Otto Carl Friedrich Voß

Lebensdaten

Nachname:
Voß
Vorname:
Otto Carl Friedrich
Adelsprädikat:
von
Geburtsdatum:
08.06.1755
Geburtsort:
Berlin
Geschlecht:
männlich
Todesdatum:
30.01.1823
Sterbeort:
Havelberg
Beruf(e):
  • Minister
  • Jurist

Genealogie

Genealogie:
Vater: Friedrich Christoph Hieronymus von Voß (1734-1784), preußischer Geheimrat Mutter: Amalia Ottilie (1736-1767), geb. v. Viereck Geschwister: Ferdinand Georg Wilhelm (1758-1777) Albrecht Leopold (gest. 1793) Elisabeth Amalia (1766-1789), seit 1787 Gräfin von Ingenheim Ehefrau: Carolie Maria Susanna (1751-1828), geb. v. Finckenstein, Tochter des Ministers v. Finckenstein Kinder: Friedrich Wilhelm Maximilian (1782-1847) Carl Otto Friedrich (1786-1864) Caronline Friederike Wilhelmine (1789-1851) Otto Carl Philipp (1794-1836).

Biographie

Lebenslauf:
Ab 1773
Nachdem er im Elternhaus seine schulische Ausbildung genossen hat, besucht v. Voß die Viadrina in Frankfurt/Oder und studiert dort Rechtswissenschaften.

1775/76
Wechsel an die Universität in Göttingen.

1777
Anstellung als Referendar beim Berliner Kammergericht (25. Juli). Während der Referendarzeit unternimmt v. Voß eine Deutschlandreise, die ihn u. a. an die Höfe in Kassel, Darmstadt und Karlsruhe führt.

1779
V. Voß besteht das zweite juristische Examen. Aus Protest gegen die Kabinettsjustiz verläßt er seinen Posten beim Kammergericht kurz darauf.

1780
Heirat mit einer Tochter des Ministers v. Finckenstein, vorübergehende Tätigkeit als Landwirt auf dem von ihm und seiner Frau erworbenen Gut Wartenberg im Niederbarnimschen Kreis.

1782
Ernennung zum Rat der mittelmärkischen Ritterschaft.

1784
Ernennung zum Hauptritterschaftsdirektor und zum ständigen Deputierten der kurmärkischen Ritterschaft. Nach dem Tod seines Vaters fallen die Güter Buch und Karow an Voß. Im selben Jahr kauft er die Havelsberger Domprobstei vom General von Bülow.

 1786
Bestallung zum Präsidenten der kurmärkischen Kammer (Anfang Dezember). Der Hintergrund für diese Beförderung dürfte die Verbindung Friedrich Wilhelms II. mit v. Voß' Schwester gewesen sein.

1789
Beförderung zum Minister im Generaldirektorium, zuständig für die Neumark, Neuchatel, Magdeburg und Halberstadt. Vgl. dazu Haude- und Spenersche Zeitung, Nr. 116, Sonnabend, den 26. September 1789.

1793
Leitung der Organisation der neuen Provinz Südpreußen. Anfangs gemeinsam mit Hoym und Schrötter, ab dem 7. April allein zuständig. Nach dem Tod des Hofmarschalls Behrend Friedrich August von der Marwitz übernimmt er anteilig die Vormundschaft für dessen Söhne.

1795
Mit dem Ausbruch der polnischen Unruhen wird Voß seiner Stellung als Departementsminister in Südpreußen enthoben, diese Zuständigkeit wird Hoym übertragen. Kurz darauf drängt Voß auf seine dienstliche Zurückstellung, die ihm am 3. November gewährt wird. (Entlassungsschreiben zitiert in Faulstich, Musikaliensammlung, S. 31). Voß zieht sich auf seine Güter zurück.

1797
Nach dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelm III. Wiedereintritt in den Staatsdienst, Voß übernimmt als Minister das Departement Südpreußen. Von Gneisenau, Boyen u. a. wird später die Kritik geäußert, daß die von Voß geleitete Verwaltung Südpreußens es erleichtert hätte, daß die Provinz an Napoleon fiel.

1798
Neumark, Pommern sowie das Lotteriedepartement fallen in die Zuständigkeit Voß', später, nach dem Tod Minister Hans von Werders, auch die Kurmark.

1799
Erhalt des Roten Adlerordens.

1804
Die beim König von Voß beantragte Verordnung zur Ausbildung der Elementarlehrer nach den Lehren Pestalozzis wird durchgesetzt (19. Januar).

1806
Voß wird vorübergehend Finanzminister. Nach der Niederlage bei Jena/Auerstedt geht Voß mit Stein und Schrötter nach Stettin. Am 27. Oktober verläßt er jedoch die Stadt wieder und langt am 3. November gemeinsam mit Stein in Danzig an. Voß reist in den nächsten Tagen nach Graudenz und Osterode, um an Konferenzen über das Angebot des Waffenstillstandes zu konferieren. Von Osterode geht Voß anschließend nach Königsberg, wo sich nun auch der königliche Hof befindet.

1807
Voß übergibt dem König eine Denkschrift, in der er die Vereinheitlichung der preußischen Verwaltung anregt (10. März). Auf Vorschlag Beymes wird er Mitte März zum Finanzminister bestellt. Hardenberg erreicht jedoch nach wenigen Wochen, daß ihm selbst der Hauptteil der Finanzgeschäfte übertragen wird. Der Konflikt zwischen Voß und Hardenberg führt dazu, daß Voß seinen Abschied erbittet und diesen erhält. Voß reist am 19. Juni nach Havelberg ab. Nach dem im Tilsiter Friedensvertrag vorgesehenen Rücktritt Hardenbergs (9. Juli) scheint sich Voß wieder um die Übertragung der Finanzgeschäfte zu bemühen, was jedenfalls nicht von Erfolg gekrönt ist. Die Berufung zum Zivilkommissar für die bei Preußen verbliebenen Teile Magdeburgs und die Kurmark lehnt Voß im Juli ab.

1808
Voß übernimmt auf Empfehlung Steins am 16. Mai den Vorsitz der Immediatsfriedenskommission in Berlin. Weil sein Rang unter dem des ihm vormals untergebenen Stein angesiedelt ist und weil er die Interessen der Ritterschaft bedroht sieht, wird Voß zum Gegner der Reformpartei.

1809
Die Versuche, Stein und Schön aus ihren Ämtern zu drängen, schlagen auf ihn selbst zurück. Im Februar entzieht der König Voß die Zuständigkeit für die Kurmark und entläßt ihn aus der Immediatsfriedenskommission. Daraufhin zieht sich Voß nach Havelberg zurück. Die in den folgenden Jahren vorgebrachten Positionen gegen die Reformen und für die Beibehaltung der bzw. Rückkehr zur ständischen Verfassung finden bei Friedrich Wilhelm III. kein Gehör, obschon sich das Verhältnis zwischen dem König und v. Voß verbessert.

1822
Ernennung zum Vizepräsidenten des Ministeriums und des Staatsrats am 16. September. (Die Gründe dafür gehen aus dem Artikel in ADB nicht klar hervor. Die Ausführungen Faulstichs legen die Vermutung nahe, daß der Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. die Reaktivierung v. Voß' initiiert hat.) Nach dem Tod Hardenbergs (26. November) erhält Voß die volle Leitung der Geschäfte. Trotz alter Gegnerschaft begrüßt Stein die Ernennung, da er hofft, daß der erfahrene Beamte Voß zu einer sparsamen Finanzverwaltung zurückkehrt.

1823
Die Verleihung des Schwarzen Adlerordens (18. Januar) erlebt von Voß nicht mehr bewußt. Er stirbt am 30. Januar infolge einer Erkältungserkrankung.

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Abb. in: Czubatynski, Uwe: Biographische Notizen zu Otto Carl Friedrich von Voß (1755-1823), in: Bach-Jahrbuch 78 (1992), S. 119-122.

Werke/Literatur

Berlinaufenthalte

  • 1786-1793 Haus des Ministers v. Finckenstein Wilhelmsplatz Adreßkalender
  • 1794-1799 eigenes Haus Wilhelmstraße Adreßkalender
  • 1800 Wilhelmstraße 65 Adreßkalender
  • ab 1801 Wilhelmstraße 78 Adreßkalender

Register

Fachregister:
  • Rechtswissenschaften
  • Politik

Quellen

Allgemeine Quellen:
Nachlaß in GSta: Rep. 92 v. Voß.

Person: Otto Carl Friedrich Voß, Berliner Klassik, hrsg. v. der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 2003-2013. URL: https://berlinerklassik.bbaw.de/personen/682.

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