Heinrich Christian Kurt Haugwitz

Lebensdaten

Nachname:
Haugwitz
Vorname:
Heinrich Christian Kurt
Adelsprädikat:
von
Geburtsdatum:
11.06.1752
Geburtsort:
Peuke (bei Oels)
Geburtsland:
Schlesien
Geschlecht:
männlich
Todesdatum:
09.02.1832
Sterbeort:
Venedig
Sterbeland:
Italien
Beruf(e):
  • Minister

Genealogie

Genealogie:
Vater: Karl Wilhelm Freiherr (1704-1786), württ.-öls. (sic) Kammerpräsident. Mutter: Johann Sibylla (1719-1801), Tochter des Johann von der Marwitz. Ehefrau: Johann Katharina (geb. 1755), geb. von Tauentzien. (?) Kinder: unter anderem Paul (1791-1856), preuß. Oberstleutn. Catharina, verh. mit Hans Wilhelm Adolf Graf von Kalckreuth, preuß. Legationsrat.

Biographie

Lebenslauf:
1752
Am 11. Juni wird Heinrich Christian als Sohn des würtenbergisch-oelsschen Kammerpräsidenten Karl Christian Freiherr v. Haugwitz und dessen Frau Johanna Sibylla, geb. von der Marwitz in Penke bei Oels geboren.

1769
Haugwitz besucht die Universität Halle, später wechselt er nach Göttingen. Dort schließt er Freundschaft mit den Brüdern Christian und Friedrich Leopold zu Stolberg.

1775
Haugwitz begleitet die Brüder Stolberg auf eine Reise in die Schweiz, an der zeitweilig auch Goethe teilnimmt. In den folgenden Jahren reist Haugwitz zudem nach Italien.

1780-1781

Aufenthalt in Schleswig und Holstein. Haugwitz lebt bei der Familie des Grafen Christian Stolberg. Bekanntschaft mit Matthias Claudius.

1781-1791

Haugwitz hält sich auf seinen Gütern in Schlesien auf.

1791
Wahl zum Generallandschaftsdirektor der Provinz Schlesien. Friedrich Wilhelm II., mit dem Haugwitz den Hang zum Übernatürlichen und Okkulten gemein hat, ruft ihn an den preußischen Hof. Im Sommer erfolgt die Ernennung zum preußischen Gesandten in Wien auf Bitten des Kaisers Leopold II. In dieser Funktion begleitet Haugwitz Franz II. zur Kaiserkrönung nach Frankfurt.

1792
Berufung zum Nachfolger Schulenburg-Kehnerts als Staats- und Kabinettsminister (September).

1794
Am 19. April schließt Haugwitz mit Lord Malmesbury im Haag einen Subsidienvertrag, in dem Preußen sich verpflichtet, den größten Teil seiner Armeen dort einzusetzen, wo es die Interessen der Seemächte erfordern.

1794-1795

Teilnahme an den Basler Friedensverhandlungen.

1795
Erhalt des Schwarzen Adlerordens.

1796
Haugwitz schließt Verträge mit Hannover und einigen kleineren Reichsständen sowie mit Frankreich (Berliner Vertrag am 5. August).

1798
Auch nach dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms III. bleibt Haugwitz der eigentliche Gestalter der preußischen Außenpolitik. Auf dem Rastatter Kongreß bemüht er sich um die Annäherung an Österreich. Ende des Jahres versucht er, den König zum Anschluß an die 2. Koalition gegen Frankreich zu bewegen.

1801
wird ihm eine Denkmünze gewidmet. (Quelle: Haude- und Spenersche Zeitung, Nr. 110, Sonnabend, den 12. September 1801)

1803-04

Haugwitz' Vorschlag, von Napoleon die Räumung Hannovers zu fordern, findet beim König keine Zustimmung. Enttäuscht nimmt Haugwitz einen längeren Urlaub und legt im August 1804 sein Amt formell nieder. Als möglichen Nachfolger empfiehlt er Hardenberg. Nach seiner Entlassung bleibt Haugwitz außenpolitischer Berater des Königs.

1805-06

Im Oktober wird Haugwitz Hardenberg zugeordnet. Ende des Jahres wird er mit einer diplomatischen Mission betraut und verhandelt mit Napoleon. Das Unternehmen ist nicht von Erfolg gekrönt, Haugwitz unterzeichnet am 15. Dezember 1805 den Bündnisvertrag von Schönbrunn und am 15. Februar 1806 ein für Preußen noch ungünstigeres Diktat Napoleons.

1806
Nach dem Ausscheiden Hardenbergs übernimmt Haugwitz - trotz seines Scheiterns bleibt er der Mann des königlichen Vertrauens - die Leitung der auswärtigen Geschäfte (April). Nach der Niederlage bei Jena/Auerstädt begleitet er das Königspaar bis nach Osterode (Ostpreußen), wo er seinen Abschied nimmt.

1811
Ernennung zum Kurator der neu gegründeten Universität Breslau.

1820
Aus gesundheitlichen Gründen siedelt Haugwitz nach Italien über. Seine letzten Lebensjahre verbringt er in einer Villa bei Este, wo er am 9. Februar 1832 im Alter von 79 Jahren stirbt.

Werke/Literatur

Berlinaufenthalte

  • 1794-1797 Maus Massows Unter den Linden
  • 1798 v. Krusemarks Haus Unter den Linden
  • 1799 eigenes Haus Lindenstraße
  • ab 1800 eigenes Haus Lindenstraße 4

Register

Fachregister:
  • Politik

Person: Heinrich Christian Kurt Haugwitz, Berliner Klassik, hrsg. v. der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 2003-2013. URL: https://berlinerklassik.bbaw.de/personen/667.

Link zu den API-Daten: https://berlinerklassik.bbaw.de/api/personen/667