg und ist heute unter der Katalognummer der SPSG GK I 1818 verzeichnet (Hofmann 2006, S. 6). Wie Chodowiecki hingegen an Anton Graff (1736-1813) am 29. September schrieb, hatte der K\u00f6nig dieses Bild bei seinem Ausstellungsbesuch zun\u00e4chst abgelehnt. Chodowiecki kritisiert u. a. an diesem Bild \"<i>da\u00df man nicht einen einzigen Oesterreicher sieht, und alles au\u00dfer des K\u00f6nig, Seidlitz und Saldern, die ausrei\u00dfen, alles sehr ruhig ist, aber es ist gut componiert, besser gemalt und gezeichnet wie gew\u00f6hnlich und viel Stellungen nach der Natur gemahlt sind. Es sind wenig Bilder da die zum Concurs bestimmt sind. ich glaube Cunnigh. wird den Prei\u00df der vaterl\u00e4ndischen Geschichte davontragen<\/i>.\" (Graff-Briefe (1921) S. 63)<br><br>Zudem wird \"<i>Ein gezeichneter Entwurf zu einem Gem\u00e4hlde, welches Friedrich den Zweiten mit des jetztregierdenden K\u00f6nigs Majest\u00e4t als Kronprinz, darstellt. Eine Scene aus dem Beyerischen Erbfolgekriege\"<\/i> (B\u00f6rsch-Supan 1971, 1789: 33. S. 59).<br>Am 30. Oktober ist der vor dem Brandenburger Tor versammelte Senat der Berliner Kunstakademie bei der \"Begutachtung von Cunninghams Transparent einer Quadriga in Originalgr\u00f6\u00dfe\" geteilter Meinung. (Lacher, 2004, S. 25)<br><br>Von der Forschung wird angenommen, dass Cunningham in Berlin eine Werkstatt mit mehreren angestellten Malern unterhielt, die an seinen Werken Anteil hatten. Hofmann bringt, gest\u00fctzt auf weitere Quellen, Heinrich Anton D\u00e4hling (1773-1850) als m\u00f6glichen Mitarbeiter Cunninghams ins Gespr\u00e4ch (Hofmann 2006, S. 39f).<br><br><b>1790<\/b><br>Auf Befehl des K\u00f6nigs vom 14.12.1789 erh\u00e4lt Cunningham am 17.1.1790 einen Vertrag <i>\"'wegen Malerei des Plafonds' f\u00fcr 2800 Thaler<\/i>\" im Schlo\u00dftheater Charlottenburg. Dieser zeigt eine noch sehr im Rokokostil gehaltene Darstellung: \"<i>Girlanden haltende Putten in einem Wolkenmeer<\/i>\". (Frenzel (1959) S. 137) \u00dcber diesen Plafond, der im Katalog der Akademieausstellung des folgenden Jahres aufgef\u00fchrt ist, urteilt Chodowiecki in einem Brief an die Gr\u00e4fin von Solms-Laubach vom 2. August 1791, da\u00df er \"<i>eine wahre Schmiererey<\/i>\" sei. Weiter berichtet er \"<i>und wie man sagt sollen die Genien und Guirlanden auf Papier gemahlt ausgeschnitten und aufgeklebt sein, auch vor der ersten Vorstellung theilweise schon angefangen haben sich abzul\u00f6sen und herunterzuh\u00e4ngen die h\u00f6lzernen Br\u00fcstungen der Galerien des Kom\u00f6dien Saals sin[d] mit Papier beklebt und die architecktonischen Verzierungen gemahlt, sind ebenfals,&nbsp; da das Holz eingetrocknet ist gerissen und haben m\u00fcssen mit \u00fcberklebter Leinwand wieder ausgebessert werden<\/i>.\" (Solms-Laubach-Briefe (1927) S. 168) <br>Dieser Arbeit folgt am 10.7.1790 ein weiterer Vertrag \"<i>wegen Malerey, Staffierung und Vergoldung<\/i>\" im Charlottenburger Schlo\u00dftheater f\u00fcr ein Honorar von \"<i>3200 Taler<\/i>\". Diese Summen wurde von dem ausf\u00fchrenden Architekten Michael Philipp Daniel Boumann (1747-1803) in einem Brief an den Minister v. Woellner vom 29.4.1791 \"<i>als viel zu hoch<\/i>\" bezeichnet und ihre Revision erbeten, da es sich vor allem um rein handwerksm\u00e4\u00dfige Arbeiten gehandelt habe. Dort hei\u00dft es: \"<i>\u00dcberhaupt ist es unrecht, da\u00df Herr Cunningham als Kunstmaler dergleichen Arbeiten an sich rei\u00dft, wodurch denen so h\u00e4ufig seienden armen Staffirmahlern oder Anstreichern, welche gr\u00f6\u00dften Teils invalide Soldaten sind, die hierdurch ihren Lebensunterhalt suchen, das Brodt genommen wird<\/i>.\" (zit. nach Frenzel (1959) S. 133 und S. 220 Anm. 569, 570) <br>Die Hintergr\u00fcnde dieses Auftrags werden durch einige Briefe von Chodowiecki an Graff deutlich. So schreibt Chodowiecki am 12. M\u00e4rz: \"<i>Frisch malt einen Plafont in einem kleinen Schlo\u00df bei Potsdam, den Cuningham hatt mahlen sollen und wozu er viele Skietzen gemacht hatt. Sie k\u00f6nnen denken wie er schimpft.<\/i>\" (Graff-Briefe (1921) S 79) Am 23. April teilt Chodowiecki Graff mit: \"<i>Cunningham macht Cartons um in Charlottenburg ein Plafond im Com\u00f6dienhaus al fresco zu malen<\/i>\" (Graff-Briefe (1921) S. 80) \u00dcber diesen Plafond berichtet Chodowiecki an Graff am 25. Oktober: \"<i>Herr Cunningham hatt diesen Sommer einen Plafond im Com\u00f6dien Hause zu Charlottenburg in Fresco gemahlt der ganz unter der Critiq ist, und hat doch 3000 rthlr daf\u00fcr bekommen<\/i>.\" (Graff-Briefe (1921) S. 85) <br><br>Am 17. Juli lehnt der Senat der Berliner Kunstakademie C.'s Gesuch um Aufnahme in den Senat der&nbsp; Kunstakademie mit der Begr\u00fcndung ab, da\u00df die \"<i>Anzahl der Senatoren ... voll<\/i>\" sei. (Lacher, 2004, S.30)<br><br>Im selben Jahr f\u00fchrt Cunningham drei Supraporten im ersten Vorzimmer der unter Carl&nbsp; Gotthard Langhans neu ausgestatteten Wohnung der K\u00f6nigin Friederike Luise im Berliner Schlo\u00df mit mythologischen Szenen zur Erziehung des Achilles aus. Zu dieser Zeit verwendet der Reproduktionsstecher J. S. L. Halle (1790-1808) Cunninghams Brustbild des Ministers Karl August Struensee von Karlsbach als Stichvorlage. (Friedrich Wilhelm II. und die K\u00fcnste (1997) Nr. III. 35-37, S. 248-249, I. 61, S.75)<br><br><b>1791<\/b><br>Im Katalog zur Akademieausstellung sind einige Werke Cunninghams ausf\u00fchrlich vermerkt:<br>\"<i>Vom Maler Cuningham ist in einer der neuen Kammern Ihro Majest\u00e4t der K\u00f6nigin im Jahr 1790 gemahlt: Die Geburt des Achilles, welchem die G\u00f6ttin Thetis den Chiron zur Erziehung anvertrauet. Die Scene ist in der H\u00f6hle der Selben, und die Aussicht auf das Meer (...)<\/i>\" <br><br>Neben diesem Deckenbild ist auch die Ausmalung des Charlottenburger Schlosses aufgef\u00fchrt und wie folgt beschrieben:<br>\"<i>1. Im Vorflur. Der Plafond stellet die Wahrheit vor, welche die Zeit erreichet hat.<br>&nbsp; 2. In dem neu errichteten K\u00f6nigl. Schauspielhause den Plafond 51 Fu\u00df lang und 45 Fu\u00df breit. Der Hauptgegenstand desselben ist eine Gruppe von Genien, welche Girlanden von Blumen zusammenkn\u00fcpfen. Der Fronton des Theaters ist durch einen Schild, in welchem der Name des K\u00f6nigs befindlich, und \u00fcber welchem die Krone und der&nbsp; k\u00f6nigliche Mantel angebracht worden, verziert, und wird von zwei wilden M\u00e4nnern gehalten.<br>3. In der k\u00f6niglichen Loge der Plafond, in Colorit, stellet die Figur des Friedens vor, die eine Krone darbietet. \u00dcber der Th\u00fcre Jupiter und Amor, zwei Genien, den Stuck nachahmend auf beiden Seiten. Alle \u00fcbrigen Dekorationen der Loge sind nach Zeichnungen des Herrn Cunningham gemacht<\/i>.\" (B\u00f6rsch-Supan 1971, 1791: Anhang S. 26-28).<br><br><b>1792<\/b><br>Cunningham war stets darum bem\u00fcht, seine eigenen Werke auch in Druckgraphik zu verbreiten. Mit dem Industriellen Jean Marc Pascal gr\u00fcndete Cunningham die sogenannte Hofkupferstichofficin, einen Betrieb zur Herstellung und Verbreitung von Kupferstichen. In diesem Zusammenhang warb Cunningham auch ausl\u00e4ndische Kupferstecher an, die daraufhin in diesem Betrieb Arbeit fanden, wie beispielsweise der d\u00e4nische Kupferstecher Johan Frederik Clemens. (Hofmann 2006, S. 29)<br>Er erlangt die gro\u00dfe goldene Medaille \"Merentibus\" f\u00fcr besondere Verdienste um die Kunst. (Thieme\/Becker, Band 7\/8, S. 200).<br><br><b>1793<\/b><br>Pastellbildnis des Prinzen Heinrich von Preu\u00dfen, des zweitj\u00fcngsten Sohns Friedrich Wilhelms II. (Friedrich Wilhelm II. und die K\u00fcnste (1997) Nr. I. 42, S.65-66) Im Fr\u00fchjahr schreibt Chodowiecki an&nbsp; Graff: \"<i>Herr Cuningham ist seit einiger Zeit gef\u00e4hrlich Krank, seine Krankheit fing mit einer starken Blutst\u00fcrzung an, jetzt glaubt man er sei wassers\u00fcchtig, weil ihm der Leib so sehr anschwellt. Es w\u00e4re schade, wenn er st\u00fcrbe<\/i>\". (Graff-Briefe (1921) S. 117)<br>Am 28. April verstirbt Cunningham. (Meusel, S.72) Seine letzten vollendeten Bilder, die Portr\u00e4ts von Johann Gottfried Schadow und seiner Frau werden ab 27. Mai auf der Akademieausstellung gezeigt.&nbsp; (B\u00f6rsch-Supan 1971, 1793:58.59).<b><br><br>1794<\/b><br>Die letzte Arbeit von Cunningham, die auf der Ausstellungen der Akademie der K\u00fcnste in Berlin gezeigt wird, ist: \"<i>Eine Skizze in \u00d6l. Man sieht auf dem Meere eine Barke auf welcher die Matrosen und Soldaten bem\u00fcht sind, die Manschaft des feindlichen Schiffs zu retten, welches in der Ferne in Rauch aufgeht<\/i>.\" (B\u00f6rsch-Supan 1971, 1794:51).<br><br><br><b>Literatur:<\/b><br>Graff-Briefe = Briefe Daniel Chodowieckis an Anton Graff, hrsg. v.&nbsp; Charlotte Steinbrucker, Berlin 1921.<br><br>Solms-Laubach-Briefe = Briefe Daniel Chodowieckis an die Gr\u00e4fin Christiane von Solms-Laubach, hrsg. v.&nbsp; Charlotte Steinbrucker, Berlin 1927.<br><br>Herbert A. Frenzel: Brandenburg-Preussische Schlosstheater. Spielorte und Spielformen von 17. bis zum 19. Jahrhundert, Schriften der Gesellschaft f\u00fcr Theatergeschichte Band 59, Berlin, 1959.<br><br>Friedrich Wilhelm II. und die K\u00fcnste. Preu\u00dfens Weg zum Klassizismus, Ausst.-Kat. Potsdam 1997.<br><br>Veronika Hofmann: Der Maler Edward Francis Cunningham in Preu\u00dfen, Hausarbeit zur Erlangung der Grades einer Magistra Artuim, FU Berlin, 2006.<br><br>Die Kataloge der Berliner Akademie-Ausstellung 1786-1850, bearb. von Helmut B\u00f6rsch-Supan, 2 B\u00e4nde und Registerband, Berlin 1971.<br><br>Reimar F. Lacher: Die Konferenzen der Berliner Kunstakademie, 1786-1815. Annalen des Berliner Kunstalltags, In:\"Berliner Klassik. Eine Gro\u00dfstadtkultur um 1800\", Dokumente, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, 2004. <br><br>Joh. Georg Meusel: \u201eTeutsches K\u00fcnstlerlexikon\u201c, 3 Bde., Lemgo 1808-1814.<br><br>Neill Jeffares: Dictionary of pastellists before 1800, online edition 2008, elektronische Ressource, http:\/\/www.pastellists.com\/Articles\/Cunningham.pdf, Zugriff am 6.1.2008.<br><br><b>Beate Schroedter\/Simon Hofer, 2009<\/b><br><b><br><\/b><br><br><br><div><br>\n <\/div>","genealogie":"","primaer":null,"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/10677\" class=\"link-hover text-primary\">Der Maler Edward Francis Cunningham in Preu\u00dfen<\/a>"],"berlinaufenthalte":[],"fach":["Bildende Kunst"],"institution":["Akademie der K\u00fcnste"],"ort":["Berlin"],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}