
{"meta":{"meta-title":"Hermann Ludwig Leopold Gottlieb Boyen < Personen","meta-description":"Hermann Ludwig Leopold Gottlieb Boyen < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/927","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/927","zitat":{"bereich":"Person","bearbeitet":"","titel":"Hermann Ludwig Leopold Gottlieb Boyen"},"count":{"lebensdaten":11,"namensformen":1,"genealogie":1,"biographie":1,"werke":2,"berlinaufenthalte":1,"register":1,"quellen":0},"translations":"personen","breadcrumb":[{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen","text":"Personen"},{"url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/927","text":"Hermann Ludwig Leopold Gottlieb Boyen"}]},"data":{"id":927,"zusatz_id":927,"meta":{"meta-title":"Hermann Ludwig Leopold Gottlieb Boyen < Personen","meta-description":"Hermann Ludwig Leopold Gottlieb Boyen < Personen","canonical-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/927","api-url":"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/api\/personen\/927"},"title":"Hermann Ludwig Leopold Gottlieb Boyen","nachname":"Boyen","vorname":"Hermann Ludwig Leopold Gottlieb","lexikal-name":null,"titel":"","adelstitel":"","adelspraedikat":"von","geburtsdatum":"23.06.1771","geburtsort":"Kreutzburg\/ Ostpreu\u00dfen","geburtsland":null,"staatsangehoerigkeit":"","geschlecht":"m\u00e4nnlich","konfession":"","sterbedatum":"15.02.1848","sterbeort":"Berlin","sterbeland":null,"berufe":["Preu\u00dfischer Kriegsminister","Staatsmann","General"],"vereine":[" <a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/geselligkeit\/23\" class=\"link-hover text-primary\">Gesetzlose Gesellschaft (Nr. 2) (gegr\u00fcndet: 04.11.1809)<\/a>"],"bekanntschaften":{"1":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/606\" class=\"link-hover text-primary\">August Neidhart Gneisenau (Milit\u00e4r, Reformer)<\/a>","0":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/500\" class=\"link-hover text-primary\">Karl Justus Gruner (Polizeipr\u00e4sident, Jurist)<\/a>","3":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/4156\" class=\"link-hover text-primary\">Adam Georg Friedrich Horn (Milit\u00e4r)<\/a>","2":"<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/personen\/736\" class=\"link-hover text-primary\">Gerhard Johann David Scharnhorst (Reformer, Publizist, Milit\u00e4r)<\/a>"},"dynastie":null,"geburtsname":null,"gebadelspraedikat":"","gebtitel":"","geschieden":null,"verwitwet":null,"pseudonym":null,"namensvarianten":"Boyen, Hermann Ludwig Leopold Gottlieb von Boyen, Leopold Hermann Ludwig von","namensaenderung":null,"lebenslauf":"\n <b>1771<br \/>\n <\/b> Am 23. Juni wird Herman L. Gottlieb von Boyen als Sohn des\n Oberstleutnants Johann Friedrich von Boyen und Hedwig von Holtzendorff in\n Kreutzburg\/ Ostpreu\u00dfen geboren. Fr\u00fch verwaist wird Boyen von seiner Tante in\n K\u00f6nigsberg erzogen. <br \/>\n <br \/>\n <b>1787<br \/>\n <\/b> Eintritt in die Preu\u00dfische Armee als F\u00e4hnrich im Infanterieregiment zu\n Bartenstein. <br \/>\n <br \/>\n <b>1788<\/b> <br \/>\n Umzug nach K\u00f6nigsberg. Boyen besucht die dortige Milit\u00e4rschule und\n Universit\u00e4t, wo er bei Immanuel Kant Vorlesungen \u00fcber Anthropologie h\u00f6rt.\n <br \/>\n <br \/>\n <b>1794\/95<\/b> <br \/>\n Teilnahme am Polenfeldzug, Adjutant des Generals Johann Heinrich von\n G\u00fcnther (1763-1803). <br \/>\n <br \/>\n <b>1796<br \/>\n <\/b> Hauptmann in der Garnision von Gumbinnen, Besch\u00e4ftigung mit der Ethik\n Immanuel Kants. <br \/>\n <b>1799<br \/>\n <\/b> Stabs-Capit\u00e4n im Regiment Prinz Georg von Hohenlohe. <br \/>\n <br \/>\n <b>1803<br \/>\n <\/b> Gerhard Johann David von Scharnhorst nimmt Boyen als ausw\u00e4rtiges\n Mitglied in die von ihm gegr\u00fcndete \"Milit\u00e4rische Gesellschaft\" auf, wo\n dieser sich mit Fragen der Heeresreform besch\u00e4ftigt. <br \/>\n <br \/>\n <b>1806<br \/>\n <\/b> Officier \u00e0 la suite Sr. Majest\u00e4t. Berufung in den Generalstab. In der\n Schlacht bei Auerstedt wird Boyen schwer verwundet. Er erlebt das Ende der\n Niederlage im Krankenbett im Hause Stein. Den Winter verbringt Boyen in\n Weimar. 1834 schreibt er in seinen Erinnerungen \u00fcber seinen Aufenthalt :\n <i>\"Von den damals in Weimar noch lebenden Gro\u00dfen M\u00e4nnern hatte die n\u00e4here\n Bekanntschaft Wielands ein gro\u00dfes Interesse f\u00fcr mich; ich schien ihm auch\n nicht ganz zu mi\u00dffallen, er sowohl als Bertuch redeten mir mehreremahle zu,\n die kriegerische Laufbahn ganz aufzugeben und mich den Wissenschaften zu\n widmen, doch der Ha\u00df gegen die Feinde meines Vaterlandes lag zu tief in\n meiner Brust. (...). Zu Goethe mochte ich nicht hingehen; theils hatte seine\n \u00c4u\u00dfere Stolze Erscheinung f\u00fcr mich zuwenig einladendes, theils lobte er auch\n in jener Periode die Franzosen mir etwas zuviel. Wenn im Ganzen auch der\n Winter von 1806\/07, welchen ich in Weimar verlebte, unter den damaligen\n Verh\u00e4ltnissen wenig Gr\u00f6\u00dfere Geselligkeit darbot, so war f\u00fcr den Einzelnen\n doch Gelegenheit genug, einen Kreis gebildeter deutscher M\u00e4nner kennen zu\n lernen, in dem ich bald mehrere mir gleichgesinnte Menschen fand und mit\n ihnen manche, mir werthe Stunde verlebte\" (Boyen 1889, S. 226)<\/i>.<br \/>\n Die Niederlage retrospektiv verarbeitend, schreibt Boyen zum Niedergang der\n preu\u00dfischen Milit\u00e4rmacht bei Jena Auerstedt in den \"Denkw\u00fcrdigkeiten und\n Erinnerungen\" :<i>\"Es ist keinem Zweifel unterworfen, da\u00df, wenn in dieser\n Epoche Friedrich der Unsterbliche in seiner vollen Mannes-Kraft auf dem\n Throne gesessen, und wir wirkliche Feldherren und Staatsm\u00e4nner in seiner\n Umgebung gefunden h\u00e4tten, es vielleicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, einen Plan zu\n entwerfen, der den Egoismus der verschiedenen Kabinette beherrscht und mit\n dem k\u00fchn und klug gef\u00fchrten Schwerte einen neuen dauerhaften Zustand von\n Europa herbeygef\u00fchrt h\u00e4tte. Aber derartige M\u00e4nner waren nun einmal weder in\n Preu\u00dfen noch in den anderen Staaten da, alle lie\u00dfen sich von der Zeit\n fortrei\u00dfen, keiner verstand sie zu lenken\" (Boyen 1889, S. 180).<\/i><br \/>\n <i><br \/>\n <\/i> <b>1807<br \/>\n <\/b> Heirat mit Amalie Berent, Tochter des Kammerassistenzrates Sigismund\n Ludwig Berent. Capit\u00e4n im Generalstab. Boyen hat wesentlichen Anteil an\n Scharnhorst's Denkschrift vom 31. Juli 1807 zur Schaffung einer\n \"Nationalmiliz\". <br \/>\n <br \/>\n <b>1808<br \/>\n <\/b> Am 31. Januar Bef\u00f6rderung zum Major. Zusammen mit Scharnhorst ist Boyen\n in der Milit\u00e4r-Reorganisationskommission t\u00e4tig, die im Zusammenhang mit der\n Stein'schen Staatsreform die preu\u00dfische Heeresreform vorbereitet. <br \/>\n <br \/>\n <b>1810<br \/>\n <\/b> Nachdem sich die Reformpartei gegen konservative Widerst\u00e4nde\n durchsetzt, wird Oberlieutenant Boyen am 3. Februar Direktor der 1.\n Abteilung in dem von Scharnhorst geleiteten Kriegs-Departement und erh\u00e4lt\n den Milit\u00e4rvortrag im Cabinett. <br \/>\n <br \/>\n <b>1811<br \/>\n <\/b> Scharnhorst, Gneisenau und Boyen versuchen K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III.\n zum B\u00fcndnis mit Ru\u00dfland im Krieg gegen Napoleon zu bewegen. <br \/>\n <br \/>\n <b>1812<br \/>\n <\/b> Boyen legt seine T\u00e4tigkeit im Ministerium nieder, um in \u00d6sterreich und\n Ru\u00dfland gegen Napoleon zu k\u00e4mpfen. <br \/>\n <br \/>\n <b>1813<br \/>\n <\/b> Ankunft beim K\u00f6nig in Breslau, wo er im Auftrag des Zaren das russische\n B\u00fcndnisangebot \u00fcberbringt und damit Preu\u00dfens Eintritt in den Krieg gegen\n Napoleon mitbestimmt. Am 9. M\u00e4rz wird Boyen zum Oberst und am 22. Dezember\n zum Chef des Generalstabes des 3. Armeecorps ernannt. In dieser Stellung\n nimmt er an den K\u00e4mpfen von Luckau, Gro\u00dfbeeren, Dennewitz und Leipzig sowie\n schlie\u00dflich am Feldzug in Holland und Frankreich teil. <br \/>\n <br \/>\n <b>1814<br \/>\n <\/b> Am 3. Juni Bef\u00f6rderung zum Generalmajor und Ernennung zum Geheimen\n Staats- und Kriegsminister. Boyen veranla\u00dft in seiner Amtszeit eine gro\u00dfe\n Anzahl bedeutender Gesetze. Dazu geh\u00f6rt an erster Stelle das am 3. September\n 1814 verabschiedete Wehrgesetz, mit dem die allgemeine Wehrpflicht\n eingef\u00fchrt, sowie eine Landwehr und ein Landsturm aufgebaut werden. <br \/>\n <br \/>\n <b>1818<br \/>\n <\/b> Am 2. April Bef\u00f6rderung zum General-Lieutenant. <br \/>\n <b><br \/>\n Ende 1819<\/b><br \/>\n Als der K\u00f6nig die Einbeziehung der Landwehr in den Divisionsverband\n anordnet, was einer R\u00fccknahme der Reformen von 1814 gleichkommt, ersucht\n Boyen um R\u00fccktritt von seinen \u00c4mtern. Er zieht sich ins Privatleben zur\u00fcck\n und widmet sich zunehmend seiner publizistischen T\u00e4tigkeit. <br \/>\n <br \/>\n <b>1840<br \/>\n <\/b> Am 22. November Reaktivierung. Boyen wird von Friedrich Wilhelm IV. zum\n Mitglied des Staatsrates berufen und zum General der Infanterie bef\u00f6rdert.\n <br \/>\n <br \/>\n <b>1841<br \/>\n <\/b> Am 1. M\u00e4rz Ernennung zum Kriegsminister und zum Chef des\n Staatsministeriums. <br \/>\n <br \/>\n <b>1842<br \/>\n <\/b> &nbsp;Bef\u00f6rderung zum Chef des 1. Infanterieregiments. <br \/>\n <br \/>\n <b>1847<br \/>\n <\/b> R\u00fccktritt aus Altersgr\u00fcnden im Rang eines General-Feldmarschalls und\n Gouverneur der Invaliden. <br \/>\n <br \/>\n <b>1848<br \/>\n <\/b> Am 15. Februar stirbt Boyen 76 j\u00e4hrig in Berlin. Auf eigenen Wunsch\n wird er neben Scharnhorst auf dem Invalidenfriedhof bestattet. <br \/>\n <br \/>\n ----------------------------------------<br \/>\n <br \/>\n Neben Scharnhorst, Gneisenau und Clausewitz ist Boyen der bedeutenste\n preu\u00dfische Herresreformer. Friedrich Meinecke urteilt in seiner zweib\u00e4ndigen\n Biographie Hermann von Boyens von 1899 \u00fcber den preu\u00dfischen General: <i>\"Er\n war kein origineller, sch\u00f6pferischer Denker, er entnahm alle seine Ideen aus\n dem Schatze seiner Zeit und seines Volkes und Staates. Energisches\n Preu\u00dfentum, patriarchalische Staatsf\u00fcrsorge und kantische Aufkl\u00e4rung f\u00fcgte\n er zusammen zu einer Einheit, die allerdings, so milde und fest zugleich, so\n reflektiert aus- und ineinander gesponnen und so lebendig-aktiv zugleich,\n wohl einzig dasteht, aber ihre Originalit\u00e4t auch nur aus dem inneren reinen\n verborgen gl\u00fchenden Feuer der Seele erh\u00e4lt. Auf dieser innigen Verbindung\n geistiger und politischer Kr\u00e4fte beruht das Gr\u00f6\u00dfte, was er geleistet hat:\n Das Wehrgesetz und die Durchdringung der preu\u00dfischen Nation mit dem Geiste\n der allgemeinen Wehrpflicht\".<br \/>\n <\/i> Boyen selbst urteilt \u00fcber sein Leben: <i>\"Der Erfolg meiner Leistungen\n ist gr\u00f6\u00dftentheils hinter meinen W\u00fcnschen geblieben- denn die Resultate des\n Lebens sind nicht die Produkte des Einzelwillens, sondern einer menge von\n Verwicklungen, die der Mensch nicht als sein Eigenthum anzusehen berechtigt\n ist\" (Meinecke&nbsp; 593ff.).<br \/>\n <br \/>\n <\/i> <b>Verwendete Literatur:<\/b><i><br \/>\n <\/i> Boyen, Hermann von: <i>Denkw\u00fcrdigkeiten und Erinnerungen. Band I\n 1771-1813<\/i>, Leipzig 1889<br \/>\n <br \/>\n Meinecke, Friedrich: <i>Das Leben des Generalfeldmarschalls Hermann von\n Boyen. Band II 1814-1848<\/i>, Stuttgart: Cotta 1899<br \/>\n <i><br \/>\n <br \/>\n <\/i> SH<i><br \/>\n <\/i>\n ","genealogie":"Vater: Friedrich von Boy(e), 1720-1777, preu\u00dfischer Oberstleutnant\nMutter: Hedwig (1735-1777), Tochter des Majors Bastian Christoph von Holtzendorff und der\n           Sophie Luise von Rippen\nKinder: 2 T\u00f6chter und 1 Sohn (Hermann von Boyen, General der Infanterie, Begleiter Napoleons\n           III v. Sedan nach Schlo\u00df Wilhelmsh\u00f6he, 1871 Gouverneur von Mainz, 1875 von Berlin,\n           General-Adjutant Wilhelms I.)","primaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/4336\" class=\"link-hover text-primary\">Erinnerungen aus dem Leben des Feldmarschalls Hermann von Boyen<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/4406\" class=\"link-hover text-primary\">Denkw\u00fcrdigkeiten und Erinnerungen 1771 - 1813<\/a>"],"sekundaer":["<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/1345\" class=\"link-hover text-primary\">Berliner Ehrenb\u00fcrger<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/4174\" class=\"link-hover text-primary\">Erinnerungen aus dem Leben des K\u00f6niglich preu\u00dfischen General-Lieutenants Freiherrn von G\u00fcnther<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/4235\" class=\"link-hover text-primary\">Hermann (Ludwig Leopold Gottlieb) von Boyen 1771 - 1848<\/a>","<a href=\"https:\/\/berlinerklassik.bbaw.de\/bibliographie\/4276\" class=\"link-hover text-primary\">Das Leben des Generalfeldmarschalls Hermann von Boyen<\/a>"],"berlinaufenthalte":[{"zeitraum":"1812","gebaeude":null,"damals_adresse":"Friedrichstr. 113","heute_adresse":"","kommentar":"Nach Adre\u00dfbuch 1812\n"}],"fach":["Milit\u00e4r","Politik"],"institution":[],"ort":[],"verein":[],"quellen_liste":null,"quellen_allgemein":""}}