Friedrich Laun

Lebensdaten

Nachname:
Laun
Vorname:
Friedrich
Geburtsdatum:
01.06.1770
Geburtsort:
Dresden
Geschlecht:
männlich
Konfession:
evangelisch
Todesdatum:
04.09.1849
Sterbeort:
Dresden
Beruf(e):
  • Schriftsteller

Namensformen

Geburtsname:
Schulze, Friedrich August
Pseudonym:
Helldunkel Jeremias, Innocenz, Teutobald, Chr. H. Spies

Biographie

Lebenslauf:

1770
Friedrich Laun wird am 1. Juni als Friedrich August Schulze in Dresden geboren.

1795
Launs erste Schrift "Die grauen Brüder, oder Der Bund der Schrecklichen" erscheint in Erfurt im Verlag Vollmer.

1797-1800
Studium der Rechtswissenschaften in Dresden.

1800
Die Novelle "Der Mann auf Freiers Füssen" wird Launs erster Publikumserfolg.

1802
Im Herbst Aufenthalt in Berlin. Sophie Sander und ihr Mann, der Verleger Daniel Sander führen Laun in die Berliner Gesellschaft ein. Ein Ort der Zusammenkunft ist der Sandersche Teetisch, wo sich die romantischen Literaten treffen.

1804/05

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Leipzig arbeitet Laun in diesen Jahren als Redakteur der Dresdner "Abendzeitung".

1807
Laun wird Sekretär bei der Dresdner Landes-Ökonomie-Deputation.
In der Dresdner Gesellschaft knüpft Laun Kontakte mit Friedrich Schlegel, Hendrik Steffens und Ludwig Tieck. Dresden ist zu dieser Zeit neben Berlin, Weimar und Heidelberg ein weiterer Knotenpunkt der deutschen Schriftstellerei, insbesondere der romantischen Strömung. Laun ist Mitglied des populären "Dresdner Liederkreises". Sein zweibändiges Werk "Schloß Riesenstein" erscheint.

1810-1812
Gemeinsam mit Johann August Apel veröffentlicht Laun das vierbändige "Gespensterbuch". Es wird sein erfolgreichstes Werk.
Zwischen 1805 und 1819 erscheinen mehr als 40 Werke des Schriftstellers, darunter einige mehrbändige Romane, Possenspiele, Novellensammlungen, Gedichtbände und einige gemeinsame Publikationen mit Apel.

1820

Beförderung zum Kommissionsrat. Neben seiner Beamtenlaufbahn verfaßt der äußerst produktive Unterhaltungsschriftsteller zahlreiche Romane und Erzählungen, in deren Mittelpunkt meist Familienkonflikte des gehobenen Bürgertums und des niederen Adels stehen.

1843
Die "Gesammelten Schriften" Launs erscheinen in sechs Bänden. Mitherausgeber ist Ludwig Tieck.

1849
Friedrich Laun stirbt am 4. September im Alter von 79 Jahren in Dresden.

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Der Schriftsteller Friedrich Laun gehörte zum Kreis der Dresdner Romantik. In der sächsischen Residenzstadt machte er die Bekanntschaft mit Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck. Durch letzteren wurden seine Werke in Berlin, wo Laun selbst nie gelebt hat, populär.

Mit Johann August Apel verband ihn nicht nur die Freundschaft. Ihr gemeinsam verfasstes "Gespensterbuch" von 1810/12 hatte eine große Wirkung auf das Publikum und gab der Mode der Gespenster- und Sagenliteratur einen erneuten Aufschwung. Das auch kommerziell erfolgreiche Werk enthielt zudem die bekannte, von Apel stammende Nacherzählung der Volkssage "Der Freyschütz". Diese lieferte die Vorlage für ein Libretto Friedrich Kinds in Carl Maria v. Webers gleichnamiger Oper. Wie Weber, Kind, Apel war auch Laun Mitglied des "Dresdner Liederkreises".
Launs Werk bestand aus einer Vielzahl von Schriften, darunter mehrbändige Romane, Possenspiele, Novellensammlungen, Gedichtbände und einige gemeinsame Publikationen mit Apel. Thematisch reichte die Bandbreite von den an Lafontaine angelehnte frühen Schriften ("Der Waidmann aus dem Nonnekloster“, 1796) über romantische Geister- und Nachtgeschichten und Schauerliteratur bis hin zu pseudoromantischer Trivialliteratur späterer Jahre. Die gegenwartsbezogene Reflexion historischer Veränderungen wie der Aufstieg des Bürgertums gehörten dabei ebenso zum inhaltlichen Spektrum wie das Horrorgenre, Ritterstoffe und Liebesgeschichten. Insgesamt hinterließ der produktive, heute jedoch nahezu in Vergessenheit geratene Autor über 200 Werke. Hinzu kommen eine Reihe von Zeitungs- und Taschenbuchbeiträgen.
Ludwig Tieck schrieb in einem Prolog der Neuausgabe der Werke Friedrich Launs von 1843 an den Autor: Sie hatten das Glück, oder auch Unglück, sogleich ein Lieblingsschriftsteller der deutschen Nation zu werden. Leser, wie Kritiker, kamen ihnen mit gleicher Freundlichkeit entgegen und Ihre Produktionen folgten schnell aufeinander. Ein allgemein beliebter und populärer Autor kann aber nur der bei uns werden, der immer sich in derselben Manier in jedem Buche darstellt, die die Lesewelt einmal günstig aufgenommen hat. So geschieht es denn auch, daß dasselbe Publikum, welches erst den Autor beinahe verzogen hat, nach mehr oder weniger Jahren die Unbilligkeit noch weiter treibt, als früher die Gunst, und die Kritik, die bei uns mit der Mode fast immer verschwistert und eins ist, schilt dieselben Bücher, die sie früher, wohl auch in Übertreibung, zu Kunstwerken erhoben hat". (Laun I 1843, S. 5ff.).
 
Verwendete Literatur:
Laun, Friedrich: Friedrich Launs gesammelte Schriften. Neu durchgesehen, verbessert und mit Prolog von Ludwig Tieck. Bd. 1. Stuttgart: Scheible, Rieger und Sattler 1843


SH

Werke/Literatur

Berlinaufenthalte

  • Herbst 1802

Register

Fachregister:
  • Literatur

Person: Friedrich Laun, Berliner Klassik, hrsg. v. der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 2003-2013. URL: https://berlinerklassik.bbaw.de/personen/759.

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