Caroline Goldschmidt

Lebensdaten

Nachname:
Goldschmidt
Vorname:
Caroline
Geburtsdatum:
1760
Geburtsort:
Königsberg
Geschlecht:
weiblich
Todesdatum:
19.05.1828
Sterbeort:
Berlin
Beruf(e):
  • Kunststickerin
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Biographie

Lebenslauf:
1791
Goldschmidt sendet ein Bittschreiben an Friedrich Wilhelm II. Sie berichtet von ihrer künstlerischen Arbeit:  „Ich beschäftige mich mit Sticken“. Sie seit weit fortgeschritten und wolle sich in dieser Kunst und im Mahlen vervollkommnen. Da ihr aber  in Königsberg die Gelegenheit dazu fehle, „so wünsche ich nach Berlin zu gehen.“ Dort wolle sie die Kunstakademie besuchen. Die Reise nach Berlin und eine Finanzierung des Aufenthalt könne sie nicht gänzlich allein finanzieren. Sie bittet um eine kleine Unterstützung. (GStA PK, I. HA Rep. 76 alt III, Nr. 196, 24.10.1791).

Das Schreiben wurde an den Kurator der Kunstakademie, Anton von Heinitz, zur Beantwortung weitergeleitet. Er schreibt am 12.11.1791 an Goldschmidt, dass sie mit einer Unterstützung nicht rechnen könne, da bei der Akademie keine Mittel dafür vorhanden seien.

Am 07.12.1791 antwortet Goldschmidt, dass sie Heinitz sehr dringlich um eine Verwendung für eine freie Reise von Könisgberg nach Berlin und um ein "kleines Gehalt" bitte. Sie wolle ihre Eltern versorgen und eine nützliche Bürgerin sein. Freiherr von Schrötter, der Kurator der Königsberger Provinzial-Kunstschule habe sie dazu ermuntert, eine ihrer Arbeiten der Akademie vorzulegen.

Der Brief Goldschmidts ist einem Schreiben Schrötters beigelegt, in dem dieser sie der Akademie sehr empfiehlt.
"Mademoiselle Goldschmidt" stamme "aus einer jüdischen Famille, die sich aber seit langer Zeit von Seiten der Sitten, so sehr unter ihrer Nation auszeichnet, als das Mädchen, in Absicht ihres Fleißes und Talente zum Zeichnen und Sticken". Das beigefügte Werk sollte nicht den schlechtesten Platz auf der nächsten Ausstellung erhalten. Die Eltern können ihre Tochter mit 200 bis 300 Talern im Jahr unterstützen, dies reiche aber nicht zu ihrem Lebensunterhalt in Berlin. Heinitz wird gebeten, eine Lösung zu finden, es „würde mir äußerst freuen, wenn sich dies Mädgen als ein Preußisches Genie-Product, mit und unter Ew. Excellenz Protection gehörig auszubilden im Stande wäre." (GStA PK, I. HA Rep. 76 alt III, Nr. 196, 11.12.1791).

1793
Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
"Ein Knabenkopf in Wolle gestickt, nach einem Oehlgemählde vom Herrn Frisch", "Ein alter Kopf in Wolle gestickt nach einem Oehlgemählde", "Eine Häbe in Seide, nach einem englischen Kupfer von Cunego". (Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1793:269-271).

1794
Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
Stickereien:
"Portrait Sr. Maj. des Königs im Profil; eine Nachahmung eines Basreliefs von Schado [sic!], in Wolle", "Portrait eines jungen Mädchens, nach einem Bilde von Frisch, in Wolle",

"Zwei Zeichnungen in schwarzer Kreide nach ebendemselben", "Ein Alexanderkopf in schwarzer Kreide nach einem Basrelief in Gips" (Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1794:177-181).

1795
Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
"Zwei Stickereien, bestimmt zu einem Kaminschirm, unter einer Nummer" (Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1795:120).

1797
Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
Unter den nachgereichten Arbeiten:
"Ein Frucht- und Blumenstück, in Seide und Wolle gestickt" (Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1797:399).

1798
Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
"Versuch einer Allegorie auf ein erlauchtes Ehepaar. In Wolle und Seide gestickt", "Ein Glas mit Rosen. In Wolle und Seide gestickt". (Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1798:200.201).

1800
Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
Unter den nachgereichten Arbeiten:
"Ein Mannskopf gestickt. Hoch 10 Z., breit 8 Z.", "Ein Blumenstück; mehrere Frühlingsblumen in einer Vase, auf welcher das Medaillon den Dichter Kleist enthält, gestickt. Hoch 15 Z., breit 111/2 Z.", "Der Kopf des Apollo, nach Gips-Pastel. Hoch 13 Z., breit 91/2 Z.", "Der Kopf von einer Tochter der Niobe. nach Gips-Pastel. Hoch 10 Zoll, breit 8 Zoll" (Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1800:423-426).

1806
Ernennung zum außerordentlichen Mitglied der AdK .(Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1818:IX).

Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
"Ein Kaminschirm in Seide gestickt. Der Name Louise durch Blumen ausgesprochen, mit der Umschrift: Die Rose meidet diesen Kranz, ungewohnt sich übertroffen zu wissen. Die Lilie, das zarte Bild der Reinheit, bezeichnet den ersten Buchstaben des Namens; der Orangenzweig, der blühende Früchte trägt, ein Bild der Königlichen blühenden Mutter; der zarte Glanz des Umblattes und die Pracht der Iris und Sonnenblumen zieren dieses Bouquet, wie die Schönheit das Urbild verherrlicht. Der Epheu, welcher das Ganze umgiebt, ahmt bildlich die Liebe nach, mit welcher Louise den Gemahl, Ihre Kinder und Ihr Volk beglückt", "Ein Fruchtstück nach Dehem, in Seide gestickt". (Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1806:212.213).

1818
Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
"Ein Fruchtstück mit Wolle, Seide und Chenille gestickt" (Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1818:338).

1820
Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
"Ein Fruchtstück in Seide, Chenille und Wolle gestickt". (Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1818:332).

1822
Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
"Ein Fruchtsück nach C[ornelius] de Heen, in Chenille gestickt". (Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1822:551).

1824
Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
"Ein Fruchtstück in Seide, Chenille und Wolle gestickt, nach de He[en] und der Natur, nach der Anordnung des Professors Collmann, in einem Oelgemälde". (Börsch-Supan, Kataloge, 1. Bd. 1824:35).

1826
Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung:
"Eine Gruppe wilder Enten, nach einem Oelgemälde; in Seide gestickt" (Börsch-Supan, Kataloge, 2. Bd. 1826:37).

1828
Am 12. Oktober stirbt Caroline Goldschmidt in Berlin. (Börsch-Supan, Kataloge, 2. Bd. 1828:IV).

Quellen:
GStA PK, I. HA Rep. 76 alt III, Nr. 196, Acta betreffend die Anhero Reise der Caroline Goldschmidt aus Königsberg in Preußen, zu ihrer Vervollkommnung in der Stickerey. 1791-92. 7 Blatt n.f.

Register

Fachregister:
  • Bildende Kunst
Institutionsregister:
  • Akademie der Künste

Person: Caroline Goldschmidt, Berliner Klassik, hrsg. v. der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 2003-2013. URL: https://berlinerklassik.bbaw.de/personen/914.

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